Grüner Pädosex-Skandal: Selbstkritik auch bei schwulen Gruppen (über)fällig

Bruno Gmünder: „Wir waren schlichtweg verblendet“

Der bekannte homosexuelle Philosoph und Theologe Dr. David Berger (siehe Foto) fordert angesichts der Diskussion über pädosexueller Skandale bei den Grünen in Berlin nun eine verstärkte selbstkritische Debatte auch in der schwulen Bewegung. pressefotoberger11

Am 21. Mai 2015 würdigte Berger in einem Artikel auf „Gaystream“ das persönliche „Schuldbekenntnis“ des homosexuellen Grünen-Politikers Thomas Birk aus Berlin.

Birk hatte wesentlich dafür gesorgt, daß erschreckende Mißbrauchs-Fakten über die Berliner Grünen bzw. deren Vorgängerpartei „Alternative Liste“ aus den 80er Jahren ans Licht der Öffentlichkeit kamen.

Aus Sicht von Dr. Berger verdienen „Mut und Entschlossenheit, mit der man sich selbst der Vergangenheit gestellt hat und diese mit externen Fachleuten aufarbeitet, großen Respekt.“  – Er fügt hinzu: „Auch dass man nun weitgehend davon Abstand nimmt, Dinge schön zu reden, zeigt echte Größe.“

Dr. David Berger: „Es fehlt an Mut und Unrechtsbewußtsein“

Damit ist das Mißbrauchs-Kapitel allerdings nicht beendet, schreibt der Autor weiter:

„Die Aufarbeitung, der die „Grünen“ sich schon seit Jahren stellen, steht der schwulen „Community“ noch bevor. Hier fehlt es  –  wie der Rexhausen-Skandal gezeigt hat  –  bei ganz vielen Protagonisten nicht nur an solchem Mut, sondern auch an Unrechtsbewusstsein. Eine echte Ausnahmefigur im positiven Sinne stellt da der schwule Politiker Thomas Birk dar.“

Dr. Berger erwähnt sodann das auf Facebook veröffentlichte, offenherzige „Schuldbekenntnis“ von Birk: DSC00254
 .
„Darin stellt sich Birk auch die Frage, warum er so lange geschwiegen hat. Und er antwortet sich: „Ich glaube weniger, weil ich den Parteiskandal fürchtete. Ich glaube mehr, weil ich mich schämte, dass ich damals selbst jahrelang zu den Schwulen gehörte, der die aus heutiger Sicht abstruse Vorstellung einer einvernehmlichen Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern bis dahin nicht völlig ausgeschlossen hatte.“

Nun sei aber auch das schwule Spektrum aufgefordert, „endlich ihre Vergangenheit aufzuarbeiten“, appelliert der Verfasser an seine eigene Bewegung.

Causa Berliner Grüne: „Die Keimzelle der Pädogruppen war schwul“

Er verweist sodann auf die folgenden „deutlichen Worte“ von Bruno Gmünder, dem Gründer des gleichnamigen, homosexuell orientierten Verlages:

„Dass sich die Grünen jetzt so intensiv mit dem Thema beschäftigen, ist ehrenwert. Die Grünen waren aber nicht die Keimzelle der Pädogruppen, sondern die schwule Community, die Schwulengruppen der 70er bis 90er Jahre mit Grenzgängern wie Peter Schult aus der Münchner Sponti- und Rote-Hilfe-Bewegung oder Olaf Stüben aus dem Arbeiterkampf-Milieu und taz-Unterstützerkreis.

Wir waren schlichtweg verblendet, und sahen die Pädos als unsere nächsten Verbündeten an. Mein Freund Peter Schult meinte zu mir, die Revolutionäre von morgen schlafen heute in meinen Armen – und ich fand das plausibel.

Das war eine Blindheit in vielerlei Hinsicht. Z.B. wenn Che Guevara mordend und homohassend durch Südamerika zog, fanden wir das heldenhaft.“

Ergänzender Info-Artikel hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/04/15/david-berger-kritisiert-padosexuelle-tendenzen-in-der-schwulen-medienszene/

Foto-Quellen: David Berger (1), Evita Gründler (2)


Der grüne Landesverband und seine „Aufarbeitung“ des Pädosex-Skandals

Pressemitteilung der Betroffenen-Initiative „netzwerkB“:

Jetzt sind die GRÜNEN mal wieder dran. Zur letzten Wahlzeit hat man sich ja noch etwas bedeckt gehalten, auch wenn der Skandal schon am Kochen war. 

Grafik: PI-News

Grafik: PI-News

Dann hat man – das ist ja derzeit eine richtige Wachstumsindustrie – ein Gutachten in Auftrag gegeben. Und nun macht man auf Aufarbeitung.

Dem üblichen Prozedere folgen auch die GRÜNEN:

Akt I: Man gebe sich erstaunt, dass da dann doch ein Problem wäre. Man winde sich wie ein Aal – versucht das Ganze zu ignorieren (wenn ich lange genug wegschaue, geht es weg.

Akt II: Wenn man gar nicht anders kann, fängt man die ‚Aufarbeitung‘ an. Man beauftragt ein Forschungsinstitut (nicht vergessen: Akten vernichten!). Man winde sich weiter wie ein Aal und gibt dann nur so viel zu, wie ohnehin schon offenliegt.

Akt III: Man übe sich in öffentlichen Bekanntgaben. Der Forschungsbericht wird offengelegt – schonungslos! – man bemüht den Zeitgeist und bestätigt, dass das natürlich keine Entschuldigung sei. Halt irgendwie dumm gelaufen alles.

Akt IV: DAS GROSSE REDEN und der Quak-Chor:

Man unterhält nun beste Verbindungen mit den Strukturen, die ja schon geschaffen sind, um das ganze Thema zu besprechen – aber kostengünstig, ohne wirkliche und schnelle Hilfe für die Betroffenen.

Nun kommt ein Handlungkatalog (s. S. 90 Bericht http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2015/05/bericht_komm_aufarbeitung_gruene_berlin_.pdf) – man übernimmt schließlich Verantwortung und zieht Konsequenzen: Die bundesweite GRÜNE Anlaufstelle kriegt jetzt eine besondere Berlin-Grüne-Email Adresse. (‚Opfer‘ haben mittlerweile so viele Anlaufstellen, da können sie den ganzen Tag lang jammern.)

Man wird sich nun bemühen, dass der bundesweite Hilfsfond besser ausgestattet wird. Nun wird für die Zukunft auch politischer Einsatz zum Thema gefordert. Es wird eine Diskussion geben über Strukturen und Denkmuster.

Öffentliche Bewusstseinsbildung soll vorangetrieben werden. Bei parteieigenen Veranstaltungen wird man dafür sorgen, dass die lieben Kleinen in der Kinderbetreuung auch wirklich sicher sind. Im Klartext heisst das: Quaken – bis zum Sankt Nimmerleinstag!

Und wenn Ihr GRÜNE dieses Quak-Konzert lange genug durchhaltet, gerät das Ganze ohnehin in Vergessenheit.  


Berlin: Im Landesverband der Grünen tummelten sich einst Kinderschänder

Zehn grüne Pädos „produzierten evtl. tausende von Opfern“

Wie die linksalternative Tageszeitung „taz“ am 27. März 2015 in einem aufschlußreichen Artikel berichtet, gab es im Berliner Landesverband der Grünen weitaus mehr Kinderschänder bzw. pädosexuelle Täter als bislang bekannt.

Unter dem passenden Titel „Grüner Morast“ heißt es ernüchternd: „Die Aufarbeitung des pädophilen Erbes der Partei ist noch nicht am Ende.“ grc3bcne-kinder-helmes

Es sei, so die Zeitung, noch mit einem „brisanten Bericht der Berliner Grünen“ zu rechnen. Die „taz“ weiter: „Den Grünen drohen neue Enthüllungen über Pädophilie in ihren Anfangsjahren.“

BILD: Ausführliche Info-Broschüre unseres Autors Peter Helmes (Zusendung gegen 1,50 € in Briefmarken)

Der „queerpolitische“ Sprecher der Partei in Berlin, Thomas Birk, habe am vergangenen Donnerstag bei einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung mit Neuigkeiten überrascht:

„Es habe in Berlin bis in die Neunzigerjahre rund zehn aktive Grüne als Täter gegeben, die „eventuell Tausende von Opfern produziert“ hätten“,  schreibt die linksalternative Zeitung.

Man faßt sich an den Kopf:  „Verurteilte Pädophile hätten aus der Justizvollzugsanstalt heraus für die Partei kandidiert“, erklärte Birk. Der Berliner Politiker kündigte an, sein Landesverband werde Mitte April hierüber einen „leider sehr umfangreichen Bericht“ vorlegen.

Offenbar ist das heißdiskutierte Thema um pädosexuelle Mißstände bei den Grünen auch ein Vierteljahr nach dem wissenschaftlichen Abschlußbericht eines Göttinger Institus noch keineswegs „gegessen“.

Jene grün-revolutionäre Zuneigung zu „Sex mit Kindern“ war –  sowohl ideologisch wie praktisch – vor allem in den 80er Jahren im Umlauf, reichte aber bis in die 90er Jahre hinein – so auch in Berlin.

Vor allem von Seiten der Feministinnen, zumal der Zeitschrift „Emma“, gab es damals innerhalb des linken Spektrums deutliche Kritik an diesen verhängnisvollen Tendenzen bei den Grünen.

Auch christliche und bürgerlich-konservative Kreise protestierten seinerzeit sofort vernehmlich gegen grüne Vorstellungen von einem „einvernehmlichen Sex mit Kindern“.

Näheres darüber hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/08/31/kindersex-cdu-kirche-und-konservative-widersprachen-damals-den-grunen-padosex-forderungen/


Kindesmißbrauch: Grüne arbeiten eigene pädosexuelle Fehler endlich auf

Die Grünen haben angekündigt, pädosexuelle Bestrebungen in der Partei umfassend aufzuarbeiten. Eine interne Arbeitsgruppe ist künftig mit dem Thema betraut.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto):

E. Steinbach

„Die Ankündigung schonungsloser institutioneller Aufklärung der Pädophilie-Verstrickungen der grünen Partei in den 80er Jahren durch eine interne Arbeitsgruppe ist ein wichtiger Schritt, um die dringend notwendige Aufarbeitung voranzutreiben und die wissenschaftliche Aufklärung zu ergänzen.

Vor allem Opfer, Betroffene und Zeitzeugen sollen die Möglichkeit erhalten, das Erlebte zu schildern. Wir begrüßen diesen Schritt nachdrücklich.

Der Kontakt mit Opfern und Betroffenen ist wichtig, um ermessen zu können, welches Ausmaß an Verletzungen ihrer Rechte und ihrer Würde sie erleiden mussten. Die Übernahme von Verantwortung beginnt an dieser Stelle, Konsequenzen müssen gezogen werden, Beratung und Hilfsangebote für Opfer folgen.

Das ist dringend notwendig, denn die Grünen haben als einzige Partei in den 80er Jahren Pädophilie inhaltlich programmatisch durch eine „Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle“ (SchwuP) institutionell verankert.“


Jüdischer Historiker kritisiert juristische Verfolgung hochbetagter NS-Täter

Der deutsch-jüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn hat sich gegen eine juristische Verfolgung von hochbetagten NS-Tätern ausgesprochen. Solche Prozesse seien bloßer „Aktionismus“, sagte er dem Deutschlandradio Kultur.

Die NS-Fahndungsstelle in Ludwigsburg hatte angekündigt, dass sie nach ihren Vorermittlungen 30 Verfahren gegen mutmaßliche Nazi-Verbrecher an die Staatsanwaltschaften abgeben will. Diese müssen dann entscheiden, ob sie Anklage erheben wollen. Den früheren Aufsehern des Konzentrationslagers Auschwitz wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.

„Neunzigjährige vor Gericht zu stellen bringt überhaupt nichts“, erklärte der Münchner Geschichtswisschaftler.  Man erreiche sehr viel mehr mit einer gesellschaftlichen Ächtung der Täter. Notwendig sei eine weitere historischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen: „Darauf kommt es an.“

Quelle: n-tv


Union widerspricht SPD-Politiker Thierse und hält an Stasi-Unterlagenbehörde fest

Akteneinsicht muß solange möglich sein, wie Bedarf besteht

Sowohl der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Thierse als auch der Vorsitzende des Beirates der Stasi-Unterlagenbehörde haben in den vergangenen Tagen öffentlich ein Ende der erweiterten Überprüfungsmöglichkeiten und ein Ende des Amtes des Stasi-Unterlagenbeauftragten gefordert.

Dazu erklärt der kulturpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, in einer heutigen Pressemitteilung:

„Wir halten ungebrochen an der Notwendigkeit der Arbeit der Stasi-Unterlagenbehörde fest. Der Zugang zu den Stasi-Unterlagen und ihre Erschließung für Opfer und Forscher ist und bleibt für die Aufarbeitung der DDR-Diktatur unerlässlich. Die christlich-liberale Koalition hat mit der Verlängerung des Akteneinsichtsrechts bis 2019 ein klares und wichtiges Zeichen für den Fortbestand der Behörde gesetzt. Akteneinsicht muss solange möglich sein, wie Bedarf besteht.

Seit 1990 wurden fast drei Millionen Bürgeranträge auf Akteneinsicht gestellt, dabei ist die Zahl der Anträge auf private Akteneinsicht gleich bleibend hoch und stieg im Jahr 2012 nochmals deutlich an. Auch die Antragszahlen von Medien und Forschung sind konstant hoch und dokumentieren das breite öffentliche Interesse an der Aufarbeitung. Die Wartezeiten auf Akteneinsicht sind aufgrund dieser hohen Nachfrage auf bis zu zwei Jahre angestiegen.

Wichtige Anlaufstelle für Opfer der DDR-Diktatur

Es ist aus unserer Sicht unsachlich und unredlich, die aktuell sinkenden Antragszahlen bei privater Akteneinsicht sofort für eine Forderung nach dem Ende der Behörde zu instrumentalisieren. Nach wie vor ist die Stasi-Unterlagenbehörde eine wichtige Anlaufstelle für Opfer der DDR-Diktatur  –  und dies muss sie bleiben. Stimmen, die nun laut ihr Ende fordern, verunsichern die Opfer und die Opferverbände. Sie stellen diese wichtige, alltägliche Opferarbeit der Behörde, die inzwischen bei zahlreichen Ländern als Vorbild gilt, in Frage.

Darüber hinaus wird die Stasi-Tätigkeit durch Erkenntnisse der sogenannten „Schnipselmaschine“ und die weitere Forschung im Bereich Stasi-Westarbeit und Zwangsarbeit noch stärker in den gesamtdeutschen Fokus gerückt. Offenbar gibt es hier Befürchtungen, dass neue Dokumente ans Tageslicht kommen.

Die Stasi-Unterlagenbehörde darf nicht zum öffentlichen Spielball persönlicher oder parteipolitischer Interessen werden.“

 

 


CDU/CSU-Fraktion: Aufarbeitung der „DDR“-Diktatur konsequent fortsetzen

Am heutigen Freitag wurde im Deutschen Bundestag der Bericht der Bundesregierung zum Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur debattiert. Dazu erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, in einer Pressemeldung:

„Wie keine andere Fraktion stand und steht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Notwendigkeit, in der wichtigen Aufarbeitungsarbeit nicht nachzulassen. Es darf keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung geben!

Deshalb bewertet unsere Fraktion den Bericht der Bundesregierung zum Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur als einen wichtigen Meilenstein auf dem langen Weg der Vergangenheitsbewältigung. Die christlich-liberale Koalition hat diesen Bericht im Koalitionsvertrag angefordert, um die Maßnahmen zur geschichtlichen Aufarbeitung der DDR-Diktatur zu verstärken und der zunehmenden Verklärung entgegenzuwirken.

Auch wenn es noch Defizite beim Wissen um die DDR-Diktatur  –  besonders bei Jugendlichen  –  gibt und sich die Opfer bei der strafrechtlichen Rehabilitierung nicht immer „gerecht“ vertreten fühlen, ist die politische und wissenschaftliche Aufarbeitungsleistung insgesamt beispielhaft.

Dafür spricht auch, dass sich viele Staaten in Osteuropa und aktuell auch in Nordafrika bei ihrer Aufarbeitung der Geschichte an unserem Vorgehen orientieren…

Alle politischen Entscheidungen, die in den vergangenen 23 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur geleistet haben, beruhen auf der Initiative und der maßgeblichen Beteiligung der CDU/CSU-Fraktion:

Das Stasiunterlagengesetz, die Enquete-Kommissionen „Zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“, die Gründung der Stiftung Aufarbeitung , die Einführung einer SED-Opferrente, die Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption, die sogenannte Schnipselmaschine, ein Computerprogramm, das die virtuelle Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen ermöglichen soll und unlängst die Einrichtung eines Zeitzeugenbüros.“

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1  –  11011 Berlin
fraktion@cducsu.de
http://www.cducsu.de


Abt Barnabas Bögle (Kloster Ettal) zur IPP-Studie: „Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Opferverein“

Erklärung anläßlich der Vorstellung der IPP-Studie am heutigen 7. März in München:

Die Studie des IPP bildet einen weiteren wichtigen Schritt in der Aufarbeitung eines dunklen Kapitels in der Geschichte unseres Internats und Klosters.

Diese Studie wurde von uns in Abstimmung mit dem „Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ in Auftrag gegeben. Auch wenn unser Kloster der Auftraggeber der Studie war, so kann doch kein Zweifel darüber bestehen, dass das IPP die Vorkommnisse in unserem Internat nach wissenschaftlichen Grundsätzen objektiv aufgearbeitet hat.

ALTARRAUM im Kloster Ettal

ALTARRAUM im Kloster Ettal

Dies war möglich durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vertretern des IPP, den Vertretern des Opfervereins sowie den Mediatoren und allen, die bereit waren, durch Interviews und Berichte zum Gelingen der Studie beizutragen. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank.

So sehr die IPP-Studie uns auch erneut mit einem dunklen Kapitel unserer Geschichte konfrontiert und deshalb belastet, so sehen wir in der Studie doch auch einen ganz bedeutenden Schritt in der Aufarbeitung unserer Vergangenheit.

Im Rückblick können wir sagen: So schwer der gemeinsame Weg gerade in der Anfangszeit für uns und mehr noch für die Geschädigten war, so war gerade dieser Weg der richtige.

Keine Entschädigungszahlung und keine Therapie kann letztlich das Geschehene ungeschehen machen. Aber das gemeinsame Bemühen, das Geschehene zu begreifen und die Folgen anzuerkennen, hat dazu beigetragen, dass doch eine gewisse Verständigung und  – so hoffen wir  –  ein stückweit wieder Vertrauen möglich wird.

Die Studie gibt uns im Kloster wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Frage, wie es zu den Vorfällen in unserem Internat kommen konnte, welche Fehler in der Vergangenheit bei uns gemacht wurden. Sie hilft uns damit, künftig solche Fehler zu vermeiden und neue Wege einer Kultur des Hinschauens und der offenen Kommunikation zu gehen.

Sie zeigt auch auf, welche Folgen der Missbrauch bei den Geschädigten hatte und immer noch hat. Dies hilft uns nicht nur bei der Aufarbeitung der Fälle der Vergangenheit, es stellt für uns auch eine wichtige Hilfe für notwendige Präventionsmaßnahmen und die Sorge um die fortlaufende Weiterentwicklung unsres Präventionskonzeptes dar.

In diesem Sinne stellt die Studie für uns keinen Abschluss dar! Die Aufarbeitung und das Bemühen unsererseits, weiterhin mit den Geschädigten in Kontakt zu kommen und zu bleiben, bildet auch in Zukunft eine Aufgabe und Herausforderung für uns. Die Erfahrungen der Geschädigten können uns über die aufgezeigten Ergebnisse der Studie hinaus wertvolle Hilfen für unsere weitere Arbeit geben.

Daher sind wir allen dankbar, die diesen Weg mit uns gegangen sind. Dieser Dank gilt besonders auch den Opfern, die bereit waren, trotz ihrer schlimmen Erfahrungen mit uns zusammenzuarbeiten.

Unser Kloster mit Schule und Internat ist nach dem Jahr 2010 nicht mehr wie vorher: Von jedem Leid, das durch unsere Schuld einem der uns Anvertrauten zugefügt wurde, bleibt eine schmerzende Narbe zurück.

Es bleibt unsere Aufgabe, uns verantwortungsbewusster und mit offeneren Augen unseren Herausforderungen in Kirche und Welt zu stellen.

Ettal,  den 7.3.2013
Abt Barnabas Bögle OSB

Opfer-Initiative würdigt Kloster Ettal für seine Aufarbeitung der Vergangenheit: „Mutig und konsequent“

Der „Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ veröffentlichte am heutigen Donnerstag folgende Pressemitteilung:

„Drei Jahre nach Öffentlichwerden der Missstände im Internat des Klosters Ettal wird heute  –  entsprechend des Planes, der am 17. Februar 2011 von Prof. Jentsch bekanntgegeben wurde  –    die vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (ipp) durchgeführte Studie „Sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt im Internat der Benediktinerabtei Ettal, Individuelle Folgen und organisatorisch strukturelle Hintergründe“ vorgestellt und veröffentlicht.  

Benedikterabtei ETTAL

Benediktiner-Abtei ETTAL

Ettal geht einen mutigen und konsequenten Weg in der Aufarbeitung Das Kloster Ettal geht damit einen mutigen und konsequenten Weg die Vergangenheit in Zusammenarbeit mit uns, den Betroffenen, aufzuarbeiten.

Bei der Konzeption der Studie, die auf Initiative des „Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ durchgeführt wurde, war es uns wichtig, dass verstanden wird, wie es sukzessive zu den Zuständen kommen konnte, die von Ruf und Selbstverständnis weit entfernt waren.

Dieses Ziel erreicht die Studie des ipp:

Mönche ohne pädagogische Ausbildung mussten meist über 40 Kinder betreuen, hatten keine Anleitung, keine kollegiale Reflexion der Erziehungsarbeit, sondern oftmals gewalttätige Vorbilder.

Der Gruppendynamik der Kinder boten sie nicht Einhalt, sondern verstärkten diese noch. Eltern gaben ihre Kinder ins Internat, sowohl beeindruckt von der Klosteranlage als auch in blindem Vertrauen auf Kloster und Kirche. Von Seiten der Internatskinder wurde  – unbewusst  –  ein Verhalten entwickelt, die Erwartungen der Eltern nicht zu enttäuschen.

Der Verein wird die Umsetzung von Verbesserungen in Ettal kritisch begleiten. Den Dialog mit den heutigen Erziehern, den wir im vergangenen Jahr begonnenen haben, werden wir fortsetzen. Ein Schwerpunkt wird die Rolle und die Vorgehensweisen der Erzieher in der Phase der Reifung der Sexualität und deren Integration in die Persönlichkeit darstellen. Ebenso werden wir darauf hinwirken, dass es ein ausformuliertes Erziehungskonzept vorliegt und dieses überprüfen.

Die Kinder, die das Internat Ettal besuchen, sind nach wie vor nur in den Ferien bei ihren Eltern, so dass den Erziehern eine besondere Verantwortung übertragen wird. Heutige Ganztagesbetreuung muss die Entwicklung von Kindern lenken und nicht nur funktionierende Tagesabläufe sicherstellen.

Die Aktualität der Studie zeigt sich darin, dass zunehmend Ganztagsbetreuung von Kindern eingeführt und gefordert wird und vielerorts keine klaren pädagogischen Konzepte vorliegen und teilweise nicht qualifiziertes Personal zum Einsatz kommt. Dies ist oftmals dort der Fall, wo aufgrund fehlenden Angebots qualifizierter Einrichtungen die Eltern auf improvisierte Lösungen angewiesen sind, um Familie und Beruf vereinbaren zu können.

Im Quervergleich kommt die Aufarbeitung in Ettal gut voran

Die Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs seit 2010 kommt an vielen Orten nur langsam voran. Auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Hr. Rörig, spricht aktuell über große Versäumnisse gegenüber den Betroffenen.

Dies liegt aus unserer Sicht daran, dass im Rahmen der Aufarbeitung notwendige Fragen und Bedürfnisse nicht konsequent beantwortet werden:
1. Was ist wann durch welche Täter geschehen?
2. Erkennt die Organisation der Täter die Geschehnisse an?
3. Wie werden die Opfer entschädigt bzw. erhalten Zeichen tätiger Reue und Hilfen?
4. Sind die Ursachen, die zu den Missständen führen, durch die Organisation erkannt und akzeptiert, sodass sie für die Zukunft eliminiert werden können?
5. Bleibt das Geschehene unvergessen ?

Die Studie ist ein wichtiger Schritt zum vierten Punkt.
Dennoch  –  für viele gilt: Der Verlust der Kindheit wird nicht geheilt. Die Taten nicht ungeschehen gemacht. Die Folgen für den Betroffenen und die Familien bestehen weiterhin.

Es muss seitens des Klosters mehr an die ehemaligen Schüler kommuniziert werden, was sich in der Ettaler Aufarbeitung und zu Prävention getan hat.

Robert Köhler  


Kloster Ettal bei Mißbrauchs-Aufarbeitung auf gutem Weg: Konstruktive Zusammenarbeit mit Opfern

Gemeinsame Presse-Erklärung von Kloster Ettal, IPP, Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer:

Die Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Kloster Ettal, die vom Kloster in Zusammenarbeit mit dem Opferverein beim Münchner IPP (Institut für Praxisforschung und Projektberatung) in Auftrag gegeben wurde, steht kurz vor ihrem Abschluss.

Sobald die Ergebnisse Ende März vorliegen, werden diese der Öffentlichkeit vorgestellt. Abt Barnabas Bögle erklärte dazu:

“Dies war kein einfacher Weg, aber wir haben erkannt, dass nur die konsequente Aufarbeitung auch den Opfern gerecht wird“.

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Seitdem das IPP vor knapp zwei Jahren damit beauftragt worden ist, die Missbrauchsfälle in Kloster Ettal wissenschaftlich zu untersuchen, haben sich Opferverein und Kloster in einem intensiven Dialog darum bemüht, aufeinander zuzugehen und einen Ausgleich zwischen Opfern und Kloster herbeizuführen.

Neben einem Mediationsverfahren wurden inzwischen auch 700.000 Euro an 70 Betroffene gezahlt. Grundlage für die wissenschaftliche Aufarbeitung ist unter anderem der Bericht des ehem. Bundesverfassungsrichters Hans-Joachim Jentsch, der bereits im November 2010 die Aufklärungsarbeit des Klosters überprüft hatte.

Darüber hinaus hat das IPP in den vergangenen zwei Jahren anhand der vom Kloster zur Verfügung gestellten Unterlagen und zahlreicher Einzelinterviews mit Schülern (Opfer und Nicht-Opfer), Angehörigen und Patres eine umfassende wissenschaftliche Analyse verfasst.

IPP Geschäftsführer Dr. Florian Straus betont, dass für das Gelingen der wissenschaftlichen Studie der kontinuierliche gemeinsame Dialog zwischen Kloster, Opferverein und dem IPP sehr wichtig war. Nur darüber gelang es ausreichend Vertrauen aufzubauen.

Der Zugang zu den Quellen und der Umgang mit den Ergebnissen, beispielsweise bei der ersten Präsentation der Ergebnisse am 13.10. im Kloster Ettal war zu keiner Zeit ein konfliktäres Thema.

Der Vorsitzende des Opfervereins, Robert Köhler, erklärte dazu:

„Wir konnten das Kloster im Rahmen der Gespräche davon überzeugen, dass nur Offenheit die uns wichtige Glaubwürdigkeit bewirkt. In enger Zusammenarbeit setzen wir nun die im Frühjahr 2011 vereinbarten Punkte um.“

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