BUCH-Tip: HEILIGE als Impulsgeber für heute

Unser Autor Dr. Markus Büning hat im Fe-Medienverlag ein weiteres Buch herausgebracht.

Unter dem Titel „Wie Zeichen, die Gott aufgestellt“ schildert es das Leben einiger Heiliger als Anregung und Leitbild für unsere Gegenwart; daher der Untertitel: „Die Heiligen als Impulsgeber für unsere Zeit“.

Neun heilige Männer und Frauen werden dort vorgestellt: Ulrich von Augsburg, Gertrud von Helfta, Juliana von Lüttich, Bernhardin von Siena, Johanna von Orléans, Nikolaus von der Flüe, Franz von Sales, Vinzenz Maria Strambi und Franziska Schervier.

Das Vorwort dazu verfaßte der katholische Dogmatiker und Mariologe Prof. Dr. Manfred Hauke, bekannt auch als Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“. Er schreibt: „Die Lebensbeschreibungen vieler Heiliger und Seliger sind spannender als jeder Kriminalroman, mit dem Unterschied freilich, dass die berichteten Ereignisse geschichtlich bezeugt sind…“

Prof. Hauke fährt fort: „Wer sich in das Leben der Heiligen vertieft, gewinnt eine neue Freude am Glauben und ist in der Lage, auch schwierige Herausforderungen zu meistern. Die meisten der hier vorgestellten Heiligen und Seligen sind dem Durchschnittschristen nicht sehr vertraut und eröffnen interessante Horizonte.“

Das Buch kostet 7,95 Euro und kann direkt beim Fe-Verlag bestellt werden: http://www.fe-medien.de/epages/fe-medien.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/fe-medien/Products/50321

 

 

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VATICAN-Magazin stellt sich gegen jede Segnung homosexueller Paare in der Kirche

Von Felizitas Küble

Die aktuelle Ausgabe des VATICAN-Magazins (siehe Foto), das redaktionell in Rom ansässig ist und im süddeutschen Fe-Medienverlag erscheint, wendet sich entschieden gegen jüngste Vorstöße innerhalb der katholischen Kirche, eine Segnung von homosexuellen Partnerschaften einzuführen. 

Der katholische Buchautor und Jurist Dr. Markus Büning   – unseren Lesern bereits durch seine Artikel hier im CHRISTLICHEN FORUM bekannt – hat sich in der Februar-Ausgabe dieses Monatsmagazins darüber geäußert, warum derartige Segenshandlungen in der katholischen Kirche nicht möglich sind.

In seinem sechs-seitigen Beitrag unter dem Titel „Es wäre de facto eine Auflösung des Eheskraments“ beleuchtet er die Schöpfungsordnung Gottes und zitiert die einschlägigen Lehr-Dokumente der Kirche, darunter den KKK (Welt-Katechismus bzw. „Katechismus der Katholischen Kirche) sowie das Papstschreiben „Amoris Laetitia“.

Hieraus ergibt sich eindeutig, daß der Vorschlag von Bischof Bode (Bistum Osnabrück) für eine Segnung homosexueller Paare sich weder biblisch noch moraltheologisch rechtfertigen läßt –  und zudem auch sakramententheologisch unverantwortlich wäre, denn die Ehe zwischen Mann und Frau ist ein Sakrament unter Getauften, ein heiliges und heilsames (wirksames, wirkmächtiges) Zeichen für die Verbindung Christi mit seiner Kirche.

Der Verfasser schließt seinen Grundsatzartikel mit dem Hinweis darauf, daß eine Segnung homosexueller Paare auch deshalb nicht angesagt ist, „weil man dann auch weiteren Beziehungen von Liebenden außerhalb der Ehe den Segen nicht verweigern könnte“. Letztlich bestände die Gefahr, so Dr. Büning, daß viele Katholiken dann die „niedrigschwelligere“ Form des Zusammenlebens per Segen wählen, das das Eheband ihnen als zu eng erscheinen könnte. Auch von diesem Aspekt her werde das Ehe-Sakrament ausgehöhlt.

HINWEIS: Die wesentlichen Argumente aus diesem Artikel im VATICAN-Magazin hat der Autor bereits vor drei Wochen in unserem CHRISTLICHEN FORUM publiziert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/01/10/theologischer-holzweg-bischof-bode-wuenscht-eine-segnung-homosexueller-paare/

 


Ex-Muslim klagt den Islam an: Terroristen können sich auf den Koran berufen

Hamed Abdel-Samad: Es gibt „islamischen Terror“

Gegen die häufig in Medien und Kirchen aufgestellte These, dass der Terror von Islamisten seine Ursache nicht im Islam habe, hat sich der aus Ägypten stammende Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad gewandt.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: „Wenn innerhalb eines Jahres Hunderte christliche Terroristen in über 50 Staaten Terroranschläge verübt und sich dabei auf die Bibel berufen hätten, würden die meisten Medien, ohne mit der Wimper zu zucken, vom christlichen Terrorismus sprechen – und das zu Recht.“

Wenn die Terroristen aber Muslime seien, „die sich auf den Koran berufen, dann will man keinen Zusammenhang mit dem Islam sehen“.

Es sei keine Diffamierung aller Muslime, vom „islamischen Terror“ zu sprechen. Der Islam legitimiere „Gewalt gegen Ungläubige, Diskriminierung von religiösen Minderheiten und das Schlagen von Frauen“: „Dass viele Muslime das nicht tun, haben wir nicht dem Islam zu verdanken, sondern dem Pragmatismus und der Vernunft derer, die das nicht tun.“

Friedliche Muslime pickten sich die friedlichen Passagen aus dem Koran und sagten, das sei der Kern dieses Buches. Gewaltbereite beriefen sich auf die Gewaltpassagen und äußerten, „das erwartet Gott von uns“.

Quelle: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/abdel-samad-man-darf-vom-islamischen-terror-sprechen-103048.html

FOCUS-Autor kritisiert Verunglimpfung konservativer Christen in Westeuropa

Lehramtstreue Katholiken werden zunehmend ausgegrenzt

Am gestrigen Allerheiligen-Fest veröffentlichte das Wochenmagazin FOCUS einen zeitkritischen und sehr lesenswerten Beitrag des Kommunikationsexperten und Schriftstellers Guiseppe Gracia unter dem Titel: „Innere Zensur: Wer hierzulande zur katholischen Lehre steht, zahlt hohen Preis.“

Darin beschwert sich der Schweizer Autor darüber, daß Meinungsfreiheit, Vielfalt und Toleranz in Westeuropa zunehmend schwinden, wenn es sich z.B. um „lehramtstreue Katholiken“ handle.

Zwar dürften diese konservativen Christen „sagen, was sie denken“, allerdings bleibe dies bisweilen nicht ohne Folgen, denn „sie sinken im öffentlichen Ansehen bis hin zur Ausgrenzung“.

Gracia sieht die „Gefahr einer inneren Zensurschere“  – und dies besonders bei „heißen Eisen wie Familienpolitik, Sexualmoral oder Abtreibung.“

Er fügt hinzu: „In vielen europäischen Medien erscheint die Lehre der katholischen Kirche als etwas Krankhaftes oder Menschenfeindliches.“

In Schweden habe eine sozialdemokratische Politikerin sogar Abtreibungsgegner mit radikalen Islamisten gleichgesetzt. Zudem habe der ZDF-Moderator Klaus Kleber kürzlich den Katechismus der katholischen Kirche mit der Scharia in Zusammenhang gebracht. 

In Deutschland, England oder Frankreich könne niemand Arzt oder Hebamme werden, wenn er schon während des Studiums verdeutliche, daß er Beihilfe zur Selbsttötung oder Abtreibung ablehne. 
Der Verfasser schlußfolgert: „Das fördert ein Klima, in dem Gläubige, die einen Job zu verlieren haben, sich hüten, Artikel oder Videoclips mit christlichen Ansichten zu liken.“
Er erinnert sodann an den Fall des konservativen italienischen Katholiken Buttiglione: „Trotz bester Qualifikation für das Amt des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission (…) hat es ihn die politische Laufbahn gekostet, zumindest auf EU-Ebene.

Grundsätzlich anders sei die Lage in den USA: „Im Vergleich dazu können Politiker offen von Gott und ihrem Glauben sprechen. Ob jemand Pro-Choice oder Pro-Life ist, für oder gegen Homoehe: Er hat immer die Chance auf ein höheres Amt. Das ist in Westeuropa inzwischen undenkbar.“

Das Ausgrenzen gläubiger Konservativer sei kein Ausdruck der „offenen Gesellschaft“, so der Autor, sondern ihres Scheiterns.

Der zeitgeistkritsche Artikel erhielt bislang 72 Leserkommentare. Peter Zollo schrieb heute früh um 7,55 Uhr folgendes:

Katholisch bin ich nicht, aber ich stehe als Christ mit jüdischem Familienangehörigen hinter christlichen Werten und akzeptiere Menschen, die hinter der katholischen Lehre stehen, vollkommen. In vielen Punkten ist ja auch eine gewisse Wahrheit und Sinnhaftigkeit darin. Wenn Fernsehmoderatoren nunmehr schon Katholizismus und Scharia gleichsetzen, kann man ersehen, wie auch dort schon der Mainstream und Undifferenziertheit um sich greift.“

FOCSU-Quelle für die Zitate: http://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-wer-hierzulande-zur-katholischen-lehre-steht-zahlt-hohen-preis_id_7785815.html

 


Deutsch-israelischer Autor zum Problemfall „Islam und Religionsfreiheit“

Von Klaus Moshe Pülz

Das Kardinalproblem hinsichtlich des staatlichen Umgangs mit dem Islam besteht darin, daß unser Grundgesetz jede Art von Religion und deren freie Ausübung nicht nur toleriert, sondern sogar als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ mit Sonderprivilegien garantiert.

Geht es um den theologischen Wahrheitsgehalt hingegen, so trennt die Bundesrepublik Staat und Religion, so daß die institutionelle christliche Kirche kein Exklusivrecht als allein wahre und seligmachende Religion nach Joh 14,6 genießt, wie es ihr eigentlich von der Bibel her zusteht.

Der Schwachpunkt eines freiheitlich demokratischen Staatswesens besteht darin, daß unter solchen Umständen die Wehrhaftigkeit einer Demokratie nicht gegeben ist, wenn tatsächlich eine Pseudo-Religion ebenfalls mit einem Wahrheitsanspruch auftritt, aber durch ihr aggressives Expansionsbedürfnis die „ lauere“ Religion sozusagen paritätisch überlagert, zumal wenn die Vertreter der christlichen Religion in ihrem missionarischen Eifer derart erlahmt sind, daß die Vertreter des Islam der Kirche den Rang ablaufen.

Diese laodizäische Lauheit (vgl. Offb 3,14f.) bringt das Christentum insbesondere im eschatologischen bzw. endzeitlichen Prozeß in Zugzwang, was als Bewährung anzusehen ist.

Demzufolge kann unter diesen Umständen die islamische Invasion als Herausforderung für das dereinstige christlich-jüdische Abendland gesehen und bewertet werden. Insofern eignet sich das demokratische Staatsverständnis nicht als Bollwerk gegen religiöse Verführung durch eine anderen Religion, die Professor Hans Küng als „Paradigma“ bezeichnete.

Aber es kann nur eine einzige Wahrheit existieren, so daß wir schließlich zur Gottesfrage kommen: welche Religion ist die einzig wahre?

Diese Frage stellte auch Friedrich der Große von Preußen, als er seine Generäle befragte. General von Ziethen war derjenige, der ihm erwiderte: „Die Juden sind der Beweis für die Existenz Gottes!“  –  und damit ist ihm beizupflichten. Die Christenheit bzw. die christliche Kirche begeht die gleichen Fehler wie das jüdische Tempeltum, indem sie nur noch Institution wurde, ohne vom Geist Gottes erfüllt zu sein.

Aber ein „Glaube“, der sich in seiner Tradition nur selbst tradiert, verliert nicht nur seine Strahlkraft, sondern seine Vollmacht von Gott.

Unser Autor, der judenchristliche Publizist Klaus M. Pülz, wirkt als Journalist und Prediger in Deutschland und Israel; er leitet die “Messianische Bekenntnisgemeinschaft” sowie den Verein “Zelem” (www.zelem.de) und bringt seit Jahrzehnten die theologische Zeitschrift “Bote Neues Israel” heraus. 

Mitten unter uns: Ein kurdisches IS-Opfer findet seine Peiniger in Deutschland

Dieses erschütternde Buch erschien vor drei Tagen:

Als der Journalist Masoud Aqil im Dezember 2014 eine Recherchefahrt für seinen kurdischen Sender unternimmt, beginnt für den damals 22-Jährigen ein unvorstellbares Martyrium: Ein IS-Kommando nimmt ihn und seinen Kollegen fest und verschleppt die beiden.

280 Tage befindet sich Masoud Aqil in den Fängen der Terroristen. Eingesperrt in lichtlose Kellerzellen, wird er immer wieder gefoltert, muss mit ansehen, wie Mitgefangene auf martialische Weise hingerichtet werden, darunter auch Russen und israelische Mossad-Mitglieder.

Er durchlebt selbst mehrere Scheinexekutionen. Nach neun qualvollen Monaten kommt Masoud Aqil überraschend frei, und er flieht ins vermeintlich sichere Deutschland.

Als ihm klar wird, dass der IS die Flüchtlingswelle des Jahres 2015 genutzt hat, um Terroristen gezielt nach Europa zu schleusen, macht er eine erschreckende Entdeckung: Viele seiner Peiniger – ehemalige Gefängniswächter, Spione und Soldaten des IS – sind längst in Deutschland.

Seitdem hilft er den deutschen Sicherheitsbehörden, IS-Schläfer aufzuspüren. In seinem mit Spannung erwarteten Buch spricht der kurdische Journalist erstmals ausführlich über sein Martyrium der IS-Gefangenschaft, die Flucht nach Deutschland und warum er alles daran setzt, IS-Terroristen hierzulande aufzufinden und weitere Anschläge zu verhindern.

Auszug aus einem Interview mit dem Autor: „Wie haben Sie erfahren, dass viele Ihrer Peiniger ebenfalls in Europa sind?“
An einem Frühlingstag 2016 in dem kleinen Zimmer des Flüchtlingsheims nahm ich den Telefonanruf eines Freundes an. Er stieß mich auf eine Facebook-Gruppe mit Bildern von IS-Mitgliedern, die ich in Syrien im Gefängnis getroffen hatte. In den folgenden Tagen und Wochen durchsuchte ich systematisch das Internet. Und das Ergebnis entsetzte mich. Ich fand heraus, dass Männer, die ich im Gefängnis als fanatische IS-Terroristen kennenlernen musste, inzwischen mitten in Europa leben. Einige von ihnen bekennen sich weiterhin offen im Internet zur IS-Ideologie.
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Quelle und Bestellung hier: http://www.europa-verlag.com/wp-content/uploads/Europa_Folder_Vorschau_H17_P11.pdf
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HINWEIS: Unser CHRISTLICHES FORUM hat schon vor zwei Jahren davor gewarnt, daß sich IS-Terroristen über die Balkanroute der „Flüchtlinge“ hierzulande einnisten, zB. in diesem Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/09/08/balkan-route-unter-den-fluechtlingen-befinden-sich-auch-is-terroristen/
Oder hier:
https://charismatismus.wordpress.com/2015/11/20/entwickelt-sich-der-is-zu-einer-neuen-untergrund-terrorbande-in-europa/
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Vorigen Sommer schrieb Dr. David Berger in seinem lesenswerten Portal über diese Zeitbombe: http://philosophia-perennis.com/2016/07/31/merkel-fluechtlinge/

Münster: Prof. Michael Wolffsohn über Deutschland und Israel in den 50er Jahren

Von Felizitas Küble

Der deutschjüdische, in Israel geborene Historiker Dr. Michael Wolffsohn  – er lehrte jahrzehntelang an der Münchner Bundeswehr-Universität – hielt am vergangenen Montag (3. Juli 2017) einen ebenso tiefschürfenden wie humorvollen Vortrag im Theater von Münster.

Er war prominenter Gast in der Reihe „Gelehrte im Theater“ (siehe Einladungsplakat).

Der  – auch durch Radio und Fernsehen bekannte  – Geschichtswissenschaftler und erfolgreiche Buch-Autor sitzt seit langem „zwischen allen Stühlen“:

Nicht nur, daß er als jüdischer Deutscher  –  so versteht er sich ausdrücklich selber  –  eine christliche Frau geheiratet hat, daß er lebensgeschichtlich sowohl mit unserem Staat wie auch mit Israel verbunden ist; er wird seit Jahrzehnten sowohl von ultrarechten wie von linksradikalen Gegnern attackiert, zumal er in kein Schema paßt.

Die Anti-Wolffsohn-Allergie von linker Seite dürfte damit zusammenhängen, daß dieser unabhängig denkende Historiker dem Zeitgeist durchaus nicht nach dem Munde redet:

Die Wiedervereinigung befürwortet er ebenso (vgl. sein Buch „Keine Angst vor Deutschland“) wie eine klassische Familienpolitik (diesbezüglich übte er in den 90er Jahren z.B. Kritik an Ministerin Rita Süssmuth).

Prof. Wolffsohn würdigt zudem die Friedensliebe der deutschen Heimatvertriebenen und deren „Charta“ des Gewaltverzichts von 1950 (das tat er ausdrücklich auch bei seinem Vortrag in Münster). Er bedauert, daß die palästinensische Seite nicht ebenso gewaltfrei denkt und handelt wie diese deutschen Landsmannschaften.

Er deckt gewisse linke Lebenslügen au und rückt auch geschichtspolitisch einige Stühlchen zurecht, so wenn er z.B. darüber informiert, daß die zahlreichen antisemitischen Aktionen (Friedhofsschändungen, judenfeindliche Drohbriefe etc), die in Westdeutschland Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre weltweites Aufsehen erregten, vom kommunistischen Ostblock (vor allem „DDR“ und Sowjetunion) gesteuert wurden. Darüber klärt er u.a. in seinem Buch „Die Deutschland-Akte“ mit eindeutiger Faktenlage auf  –  auch in Münster ging er auf diese Causa ausführlich ein.

Seine Rede, die neben ersten politischen Themen zugleich mit bewegenden persönlichen Lebenserinnerungen und originellen Anekdoten gespickt war, wurde von den Zuhörern im vollbesetzten Saal mit langanhaltendem Beifall quittiert.

Nach seinem Vortrag war der Autor, der zwischendurch aus seiner soeben veröffentlichten Familiengeschichte („Deutschjüdische Glückskinder“) vorgelesen hatte, gut damit beschäftigt, die vielen Signierwünsche jener Besucher zu erfüllen, die eines seiner Bücher kauften und um ein Autogramm baten  – oder gerne mit ihm persönlich sprechen wollten. Er hatte für alle interessierten Leute ein freundliches Wort und ein offenes Ohr.

Prof. Wolffsohn, der Mitte der 50er Jahre mit seinen Eltern nach Deutschland einwanderte, erlebte seine Kindheit im Heiligen Land, das sich damals als Staat Israel im Aufbau befand. Sein Großvater Karl Wolffsohn war während der NS-Diktatur als Jude verhaftet worden, konnte aber gottlob mit Frau Recha und den Kindern noch rechtzeitig flüchten.

Deutsche Juden, die nach Israel einwanderten und oft in deutschen „Ghettos“ lebten, wurden dort gerne etwas spöttisch als „Jeckes“ bezeichnet – angeblich wegen ihrer korrekt-bürgerlichen Kleidung samt Jacket (Jackentragen auch während der Arbeit in der Landwirtschaft, im Kibbuz etc.)

Wolffsohns Eltern und Großeltern wurden im Heiligen Land nicht so richtig heimisch; die wirtschaftlichen Probleme waren zudem immens, der junge Staat anfangs ziemlich sozialistisch orientiert, was ebenfalls nicht zur bürgerlichen Einstellung der Wolffsohn-Familie paßte.

Zudem gab es vor allem durch die deutsche Sprache noch erhebliche geistige Verknüpfungen mit der früheren Heimat.

Freilich saß auch die Enttäuschung tief in den Knochen und der Seele, zumal gerade die alteingesessenen Juden insgesamt besonders deutsch-patriotisch dachten und lebten; sie waren nicht etwa nur integriert, sondern assimiliert (angeglichen); sie teilten weitgehend das gleiche Lebensgefühl und Kulturempfinden wie die nichtjüdischen Deutschen  – einschließlich der „deutschen Tugenden“ etc.  Die meisten Juden wollten dies so beibehalten und sogar noch steigern.

Doch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft sorgte  – so Wolffsohn  –  für ein Ende dieses Wunschtraums, der zum Alptraum wurde – und damit zum Trauma von Generationen jüdischer Verfolgter und Überlebender.

Die Nachkriegszeit war geprägt vom „Kalten Krieg“ zwischen den Westmächten und der kommunistischen Sowjetunion. Die USA  – und allgemein die NATO, das westliche Verteidigungsbündnis  –  benötigte die Bundesrepublik Deutschland nicht nur als Handelspartner, sondern vor allem als Bollwerk gegen den Ostblock und besonders die „DDR“.

Daher folgte die Einführung der Bundeswehr und die sogenannte „Wiederbewaffnung“, die damals sehr umstritten war, aber von Kanzler Adenauer  – der sich als langfristig denkender Staatsmann erwies – befürwortet und durchgesetzt wurde.

FOTOS: Prof. Wolffsohn signiert seine Bücher und unterhält sich mit Zuhörern

Adenauer sorgte bei seinen Verhandlungen mit dem israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion zugleich dafür, daß es zu Wiedergutmachungs-Vereinbarungen mit dem jüdischen Staat gekommen ist – dies hatte laut Wolffsohn sowohl „moral- wie realpolitische“ Gründe.

Diese Staatszahlungen wurden in Israel sehr kontrovers und heiß debattiert – besonders deutschlandkritische Politiker wie z.B. Begin sprachen damals von „Blutgeld“. Doch die dortige Staatsführung wußte, daß die Wiedergutmachungsleistungen Deutschlands für den weiteren Aufbau des eigenen Staates lebensnotwendig waren.

Positiv äußerte sich Wolffsohn auch über die freie und soziale Marktwirtschaft, die Ludwig Erhard bzw. CDU und FDP in den 50er Jahren – durchaus gegen Widerstand von linker Seite –  einführten. Diese Wirtschaftsform jenseits von staatsplanerischem Sozialismus und unbeschränktem Kapitalismus habe zum Erfolg geführt und das sogenannte „Wirtschaftswunder“ in Deutschland erheblich begünstigt.

Alte Nazis, das verdeutlichte Prof. Wolffsohn in seinem Vortrag, gelangten keineswegs nur in Westdeutschland in wichtige Stellungen, sondern auch in der „DDR“, wenngleich dies von der dortigen kommunistischen Führung bestritten wurde   – aber die Aktenlage ist eindeutig.

Der Historiker bezeichnete die Wiedereinsetzung von politisch belasteten Personen in ihr Amt grundsätzlich als „funktionale Notwendigkeit“. Naive Vorstellungen von einem kompletten personellen Neuanfang nach einer Diktatur seien illusionär, wie die Weltgeschichte sei jeher aufzeige. Im moralischen Ideal-Sinne sei eine wirklich „erfolgreiche“ Vergangenheitsbewältigung insofern gar nicht möglich.

Der Geschichtsprofessor erklärte abschließend, daß das deutsche Wort „Geschichte“ den Sachverhalt einzigartig gut bezeichne; es sei weltweit der beste Begriff hierfür:  Geschichte bestehe aus mehreren „Schichten“, die gleichsam aufeinander lagern bzw. übereinander liegen. Man könne die obere Schicht nur richtig verstehen, wenn man die darunterliegenden Schichten berücksichtige.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.