Israel: Spätantike Kirche ausgegraben

Eine 1.300 Jahre alte Kirche mit reich verzierten Mosaikböden (siehe Foto) wurde kürzlich bei einer Ausgrabung der Israelischen Altertumsbehörde in Zusammenarbeit mit dem Kinneret Academic College und Freiwilligen vor Ort in Kfar Kama in der Nähe von Berg Tabor entdeckt.

Mosaikboden der antiken Kirche

Der katholische Erzbischof Dr. Youssef Matta, Leiter der griechisch-katholischen Kirche in Israel, besuchte die Stätte persönlich und ließ sich von den antiken Überresten inspirieren.

Eine weitere Reihe von Räumen wurde teilweise neben der Kirche freigelegt. Es gibt zusätzliche Räume auf dem Gelände, die noch ausgegraben werden müssen. Laut den Forschern „ist es durchaus möglich, dass dieser große Komplex ein Kloster war.“

Prof. Moti Aviam meint, dies „war wahrscheinlich die Dorfkirche, während die jetzt entdeckte Kirche wahrscheinlich Teil eines zeitgenössischen Klosters am Rande des Dorfes war.“

Die Entdeckung der Kirche in Kfar Kama wird zu dem umfangreichen Forschungsprojekt über die christliche Besiedlung in Galiläa beitragen, das von Prof. Moti Aviam und Dr. Jacob Ashkenazi vom Kinneret Institute of Galilean Archaeology am Kinneret Academic College geleitet wird.

Die neue Entdeckung weist auf die offensichtliche Bedeutung des christlichen Dorfes hin, das in der byzantinischen Zeit in der Nähe des Berges Tabor angesiedelt war, einem Ort von primärer religiöser Bedeutung für das Christentum, der als Ort der Verklärung Jesu verehrt wurde.

In den frühen 1960er Jahren wurde im Dorf Kfar Kama eine kleinere Kirche mit zwei Kapellen ausgegraben, die auf die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert wurde.

Nurit Feig: „Die 12 × 36 m große Kirche umfasst einen großen Innenhof, ein Narthex-Foyer und eine zentrale Halle. Besonders für diese Kirche ist die Existenz von drei Apsiden (Gebetsnischen), während die meisten Kirchen durch eine einzige Apsis gekennzeichnet waren.

Das Kirchenschiff und die Gänge waren mit Mosaiken gepflastert, die teilweise überlebten. Ihre farbenfrohe Dekoration zeichnet sich durch geometrische Muster sowie blaue, schwarze und rote Blumenmuster aus. Eine besondere Entdeckung war das kleine Reliquiar, eine Steinkiste, in der heilige Relikte aufbewahrt wurden.“

Text: Israelische Botschaft – Foto: Alex Wiegmann / Israelische Altertumsbehörde


Jerusalem: Einzigartiges Untergrundsystem neben der Klagemauer entdeckt

Am Dienstag (19.5.) haben die Israelische Altertumsbehörde (IAA) und die Western Wall Heritage Foundation neue und beeindruckende archäologische Funde unter der Empfangshalle der Tunnel der Klagemauer entdeckt. Das ist das erste Mal, dass solch ein System in der Nähe der Klagemauer gefunden wurde.

Archäologen stehen vor neuen Fragen, die diese mysteriöse Entdeckung mit sich bringt: Warum haben Menschen vor 2000 Jahren solche enormen Bemühungen und Ressourcen in den Bau dieses beeindruckenden Untergrundsystems investiert, während ihr Leben in ihren Häusern über dem Erdboden stattfand? 

Das System wurde während Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde (IAA) im “Beit Straus” Komplex unter der Eingangshalle der Tunnel der Klagemauer entdeckt. Die Ausgrabungsstätte wurde vor etwa einem Jahr als Teil einer neuen Tour erneuert. Forscher nehmen an, dass der Komplex von Bewohnern Jerusalems während der Frühen Römischen Periode vor der Zerstörung Jerusalems und des Zweiten Tempels genutzt wurde.

Das System ist unter dem Mosaikboden eines rund 1400 Jahre alten byzantinischen Bauwerks entdeckt worden. Es besteht aus einem offenen Hof und zwei unterirdischen Räumen, die direkt in den Felsen gehauen und mit Treppen miteinander verbunden wurden.

Dr. Barak Monnickendam-Givon und Tehila Sadiel, Ausgrabungsleiter der IAA, sagten:

“Das ist ein einzigartiger Fund. Das ist das erste Mal, dass ein unterirdisches System gefunden wurde, dass an die Klagemauer grenzt. Man muss verstehen, dass es vor 2000 Jahren in Jerusalem üblich war, wie auch heute, aus Stein zu bauen.

Die Frage ist, warum solche Bemühungen und Ressourcen investiert wurden, Untergrundräume in den harten Felsen zu hauen?

Das Reichtum an Funden dieser Ausgrabung beleuchtet das tägliche Leben der Bewohner der alten Stadt. Unter anderem fanden wir Kochgefäße, Öllampen sowie Krüge zum Aufbewahren von Weizen, Gerste oder Olivenöl und Fragmente von Qalal – einem großen Steinbassin, welches benutzt wurde, um Wasser zu halten, was in Verbindung mit jüdischen Praktiken ritueller Reinheit steht.”

Quelle: Israelische Botschaft –  Foto:  Shai Halevi / Israelische Altertumsbehörde