Bargeld: CSU-Fraktion gegen EU-Obergrenze

Per Dringlichkeitsantrag setzt sich die CSU-Fraktion in Bayern dafür ein, dass die Möglichkeit der unbegrenzten Bargeldzahlung im Handel und bei Dienstleistungen erhalten bleibt. Dies will die Europäische Kommission unterbinden – sie plant europaweit eine Obergrenze von 10.000 Euro einzuführen.

Dazu erklärt CSU-Haushaltspolitiker Steffen Vogel: „Bargeld ist Freiheit! Der Staat muss nicht alles regulieren, sondern den Menschen ihre Freiheit belassen. Die Bürger sollen auch in Zukunft so bezahlen können, wie sie es für richtig halten. Eine Obergrenze von 10.000 Euro ist der Einstieg in die Abschaffung des Bargelds. Deshalb bin ich dagegen.“

Für den europapolitischen Sprecher der CSU-Fraktion Dr. Franz Rieger steht fest, dass die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eine wichtige, europäische Aufgabe für unsere Sicherheit ist. Er betont jedoch:

„Wir haben in Deutschland schon scharfe und wirksame Nachweispflichten, wenn jemand höhere Beträge mit Bargeld zahlen will. Da muss man die Barzahlungsmöglichkeiten nicht einschränken Eine europaweite Bargeldobergrenze ist nicht notwendig und greift unnötig in die Kompetenzen der Nationalstaaten an. Und die Erfahrung mit Bargeldobergrenzen in anderen europäischen Ländern zeigt, dass diese auch nicht mehr bringen als Nachweispflichten.“

Der Dringlichkeitsantrag wird morgen mit den Stimmen der Regierungsfraktionen im Plenum verabschiedet.

Quelle: Pressemeldung der CSU-Landtagsfraktion


Pflegeheim in Bayern: Dreifach-geimpfte Corona-Tote und 41 Covid-Infektionen

In einem bayerischen Seniorenheim in Geretsried ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Dabei ist eine 93-jährige Bewohnerin gestorben – nach dreifacher Impfung. Dies berichtet heute das Gesundheitsportal „Praxisvita.de“.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ haben sich 26 Bewohner(innen) und 15 Angestellte mit dem Covid-19-Virus angesteckt. Abgesehen von zwei Personen waren alle anderen Infizierten „vollständig“ (= zweimal) geimpft.

Siehe hierzu ergänzend eine Nachricht vom 27. August:

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Bayern: Verw.-Gerichtshof erklärt Söders erste Corona-Maßnahmen für rechtswidrig

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärt die von Bayerns Staatsregierung im März 2020 verhängte Ausgangssperre für unwirksam.

In den kommenden Wochen und Monaten stehen Hauptsache-Entscheidungen zu den Corona-Maßnahmen an. Am Montag bekam ein Kläger aus Bayern, der sich gegen die im März 2020 von der Staatsregierung in München erlassene Ausgangsbeschränkung gewehrt hatte, einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs zugestellt.

Der Inhalt der bislang nicht veröffentlichten Entscheidung wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht gefallen, denn die Richter stellten fest, dass die Maßnahme rechtswidrig war.

Quelle und Fortsetzung der Nachricht hier: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus234231086/Corona-Soeders-Wegsperren-der-Bayern-war-rechtswidrig.html

Ergänzende Information: Der ehem. Verfassungsgerichts-Präsident H. J. Papier rechnet mit der Corona-Maßnahmenpolitik der Bundesregierung ab: https://reitschuster.de/post/vertrauen-in-den-staat-erschuettert-ex-verfassungsgerichts-praesident-zerlegt-corona-politik/


Konservative CSU? – Das Ende einer Legende

Von Peter Hahne

Söders politische Pleitewelle ist unübersehbar. Die Bilanz der Landtagswahl 2018 und nun der Bundestagswahl: eine einzige Katastrophe. Da passt kein Techtelmechtel mit den Grünen. Jetzt kommt wieder die Komödie „Konservativ“ zur Aufführung.

Es ist jedoch keine Legende, sondern der feine Unterschied: Leute wie Strauß brachten trotz Landesstolz à la „Bavaria First“ meist die besten Leute im Bund in Stellung. Doch Söder hinterlässt verbrannte Erde.

Der Verfall war programmiert: Statt einstiger CSU-Schwergewichte wie Theo Waigel, Wolfgang Bötsch, Franz Josef Strauß und Co schickte Söder die Doro und den Andy nach Berlin. Und nicht zu vergessen: den Horst, den Heimatminister für unkontrollierte Einwanderung.

Mit die schwächsten Minister der vergangenen Koalition kamen von der CSU – und sie alle bekamen ihr Fett weg vom Wähler. Von wegen starke CSU mit sämtlichen verfügbaren Direktmandaten. Ende Legende!

Die Wahrheit: Doro (Bär) erlitt eine knallende Klatsche in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen, exakt minus 12 Prozentpunkte bei den Erststimmen. Andy (Scheuer) stand ihr in Passau in nichts nach, im Gegenteil: ein Minus von 16,8 Prozentpunkten.

So viel zur Legende, Söders Personal sei der Retter der Union. Der Imageverlust der Union (Forschungsgruppe Wahlen) lässt sich an diesen beiden Koryphäen geradezu personalisieren.

Und das beendet gleich die nächste Vorstellung: Mit Söder wäre alles anders – sprich: besser – geworden. Leider ist auch der geschätzte Hesse Hans-Jürgen Irmer (CDU) diesem täglich via Umfragen befeuerten Missverständnis aufgesessen. Er meint im TE-Interview sogar jetzt noch, der Retter käme aus Franken. Ausgerechnet der standhafte Irmer, der wie kaum einer glasklar für „CK“ steht: für das Christliche und das Konservative in der Union.

Wie will er denn vor seinen Wetzlarer Wählern erklären, dass gerade jener Söder noch kurz vor Toresschluss als Protestant die katholische Kirche zur Segnung der „Ehe für alle“ aufgefordert hat. Um nur ein Beispiel der Anbiederung an die Grünen zu nennen, von Klima und Corona ganz zu schweigen. Vom Kreuz-Aufhängen zur Regenbogen-Maske war nur ein kurzer Weg. Man muss halt flexibel sein.

Nein, die erfolgte Quittung ist das Ende der Legende, der konservative „Berliner Kreis“ hätte je etwas zu melden gehabt in der Union. Neben Irmer sind auch fast alle anderen „Berliner“ mit der jetzigen Wahl von der Bildfläche verschwunden. Man kann sich jetzt in einer Telefonzelle treffen.

Das Konservativ-Christliche hat bei CDU und CSU keine Konjunktur mehr. Die Wahl hat auch dieser Legende ein Ende gesetzt.

Quelle und vollständiger Artikel des ehem. ZDF-Moderators Peter Hahne hier: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/soeder-wider-die-legendenbildung/


Freie Wähler mit 2,4% bei den Kleinen vorn

Die Freien Wähler sind der „Große unter den Kleinen“, schreibt die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ über die Bundestagswahl-Ergebnis der FW. Unter den sogenannten Sonstigen sind sie mit 2,4% die stärkste Kraft geworden. Dies entspricht einem Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zur Wahl 2017.

In Bayern, wo die Freien Wähler in einer Koalition mit der CSU die Landesregierung bilden, verbesserten sie sich um 4,3 Prozent und erreichten 7,5 Prozent.

Der FW-Bundes-Chef und bayerische Landesvorsitzende Hubert Aiwanger ist zugleich Vize-Ministerpräsident des Freistaats. Er erregte den Zorn von MP Söder wegen seiner „Impf-Verweigerung“, was zu wochenlangen Mediendiskussionen führte.

Wir haben sowohl hierüber wie über weitere Themen zu Aiwanger und den Freien Wählern in unserem Blog berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/?s=aiwanger

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Bildungsethik angesichts der Coronakrise

Von Dr. Axel Bernd Kunze

An den Hochschulen wird mehr oder weniger kontrovers darüber gestritten, wie und in welchem Umfang eine Rückkehr zum Präsenzbetrieb im neuen Wintersemester möglich werden kann. Die 3-G-Regel wird kommen.

In Bayern sollen Tests für ungeimpfte Studenten weiterhin kostenfrei bleiben, in anderen Bundesländern nicht. Von einzelnen Kollegen ist aber auch schon die Forderung zu hören, eine 2-G-Regel für den Lehrbetrieb einzuführen.

Wo bleiben jetzt die Hochschullehrer und Fächer, welche die Menschenrechte in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten immer mehr als Instrument einer umfassenden Gesellschaftsreform ausgedehnt haben, im Namen radikaler Inklusion, sozialer Teilhabe, Partizipation, Anerkennung, Respekt, Beteiligungsgerechtigkeit …? Dies alles scheint jetzt vergessen. Und es war vermutlich in vielem immer nur aufgesetzt gewesen, ein akademisches Glasperlenspiel. Wie andere Akteure scheitert jetzt auch die akademische Welt an der Krise.

Es fällt in dieser Krise, die wir gegenwärtig erleben, auf, wie wenig Gespür für gravierende Grundrechtskonflikte vorhanden ist. Wie war das mit dem Recht auf Berufsausbildungsfreiheit und dem Recht auf Bildung? Vor Jahren haben alle gerufen, Bildung sei das Wichtigste – und alles musste sich dem Thema Bildungsgerechtigkeit unterordnen.

Und jetzt ist auf einmal Gesundheit das Allerwichtigste – und alles muss dem Gesundheitsschutz untergeordnet werden. Und morgen …!? Dann kommt das nächste Thema, das politisch absolut gesetzt wird und radikale Aufmerksamkeit beansprucht.

Bei einer hysterischen Debatte, die für einzelne Themen immer gleich einen absoluten Vorrang postuliert, ist kein Spielraum für differenzierte Abwägungsprozesse. Das Gespür für eine differenzierte Güter- und Übelabwägung schwindet – doch nicht allein in der alltagstheoretischen Debatte über ethische Fragen.

Universität von Münster im Stadtschloß

Ich erlebe auch in meiner Disziplin, der Sozialethik, wie Methodenwissen zunehmend verfällt. Ein befreundeter Psychologe hat es so erklärt: Wo zunehmend moralisierend diskutiert wird (Haltungswissenschaft, Haltungsjournalismus, Haltung zeigen gegen Rechts …), da muss man keine ethischen Vorzugsregeln anwenden; da gibt es nur noch Schwarz und Weiß, absolut Gut und absolut Böse

Die politischen Folgen zeigen sich: Der Abweichler wird erpresst, und man nennt dies noch Solidarität. Mit Selbstbestimmung und Achtung vor dem eigenverantwortlichen Subjekt hat das wenig zu tun.

Es bleibt ein Abgesang auf ein bürgerliches Freiheitsverständnis. Ohne ein solches wird die akademische Leistungsfähigkeit unseres Hochschulsystems und unseres Landes auf Dauer aber nicht zu halten sein.

Erstveröffenhtlichung des Beitrags von Dr. Kunze hier: https://bildung-und-ethik.com/2021/09/23/schlaglicht-abgesang-auf-die-freiheit-auch-an-den-hochschulen/


Aiwanger warnt vor „Jagd auf Ungeimpfte“

Von Felizitas Küble

Der bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist durch seine Skepsis gegenüber der Corona-Impfung deutschlandweit in die Schlagzeilen geraten. Der für die Bürgerfreiheit auch in diesem Bereich engagierte Politiker ist zugleich Chef der FREIEN WÄHLER auf Landes- und Bundesebene.

Wir haben im CHRISTLICHEN FORUM bereits ausführlich über ihn berichtet und dabei die Angriffe von Ministerpräsident Söder auf Aiwanger wegen dessen Nicht-Impfung kritisiert (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2021/08/07/freie-wahler-bleibt-aiwanger-standhaft/)

Die deutlichen Einwände Aiwangers aus den letzten Wochen wirken indessen angesichts der gestern erfolgten Beschlüsse gegen Nicht-Geimpfte immer berechtigter. Der CW-Chef warnte vor einer „Jagd auf Ungeimpfte“ und er wandte sich gegen eine „Einheitsspritze für alle“. Zudem beschwerte er sich darüber, daß die politische Elite ihn als „Werbeträger“ zur Impfung dränge.

Innerhalb seiner FREIEN WÄHLER gibt es zur Impf-Causa natürlich verschiedene Ansichten und Richtungen. Aber das Wahlprogramm der bürgerlich orientierten FW lehnt jedenfalls eindeutig jedwede Impf-Pflicht ab. Somit liegt Aiwanger mit seiner Betonung der Freiwilligkeit durchaus auf der „Parteilinie“.

Neuesten Umfragen zufolge liegen die FREIEN WÄHLER derzeit bundesweit bei 3,5%. Manche Bürger, denen die CDU samt Söders Zeitgeist-CSU inzwischen zu „links“ und die AfD zu „rechts“ ist, werden vielleicht diese Aiwanger-Partei wählen, die nicht nur stark im Bayerischen Landtag präsent, sondern auch im Landtag von Rheinland-Pfalz vertreten ist. Immerhin verfügen die FW in vielen Regionen über eine beträchliche Infrastruktur und über viel Erfahrung in Städten und Gemeinden.

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FREIE WÄHLER: Bleibt Aiwanger standhaft?

Von Felizitas Küble

Seit Wochen steht der unangepaßte Vize-Ministerpräsident von Bayern, Hubert Aiwanger, unter Beschuß sowohl von links wie auch von Markus Söder, mit dem die von Aiwanger geführten FREIEN WÄHLER koalieren und gemeinsam den Freistaat regieren.

Der bodenständige Niederbayer, der zugleich Landes-Wirtschaftsminister und außerdem Bundesvorsitzender seiner Partei ist, wird in manchen Medien gerne als „Bauer“ bezeichnet, was zwar nicht falsch, aber unvollständig ist: Aiwanger ist ein akademisch gebildeter Agrar-Ingenieur.

Der 50-jährige Chef der Freien Wähler (FW) – die übrigens zur Bundestagswahl antreten und in Rheinland-Pfalz bereits im Landtag sitzen – ist unter Druck von Medien und Politik geraten, weil er sich nicht impfen lassen möchte.

Man fragt sich, wo Freiheit und Toleranz in diesem Lande bleiben, wenn eine persönliche Entscheidung des katholischen Familienvaters zu derartigen Attacken – nicht zuletzt durch MP Söder – führen kann.

Es bleibt zu hoffen, daß Aiwanger sich nicht mürbe machen läßt und damit auch verdeutlicht, daß wir in einem freiheitlichen Staat leben, in dem jedweder Zwang zur Impfung nicht infrage kommt – das gilt auch für eine direkte oder indirekte Impf-Pflicht.

Allein schon der vielgebrauchte Ausdruck „Impf-Verweigerer“ hat einen negativen Beigeschmack, als würde jemand quasi seine Pflicht und Schuldigkeit „verweigern“.

Söder hat seinen Vize-Ministerpräsidenten erst oberlehrerhaft abqualifiziert und dann sogar unfair in die Nähe der „Querdenker“ gerücktaber auch dadurch ließ sich Aiwanger nicht unterkriegen, was eine robuste Standfestigkeit zeigt.

BILD: Sachlich-kritisches Bestseller-Buch des Biologen Arvay zur Impf-Debatte

Mit Recht wendet er sich gegen eine staatliche Impf-Pflicht und gegen das Impfen von Kindern ab 12 J., was die Stiko (Ständige Impf-Kommission) bislang genauso sieht. Die FREIEN WÄHLER lehnen in ihrem Wahlprogramm-2021 die Einführung einer Impf-Pflicht ausdrücklich ab. Somit bewegt sich Aiwanger bei diesem Thema sehr wohl innerhalb seiner Parteilinie.

Es geht aber nicht allein um diese Thematik. Der FW-Chef positioniert sich deutlicher als die CSU unter Söder gegen die Grünen („eine intolerante Verbotspartei“), eine verfehlte Asylpolitik und den Genderwahn (leider verwendet das FW-Programm selber den Genderstern), er verteidigt deutlich den Mittelstand und fordert Schluß mit unverhältnismäßigen Corona-Lockdowns.

Die Grünen seien – so sein Vorwurf – zu einer radikal-feministischen Partei mit „Mobbing gegen Männer“ geworden: „Bei denen muss man sich schon dafür entschuldigen, ein Mann zu sein.“Auch die Frauenquote lehnt der etwas robust aufretende Familienvater ab und schlägt eine familiengerechte Förderung vor.

Den abwertenden linken Ausdruck „alte weiße Männer“ bezeichnet Aiwanger als „Rassismus in Reinform“. Zugleich finden sich bei den Grünen die meisten Impf-Fanatiker bei 90% Unverständnis für Impf-Unwillige (siehe die kürzliche INSA-Umfrage hierzu).

Der eigenständig denkende FW-Chef beklagt zugleich im Interview mit „The European“: „Traditionelle Werte finden ja in der CDU nicht mehr statt, sondern nur noch grüner Mainstream.“ Zugleich finden sich bei den Grünen die meisten Impf-Fanatiker mit Unverständnis für Impf-Unwillige.

Vermutlich werden viele bayerischen Wähler genau das tun, was der FW-Chef ihnen empfiehlt: Erststimme CSU, Zweitstimme Freie Wähler und dies umso mehr, als sich Söder von Jahr zu Jahr stärker von seinen einstigen konservativen Ansichten – oder trieb er früher eher taktische Sprücheklopferei? – entfernt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Evangelikaler ABC kritisiert Beihilfe zur Selbsttötung: Kirche soll Klarheit schaffen

Der bayerische Diakoniepräsident Michael Bammessel hat dafür geworben, das christliche Verständnis der Würde des Menschen auch in die Debatte um Beihilfe zur Selbsttötung einzubringen.

Maßgeblich sei für ihn das so genannte „Kronenkreuz“ der Diakonie, also die Verbindung von Kreuz und Krone: Auch in Menschen, die schweres Leid tragen, leuchte durch Christus der Glanz Gottes.

Kein Leben sei daher wertlos: „Deshalb können wir als Diakonie auch nicht Herr über Leben und Tod spielen“, betonte Bammessel (siehe Foto) bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC) im mittelfränkischen Gunzenhausen.

Gerade auch im größten Leid gehe es darum, die Würde des Menschen zum Leuchten zu bringen. Vor diesem Hintergrund sei es für ihn undenkbar, dass diakonische Einrichtungen Beihilfe zur Selbsttötung anböten.

Eine Debatte dazu hatten mehrere evangelische Theologien, darunter der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, angestoßen. Bammessel äußerte Verständnis für die aufgeworfenen Fragen, da in diakonischen Einrichtungen auch Menschen mit Einstellungen betreut würden, die er selbst nicht teile: „Auch sie verdienen unseren Respekt und unsere Begleitung.“

Er könne sich beispielsweise nicht vorstellen, einem Suizid-Willigen ein Gebet zu verweigern. Es wäre auch fatal, so Bammessel, wenn Menschen den Eindruck gewönnen, man könne über das Thema Sterben nicht mit Kirchenvertretern reden, weil sie kein Verständnis für die Angst vor einem womöglich qualvollen Sterben hätten.

Auch Professor Ralf Frisch (siehe Foto) von der Evangelischen Hochschule Nürnberg warnte vor einer Art Besserwisserei, die den Gesprächsfaden zu schnell abreißen lasse. Damit sei aber nicht der Verzicht auf eine dezidiert christliche Position gemeint, so Frisch, der den Selbstbestimmungsbegriff des Sterbehilfe-Urteils des Bundesverfassungsgerichts einer deutlichen Kritik unterzog:

„Christen können nicht für eine Selbstbestimmung stehen, die den Menschen nicht vor seiner Selbstzerstörung schützt. Christen stehen vielmehr für einen ‚Paternalismus‘ im besten Sinn des Wortes. Unsere Selbstbestimmung steht letztlich nicht in unseren Händen, sondern in den Händen Gottes, des Vaters. Wenn Gott in den Raum des Sterben-Wollens und des Um-das-Leben-Ringens eintritt, dann verändert sich etwas, vielleicht sogar alles.“

Evangelische Ethik und Seelsorge sollten gerade beim Thema des assistierten Suizids den Mut haben, Gott zur Sprache zu bringen. Beim Gedanken, dass der assistierte Suizid – wie von einzelnen Theologen vorgeschlagen – zu einer Art Kasualie (kirchlichem Ritual) werde, grusele ihn hingegen.

Uwe Heimowski (siehe Foto), der Politik-Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, erinnerte an die Ernsthaftigkeit der Debatte im Bundestag, als dieser 2015 gewerbsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe stellte.

Er hoffe, dass in der kommenden Legislaturperiode genauso intensiv über eine Neuregelung diskutiert werde, nachdem das Bundesverfassungsgericht das Gesetz im Februar 2020 unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht für verfassungswidrig erklärt hatte: Das Recht auf selbstbestimmtes Leben beinhalte, so die Karlsruher Richter, auch das Recht auf Sterbehilfe.

Diese Entscheidung sei ein klarer Bruch mit der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, kritisierte ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger (siehe Foto).

Karlsruhe habe eine Art Grundrecht zum Suizid postuliert, das nicht einmal auf schwere oder unheilbare Krankheitszustände oder bestimmte Lebens- und Krankheitsphasen beschränkt sei. Hier werde Autonomie zum Maßstab aller Dinge gemacht: „Da dürfen wir als Kirche nicht mal den kleinen Finger reichen“, so Vieweger.

Auch der ABC-Vorsitzende Till Roth riet zu Klarheit. Man könne nicht aus Sorge, wie kirchliches Handeln in einer säkularen Gesellschaft ankomme, auf biblische Wahrheit verzichten. Sowohl das Evangelium als auch die Gebote Gottes seien zu predigen – und damit auch die göttlichen Maßstäbe für ein gutes und gottgefälliges Leben.

Text und Fotos: Pressemitteilung des ABC


Bayern: Evangelikaler ABC wählt erneut Dekan Till Roth als Vorsitzenden

Pressemeldung des Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC)

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) wird auch in den kommenden vier Jahren von Dekan Till Roth (Lohr) geführt.

Roth (siehe Foto), der den ABC bereits seit September 2010 leitet, wurde bei der Mitgliederversammlung des ABC am 26. Juni im mittelfränkischen Gunzenhausen einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Zweiter Vorsitzender bleibt der Journalist und langjährige Landessynodale Hans-Joachim Vieweger aus München (siehe 2. Foto).

Neue dritte Vorsitzende ist Pfarrerin Ingrid Braun aus Weiltingen (siehe 3. Foto).

Dem Vorstand gehören außerdem an:

Professor Christoph Adt (Nürnberg), Reinhard Haagen (Neudrossenfeld), Daniel Kalkus (Lichtenfels), Pfarrer Dr. Jonathan Kühn (Holzkirchen), der Landessynodale Dr. Martin Seibold (Wilhelmsdorf) und der Religionspädagoge Andreas Späth (Windsbach)

Drei bisherige Vorstandsmitglieder kandidierten nicht erneut: die langjährige Landessynodale Herta Küßwetter (Ehingen), Pfarrer Dieter Kuller (München) und Doris Schlichting (Regensburg). Dekan Till Roth dankte ihnen für ihr großes Engagement für den ABC.

Deutliche Kritik an Matic-Resolution des EU-Parlaments

In verschiedenen Beiträgen wurde heftige Kritik am jüngsten Beschluss des EU-Parlaments zum so genannten „Matic-Report“ geäußert, der u.a. ein Recht auf Abtreibung postuliert. Sie könne nicht verstehen, dass das EU-Parlament die Tötung menschlichen Lebens als Teil der Gesundheitsfürsorge definiere, so die neue dritte ABC-Vorsitzende Ingrid Braun.

Besonders fatal sei, dass in dem entsprechenden Entschließungsantrag der Gewissensschutz von Ärzten hinterfragt werde, wenn diese sich weigerten, an Abtreibungen mitzuwirken. „Es ist eine Verkehrung der Welt, wenn das Lebensrecht ungeborener Kinder überhaupt keine Rolle mehr spielt“, so Pfarrerin Braun (siehe Foto).

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) besteht seit 1989. In ihm haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen – u.a. vom CVJM Bayern, der Geistlichen Gemeindeerneuerung und den pietistischen Gemeinschaftsverbänden. Sie vertreten bekenntnislutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische und pietistische Prägungen innerhalb der bayerischen Landeskirche.

www.abc-bayern.de

www.christustag-bayern.de