Corona-Hochrisikogebiet Litauen: Steigende Inzidenz bei zunehmender Impfquote

Von Felizitas Küble

Das Robert-Koch-Institut hat jetzt auch LITAUEN zum Hochrisikogebiet für Urlauber und Einreisende erklärt. Die 7-Tage-Inzidenz erreicht dort mit heutigem Stand einen hohen Wert von 403. Diese Rate ist in den letzten zwei Monaten ständig angestiegen (noch Anfang August lag sie unter 100).

Das Land an der Ostsee hat eine für osteuropäische Verhältnisse relativ hohe Impf-Quote von rd. 60% doppelt geimpften Personen, wie aktuelle Daten belegen.

BILD: Bestseller-Buch des Biologen Clemens Arvay zur Debatte um genbasierte Corona-Impfstoffe

So liegt die Quote z.B. in RUMÄNIEN unter 30% und die Inzidenz ist dort mit ca. 300 gleichwohl niedriger als in Litauen. Die anfängliche staatliche Impf-Propaganda war bei den Bürgern dort nicht wohlgelitten. Inzwischen wurden 117 Impf-Zentren in Rumänien wegen mangelnder Nachfrage geschlossen (Näheres zur akttuellen Lage HIER). Die Kritik aus dem Volk geht aber weiter: Am Samstag, den 2. Oktober, fand eine große Demonstration in der Hauptstadt Bukarest gegen die Coronapolitik statt.

Laut einem Bericht des Münchner Merkur „zählen Estland, Lettland und Bulgarien zu den Ländern mit den europaweit geringsten Impfquoten“ – und zugleich weisen genau diese Staaten niedrigere Inzidenzwerte auf als Litauen. Estland und Lettland sind die direkten baltischen Nachbarstaaten von Litauen.

So beträgt die Impf-Quote laut Corona-Statistik mit Stand 2. Oktober in ESTLAND bislang schwache 46%, die Inzidenz ist mit 344 gleichwohl niedriger als im viel stärker „durchgeimpften“ Nachbarland Litauen.

Noch aufschlußreicher ist diesbezüglich die aktuelle Situation in LETTLAND: Eine geringe Impfquote von ca. 45% – und eine fürs Baltikum niedrige Inzidenz von 322 (ebenfalls heutiger Stand 2. Oktober 2021).

In der Impf-Hochburg ISRAEL sind die Inzidenzen im September weiter gestiegen: https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/hohe-infektionszahlen-israel-erhoeht-druck-auf-zweifach-geimpfte-77854036.bild.html?wtmc=ml.shr

Derselbe Trend ist auch bei einer Analyse von weltweiten Corona-Daten klar erkennbar: https://tkp.at/2021/10/03/hoehere-impfquoten-gehen-hand-in-hand-mit-hoeheren-covid-inzidenzen/

Hinweis: Wenn hier im Artikel von „Impf-Quoten“ die Rede ist, dann ist stets der Doppelt-Impf-Status zu verstehen.

.


Estlands Präsidentin sprach heute in Münster

Von Felizitas Küble

Zum Thema „Digitalisierung: Von Estland lernen“ sprach am heutigen Freitagnachmittag (13.7.) die Staatspräsidentin des kleinen Baltikum-Staates vor Unternehmern, Politikern und Diplomaten in der IHK (Industrie- und Handelskammer) in Münster.

Auch der CDU-Europa-Abgeordnete Dr. Markus Pieper war unter den Teilnehmern (siehe 2. Foto) und reagierte positiv auf ihre Rede.

BILD: Die estnische Präsidentin inmitten ihrer Delegation
.
Die im Jahr 2016 gewählte Kersti Kaljulaid ist das erste weibliche Staatsoberhaupt Estlands; sie war zuvor als Wirtschaftswissenschaftlerin tätig.
Die nicht nur adrett, sondern auch kompetent und sehr natürlich wirkende Präsidentin erklärte – umgeben von ihrer estnischen Delegation, darunter auch dem Botschafter  – in ihrer Rede, wie erfolgreich ihr Land mit der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft vorangekommen ist, z.B. durch die elektronische Identitätskarte für ihre Bürger, wobei viel Wert auf „Cyber-Hygiene“  und Information der Bürger über Chancen und Risiken der Datensicherheit gelegt wird.
.
Estland machte – so scheint es – aus der Not eine Tugend: Der Staat mußte nach dem ersehnten Ende der sowjetischen Besatzung in vielen Punkten von vorne anfangen, nachdem der kommunistische Staatssozialismus den Mittelstand ruiniert und die Wirtschaft weitgehend zum Erlahmen brachte.
.
Bei diesem Neubeginn wurden die Ärmel aufgekrempelt – und damit viele Menschen in ländlichen Regionen auch von zuhause aus arbeiten können, wurde stark in Computer und Internet investiert, Informatik früh in der Schule gelehrt und an Universitäten gefördert –  anders als hierzulande, wo diese wissenschaftl. Disziplinen vor allem in der Bildungspolitik rotgrüner Bundesländer vernachlässigt werden.
.
Die Präsidentin betonte in ihrer englisch und frei gesprochenen Rede vor etwa 60 Teilnehmern, daß die Europäische Union auch in ihrer Digitalisierungs-Politik die jeweiligen Entwicklungsschritte der einzelnen EU-Länder berücksichtigen und ihre Selbständigkeit beachten sollte. Auch die Wertschätzung Deutschlands  – nicht nur als Handelspartner – ging aus ihrer Ansprache hervor.
.
Die deutsche Sprache ist in Estland weit verbreitet, in der älteren Generation teils von früheren Kontakten (etwa mit Ostpreußen), teils durch das Erlernen von Deutsch als Fremdsprache – teils nicht in der Schule, sondern durch deutsche Privatsender.
.
In Estland wurde der Ostblock durch eine „singende Revolution“ besiegt – ohne daß ein einziger Schuß fiel. Aber fast das ganze Volk stand auf den Beinen, als die Kommunisten den Versuch unternahmen, das Land nach seiner Unabhängigkeitserklärung wieder „heim ins Reich“ (Sowjet-Reich) zu holen. Es gibt ca 25% Russen in Estland, die sich insgesamt gut in die Mehrheitsbevölkerung integriert haben.
.
Die Präsidentin betont in Interviews das positive Verhältnis zwischen Estland und den USA; sie nimmt Präsident Trump gegen Vorurteile in Schutz. Zudem erinnert sie die NATO-Partner an die 2% Verteidigungsausgaben, die dem westlichen Bündnis versprochen wurden, woran sich die Mitgliedsstaaten auch halten sollten. (Näheres dazu hier: https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-der-estnischen-staatspraesidentin-die.868.de.html?dram:article_id=402857)
.
Bevor Frau Kaljulaid nach Münster kam, wurde sie  – ebenso wie der lettische Präsident Vējonis –  vom nordhrein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im Düsseldorfer Landeshaus empfangen. 
.
Auch er betonte, daß „wir viel von Estland lernen können“, vor allem in puncto schnelles Netz und Digitalisierung. Von den circa 30.000 Letten in Deutschland lebt jeder vierte in Nordrhein-Westfalen.
.
Die beiden baltischen Präsidenten sind anlässlich der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises in NRW.
Am morgigen Samstag, den 14. Juli, werden die drei Staatsoberhäupter der baltischen Republiken  – also auch die litauische Präsidentin Grybauskaitė  –  in Münster wegen ihrer außergewöhnlichen Bemühungen um Integration in Europa und ihres besonderen Einsatzes für ein friedliches Miteinander ausgezeichnet.
.
Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.
.
Fotos: Felizitas Küble

Deutsches Kulturerbe und deutsche Volksgruppe im Baltikum weiterhin präsent

Estland, Lettland und Litauen wollen Kulturaustausch mit Deutschland verstärken

Eine Delegation der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bereiste kürzlich alle drei baltischen Staaten mit den Schwerpunktthemen ethnische Minderheiten und deutsches Kulturerbe.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig, in einer Pressemitteilung:

„Im Baltikum existiert nach wie vor eine kleine, aber sehr aktive deutsche Minderheit, die zudem gut integriert ist. In Estland leben noch 1900 Menschen mit deutschen Wurzeln, in Lettland 4000 und in Litauen 2100, davon knapp 80 sog. „Wolfskinder“. 90-1140%20Das%20Denkmal%20fuer%20die%20Wolfskinder%20in%20Litauen

FOTO: Denkmal in Litauen für die deutschen „Wolfskinder“ (die in Wäldern Zuflucht suchten, um zu überleben)

So stellt etwa das Hermann-Suderman-Gymnasium im einstigen Memelgebiet, heute litauisch Klaipeda, ein Leuchtturmprojekt dar, das vom deutschen Kulturverein betrieben wird. Die Nachfrage übersteigt das Angebot der zweisprachigen Einrichtung mit derzeit 550 Schulplätzen bei weitem. Daher sprach sich die Delegation beim litauischen Vizekulturminister Edvard Trusevic dafür aus, einen dritten Deutschzug einzurichten.

Auch das deutsche Kulturerbe ist in allen drei baltischen Ländern präsent und wird gepflegt. Etwa das im 2. Weltkrieg zerstörte Schwarzhäupterhaus in Riga wurde nach der 1991 wieder erlangten Unabhängigkeit Lettlands originalgetreu rekonstruiert. Oder das Stadtarchiv im früheren Reval, heute estnisch Tallinn, das sich in vorbildlicher Weise dem Erhalt wertvoller Dokumente wie Briefe Martin Luthers oder lübischer Urkunden annimmt.

Baltikum: wichtige Brücke nach Rußland

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion unterstützt den von hochrangigen Gesprächspartnern geäußerten Wunsch, den Kulturaustausch mit Deutschland zu verstärken, da die baltischen Staaten historisch eng mit Deutschland verknüpft und eine wichtige Brücke nach Skandinavien und Russland sind. Zudem genießt die Bundeskanzlerin vor Ort ein hohes Ansehen.

Von den tausenden sog. Wolfskindern, die am Ende des 2. Weltkrieges ihre Eltern in Ostpreußen verloren und in den Wäldern Litauens Zuflucht gesucht haben, leben noch knapp 80 und erhalten vom litauischen Staat eine kleine Zusatzrente.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein, dass das noch immer zu wenig bekannte Schicksal der Wolfskinder auch in der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung angemessen behandelt wird.“

Wohl noch in diesem Jahr startet ein Wolfskinder-Spielfilm im Kino: http://www.filmstarts.de/kritiken/217479.html