Aufreger in Österreich über Ex-Kanzler Kurz, Prediger Fitzgerald und den Awakening-Event

Von Felizitas Küble

Der österreichischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz trat kürzlich auf der pfingstlerischen Awakening-Europe-Konferenz in der Wiener Stadthalle auf und sprach dort ein Grußwort, was dann in der Alpenrepublik für reichlichen Pressewirbel sorgte.  

Auf der charismatischen Mega-Veranstaltung mit 10.000 Teilnehmern hatte vor ihm bereits Kardinal Christoph Schönborn gepredigt und Segensworte gesprochen. Der Wiener Oberhirte steht den umstrittenen Medjugorje-Erscheinungen ebenso nahe wie den Pfingstbewegten.

Dasselbe gilt für die Nachrichtenseite „Kath.net“, die derartige Phänomene gerne mit großer Begeisterung präsentiert.

Nun hat deren Leiter Roland Noe zweifellos recht, wenn er feststellt, daß der linke Presse-Shitstorm gegen den ÖVP-Politiker Kurz nicht nur überzogen, sondern abwegig ist.

Dem Ex-Kanzler wurde vorgehalten, er betreibe Wahlkampf auf einem frommen Podium und „vereinnahme“ dabei Gebet und Christentum. Aber mit derselben Logik könnte man auch die zahlreichen Auftritte von Politikern auf Kirchen- und Katholikentagen beanstanden.

Doch bekanntlich gilt in rotgrünen Medien die Devise: Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

Soweit alles klar. Nun das große ABER, denn „Kath.net“ beschränkt sich nicht darauf, Ex-Kanzler Kurz gegen unfaire Angriffe in Schutz zu nehmen.

Vielmehr nutzt man gerne die Gelegenheit, um den extrem-charismatischen Starprediger Ben Fitzgerald anzuhimmeln, nachdem dieser für Kurz gebetet und ihn  –  übrigens ungefragt  –  „gesegnet“ hatte (Kurz war darüber sichtlich perplex!).

Noe schreibt dazu überschwänglich: „Ein Gebet von Ben Fitzgerald, der so eine radikale Bekehrung zu Christus erlebt hat und als Vollzeitmitarbeiter das Evangelium auf der ganzen Welt verkündet, ist ein besonderes Gevor_600x600schenk.“

Nun ist dieser evangelische Pfingstler aus Melbourne einer der Mitbegründer von „Awakening Europe“, was übersetzt „Europa wacht auf“ bedeutet. Fitzgerald gehört zur euphorischen Bethel-Gemeinde und damit zu jenen Erweckungspredigern, die eine künftige „Rettung“ unseres Kontinents nicht nur erhoffen, sondern prophetisch als sichere Zukuftsmusik anpreisen.

Natürlich zählt auch der katholische Charismatiker Dr. Johannes Hartl vom ökumenischen Gebetshaus Augsburg zu den Unterstützern dieser Bewegung, wobei Fitzgerald als bereits Starprediger bei der MEHR-Konferenz von Dr. Hartl auftrat: https://charismatismus.wordpress.com/2017/01/10/erweckungsprediger-ben-fitzgerald-sprach-auf-der-charismatischen-mehr-konferenz/

Vom Drogen-Trip zum Enthusiasmus

Ins Leben gerufen wurden die Awakening-Kongresse von zwei Pfingstlern, die vor ihrer „Geist-Bekehrung“ rauschgiftsüchtig waren (durchaus kein Zufall, sondern ein häufig anzutreffendes Phänomen).

Inwieweit solche Personen vom Drogen-Trip zum „Heilig-Geist-Trip“ wechseln, also von einer Form der Euphorie zu einer anderen, sei dahingestellt. Fitzgerald war vor seiner „Bekehrung“ im Jahre 2002 als Drogendealer „tätig“.

Der zweite Awakening-Gründer ist Todd White. Beide Herren berufen sich auf besondere himmlische Eingebungen und Visionen, wonach in Europa eine neue Art Heilsgeschichte anbrechen wird, eine großartige „Erweckung“ – also genau das, was Charismatikerkreise von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer wieder neu „prophezeien“, ohne sich dabei von der wirklichen Situation (nämlich einem zunehmenden Glaubensabfall) im geringsten beeindrucken zu lassen.

Die ausgezeichnet informative „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ (EZW) äußerte sich kritisch über die vermessenen Heilungsansagen von Todd White: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/05/evangelischer-sektenbeauftragter-warnt-vor-charismatischen-holy-spirit-nights/

Auf seiner Facebook-Seite wirbt Fitzgerald für die „Evangelisationsschule“ des extrem-charismatischen Starpredigers Reinhard Bonnke, der sich selber wegen seiner Missionserfolge vor allem in Afrika gerne als „Mähdrescher Gottes“ bezeichnet.

Die EZW schreibt in ihrem Artikel zudem über Fitzgerald, er verbreite die typisch schwarmgeistige Erweckungslehre, wonach es noch vor der Wiederkunft Christi weltweit zu einer „Rettungswelle“ komme, die Christenheit einen herrlichen Aufschwung nehme und auch Fernstehende in großer Zahl zum Glauben finden.

Während gemäßigte Pfingstprediger für solch eine „Erweckung“ beten und Vorarbeit durch „Zeichen und Wunder“ leisten wollen, glauben ultra-charismatische Kreise, dieser wunderbare Zustand sei bereits eingetreten und nehme nun volle Fahrt auf.

Laut EZW-Bericht erklärte Fitzgerald, „Erweckung sei nicht allein das, wofür gebetet und worauf gewartet werde, vielmehr habe sie bereits begonnen.“ Es werde eine „Welle der Errettung über ganz Europa“ kommen, „die nicht mehr verebbt“.

Auch bei den Herren Fitzgerald und White geht es  – wie fast immer bei den Pfingstbewegten – zudem um das „Wohlstands-Evangelium“, wobei den Anhängern nicht selten mit aufdringlichen Appellen gleichsam der letzte Groschen aus der Tasche herausgelockt wird.

Auch bei dieser Konferenz in Wien gab es einen „Business Day“ mit den passenden Stichworten: „Geschäfte, Unternehmungen, Reichtum für Jesus“.

Dabei wird in diesen Kreisen ein luxuriöses Wohlleben als „Segen“ von oben dargestellt und Reichtum als eine Art Lohn des Himmels für die Geistbewegten auf Erden.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Dr. Johannes Hartl spricht mit pfingstlerischen Starpredigern auf der Presence-Konferenz

Mit Bonnke – Fitzgerald – Johnson – Baker – Wenz

Dr. Johannes Hartl, Leiter und Gründer des charismatisch-ökumenischen Gebetshauses Augsburg, hat gestern in einem Tweet auf englisch darauf hingewiesen, daß er auf der „Presence-Conference“ in Genf auftreten wird.

Die pfingstlerische Großveranstaltung in der Schweiz beginnt am heutigen 20. Mai und endet am 1. Juni.

Mit dem katholischen Theologen Dr. Hartl treten weitere bekannte Redner auf, meist seit Jahrzehnten international bekannte „Stars“ der  protestantisch-charismatischen Szene, darunter folgende:

Reinhard Bonnke (per Skype): Das schwarmgeistige Urgestein ist Gründer von „Christus für alle Nationen“ (CfaN): https://charismatismus.wordpress.com/?s=reinhard+bonnke

Bill Johnson: Pastor der kuriosen US-amerikanischen Bethel-Gemeinde: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Bill+Johnson

Heidi Baker, ultra-enthusiastische Charismatikerin: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Heidi+Baker

Ben Fitzgerald, pfingstlerischer Star-Prediger: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Ben+Fitzgerald

Markus Wenz (Stuttgart), bis vor kurzem Leiter des charismatischen Gospelforums (einer Mega-Gemeinde): https://charismatismus.wordpress.com/?s=Peter+Wenz

 


Kath. Charismatiker werben für das Pfingstler-Festival „Awakening Europe“ in Prag

Von Felizitas Küble

Im Hochsommer feiern protestantische Pfingstler gemeinsam mit katholischen Charismatikern wieder einmal die seit Jahrzehnten schon (vergeblich) angekündigte „Rettung Europas“ durch eine kommende fromme Massenerweckung.

Am 29. Juni 2017 startet in Prag die nächste mehrtägige Mega-Konferenz „Awakening Europe“ (= Europa wacht auf), die 2015 unter dem Motto „Europa wird gerettet werden“ in Nürnberg  stattfand, einer Stadt, die recht häufig von pentekostalen (pfingstlerischen) Veranstaltungen mit ihren „Heilungspredigern“  – meist aus den USA kommend  –  heimgesucht wird.

An diesem Massen-Event im Grundig-Stadion nahmen sage und schreibe 25.000 Personen teil, für Pfingstlerkongresse durchaus nicht ungewöhnlich.

Die von extrem-charismatischen Protestanten gegründete Initiative „Awakening Europe“ wird auch von enthusiastischen katholischen Personen und Gruppen vorweg gefeiert und angepriesen.

Wer da nicht fehlen darf, ist Dr. Johannes Hartl, katholischer Theologe und Begründer des ökumenisch-charismatischen Gebetshauses Augsburg. (Hier sein „Terminkalender“ mit allerlei Pfingstlerkongressen, darunter den erwähnten Prager Event: http://johanneshartl.org/termine/  –  Hartls weitere Anpreisung von Awakening: https://mehr.gebetshaus.org/de/ben-fitzgerald/)

Dr. Daniel Kolenda, evangelischer Nachfolger des ultra-charismatischen Starpredigers Reinhard Bonnke, erklärt in seinem Aufruf zur Prager Konferenz folgendes: 

„Vor 500 Jahren entzündete Martin Luther die Reformation und veränderte den Lauf der Geschichte. Wir glauben, dass die Zeit für eine weitere Transformation für die Christen in Europa gekommen ist. Über alle Konfessionsgrenzen hinweg kommen gläubige Menschen zusammen, um den Namen Jesus zu erheben!…Sei dabei! Komm zu „Awakening Europe“ in Prag! Für eine echte Erweckung in Europa!“

Ins Leben gerufen wurden die Awakening-Kongresse von zwei Pfingstlern, die beide (kein Zufall, sondern ein häufig anzutreffendes Phänomen) vor ihrer „Geist-Bekehrung“ rauschgiftsüchtig waren. Inwieweit solche Personen gleichsam vom Drogen-Trip zum „Jesus-Trip“ wechseln, also von einer Gestalt der Euphorie zu einer andersartigen, sei dahingestellt.

Bei den Awakening-Gründern aus den USA handelt es sich um Todd White und Ben Fitzgerald.

Beide Herren berufen sich bei ihrem Engagement auf besondere göttliche Eingebungen und Visionen, wonach in Europa eine neue Art Heilsgeschichte anbrechen wird, eine großartige „Erweckung“ – also genau das, was Charismatikerkreise von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer wieder neu „prophezeien“, ohne sich dabei von der wirklichen Situation (nämlich einem zunehmenden Glaubensabfall) im geringsten beeindrucken zu lassen.

Hier weitere Infos zu den Awakening-Gründern, wobei Fitzgerald dieses Jahr zugleich einer der Starprediger der katholisch-charismatischen MEHR-Konferenz von Dr. Hartl war: https://charismatismus.wordpress.com/2017/01/10/erweckungsprediger-ben-fitzgerald-sprach-auf-der-charismatischen-mehr-konferenz/

Die „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ (EZW) äußerte sich zudem kritisch über die vermessenen Heilungsansagen von Todd White: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/05/evangelischer-sektenbeauftragter-warnt-vor-charismatischen-holy-spirit-nights/

 


Erweckungsprediger Ben Fitzgerald sprach auf der charismatischen MEHR-Konferenz

Von Felizitas Küble

Zu den vier wichtigsten Referenten bei der diesjährigen Augsburger MEHR-Konferenz, die mit ca 10.000 Teilnehmern für ein gewisses Aufsehen sorgte und sogar eine ausführliche Sendung in den „Tagesthemen“ erhielt, gehörte neben Vatikanprediger R. Cantalamessa auch der bekannte protestantische Pfingstpastor Ben Fitzgerald. vor_600x600

Organisiert wird das musikalisch von superlauter Musik und exaltiertem „Lobpreis“ geprägte Spektakel durch das ökumenische „Gebetshaus Augsburg“, geleitet vom katholischen Theologen Dr. Johannes Hartl.

BILD: Fitzgeralds MEHR-Vortrag kann beim „Gebetshaus Augsburg“ bestellt werden (Quelle: https://shop.gebetshaus.org/vortraege/mehr/5568/vortrag-ben-fitzgerald)

Auch der relativ wohlwollende Tagesthemen-Bericht bezeichnet die MEHR-Konferenz als „Mischung aus Rock-Konzert, Festival und Gottesdienst“.                     (Siehe hier: https://www.facebook.com/tagesschau/videos/10154956887504407/?hc_ref=NEWSFEED)

Auf seiner Facebook-Seite wirbt Fitzgerald für die „Evangelisationsschule“ des extrem-charismatischen Heilungspredigers Reinhard Bonnke, der sich selber wegen seiner „Missionserfolge“ vor allem in Afrika gerne als „Mähdrescher Gottes“ bezeichnet: https://de-de.facebook.com/benfitzgeraldandJesus

In der erscheinungsbewegten und charismatisch geprägten Nachrichtenseite „kath.net“ berichtete deren Leiter Roland Noé  –  wie zu erwarten: völlig unkritisch  –  über den Auftritt Fitzgeralds auf der MEHR-Konferenz am vergangenen Freitag.

Der evangelische Pfingstprediger habe, so der katholische Autor, die „deutsche Kirche“ (wen immer er damit genau gemeint haben mag) dazu aufgefordert, „wieder zu ihrer Rohform zurückzufinden“.  Vermutlich meint er seine eigene protestantische Konfession, zumal er dort verkündete, es sei die Zeit für eine „neue Reformation“ angebrochen, freilich eine pfingstlerische  – also keine „trennende“ Spaltung.

Die charismatische Bewegung versteht sich ohnehin zutiefst als ökumenisch, denn wenn auch manche Lehrinhalte noch trennen, so sei es doch der „Geist“ bzw. die „Geistesgaben“, welche zusammenführen.

Evangelische Kirche in Augsburg

Kath. Kirche in Augsburg

Im Kath-net-Bericht heißt es überdies: „Der Prediger aus Melbourne hatte Ende 2002 eine tiefgreifende Umkehr erfahren, zuvor war er als Drogendealer tätig.“ – Dies ist ein recht häufiger Vorgang in der Lebensgeschichte charismatischer Prominenter. Bisweilen fragt man sich, ob diese Personen ihre Euphorie gleichsam „umgelenkt“ haben: vom Drogen-Trip zum „Jesus-Trip“. Typisch für die enthusiastische MEHR-Konferenz ist auch ihr Motto: „Holy fascination“ (heilige Faszination).

Kritischer äußerte sich die „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ in ihrem Artikel über eine Charismatiker-Konferenz in Nürnberg über Starprediger Fitzgerald. 

Demzufolge hat er dort die typisch schwarmgeistige Erweckungslehre verkündet, derzufolge es vor der Wiederkunft Christi weltweit zu einer „Rettungswelle“ komme, die Christenheit einen herrlichen Aufschwung nehme und auch Fernstehende in großer Zahl zum Glauben finden.

Während gemäßigte Pfingstprediger für solch eine „Erweckung“ beten und Vorarbeit leisten wollen, glauben ultra-charismatische Kreise, dieser wunderbaren Zustand sei bereits eingetreten. Laut EZW-Bericht erklärte Fitzgerald, „Erweckung sei nicht allein das, wofür gebetet und worauf gewartet werde, vielmehr habe sie bereits begonnen.“ – Es werde eine „Welle der Errettung über ganz Europa“ kommen, „die nicht mehr verebbt“.

Unsere theologischen Einwände zur Erweckungs-Euphorie siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/pfingstlerische-erweckungs-lehre-widerspricht-der-bibel/

Unser Bericht über MEHR-Konferenz-Referent Pater Raniero Cantalamessa: https://charismatismus.wordpress.com/2017/01/07/charismatisch-oekumenische-mehr-konferenz-mit-vatikanprediger-cantalamessa/