Papst besuchte Auschwitz-Überlebende Bruck

Die ungarische Schriftstellerin Edith Bruck hatte kürzlich ihre Erinnerungen in einem Interview mit der Vatikanzeitung L’Osservatore Romano geteilt. Papst Franziskus wollte die jüdische Holocaust-Überlebende gerne kennenlernen – und machte sich am heutigen Samstag auf den Weg zu ihrer römischen Wohnung.

Dort dankte er ihr für ihr Zeugnis. Nur einer war mit dabei: Andrea Monda, Direktor der Vatikanzeitung, der das berührende Interview am 26. Januar aus Anlass des Holocaust-Gedenktages veröffentlichen ließ.

So beschreibt sie ihr karges Leben im Ghetto, in das sie gemeinsam mit ihrer gesamten Familie aus ihrem kleinen ungarischen Heimatdorf verfrachtet wurde, doch sie versäumt es nicht, auch auf positive Seiten hinzuweisen, z.B. dass ein nichtjüdischer Freund der Familie dem Vater einen Wagen voller Lebensmittel schenkte, den dieser dann an andere Notleidende weiter verteilte.

Auch ins KZ Dachau geriet Edith auf ihrer Odyssee. Dort musste sie Schützengräben ausheben. Dabei geschah es, dass ein deutscher Soldat ihr seinen Essens-Napf zum Auswaschen zuwarf, „aber auf dem Boden hatte er ein wenig Marmelade für mich übrig gelassen“.

Ein weiteres Aufscheinen von Menschlichkeit widerfuhr ihr in der Küche eines Schlosses in der Nähe des Lagers Dachau, wo sie und ihre Schwester Dienst leisten mussten – oder durften, denn hier konnten sie wenigstens hin und wieder einen heimlichen Bissen in den Mund stecken. Der Koch fragte sie eines Tages nach ihrem Namen und überreichte ihr dann einen Kamm mit den Worten „Ich habe eine Tochter in deinem Alter“, mit dem sie die nach dem Scheren wieder nachwachsenden Haare kämmen konnte.

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-02/papst-franziksus-besuch-auschwitz-ueberlebende-rom.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Mega-Familientreffen an der Klagemauer

​Die Holocaust‐Überlebende Shoshana Ovitz feierte ihren 104. Geburtstag mit ihren rund 400 Nachkommen an der Kotel („Mauer“), gemeint ist damit die Westmauer bzw. Klagemauer in Jerusalem.

Nach dem Ende der NS-Diktatur zog sie nach Israel und bekam 4 Kinder.

Zu ihrem 104. Geburtstag wünschte sie sich, dass ihre rund 400 Kinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel mit ihr zur Klagemauer nach Jerusalem gehen. Fast alle kamen, um ihren Geburtstag mit ihr zu feiern.

Das riesige Familientreffen sei sehr schwer zu organisieren gewesen, weil viele der Nachfahren im Ausland lebten, schrieb die israelische Nachrichtenseite Walla. Die Zusammenkunft habe vor allem den Triumph der Überlebenden über die Nazis symbolisiert.

Shoshana Ovitz überlebte das Vernichtungslager Auschwitz. KZ‐Arzt Josef Mengele schickte ihre Mutter bei einer Selektion vor ihren Augen in den Tod.

Nach dem Krieg fand Ovitz auf der Suche nach Verwandten ihren Cousin. Er verlor seine erste Frau und vier Kinder im Holocaust. Beide heirateten in einem Flüchtlingslager in Österreich und bekamen ihr erstes gemeinsames Kind. Später emigrierte das Paar nach Israel und lebte mit ihren vier Kindern in der Küstenstadt Haifa.

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft


Deutschland, Israel und der heutige Holocaust-Gedenktag

Der israelische Botschafter und sein Gesandter nehmen Stellung

In einem Interview mit der Berliner Morgenpost spricht der spricht Botschafter Yakov Hadas-Handelsman (siehe Foto) anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags am heutigen Montag über das unterschiedliche Erinnern in verschiedenen Ländern und das Leben in Berlin.Sie finden das Interview HIER: http://bit.ly/Botschafterinterview27Januar

Ebenfalls anlässlich des 27. Januars geht der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Emmanuel Nahshon, in seinem sehr persönlichen Beitrag unter der Überschrift „Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“ der Frage nach, wie er als israelischer Diplomat die Versuche, in Deutschland der Schoah zu gedenken, erlebt  –  und was dieses Gedenken für die gemeinsame Zukunft bedeuten kann.

Den Gastbeitrag von Emmanuel Nahshon finden Sie hier: http://bit.ly/GastbeitragNahshon

Eine israelische Delegation aus Politikern, Schoah-Überlebenden und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens reist heute in die Gedenkstätte in Auschwitz, um dort  –  69 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee  –  auf dem Lagergelände an einer Gedenkfeier für die ermordeten Juden Europas teilzunehmen.

Allein 56 Knesset-Abgeordnete und damit fast die Hälfte des Parlamentes gehören der Gruppe an. Es ist die größte Delegation dieser Art seit der Gründung des israelischen Parlamentes im Jahr 1949.

Parlamentarier u.a. aus Deutschland, Frankreich, Polen, Russland, Griechenland, Ungarn, Italien und Spanien werden sich der Gedenkveranstaltung anschließen.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin