„Freude am Glauben“ in Fulda: Weihbischof Schneider feierte die Abschlußmesse

Von Felizitas Küble

Am Sonntag, dem 22. Juli, fand der dreitägige Kongreß „Freude am Glauben“ in Fulda seinen krönenden Abschluß in einem Pontifikalamt im Dom zu Fulda, das von Weihbischof Athanasius Schneider und einigen Priestern am frühen Nachmittag gefeiert wurde (siehe Fotos).

Die Geistlichen zelebrierten den sog. „römischen Kanon“, das erste eucharistische Hochgebet, das dem überlieferten Ritus („alte Messe“) am nächsten steht.

Das Pontifikalamt zur Eröffnung hielt der kürzlich in den Ruhestand getretene Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen.

Weihbischof Schneider sprach am Sonntag-Vormittag in einem Vortrag über die Eucharistie als Sakrament und Kraftquelle.

Athanasius Schneider ist rußlanddeutscher Herkunft und seit langem für seine klare Sprache und seine theologisch konservativen Positionen bekannt. Er amtiert als Weihbischof des Erzbistums Astana in Kasachstan. Im benachbarten Kirgisien wurde er 1961 als Sohn schwarzmeerdeutscher Eltern geboren, die von den Sowjets nach Zentralasien verschleppt worden waren.

1973 gelangte die Familie nach Baden-Württemberg. Nach seiner Priesterweihe promovierte er in Rom über Patristik (er wurde Doktor über die Zeit der Kirchenväter). 2011 ernannte ihn Papst Benedikt zum Weihbischof des Erzbistums Astana.

Der profilierte Würdenträger spricht neben seiner deutschen Muttersprache fließend Englisch, Russisch, Italienisch und Portugiesisch, er beherrscht Latein und Griechisch. Auf deutsch erschienen seine Publikationen u.a. im Dominus-Verlag und im Verlag Media Maria.

Bei seiner Predigt in dem mit zahlreichen Meßbesuchern überfüllten Dom betonte Weihbischof Schneider ein Leitwort aus der frühen Kirche: „Christ, erkenne Deine Würde!“  – Das gelte auch für den Gläubigen als „Soldat Christi“, als Bekenner und Streiter für Gott und sein Reich. Der Name „Christ“ weise bereits darauf hin, daß wir zur Nachfolge Christi berufen sind und seine Botschaft in Wort und Tat bezeugen sollen.

Nicht ohne Grund wird die Kirche auf Erden als „streitende Kirche“ bezeichnet, denn sie steht in Kämpfen und Auseinandersetzungen nicht nur mit irdischen Gegnern, sondern auch mit Anfechtungen aus den eigenen Reihen.

Der Bischof wies darauf hin, daß sich die Katholiken der ersten Jahrhunderte in der Zeit der Verfolgung keineswegs in die Katakomben zurückgezogen hätten. Hier würden teils unzutreffende Vorstellungen existieren. Die frühe Christenheit nutzte die Katakomben als Begräbnisstätten, nicht als Fluchtpunkt vor der feindlichen Welt.

Vielmehr hätten die Gläubigen damals trotz aller Verfolgung mitten in ihrer Herkunftswelt gelebt, ihre Berufe ausgeübt, sie waren auf den öffentlichen Straßen und Plätzen anzutreffen, sie lebten keineswegs abgeschottet, sondern stets präsent und zugänglich für ihre Umwelt.

Durch die Firmung werden die Katholiken, so erläuterte der Weihbischof weiter, besonders zum Bekenntnis des Glaubens und zum Kampf für das Gottesreich berufen und bestellt. Dieses Sakrament bestärkt sie in ihrer Aufgabe, Salz der Erde zu sein. Die Immaculata, die makellos empfangene Jungfrau Maria, habe sich als Siegerin über die Irrlehren und als Hilfe der Christen erwiesen.

 

 


Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr

Von Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann

Das Evangelium von der Tempelreinigung (Joh 2,13-25) führt uns leicht hin auf das Thema der heiligen Beichte. Jesus verhält sich ein wenig aufgebracht. Er reinigt das Gotteshaus von allem, was nicht hineingehört. So sollen auch wir unseren inneren Tempel reinigen. Säubern wir das Herz, das mit allem Möglichen zugestellt ist. Alles, was nicht dort den eigentlichen Platz hat, soll weggegeben werden und wir sollen davon frei werden.

Erinnern wir uns an das Wort Jesu vom ersten Fastensonntag aus dem Markus Evangelium (Mk 1,15): „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Wenn Jesus damit die Menschen zum Glauben einlädt, spricht er gleichzeitig die große Vorbedingung dazu aus. Er sagt: „Kehrt um!“. So sind Glaube und Umkehr aufeinander bezogene Forderungen Gottes an den Menschen, zugleich aber auch die österlichen Gaben des Auferstandenen an uns.

Die Beichte ist für unser ganzes Leben von entscheidender Bedeutung, jedoch zugleich in große Vergessenheit geraten. 

Allein das Wort erweckt in vielen Menschen unangenehme Gefühle; sie reichen von totaler Ablehnung bis hin zu völliger Gleichgültigkeit. Von den einen abgelehnt, weil sie den Beichtstuhl vielleicht tatsächlich als Ort der Demütigung oder der Indiskretion erlebt haben, und von den anderen ahnungslos belächelt, weil sie nie erfahren durften, was für ein Geschenk die Beichte für den Menschen eigentlich ist: so ist dieses Sakrament zunehmend nicht nur zum ungeliebten und vergessenen, sondern auch zum unbekannten Sakrament geworden.

Doch gerade darin liegt für unsere heutige, an Geist und Geistlichkeit so arme Zeit die große Chance, die befreiende und belebende Wirkung der Beichte neu zu entdecken.

Als Beichtvater wie als Sünder, der selbst zur Beichte geht und genau weiß, wie schwer dieser Schritt sein kann, bin ich überzeugt: der Beichtstuhl ist der Ort, an dem nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Welt ihre größte „Reparatur“ erfahren kann.

Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr, denn sie vollzieht die Umkehr, zu der Jesus uns aufruft – die Rückkehr zum Vater, von dem sich ein Mensch durch die Sünde entfernt hat. Sie ist daher auch das Sakrament der Buße, weil sie einen persönlichen Schritt der Umkehr, der Reue und Genugtuung des sündigen Christen darstellt.

Das Bekenntnis unserer Sünden vor dem Priester ist ein wesentliches Element dieses Sakramentes. Dadurch wird es zum Sakrament der Vergebung, denn durch die sakramentale Lossprechung des Priesters gewährt Gott selbst dem Beichtenden Verzeihung und Frieden. Das macht die Beichte zum Sakrament der Versöhnung, denn es schenkt dem Sünder die versöhnende Liebe Gottes.

Durch diese Versöhnung wird die Beichte zum Sakrament der Heilung. Hier erfährt der Mensch die Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen: zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und dadurch letztlich zu Gott, der den innersten Kern unseres Menschseins darstellt.

Ein Mensch, der sagt, dass er ohne Sünde sei, die Beichte nicht brauche und alles mit und für sich selbst regeln könne, belügt sich selbst – das sagte schon der Apostel Johannes. Dieser Selbstbetrug kommt in der heutigen Zeit leider häufig vor. Papst Franziskus sagt es ganz klar: „Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern kann, es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben kann, wenn wir uns IHM öffnen.“

Das führt uns zur entscheidenden Frage: Wie kann ich so beichten, dass es mir echte innere Heilung ermöglicht? Der Artikel „Das Sakrament der Buße und der Versöhnung“ im „Gotteslob“ Nr. 593 zeigt uns einige Schritte, wie wir die Beichte als echtes Geschenk erfahren können, die uns Frieden, Befreiung und Lebensfreude bringt.

Ich lade alle ein, diese besondere Zeit vor Ostern auch als Chance der persönlichen Umkehr zu sehen, um das eigene Leben wieder etwas intensiver zu reflektieren, es in seinen dunklen Bereichen aufzuhellen, um ein Stück mehr mit sich, mit den Mitmenschen und mit Gott ins Reine zu kommen. Jeder von uns weiß ziemlich genau, wo die unterbelichteten Stellen in der eigenen Biografie zu finden sind.

Jenen unter uns, die regelmäßig beichten, wünsche ich dabei, dass das Sakrament für sie nicht zur oberflächlichen Routine wird, sondern dass es immer wieder den Weg ins Innere finden kann.

Jenen unter uns, die schon längere Zeit nicht mehr beichten waren oder überhaupt noch nie einen Beichtstuhl von innen gesehen haben, möchte ich Mut machen: Nehmt Euch selbst so wichtig, wie Gott es tut! Verweigert Euch nicht dem wunderbaren Heilmittel der Versöhnung, das ER für Euch bereithält!

Legt den alten Menschen ab und lebt als neue Menschen! Gott schenke uns eine erfüllte Fastenzeit, eine gute Beichte und lasse uns mit großer innerer Freude das Osterfest feiern!

Unser Autor Dr. Franz Weidemann ist Gemeindepfarrer in Dortmund

 


Weihbischof Laun unterschreibt Erklärung für die traditionelle Ehe-Lehre der kath. Kirche

Mathias von Gersdorff

Als erster deutschsprachiger Bischof unterschreibt Andreas Laun, em. Weihbischof in Salzburg (siehe Foto), das „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“ der Bischöfe Kasachstans.

Das Bekenntnis der Bischöfe Tomash Peta (Metropolit der Erzdiözese in Astana), Jan Pawel Lenga (Erzbischof/Bischof von Karaganda) und Weibischof Athanasius Schneider bekräftigt die überlieferte katholische Lehre zu Ehe und Familie und lehnt jegliche Aufweichung ab.

Bislang erhielten die drei Kirchenmänner für ihre Erklärung die Unterstützung der Erzbischöfe Luigi Negri, Carlo Maria Viganò und Kardinal Janis Pujats (Riga, Lettland).

Es wäre zu begrüßen, wenn neben Weihbischof Andreas Laun weitere Bischöfe aus dem deutschsprachigen Raum das Bekenntnis unterschreiben.

Insbesondere in Deutschland macht sich nämlich die Relativierung und Ignoranz der katholischen Lehre über Ehe und Familie im Kirchenvolk (und in Teilen des Klerus) bemerkbar. Folge davon ist nicht nur eine immer größere Missachtung der Sexuallehre der Kirche und eine hohe Zahl von Ehescheidungen, sondern auch zunehmende Sakrilegien durch unwürdigen Empfang der hl. Kommunion.

Weitere Infos: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/01/kardinal-janis-pujats-unterschreibt.html


Regensburg: Pfadfinder bringen das Licht aus Bethlehem in den Dom

Die Hände nicht zur Faust ballen, sondern sich zum Friedensgruß reichen – das war die Botschaft von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der mit hunderten Pfadfinder/innen aus dem gesamten Bistum einen Gottesdienst im Regensburger Dom gefeiert hat.

Anlass war die Ankunft des Friedenslichtes aus Bethlehem, das von dieser Feier aus als Symbol des Friedens in die ganze Diözese ausgesandt wurde.

Noch tags zuvor hatte auf dem Domplatz eine politische Demonstration stattgefunden, bei der sich Palästinenser-Freunde sowie Unterstützer des Staates Israel gegenübergestanden hatten – getrennt von zahlreichen Polizeikräften. „Jetzt aber sind viel mehr Menschen in den Dom gekommen, um friedlich zusammen zu sein“, erklärte der Regensburger Bischof.

Noch in dem Gotteshaus wurde das Feuer auf Kerzen sowie in Laternen weitergegeben.

Aufgrund der Renovierung des Obermünsters fand die Übergabe des Friedenslichtes in diesem Jahr im Hohen Dom St. Peter statt. Bischof Voderholzer nannte während seiner Predigt den Stall von Bethlehem und die Krippe einen Ort des Friedens. „Woher soll der Friede in der Welt kommen, wenn nicht von diesem Mensch gewordenen Gottessohn? Ich weiß es nicht!“ sagte er weiter.

Die Feier im Dom mit der Verteilung der Flammen nannte Dr. Voderholzer ein Bekenntnis zu Christus als Quelle wahren Friedens.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Evangelikaler ABC-Kreis trauert um Prof. Seitz

Der Theologe orientierte sich an Bibel und Bekenntnis

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) trauert um seinen langjährigen Begleiter und Unterstützer Manfred Seitz, der am Freitag (28. April) im Alter von 88 Jahren gestorben ist.

Der ehem. Erlanger Theologieprofessor habe mehrere Generationen bayerischer Theologen geprägt, sagt der ABC-Vorsitzende, Dekan Till Roth, der selbst bei Seitz studiert hat. Nicht nur seine Lehre war beeindruckend, so Roth:

„Besonders vorbildlich war für mich die Ausrichtung der theologischen Arbeit auf die kirchliche Praxis und das christliche Leben. Was er vermittelte, war keine abstrakte Theorie der Praxis, sondern eine Reflexion und Anleitung aller Aufgabenfelder des Pfarrberufs, die unmittelbar anwendbar ist und vielfältig im pastoralen Alltag nachwirkt.“

Seitz war zunächst Professor in Heidelberg, bevor er 1972 auf den Lehrstuhl für praktische Theologie an die Universität Erlangen berufen wurde. Mehr als zwei Jahrzehnte leitete er zudem das Pastoralkolleg der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1994 engagierte sich Seitz in der bayerischen Landeskirche. So protestierte er im Jahr 2010 – wie der ABC – in einem Synodenantrag gegen das Vorhaben, das Zusammenleben von homosexuellen Paaren im Pfarramt zuzulassen.

„Ein solcher Beschluss widerspräche Gottes Wort und Gebot“, so Seitz in seinem Antrag, es würde das Antidiskriminierungsgesetz über die Heilige Schrift stellen. Zur Begründung wies Seitz zusammen mit zahlreichen Unterstützern darauf hin, dass „die schöpfungsmäßige Zuordnung von Mann und Frau als Ebenbild Gottes“ das christliche Eheverständnis konstituiere.



Kath. Pfarrer Felix Evers: Was ich mit der NDR-Quizshow „Leuchte des Nordens“ erlebte

„Leuchte des Nordens“ ist eine TV-Wissens-Show, in der fünf Kandidaten aus den fünf norddeutschen Bundesländern (Niedersachsen/Schleswig-Holstein/Bremen/Mecklenburg-Vorpommern/Hamburg) gegeneinander antreten.

Die Sendung mit drei Spielrunden wird von Jörg Pilawa moderiert. Am Ende müssen zwei Kandidaten in einer Minute einige Fragen zu dem Bundesland beantworten, aus dem sie kommen.

Ende letzten Jahres hat Pfarrer Felix Evers (siehe Foto) das Quiz gewonnen  – und damit auch den Titel „Leuchte des Nordens“.

Im Vorfeld der Sendung gab es allerdings einiges Hin und Her  – zumal der 46-jährige Geistliche aus der Pfarrei Neubrandenburg auf seinem Kollarhemd bzw. „römischen Kragen“ bestand.

Wir baten den katholischen Priester, für uns einen Artikel über seine Erfahrungen mit dieser Sendung zu verfassen, was er gerne getan hat. Wir danken ihm herzlich und stellen hier seinen interessanten Bericht vor:

„Die Quizshow „Leuchte des Nordens“ hat sich eigenständig am Telephon bei mir gemeldet, weil es zur Adventszeit ein Pastorenspecial geben sollte. Das war schon vor vier Jahren. Danach gab es ein Casting im Hotel Maritim in Kiel, an dem über 50 Personen teilnahmen.

Vor über einem Jahr meldete sich diese Produktions- und Castingfirma wieder bei mir und fragte, ob ich auch bereit sei, an einer normalen Sendung teilzunehmen, weil sich kein anderer Pfarrer gefunden habe.

Ich wollte das selbstverständlich  – und dann haben wir die Sendung vor einem Jahr im NDR-Studio in Hamburg aufgezeichnet. Ich habe zur Vorbereitung diverse Bücher gelesen, die sich mit geographischen Gegebenheiten und typisch regionalen Besonderheiten der fünf norddeutschen Bundesländer beschäftigen.

Ich bin ja gebürtig aus Kiel, habe in den Priesterseminaren in Osnabrück und Hamburg zwei weitere Bundesländer kennenlernen dürfen, und in der Sendung trat ich nun natürlich als Pfarrer in Neubrandenburg für Mecklenburg-Vorpommern an  –  nur Bremen fehlte mir also in meiner „biographischen Nordlichtsammlung“! 

Ich lese zudem jeden Tag die Frankfurter Allgemeine Zeitung und einmal pro Woche die „Zeit“, dadurch konnte ich auch die aktuellen Fragen beantworten. Das war alles zusammengenommen eine intensive Vorbereitung.

Ob ich Stoßgebete gen Himmel gesandt hätte, wurde ich oft gefragt. Ich glaube wie Theresa von Avila daran, dass Gott immer bei mir ist. Ich hätte also auch eine Niederlage einstecken können. Aber ich hatte trotzdem den Anspruch, dass es klappen muss, wenn ich schon so intensiv dafür lerne. In dem Sinne schicke ich eher Stoßgebete 24 Stunden Tag und Nacht, dass Gott mein Leben immer begleiten möge, in guten und in bösen Zeiten.

Für mich ist es übrigens ganz wichtig, dass wir Priester immer erkennbar sind. Das ist keine ideologisch besetzte Ansicht – wie es einem traurigerweise heute in Deutschland rasch unterstellt wird, sondern für mich eine Selbstverständlichkeit: Menschen sollen wissen, wofür wir stehen.

Das Kollarhemd war zunächst vom Sender nicht gewünscht: „Zu schwarz und dadurch untauglich für die Kameras.“ –  Ich nehme das den Produzenten gar nicht übel. Mit einem anderen Teilnehmer gab es wohl parallel Probleme, weil er ein T-Shirt von seinem Fischrestaurant tragen wollte  –  das wäre Werbung gewesen.

Ich hatte von morgens früh an bis in die Aufzeichnung nachmittags das Kollarhemd und meinen Anzug an, und die Fernsehleute meinten, dass es farblich nicht gehe, weil es zu dunkel sei. So entstand ein kleiner Kampf.

Erst eine Stunde vor der eigentlichen Aufzeichnung bekam ich dann grünes Licht und konnte das Kollarhemd tragen. Ansonsten hätte ich ein weißes Hemd anziehen müssen. Wir leben in einer Zeit, in der wir uns vor anderen Bekenntnissen nicht verstecken müssen, sondern im Gegenteil offensiv zu unseren Bekenntnissen, Werten und Traditionen stehen sollten. Ich habe also versucht, meine Wahl der Priesterkleidung zu verteidigen  –  und am Ende hat es ja auch mit Gottes Hilfe geklappt.

Gefreut hat mich, dass Jörg Pilawa meine sonore, kräftige Stimme gelobt hat. Das hängt mit unserem Verkündigungsauftrag zusammen: Ich bin dankbar für das Geschenk, das ich in die Wiege gelegt bekomme habe: Dass ich reden kann und reden darf. Ich habe auch eine vierjährige Rhetorikausbildung genossen durch den Jesuitenpater Prof. Dr. Friedhelm Mennekes, der mir beibrachte, frei zu predigen  –  und ohne Mikrophone.

Wir haben den ganzen Tag im NDR-Studio verbracht. Jörg Pilawa selbst hat sich Zeit für die einzelnen Kandidaten genommen. Er hat mit mir ausführlich über seine eigene Geschichte mit der Kirche gesprochen. Er ist ja einer, der uns zu 100 Prozent wohlwollend gegenüber steht und auch sagt, dass der Ministrantendienst für seinen heutigen Beruf sehr hilfreich war.

Das verstehe ich gut, denn in beiden Bereichen – dem heiligen und dem profanen Bereich –  geht es ja auch um Öffentlichkeit, Ordnung und Disziplin und darum, dass man „im Rampenlicht“ steht. Das sagen auch Harald Schmidt und Thomas Gottschalk in zahlreichen Interviews.

Ich bin übrigens vor wenigen Jahren ganz knapp am „Wort zum Sonntag“ vorbeigeschlittert. Ich hatte deshalb im gleichen NDR-Studio ein Casting. Da wurde ich aber nicht ausgewählt – gegen eine gutaussehende Ordensschwester hatte ich einfach schlechte Karten. Aber das ertrage ich gerne.“

 


Der ISLAM – eine große Herausforderung für uns Christen

Von Pastor Dr. Hans-Wilhelm Rahe

Seit September 2015 hat sich bekanntlich der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland, darunter vieler Moslems, erheblich verstärkt. Wie sollen wir uns zum Islam und seinen Anhängern stellen?

Einerseits sollten wir m. E. positive Seiten am Islam und an seinen Vertretern anerkennen: Es gibt Moslems, die sich bei uns integriert haben und mit den Einheimischen friedlich zusammenleben.

Es gibt auch Moslems, die zum Christentum übergetreten sind. Es gibt Islamtheologen, die z. B. die Koran-Aufrufe zur Gewalt gegenüber den Ungläubigen, Christen und Juden, ausklammern und einen friedlichen, fast christlichen Islam (allerdings ohne Christus) vertreten, wie der Münstersche Islamwissenschaftler Khorchide.

Andererseits darf man die Gefahren, die vom Islam ausgehen, nicht ignorieren oder verharmlosen. Im Koran, für einen gläubigen Moslem oberste Autorität, gibt es 200 Aufrufe zur Gewalt gegenüber Ungläubigen, Juden und Christen.

Im Alten Testament wird zwar an mehreren Stellen von Gewalt-Exzessen berichtet. Doch sie sind auf einmalige historische Situationen beschränkt und stehen nicht im Mittelpunkt alttestamentlicher Geschichten. Diese haben auch nicht Gewalt und Mord zum Ziel.

Dagegen sind die zahlreichen Aufrufe des Koran zeitlos und für einen gläubigen Moslem auch heute verbindlich. Sie werden in vielen Ländern der Erde befolgt.

Konvertiten in Deutschland müssen um ihr Leben fürchten. Prof. Khorchide steht unter Polizeischutz. In deutschen Flüchtlingslagern und anderswo gehen Moslems gegen Christen vor. In vielen islamisch geprägten Ländern ist Christen die öffentliche Ausübung ihres Glaubens verboten. Sie werden verfolgt bis hin zu Inhaftierungen und Ermordungen. Ganz zu schweigen von den Massakern des IS.

Was ergibt sich aus diesen Tatsachen für unsere Haltung zum Islam und seinen Anhängern?

Kriminell gewordene Flüchtlinge, zumeist Moslems, sollten konsequenter als bisher abgeschoben werden. Imame und Religionslehrer sollten in Deutschland ausgebildet werden. Gottesdienste in Moscheen sollten auf Deutsch gehalten werden. Anhänger eines friedlichen Islam  –  wie Prof. Khorchide  –  sollten unterstützt werden.

Gespräche zwischen Christen und Muslimen können zum friedlichen Zusammenleben beitragen. Dabei darf allerdings der eigene Glaube nicht verleugnet werden. So wie Jesus seinen Jüngern versprochen hat: „Wer mich bekennet vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater“ (Mt. 10, 32).

Wir Christen sollten unsern Glauben bekennen und leben  –  und so das Evangelium für Moslems attraktiv machen.

Unser Autor Dr. H.-W. Rahe ist evangelischer Pfarrer und lebt mit seiner Frau in Münster

 


CSU-Politiker Söder und Polizeichef Fertinger bekennen sich zum christlichen Glauben

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat sich über seinen christlichen Glauben geäußert: „Ich bekenne, dass ich an Gott und Jesus Christus glaube.“

Wie der evangelische Landessynodale in einem Podiumsgespräch zum Thema „WoKreuzkuppelhin entwickelt sich unsere Gesellschaft?“ am 5. Oktober in Kempten im Allgäu sagte, gibt ihm sein Glaube Kraft und Hoffnung.

Vor rund 500 Besuchern räumte der CSU-Politiker ein, dass sein Glaube viele Jahre verschüttet gewesen sei. Als er ihn wiederentdeckte, habe er angefangen, regelmäßig zu beten. In seinem Ministerium habe er sich deshalb eine kleine Kapelle eingerichtet.

Es falle ihm aber schwer, die Bibel zu lesen. Deshalb höre er sie bei Dienstreisen häufig als Hörbuch. So enthalte er immer wieder Impulse, die seinen Alltag und seine Politik prägten.

Terroranschlag in Ansbach: Bewahrung Gottes erfahren

Der Polizeipräsident von Mittelfranken, Roman Fertinger, wies die Auffassung zurück, der christliche Glaube solle auf das Privatleben beschränkt bleiben. Vielmehr gehöre er an die Öffentlichkeit. Immer wieder erlebe er in seinem Polizeialltag, dass Gott eingreife. Als Beispiel verwies er auf den islamistischen Sprengstoffanschlag am 24. Juli in Ansbach. Dabei war der 26-jährige Terrorist ums Leben gekommen. 15 Personen wurden verletzt. 026_23A

Wie der Polizeichef erläuterte, war nur der Zünder im Rucksack des Attentäters explodiert, nicht aber die eigentliche Bombe. Sie hätte etwa 40 Menschen töten können. Hier habe man die Bewahrung Gottes erlebt, so der Polizeichef.

Veranstalter der Podiumsdiskussion war die überkonfessionelle Bewegung „Initiative Gebet Allgäu“, die 2005 von dem Kemptener Baptistenpastor Stefan Vatter zusammen mit zwei evangelischen Pfarrern und einem Unternehmer gegründet wurde. Vatter zeigte sich gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA überrascht, wie klar sich zwei Personen des öffentlichen Lebens zum christlichen Glauben bekannten.

Schirmherr der „Initiative Gebet Allgäu“ ist Bundes-Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU).

Quelle: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/bayerns-finanzminister-soeder-ich-glaube-an-jesus-christus-98470.html


Evangelikale standen kurz vor der Spaltung

Allianz-Chef Diener entschuldigt sich für verwirrende Äußerungen

Der Vorsitzende des „Netzwerkes Bibel und Bekenntnis“, der Evangelist Ulrich Parzany, hat die persönliche Erklärung des Vorsitzenden der Dt. Evangelischen Allianz, Michael Diener, vom 28. Januar begrüßt. Logo Christustag

Darin bedauert Diener, dass seine Äußerungen zum Bibelverständnis und zu ethischen Fragen „in der pietistisch-evangelikalen Welt tiefgehende Verwerfungen und Irritationen“ ausgelöst haben.

Er hatte in Interviews gefordert, die Evangelikalen sollten neu über Mission und Politik denken. Im Blick auf das Thema Homosexualität äußerte er den Wunsch, dass auch Christen, die ihre Homosexualität praktizieren, Mitarbeiter in evangelikalen Gemeinden sein können.

Das hatte teils heftigen Widerspruch ausgelöst und die evangelikale Bewegung an den Rand einer Spaltung gebracht. Seine Äußerungen seien im pietistisch-evangelikalen Raum teils als unangemessene, öffentliche Kritik verstanden worden, so Diener.

Er bitte die Menschen, „die ich dadurch verletzt habe, ausdrücklich um Entschuldigung“, schreibt der Theologe, der im Hauptamt Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften) ist.

Parzany: Ist Dieners Erklärung für die Ev. Allianz verbindlich?

Pastor Parzany erklärte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, diese Entschuldigung sei „sehr zu respektieren“. Er stimme Diener zu, „dass wir die notwendigen inhaltlichen Diskussionen, gerade auch zu Hermeneutik und Sexualethik“, führen müssen.

Parzany: „Ich begrüße, dass das in den kommenden Wochen auch in der Mitgliederversammlung des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz geschehen wird.“ polskaweb

Er hoffe auf klärende Stellungnahmen dieser Gremien. Dass diese Diskussion „sachorientiert“ geführt werde, halte er für selbstverständlich. Irritiert zeigte sich Parzany darüber, dass es von Seiten des Geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Evangelischen Allianz zunächst geheißen habe, es sei nicht sinnvoll, „mit ständigen Zwischenerklärungen die öffentlichen Debatten am Kochen zu halten“.

Nun habe Diener aber doch eine Persönliche Erklärung abgegeben. Unklar sei, ob er sich darin als Privatperson oder als Allianzvorsitzender geäußert habe: „Genau diese Unklarheiten schaffen die Irritationen.“

„Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ wünscht Gespräche

Laut Parzany hat das Netzwerk Bibel und Bekenntnis auch um Gespräche mit der Allianz und dem Gnadauer Verband gebeten. 65 Evangelikale hatten das Netzwerk am 23. Januar als Reaktion auf die Äußerungen Dieners gegründet. Im einstimmig verabschiedeten Kommuniqué der Gründungsversammlung heißt es:

„In vielen Gemeinden und Gemeinschaften herrscht Verwirrung und besteht Besorgnis darüber, welchen Kurs führende Repräsentanten der evangelikalen Bewegung steuern. Es fehlt an deutlichem Widerstand gegen Entscheidungen von Kirchenleitungen und Synoden, die Bibel und Bekenntnis widersprechen. Das betrifft aktuell die Segnung und kirchliche Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren, die kirchliche Förderung der Gender-Ideologie und Verlautbarungen zum interreligiösen Dialog.“

Die Stellungnahme von Ulrich Parzany lesen Sie hier im Wortlaut.

Quelle: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/parzany-begruesst-entschuldigung-dieners-aber-irritationen-bleiben-93512.html


„Du rettest mich und hüllst mich in Jubel“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 32 (31),1-2.5.6-7.

Wohl dem, dessen Frevel vergeben
und dessen Sünde bedeckt ist.
Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zur Last legt
und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Da bekannte ich dir meine Sünde
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem HERRN meine Frevel bekennen.
Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten;
fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.
Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not;
du rettest mich und hüllst mich in Jubel.