US-Bundesstaat koppelt Abtreibungsverbot an den Herzschlag des Kindes

Der amerikanische Bundesstaat Iowa hat ein neues Abtreibungsgesetz verabschiedet. Ende der Woche unterzeichnete die republikanische Gouverneurin Kim Reynolds ein Gesetz, das Abtreibungen verbietet, sobald der Herzschlag des ungeborenen Kindes zu hören ist.

Ausnahmen sieht das Gesetz in Fällen von Inzest oder Vergewaltigungen vor und wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden würde.

Medizinisch nachweisen lässt sich der Herzschlag ungeborener Kinder ab der 6. Schwangerschaftswoche.

Das Gesetz soll am 1. Juli in Kraft treten. Wie das Online-Portal der „Tagesschau“ berichtet, rechne Reynolds mit Klagen gegen das Gesetz, die womöglich den Obersten Gerichtshof zwingen würden, sich erneut mit der Thematik zu befassen.

Quelle: ALfA-Newsletter


Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin über Einwanderung und ihre Grenzen

Das Problem der Einwanderung ist nicht neu. Der hl. Thomas von Aquin hat sich im 13. Jahrhundert schon mit diesem Thema in seiner berühmten „Summa theologiae“ befasst (s. I-II, Q. 105, art. 3). 

Aufbauen auf den Aussagen der Heiligen Schrift bezüglich des jüdischen Volkes setzte der bedeutende Kirchenlehrer sehr deutlich die Grenzen der Gastfreundschaft für Fremde fest. Vielleicht können auch wir einige Lehren daraus entnehmen.

Thomas von Aquin schreibt, dass nicht alle Zuwanderer gleich sind, somit die Beziehungen zu ihnen ebenfalls nicht gleichartig sind: einige sind friedlich, andere kriegerisch.

Jedes Land hat das Recht, zu entscheiden, welche Art der Zuwanderung als friedlich angesehen werden kann und zum Allgemeinwohl beiträgt  –  und welche Art feindlich und also dem Allgemeinwohl schädlich wird.

Ein Staat darf wegen der rechtmäßigen eigenen Sicherheit  jenen die Einwanderung verweigern, die er als nachteiligt für das Wohl der Nation erachtet.

Ein zweiter Punkt bezieht sich auf die Gesetze Gottes und der Menschen: ein Staat hat das Recht, seine gerechten Gesetze durchzusetzen.

Thomas von Aquin analysiert anschließend die „friedliche“ Zuwanderung wie folgt:

„Dreifache Gelegenheit bot sich den Juden, mit Fremden friedlich zu verkehren: 1. Wenn Fremde durch ihr Land reisten.  –  2. Wenn Fremde in ihr Land kamen, um da zu bleiben, wie die advenae, die Ankömmlinge; und mit Rücksicht auf beide gab das Gesetz Vorschriften der Barmherzigkeit – wie angeführt in Exodus (22,20): „Einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken und nicht bedrängen“  – und: „Auch einen Fremdling darfst du nicht bedrücken“ (23,9).

Hier erkennt der hl. Thomas, dass es Fremdlinge geben kann, die ein anderes Land auf wohlwollende Weise besuchen oder sich nur für eine gewisse Zeit dort aufhalten wollen. Diese Fremden sollen mit Barmherzigkeit, Respekt und Höflichkeit behandelt werden, als eine Pflicht, die sich allen Menschen guten Willens auferlegt. In diesen Fällen muss das Gesetz diese Fremdlinge gegen jede Misshandlung schützen.

Der Kirchenlehrer schreibt sodann:

„3. Wenn Fremde zum Ritus und zum gänzlichen Staatsleben mit dem erwählten Volke zugelassen werden wollten, wurde eine gewisse Ordnung beobachtet. Denn das Bürgerrecht wurde ihnen nicht sogleich verliehen; wie ja auch in 3 Polit. I. (Aristoteles) berichtet wird, dass bei einigen Völkern die Vorschrift bestand, erst wenn von  jemandem der Großvater und Urgroßvater dort wohnte, solle er das Bürgerrecht genießen können.“

Der hl. Thomas erwähnt hier diejenigen, die sich dauerhaft im Land niederlassen wollen. Hier setzt er zwei Bedingungen für deren Aufnahme: 1. der Wille der Fremdlinge, sich vollkommen in Leben und Kultur des Gastlandes zu integrieren. 2. Die Aufnahme solle nicht sofort geschehen. Die Integration sei ein Prozess, der Zeit braucht. Die Menschen müssen sich der neuen Kultur anpassen. Thomas zitiert Aristoteles, der sagt, dass ein solcher Prozess zwei oder drei Generationen dauern kann. Thomas aber bestimmt keine Zeit, sondern sagt nur, dass der Prozess sehr lange dauern kann.

Thomas von Aquin schreibt weiter: „Denn aus einem allzu raschen Zulassen von Fremden in den Staatsverband können viele Gefahren entstehen, da die so Aufgenommenen alles mitzuberaten hätten, was das Volk angeht, und doch noch nicht die Liebe zum Allgemeinwohl richtig festgewurzelt in sich trügen, so dass sie m anches gegen das Volkswohl versuchen könnten.“

Diese auf dem gesunden Menschenverstand basierende Darlegung klingt derzeit politisch inkorrekt, sie ist jedoch vollkommen logisch.

Es braucht seine Zeit, um die Gewohnheiten und die Mentalität des anderen Landes kennen zu lernen und folglich auch seine Probleme zu verstehen. Nur die, die schon eine längere Zeit dort wohnen, die an der Kultur teilhaben und in engem Kontakt mit der Geschichte des Landes stehen, sind in der Lage, Entscheidungen auf lange Sicht im Sinne des Allgemeinwohls zu treffen.

BILD: Bibelspruch an der Wand der Synagoge von Münster

Es ist schädlich und ungerecht, die Zukunft eines Landes in die Hände von Menschen zu legen, die sich erst gerade niedergelassen haben. Selbst wenn sie an diesem Umstand unschuldig sind, so sind sie in der Regel nicht imstande, vergangene und künftige Ereignisse ihrer neuen Heimat zu verstehen.

Um diesen Punkt zu illustrieren, weist der hl. Thomas darauf hin, dass auch im Alten Bund nicht alle Menschen gleich behandelt wurden. Die Juden betrachteten ihre Nachbarvölker als anpassungsfähiger. Die Angehörigen von entfernten oder gegnerischen Völkern konnten aufgrund ihrer mutmaßlichen Feindseligkeit in Israel nicht aufgenommen werden.

Der hl. Thomas von Aquin schreibt:

Deshalb beobachtete das Gesetz nach dieser Seite hin eine gewisse Stufenfolge: Die Ägypter, bei denen die Israeliten (zu Moses Zeiten) geboren und aufgewachsen waren, und die Idumäer, die Söhne Esaus, des Bruders Jakobs, also die Angehörigen jener Völker, die mit dem Volke Gottes bereits durch eine gewisse Verwandtschaft verbunden waren, konnten im dritten Geschlechte in den Volksverband aufgenommen werden.

Jene aber, die sich offen feindselig gegen die Juden gezeigt hatten, wie die Ammoniter und Moabiter, durften kein Bürgerrecht erhalten. Die Amalekiten endlich, die in noch höherem Grad ihre Gegner gewesen und mit ihnen durch keinerlei Verwandtschaft verbunden waren, sollten für beständig als Feinde erachtet werden.“

Diese Regeln waren jedoch nicht völlig strikt, denn sie ließen Ausnahmen zu, wie Thomas erwähnt:

„Es konnte jedoch von diesem allgemeinen Verbot befreit werden, wenn jemand sich in heldenhafter Weise bewährt hatte. So wurde „Achos, der Führer der Söhne Ammons, dem Volk Israel hinzugefügt und alle Nachkommenschaft seines Geschlechts“, wie es im Buch Judith 14 berichtet wird; und Ruth ebenso, die Moabiterin, „denn sie war eine Frau von großer Tugend.“

In konkreten Fällen sind also Ausnahmen durchaus möglich; sie dürfen aber nicht willkürlich bestimmt, sondern im Sinne des Allgemeinwohls der Bürger festgelegt werden. General Achos beispielweise, der sich unter Gefahr seines eigenen Lebens bei Holofernes für die Juden eingesetzt hatte, erhielt einen dauerhaften Dank trotz seiner ammonitischen Abstammung.

Quelle und Forsetzung des Artikels hier: http://herz-jesu-bulletin.blogspot.de/2018/01/einwanderung-akzeptieren-oder.html


Nach dem DBK-Papier fordern Progressisten weitere „Reformen“ in der Kirche

Mathias von Gersdorffgersdorff

Eines muss man dem Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen; sie streben stets nach maximalen Zielen. 

So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit dem Titel: „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘. Laut diesem Papier sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.

Dass dies dem Progressismus nicht reichen würde, war von vornherein klar. Die Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DBK-Schreibens die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gewährt werden müssten.

Aber das ist noch längst nicht alles in der „reformkatholischen“ Agenda:

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, das Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und der Zölibat abgeschafft werden.

Es sei nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS.

Das klingt zwar überheblich und anmaßend, doch so haben deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert: Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetportal von Bischofskonferenz) und Organisationen wie das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt.

Kann man sich dann wundern, dass auch viele Leute im Kirchenvolk  –  oder eben die FAZ  –  nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen?

Jene deutschen Bischöfe, denen die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland noch am Herzen liegt, müssen jetzt handeln und zwar energisch.

Die Geschichte zeigt ganz klar: Wenn man hinsichtlich der Lehre kleine Zugeständnisse gewährt, kommt man nicht umhin, immer mehr und größere zu machen. Irgendwann ist vom katholischen Glauben nichts mehr übrig und es hat sich eine andere Denomination gebildet. Historische Beispiele gibt es genügend, gerade in Deutschland.

Es ist dringend nötig, dass in dieser Krisensituation glaubenstreue Bischöfe ihre Stimme gegen die rasante Zerstörung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens erheben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; er veröffentlicht seine aktuellen Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/