Amnesty beteiligt sich an Klima-Gretas Ruhm

Von Felizitas Küble

„Amnesty International“ (AI) – ein linksorientierter Menschenrechtsverband –  hat die schwedische Klima-Ikone Greta Thunberg mit dem Preis „Botschafterin des Gewissens“ geehrt.

Diese Auszeichnung paßt zu einer Organisation, die sich ohnehin seit Jahrzehnten zeitgeistgemäß verhält.

Schon in den 80er Jahren kümmerte sich AI allenfalls beiläufig um die Opfer in den kommunistischen Diktaturen (einschließlich des SED-Systems), dafür umso stärker um Menschenrechtsverletzungen in Chile oder der „Apartheid“ in Südafrika (damals noch „weiß“ regiert) usw.

BILD: Auch die Grünen an vorderster Front beim grenzenlosen „Klimaschutz“

In den 90er Jahren machte sich AI sogar für ein „Recht auf Abtreibung“ stark, als gehöre ausgerechnet die Tötung wehrloser  Kinder im Mutterleib zu den „Menschenrechten“.

Dazu paßte ein typisch linker Antizionismus mit Polemik und diversen Aktionen gegen Israel, den jüdischen Staat, so daß dieser sich sogar amtlich gegen Amnesty positionierte: https://charismatismus.wordpress.com/2014/11/07/israel-wirft-linkslastiger-amnesty-international-extreme-einseitigkeit-vor/

Natürlich erklärte Greta bei der Preisverleihung, die Auszeichnung gelte letztlich „all den furchtlosen Jugendlichen, die für ihre Zukunft kämpfen“.

Wie mutig, riskant und tapfer ist es ja auch, am Freitag die Schule zu schwänzen und sich stattdessen  – von Medien, Merkel und Politik gefeiert  –  auf eine Art „Kinderkreuzzug füs Klima“ zu begeben

Inzwischen beginnen einige staatliche Stellen endlich, ihre Vernunft einzuschalten, das hat auch lang genug gedauert.

Am nächsten Freitag wollen die selbsternannten Klimaschützer „Fridays for Future“ rund 450 Protestkundgebungen in zahlreichen Städten durchführen.

Die Berliner Behörden verweigerten allen Schülern die Erlaubnis, an den Demonstrationen teilzunehmen. Es ist auch nicht einzusehen, warum die Schulpflicht plötzlich am Freitag außer Kraft gesetzt werden soll, nur weil ein ideologischer Kinderkreuzzug ruft.

 


Frankfurt: Ehem. Dschihadisten-Geisel erhält den Stephanuspreis am 15. September

Islamisten haben am Karfreitag einen indischen Priester im Bürgerkriegsland Jemen gekreuzigt“, berichteten irrtümlich viele Medien weltweit Ende März 2016.

Glücklicherweise hat der entführte Pater des Salesianerordens, Tom Uzhunnalil, 18 Monate Geiselhaft überlebt und wurde am 12. September 2017 freigelassen. Ziemlich genau zwei Jahre nach seiner überraschenden Freilassung kommt der 59-jährige Priester am 13. September nach Deutschland.

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen in Frankfurt ehrt ihn mit ihrem diesjährigen Stephanuspreis.

Die dschihadistischen Täter ermordeten bei dem Überfall auf ein Altenpflegeheim am 4. März 2016 in der südjemenitischen Stadt Aden 16 Menschen, darunter vier Schwestern des Mutter-Teresa-Ordens.

Pater Tom Uzhunnalil verschleppten sie an einen unbekannten Ort. Erst im Juli und nochmals im Dezember 2016 tauchten Videos mit seinen flehentlichen Appellen auf, sich für ihn einzusetzen. Weltweit schrieben Menschen Appelle und beteten für seine Rettung.

Er wird über die Bedeutung des Einsatzes für die Verfolgten sprechen.

Der Pater nimmt die Auszeichnung für verfolgte Christen am Sonntag, 15. September ab 16 Uhr in einem Festakt im Rittersaal des Deutschordenshauses in Frankfurt (Brückenstrasse 3, Zufahrt zwischen Elisabethstrasse 14 und 16) persönlich entgegen.

Um 15 Uhr wird Pater Tom in der Deutschordenskirche im Rahmen einer Andacht ein Glaubenszeugnis über seine Erfahrungen und die Kraft des fürbittenden Gebets geben.

 


Marburg: Preis für Abtreibungsärztin Hänel ist eine Auszeichnung für Gesetzesbruch

Zur Preisverleihung „Marburger Leuchtfeuer“ durch den Marburger Oberbürgermeister an Kristina Hänel erklärt Cornelia Kaminski, die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA):

Der Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zeichnet am 9. Juli die Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel mit dem von der Humanistischen Union und der Stadt Marburg gemeinsam ausgelobten „Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte“ aus.

Als Begründung führt er an, dass Frau Hänel ebenso wie die zweite Preisträgerin „ihren Dienst an der Gesundheit richtungsweisend und beispielgebend an moralischen und ethischen Grundsätzen ausrichte“.

BILD: Lebensrechtler von ALfA und CDL bei einer Protestaktion gegen eine SPD-Auszeichnung Hänels

Abgesehen von der rechtlichen Fragwürdigkeit – ein Amtsträger würdigt eine Ärztin dafür, dass sie wiederholt gegen bestehendes Recht verstoßen hat – stellt sich die Frage, ob Frau Hänel tatsächlich einen richtungsweisenden Dienst an der Gesundheit unter beispielhafter Ausrichtung an moralischen und ethischen Grundsätzen leistet.

Kann es ein Dienst an der Gesundheit sein, wenn bei denen von Frau Hänel angebotenen „Behandlungen“ regelmäßig einer der beiden Patienten in ihrer Praxis stirbt?

Ist es moralisch und ethisch beispielhaft, wenn Hänel –  wie sie selbst in ihrem Buch beschreibt  –  Abtreibungen durchführt, um Seitensprünge zu vertuschen?

Oder wenn ein Arzt eine Abtreibung durchführt, bloß weil die Eltern kein Mädchen wollen? Auch diese Dienstleistung bietet Hänel an, wie in ihrem Buch „Die Höhle der Löwin“ nachzulesen ist (Die Höhle der Löwin: Geschichten einer Ärztin über Abtreibung, Ulrike Helmer Verlag 2018, S. 174-179).

„Wer wie Kristina Hänel seine Definition, wann ein neues Menschenleben beginnt, nicht an wissenschaftlichen Fakten orientiert, sondern für sich persönlich als den Augenblick der Geburt festlegt, dient mit dieser Sichtweise weder der Gesundheit, noch handelt er beispielgebend nach moralischen und ethischen Grundsätzen. Er handelt vielmehr völlig willkürlich nach eigenem Gutdünken und führt dabei wissentlich Frauen hinters Licht“, erklärt die Bundesvorsitzende der ALfA, Cornelia Kaminski. 

Mit Frau Hänel ehrt die Stadt Marburg eine Ärztin, die Abtreibungen durchführt, und sieht gleichzeitig tatenlos zu, wie die letzte geburtshilfliche Einrichtung im gesamten Kreisgebiet (mit Ausnahme der Universitätsklinik) geschlossen wird.

Der Oberbürgermeister nutzt sein Amt, um verfassungswidrige Positionen gesellschaftsfähig zu machen.  Das ist medizinisch, ethisch, menschlich und politisch äußerst bedenklich.


Abtreibungsärztin Hänel erhält am 9. Juli die Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer“

Die Gießener Abtreibungsärztin Kristina Hänel wird mit dem „Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte“ ausgezeichnet. Das berichtet der „Gießener Anzeiger“. Der Bericht beruft sich auf eine Pressemitteilung der Stadt Marburg. Ihr zufolge findet die offizielle Preisverleihung am 9. Juli im Marburger Rathaus statt.

Wie es dort weiter heißt, erhalte Hänel die undotierte Auszeichnung „für ihren Einsatz für den freien Zugang zu Informationen über Schwangerschaftsabbrüche.“

Neben Hänel erhält auch die Ärztin Ruby Hartbrich für ihren ehrenamtlichen Einsatz auf dem Rettungsschiff „Sea Watch“ im Mittelmeer das „Marburger Leuchtfeuer“.

Wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) erklärt, zeichne die Stadt Marburg „zwei mutige Frauen aus, zwei Medizinerinnen, die ihren Dienst an der Gesundheit richtungsweisend und beispielgebend an moralischen und ethischen Grundsätzen ausrichten“.

Kristina Hänel verteidige „das Recht von Frauen auf Selbstbestimmung über ihren Körper. Mit ihrer Haltung und ihrem konsequenten Handeln hat sie das Thema zurück in die breite gesellschaftliche Diskussion und rechtliche und gesellschaftliche Fortschritte entscheidend mit vorangebracht“, so Spies weiter.

Hänel wurde im November 2017 vom Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt, weil sie auf ihrer Webseite fortgesetzt und hartnäckig gegen das Werbeverbot für Abtreibungen verstieß. Im Oktober vergangenen Jahres scheiterte die Ärztin, die bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen will, auch beim Gießener Landgericht mit ihrer Berufungsklage.

Quelle: ALfA-Newsletter


Hermann Görings ungleicher Bruder Albert war ein mutiger Judenretter

Wie die Webesite „Israel heute“ aktuell berichtet, wird Albert Günther Göring, der Bruder des bekannten NS-Politikers Hermann Göring, vielleicht bald posthum (nach seinem Tod) die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ erhalten, die vom Holocaust-Museum Yad Vaschem in Jerusalem vergeben wird.

Vor und während des Krieges half Albert Göring vielen Juden, Ausreisepapiere zu erhalten, wodurch sie gerettet waren. Er schickte zudem Lastwagen in KZs mit dem Auftrag, Arbeiter von dort anzufordern. Diese LKWs hielten danach in abgelegenen Gebieten, um den Insassen zur Flucht zu verhelfen.

Irena Steinfeldt, Direktorin der Abteilung für “Gerechte unter den Völkern“ in Yad Vaschem, bereitet laut „Israel aktuell“ eine Akte über Albert Göring vor, die ihm diese Würdigung ermöglichen soll. Eine solche Auszeichnung erhält jemand, der nicht nur Juden rettete, sondern sein eigenes Leben dafür riskierte.

Im Unterschied zu seinem nationalsozialistisch aktiven Bruder Hermann Göring lehnte Albert die NS-Diktatur entschieden ab, weshalb er vielen Verfolgten half; diese haben den verarmten Mann nach dem Krieg dann ihrerseits wirksam unterstützt, zumal er seines Nachnamens wegen von vielen Leuten gemieden wurde.

Albert Göring erblickte am 9. März 1895 in Friedenau bei Berlin das Licht der Welt. Am 20. Dezember 1966 starb der diplomierte Maschinenbau-Ingenieur, ohne daß seine Heldentaten von Medien und Öffentlichkeit ausreichend gewürdigt worden waren.

 


Stephanus-Sonderpreis für verfolgte Christen an Jesuitenpater Samir verliehen

Priesterlichen und wissenschaftlichen Lebensweg gewürdigt

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hat am Samstag in der Residenz im bayerischen Eichstätt dem ägyptischen Jesuitenpater Professor Pater Samir Khalil Samir ihren Sonderpreis für sein Lebenswerk verliehen.

Samir sei einer der „großen Multiplikatoren des Christlichen Ostens“, sagte Archimandrit Andreas-Abraham Thiermeyer, ehem. Gründungsrektor des Collegium Orientale und vor seinem Ruhestand Beauftragter für Flüchtlingsseelsorge der Diözese Eichstätt in seiner Laudatio.

BILD: Pater S. Khalil Samir und die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller

Er zeichne sich durch Furchtlosigkeit und Klarheit aus, vor allem wenn er eine entschlossene Stellungnahme der Imame zur Bestialität der IS-Terrororganisation fordere. Samir bezeichne es zudem als Drama, dass die Mehrheit schweige, während mutige, große islamische Denker ihre Kritik vorgebracht haben.

Der Geistliche und Wissenschaftler habe so nicht nur Wesentliches zur Bündelung des Detailwissens der Fachwelt durch regelmäßige Kongresse sowie Enzyklopädien und Publikationsreihen beigetragen. „Unser Preisträger ist jemand, der nicht nur in der Wissenschaft, in elitären Zirkeln, sondern auch weltkirchlich geachtet und gehört wird“, unterstrich Thiermeyer.

Pater Samirs Botschaft an den Westen, die er in zahlreichen Medienkommentaren und Interviews verbreitet habe, sei eindeutig:

„Achtet auf die Menschenrechte, auf die Religionsfreiheit, sie ist ein unaufgebbares Grundrecht. Sie ist der „Lackmustest“ für alle anderen Freiheiten. Ein globaler Friede ohne Frieden zwischen den Religionen ist nicht möglich. Vergesst die Christen und ihre Verdienste im Nahen und Mittleren Osten nicht. Tretet vernehmlich für sie ein.“

Thiermeyer zeichnete in seiner Rede den priesterlichen und wissenschaftlichen Lebensweg Samirs im ständigen Wechsel zwischen Europa und Nahost nach, der von dramatischen Ereignissen wie einem Bürgerkrieg und einer Feuersbrunst und glücklichen Fügungen gekennzeichnet ist.

BILD von links nach rechts: Archimandrit Andreas Thiermeeyer, Oliver Maksan, M. Koller, Pater Samir, Stiftungsgründer Wolfgang Link

Zu den Glücksmomenten zählten Begegnungen mit Menschen, die ihn in seinem Einsatz für das arabisch-christliche Erbe bestärkten. Darunter war auch der frühere Jesuiten-General Pater Pedro Arrupe, der ihn – nach einem Gebet um die richtige Entscheidung – 1973 ermuntert habe, die Arbeit für das arabisch-christliche Erbe aufzunehmen.

Um Deutsch zu lernen, reiste Samir in den siebziger Jahren nach Regensburg und besuchte eine Veranstaltung an der dortigen Universität. Der Professor, der diese leitete, hieß Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.. „Die erste Begegnung also mit dem, der ihn dann einige Jahrzehnte später als Papst Benedikt XVI. bat, vor seinem Schülerkreis über den Islam zu referieren, und ihn 2009 zum Mitarbeiter für die Nahost-Sondersynode 2010 berief“, berichtete Thiermeyer.

Den Menschen Samir Khalil Samir skizzierte die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller (siehe Foto), der sich durch einen „Geist mit großer Klarheit“ auszeichne. Er sei ein Pater mit „herzlicher Verbindlichkeit“, humorvoll, offen und voll des Respekts vor seinen Gesprächspartnern. Koller kennt Samir bereits seit 2010 durch regelmäßige Zusammenarbeit, u. a. an einem gemeinsamen Buch.

Der Vorstand der Stephanus-Stiftung habe sich dazu entschlossen, mit der Auszeichnung das Lebenswerk dieses Preisträgers zu würdigen, das im Dienste des geistigen Erbes der arabischen Christen stehe. „Pater Samir hat dabei aber nicht allein durch seine Forschung, sondern auch durch sein Auftreten in den Medien und gegenüber Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft den Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein der Bedrängten und Verfolgten geebnet“, unterstrich Koller.

In einem Gespräch mit dem Moderator Oliver Maksan, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, rief Samir zu mehr Mut im Dialog auf. Die Unterschiede müssten ebenso wie die Gemeinsamkeiten benannt werden.
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„Die Konzepte des Christentums und des Islam sind grundsätzlich verschieden“, erklärte er. Trotz aller Gewalt solle niemals vergessen werden, auf Frieden hinzuwirken. Samir warnte zugleich vor säkularen Konzepten in Europa, die die prägende Rolle des Christentums verleugneten.
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Den feierlichen Rahmen des Festakts im barocke Spiegelsaal unterstützten Ann Kristina Pscherer an der Querflöte, Christine Fath-Pscherer, Leiterin der Musikschule Eichstätt und Rudolf Pscherer, ehrenamtlicher Musikpräfekt am Bischöflichen Seminar Eichstätt, vierhändig am Klavier.
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Der Preis ist nicht dotiert. Professor Samir lebt wieder in Ägypten und erhält von der Stephanus-Stiftung eine Unterstützung für Projekte vor Ort.
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Den feierlichen Rahmen des Festakts im barocke Spiegelsaal unterstützten Ann Kristina Pscherer an der Querflöte, Christine Fath-Pscherer, Leiterin der Musikschule Eichstätt und Rudolf Pscherer, ehrenamtlicher Musikpräfekt am Bischöflichen Seminar Eichstätt, vierhändig am Klavier
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Pater Samir Khalil Samir: Mit nicht einmal 18 Jahren trat Samir 1955 ins Noviziat des Jesuitenordens ein und wurde hauptsächlich in Frankreich, jedoch auch in den Niederlanden, ausgebildet. Im Juli 1968, nun vor 50 Jahren, empfing er die Priesterweihe im koptischen Ritus. In seiner islamwissenschaftlichen Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Al-Ghazzāli (1058-1111), der die aristotelische Logik in die islamische Jurisprudenz und Theologie einführte und in einer zweiten Dissertation mit dem arabisch christlichen Denker Abū Zakariyyā Yaḥyā Ibn ‘Adī al-Takrītī (893-974), auf den sich Averroes, gestorben 1198, von Thomas von Aquin als „der Kommentator“ des Aristoteles bezeichnet, wiederum berief. An der Universität Saint-Joseph in Beirut begründete Samir das Forschungs- und Dokumentationszentrum CEDRAC zur Erforschung des christlich arabischen Literaturerbes. In Beirut unterrichte er auch Imame über das Christentum. Im Jahr 2015 leitete er das Päpstliche Orientalische Institut (PIO) in Rom. Die Wissenschaft und Öffentlichkeit verdankt Samir mehr als 60 Werke und mehr als 1.500 Artikel.
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Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stephanus-Stiftung hilft laut ihren Statuten verfolgten Christen in Not, etwa durch einen Zuschuss zum Lebensunterhalt oder zu Anwaltskosten, und deckt Missachtung der Religionsfreiheit und ihre Hintergründe auf. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan, die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Pfarrer Gottfried Martens, von der zur SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) gehörenden Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt. Im vorigen Jahr erhielt die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony den Preis, die in der Vergangenheit prominente Fälle vor Gericht verteidigte, in denen Christen fälschlich der Blasphemie angeklagt waren.
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In diesem Jahr nahm den Hauptpreis Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, ehemals Bischof von Hongkong, in Empfang, für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China. Über das Ereignis wurde weltweit berichtet. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat im Ruhestand. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.
Stephanuspreis: Der Stephanuspreis wird seit 2006 verliehen. Mit dem Sonderpreis der Stephanus-Stiftung wurde hingegen erstmalig im Jahr 2008 eine Leistung geehrt. Damals ging der Preis an den katholischen Prälaten Helmut Moll für seine Redaktionsarbeit am Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts.
Die Redaktion Idea empfing den Preis 2011 für ihre nachhaltige und vorurteilsfreie Berichterstattung über Bedrängnis und Verfolgung von Christen.
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Im Jahr 2012 erfolgte die Verleihung an Schwester Hatune Dogan aufgrund ihres Kampfes für Religionsfreiheit. Erst wieder im Jahr 2017 kam es zu einer Sonderpreisverleihung: Thomas Schirrmacher, Präsident des Internationalen Rates der IGFM und stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, nahm ihn für sich und sein Team der Redaktion des Jahrbuchs Religionsfreiheit in Empfang.
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Rückfragen unter: stephanuspreisverleihung@gmail.com

 


Preisverleihung: Pater Samir SJ gab Christen im Orient ein neues Selbstbewußtsein

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen verleiht ihren diesjährigen Sonderpreis einem der einflussreichsten Gelehrten im Dialog zwischen Orient und Okzident: Der ägyptische Jesuitenpater Professor Pater Samir Khalil Samir (siehe Foto) wird an diesem Samstag in der Residenz im bayerischen Eichstätt mit der Auszeichnung geehrt.

„Der Islamwissenschaftler und katholische Theologe ist Berater führender Persönlichkeiten aus Kirche und Politik, einige darunter waren sogar seine Studenten. Weil er gerade orientalischen Christen durch seine Forschungen ihre Geschichte und damit neues Selbstbewusstsein in Zeiten der Unterdrückung zurück gegeben hat, wird er für sein Lebenswerk geehrt“, unterstrich die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Stephanus-Stiftung, Michaela Koller.

Das US-Magazin „Time“ sagte dem 80-jährigen Geistlichen höchsten Einfluss nach: Er sei jener Jesuit gewesen, der die Vorstellungen des Papstes über den Islam angeregt habe. Damit war die Regensburger Rede des emeritierten Papstes Benedikts XVI. gemeint, durch die der Dialog im Jahr 2006 erst wieder in Fahrt kam. Mit Deutschland verbindet Samir, dass er jährlich im Bistum Regensburg in den Sommerferien in der Seelsorge aushilft.
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„Samir hat sich in der islamischen Welt Respekt verschafft, weil er nicht bei Höflichkeiten stehenbleibt, sondern mit seinen Gesprächspartnern auf Augenhöhe gemeinsam nach der Ursache von Krisen und Ungerechtigkeit sucht“, begründet die Stephanus-Stiftung weiter ihre Entscheidung.
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Zudem habe der Priester mit mancher Geschichtsklitterung aufgeräumt, indem er nachwies, in welchem Ausmaß christliche Gelehrte in Syrien und Mesopotamien das griechisch-römische Erbe an die islamisch-arabische Zivilisation weitergegeben haben. Ohne diesen Einfluss hätte auch die europäische Philosophie seit dem Mittelalter wohl einen anderen Weg eingeschlagen.
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„In Deutschland lernen Jugendliche diese Geschichte in der Schule nur unvollständig. Orientalische Christen kommen darin nicht vor“, sagte die Vorstandsvorsitzende. In Italien, Frankreich, USA und im Libanon, wo Pater Samir gelehrt habe und häufig auch als Kommentator in den Medien vorkomme, sei diese Information verbreiteter. „Europa hat diesen Christen einen großen geistigen Schatz zu verdanken, was Pater Samir nicht müde wird, darzustellen.“
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Mit nicht einmal 18 Jahren trat Samir 1955 ins Noviziat des Jesuitenordens ein und wurde hauptsächlich in Frankreich, jedoch auch in den Niederlanden, ausgebildet. Im Juli 1968  – vor 50 Jahren – empfing er die Priesterweihe im koptischen Ritus.
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BILD: Michaela Koller überreicht Papst Benedikt ihr Interview-Buch mit Pater Samir SJ
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In seiner islamwissenschaftlichen Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Al-Ghazzāli (1058 – 1111), der die aristotelische Logik in die islamische Jurisprudenz und Theologie einführte und in einer zweiten Dissertation mit dem arabisch christlichen Denker Abū Zakariyyā Yaḥyā Ibn ‘Adī al-Takrītī (893-974), auf den sich Averroes, von Thomas von Aquin als „der Kommentator“ des Aristoteles bezeichnet, wiederum berief.
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An der Universität Saint-Joseph in Beirut begründete Samir das Dokumentationszentrum CEDRAC zur Erforschung des christlich arabischen Literaturerbes. In Beirut unterrichte er auch Imame über das Christentum. Im Jahr 2015 leitete er das Päpstliche Orientalische Institut (PIO)in Rom.
Wissenschaft und Öffentlichkeit verdanken Pater Samir mehr als 60 Werke und mehr als 1500 Artikel.
Die Laudatio hält Archimandrit Dr. Andreas Abraham Thiermeyer, Gründungsrektor des Collegium Orientale.
Der Theologe und Chefredakteur der „Tagespost“, Oliver Maksan, moderiert den Festakt.
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TERMIN: Die Preisverleihung beginnt um 15 Uhr im Spiegelsaal.
Anmeldungen und Rückfragen unter: stephanuspreisverleihung@gmail.com und 0177 – 2599187
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Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stephanus-Stiftung hilft laut ihren Statuten verfolgten Christen in Not, etwa durch einen Zuschuss zum Lebensunterhalt oder zu Anwaltskosten, und deckt Missachtung der Religionsfreiheit und ihre Hintergründe auf.
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Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan (siehe Foto), die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Pfarrer Gottfried Martens, von der zur SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) gehörenden Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt. Im vorigen Jahr erhielt die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony den Preis, die in der Vergangenheit prominente Fälle vor Gericht verteidigte, in denen Christen fälschlich der Blasphemie angeklagt waren.
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In diesem Jahr nahm den Hauptpreis Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, ehemals Bischof von Hongkong, in Empfang, für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China. Über das Ereignis wurde weltweit berichtet. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat im Ruhestand. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.
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Weiteres Info zu P. Samir: https://charismatismus.wordpress.com/2013/05/30/nahost-experte-samir-khalil-der-arabische-islam-wird-immer-radikaler/