Biblische Kunstwerke im Grenzgebiet: Marc trifft Mark in Markt Eisenstein

Von Susanne Habel

„Marc trifft Mark“ könnte man die aktuelle Doppelausstellung in den „Kuns(t)räumen“ in Markt Eisenstein betiteln.

Mit Marc Chagall und Mark Angus ist Weltkunst zu Gast in dem direkt an der deutsch-tschechischen Grenze gelegenen Ausstellungshaus, das sich derzeit biblischer Kunst widmet.  4 Mark Angus Jakob ringt mit dem Engel2

Marc Chagall (1887–1985) zählt zu den weltweit bekanntesten und beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Immer wieder beschäftigte er sich in seinem Werk mit der Bibel und mit biblischen Themen. Bis heute berührt er mit diesen Arbeiten die Menschen.

BILD: Gemälde von Mark Angus: Der Patriarch Jakob ringt mit dem Engel

Die Galerie „Kuns(t)räume“ zeigt seine 1956 und 1960 als Farblithographien entstandenen Illustrationen zur Bibel, die zu seinen populärsten Werken zählen. Inspiriert durch seinen jüdischen Glauben und angeregt von der Mythen seiner weißrussischen Heimat schuf sich Chagall in Frankreich einen eigenen Zugang zur biblischen Bildwelt.

Die strahlenden Farben und schwerelos schwebende Figuren und Formen schaffen eine faszinierende Optik, die die emotionale Tiefe der biblischen Erzählungen betont. Auch einige von Chagalls Darstellungen aus der griechischen Mythologie werden gezeigt.2 Chagall - David u Betsabe_kl

Passend zu seinen Bibel-Motiven gibt es einen Ausblick auf eine der kommenden Ausstellungen, die sich dem Thema der Bibel in der Kunst widmen wird, setzten sich doch zahlreiche bedeutende Künstler mit der Heiligen Schrift auseinander.

BILD: Gemälde von M. Chagall: König David und Bethsabe (Batseba)

Einen Vorgeschmack auf diese Sonderschau geben Original-Werke von Albrecht Dürer und Rembrandt.

Harmonisch ergänzt wird die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten des 1949 in Südengland geborenen Mark Angus, der sich ebenfalls oft biblischen Themen widmet. Der Künstler beschäftigt sich mit Vorliebe mit der Ausgestaltung von Kirchenräumen mit farbigen Fenstern.

Gleichermaßen beeindruckend sind seine hinterleuchteten Glasbilder und seine Malerei auf Papier, die er in den „Kuns(t)räumen“ unter dem Titel „Der Sprung“ zeigt.

Ausstellung bis 12. April: „Marc Chagall – Die Bibel und andere Illustrationen“ in „Kuns(t)räume grenzenlos“, Bahnhofstraße 52 in 94252 Bayerisch Eisenstein. Telefon 09925/18297-52.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10.30 – 17.30 Uhr. Führungen durch die Ausstellung jeden Samstag und Sonntag um 14.15 Uhr.

Text: Susanne Habel (Redakteurin aus München) / Fotos: Sven Bauer

 


München: Ausstellung über deutsch-tschechische Familienalben am 10.12.2014

Ausstellungs-Eröffnung DEUTSCH-TSCHECHISCHES FAMILIENALBUM am Mittwoch, 10. Dezember 2014, 18 Uhr im Sudetendeutschen Haus in München. 14_SL_Roll-up_Bundesverband

Zur Eröffnung sprechen Dr. Zuzana Finger (Heimatpflegerin der Sudetendeutschen)

  • Dr. Ondřej Černý (Direktor Tschechisches Zentrum München
  • Bernd Posselt (Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe)
  • Dr. Dieter Klein (Autor der Ausstellung)

Dr. Dieter Klein erläutert seine Ausstellung :

„…die Absicht der Ausstellung, …Vorurteile abzubauen, die auch heute noch auf deutscher wie auf tschechischer Seite geradezu inbrünstig gepflegt werden.

Die Idee zu dieser Ausstellung kam beim Durchblättern unseres eigenen, alten Familienalbums. Da waren sudetendeutsche, ungarische und tschechische Vorfahren friedlich nebeneinander eingeordnet; Bildunterschriften fehlen meist, weil schon die Großeltern nicht mehr alle Namen der Abgebildeten gekannt hatte. Ähnliche Funde lassen sich europaweit bei vielen Familien machen, die aus Pietät solche Fotoalben aufgehoben haben. FotoProfSchieser

Sie zeigen nicht nur die optische Ähnlichkeit und die ähnlichen Lebensgewohnheiten in Mitteleuropa; auch das vergleichbare Prestige-Gehabe lässt keine wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Völkern beispielsweise in der Donaumonarchie erkennen.

Im Haus der Deutsch-Tschechischen Verständigung wurde 2012 diese kleine Fotoausstellung in Gablonz vorhandener bzw. aus Gablonz stammender Familienalben eröffnet, die danach im Wiener Haus der Heimat und im Stadtmuseum Komotau in größeren Rahmen gezeigt werden konnte.

Im Raum Gablonz sind heute mehr tschechische als sudetendeutsche Familienalben erhalten, weil 1945 bei der Vertreibung der Sudetendeutschen zeitweise sogar die Mitnahme von Fotos jeglicher Art streng verboten war. Gablonzer Familienbilder finden sich aber bei den Erben aus den „gemischten“ Ehen: sie sind mit Antifaschistentransporten oder auf anderen Wegen zu Verwandten in anderen Städten gelangt und blieben so der Nachwelt erhalten…“

Eine kleine Vorschau dazu hier: http://projekte.isar-media.eu/dt-cz-familienalbum/index.html

Kontakt-Daten:

  • Sudetendeutsche Landsmannschaft e.V.
  • Hochstraße 8 in 81669 München, Tel.: 089 / 48 00 03 54
  • www.sudeten.de

Foto: Prof. Dr. Hans Schieser


Regensburg: Ausstellung “Formen in Bewegung” zeigt Werke von Leo Grewenig

„Formen in Bewegung“: Bis 28. November zeigt die aktuelle Ausstellung im Museum Obermünster einen Ausschnitt aus dem Gesamtschaffen des Malers Leo Grewenig (1898-1991).

Grewenig ist zu Unrecht über Jahrzehnte nur wenig vom Kunstbetrieb aufgenommen worden. Man begegnet einem Œuvre, das seine Wurzeln im Bauhaus in Weimar hat, wo er von Moholy-Nagy, Albers, Kandinsky und Klee unterrichtet wurde.

Die Zeit seiner größten künstlerischen Entfaltung setzte erst in den späten fünfziger Jahren ein. Es entstand ein weitgehend abstraktes Werk, das die Anfänge am Bauhaus ebenso reflektiert wie spätere Strömungen der europäischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Charakteristisch für das Werk Leo Grewenigs sind konsequent aus formalen Überlegungen entwickelte, kleinteilige Kompositionen, die sich einer größeren Umrissfigur unterordnen.

Die Farben sind überwiegend gedämpft und mit ornamentalen Strukturen belebt und entfalten eine märchenhafte Wirkung.

Die Schau mit einer Begleitausstellung mit phantasiereichen Arbeiten von Schülerinnen und Ehemaligen des St. Marien-Gymnasiums zum Thema ist geöffnet täglich (außer Montag) von 12 bis 17 Uhr. Weitere Infos: www.bistumsmuseen-regensburg.de

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/leo-grewenig-formen-in-bewegung-ausstellung-im-museum-obermuenster-am-freitag-symposium-prolog-architektur-material-und-medien-3389/


Ausstellung in Rheine: “Das Erbe der Morrien” (Westfälischer Adel in der Barockepoche)

Einblick in Alltag und Festkultur einer Adelsfamilie

Einen spannenden Einblick in das Leben einer westfälischen Adelsfamilie im späten Mittelalter gibt die aktuelle Ausstellung im Falkenhofmuseum in Rheine, einer mittelgroßen Stadt im nördlichen Münsterland, unter dem Titel „Das Erbe der Morrien”- images
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Der Falkenhof, ein bedeutendes Bau- und Bodendenkmal der westfälischen Region, wird bereits im frühen Mittelalter (838 n. Chr.) urkundlich erwähnt.
 .
Damals verschenkte Kaiser Ludwig der Fromme die fränkische Hofanlage an die Reichsabtei Herford. Für beinahe ein Jahrtausend bleibt der Falkenhof im Besitz des Benediktinerklosters und wird von der Abtei als Lehen an Adelige verpachtet.

Zum ersten Mal gibt es jetzt im Falkenhof-Museum Rheine eine Ausstellung über die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner.

Seit Herbst 2013 wird das Leben der westfälischen Adelsfamilie von Morrien, die den Falkenhof von 1521 bis 1799 bewohnte, durch zahlreiche Veranstaltungen in den Blickpunkt gerückt.

Spektakuläre Ausgrabungen und Forschungsergebnisse

Die von Morriens haben der Nachwelt nicht nur den dreiflügeligen Adelssitz am Rande der Innenstadt von Rheine hinterlassen. Zeugnisse ihres Lebens auf dem Falkenhof wurden vor zehn Jahren unter der Erde entdeckt und bei einer spektakulären archäologischen AusgraMorrien_59d469c957bung geborgen.

Die schönsten restaurierten Objekte und die Forschungsergebnisse zur Ausgrabung werden nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Lebenszeugnisse einer längst vergangenen Welt sind am historischen Originalschauplatz zu sehen, dort wo sie vor Jahrhunderten benutzt wurden.

Sie ermöglichen einen einzigartigen Einblick in den Alltag und die Festkultur des westfälischen Adels im Barock.

Zur Ausstellung erschienen ist auch der 1. Band aus einer geplanten Reihe wissenschaftlicher Bestandskataloge zu den archäologischen Funden des Falkenhofs. Der Band bietet umfangreiche Aufsätze und einen ausführlichen Katalogteil zu den Glasfunden aus dem unterirdischen Kanalsystem auf 370 Seiten.

Die Ausstellung ist bis 2. November 2014 zu sehen.

Veranstalter: Falkenhof-Museum, Tiefe Str. 22 in 48431 Rheine
Tel.: 05971-920611, Fax: 05971-92 06 14, Mail: laurence.changeat@rheine.de

Eintrittspreis:  5 € regulär


Kunst-Ausstellung “Faszination Weltraum” ab 3. Oktober 2014 in Bonn

Seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche  der forschenden Neugier. Wie ist das Universum entstanden? Woher kommen wir? Gibt es intelligente Zivilisationen auf anderen Planeten? Der Astronaut Ed White bei dem ersten Weltraumspaziergang eines Amerikaners, während der Gemini 4 Mission am 3. Juni, 1965.  Foto: NASA

Diese Fragen beschäftigen Philosophen und Naturwissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Künstler, Spinner und Visionäre gleichermaßen.

Stets hat ein intensiver Austausch zwischen Kultur und Wissenschaft stattgefunden, naturwissenschaftliche und technologische Erkenntnisse sind in künstlerische Produktionen eingeflossen  –  und umgekehrt haben visionäre Ideen und Entwürfe den Wissenschaften wichtige Impulse gegeben. 

In der Tradition der großen interdisziplinären Ausstellungen untersucht die umfangreiche Schau diese Schnittstellen in 12 assoziativ gestalteten Kapiteln und schlägt einen Bogen von Objekten aus der Raumfahrt, wissenschaftlichen Exponaten und Science-Fiction bis hin zu Positionen der Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart.

Eine Schau der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zur Ausstellung OUTER SPACE. FASZINATION WELTRAUM

Quelle: http://www.bundeskunsthalle.de/ausstellungen/outer-space.html


München: Werke der Künstlerin Rimma Arslanov in der Galerie Campoi ausgestellt

Die Galerie Campoi in München zeigt vom 10. Oktober bis 27. November 2014 einige Arbeiten der israelischen Künstlerin Rimma Arslanov. (Foto (c) Rimma Arslanov)

Rimma Arslanov wurde in Tadschikistan geboren und ist in Usbekistan aufgewachsen. Im Jahr 2000 emigrierte sie nach Israel.

Die Kultur, die sie in Usbekistan kennenlernte, zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination aus orientalischen und muslimischen Elementen aus; es werden zudem auch sowjetische Einflüsse deutlich.

Die Auswanderung nach Israel förderte einen weiteren prägenden Einfluß, als die westliche Kultur durch das israelische Leben für sie sichtbar und erfahrbar wurde.

Campoi Gallery
Viktoriastraße 9  in 80803 München
Tel.: 089 / 127115-99

Quelle: Israelische Botschaft


München: Eindrucksvolle Ausstellung mit Werken der Autorin Herma Kennel

Von Susanne Habel

Im Sudetendeutschen Haus in München wird bis Ende Oktober 2014 die Ausstellung „Gemalte Idyllen – beschriebene Katastrophen“ mit Gemälden und Illustrationen der Schriftstellerin Herma Kennel (siehe Foto) gezeigt. Herma_Kennel_SH_kll

Die Autorin hatte sich mit dem Werk „BergersDorf“ über die Geschichte des gleichnamigen Ortes in Mähren einen Namen gemacht und sogar kriminalistische Ermittlungen in Gang gesetzt.

Die 1944 bei Pirmasens in Rheinland-Pfalz geborene Schriftstellerin Herma Kennel stellte in ihrem Buch „BergersDorf“ (Prag 2003) die Geschichte des gleichnamigen mährischen Dorfes in der Iglauer Sprachinsel dar, das heute in der Tschechischen Republik liegt.

Sie rekonstruierte dafür exakt die Geschehnisse in der betreffenden Region an der Grenze von Böhmen und Mähren  –  und das für den großen Zeitraum von 1939 bis 1945  –  und schrieb ein packendes Buch. Kennel-Gouda_SH_kll

Es schilderte auch, wie in Bergersdorf/Kamenná bei Dobrenz/Dobronín nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 viele Deutsche umgebracht wurden.

Mindestens 15 Deutsche wurden von Tschechen massakriert und auf der nahe gelegenen „Budinka-Wiese“ verscharrt wurden. Kennel trat mit ihrem Buch die Untersuchung und polizeiliche Ermittlung dieser Verbrechen los.

2010 wurden die Gebeine von zwölf der Toten von der „Budinka-Wiese“ exhumiert und 2012 in Iglau/Jihlava beigesetzt, alles eine Folge der mutigen Publikation von Herma Kennel, die auch auf Tschechisch erschien.

Herma Kennel freute sich bei der Ausstellungseröffnung, dass sie nun auch ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentieren könne, die im Sudetendeutschen Haus einen ansprechenden Rahmen fänden. Kennel_Bilder

Die Veranstalterin, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen Zuzana Finger, erklärte dazu: „Die neue Ausstellung zeigt nicht die von Herma Kennel beschriebenen historischen Katastrophen, sondern ihre idyllischen Kunstwerke.“

Kennels naive Gemälde sind von ihrem Aufenthalt in Rumänien in den Achtzigern geprägt und ihre Kinderbuchillustrationen führen in eine lustige Tier- und Bärenwelt: Zauberhafte Idyllen einer kritischen Ermittlerin

Ausstellungsdauer bis Dienstag, 28.Oktober 2014: „Gemalte Idyllen – beschriebene Katastrophen. Gemälde von Herma Kennel“ im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8 in 81669 München.  –  Von Montag bis Freitag: 9  –  18.30 Uhr.

Text und Fotos: Susanne Habel

 


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