Die „Integrierte Gemeinde“ wurde aufgelöst

Geistlicher Missbrauch war strukturell begünstigt

Kardinal Reinhard Marx hat die Katholische Integrierte Gemeinde in seinem Erzbistum München aufgelöst, wie Vatican-News berichtet: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2020-11/muenchen-kardinal-marx-katholisch-integrierte-gemeinde-aufloesen.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Der 1986 errichtete Verein besaß zuletzt weder Leitungsorgane noch Mitglieder.

Die vom Erzbischof beauftragten Visitatoren haben unter www.erzbistum-muenchen.de/bericht-kig einen Bericht über ihre Arbeit veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund prüft die Erzdiözese weitere Schritte zur Aufarbeitung der Geschichte und Arbeit der Integrierten Gemeinde.

Kardinal Marx zeigt Verständnis für Menschen, die sich von dieser Initiative enttäuscht fühlen: „Ich bedaure sehr, dass ehemalige Mitglieder… Leid erfahren mussten und die Verantwortlichen sich gegenüber den Visitatoren nicht als kooperationsbereit erwiesen haben.“

Der Bericht der Visitatoren verdeutlicht nach Einschätzung von Marx, „dass nicht mangelnder Glaube oder einzelnes persönliches Versagen den Verein problematisch machten, sondern dass hier manche negativen Erfahrungen im Anspruch und in der Struktur der Katholischen Integrierten Gemeinde grundgelegt waren“.

HIER zwei Artikel im CHRISTLICHEN FORUM zur Integrierten Gemeinde und zur öffentlichen Distanzierung von Papst em. Benedikt, der diese Bewegung jahrzehntelang unterstützt hatte und dies schlußendlich bedauert hat: https://charismatismus.wordpress.com/?s=integrierte+gemeinde


Regensburger Bischof begrüßt vatikanische Instruktion gegen Pfarrei-„Reformen“

Am 20. Juli 2020 veröffentlichte die vatikanische Kleruskongregation im Auftrag von Papst Franziskus eine Instruktion mit dem Titel: Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche.

Sie wendet sich an eine Kirche, die zumindest in Westeuropa viele Pfarrgemeinden auflöst, die das sakramentale Priestertum an den Rand drängt und Neuevangelisierung vielerorts als Strukturpoblem und Aufweichungsprozess verstehen will.

Verständlich, dass die römische Orientierung heftig kritisiert wurde, votiert sie doch unmissverständlich für eine geistliche Umkehr als Voraussetzung missionarischer Wirkkraft, ein Weg, den die Katholiken mit ihren Pfarreien und den berufenen Priestern gehen sollen.

Bischof Rudolf Voderholzer nahm die 400. Fatima-Wallfahrt im oberpfälzischen Tirschenreuth am 13.8.2020 zum Anlass, diese Instruktion zu begrüßen und sein Votum öffentlich zu begründen.

Die Fatima-Wallfahrt sei der rechte Anlass, denn „Maria, die Königin der Apostel, ist uns bei all unserem Bemühen um das rechte Pfarrei- und Kirche-Sein Vorbild und Fürsprecherin.“

Er fügte hinzu: „In Maria schauen wir, dass es entscheidend in der Kirche nicht darauf ankommt, ein Amt zu bekleiden, sondern Christus zur Welt zu bringen und heilig zu werden.“

Die gesamte Predigt können Sie hier nachlesen.

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/eine-aufloesung-von-pfarreien-steht-fuer-uns-nicht-zur-debatte-bischof-rudolf-zur-aktuellen-instruktion-der-kleruskongregation-anlaesslich-der-400-fatima-monatswallfahrt-in-tirschenreuth-7593/