CDL begrüßt polnisches Verfassungsgerichts-Urteil gegen eugenische Abtreibung

Zu der Entscheidung des Verfassungsgerichts in Polen, Abtreibung aus eugenischen Gründen für unzulässig zu erklären, erklärt die

Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (siehe Foto):

„In einer europaweit vielbeachteten Entscheidung hat jetzt am 22. Oktober 2020 das oberste Gericht Polens, das Verfassungsgericht, Abtreibungen auf Grund von Fehlbildungen des ungeborenen Kindes für verfassungswidrig erklärt.

Damit folgt es konsequent einer Linie, die sich nach dem Ende des Eisernen Vorhangs in Polen immer mehr abgezeichnet hat. Im Kommunismus war in allen Ostblockstaaten Abtreibung völlig legal, stets zugänglich und zu Lasten der Frauen ein übliches Mittel der Familienplanung.

Das aktuelle Urteil in Polen bestätigt ein seit 1993 geltendes Gesetz, das Abtreibung nur nach Vergewaltigung und bei Gefahr für das Leben der Mutter erlaubt, jetzt aber nicht mehr aus eugenischen Gründen.

Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass das Kind in jeder Entwicklungsphase zu schützen sei, auch wenn dies eine besondere Belastung für die Mutter mit sich bringen könne. Dies müsse die Gesellschaft um der Achtung der Menschenwürde willen mittragen.

Schon seit Jahren hatten die 2019 neu bestätigte Regierung der nationalkonservativen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und der gerade wieder gewählte Präsident Duda angekündigt, einer weiteren Liberalisierung des Abtreibungsrechts eindeutige Grenzen zu setzen.

Innerhalb der Europäischen Union gilt damit in Polen die weitestgehende Regelung zum Schutz des ungeborenen Lebens. Dies löst seit Jahren im In- und Ausland kontroverse Debatten aus.

Als Christdemokraten für das Leben (CDL) begrüßen wir die grundsätzliche Entscheidung des höchsten polnischen Gerichts, die immer weiter zunehmende Zahl von Abtreibungen aufgrund von Behinderungen oder genetischen Belastungen als Unrecht und Diskriminierung gegenüber Ungeborenen zu begrenzen.

Leider steigen insgesamt europa- wie weltweit die Zahlen von Abtreibungen aus genetischen und eugenischen Gründen signifikant an. Die meisten Länder, Parlamente, Regierungen und Gerichte schauen dieser Entwicklung kommentarlos zu oder forcieren sogar noch die Selektion ungeborener Menschen wegen genetischer Disposition oder Behinderung.

Die Zahl der Abtreibungen aufgrund „medizinischer“ Indikation wächst auch in Deutschland auf fast vier Prozent aller vorgeburtlichen Kindstötungen.

In Deutschland haben zudem inzwischen sogar mehrfach bereits Gerichte entschieden,  dass eine nicht durch Abtreibung verhinderte Geburt eines behinderten Kindes im Einzelfall die betreffenden Ärzte schadensersatzpflichtig machen kann. Formal lässt zwar bisher auch die deutsche Rechtslage aus guten Gründen keine Abtreibung wegen Behinderung eines Kindes zu und verbietet damit eigentlich jede eugenische Selektion.

Aber in großer Widersprüchlichkeit dazu erlaubt das Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) die sogenannte „medizinische“ Indikation, die es ganz der Schwangeren überlässt, ob sie ein Kind aufgrund pränatal diagnostizierter möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen abtreibt oder annimmt. Damit ist die schwangere Frau oft unter erheblichen Druck gesetzt und wird im Grunde mit der Entscheidung über das Leben ihres Kindes allein gelassen.

Die Gesellschaft müsste ihr sehr viel stärker als bisher erkennbar wertschätzend, unterstützend und begleitend zur Seite stehen und Hilfen anbieten. Seitens der CDL haben wir dazu häufiger konkrete Vorschläge gemacht.

Die CDL setzt sich grundsätzlich für das Lebensrecht jedes Kindes ein, unabhängig von der Lebensphase, der sozialen Situation der Mutter oder der genetischen Disposition des Kindes.

Wir halten es daher für ein  wichtiges und richtiges Signal, wenn sich ein bedeutendes europäisches Nachbarland wie Polen – juristisch und politisch, getragen und legitimiert von einem Mehrheitsvotum der Bürger – gegen den aktuellen Trend in Europa stellt und damit für mehr statt weniger Lebensschutz eintritt.

Wer die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung wirklich überzeugend und nachhaltig abbauen will, muss mit dem Respekt und der Achtung jedes Menschen schon  v o r  der Geburt beginnen und diesen in jeder Lebensphase staatlicherseits als tatsächlich gleichwertig anerkennen und behandeln.“


Kinderarzt schrieb ansprechendes Kinderbuch

Von Cordula Mohr

Der sechsfache Familienvater, bekannte Lebensrechtler und Medizin-Professor Dr. Holm Schneider schrieb ein lesenswertes Kinderbuch mit dem Titel: „Warum Vampire nicht gern rennen“, das jetzt im im Stachelbart-Verlag erschienen ist.

Das fotografisch illustrierte Werk ermöglicht den Lesern einen interessanten Einblick in das Leben von Flo und Carolin, die beide mit einer Behinderung geboren wurden.

Trotz Ablehnung aus Teilen der Gesellschaft werden die beiden Kinder zu guten Freunden – und Flo zeigt Carolin seine ganz eigenartige innere und äußere Welt; sie ist spannend zu entdecken, zumal die meisten Kinder des Dorfes sagen, Flo sei ein Vampir, da er merkwürdig aussehe.

Diese auch für Erwachsene lesenswerte Geschichte des Kinderheilkundlers ist vor allem für das Grundschulalter geeignet. Besonders ansprechend sind die realistischen Bilder mit den schönen Naturaufnahmen.

Durch die Fotos der Kinder Flo und Carolin kann der Leser Menschen mit Behinderung an ihrem Aussehen erkennen. Bei echten Begegnungen mit diesen „besonderen“ Menschen kann dies durchaus hilfreich sein.

Ein sehr zu empfehlendes und mit 9,90 Euro erschwingliches Buch  – geeignet auch als Geschenk zur Erstkommunion.

Weitere Hinweise und Bestellmöglichkeit hier: https://www.buecher.de/shop/ab-8-jahren/warum-vampire-nicht-gern-rennen/schneider-holm/products_products/detail/prod_id/33866651/


AfD fordert „Rettungsschirm“ für Behinderte

Im Gegensatz zu Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen gibt es seitens der Regierung immer noch keinen Rettungsschirm für Behinderte und ihre Einrichtungen.

Uwe Witt, behindertenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, mahnt zu schnellem Handeln:

„Es kann nicht sein, dass die Politik der Regierung zielgerichtet an wirklich Hilfsbedürftigen vorbeigeht bzw. die Gruppe der Menschen mit Behinderung ignoriert wird. Behinderteneinrichtungen und Werkstätten haben zurzeit in der Versorgungspriorität einen unteren Stellenwert.

Leider sind Menschen mit Behinderung auf Betreuung und Pflege durch speziell geschultes Personal angewiesen, doch ihm wird die Arbeit in der derzeitigen Situation fast unmöglich gemacht. Es gibt in den Einrichtungen weder räumliche noch finanzielle Mittel, eventuell an Covid-19 Erkrankte zu behandeln und zu versorgen, obwohl Behinderte zur Risikogruppe gehören.

Allgemeinmedizinische Kliniken sind in der Regel nicht auf die Behandlung von Menschen mit mehrfacher oder geistiger Behinderung ausgelegt.

Für Sozialminister Hubertus Heil ist es blamabel, dass sein Ressort es nicht für nötig hält, unseren Behinderten eine ausreichende Unterstützung zukommen zu lassen. Es erweckt fast den Eindruck, man ruhe sich auf gemeinnützigen Vereinen aus, die den Ernst der Lage erkannt haben. So hat die ‚Aktion Mensch‘ ein 20-Millionen-Euro-Hilfspaket geschnürt, bei dem Einrichtungen Zuschüsse von bis zu 50.000 Euro beantragen können, um die Defizite aus dem Arbeits- und Sozialministerium abzupuffern.

Herr Heil, setzen Sie endlich unseren Rettungsschirm für Menschen mit Behinderung um. Ansonsten wird ihre Versorgung und Betreuung gänzlich kollabieren.“

Foto: Dr. Edith Breburda


In Coronakrise Rundfunkbeitrag aussetzen

Pressemeldung der AfD:

Die Zeiten der Corona-Krise belasten viele Bürger Deutschlands; auch finanzielle Sorgen sind enorm. Daher ist es notwendig, dass der Staat Maßnahmen trifft, die eine Entlastung der Bürger herbeiführen. Neben Steuersenkungen und anderen Erleichterungen ist dabei insbesondere an eine Aussetzung des Rundfunkbeitrages zu denken.

Stephan Brandner, Vize-Bundesvorsitzender der AfD, verdeutlicht, dass ein Aussetzen des Rundfunkbeitrages ein wichtiges Zeichen für die Menschen wäre.

Da der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (RBStV) auch eine Reduzierung des Beitrages auf ein Drittel für behinderte Menschen vorsähe, die wegen ihres Leidens an öffentlichen Veranstaltungen nicht teilnehmen können, sei es nur folgerichtig, dass ein Beitrag insgesamt nicht mehr erhoben werden könne, wenn keine öffentlichen Veranstaltungen mehr stattfinden würden, wie es derzeit der Fall ist.

Brandler erklärt abschließend:

„Auch wenn der Beitrag von 17,50 Euro monatlich die finanziellen Leiden der Menschen nicht entscheidend lindern können wird, so wäre es doch ein wichtiges Zeichen, auf den Einzug der Gebühr zu verzichten und so zu verdeutlichen, dass auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu Einschnitten bereit ist, die bereits jetzt weite Teile der Bevölkerung treffen und zukünftig treffen werden.

Einsparpotential ist in erheblichem Umfange vorhanden. So sollte sich der Rundfunk während der Krise auf sein Kerngeschäft, also Nachrichten, Bildung und Kultur beschränken und teure Produktionen im Bereich von einfachster Unterhaltung oder schlichten Serien oder Krimis aussetzen.“

 


Auch in Corona-Zeiten die Menschen mit Down-Syndrom nicht vergessen

Der 21. März wird seit einigen Jahren weltweit als Down-Syndrom-Tag begangen. Besonders Elterngruppen und Initiativen nutzen diesen Tag, um zu zeigen, dass auch Menschen mit Trisomie 21 unser Leben und unsere Gesellschaft bereichern.

Dazu erklärt Beatrix von Storch (siehe Foto), stellv. Bundessprecherin der AfD:

„Der internationale Down-Syndrom-Tag erinnert uns wieder daran, dass in Deutschland viele Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien teils unter schwierigen Bedingungen leben, sich nicht selten mangelnder Akzeptanz und Wertschätzung ausgesetzt sehen.

Oftmals wird das Lebensrecht von Menschen mit Trisomie 21 in Frage gestellt, und von Aktivistengruppen wird eine schrankenlose Abtreibung bei entsprechender Diagnose propagiert. Rund 90 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom werden in Deutschland abgetrieben, denn Familien mit Down-Kindern stehen bei uns oft unter einem unmenschlichen Rechtfertigungsdruck.

Wir als Alternative für Deutschland möchten mehr Verständnis, Solidarität und eine uneingeschränkte Akzeptanz für Down-Syndrom-Menschen. Als AfD fordern wir ein Recht auf Leben und auf freie Entfaltung auch für Menschen mit Down-Syndrom.“


Der ARCHE-Skandal um die Missbrauchstäter Jean Vanier und P. Thomas Philippe

Von Felizitas Küble

Er gilt als „Pionier der Inklusion“, als Vorreiter eines gemeinsamen Lebens von Behinderten und Gesunden „auf gleicher Augenhöhe“: Jean Vanier.

Die vielfach bewunderte „Lichtgestalt“ war Gründer der weltweit ausgebreiteten ARCHE-Kommunitäten, der im Vorjahr verstarb – und der jetzt wegen sexueller Übergriffe allseits kritisiert wird, auch von der eigenen Bewegung: https://www.arche-deutschland.de/uebergreifende-inhalte-und-funktionen/newsletter/news-detail/wir-sind-tief-erschuettert/

Die ARCHE gehört zu jenen „geistlichen Gemeinschaften“, wie sie in den 70er Jahren vor allem in Frankreich in zahlreichen Varianten aus dem Boden schossen, teils motiviert durch eher mystisch-spirituelle, teils durch charismatische Anführer und Ereignisse (bisweilen wirkten auch beide – ohnehin geistesverwandten – Faktoren gemeinsam).

Zugleich gründete Vanier in Frankreich gemeinsam mit der Gleichgesinnten Marie-Hélène Mathieu die internationale ökumenische Bewegung „Glaube und Licht“.

Es fällt auf, daß gerade diese „neueren Gemeinschaften“ stark vom Problem des geistlichen und des sexuellen Missbrauchs betroffen sind.

Erinnert sei an die gerichtfeste Verurteilung von Gründern/Leitern der charismatischen „Gemeinschaft der Seligpreisungen“. Ähnlich erging es der etwas intellektueller geprägten „Gemeinschaft vom Hl. Johannes“, die von dem Dominikanerpater und Missbrauchstäter Marie-Dominique Philippe geführt wurde. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/07/die-st-johannes-gemeinschaft-ist-mit-sexaffaeren-ihres-gruendervaters-belastet/)

Sowohl dieser Geistliche wie auch sein leiblicher Bruder, P. Thomas Philippe (ebenfalls Ordenspriester), haben sich sexueller Nötigungen an erwachsenen Frauen schuldig gemacht.

Jener Pater Thomas Philippe war zugleich geistlicher Begleiter der ARCHE und Mentor bzw. jahrzehntelanger Seelenführer des Arche-Gründers Jean Vanier, wobei Vanier selbst kein Priester, sondern „Laie“ war, allerdings Dozent und Doktor der Theologie.

Vanier „deckte“ die Taten bzw. Untaten seines Mentors Philippe und beging auch selbst Übergriffigkeiten an Frauen bzw. Nonnen seiner geistlichen Gemeinschaft.

Wir wollen uns aber nicht in biograpische oder sonstige Details verzetteln, die man auch woanders nachlesen kann. Es geht hier eher um ein paar grundsätzliche Überlegungen:

Seit über dreißig Jahren schreibe ich kritisch über schwärmerische und pseudomystische Vorstellungen und Geschehnisse im religiösen „Lager“, auch und gerade im katholischen.

Infolgedessen melden sich bei mir seit langem immer mehr Geschädigte von spirituellen Missbrauch bzw. seelsorglichen Übergriffen (so z.B. allein gestern zwei Aussteiger aus dem Fankreis der charismatischen „Gemeinschaft der Seligpreisungen“).

Angesichts jahrzehntelanger Kontakte mit Betroffenen beider christlicher Konfessionen  – meist Frauen mittleren Alters –  entsteht ein immer klareres Bild von jenen „religiösen“ Gesichtspunkten, die den geistlichen Missbrauch begünstigen und die jedwede Kontrolle und Aufklärung erschweren.

Zu den Negativ-Faktoren gehört häufig eine „inspirierende“ Gründergestalt, die von den Anhängern wie ein Heiliger (oder eine Heilige) verehrt wird, vielfach verbunden mit Visionen, „übernatürlichen“ Einsprechungen, besonderen „Geistesgaben“ usw.

Damit verfügt diese „Lichtgestalt“ –  so scheint es  –  über einen direkten Draht nach oben, wird als „gottgesandt“ und „geist-erleuchtet“ gewürdigt und schon zu Lebzeiten angehimmelt.

Je stärker der Gründer/Leiter charismatisch „begnadet“ ist, um unantastbarer festigt sich sein Ruf. Gerne wird in diesen Kreisen ein Wort aus dem Alten Testament vereinnahmt und missbraucht, das da lautet: „Tastet mir meine Gesalbten nicht an und tut meinen Propheten kein Leid an!“ (1 Chro 16,22).

Vor allem in schwärmerischen Gruppen eignet sich diese Bibelstelle bestens, um jede Kritik an den selbsternannten „Propheten“ im Keime zu ersticken.

Ich weiß von mehreren Betroffenen – vor allem aus der protestantischen Pfingstler-Szene  – wie sie in ihrer Gruppe mit diesem Wort als Übeltäter angeprangert wurden, sobald sie eine kritische Haltung einnehmen wollten.

In katholischen Kreisen werden Skeptiker in den eigenen Reihen hingegen gerne mit dem Vorwurf einer „Sünde gegen den Heiligen Geist“ eingeschüchtert, die sie angeblich auf sich laden, wenn sie „begnadete“ Personen und himmlisch „erwählte“ Seher/innen nicht als glaubwürdig betrachten.

Wichtig ist daher, daß sich Christen grundsätzlich von der irrigen Vorstellung lösen, unser Glaube beruhe auf außergewöhnlichen Phänomenen, Visionen, Erscheinungen, „Sühneseelen“ und vermeintlichen „Botschaften“ von oben.

Vielmehr gründet der katholische Glaube auf der Heiligen Schrift und der apostolischen Überlieferung, die nicht von „Seher/innen“ und Sonder-Begnadeten ausgelegt wird, sondern seit jeher vom Lehramt der Kirche.

Wer dies grundsätzlich erkennt, anerkennt und ernst nimmt, ist weitaus besser gewappnet gegenüber (un)geistlichen  – und auch sexuellen  –  Übergriffen. Zwischen dem spirituellen und dem sexuellen Missbrauch gibt es ohnehin fließende Übergänge.

Dies wird beispielhaft bei diesem Erlebnisbericht von Cordula Mohr deutlich, die nach erschütternden Erfahrungen aus der katholisch-charismatischen Szene ausgestiegen ist: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/31/missbrauch-der-beichte-was-ich-einst-im-zimmer-eines-indischen-paters-erlebte/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Kardinal Woelki würdigt Einsatz der Lebensrechtler und kritisiert den Bluttest

„Werbung für Abtreibung ist kriminell“

Der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, hat allen gedankt, „die für den Schutz des Lebens, insbesondere gerade auch für den Schutz des ungeborenen Lebens eintreten, die beten und opfern, die sich politisch oder wie auch immer für den Lebensschutz engagieren“.

In seiner Predigt am „Fest der Unschuldigen Kinder“ (28. Dezember) im Kölner Dom sagte Woelki:  „Wo sich Menschen zu Herren über Leben und Tod aufwerfen, haben sie den Weg der Menschlichkeit bereits verlassen.“ Das gelte „auch für die Gesellschaft, auch für unseren Staat“.

Christen würden sich „nie damit abfinden, dass in unserem Land von nicht wenigen die tausendfache Abtreibung als die Normalität einer liberalen, humanen und aufgeklärten Gesellschaft ausgegeben“ werde. Menschenwürde und Schutz des Lebens seien „allgemeingültige und unveräußerliche Grundrechte eines jeden Menschen“. Diese zu verteidigen sei daher auch „keine katholische Sonderlehre“.

Ausgehend von dem von König Herodes befohlenen Kindermord in Bethlehem, dessen Opfern die katholische Kirche am „Fest der unschuldigen Kinder“ gedenkt, bemängelte Woelki, dass sich in der unsere heutigen Gesellschaft „ein Bild vom Menschen“ durchgesetzt habe, „in dem Behinderung und Gebrechlichkeit als Schaden – als vermeidbarer Schaden – angesehen“ werde.

In diesem Zusammenhang kritisierte Woelki auch die Aufnahme von Bluttests auf das Down-Syndrom (Trisomie 21) bei Risikoschwangerschaften in den Leistungskatalog der Krankenkassen. Wörtlich sagte der Kardinal: „Wir wissen alle, worauf dieser Bluttest hinaus läuft: ein positives Ergebnis wird in den meisten Fällen das endgültige Lebens-Negativ für Kinder mit Down-Syndrom sein. Ihre gottgewollte Zukunft wird vernichtet“.

In seiner Predigt ging Woelki auch auf den Streit um das „Werbeverbot für Abtreibungen“ (§ 219a StGB) ein. Viele wüssten „augenscheinlich gar nicht mehr, dass Abtreibung weiterhin strafbar ist und der Abbruch einer Schwangerschaft allenfalls nur in Ausnahmefällen und nach einer erfolgten Pflichtberatung straffrei bleibt.“

Sollte künftig im Internet oder anderweitig in offener oder kommerzialisierender Weise für Abtreibungen geworben werden dürfen, käme dies einer weiteren Verharmlosung der Durchführung von Abtreibungen gleich.

Woelki weiter: „Werbung für Abtreibung, liebe Schwestern und Brüder, ist Werbung für einen Straftatbestand – und das ist kriminell! Hier entkriminalisieren zu wollen, bedeutet einen weiteren Dammbruch. Nicht für das Töten ist Werbung angesagt! Angesagt ist Werbung für das Leben! Niemand, habe das Recht, „über menschliches Leben zu verfügen, auch nicht in den ersten 12 Wochen“.

Quelle: ALFA-Newsletter


Rheine: Eltern kämpfen für den Erhalt der klassischen ELSA-Realschule

Von Felizitas Küble

In der Regionalpresse von Rheine – die Stadt liegt im nördlichen Münsterland – gibt es seit über einem Jahr eine anhaltende Debatte über die ELSA-Realschule, die in ihrer bisherigen klassischen Art von Inklusions-Plänen bedroht ist.

Unter „Inklusion“ versteht man in ihrer Endstufe die Abschaffung der Förderschulen für Behinderte, die stattdessen in Regelschulen unterrichtet werden sollen.

Dies nennt sich vielerorts GL = Gemeinsames Lernen.

Das klingt zwar schön, doch die Realität sieht anders aus, zumal angesichts des Mangels an Sonderpädagogen in den Regelschulen. Förderschulen sind von vornherein für Kinder mit Handikap bzw. erhöhtem Lernbedarf konzipiert und daher für sie geeigneter.

Immer mehr Elterninitiativen wehren sich gegen die GL-Pläne kommunaler Behörden und wünschen keine Inklusions-Umgestaltung ihrer Schule. 

In Rheine setzt sich die IG-Realschule ebenfalls für den Erhalt des herkömmlichen Unterrichts ein.

In der Münsterländischen Volkszeitung erschien heute der folgende Leserbrief von Cordula Mohr (siehe Foto) – sie ist selbst Mutter einer behinderten Tochter  –   und weiteren Mitstreiter/innen:

„Die Ansätze, die von Politik und Verwaltung zu den „Zügigkeiten, dem künftigen Standort und der pädagogischer Ausrichtung“ der einzig verbliebenen Realschule in Rheine verfolgt werden, betrachtet die IG Realschule mit großen Bedenken.

Unser persönliches Engagement bei der Bezirksregierung in Münster kam zu dem Ergebnis, dass keineswegs klar ist, ob und ggf. wann eine weitere GL-Schule in Rheine eingerichtet werden muss.

Die Bezirksregierung verteilt durch individuelle Kenntnis jedes Förderkind auf die jeweils geeignete Förderschule oder GL-Schule. Somit ist hier der kompetente und zentrale Überblick über die notwendigen Förderschulplätze und GL-Plätze vorhanden.

Welche Kinder mit Förderbedarf sollte denn die Realschule, die zielgleich unterrichtet, aufnehmen?

Die Gymnasien werden mittlerweile in NRW aus diesem Grund nicht mehr als GL-Schulen geführt. Somit spricht nicht nur die pädagogische Ausrichtung des zielgleichen Lernens mit dem Abschluß der Fachoberschulreife, sondern auch der eklatante Mangel vor allem an Sonderpädagogen in NRW gegen die Einrichtung von GL.

 Über dieses Defizit würde auch kein sächlich und räumlich perfekt ausgestattetes Gebäude hinwegtäuschen. Angesichts der eigentlichen und viel wesentlicheren Problematik ist dieser angebliche Mehrgewinn für uns und unsere Kinder nicht von Bedeutung.

 Gescheiterte Experimente wie die Umstellung von G9 zu G8 und die wenige Jahre später erfolgte Kehrtwende zu G9 sollten als warnendes Beispiel dienen, jetzt verantwortungsvoller über die  zukünftige Schullandschaft in Rheine zu entscheiden.“

 

IG Realschule Rheine


CDL protestiert in Konstanz erneut gegen „Rasterfahndung nach Behinderten“

Zum 8. Mal fand auch in diesem Jahr wieder die von den Christdemokraten für das Leben (CDL) seit 2012 inititierte und von der Aktion Leben für Alle (ALFA) unterstützte Protestkundgebung vor der Firma Lifecodexx in Konstanz statt, die „Marktführer“ bei Trisomie 21-Bluttests bei Schwangeren ist.

Auch diesmal versammelten sich etwa 50 Demonstranten vor dem Firmengelände, um ihren Widerspruch und ihre Sorge über die wachsende Diskriminierung und Selektion von ungeborenen Menschen mit Down-Syndrom friedlich Ausdruck zu geben

Der baden-württembergische CDL-Landesvorsitzende, Rechtsanwalt Josef Dichgans, begrüßte die Teilnehmer und führte inhaltlich in das Thema ein, indem er auf die wachsende Gefahren durch Gendiagnostik verwies.

Besonders bewegt zeigten sich die Teilnehmer vom anschließenden Beitrag der kanadischen Lebensrechtsaktivistin und Sprecherin der Initiative „Silent no more“ (www.togetherforlife.net; https://www.youtube.com/watch?v=q4zRz4IJK3A), Denise Mountenay, die ihre eigene Abtreibungserfahrung erzählte.

„So überzeugend und wahrhaftig, weil es das ausdrückte, was sie selbst erfahren hat”, faßte es eine Teilnehmerin anschließend zusammen. Denn: „Jedes Kind will leben, und wer sind wir, dass wir uns anmaßen darüber zu entscheiden?“ 

Lifecodexx nahm von den kritischen Statements keine erkennbare Notiz, obgleich noch Bürozeit war und dort etliche Mitarbeiter präsent waren.

Viele kurze Beiträge zeigten Betroffenheit, manche Teilnehmer kamen von weit her, weil sie gegen die Gleichgültigkeit gegenüber dieser neuen Form von „privatisierter“ Eugenik protestieren wollten.

Eine junge muslimische Frau, die nur zufällig vorbeikam, erzählte die Geschichte ihrer Familie. Zweimal mußte sich ihre Mutter dem Druck der Ärzte entziehen, die ihr eine Abtreibung vorschreiben wollten, weil sie eine negative Prognose hatte  – und sie und ihre Schwester kamen danach gesund zur Welt. Deswegen sei sie froh, diesen Protest spontan unterstützen zu können.

Die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) machte deutlich, daß lebensbedrohende Bluttest bei Ungeborenen in alarmierender Weise derzeitig im großen Tempo ausgeweitet werden.

„Dies ist zum einen durch die wachsende Finanzierung seitens der Krankenkassen möglich, die die Suche nach Embryonen mit möglichen Behinderungen kostenlos anbieten. Zum anderen, weil immer weitere kritische Indikationen bereits vor der 12 Schwangerschaftswoche getestet werden, die meist sofort zur Abtreibung der Kinder führten.“

Sie verwies dabei auch auf den neuen „Unity“-Test der Startup-Firma Eluthia (Heidelberg), die jetzt bereits über 20 sog. Mikrodeletionen (Chromosomenmutationen) anbieten und erstmalig auch Screeningtests auf Mukoviszidose, spinale Muskelatrophie, Sichelzellkrankheit und die α- und β-Thalassämien.

In der Regel führten solche Testergebnis, ob richtig oder falsch, zum unmittelbaren Druck auf die Schwangere, dieses Kind auch sofort abtreiben zu lassen.

Für die Krankenkassen und die öffentliche Hand rechneten sich zynischerweise diese angeblichen „Vorsorge“- Untersuchungen auf jeden Fall. Diese Entwicklung würde für Tausende von Föten ihr Todesurteil bedeuten und weite sich immer mehr zur gezielten „Fahndung“ nach Menschen mit Behinderung aus.

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) kündigten an, auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam mit der ALfA und anderen ihre öffentliche Protestaktion gegen die wachsende Selektionsgefahr für Ungeborenen nach Gentest durchführen zu wollen.


Bewegender Bericht eines Teilnehmers: Der Marsch für das Leben in Berlin

Von Klaus Hildebrandt

Die hohe Beteiligung der Marschierer zeigte, dass das Thema Abtreibung längst nicht vom Tisch ist und ganz im Gegenteil an Intensität immer mehr dazu gewinnt, waren doch tausende Menschen aus allen Teilen des Landes und Europas  angereist, um am Sitz des deutschen Parlaments ein klares Zeichen für mehr Menschlichkeit und Nächstenliebe zu setzen.
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Die rd. 8000 Teilnehmer lieferten ein beeindruckendes Zeugnis für das Leben u.a. dadurch, das sie selbst ihre an den Rollstuhl gebundenen Familienangehörigen und Freunde durch die Berliner Innenstadt schoben.
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Ich selbst habe mich während des Marsches ausführlich mit mehreren jungen Menschen mit Down-Syndrom unterhalten und war einfach beeindruckt von deren Ausstrahlung und Auffassungsgabe rund um ihre eigene Behinderung und das Thema Abtreibung generell.
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Ein Lob an deren Eltern und alle, die dieses große Opfer auf sich nehmen und den billigen Verlockungen der Politik widerstehen und ihre Kinder nicht dem „medizinischen Fortschritt“ opfern.
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Die allermeisten getöteten Ungeborenen sind zum Zeitpunkt ihrer Abtreibung allerdings völlig gesund.
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Neben einer großen Anzahl von Priestern nahmen diesmal auch fünf katholische Bischöfe und teil, was zeigt, dass zumindest die Katholische Kirche in der Frage der Abtreibung langsam wieder Profil entwickelt, nachdem ihr im vergangenen Jahr erneut rd. 220.000 Gläubige wohl für immer den Rücken kehrten. Ich kann diesen Trend gut nachvollziehen und sehe den Hauptgrund in ihrer fortschreitenden Politisierung.
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Ich danke jenen Bischöfen für ihre Teilnahme. Das wird meine Meinung bzgl. des katastrophalen Zustands der dt. Kirchen sicherlich nicht wesentlich beeinflussen, stellt aber immerhin einen erster Schritt hin zur Korrektur dar.
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Frauen („mein Bauch gehört mir“) haben kein Recht, über das Leben eines anderen Menschen bzw. des eigenen Kindes zu verfügen. Abtreibungen wären auch nicht nötig, würden Menschen verantwortungsvoller mit ihrer Sexualität umgehen (vgl. https://conservo.wordpress.com/2019/09/20/ein-skandal-cdu-hessen-auf-scharf-antichristlichem-kurs/#more-25406).
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Menschen, die sich für den Lebensschutz engagieren, sind auch keine Nazis oder Rassisten, wie von den Roten und Linken dummerweise immer dargestellt. Schauen wir uns nur die hasserfüllten Gesichter der linken Gegendemonstranten an:
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BILD: Die Polizei schützt Lebensrechtler vor linken Störern – hier tragen sie ein Transparent: „Leben retten im Mittelmeer – nicht in  meinem Uterus.“
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Halbnackte Frauen am Ufer der Spree, die den Marsch durch lautes Trommeln auf Kochtöpfen zu stören versuchten, sind Indiz einer zutiefst menschenfeindlichen gesellschaftlichen Entwicklung, die im Laufe der Jahre durch die Zerstörung der normalen Familie entstanden ist.
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Hauptgrund für den heutigen Kindermangel ist eindeutig der staatliche Gender-Unfug, der m.E. schlichtweg verboten werden müsste. Auch Abtreibung ist ein Ableger dieser Ideologie, die uns alle von Grund auf zerstören wird. 
Fotos: Anton Rummel