Der ev. Kirchenhistoriker Wilhelm Rahe und sein aufrechter Gang auch in schwerer Zeit

Von Felizitas Küble

Buch-Daten: Wilhelm Rahe (1896 – 1976), westfälischer Pfarrer und Kirchenhistoriker. Ein Leben für Bekenntnis und Menschlichkeit. Autor: Hans-Wilhelm Rahe. Lit-Verlag Berlin/Münster, Bd. 44, 2019, 96 S., 19.90 EUR, ISBN 978-3-643-14124-8

Diese Monographie beschreibt und beleuchtet Leben und Werk des evangelischen Pfarrers Wilhelm Rahe, der zugleich jahrzehntelang als Lehrbeauftragter für westfälische Kirchengeschichte an der Universität Münster tätig war.

Doch er war nicht nur ein sachkundiger Theologe und pflichteifriger Pastor für seine Gemeinde(n). Für diesen aufrechten Mann war sein Christsein zugleich Auftrag und Bekenntnis in schwerer Zeit, zumal während der nationalsozialistischen Diktatur, wobei seine Sorge und Seelsorge nicht zuletzt den bedrohten Christen jüdischer Herkunft galt.

Der im anspruchsvollen Lit-Verlag (Berlin/Münster) erschienene Band beschreibt auf 63 Seiten das Leben und Wirken des Kirchenhistorikers von 1896 bis 1976. Danach folgen 22 Seiten Abkürzungserklärungen, eine Bibliographie, Literatur über Rahe sowie Bildnachweise. Die jeweiligen Anmerkungen sind als Fußnoten vermerkt.

Verfasser dieser Biographie ist der emeritierte Pfarrer Dr. Hans-Wilhelm Rahe aus Münster, der Sohn des Porträtierten. Mit Recht gibt er seinem Buch den Untertitel: „Ein Leben für Bekenntnis und Menschlichkeit.“

Mit „Bekenntnis“ ist dabei nicht allein die Bejahung lutherischer Bekenntnisschriften gemeint, sondern vielmehr eine Haltung der Bekenntnisfreudigkeit und eine Unerschrockenheit in der Verteidigung des Glaubens auch dann, wenn dies starke Nerven und Mut erfordert. Eben diese charakterliche Tapferkeit hat Rahe vor allem während der NS-Herrschaft unter Beweis gestellt.

Zugleich zeigt sein Wirken – so schreibt der Autor im Vorwort – „wie praktische Gemeindearbeit und historische Forschung miteinander verbunden werden kann“. Der Verfasser bedankt sich bei seiner Frau Dr. med. Marlis Rahe für ihre Mitwirkung am Zustandekommen der Bibliographie.

Der am 14.7.1896 geborene Wilhelm Rahe stammt aus der Gegend Minden-Ravensberg in Ostwestfalen. Sein Vater war auf einem Bauernhof aufgewachsen und wurde Postbeamter; im Elternhaus herrschte keine Not, aber bescheidene Verhältnisse und ein fester Glaube.

BILD: Stammhof der Familie Rahe in Kirchlengern

Doch nach seiner Konfirmation geriet Wilhelm Rahe in innere spirituelle Schwierigkeiten und entwickelte skeptische Neigungen. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Wehrdienst, wurde Leutnant und erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse. War ihm auch der Glaube weitgehend abhandengekommen, so doch nicht die „preußische Disziplin“ und männliche Tapferkeit.

Gleichwohl zeigten ihm die Schützengräben des Ersten Weltkriegs die Schrecken und Tragik des Krieges, so dass er „fast zum Pazifisten“ (S. 5) wurde.

Im Zweiten Weltkrieg ließ er sich nicht mehr zum Militär einziehen. Er wurde im Ersten Weltkrieg verwundet, was ihn Zeit seines Lebens beim Gehen behinderte. Der Abiturient lernte die „innere Not“ vieler Soldatenkameraden kennen und war mit der „ständigen Gefahr des Todes“ (S. 7) konfrontiert, so dass er ganz neu Wert und Wahrheit des Gottesglaubens erkannte.

Im Winter 1918 begann er aus Überzeugung mit dem Theologiestudium in Münster, wobei Martin Niemöller zu seinen Kommilitonen gehörte. Der spätere NS-Gegner teilte zwar mit Rahe die Vorliebe für Kirchengeschichte, war aber damals betont deutschnational eingestellt und „die Studentenverbindung, zu der Niemöller gehörte, war so nationalistisch, dass sie Rahe nicht bei sich aufnahm“ (S.10).

Nach dem 1. Theologischen Examen lernte Rahe 1921 als Synodal-Vikar des Kirchenkreises Hamm zunächst die seelsorgliche Praxis kennen und trat sieben Monate später ins Predigerseminar Soest ein. Direktor war damals kein Geringerer als Otto Zänker, der nicht „nur“ später sein Schwiegervater wurde, sondern auch evangelischer Bischof von Gesamtschlesien, der sich durch seine unbeugsame Haltung in Bekenntnisfragen den Zorn von NS-Instanzen und „Deutschen Christen“ zuzog.

Auch der bekannte „Prediger von Buchenwald“, der Pfarrer und Märtyrer Paul Schneider, gehörte damals zu Rahes Kandidaten-Jahrgang im Soester Seminar, was auch durch ein Gruppenfoto dokumentiert wird (S.11).

BILD aus dem Soester Predigerseminar: Wilhelm Rahe ist zweiter von rechts, Paul Schneider unten rechts.

Bald nach seiner Ordination wurde Rahe 2. Pfarrer der Deutschen Evangelische Gemeinde in Kopenhagen und Malmö und war dort zugleich Lehrer für Deutsch, Geschichte und Religion. „Zu seinen Schülern gehörten u.a. die Kinder des damaligen deutschen Botschafters in Kopenhagen, Ernst v. Weizsäcker, darunter Richard von Weizsäcker, der spätere Bundespräsident“ (S. 13).

Am 27. Juli 1926 promovierte Rahe in Theologie und wurde bald danach Pfarrer in Bönen-Altenbögge, einer Bergarbeitergemeinde, die ihm ans Herz wuchs. Doch das dortige Klima vertrug er nicht. Deshalb kehrte er schon nach zwei Jahren in seine Heimatregion zurück. Von der Mariengemeinde in die 1. Pfarrstelle gewählt, blieb er dort zwanzig Jahre.

1929 heiratete er Ilse Zänker, die älteste Tochter des bereits erwähnten Bischofs Otto Zänker. Die Ehe wurde mit fünf Kindern und gemeinsamer Einsatzfreude für die Gemeinde gesegnet. 1946 erhielt er an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Münster einen Lehrauftrag für Westfälische Kirchengeschichte, „der ihm 1935 von der NSDAP vorenthalten worden war“ (S. 17).

Kampf zwischen Bekennender Kirche (BK) und Deutschen Christen (DC)

Während manche evangelische Pastoren sich anfänglich von der NS-Propaganda beeindrucken ließen und erst später zur Bekennenden Kirche (BK) oder zum ebenfalls NS-kritischen Pfarrernotbund fanden, stand Rahe von Anfang an in Opposition zur NSDAP.

Als entschiedener Anhänger der BK geriet er schon früh in Konflikt mit dem Regime. 1935 wurde ihm ein Lehrauftrag für Westfälische Kirchengeschichte in Münster verweigert, denn er war kein Pg (Parteigenosse), weshalb ihm ein Mitglied der Deutschen Christen (DC) vorgezogen wurde. Sodann wurde Pfarrer Rahe der weitere Hebräisch-Unterricht am staatlichen Gymnasium in Minden untersagt. Außerdem schreibt der Verfasser: „Bis 1940 brachte er als Schriftleiter das Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte heraus, was ihm danach von der Partei unmöglich gemacht wurde (S.20).

An führender Stelle der Bekennenden Kirche stand D. Karl Koch, bis 1933 deutschnationaler Landtags- und Reichstagsabgeordneter.

BILD: Haus-Eingang von Präses Koch, führender Mann der Bekennenden Kirche

Von 1934 bis 1936 war er Präses sämtlicher Bekenntnissynoden in Westfalen, Preußen und im Reich. Nach dem Krieg nahm er an den Beratungen zum Grundgesetz teil. Auf Kochs Bitte hin beteiligte sich  Rahe von 1935 bis 1939 an den theologischen Prüfungen der BK, die von Staats wegen verboten wurden und daher oft an wechselnden Orten im Geheimen stattfanden, vielfach auf der Flucht vor der Gestapo.

Rahe vermied zwar „unbedachte provozierende Äußerungen auf der Kanzel“ (S.22), um sich nicht leichtfertig ins KZ zu bringen, blieb aber standhaft bei grundsätzlichen Entscheidungen und Amtshandlungen, etwa indem er besondere Fürbittengottesdienste für verhaftete oder strafversetzte BK-Pfarrer durchführte: „Durch die Gestapo in Bielefeld wurde Rahe am 8. März 1938 „das besondere Läuten für Pfarrer Niemöller-Dahlem untersagt“ (ebd).

Das Register der gegen ihn verhängten Strafmaßnahmen von Staat, Partei und Gestapo wurde immer länger: „Hausdurchsuchungen, ca. 20 Vernehmungen und Verwarnungen durch die Gestapo oder durch Sondergerichte, staatsanwaltliche und gerichtliche Verfahren, eine Polizeihaft – und das alles wegen seiner Zugehörigkeit zur Bekennenden Kirche“ (S.23/24).

BILD: Die evang. Marienkirche in Minden mit Pfarrhaus

In Minden, zumal in seiner Mariengemeinde, standen sämtliche Amtsbrüder auf Seiten der BK, so dass Rahe die nötige Rückendeckung erhielt. Auch das Presbyterium von St. Marien war bekenntnisbewegt, von zwei Ausnahmen abgesehen, wobei diese beiden radikalen DC-Anhänger sogar vor Denunziationen bei Polizei und Gestapo nicht zurückscheuten.

Partei, SS und DC-Protestanten empörten sich darüber, dass sich Rahe auch der Christen jüdischer Herkunft annahm, Taufen und Beerdigungen durchführte oder sie in die Gemeinde aufnahm. Jakobine Schweickhardt, eine getaufte Jüdin, musste er 1944 gezwungenermaßen zwischen russischen Soldaten bestatten. Insgesamt lässt sich festhalten: „Rahe suchte Christen jüdischer Herkunft möglichst unbemerkt von der Öffentlichkeit zu betreuen“ (S.25).

Verweigerung der Marienkirche für eine DC-Hochzeit

Die „Causa Bentz“ hielt die Stadt Minden sowie die weitere Umgebung fast ein Jahr lang – von Oktober 1937 bis Sommer 1938 – in Atem. Es ging darum, dass Melitta Bentz, „Erfinderin des gleichnamigen Kaffeefilters und Inhaberin der Melitta-Werke“ (S. 26), für ihre Tochter Hertha eine Hochzeit in der Marienkirche erbat, die aber durch den Bielefelder DC-Pfarrer Friedrich Buschtöns erfolgen sollte (der bereits für die widerrechtliche Ausweisung von zwei BK-Pfarrern gesorgt hatte). Die einflussreiche und finanzstarke Firmenchefin wünschte Rahe aus politischen Gründen nicht als Traupfarrer.

Rahe erlaubte zwar die Trauung durch einen auswärtigen Pastor, verwies hinsichtlich einer Freigabe der Marienkirche an sein Presbyterium. Dieses billigte das von Rahe erteilte Dimissoriale, verweigerte aber die Marienkirche für die Bentz-Hochzeit und verwies auf andere Räumlichkeiten wie z.B. die Aula der Mittelschule. Dieser Beschluss war der Startschuss für einen Dauerkonflikt zwischen den bekenntnistreuen Pfarrern und Presbyterien in Minden auf der einen Seite und dem NS-Staat auf der anderen, wobei sich das Konsistorium in Münster – die oberste evangelisch-kirchliche Verwaltungsbehörde für die Provinz Westfalen – auch in dieser Hinsicht als Gegner der Bekennenden Kirche erwies, zumal sie personell stark von „Deutschen Christen“ besetzt war.

Die Trauung der Bentz-Tochter mit dem Braunschweiger Kaufmann Eberhard Zillmer fand zwar am vorgesehenen Termin des 15. Oktober 1936 in der Marienkirche statt, allerdings nur durch massiven Einsatz von Staatsbeamten und Polizei, denn das Presbyterium hatte die Öffnung der Kirche verweigert, für das Brautpaar waren keine Stühle aufgestellt, die Schlüssel für die Orgel wurden nicht herausgerückt. „Auch weigerte sich der Küster so lange, die Kerzen auf dem Altar anzuzünden, bis ihm die Durchführung vom anwesenden Kriminalkommissar befohlen wurde“ (S.30).

Diese aufsehenerregende Hochzeit, an der 700 Personen teilnahmen (darunter die Belegschaft der Firma Bentz), führte zu verschärften Auseinandersetzungen zwischen Staatsmacht und Bekennender Kirche in Minden. Die evangelischen Pfarrer und Presbyterien der Stadt unterzeichneten gemeinsam eine Kanzelabkündigung, in der sie beklagten, die „Marienkirche sei zum ersten Mal in ihrer Geschichte durch die Polizei gewaltsam geöffnet worden“ (S.30). Man habe sie dem Brautpaar nicht zur Verfügung gestellt, weil man sich „für eine schrift- und bekenntnisgemäße Verkündigung des Evangeliums verantwortlich“ wisse. Die Deutschen Christen ständen aber „nicht auf dem Boden von Schrift und Bekenntnis“ (ebd.).

Der einflussreiche Oberregierungsrat Karl Wentz war vor 1933 Führer der Liberalen im Ravensberger Land, ab 1933 leitete er die westfälischen Deutschen Christen. Gegenüber dem Regierungspräsidenten von Westfalen beschwerte er sich brieflich über die „widerspenstigen Elemente“, womit Pastoren und Presbyterium der Mindener Mariengemeinde gemeint waren (S.32). Als Rahe am 8. Dezember 1937 von Gestapobeamten verhört wurde, setzte sich ein ebenfalls festgenommener Amtsbruder energisch für ihn ein und erklärte, wenn Rahe nicht aus der U-Haft entlassen werde, würde es „in der Mariengemeinde einen Aufstand geben. Auf diese Drohung hin wurde Rahe freigelassen“ (S.35).

So entschieden der bekenntnistreue Pfarrer und seine Frau in der Sache waren, so freundlich zugleich im Umgang mit Menschen, auch mit Gegnern: Die Firmenchefin Melitta Bentz wurde 1945 von Engländern aus ihrem Haus vertrieben. Wie es der „Zufall“ wollte, fand sie in genau demselben Hause Zuflucht wie Familie Rahe nach ihrer Ausbombung, nur ein Stockwerk höher: „Es entspann sich dort zwischen ihr und Familie Rahe ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis mit dieser liebenswürdigen Dame. So sangen die vier älteren Rahekinder mehrfach dreistimmig zu ihrem Geburtstag“ (Fußnote S. 37).

Zweiter Weltkrieg: Überlastung und Bombardierungen

Als der 2. Weltkrieg näher rückte, lehnte Rahe aus Überzeugung einen erneuten Militärdienst ab, wobei er sich dem staatlichen Drängen durch Verweis auf seine Verwundung im Ersten Weltkrieg entziehen konnte. Da die meisten Pfarrer in die Wehrmacht eingezogen wurden, blieb er zusammen mit dem schwer kriegsbeschädigten Amtsbruder Martin Lohmann in Minden zurück, was die beiden Geistlichen ständig überbeanspruchte: „Wegen der Tiefflieger begann er mit den Beerdigungen schon am frühen Morgen“ (S.39).

Im Bereich der Mariengemeinde kamen bei Luftangriffen ab Dezember 1943 hunderte Menschen ums Leben, darunter Mütter mit kleinen Kindern. Als die alliierten Bombardierungen immer schlimmer wurden, blieb er selber bei seiner Gemeinde in Minden, brachte aber seine Familie auf dem Lande in Sicherheit.

Er schrieb seinen Kindern am 5.12.1944 einen bewegenden Abschiedsbrief, worin es heißt, man müsse mit allem rechnen, „auch damit, dass ich vielleicht bald abgerufen werde“. Er bat seine Kinder, der Mutter zu helfen, ihr das Herz nicht schwer zu machen „und sucht Menschen zu werden, auf die man sich in jeder Hinsicht verlassen kann, weil sie von Herzen an den Herrn Jesus glauben“. – Er beendet seine Zeilen damit, dass er „auch in der Ewigkeit Euer gedenken wird und Euch stets mit seinen Gebeten begleitet“ (S. 41).Einen Tag später wurde sein Pfarrhaus von einer Bombe getroffen.

BILD: Das zerstörte Pfarrhaus in Minden

Rahe, seine Frau, die im Pfarrhaus nach dem Rechten sehen wollte, und eine Haushaltshilfe wurden unter den Trümmern verschüttet. Ein Gemeindeamtsleiter im Nachbarhaus rief eilig Soldaten herbei, denen es gelang, alle drei Personen lebend zu befreien. Rahes Frau ging zu ihren Kindern aufs Land, er selber erlebte einen erneuten Luftangriff und kam schließlich bei seinem Amtsbruder Lohmann unter.

Nach Kriegsende kümmerte Rahe sich um seine eigene große Familie, zudem Schwiegereltern, Schwägerin und Schwager, denen er Unterkünfte besorgte. Seine Frau schaffte für diese 13 Personen mit Radfahrten zu Bauern das Nötigste an Lebensmitteln herbei.

Entnazifizierung auf Abwegen

Die „Entnazifizierung“ durch die britische Militärregierung mag grundsätzlich berechtigt gewesen sein, traf aber nicht selten die Falschen – so auch im Fall Rahe. Wegen geringer Spenden an den Opferring der SS zu Beginn der NS-Zeit, die Rahe als Jugendpfarrer des Kirchenkreises Minden nur deshalb einzahlte, um den Kontakt zu den Jugendlichen des CVJM nicht zu verlieren, zog die britische Militärverwaltung ausgerechnet bei diesem unbeugsamen Nazi-Gegner im Frühjahr 1946 alle denkbaren Register: Entzug des Lehrauftrags an der Uni Münster, komplette Sperrung seines Vermögens und sogar Suspendierung vom Pfarramt.

BILD: An der Universität in Münster (in der linken Seite des Schlosses) lehrte Prof. Rahe Westfälische Kirchengeschichte 

Alle 28 Pfarrer des Kirchenkreises Minden, die Kirchenleitung der EKvW (Evangelischen Kirche von Westfalen) und natürlich sein Marien-Presbyterium protestierten gegen diese absurden Maßnahmen. Auch die Ev.-Theol. Fakultät der Universität Münster beschwerte sich empört bei der Militärregierung. Die Eingaben mussten monatelang wiederholt werden, bis die Besatzer ihre Strafen schrittweise zurücknahmen, zuletzt am 3. Dezember 1946 durch die Gestattung seines Lehrauftrags.

Ein halbes Jahr später wurde Rahe zum „geistlichen Landeskirchenrat“ ernannt und von Minden nach Bielefeld berufen. Das neue Amt war kein Zuckerschlecken: „Rahe selbst musste wegen der großen Wohnungsnot anfangs in seinem Dienstzimmer nächtigen“ (S.47). Seine Familie war dreieinhalb Jahre von ihm getrennt, er konnte sie nur am Wochenende besuchen. Als Landeskirchenrat war er zuständig für viele Kirchenkreise, die Äußere Mission, die Frauenhilfe und für das Archiv- und Bibliothekswesen, wobei er vieles am Nullpunkt aufbaute. Seine Gesundheit, die im Krieg durch eine Diphtherie mit schwerem Herzschaden stark gelitten hatte, wurde durch das Übermaß an Arbeit noch weiter strapaziert.

Dazu kam seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter und Honorar-Professor an der Universität Münster, sein 32 Jahre andauernder Vorsitz des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte samt Herausgabe von dessen Jahrbücher (von 1941 bis 1945 verboten) sowie seine Leitung der Westfälischen Missionskonferenz von 1961 bis 1966. Das „Institut für Westfälische Kirchengeschichte“ wurde wesentlich von ihm aufgebaut. Als  Dozent wie als Kirchengeschichts-Forscher war er trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung noch weit über seinen Ruhestand hinaus aktiv. Er zog von Bielefeld nach Münster, um seinen Lehrauftrag fortzuführen. Kein Wunder, dass er von vielen „als Verkörperung der westfälischen Kirchengeschichte“ angesehen wurde (S.63).

BILD: Grabstein von Prof. Wilhelm Rahe und seiner Frau Ilse in Bethel

Der aufrechte Gelehrte, der charakterstark seiner Überzeugung und seinem Gewissen folgte, starb am 16. Oktober 1976. Sein Sohn und zwei Schwiegersöhne waren inzwischen als Pfarrer tätig. Sein Grab und das seiner zwanzig Jahre später verstorbenen Frau befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Bethel, wo auch seine Schwiegereltern, Bischof Zänker und dessen Frau, bestattet worden waren.

Das Buch über Leben und Werk dieses bedeutenden Kirchenhistorikers beeindruckt durch Sachlichkeit und Eindringlichkeit zugleich, zudem durch seine kompakte, gehaltvolle Darstellung und die wissenschaftliche Gründlichkeit der Darlegungen.

Die Erstveröffentlichung dieser Rezension erschien zunächst in der katholischen Zeitschrift „Theologischen“ und danach im evangelischen Magazin „Diakrisis“


Heute wird die Kirche von innen gefährdet

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der Nazizeit gab es den Reichsbischof Müller, genannt „Reibi“. Er versuchte, die evangelische Kirche an das vorherrschende Regime anzupassen und in eine „Reichskirche“ zu verwandeln.

Diese Reichskirche trug die Forderungen der Nazis mit, z B. die absurden Thesen vom Vorrang der „nordischen Rasse“, den Antisemitismus etc. Dagegen regte sich der Widerstand der „Bekennenden Kirche“.

Die katholische Kirche in Deutschland zeigte sich gegen Anbiederungen an das Regime gefestigter. Nicht jeder Bischof war ein Löwe wie Graf Galen von Münster oder Bischof Graf Preysing von Berlin. Aber die Einbindung in die Universalkirche hat eine Anpassung an die Hitlerdiktatur verhindert.

Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt. Dass mit diesem Verbot grundlegende Menschenrechte wie das Gebot der Religionsfreiheit tangiert wird, steht außer Zweifel.

Deswegen ist dieses Verbot ständig zu überprüfen, ob und in welchem Umfang es auch im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft noch gerechtfertigt ist. 

Man kann aber dem säkularen Staat nicht vorhalten, er würde damit versuchen, Glaubensinhalte zu verändern, wie das die Nationalsozialisten versucht haben.

Heute gibt es solche Gefährdungen aus dem Inneren der Kirche. Man denke z.B. an den „Synodalen Weg“. Hier hat eine deutliche Mehrheit beschlossen, auch Glaubenswahrheiten zur Disposition zu stellen und damit dem Druck der „Reformer“ in der Kirche und dem Druck der Medien nachzugeben.

Aber nun auch die fünf Bischöfe, die sich gegen den Beschluss gestemmt haben, in diese Art von „Reibi-Vergleich“ miteinzubeziehen, selbst wenn sie aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung den staatlichen Vorgaben zunächst zugestimmt haben, ist ungerecht.

Unser Autor leitet den Dachverband „Forum deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS


Fachtagung über den Widerstand gegen die NS-Diktatur im Nordosten Deutschlands

Von Stefan P. Teppert

Im Rahmen der von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen ausgerichteten, auf drei Veranstaltungen angelegten Reihe zeitgeschichtlicher Fachtagungen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus in den historischen deutschen Ostprovinzen und Siedlungsgebieten wurde in diesem Jahr der Widerstand in Ostpreußen,  Westpreußen und Pommern untersucht, nachdem im Vorjahr Schlesien und das Sudetenland behandelt worden sind und im nächsten Jahr die Opposition gegen Hitler im Südosten Europas folgen soll.

Der Tagungsraum im Göttinger Hotel Astoria war gut gefüllt, als der Ehrenvorsitzende des Stiftungsrates Hans-Günther Parplies Referenten und Gäste begrüßte.

Er richtete die Grüße von Christine Czaja aus, der Vize-Vorsitzenden der Kulturstiftung. 

Sie war es, die Idee und Anstoß zu dieser Tagungsreihe gegeben und den ersten Teil der Trilogie persönlich zusammen mit Prof. Karl-Joseph Hummel konzipiert und geleitet hatte, während sie diesmal wegen Krankheit ihres Ehemannes nicht anwesend sein konnte, aber vielfältige Anregungen gegeben hatte.

In den bewährten Händen von Geschäftsführer Dr. Ernst Gierlich lag wieder die organisatorische Durchführung.

BILD: Christine Czaja und Dr. Ernst Gierlich auf einer früheren Tagung der Kulturstiftung

Parplies blickte zurück auf eine noch in den 1950er Jahren missbilligende Haltung eines Drittels der bundesdeutschen Bevölkerung gegenüber der Verschwörung des 20. Juli 1944, eine erst in den 1960er Jahren beginnende Veränderung durch Zeitzeugentagungen, eine dann folgende Öffnung der Widerstandbetrachtung und Erweiterung der Perspektiven in der Zeitgeschichtsforschung.

Neben die Erörterung des politisch-militärischen Widerstands trat nun die Diskussion um einen nach Stufen differenzierten Oppositionsbegriff.

Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten mussten in lebhaften Diskussionen zwei unterschiedliche Geschichtsrezeptionen zusammengeführt werden, was zur Begriffsklärung beigetragen habe, etwa zur ethisch-moralischen Einordnung des Hochverratsbegriffs in der Diktatur oder zum „Widerstand“ von Gruppierungen wie der „Roten Kapelle“ als Spionage von deutschen Kommunisten für eine ausländische Macht, nämlich die Sowjetunion, mit der Deutschland sich im Krieg befand.

Das derzeit gebremste öffentliche Interesse am Thema Widerstand werde seiner Bedeutung nicht gerecht, zumal das Umfeld des Attentats von Stauffenberg viel größer und weiter verzweigt war als bisher angenommen.

Die Kulturstiftung wolle mit ihrer Tagungstrilogie zum 75. Jahrestag des missglückten Umsturzes einen zusätzlichen und speziellen Blick auf den beträchtlichen Anteil der historisch ostdeutschen Regionen bei Widerstand und Opposition gegen die Nazi-Diktatur ins Gedächtnis der Nation einbringen, der von der einschlägigen Forschung bisher vernachlässigt wurde und für den es keine öffentliche Instanz gibt.

Zugleich mit der Übernahme der Tagungsleitung stellte Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Gilbert H. Gornig von der Universität Marburg die komplizierte Frage nach der Verantwortbarkeit des  Tyrannenmords, die schon in der Antike bei Sokrates, Platon und Aristoteles gestellt und positiv beantwortet wurde, so auch bei Cicero und anderen Philosophen.

Mit einem klaren Nein jedoch beantworten diese Frage die Religionen, etwa das Christentum und der Islam. Ein Konfliktfeld zwischen Religion und Rechtsordnung tut sich auf. Einerseits beinhalte unser Grundgesetz ein Widerstandsrecht, im Völkerrecht gebe es andererseits ein Gewaltverbot, das allerdings nur auf grenzüberschreitende Angelegenheiten anwendbar wird, wie etwa jüngst beim Einmarsch türkischer Truppen nach Nordsyrien. Dagegen bleibe das Völkerrecht ausgeblendet, wenn ein Volk den eigenen Tyrannen beseitigen möchte.

Nicht selten kommt ein späterer Attentäter aus dem früheren Kreis der Bewunderer Hitlers. Diesen Abtrünnigen ist oft gemeinsam, dass sie nicht aus dem niedrigen Volk stammen, sondern aus den Kreisen des Militärs, des Adels, des gehobenen Bürgertums. So verhielt es sich auch bei Hellmuth Stieff, über den der Trierer Historiker Dr. Horst Mühleisen referieren  wollte, aber wegen Krankheit nicht kommen konnte.

Dr. Ernst Gierlich verlas sein Manuskript. Stieff wurde 1901 im westpreußischen Deutsch-Eylau in ein konservativ-liberales Elternhaus geboren, die Mutter stammte aus einer Juristenfamilie, der Vater schlug eine gehobene militärische Laufbahn ein, was auch mit Ehrgeiz und Erfolg der Sohn tat. Dem „nationalen Aufbruch“ Hitlers brachte Stieff zunächst Wohlgefallen, ja Bewunderung entgegen, hielt ihn für den „Begründer einer neuen, unzweifelhaft epochalen Weltanschauung“. Erste Zweifel kamen Stieff mit der Röhm-Affäre und der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Dollfuß 1934, es überwog aber wieder die Zustimmung bis zu den Novemberpogromen 1938.

Aber vor allem seine Reise nach Polen im Rang eines Majors im Generalstab im November 1938, als er „die Ruine Warschau“ und die dortigen Ausschreitungen sah, die sein Rechtsgefühl verletzten, brachte den Wendepunkt in seinem Leben. Immer stärker wurde seine Ablehnung des Regimes, 1941/42 schlug sie in „abgrundtiefen Hass“ um. Obwohl er die Bekämpfung des Bolschewismus befürwortete, lehnte er den Feldzug gegen die Sowjetunion aus militärischen Gründen ab.

Er empfand Trauer und Scham angesichts der Deportation der Juden, fühlte sich mitschuldig an ihrem Schicksal und war bereit, dafür zu sühnen. Gegenüber seinen Mitarbeitern bezeichnete er Hitler als „Totengräber des deutschen Volkes“. Im August 1942 war Stieff sowohl aus fachmännischer Einsicht wie aus seinem moralischen Empfinden zum Widerstand bereit. Er gehörte zum engsten Kreis der Verschwörung des 20. Juli 1944, zögerte und schwankte aber trotz leidenschaftlicher Feindschaft gegen das Regime, lehnte die Ausführung des Anschlags ab, weil er akute Gefahren erkannte.

Nach dem missglückten Attentat hatte er die naive Hoffnung, seine Spuren beseitigen zu können, wurde aber wie sein Freund Graf von Stauffenberg und andere Mitverschwörer verhaftet, von Freisler zum Tode verurteilt und hingerichtet. Noch in der Todeszelle war Stieff zum katholischen Glauben übergetreten.

Über das Thema „Im Umfeld der Wolfsschanze – Ost- und westpreußischer Adel im Widerstand“ sprach Dr. Wieslaw-Roman Gogan, Historiker und Archivar beim Kulturzentrum   Ostpreußen in Ellingen. Er nannte zunächst Zahlen für die Mitverschwörer beim Staatsstreich am 20. Juli 1944. Nach einem SS-Bericht seien es über 7.000 Personen gewesen, die nach dem Attentat verhaftet wurden.

Die Zahl der hingerichteten oder zum Selbstmord gezwungenen Verschwörer belief sich, je nach Quellen, zwischen 4.980 und 5.764 Personen allein im Jahr 1944. Gogan zählte zahlreiche Namen von Verschwörern auf, die aus Grafen-, Freiherren und anderen Adelsfamilien stammten. Prägnante Lebensbilder mit ihrer Familiengeschichte zeichnete er mit illustrierenden Fotos von zwei Adligen aus Ostpreußen und einem aus Westpreußen, die alle drei dem Militär angehörten und im Zentrum des Verschwörerkreises mitwirkten.

Oberleutnant Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort, 1909 in Hannover geboren, gehörte zu den größten Grundbesitzern in Ostpreußen. Im Oktober 1941 wurde er zusammen mit anderen Offizieren Augenzeuge eines Massakers der „SD-Einsatzgruppe“ an 7.000 Juden in Borissow. Dieses Ereignis wurde für ihn zum entscheidenden Anlass, sich dem militärischen Widerstand gegen das NS-Regime aktiv anzuschließen. Nach dem gescheiterten Attentat wurde Lehndorff verhaftet und gefoltert, verurteilt und in Berlin-Plötzensee erhängt.

Generalmajor Heinrich Burggraf und Graf zu Dohna-Schlobitten, 1882 in Waldburg-Capustigall bei Königsberg auf dem Landsitz seiner Vorfahren geboren. Zusammen mit seiner Frau beteiligte er sich von Anfang an aktiv an den Umsturzplänen und stellte sich für die Zeit nach dem Attentat als Landesverweser für Ostpreußen zur Verfügung. Er wurde verhaftet, unter Verlust seines Vermögens und Aberkennung seiner Ehrenrechte verurteilt und in Plötzensee hingerichtet.

Hauptmann Ulrich-Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, geboren 1902 in Kopenhagen. Als Augenzeuge des Hitler-Putsches hatte Schwerin 1923 seine ersten negativen Erfahrungen mit den Nationalsozialisten gemacht. Seine aktive Widerstandsarbeit begann er 1938 zusammen mit seinem Freund Peter Graf Yorck v. Wartenburg, er gehörte zuletzt zum engsten Kreis der Verschwörer und teilte ihr Schicksal der Hinrichtung.

Eine der wichtigsten Persönlichkeiten des zivilen Widerstandes gegen Hitler war der 1884 im westpreußischen Schneidemühl in eine Beamtenfamilie geborene Carl Friedrich Goerdeler.

Barbara Kämpfert aus Minden gab einen Überblick über seinen Lebensweg und suchte seine späteren Beweggründe, einen Staatsstreich herbeizuführen, aus seiner konservativen, preußisch-bürgerlichen Herkunft verständlich zu machen. Als zweiter Bürgermeister von Königsberg und OB in Leipzig erwarb er sich mit effizientem Pragmatismus viel Ansehen, wurde in den Vorstand des Deutschen Städtetags gewählt und war sogar als Nachfolger für Reichskanzler Brüning im Gespräch. Zuerst lehnte er die NSDAP nicht völlig ab, vollzog aber eine Wendung angesichts deren Wirtschafts-, Kirchen- und Rassenpolitik, die er deutlich zu kritisieren wagte.

Mit seiner optimistischen Haltung und seinem Glauben an die Vernunft meinte er, Hitler überzeugen zu können. Zum offenen Bruch kam es, als in Leipzig das Mendelssohn-Bartholdy-Denkmal abgerissen wurde, für Goerdeler eine „Kulturschandtat“, die ihn in den Widerstand trieb. Er legte sein Amt nieder und versuchte auf zahlreichen Reisen als Berater für Bosch die Welt vor Hitlers Absichten zu warnen.

Als treibende und führende Kraft der Opposition drängte zum Umsturz, bei dem Hitler verhaftet werden sollte. Goerdeler glaubte daran, dass die Westalliierten dann den Krieg beenden würden. Ein Attentat lehnte er als Christ ab. Für die Zeit danach arbeitete der Kreis um ihn an einer neuen Gesellschaftsordnung, die autoritär und nationalkonservativ sein sollte und in der er als Reichskanzler vorgesehen war.

Warum Goerdeler schon vor dem 20. Juli 1944 verhaftet wurde, ist nicht klar. Von den Attentats-Plänen der Kreisauer und Stauffenbergs ahnte er wohl nichts. Auf der Flucht hielt er seine Jugenderinnerungen fest, im Gefängnis arbeitete er Pläne über einen europäischen Staatenbund aus, der zunächst Wirtschafts-, dann Verteidigungsgemeinschaft und schließlich politische Union sein sollte, damit es in Europa nie wieder Krieg gäbe. Am 8. September 1944 wurde Goerdeler zum Tode verurteilt, aber erst nach monatelangen Verhören und Folterungen am 2. Februar 1945 hingerichtet, sein Bruder Fritz einen Monat später. Die Referentin stellte abschließend fest, das Bild Goerdelers in der Forschung sei umstritten, ein abgewogenes Urteil stehe noch aus.

Im Collegium Albertinum, wo man sich der Pflege des geistigen Erbes der Universität von Königsberg verpflichtet fühlt, hielt der aus Königsberg stammende und dort lehrende Prof. Dr. Wladimir Gilmanov einen Vortrag über die „Theologie des Widerstandes“, besonders am Beispiel von Peter Graf Yorck von Wartenburg, der im Kreisauer Kreis zusammen mit Moltke, Dohna, Schulenburg, Lehndorff und Schwerin den Tyrannenmord plante, obwohl ihn wegen seiner tiefen Religiosität schwere Skrupel plagten.

Es sei schwer, die theologische Eigenart des Glaubens von Yorck zu identifizieren trotz der Tatsache, dass seine enge Freundschaft mit Moltke auf Paul Tillichs Theologie des „Mutes zum Sein“ hinweisen kann, die vor dem Hintergrund von Schellings „Theologie der Offenbarung“ die Gefahr der Entindividualisierung und Verdinglichung des Menschen zu überwinden sucht.

Kenntnisreich schlug Gilmanov einen großen kulturhistorischen Bogen, um die Ursprünge der Theologie des Widerstandes in der Bibel und ihr Fortwirken in der deutschen und russischen Geistesgeschichte anklingen zu lassen. Die deutsch-russischen Beziehungen haben nach Gilmanov eine schicksalhafte Rolle für die Zukunft Europas, wenn nicht sogar der ganzen Menschheit. Ein tragischer Bruch in der Dynamik der deutschen Geistesgeschichte werde exemplarisch in Goethes Faust-Mythos offenbar. Eine seltsame Doppelheit zeichne das Wesen des Deutschen aus zwischen perfektionistischer Vernunft mit blindem Selbstvernichtungspotenzial und heroischer Auflehnung dagegen bei den Vertretern eines wahren, geheimen und protestierenden Deutschland.

Einleuchtend stellte Gilmanov komplizierte geisteswissenschaftliche Zusammenhänge her, nannte wiederholt Kant und Hamann, aber auch Simon Dach und Karl Marx, Oswald Spengler, Stefan George und Ernst Wiechert sowie die Theologen Dietrich Bonhoeffer, Rudolf Bultmann und Martin Niemöller, auf russischer Seite u. a. F. M. Dostojewski, Leo Tolstoi und Nikolaj Berdjajew.

Die offizielle moderne Geschichtsforschung schließe kategorisch die magisch-okkulte Beeinflussung des Weltgeschehens aus und sei deshalb unfähig, den hermeneutischen Schlüssel etwa zu der Massenmordhysterie bei Hitler und Stalin zu finden. Eine überzeugende Antithese zu Nietzsches „Gott ist tot“, ja einen Beweis für Gottes Allgegenwart sogar inmitten der politischen Hölle sieht Gilmanov im Sieg über die Todesangst bei den deutschen Verschwörern. In theologischem Licht sei der zivile und militärisch-politische Widerstand gegen Hitler auch der christliche Widerstand gegen die widerchristliche Dämonisierung der europäischen Zeitgeschichte.

Prof. Dr. Rainer Bendel, der Leiter des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa in Tübingen, beleuchtete die „Widersetzlichkeit“ des Bischofs von Ermland in Ostpreußen Maximilian Kaller, der 1880 als zweites von acht Kindern in eine Kaufmannsfamilie geboren wurde.

Seine Herkunft aus dem oberschlesischen Katholizismus und der Breslauer Theologie um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert haben Kallers Seelsorgeverständnis geprägt. Als zentraler Promotor der ‚Katholischen Aktion’ in Deutschland begegnet er am häufigsten als der „Seelsorgebischof“. Anfangs scheint er von der braunen Bewegung oder zumindest der völkischen Erneuerung fasziniert gewesen zu sein, es gibt Parallelen in seiner Begrifflichkeit und seinen Bildern zur Diktion der Faschisten.

Doch sobald ihm spätestens ab Januar 1934 der totalitäre Anspruch des Staates und seine Übergriffe deutlich wurden, nahm er in Abgrenzung und Widerspruch der kirchlichen Position von den „Irrlehren“ der Gegenwart den Geisteskampf auf. In Predigten, Kirchenblättern und Hirtenbriefen sowie auf Diözesanwallfahrten ließ es an Deutlichkeit nicht fehlen, warnte vor der weltanschaulichen Zersetzungstätigkeit des Neuheidentums mit dem Mythus des Blutes und der Rasse und verteidigte den Glauben als das Fundament aller Ordnung auf Erden. Es gelang ihm und seinem Klerus im Ermland, einen Großteil der praktizierenden Katholiken den herrschenden ideologischen Einflüssen zu entziehen.

Zudem setzte sich Kaller für die Seelsorge in polnischer Sprache ein, was ihm eine Beschwerde des ostpreußischen Gauleiters Erich Koch in Berlin einbrachte. Das Misstrauen der Parteistellen ging bald so weit, dass der Bischof und das Bistum unter besondere Gestapokontrolle gestellt wurden, weil man im Ermland einen Herd des Umsturzes vermutete. Im Jahr 1937 wurde Kallers Hirtenwort zur Fastenzeit beschlagnahmt und die Druckerei der Ermländischen Zeitung enteignet. Es kam zu Verhaftungen und Verurteilungen von Geistlichen und Laien des Bistums. Alle katholischen Vereine wurden verboten.

Seit 1939 lässt sich eine Änderung in Kallers Linie bis hin zu regimeaffinen Äußerungen erkennen. 1946 wurde Kaller von Papst Pius XII. als Päpstlicher Beauftragter für die Seelsorge der vertriebenen Katholiken berufen, starb aber schon im Juli 1947 plötzlich an einem Herzinfarkt in Frankfurt am Main. 2003 wurde der Seligsprechungsprozess für Maximilian Kaller eröffnet.

Der Berliner Kirchenhistoriker Pfarrer Mag. theol. Ulrich Hutter-Wolandt untersuchte unter dem Titel „Zwischen Deutschen Christen und Bekennender Kirche“ den Kirchenkampf in der pommerschen Evangelischen Kirche und in der Greifswalder Evangelisch-theologischen Fakultät.

Bereits ab 1932 bestand die „Glaubensbewegung Deutsche Christen“, eine den Nationalsozialisten sehr nahe stehende Gruppierung, die 1933 die Kirchenwahlen in der neu geschaffenen einheitlichen Reichskirche gewannen und in fast allen evangelischen Landeskirchen die Bischöfe stellten. Sie verwarfen das Alte Testament als „jüdisch“. Gegen diese Anschauungen richtete sich dann aber der Protest vieler Kirchenmitglieder.

Im September 1933 rief deshalb Pfarrer Martin Niemöller (Berlin) den gegen die Deutschen Christen gerichteten Pfarrernotbund ins Leben. Das Programm der Deutschen Christen mit ihrem Antijudaismus betrachtete er als Verfälschung der christlichen Lehre. Der Pfarrernotbund wurde zu einer der wichtigsten Wurzeln der Bekennenden Kirche, die sich ab 1934 formierte, sich als „rechtmäßige evangelische Kirche“ in Deutschland verstand und ihren Gehorsam gegenüber Reichsbischof Müller aufkündigte.

In den Folgejahren nahm die Verfolgung der Bekennenden Kirche zu, ihre Anhänger wurden mit Gefängnis bestraft, sie wurden bespitzelt, mussten Strafgeldzahlungen leisten oder wurden ins Sammellager gebracht. Hutter-Wolandt erläuterte an ausgewählten Beispielen den Kirchenkampf in Pommern und die Situation an der Greifswalder Ev. Theologischen Fakultät, die nach 1933 wie viele theologische Fakultäten in Preußen im Sinne des Nationalsozialismus umfunktioniert wurde.

Es gab dort nur wenige Professoren, die dem Nationalsozialismus etwas entgegensetzten: dies waren u. a. der Neutestamentler Ernst Lohmeyer und der Kirchenhistoriker und Systematiker Rudolf Hermann. Zur Sprache kam auch die Beteiligung von Mitgliedern der Fakultät beim Eisenacher Entjudungsinstitut, das 1938 von dem Jenaer Neutestamentler Walter Grundmann gegründet wurde. Hutter-Wolandt resümierte, dass man in Pommern trotz aller kirchenpolitischen Auseinandersetzungen von einem gemäßigten Kirchenkampf sprechen muss – etwa im Gegensatz zur schlesischen Provinzialkirche, in der die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen weit radikaler als in Pommern waren.

Bis heute hat man Mühe, jenen Personen gerecht zu werden, die sich sowohl gegen das bolschewistische als auch gegen das faschistische System engagierten. Zumeist sieht man in ihnen einfach Kollaborateure mit einem der Regime, nicht Gegner zweier Totalitarismen.

Zu diesem Personenkreis gehört der deutsche Schriftsteller Edzard Schaper (1908-1984), der von beiden totalitären Systemen verfolgt wurde. Der Germanist und Philosoph Prof. Dr. Karol Sauerland aus Warschau nahm sich seines Werks und Wirkens an.

Schaper wurde 1936 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, ein Jahr nachdem sein Roman „Die sterbende Kirche“ erschienen war. Der Ausschluss zog allerdings kein Publikationsverbot nach sich. Nachdem Schaper vom System der kommunistischen Vernichtungslager erfahren hatte, verstärkten sich seine antisowjetischen Stellungnahmen. Als die Sowjets 1940 Estland besetzten und Zehntausende Esten nach Sibirien deportierten, entging Schaper der Verhaftung durch Flucht nach Helsinki.

Er hatte für die finnische Spionage gearbeitet und war deshalb von den Sowjets zum Tode verurteilt worden. In der finnischen Hauptstadt arbeitete er als deutscher Auslandskorrespondent und Kriegsberichterstatter über den ab Juni 1941 bis 1944 geführten „Fortsetzungskrieg“ zwischen Finnland und der Sowjetunion. Im Dezember 1944 wurde er vom deutschen Volksgerichtshof in Abwesenheit zum Tode verurteilt, weil man ihn für einen sowjetischen Spion hielt. Schaper scheint das nazifaschistische System weniger durchschaut zu haben als das sowjetische.

Eindeutig stand er aber zwischen den Fronten und musste 1944 zunächst in Schweden untertauchen, um 1947 in die Schweiz überzusiedeln, wo er das Bürgerrecht erhielt. 1951 konvertierte er zur römisch-katholischen Kirche. Das Baltikum und Osteuropa sind häufige Schauplätze seiner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielenden Romane. Sein besonderes Interesse gilt Menschen in Grenzsituationen, kleinen Völkern wie den Esten und Finnen, der russisch-orthodoxen Kirche und den verfolgten Christen, den Einsamen, Flüchtlingen, Verlorenen und Vergessenen.

In der Nachkriegszeit kommentierte er das „Martyrium des Schweigens und der Lüge“ im Kommunismus, so u. a. die Verurteilung des ungarischen Kardinals Mindzenty in einem Schauprozess mit offensichtlich erzwungenen Aussagen. Sauerland ging näher auf die Romane „Der letzte Advent“ und „Hinter den Linien“ ein und schloss mit Überlegungen zum einmaligen Fall des Widerstands in Polen.

In einer Schlussbetrachtung umkreiste Prof. Gornig noch einmal die Frage nach der Zulässigkeit des Tyrannenmords und beantwortete sie für sich selbst positiv, sofern es sich tatsächlich um einen Tyrannen handle, was aber nicht leicht zu definieren sei. Die Tagung habe einen großen Erkenntnisgewinn erbracht, lasse aber auch viele Fragen offen. Thema sei zunächst der Tyrannenmord und im zweiten Teil ein erweiterter Widerstandsbegriff gewesen, bilanzierte Hans-Günther Parplies und merkte abschließend an, dass Widerstand durchaus möglich war und durch eine zahlreiche Minderheit auch erfolgt sei.

Text und Porträtfotos: Stefan P. Teppert


Göttingen: Fachtagung über Widerstand gegen den NS im Nordosten Deutschlands

Unter dem Titel „Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Nordosten – Persönlichkeiten, Konzepte, Schicksale“ veranstaltet die „Kulturstiftung der deutschen Verstriebenen“ in Göttingen eine Tagung am 10. und 11. Oktober 2019.

Voriges Jahr ging es in dieser Reihe zeitgeschichtlicher Seminare um den Widerstand gegen den Natioinalsozialismus in Schlesien und dem Sudetenland.

Diesmal wird der Widerstand in Ostpreußen, Westpreußen und Pommern untersucht.

Dabei werden die latent oppositionellen Milieus der „Parallelgesellschaften“ des Landadels, der evang. Bekennenden Kirche und der Katholischen Kirche, des Militärs und des preußischen Bürger- und Beamtentums in den Blick genommen.

Anhand von Lebensbildern herausragender Vertreter wird ihre Entwicklung von der Herkunft, dem familiären und gesellschaftlichen Umfeld sowie dem beruflichen Werdegang zu ihrer Entscheidung in Richtung aktives Widerstandshandeln nachgezeichnet und veranschaulicht.

Für den Widerstand aus dem Militär steht der aus Deutsch-Eylau in Westpreußen stammende Generalmajor Hellmuth Stieff als einer der Hauptbeteiligten  des 20. Juli 1944.

Zu dem Kreis aus dem preußischen Bürger- und Beamtentum gehört Carl Goerdeler, Kopf des zivilen Widerstands in Deutschland. 

Der Beitrag  aus der Katholischen Kirche wird am Beispiel von Maximilian Kaller, dem letzten deutschen Bischof der ostpreußischen Diözese Ermland, dargestellt,

Netzwerke und Einzelpersönlichkeiten des Widerstandes aus protestantischer Wurzel werden am Beispiel der Evangelischen Kirche Pommerns erörtert.

Den besinnlichen Abschluss bildet ein Blick auf den Schriftsteller Edzard Schaper, den Wanderer zwischen Ost und West und Verfolgten unter zwei Diktaturen.

Das genaue Programm finden Sie hier: https://kulturportal-west-ost.eu/wp-content/uploads/Einladung-zg-2019.pdf

Eine Anmeldung zur Tagung ist auch in den nächsten Tagen noch möglich.  – Mail bitte an: kulturstiftung@t-online.de


Eine Hymne zum Tag der Deutschen Einheit: „Land der Liebe, Vaterland!“

Von Rudolf A. Schröder

1. Land des Glaubens, deutsches Land, / Land der Väter und der Erben, / Uns im Leben und im Sterben / Haus und Herberg, Trost und Pfand, / Sei den Toten zum Gedächtnis, / Den Lebend’gen zum Vermächtnis, / Freudig vor der Welt bekannt, / Land des Glaubens, deutsches Land!

2. Land der Hoffnung, Heimatland, / Ob die Wetter, ob die Wogen über dich hinweggezogen, / Ob die Feuer dich verbrannt, / Du hast Hände, die da bauen, / Du hast Herzen, die vertrauen, / Lieb und Treue halten stand, / Land der Hoffnung, Heimatland!

3. Land der Liebe, Vaterland, heil’ger Grund, / Auf den sich gründet, / Was in Lieb und Leid verbündet / Herz mit Herzen, Hand mit Hand. / Frei, wie wir dir angehören / Und uns dir zu eigen schwören, / Schling um uns dein Friedensband, / Land der Liebe, Vaterland!

Rudolf Alexander Schröder (* 26. Januar 1878 in Bremen, † 22. August 1962 in Bad Wiessee). Der Dichter erneuerte das evangelische Kirchenlied; er gehörte zur Bekennenden Kirche, die dem Nationalsozialismus widerstand.

Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) hätte dieses Lied, das 1950 auf seine Anregung hin entstand, gerne als Nationalhymne unseres Landes eingeführt, konnte sich aber gegenüber Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) nicht durchsetzen, der das herkömmliche Deutschlandlied bevorzugte, das bereits in der Weimarer Republik Nationalhymne war.

Schröders „Hymne an Deutschland“ wird auch als „Bremer Hymne“ bezeichnet.

Melodie siehe hier: http://www.musictory.de/musik/Landeshymne/Bremer+Hymne
oder hier: http://www.youtube.com/watch?v=UQqKjZm1JgU

Evgl. Gemeindehilfsbund: „Praktizierte Homosexualität ist auch im 21. Jahrhundert eine Sünde“

Die Kirche darf nicht verschweigen, daß praktizierte Homosexualität nach dem biblischen Zeugnis auch im 21. Jahrhundert eine  Sünde ist, die vom Reich Gottes ausschließt.

Diese Ansicht vertrat der Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes, Johann Hesse, bei einer Tagung der Evangelisch-Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft Sachsens zum Gesprächsprozeß innerhalb der sächsischen Landeskirche am 1. März in Rathen (Sächsische Schweiz).media-358103-2

Sie stand unter dem Thema „Es steht geschrieben… Zur Autorität der Schrift“.  – Hintergrund ist die Debatte um die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Pfarrer und ihre Partner in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen und die darum entbrannte Debatte.

Wie Hesse sagte, muß die Aufgabe der Kirche darin bestehen, den Sünder zur Umkehr zu rufen und zu lehren, daß Veränderung und Erneuerung möglich sind. Sie sollte seelsorgerliche Angebote machen, die den Betroffenen helfen, mit ihren Gefühlen geistlich umzugehen und in den Ordnungen biblischer Ethik zu leben, anstatt zentrale Aussagen der Bibel zum Thema zu relativieren.

Leider werde die Autorität der Heiligen Schrift inzwischen selbst von Bischöfen infrage gestellt, so Hesse in seinem Referat zum Thema „Die Autorität der Heiligen Schrift in der Schrift“. 

So habe der Bischof der badischen Landeskirche, Ulrich Fischer, auf der Landessynode in Bad Herrenalb im April 2012 erklärt, daß Gott nicht selbst im Alten und Neuen Testament rede, „sondern wir haben es mit menschlichen Worten zu tun, durch die uns Gottesworte und -bilder vermittelt werden“.

Ein solches Verständnis vom Ursprung und Wesen der Bibel öffne einer „Auslegung der Beliebigkeit“ Tür und Tor: „Reden nur Menschen Worte und Bilder von und über Gott, so kann die Schrift jederzeit gesellschaftlichen Trends und Meinungen angepasst werden.“

Aus der „Bekennenden Kirche“ hervorgegangen

Die Evangelisch-Lutherische Bekenntnisgemeinschaft Sachsens entstand 1933/34 aus dem „Pfarrernotbund“ als Bekennende Kirche in Sachsen. Sie war eine kirchliche Widerstandsbewegung gegen die nationalsozialistische Unterwanderung der lutherischen Kirche in Sachsen durch die „Deutschen Christen“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie maßgeblich an der Bildung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens beteiligt.

Der Leiter der Bekennenden Kirche, Hugo Hahn, wurde nach dem Krieg der erste Landesbischof der sächsischen Landeskirche. 1996 wurde die Bekennende Kirche Sachsens in einen eingetragenen Verein umgewandelt und in Bekenntnisgemeinschaft umbenannt, wie sie zu Beginn der 30er Jahre schon einmal hieß.

Die Mitglieder fühlen sich bis heute dazu verpflichtet, die Entwicklung der Kirche immer wieder auf Fehler zu überprüfen und gemäß der Heiligen Schrift und ihrem Bekenntnis neu auszurichten.

Quelle: http://www.idea.de