Kardinal Müller warnt vor Papalismus

„Man darf nicht alles auf den Papst konzentrieren“

Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Müller, hat die Gläubigen daran erinnert, dass der Papst kein Messias ist, sondern der Statthalter und Diener Christi. Der deutsche Kurienkardinal warnte davor, in einen gewissen Papalismus zu verfallen.  

Bei der Vorstellung der italienischen Ausgabe seines Buches „Die Botschaft der Hoffnung“ erklärte der Glaubenspräfekt, es sei interessant, dass einige erbitterte Gegner von Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die zu anderen Zeiten das Fundament der Theologie untergruben, sich nun zu einer Form des Papismus bekennen, „der mir ein bisschen Angst macht.“ 

Kardinal Müller warnte: „Wir kehren zu den Diskussionen des Ersten Vatikanischen Konzils zurück, mit der Idee, dass fast alle Worte des Papstes unfehlbar seien.“

Der kirchliche Würdenträger erklärte weiter, die Medien würden den Papst als Persönlichkeit würdigen, aber Papst Franziskus erinnere selber stets an die Pflicht, sich im Glauben zu stärken  – darauf komme es an.

„In den ersten Tagen seines Pontifikats sagte Papst Franziskus, als sie ihm auf dem Petersplatz applaudierten: Applaudiert Jesus, nicht mir.  –  Das ist die Perspektive des Papsttums“, erläuterte Kardinal Müller und fügte hinzu:

„Man darf nicht alles auf den Papst konzentrieren, denn der Bischof und der Pfarrer sind die Hirten der Herde. Man darf nicht in einen gewissen Papismus verfallen. Die wahren Freunde des Papstes sind nicht jene, die ihm schmeicheln, sondern jene, die mit ihm und den Bischöfen zusammenarbeiten, um den Glauben zu aufrechtzuerhalten.“

Quelle für die Zitate: http://de.catholicnewsagency.com/story/der-papst-ist-nicht-der-messias-sondern-der-stellvertreter-christi-kardinal-muller-1969

Foto: Bistum Regensburg

 


Das Amt des Papstes ist der Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort

Papst Benedikt XVI. predigte bei seiner Inaugurationsmesse (Amtseinführung) am 7. Mai 2005:

„Der Papst ist kein absoluter Monarch, dessen Gedanken und Wünsche Gesetz sind. Im Gegenteil, das Amt des Papstes ist es, den Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort zu garantieren. RadioVatikan

Er soll nicht seine eigenen Ideen verkünden, sondern sich und die Kirche dauerhaft an den Gehorsam zu Gottes Wort binden, gegen jeden Versuches es anzupassen oder zu verwässern und gegenüber jeder Form von Opportunismus.(…)

Der Papst weiß. daß er bei seinen wichtigen Entscheidungen an die große Gemeinschaft des Glaubens aller Zeiten gebunden ist, an die bindenen Interpretationen, die sich während der Pilgerschaft der Kirche auf der Erde entwickelt haben. So ist seine Macht nicht ein Darüberstehen, sondern ein Dienen gegenüber dem Wort Gottes.

Es ist ihm aufgetragen, zu sichern, daß dieses Wort in seiner Größe präsent bleibt und in seiner Reinheit wiederklingt, sodaß es nicht durch ständige Änderung in seinem Gebrauch in Stücke gerissen wird.“


Gemeinsam betende Päpste: „Ein Bild für den Himmel“

Wir alle waren tief bewegt von jenen Bildern, die uns aus Castel Gandolfo erreichten, als Papst Franziskus und Benedikt XVI. einander trafen und gemeinsam beteten. Ein Bild für den Himmel. WOW

Besonders häufig wurde auf jene Szene in der Kapelle abgehoben, in der Papst Franziskus nicht den Ehrenplatz einnahm, der ihm als Papst zukommt, sondern sich zusammen mit seinem „Bruder“ Benedikt in die Bank setzte.

Darin sehen die Beobachter vollkommen zu Recht ein Zeichen der tiefen Demut und Bescheidenheit, die den Hl. Vater auszeichnet und die sich in eine ganze Serie von Gesten einreiht.

Eine weitere Geste möchte ich jedoch auch betrachten, die, weil sie scheinbar so selbstverständlich ist, oft vergessen wird: Benedikt wollte, dass Franziskus den Ehrenplatz nimmt. Er scheint sogar ziemlich nachdrücklich darauf bestanden zu haben, wenn man sieht, wie der alte Mann richtig Tempo aufnimmt, um seinen Nachfolger auf den Stuhl hinzuweisen.

Auch diese Handlung Benedikts steht in einer ganzen Serie von Gesten, die er im Laufe seines Pontifikats gesetzt hat und die nachdrücklich das beweist, was die Papst-Fans immer gehofft, die Papst-Kritiker immer bezweifelt haben: 

Benedikt ging es bei aller Pracht der Riten und Zeremonien nie um sich und seine persönliche Eitelkeit. Wenn dem so gewesen wäre, hätte er den Weg seines Nachfolgers einfach hingenommen und sich neben ihn gesetzt nach dem Motto: Ich war ja auch mal Papst, passt schon.   –  Nein. Er möchte dem Papstamt jenen Vorrang lassen und geben, der diesem zukommt, auch wenn es nicht mehr ihm zukommt.

Er weist mit dieser kleinen Geste auf den Geist hin, in dem Macht und Pracht der Päpste inszeniert werden. Damit gibt der alte Lehrer uns eine letzte Lektion in einem gelebten Beispiel, Bescheidenheit und Größe gemeinsam zu denken und zu leben.

Wenn es das letzte war, was wir von Benedikt vor seinem Tod gehört und gesehen haben, war es ein guter Abschluss.

Quelle (Text/Foto): http://demut-jetzt.blogspot.de/2013/03/demut-mal-2.html


Orthodoxe Kirche würdigt Papst Benedikt: „Standfestigkeit, Courage und Demut“

Der Amtsverzicht Papst Benedikts war eine Überraschung für die gesamte christliche Welt  – auch für die russisch-orthodoxe Kirche. 

Angesichts der sichtbaren Annäherung der beiden Kirchen ist man sich in Fachkreisen einig: Eine Verschlechterung der Beziehungen zur Orthodoxie ist nicht zu befürchten, wer auch immer zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wird.

Vor dem Hintergrund großer Herausforderungen überlasse der Papst sein Amt einem jüngeren und tatkräftigeren Nachfolger, erklärte Metropolit Ilarion, Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Die Abdankung vom Papstamt zeuge von persönlicher Courage und Demut, sagte er. 1_0_651687

Die orthodoxe Kirche zeige sich dem scheidenden Papst gegenüber dankbar für sein Verständnis der Probleme, die einer vollständigen Normalisierung der Beziehungen zwischen Orthodoxie und Katholizismus im Weg stünden.

Noch am Vortag der päpstlichen Rücktrittserklärung hatte Metropolit Ilarion auf die positiven Tendenzen in den Beziehungen zwischen der russischen Orthodoxie und der katholischen Kirche hingewiesen, die mit der Wahl Josef Ratzingers zum Papst eingeleitet worden waren.

„Es bleibt zu hoffen, dass sein Nachfolger diesen Weg fortsetzen wird und das Verhältnis zwischen Orthodoxen und Katholiken sich weiter nachhaltig zum allgemeinen Wohl der christlichen Welt festigt“, sagte der Metropolit.

Eine Würdigung des Pontifikats von Benedikt XVI. sprach auch Kyrill I. aus, der Patriarch von Moskau und Rußland.  Die Position des deutschen Papstes zu den wichtigsten Herausforderungen der heutigen Welt verdiene ebensolchen Respekt wie sein standfestes Bekenntnis zur apostolischen Tradition.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://russland-heute.de/gesellschaft/2013/02/28/russisch-orthodoxe_kirche_dankt_benedikt_xvi_22177.html


Papst Benedikt ist der älteste Pontifex seit über 100 Jahren

Seit gestern steht fest: Papst Benedikt XVI. ist mit 84 Lebensjahren der älteste Pontifex seit über 100 Jahren. („Pontifex maximus“ ist ein päpstlicher Ehrentitel und bedeutet „größter Brückenbauer“).

Er feiert in 46 Tagen, am 16. April, seinen 85. Geburtstag und ist damit künftig älter als sein Amtsvorgänger Johannes Paul II. (1978-2005).

Ältester Papst der Kirchengeschichte war Leo XIII. (Vincenzo Gioacchino Pecci, 1878-1903), der im Alter von 93 Jahren starb.

Im 19. Jahrhundert erreichte der am längsten regierende Papst der Neuzeit, Pius IX. (Giovanni Maria Mastai-Ferretti, 1846-1878), das Alter von 85 Jahren und knapp 9 Monaten.

Im 18. Jahrhundert wurde Clemens XII. (Lorenzo Corsini, 1730-1740) fast 88 Jahre alt.

Quelle: Radio Vatikan


Immer mehr Menschen wollen den Papst hören (und sehen)

Die Zahl der Besucher von Papst-Auftritten ist im Jahr 2011 weiter gestiegen, wenn man sie mit den Daten der drei Jahre zuvor vergleicht. Das geht aus einer Statistik der Präfektur des Päpstlichen Hauses hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Demnach kamen mehr als zweieinhalb Millionen Menschen zu den verschiedenen Audienzen, Gottesdiensten oder Angelus-Gebeten mit Benedikt XVI.:

400.000 Besucher waren es bei den Generalaudienzen, fast 102.000 bei Sonderaudienzen, 846.000 bei Gottesdiensten. Als Teilnehmer am festtäglichen Mittagsgebet des Papstes zählte der Vatikan 1.206.000 Menschen.

Quelle: Radio Vatikan