Biblischer Dienst oder geistlicher Missbrauch?

Wenn „Heilung“ zum Unheil und „Befreiung“ zur Manipulation führt

Die private pfingstbewegte Initiative „Liebe Gottes Dienst“ aus Zwickau wird vom Ehepaar Martin und Dana Leistner geführt.

Schon auf ihrer gleichnamigen Startseite erfahren wir typisch  schwarmgeistige Schwerpunkte ihrer Tätigkeit, nämlich das Gebet um eine „Geisttaufe“, die Austreibung von Dämonen und die Krankenheilung.

Eine Telefonnummer oder Anschrift sucht man auf dieser und den anderen Blogs des Ehepaars vergeblich (deren „Impressum“ schweigt sich darüber aus): http://www.liebegottes.de/

Jene Menschen, die hier und in anderen charismatischen Gruppen nach „Heilung und Befreiung“ suchen, kommen oft aus der Esoterik und dem Okkultismus/Spiritismus.

Sie ersehnen einem Ausweg aus ihren inneren Nöten und werden dann von derartigen Initiativen in weitere Probleme hineingeführt – nur sind diese Schwierigkeiten anders geartet als die vorherigen (aber oft noch schlimmer!).

Recht häufig sind die Vorsteher solcher Hauskreise und Gruppen selber in der Esoterik gewesen und haben danach eine angebliche „Geisttaufe“ erlebt, die sie als Bekehrung zum christlichen Glauben (miß)verstehen.

So schreibt auch das Ehepaar Leistner auf ihrer Startseite:

„Wir sind selbst durch einen jahrelangen Befreiungsprozess gegangen und wissen, was geistlicher Kampf ist und welche Durchbrüche man dabei erleben kann. Wir durften durch die Gnade des Herrn schon viele Zeichen und Wunder in der Kraft des Heiligen Geistes erleben.

Preis dem Herrn für die vielen Siege, die er uns gegeben hat! Wir predigen also nicht in Theorie, sondern aus persönlicher Erfahrung. Aufgrund der Ereignisse, die wir durchgehen mussten, können wir nun anderen Menschen helfen.“

Es wird freilich nicht  „nur“ um besondere charismatische Geistesgaben gebetet; sondern auch um den „Zehnten“ gebeten. Die Anhänger sollen also vom Einkommen den zehnten Teil spenden. Dazu heißt es:

Errettung, Heilung und Befreiung, der Dienst für Jesus, ist umsonst. Das kann kein Mensch bezahlen. Der Herr gibt es umsonst, wir sollen es umsonst weiter geben. Aber den Dienst auszuführen, das kostet uns etwas: Seine eigenen Wünsche hinten anstellen, Zeit und Aufwendungen. Wenn es Dir möglich ist, dann unterstütze unseren Dienst doch auch durch Opfer und Zehnten. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. Mit Deinen Gaben hilfst Du uns, dass wir weiter machen können, dass wir weiter anderen Menschen in ausweglos erscheinenden Situationen als des HERRN Werkzeuge helfen können.“

Auf einem weiterem Blog namens „Lebensentscheidung“ wird im Impressum folgendes mitgeteilt: „Es hat jahrelange Arbeit gebraucht, diese Webseiten zu erstellen und das Betreiben dieser Homepage und unser Dienst kostet Geld. Das Evangelium ist gratis, aber die Ausführung kostet uns Finanzen.“ (Quelle: http://www.lebensentscheidung.de/impressum.html)

Auf ihrer Internetseite veröffentlicht das Ehepaar Leistner zudem Jubelberichte über geheilte Personen – z.B. hier: http://www.liebegottes.de/erlebnisberichte/Liebe_Gottes_Dienst_Sommerbericht_2019.pdf

Demnach wird Menschen mit Selbstmordgedanken der „Suizid-Dämon“ ausgetrieben.

In der bekannt extrem-charismatischer Art bzw. Unart wird hinter jeder Ecke der Teufel erspäht und die Betroffenen angeblich vom ihm „befreit“ (nachdem man sie zuvor als „besessen“ zugetextet hat).

Auch sonst geht es aufregend zu bei den „seelsorglichen“ Diensten dieser Initiative – wir zitieren erneut:

„Eine Frau kam zu uns mit dem Anliegen, Hilfe zu erfahren, befreit und geheilt zu werden.Während dem Seminar saß sie versteift auf ihrem Stuhl. Sie hatte Mühe, von Gott zu empfangen, was ER für sie hatte. So zog sich der Heilige Geist zurück.

Plötzlich spürte ich stark die Kraft Gottes in meinem Körper und dann betete ich für sie mit dieser Salbung und legte ihr die Hände auf.

Plötzlich begann sie, zusammenzubrechen und die Mauern fielen ab und sie begann, zu weinen. Sie kauerte nun auf ihrem Stuhl. Die Frau, die vorher so stolz auf ihrem Stuhl saß und Mühe hatte, zu entspannen. Denn daskonnte sie ohne die Kraft Gottes nicht. Sie mußte vorher alles kontrollieren. Ihre Haltung war sehr angespannt und kontrolliert.

Aber nun: ZERBRACH die Kraft Gottes die dämonischen MAUERN und FESTUNGEN in ihr. Sie kauerte nieder und schluchzte. Die Teilnehmer schauten auf sie. Dann betete ich für ihre Knie, denn sie hatte Schmerzen und war krank. Daraufhin begannen, ihre Knie zu schlottern und zu zittern, vom Heiligen Geist berührt.

Nun wachten wirklich alle in der Versammlung auf, denn was hier passierte, war „OFFENBAR“. Es war die KRAFT GOTTES, die Leute berührte, wachrüttelte, heilte und befreite.“

Zu diesem befremdlichen Vorgang erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Freilich ist dieses schwarmgeistig-panische Vorgehen auch noch steigerungsfähig, denn das Ehepaar Leistner empfiehlt euphorisch den selbsternannten Exorzisten James Michael Stanton, der sich als „Apostel“ bezeichnet und derzeit auf den Philippinen aktiv ist.

Dabei werden selbst Kinder mit diesem „Befreiungsdienst“ behelligt (siehe Bilder), wie eine geistesverwandte Homepage aufzeigt: http://www.gemeindeamschlossberg.de/238843003

Auch dieser Herr Prophet ging – wie oft in diesen Kreisen  – einst selber „durch einen sehr langen Befreiungsprozess“: http://www.lebensentscheidung.de/heilungbefreiung/james_michael_stanton_remnant_warrior_christian_ministries.html

Außerdem heißt es begeistert, James Stanton lehre, wie man „Freisetzung von Gebundenheiten“ erfahren könne. Das habe aber „sehr viel Widerstand vom Feind hervorgerufen“.

Gewiß doch, denn nun folgt die übliche fanatische Dämonisierung kritischer Stimmen:

„Sein Dienst wurde wegen der sehr grossen Salbung, die ihm Gott gegeben hat, und der kompromisslosen Lehre von Satan sehr angegriffen, wobei leider auch einige Christen und Gemeinden sich vom Feind gegen ihn benutzen lassen haben. Bitte lassen Sie sich nicht beeinflussen und lesen Sie auch solche verleumdenden Berichte nicht! Diese Menschen will der Feind benutzen, um Ihnen Ihre Segnungen zu stehlen, die Gott für Sie hat.“

In seinem Heilungsveranstaltungen geht es richtig rund, denn dabei wirkt eine „enorme Salbung Gottes, die das satanische Joch bei vielen Anwesenden zerbricht“:

„Zahlreiche Menschen wurden schon in seinem wertvollen Dienst geheilt und von dämonischen Ketten befreit. Viele Zeichen und Wunder und grosse Machttaten geschahen….Das konnten wir in den Versammlungen mit James mächtig erleben.“

Neben Heilung und Befreiung, Zeichen und Wundern gibt es ein fünftes charismatisches Zauberwort, nämlich „Durchbruch“.

Gemeint ist damit eine Art „Geisttaufe“ in verschiedenen Formen, sei es durch ekstatisches Zungengebet, „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance), Visionen oder sonstige außergewöhnliche Manifestationen des vermeintlichen „Heiligen Geistes“.

Wie ich von Betroffenen immer wieder erfahre (auch in dieser Woche von mehreren Aussteigern), führen solche Praktiken nicht selten zu schwerwiegenden psychischen und spirituellen Problemen, mit denen die Opfer dann allein gelassen werden  – oder noch schlimmer: immer weiter in diesen irrgeistigen Teufelskreis hineinschlittern.

Derartige Vorbgänge sind kein wirklicher „biblischer Dienst“, sondern geistlicher Missbrauch zu Lasten der Gläubigen, denn sie bewirken keine echte Heilung und Befreiung, sondern häufig neue Gebundenheiten, Panikstimmung und weitere theologische Abwegigkeiten.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Stimmt an den Gesang, schlagt auf die Pauke!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 81 (80),3-4.5-6ab.6c-8ab.10-11.

Stimmt an den Gesang, schlagt auf die Pauke,
die liebliche Laute, dazu die Harfe!
Stoßt in die Posaune am Neumond
und zum Vollmond, am Tag unsres Festes!
.
Denn das ist Satzung für Israel,
Entscheid des Gottes Jakobs.
Das hat ER als Gesetz für Josef erlassen,
als Gott gegen Ägypten auszog.
.
Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:
Seine Schulter hab‘ ich von der Bürde befreit,
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not
und ich riss dich heraus.
.
Für dich gibt es keinen andern Gott.
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der HERR, dein Gott,
der dich herausgeführt hat aus Ägypten.
Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.


Erscheinungen in Brasilien bieten Esoterik, Charismatik und Falschmystik zugleich

Von Felizitas Küble

Manchmal verbinden sich schwarmgeistige mit erscheinungsbewegten Elemente, etwa in Medjugorje oder bei Exerzitienhäusern wie z.B. „Haus Raphael“ in Bad Soden-Salmünster, das von der deutsch-indischen Nonne Sr. Margarita Valappila geleitet wird. Auch der selbsternannte Prophet Peter Stoßhoff kombiniert Falschmystik mit Charismatik.

Bei einigen Visionären in Brasilien kommt als dritte Geisteshaltung sogar noch die Esoterik dazu  – etwas ungewöhnlich zweifellos, aber das Erscheinungs(un)wesen wird immer „bunter“ bzw. kurioser.

Drei Seher/innen haben dort einen selbsternannten Orden mit dem Namen „Gnade-Barmherzigkeit“ gegründet, wobei auf eine kirchliche Anerkennung gerne verzichtet wird, schließlich erfolgte die Gründung der Kommunität durch einen direkten Ruf bzw. Anruf des Himmels.

Die drei erwählten Personen, nämlich Mutter María Shimani, Bruder Elías und Schwester Lucía de Jesús, betrachten sich als „geweihte Mönche“ mit einem speziellen Auftrag von oben, der ihnen durch Erscheinungen von Jesus, Maria und dem hl. Josef übermittelt wird. Die Webseite der Gemeinschaft nennt sich daher „Stimme und Echo der göttlichen Boten“.

Dabei fällt eine starke esoterische Untermalung der Botschaften auf. So heißt es in einer „Offenbarung“ des hl. Joseph vom 28. September 2018 u.a.:

„Glaube an den Tag, an dem der Himmel zur Erde herabsteigen wird und die Wahrheit sich vor den Augen der Menschen manifestieren wird, die Geheimnisse einer höheren Existenz enthüllend, jene Wesen enthüllend, die immer hier waren, um der Menschheit zu helfen…

Glaube an den Tag, an dem der Himmel zur Erde herabsteigen und enthüllen wird, dass das höhere Leben nicht nur in den Höhen wohnt. Er wird das Geheimnis enthüllen, das in der Tiefe des Planeten bewahrt liegt und sich in der Schönheit und der Kraft der Natur verbirgt…

Glaube an den Tag, an dem der Himmel zur Erde herabsteigen wird und dein Herr und Gott, nachdem Er Gerechtigkeit ausgegossen hat, erneut Barmherzigkeit auf die Herzen ausstrahlen wird, Heilung auf die geistigen Wunden, Wiederherstellung für den Geist der Erde und Gnade, um den tausendjährigen Frieden einzurichten.“

Da fehlt jetzt nur noch das Schlagwort vom „planetarischen Bewußtsein“ aus esoterischem Schrifttum.

Eigenen Angaben zufolge erhielt „Bruder Elias“ seit 15.11.2011 tägliche Botschaften der Madonna, ein Jahr später wöchentlich, dann ab dem 2.11.2013 nur noch monatlich. Sodann heißt es hierzu:

„Ab dem 1. März 2015 begann Maria einen neuen Zyklus von Tagesbotschaften mit universellen Unterweisungen der Liebe und des Friedens. Bei dieser Gelegenheit zeigte die Jungfrau dem Seher Bruder Elías sehr kritische Situationen auf dem Planeten und kündigte in der Folge an, dass der Menschheit vom Höchsten ein Geschenk gewährt worden sei, um diese Situationen auszugleichen: Von jenem Tag an würde ein Aspekt der Göttlichen Mutter, der sich dem Seher an diesem Tag als eine weiße Rose offenbarte – die Rose des Friedens, die Ihr Unbeflecktes Herz ist – , noch eine Zeitlang bei uns sein.“

Abgesehen von der theologisch unzulässigen Vergöttlichung Mariens (sie wird als „Göttliche Mutter“ bezeichnet, obwohl Maria beileibe nicht göttlich ist, sondern ein Geschöpf Gottes, wenngleich das heiligste von allen) wirken die Botschaften wie eine Mischung aus Ökopax, Esoterik, Friedensgesumse, Religionskitsch und verstiegenen Ankündigungen.

Eine feministisch-heidnische Vergötterung Mariens zeigt sich auch im Titel „Weltenmutter“  – und die dort präsentierte Anrufung ist theologisch hanebüchen; wir lesen dort z.B.:

„Wir preisen Dich, o Weltenmutter. Vollkommen ist Deine Gnade, die Einheit ist in Dir. Heilige Weibliche Energie, Du trägst in Dir die Neue Menschheit. O höchste Weltenmutter, tritt ein für uns Wesen der Erdoberfläche, damit wir geweiht werden können als würdige Kinder Gottes…“

Die wahre Madonna ist keine Spenderin, sondern vielmehr Empfängerin der himmlischen Gnaden  –  ist sie „voll der Gnade“ durch Gottes Huld und Erbarmen, nicht aus eigener Kraft. Deshalb bezeichnet die wirkliche Madonna GOTT als ihren „Retter“  – siehe ihr Magnificat aus dem Lukas-Evangelium.

Typisch charismatisch ist das ständige Reden von „innerer Heilung“ und „Befreiung“ (die beiden beliebtesten Zauberworte enthusiastischer Bewegungen).

Dazu paßt das so-genannte „Charismatische Gebet an Unsere Liebe Frau, die Knotenlöserin“, das die visionäre Gruppe propagiert; die Anrufung beginnt folgendermaßen:

„Herrin der Himmlischen Macht, löse von unserem Bewusstsein alle Knoten, die uns bedrücken und unsere Wege verschließen. Herrin und Knotenlöserin, durchtrenne und befreie die Fesseln des Lebens; Dein Licht Göttlicher Weisheit entferne die Abgründe dieser Welt und löse sie auf.“

Auch die in schwärmerischen Kreisen so beliebte „heilende“ Handauflegung darf da nicht fehlen: „Heilige Mutter, die alle Knoten löst, mögen gemeinsam mit Deinen Engeln und Erzengeln unsere Leben entbunden werden durch das Auflegen Deiner heiligen Hände.“

Zu guter Letzt wundert man sich nicht, daß diese Gruppierung, die auch in anderen Ländern  – vor allem Südamerikas  – herumreist und „missioniert“, für die Erscheinungen von Medjugorje wirbt – zumal das Bild der Maria, die diesen drei brasilianischen Ordensleuten erscheint, derjenigen von Medjugorje fast zum Verwechseln ähnlich sieht.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
1,68-69.70-71.72-73.74-75.

Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels!
Denn ER hat sein Volk heimgesucht und ihm Erlösung bereitet;
ER hat uns einen starken Retter erweckt
im Hause seines Knechtes David.
.
So hat ER verheißen von alters her
durch den Mund seiner heiligen Propheten.
ER hat uns errettet vor unseren Feinden
und aus der Hand derer, die uns hassen.
.
ER hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet
und an seinen heiligen Bund gedacht.
ER hat sich an den Eid erinnert,
den ER unserem Vater Abraham geschworen hat.
.
ER hat uns begnadet, damit wir,
 aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen
in Heiligkeit und Gerechtigkeit
vor seinem Angesicht all unsere Tage.
 

GOTT hat uns von der Bürde befreit

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 81 (80),3-4.5-6ab.6c-7.8a.10-11.

Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke,
die liebliche Laute, dazu die Harfe!
Stoßt in die Posaune am Neumond
und zum Vollmond, am Tag unsres Festes!

Denn das ist Satzung für Israel,
ein Entscheid des Gottes Jakobs.
Das hat ER als Gesetz für Josef erlassen,
als Gott gegen Ägypten auszog.

Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:
Seine Schulter hab‘ ich von der Bürde befreit,
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not
und ich riss dich heraus.

Für dich gibt es keinen andern Gott.
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der Herr, dein Gott,
der dich herausgeführt hat aus Ägypten.
Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.

 


Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 124 (123),1-2.3-4.5-6.7-8.

Hätte sich nicht der HERR für uns eingesetzt
– so soll Israel sagen -,
hätte sich nicht der HERR für uns eingesetzt,
als sich gegen uns Menschen erhoben,

dann hätten sie uns lebendig verschlungen,
als gegen uns ihr Zorn entbrannt war.
Dann hätten die Wasser uns weggespült,
hätte sich über uns ein Wildbach ergossen.

Dann hätten sich über uns die Wasser ergossen,
die wilden und wogenden Wasser.
Gelobt sei der HERR,
der uns nicht ihren Zähnen als Beute überließ.

Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen;
das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN,
der Himmel und Erde erschaffen hat.

 


Gott hört unser Seufzen und will alle befreien, die dem Tod geweiht sind

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 102 (101),16-17.18-19.20-21.29.22.

Die Völker fürchten den Namen des HERRN
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der HERR baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

ER wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht ER nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den HERRN lobpreise.

Denn der HERR schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt ER auf die Erde nieder;
Er will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,

Die Kinder deiner Knechte werden in Sicherheit wohnen,
ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen,
damit sie den Namen des HERRN auf dem Zion verkünden
und sein Lob in Jerusalem.