Israel: Bionische Kontaktlinse entwickelt, die Blinden helfen könnte

Israelische Wissenschaftler haben eine Technologie entwickelt, die Menschen, welche von Geburt an blind sind, die Möglichkeit geben könnte, sehen zu lernen.

Es handelt sich um eine bionische Kontaktlinse, die über eine kleine Kamera visuelle Informationen aus der Umwelt erhält und diese in Signale für die Linse umsetzt. Die Linse wiederum überträgt die Signale über Elektroden an die Hornhaut des Auges und von dort in bestimmte Gehirnareale, wo ein Stimulus generiert wird, der eine visuelle Information simuliert.

Das Verfahren muß erst noch zu größeren klinischen Tests zugelassen werden, doch Prof. Zeev Zalevsky, Leiter des Forschungsteams an der Bar Ilan-Universität, die das Projekt durchführt, ist optimistisch:

„Diese Technologie bedeutet gute Neuigkeiten für die Menschheit, besonders für Menschen, die von Geburt an blind sind, weil hier keine OP nötig ist, oder andere wichtige Sinne oder Organe beschädigt werden können“, erklärt Zalevsky.

Quelle: israelische Tageszeitung Haaretz vom 31.5.2013 / Israel. Botschaft (Berlin)

Foto: Petr Novák, Wikipedia


Israel: Intelligenz nimmt durch Studium zu – auch bei Behinderten mit Down-Syndrom

Irgendetwas an dieser Klasse ist anders: Als die Dozentin für die kommende Woche einen Test ankündigt, brechen die Studenten in Begeisterungsrufe aus.Vielleicht liegt es daran, daß die Teilnehmer (noch) keine gewöhnlichen Studierenden sind.

Sie sind Teil eines Programms an der Bar-Ilan-Universität, das es erstmals in Israel geistig Behinderten ermöglicht, Hochschulinhalte zu studieren.


Studierende des Programms (Foto: Haaretz)

Im Rahmen des M.A.-Studiengangs Sonderpädagogik unterrichten Studierende hier Kursteilnehmer, die z.B. das Down-Syndrom haben. Initiatorin des Projekts ist Prof. Hefziba Lifshitz-Vahav, die das Programm leitet.

Die Teilnehmer studieren hauptsächlich Inhalte, die aus Programmen der Fern-Universität stammen und sprachlich aufbereitet wurden. Ziel ist jedoch, daß zumindest ein Teil von ihnen im zweiten Studienjahr in das reguläre B.A.-Programm wechselt.

Auch dort stünde ihnen immer ein Mentor zur Seite, der sie während der Vorlesungen und Seminare begleitet. Eingeschrieben wären die behinderten Studenten dann als Gasthörer mit der Möglichkeit, an Prüfungen teilzunehmen.

Prof. Livshitz-Vahav erklärt, die Teilnehmer wüchsen während des Programms weit über den ihnen zugeschriebenen IQ hinaus: „Daher interessiert mich ihr IQ auch nicht“, so die engagierte Professorin: „Ich möchte beweisen, dass sie es im Studium schaffen können. Der Himmel ist die Grenze, und wir fangen jetzt erst an.“

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin