Einmal Babyfenster und zurück: Eine junge Mutter sehnt sich nach ihrem Kind

Von Birgit Kelle

Man könnte die Geschichte beschreiben als: „Einmal Babyklappe und zurück“: Eine junge Frau wird ungeplant schwanger außerhalb einer Beziehung. Sie verheimlicht die Schwangerschaft, will aber auch keine Abtreibung, sie gibt das Baby in einer Babyklappe ab, nach wenigen Tagen treiben die Muttergefühle sie zurück. Sie will ihr Kind wiederhaben.

Eine dramatische, aber auch schöne Geschichte mit Happy End –  und eine die zeigt, wie wichtig es ist, dass Schwangere, gerade wenn es unter schwierigen Umständen ist, positive Resonanz spüren und bekommen.

Ein Absatz hat mich ganz erschüttert, wenn die junge Mutter erzählt:

„Nach der Geburt behielt ich mein Kind einen Tag lang bei mir. Trug es auf meinen Armen durch die Wohnung. Dann fuhr ich zum Babyfenster der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK). Im Bus lächelten uns Leute zu, sagten «Jöh», als sie das Kleine sahen. In mir drin weinte es. In jenem Moment hätte ich mir gewünscht, dass mich jemand anspricht, damit endlich alles herauskommt. Damit ich endlich zusammenbrechen kann.“

Manchmal fehlt eben nur ein Einziger, der es ausspricht: Wie geht es dir, brauchst du Hilfe, ich bin für dich da.  – Eigentlich könnte das jeder von uns leisten.

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Birgit Kelle ist Bestseller-Autorin und Vorsitzende von „Frau 2000plus“.
Kontakt: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net

„Babyklappen“ und vertrauliche Geburt: Vorfahrt für das Lebensrecht!

In Deutschland gibt es erneut eine Diskussion um „Babyklappen“ und anonyme Geburten. Der Ethikrat will sie abschaffen. Die Bundesregierung kontert mit der sog. „vertraulichen Geburt“. 

360 Klein-Kinder wurden in Deutschland seit der Eröffnung der ersten Babyklappe im Jahr 2000 bis 2009 in einer solchen Einrichtung abgegeben. Doch die Babyfenster stehen unter permanenter Kritik, wobei die Begründung vorgeschoben wird, daß die betroffenen Kinder nie wissen, wer ihre Mutter war. SDC12467

Der „Deutsche Ethikrat“ hat unlängst empfohlen, aus diesem Grund die Babyfenster zu schliessen. In Deutschland zählt man über 90 solcher Einrichtungen.

Daneben gibt es die Möglichkeit für Mütter, das Kind „anonym“ zu gebären, also ohne die eigene Identität preiszugeben, und zur Adoption freizugeben. Jetzt hat die Bundesregierung per Gesetz die „vertrauliche Geburt“ möglich gemacht:

Ab 2014 können Mütter ohne Namensangabe in einer Klinik ihr Kind gebären und zur Adoption frei geben. Allerdings müssen sie dabei ihre Identität beim Bundesamt für Familie hinterlegen. Das Kind hat dann ab dem 16. Altersjahr das Recht, die Identität der Mutter zu erfahren. Widerspricht die Mutter, muß ein Familiengericht entscheiden.

Da sich die christlichen Kirchen zudem für die „Babyklappe“ eingesetzt haben, soll es diese gegen den Willen der Familienministerin weiterhin geben.

Daß dies sinnvoll ist, zeigt zB. die Arbeit des Vereins KALEB in Dresden. Er begleitet anonym gebärende Frauen und bietet ihnen die Möglichkeit an, ihren Namen bei einem Notar zu hinterlegen. Doch nur jede fünfte Frau geht darauf ein. „Wir hätten uns nicht gemeldet, wenn wir gewusst hätten, dass wir etwas ausfüllen müssten“, zitiert eine KALEB-Sozialarbeiterin schwangere Mütter.

Was wäre dann aber mit ihren Kindern geworden? Muß es nicht letztlich darum gehen, möglichst vielen „unerwünschten“ Kinder das Leben zu ermöglichen? Zählt das Wissen um ihre Herkunft etwa mehr als ihr Recht auf Leben?

Quelle: http://www.jesus.ch