Immer mehr „weinende Madonnen“ in Sicht

Von Felizitas Küble

Wie die Webseite „The Fortean“ schreibt, gab es im ersten Halbjahr 2018 eine auffallende Häufung von Berichten über „weinende Madonnen“, teils ist sogar von „Bluttränen“ die Rede.

Oft handelt es sich dabei um Statuen von Medjugorje oder um die „Rosa Mystica“ (siehe Foto), die auf kirchlich nicht anerkannte Marienerscheinungen im italienischen Städtchen Montichiari zurückgeht. 

Die tränenweinenden Madonnen treten diesmal besonders stark in Mittel- und Lateinamerika auf: Honduras, Mexiko, Nicaragua, Kolumbien, Panama, Argentinien usw.

Dabei wird nicht selten von lieblichem „Rosenduft“ berichtet, der das wundersame Vorkommnis begleitet. Diese Duftphänomene sind seit Jahrzehnten bekannt, zumal im Zusammenhang mit kirchlich nicht anerkannten Visionen und „Botschaften“.

Grundsätzlich stellt sich bei solchen Geschehnissen die Frage, ob der Himmel es „nötig“ hat, mit rein sinnlichen Vorgängen auf sich aufmerksam zu machen?

Immerhin hat Christus klargestellt: „Selig, die nicht sehen – und doch glauben!“  – Auch Paulus betonte, daß unser Wandel auf Erden sich „im Glauben, nicht im Schauen“ vollzieht – und auch nicht im Riechen.

Zudem dürfte gerade für marienfromme Katholiken, die an die immerwährende Glückseligkeit der Gottesmutter glauben, klar sein, daß Tränen – gar blutige Tränen – denkbar unangemessen für die Assumpta (die in den Himmel Aufgenommene) wären. Heißt es doch in der Heiligen Schrift, daß es im Reiche Gottes kein Leid und keine Tränen mehr geben wird!

Der verteidigende Hinweis, Maria wolle uns durch solche „Tränenwunder“ auf die schlimmen Zustände in Kirche und Welt hinweisen, vermag nicht zu überzeugen. Immerhin stellt sich die Frage, warum das merkwürdige Phänomen erst seit dem 20. Jahrhundert bekannt ist: Waren die früheren Zeiten etwa nicht „zum Heulen“? Zudem: Warum gab es derartige Vorkommnisse gerade während des 1. und 2. Weltkriegs so selten? 

Nur ein schwacher Glaube (zumal wenn er mit Aberglauben durchsetzt ist) lechzt nach „Zeichen und Wundern“, zudem in möglichst sinnenfälliger und aufsehenerregender Form.

Ein starker Glaube hingegen stützt sich auf die Selbstoffenbarung Gottes, wie sie uns in der Heiligen Schrift und in der kirchlichen Überlieferung bezeugt wird.

Bibel und Dogma sind die Stützpfeiler unseres Christseins, ergänzt durch die Sakramente der Kirche. Auf diese „Steine“ können wir bauen!