Irak: Muslimischer Geschäftsmann ließ Riesen-Christbaum in Bagdad aufstellen

Bagdad wird in diesen Tagen von einem riesigen Weihnachtsbaum überragt. Er ist etwa 25 Meter hoch mit einem Durchmesser von rund 10 Metern und befindet sich im al-Zawra Park, einem Freizeitpark der irakischen Hauptstadt. 302469-weihnachtsbaum-in-bagdad

Das Projekt, das insgesamt 24.000 US-Dollar gekostet hat, wurde von einem muslimischen Geschäftsmann der Stadt initiiert – aus Solidarität gegenüber den Christen, wie er der Presseagentur AP erklärte.

Damit habe er das Ziel verfolgt, andere mit «unseren christlichen Brüdern in ihrem Fest» zu vereinen und den Irakern zu helfen, «ihr Leid zu vergessen, insbesondere den Krieg in Mossul».

Noch zu Beginn dieses Jahrtausends lebten im Irak über eine Million Christen. Doch seit Beginn des Krieges und durch das Wirken von ISIS sind sie zu Zehntausenden aus dem Land geflohen. Mittlerweile sprechen Experten von der Gefahr, dass es, wenn die Tendenz so weitergeht, bald in der Region, die als «Wiege des Christentums» gilt, keine Christen mehr geben wird.

Quelle: http://www.jesus.ch/themen/gesellschaft/international/asien/302470-muslimischer_geschaeftsmann_stellt_riesigen_weihnachtsbaum_auf.html


Farhud-Tag (1. Juni) erinnert an arabisches Massaker an Juden im Irak 1941

Am 1. Juni 2015 wurde auf einer Nebenveranstaltung bei den Vereinten Nationen der Internationale Farhud-Tag ausgerufen. Er erinnert an ein großflächiges Pogrom (Farhud), der am 1. Juni 1941 von einem bewaffneten arabischen Mob an der jüdischen Gemeinschaft im Irak begangen wurde.

Juden waren ein wichtiger Teil der irakischen Gesellschaft. Sie führten ihr Erbe zurück auf die Zeit der Zerstörung der Ersten Tempels 586 v. Chr.

Die Sicherheit und das Selbstbewusstsein der irakischen Juden wurden 1941 zerstört, als es einen pro-deutschen Militärputsch gab. Während die Anführer des Putsches schnell von britischen Truppen besiegt wurden, kam es nach ihrer Abreise zu einem großflächigen Pogrom gegen die Juden in Bagdad.

BILD: Jüdische Hochzeit in Bagdad, der Hauptstadt des Irak (Foto: Jimena)

Am 1. Juni 1941 feierten die Juden in Bagdad Shavuot. Eine Gruppe von Juden wagte sich zum ersten Mal seit Wochen nach draußen, um den zurückkehrenden pro-britischen Regenten zu grüßen. Sie dachten, dass in ihr Leben endlich wieder Stabilität eingekehrt wäre.

Doch ein arabischer Mob lauerte ihnen auf. Die Ausschreitungen dauerten zwei Tage. Die genaue Zahl der Getöteten ist nicht bekannt, aber man schätzt, dass mindestens 180 Juden getötet wurden und vielleicht sogar bis zu 600.

Hunderte wurden verletzt. Jüdische Frauen wurden von Gruppen vergewaltigt und verstümmelt. Jüdische Geschäfte und Häuser wurden ausgeraubt und angezündet. Eine Synagoge wurde eingenommen und die Torah-Rollen verbrannt. Aus Angst, die Toten auf die traditionelle Weise zu begraben, wurden die Leichen in einem großen Massengrab begraben.

Das Pogrom markierte den endgültigen Bruch zwischen Juden und Arabern im Irak und bereitete den Weg für den Zerfall der 2600 Jahre alten jüdischen Gemeinschaft zehn Jahre später. Trotz ihrer tiefen Wurzeln erkannten die Juden, dass sie niemals ein fester Bestandteil eines unabhängigen Iraks werden würden.

Vertrieben von der Angst vor einem zweiten Farhud und einer Gesetzgebung, die sie zu staatenlosen Flüchtlingen machte, immigrierten 90 Prozent von Iraks jüdischer Gemeinschaft nach 1948 nach Israel.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin


Christen und kirchliche Einrichtungen sind vermehrt Ziele radikal-islamischer Anschläge

Heute sind in einem vor allem von Christen und Drusen bewohnten Viertel der syrischen Hauptstadt Damaskus mehrere dutzend Menschen durch vier Sprengsätze ermordet worden. Außerdem gab es im mehrheitlich sunnitisch-islamischen Irak einen Anschlag auf eine von der schiitischen Minderheit geprägte Moschee in Bagdad.

Dazu erklärt die Menschenrechtsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto) in einer Pressemeldung:

„Die blutigen und menschenverachtenden Anschläge auf Christen und Drusen in Damaskus und auf die schiitischen Moscheen in Bagdad stehen exemplarisch für die bestehenden Religionskonflikte in beiden Ländern und in der gesamten Region des Nahen und Mittleren Osten.

Immer deutlicher ist zu erkennen, dass die tödlichen Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten ebenfalls religiös begründet sind. Wer dies nach wie vor bestreitet, der irrt.

Christen und christliche Einrichtungen sind vermehrt Ziele von Anschlägen. In Syrien gerät die christliche Minderheit zunehmend zwischen die Fronten des viel zu lange währenden Bürgerkriegs. Es ist zu befürchten, dass es zu weiteren Angriffen kommen wird.

In der bevorstehenden Adventszeit sind wir vor diesem Hintergrund besonders mit den Christen im Nahen Osten verbunden. Unsere Solidarität gilt gleichfalls allen religiösen Minderheiten.“