IRAN: Evangelischer Pastor Behnam Irani nach fünf Jahren Haft endlich freigelassen

Behnam Irani, der international prominenteste iranische Konvertiten-Pastor, ist seit dem 17. Oktober frei, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet.csm_igfm_poster_iran_menschenre_b461ce9219

Der 1992 vom Islam zum Christentum übergetretene evangelische Pastor war seit dem 31. Mai 2011 im berüchtigten Ghezal Hesar Gefängnis in Karadsch in Haft. Seitdem engagierte sich die IGFM für seine Freilassung.

Pastor Behnam Irani (*1960) wurde seit dem 31. Mai 2011 ununterbrochen unschuldig gefangen gehalten. Er war seit 2002 in einem Netzwerk freier Hauskirchen im Iran als Pastor tätig.

Aus diesem Grund verurteilte ihn die erste Kammer des Teheraner Islamischen Revolutionsgerichts zu insgesamt sechs Jahren Haft. Irani wurde wiederholt gefoltert und erlitt dabei sehr schwere Verletzungen. Er ist mit einer armenischen Christin verheiratet, das Paar hat zwei kleine Kinder.

Die IGFM dankt ganz besonders den CDU-Abgeordneten Staatssekretär Thomas Rachel, der CDU-Politikerin Julia Klöckner und dem stellv. Bundesvorsitzende der CDU, Axel Voss sowie dem Abgeordneten Patrick Schnieder, die sich mit großem Einsatz für die Freilassung des Pastors engagierten. Noch am 29. September protestierte Patrick Schnieder gemeinsam mit der IGFM vor der iranischen Botschaft in Berlin für die Freilassung des freikirchlichen Pfarrers. 
 
Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands, begrüßt die Haftentlassung des gesundheitlich schwer angeschlagenen Pastors und erklärt: „Das die Freilassung als bloße Geste vor dem geplanten Besuch von Präsident Ruhani dienen soll, liegt nahe.“ Alle politischen Paten kommen aus der Regierungskoalition.

Laut IGFM werden im Iran die Rechte religiöser Minderheiten systematisch missachtet. Insbesondere Konvertiten (Ex-Muslime) werden vom Regime verfolgt und gegängelt.

Die internationale Gemeinschaft müsse erkennen, so die IGFM, dass die Haftentlassung Einzelner nicht ausreicht  –  grundlegender Wandel könne nur durch tatsächliche Umsetzung und Einhaltung internationaler Verpflichtungen erfolgen.

Zur Lage der Menschenrechte im Iran unter: www.igfm.de/iran/


IRAN: Ex-Muslim und Konvertiten-Pastor Behnam Irani wird im Knast mißhandelt

Sechs Jahre Haft wegen „Verbreitung christlichen Glaubens“

Pastor Behnam Irani (*1960) ist mit einer armenischen Christin verheiratet und hat zwei kleine Kinder. 1992 konvertierte er zum Christentum und ist seit 2002 in einem Netzwerk von Hauskirchen im Iran als Pastor tätig.

Deswegen wurde er 2008 zu 5 Jahren Haft und 2011 zu einem weiteren Jahr verurteilt, deren Verbüßung aus politischem Kalkül der Machthaber auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde.

Das Urteil begründet das Strafmaß mit „Propaganda gegen das Regime“ und „Verbreitung christlichen Glaubens“.

Am 31.5.2011 musste Pastor Irani seine einjährige Haftstrafe antreten  –  dies galt auch für die vormals ausgesetzte Strafe von 2008. Er verbüßt sie im Ghezal-Hesar-Gefängnis, wo er physisch und psychisch mißhandelt wird.  

Die ersten Monate seiner Haftstrafe mußte er in Einzelhaft verbringen. Er leidet unter großen gesundheitlichen Problemen (u.a. einem blutigen Darmgeschwür), die im Gefängnis nicht angemessen behandelt werden. Im Juli 2012 soll er Blut erbrochen und daraufhin bewußtlos geworden sein. Die notwendige medizinische Versorgung wird ihm verweigert.

Das Ghezel-Hesar-Gefängnis ist das größte Gefängnis der Provinz Alborz, in dem ansonsten vorwiegend Personen einsitzen, die wegen Drogendelikten mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Wie die meisten iranischen Gefängnisse ist auch dieses chronisch überbesetzt. Berichten zufolge werden Häftlinge dort systematisch gefoltert. Zudem sind die Hygienebedingungen verheerend.

Quelle: IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte)