Fürth: Premiere der Kammeroper „Baruchs Schweigen“ am 13. Juni 2015

Am Stadttheater Fürth feiert am 13. Juni die Kammeroper „Baruchs Schweigen“ von Ella Milch-Sheriff Premiere. Weitere Aufführungen folgen am 14. Juni sowie vom 17. bis 20. Juni 2015 jeweils um 19,30 Uhr.

Die israelische Komponistin Ella Milch-Sheriff, geboren 1954 in Haifa, ist die Tochter osteuropäischer Shoah Überlebender. Eisiges Schweigen bestimmte das Verhältnis zu ihrem Vater. Erst schrittweise begreift sie, dass der Grund für das gestörte Verhältnis in dessen Vergangenheit liegt.

Ella Milch-Sheriff hat ihre berührende Lebensgeschichte zuerst als Buch mit dem Titel „Ein Lied für meinen Vater“ 2008 veröffentlicht.

Das Staatstheater Braunschweig erteilte ihr daraufhin einen Kompositionsauftrag für eine Kammeroper, die 2010 uraufgeführt wurde. Die Oper beruht auf den Tagebuchaufzeichnungen des Vaters der Komponistin aus dem Jahr 1943.

Ihr inzwischen verstorbener Vater fordert seine Tochter im Testament auf, in ihr Elternhaus zurückzukehren. Sie erfährt von dem grausamen Schicksal ihres Vaters, einem jüdischen Arzt während der Nazi-Diktatur, der nie über seine Vergangenheit gesprochen hat.

Zudem hört sie erstmals, dass sie einen Bruder hat. Nun wird ihr die Existenz der verstorbenen Familienangehörigen bewusst, die sie zwar als Geister schon immer begleiteten, deren Geschichten sie aber bisher nicht kannte.

Am Stadttheater Fürth wird jetzt die Familiengeschichte Ella Milch-Sheriffs neuinszeniert. Die Produktion wird durch Bayerischer Rundfunk aufgezeichnet.

Kammeroper von Ella Milch-Sheriff ; Libretto von Yael Ronen; Deutsch von Avishai Milstein
Produktion: Stadttheater Fürth; Musikalische Leitung: Walter Kobéra; Inszenierung: Bruno Berger-Gorski ; Ausstattung: Thomas Dörfler; ensemble KONTRASTE.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin