Benedikt XVI.: Der Papst ist nicht Herrscher, sondern oberster Diener des Glaubens

Die Kirche Christi ist nicht auf menschlicher Willkür aufgebaut, auch nicht auf Eigenmächtigkeiten von Bischöfen oder Päpsten, sondern sie beruht auf der Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Bund, besonders auf der Botschaft Jesu. Unsere christliche Heilslehre wird in der Bibel und der apostolischen Tradition der Kirche bezeugt. Papst Benedikt XVI

Christus hat seinen Aposteln priesterliche Vollmachten verliehen, um Menschen zu Gott zu führen, aber nicht etwa das Recht, seine göttliche Lehre oder die heiligen Sakramente (wozu auch die Ehe gehört) zu verändern.

Auch der Papst ist kein Herrscher über den Glauben, sondern ihr oberster Diener.

Der katholische Philosoph Dietrich von Hildebrand schrieb, er betrachte es als den größten Irrtum unserer Zeit, daß die Religion dem Menschen angepaßt werden solle und nicht der Mensch der Religion.

Papst Benedikt erklärte in dem Interviewbuch „Gott und die Welt“ folgendes dazu:

„Der Papst ist dabei nicht der oberste Herrscher – er nennt sich ja seit Gregor dem Großen ‚Knecht der Knechte Gottes‘ -, sondern er sollte, so pflege ich das auszudrücken, der Garant des Gehorsams sein, dass die Kirche nicht machen kann, was sie möchte.

Der Papst selbst kann auch nicht sagen, die Kirche bin ich, oder die Überlieferung bin ich, sondern im Gegenteil, er ist gebunden, er verkörpert diese Bindung der Kirche…

Der Papst ist also nicht das Organ, durch das man sozusagen eine andere Kirche herbeirufen kann, sondern er ist der Schutzwall gegen Eigenmächtigkeit.

Ich nenne ein Beispiel: Vom Neuen Testament her wissen wir, dass die sakramentale, vollzogene Ehe unkündbar, untrennbar ist. Nun gibt es Strömungen, die sagen, der Papst könnte das natürlich ändern. Nein, er kann es eben nicht ändern.“


Ein Kritiker über Kardinal Müller und aufgebauschte „Skandale“ im Vatikan

Seit Jahren befassen wir uns bisweilen kritisch mit Artikeln von Dr. Christian Eckl, der sich in diversen Tages- und Wochenzeitungen vor allem zu kirchenpolitischen Themen äußert  – und hierbei mit Vorliebe Seitenhiebe gegen Kardinal Gerhard Müller austeilt. 0022

Darauf verzichtet der Autor auch in seinem jüngsten Beitrag im „Wochenblatt“ aus Landshut nicht. Allerdings schreibt er dort am heutigen 30. Dezember 2015 durchaus auch Zutreffendes zur innerkirchlichen Situation – z.B. folgendes:
„Müller gilt als Anführer des konservativen Kreises der Kardinäle, die gegen eine Lockerung und Öffnung der Kirche stehen. Er hat sich damit viele Feinde gemacht. Vatikan-Insider sagen, der deutsche Kardinal habe als ausgewiesener Dogmatik-Spezialist dem eher aus dem Bauch heraus agierenden und theologisch wenig sattelfesten Franziskus gegenüber eine relativ gute Position, solange Papst Benedikt noch lebt.“
Zugleich erwähnt Dr. Eckl, daß der Glaubenspräfekt die „Würstchendosen-Story“ der Bild-Zeitung als Intrige zurückgewiesen hat. Zudem habe es sich bei der angeblichen „Razzia“ in seiner Kongregation um eine normale Prüfung gehandelt, die wegen der neuen Finanzkontrollen im Vatikan und der Umstellung auf ein Budget-System erfolgt sei. 
Dies sei dann – so Kardinal Müller  – „demagogisch zu einem Skandal-Geschrei aufgebauscht“ worden. Wer auch immer „diesen Nonsens nach Deutschland geflüstert hat, wollte wohl einen verleumderischen Eindruck erwecken“, betont der Kurienkardinal.

Abschließend schreibt der Autor:

„Schon lange gibt es zwei Fronten: Auf der einen Seite Müller, der Konservative, auf der anderen Seite der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der Mitglied des Kardinalsgremiums ist, das die Finanzen des Vatikans neu orden soll. Hat er die Razzia durchgestochen?“  – Der Verfasser fährt fort: „Müller jedenfalls glaubt, die Story kam nicht aus dem Vatikan.“

Foto: Bistum Regensburg


Papst lernt bayerisch: „I ko nimma“

Clamormeuspress berichtet heute exclusiv aus dem Vatikan: Papst Franziskus nimmt bei Erzbischof Müller, dem Chef der Glaubenskongregation, bereits Bayerisch-Unterricht. 1_0_697102

Nach einem gemeinsamen Essen am letzten Montag in den Räumen von Erzbischof Müller soll er bereits ein paar Beweise seiner Sprachkenntnisse gebracht haben: „I ko nimma“ soll er gesagt haben, als er zu viel Schnitzel und Kartoffelsalat gegessen hatte.

Ein guter Anfang – jetzt kann er dann bald die Bayernhymne einstudieren, die sich im neuen „Gotteslob“ befinden wird….

Und die schleichende Bavarisierung des Vatikan schreitet voran: Wie der BR gestern meldete, wird der Weihnachtsbaum, der demnächst den Petersplatz zieren soll, diesmal aus Waldmünchen in Bayern geliefert. Die fleißigen Holzfäller haben die „Riesenfichte“ bereits auf den Weg gebracht.

Im Vorfeld durften die Herren auch einen Rombesuch machen und wurden dort von Papa em. Benedikt begrüßt. Davon gibt’s in diesem Bericht ebenfalls ein schönes Foto.

Quelle: http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/11/der-vatikan-fest-in-bayerischer-hand.html

Foto: Radio Vatikan


Papst Franziskus: „Ich beherzige die Vorschläge Benedikts“

Franziskus will nicht seine Sekretäre entscheiden lassen, „wen ich sehen muss“. Das sagte der Papst in einem Telefongespräch mit einem langjährigen argentinischen Freund, dem Schriftsteller Jorge Milla. Dieser veröffentlichte das Telefonat jetzt auf der Internetseite „terredamerica.com“.

Die Durchsetzung seiner Arbeitsweise stoße bei langjährigen, führenden Vatikanmitarbeitern oft auf Schwierigkeiten, beklagte der Papst laut Milla.

Zugleich betonte er in dem Telefonat, er wäre „dumm“, wenn er die Ratschläge einer Persönlichkeit wie Benedikt XVI. nicht beherzigen würde. Franziskus äußerte große Bewunderung für die „Bescheidenheit und die Weisheit“ seines Vorgängers.

Quelle: Radio Vatikan


Der Kölner Kardinal vergreift sich im Ton: Burschikose Äußerungen zu Papst Benedikt und Vatikan

Meisner zu Papst em. Benedikt: „so eine halbe Portion“, „ganz der Alte“

Nachdem der Kölner Erzbischof das kirchentreue katholische Spektrum sowie die Lebensrechtsbewegung weltweit durch seine deplazierten Äußerungen über die „Pille danach“ maßlos enttäuschte (hier unsere Artikelfolge), geht er jetzt anscheinend nach der Devise vor: „Ist der Ruf erst ruiniert, spricht es sich ganz ungeniert.“

Am gestrigen Mittwoch, den 8. Mai, zitierte die Tageszeitung „Die Welt“-online  Kardinal Meisners jüngste Äußerungen unter dem Titel: „Benedikt XVI. ist nur noch „so eine halbe Portion““ 

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Was eine seriöse Zeitung sich kaum erdreisten würde, nämlich Benedikt XVI. selber herablassend als „so eine halbe Portion“ zu bezeichnen, erlaubt sich das Oberhaupt des Erzbistums Köln.

Wie „Die Welt“ weiter berichtet, zeige sich Erzbischof  Joachim Meisner „erschrocken über den Gesundheitszustand von Benedikt XVI.“   –  Er habe ihn am 18. März besucht und dabei gesehen, wie schmal er geworden sei,so eine halbe Portion„.

Sodann erwähnt der Kardinal erneut, was er sogleich nach Benedikts Amtsverzicht bereits in den Medien breitgetreten hatte, nämlich daß er „mit seinem Rücktritt erst gar nicht einverstanden war“.  

„Na und?“, möchte man wohl zurückrufen. Hätte Papst Benedikt den Kölner Erzbischof vorher fragen sollen?

Meisner plaudert weiter aus dem Nähkästchen: „Aber als ich ihn so sah, sind meine Vorbehalte weggeschmolzen.“  –  Geistig sei Benedikt allerdings „ganz fit, ganz der Alte„.

Welch unpassenden Ton gestattet sich der 79-jährige Kardinal gegenüber einem emeritierten Pontifex von 86 Jahren!

Damit nicht genug, bezeichnet Erzbischof Meisner den Vatikan flapsig als „den Laden da“.

Wir zitieren wörtlich die „Welt“:

„Meisner wies darauf hin, dass Franziskus immer noch im vatikanischen Gästehaus Santa Marta wohne. „Das bringt den Laden da ganz durcheinander, weil es mit vielen Sicherheitsauflagen verbunden ist.“ 

Bereits am 11. Februar 2013 hatte der Kardinal sich in einem Interview mit der linksgerichteten „Frankfurter Rundschau“ unangemessen und herablassend über den damals amtierenden Papst Benedikt geäußert, als ob dieser seine Belehrungen bitter nötig habe. (Siehe hier unser Bericht darüber. )

In einem KNA-Interview am vergangenen Mittwoch wurde Meisner auch zum Kölner Diözesanrat befragt, der sich für die Abschaffung der priesterlichen Zölibats-Verpflichtung und zugleich für die Einführung des Frauenpriestertums stark machte. Hierzu der Kardinal: „Das ist nicht Sache dieses Gremiums, sondern das ist Sache der Bischöfe.“ 

Einspruch, Euer Ehren  –  dies ist keineswegs „Sache der Bischöfe“, sondern des Papstes und des katholischen Lehramts als Ganzes, wobei ein sakramentales Weiheamt für Frauen schon aus biblischen und dogmatischen Gründen nicht möglich ist, also insofern erst recht nicht „Sache der Bischöfe“ ist, streng genommen nicht einmal „Sache des Papstes“, da dieser nicht der HERR, sondern DIENER der kirchlichen Glaubenslehre ist.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Ergänzender Artikel:

https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/13/2-teil-des-verwirrspiels-kardinal-meisners-pillen-erklarung-war-keineswegs-mit-dem-papst-abgesprochen/

 

  


Zwischen Jubelstimmung und Verriß: Fairneß für Papst Franziskus!

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Theologischen“ (Nr. 3-4/2013) erschien der folgende Beitrag von Felizitas Küble:

Das neue Oberhaupt der katholischen Weltkirche   –  sie umfaßt ca. 1,2 Milliarden Mitglieder  –  wurde erst kürzlich gewählt, doch vielfach scheint das Urteil innerhalb des konservativen bis traditionsorientierten Spektrums über ihn schon „fertig“, geschlossen und endgültig zu sein:

Auf der einen Seite finden wir begeisterte Jubler  (etwa vertreten durch die österreichische Webseite „kath.net“), auf der anderen Seite wurde der neue Papst schon kurz nach seiner Wahl als „Feind der Tradition“ bezeichnet (z.B. in einer Nachrichtensendung von „Gloria-TV“).

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Allein der Ausdruck „Feind der Tradition“ zeugt bereits von einer Engführung des Denkens, denn die Begründung für diesen Vorwurf bezog sich allein auf den liturgischen Bereich. Ist aber die kirchliche Überlieferung nicht viel breiter gefächert; umfaßt sie nicht z.B. auch die Dogmatik, Moraltheologie, Pastoral und Volksfrömmigkeit?

Bislang hat sich der Papst   –  auch während seines Wirkens als Erzbischof von Buenos Aires  –  jedenfalls in wesentlichen moraltheologischen Fragen als konservativ erwiesen  –  einschliesslich solcher Reizthemen wie Abtreibung, Homosexualität, künstliche Verhütung und Zölibat. Zudem ist er kein Anhänger einer „Theologie der Befreiung“, geschweige einer solchen „der Revolution“.

Beispiele für einen „Verriss“

Bereits kurz nach Amtsantritt des neuen Pontifex wurde in diversen traditionalistischen Blogs ein Anti-Franziskus-Verriss veröffentlicht, der schon mit den Worten „Schrecken!“ beginnt und durchgehend entsprechend „getönt“ ist.  Seriöse Sachkritik sieht anders aus, sie besteht nicht aus einer Aneinanderreihung von Vorwürfen und Gerüchten.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Fairneß  –  gewiß auch der Papst!

Ein Beispiel: in jenem „Verriss“ wurde behauptet, Franziskus habe sich als Erzbischof von Buenos Aires nur „schwach“ gegen die Einführung der Homo-Ehe eingesetzt. In Wirklichkeit hat er dieses staatliche Vorhaben als „Schachzug des Teufels“ verurteilt und sich deutlich dagegen gestellt. Nicht ohne Grund gab es schon am ersten Abend der Papstwahl aus Kreisen der Homolobby scharfe Kritik an Franziskus im Internet.

Überdies wurden innerhalb der „Tradi-Szene“ vielfache Beschwerden laut, angeblich habe Franziskus in den Jahren zuvor nirgendwo die „alte Messe“ erlaubt. Auch dies müsste erst belegt werden, zumal auch anderslautende Meldungen zu lesen waren, wonach es in der argentinischen Hauptstadt bereits kurz nach dem „Motu proprio“ von Papst Benedikt zur überlieferten Liturgie eine regelmäßige Feier der „alten Messe“ gab.

Außerdem war er als Erzbischof von Buenos Aires zugleich zuständig für die Gläubigen des orientalischen Ritus, die wohl kaum  zu modernistischen Exzessen in der Liturgie neigen.

Gerüchte über Zank mit Prälat Marini

Zudem sind viele Internetseiten innerhalb der „Tradi-Szene“ voll mit jenen unbewiesenen Geschichten, wonach der Papst sich vor seinem Erscheinen auf der Loggia kurz nach der Papstwahl und/oder vor seiner ersten hl. Messe im Kardinalskreis angeblich „lautstark“ mit Prälat Marini gezankt habe, weil der Zeremonienmeister ihm die päpstliche Mozetta und Stola bzw. feierliche Messgewänder habe anlegen wollen.

Es wird in diesen Blogs mitunter darauf verwiesen, dass diese Erzählung sich aus „mehreren“ Quellen speise   –  als ob das die Glaubwürdigkeit eines Gerüchtes erhöhen würde. Solange eine Behauptung nicht bewiesen ist, bleibt sie ein Gerücht und sollte auch als solches dargestellt werden: es kann stimmen, es kann auch falsch sein, aber wie eine Tatsache darf dies eben nicht präsentiert werden. Das gilt auch dann, wenn der Papst seinen Zeremoniar bald entlassen würde, wie vielfach gemunkelt wird: auch dies kann  – falls es wirklich einträfe  –   verschiedene Gründe haben und bestätigt nicht automatisch jene Storys.

Diese Beschwerden mancher Tradi-Webseiten wirken freilich eher noch harmlos im Vergleich zu jenen Attacken, die aus dem Fanclub der irrgeistigen Botschaften namens „Die Warnung“ kommen:  Von jener erscheinungsfixierten und oftmals fanatischen Schar wird der neue Papst ohne Umschweife als „falscher Prophet“ tituliert und kein gutes Haar an ihm gelassen; ihm wird unterstellt, er wolle dem Antichristen sozusagen den Weg bereiten und dergleichen Verschwörungstheorien mehr.

Hintergrund dafür sind jene seit langem verbreitete „Offenbarungen“ einer anonymen (!) Seherin, die sich selbst pseudonym als „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ bezeichnet. Diese „verborgene“ Visionärin kündigte vor circa einem Jahr in einer ihrer zahlreichen „Botschaften“ an, Papst Benedikt werde aus dem Vatikan „vertrieben“ und „vernichtet“  – und danach trete eben ein „falscher Prophet“ dieses Amt an, dem man nicht gehorchen dürfe. 

Als Benedikt seinen Rücktritt bekanntgab, fühlten sich jene Erscheinungsgläubigen sogleich bestätigt, ohne zu berücksichtigen, dass der Papst mehrfach die Freiwilligkeit seiner Entscheidung betonte und auch keinesfalls „vertrieben“ oder gar „vernichtet“ wurde.

Positive Aspekte

Zwischen solchem Unfug einerseits und einer naiv-euphorischen Bejubelung andererseits sollten glaubenstreue Katholiken sich um Gerechtigkeit und Ausgewogenheit bemühen, was skeptische Nachfragen oder sachliche Kritik keineswegs ausschließt. Doch zur Fairneß gehört, dass man „Pro und Contra“ sorgfältig abwägt und die positiven Seiten ebenfalls berücksichtigt.

So ist es zum Beispiel tatsächlich erfreulich, daß Franziskus in seiner Zeit als argentinischer Erzbischof einen bescheidenen, bewusst einfachen Lebenswandel praktizierte, wovon sich mancher „Kirchenfürst“ in Deutschland eine Scheibe abschneiden könnte. Wenn Franziskus das programmatische Stichwort Benedikts von der „Entweltlichung“ weiter aufgreift und aus diesem verheißungsvollen Motto vielleicht auch klare Entscheidungen folgen (etwa hinsichtlich des vielfachen modernistischen Mißbrauchs der Kirchensteuer in Deutschland), dann wäre dies jedenfalls zu begrüßen.

Positiv zu erwähnen ist auch die Wertschätzung der Volksfrömmigkeit und die schlichte Marienverehrung  des neuen Pontifex. Bereits am Vormittag nach seiner Papstwahl begab sich Franziskus in eine römische Marienkirche und bedankte sich bei der Gottesmutter. Zudem besuchte er bei dieser Gelegenheit das Grab des hl. Pius V., der uns als glaubensstarker Reformpapst des Konzils von Trient in bester Erinnerung ist.

Mutige Erwähnung des Teufels

In seiner ersten Ansprache vor den Kardinälen erwähnte der neue Papst zudem mehrfach den Teufel, wobei er den französischen Schriftsteller Leon Bloy zitierte: „Wer den HERRN nicht anbetet, der betet den Teufel an“.  –  Normalerweise kommen Stichworte wie Teufel, Hölle, Finsternismächte etc in heutigen Predigten äußerst selten vor; derlei heiße Themen werden vielmehr sorgsam gemieden, um keinen Anstoß auf der liberalen Seite zu erwecken.

Eben dieser Klartext hat Franziskus jedenfalls sogleich herbe Kritik von Atheisten und Skeptikern eingetragen. Natürlich beten die Ungläubigen in der Regel nicht etwa bewusst den Satan an, das sollte mit jener Äußerung aber auch gar nicht persönlich unterstellt werden. Es geht vielmehr darum, dass es aus christlicher Sicht letztlich keine „neutrale“ Zone gibt: Wer sich nicht für GOTT entscheidet, begibt sich  – rein objektiv  –  auf die Seite seines Widersachers, ob ihm dies subjektiv klar ist oder nicht.

Kreuzestheologie auf katholisch

Außerdem ist es erfreulich, dass der Papst in dieser Ansprache das Kreuz unseres HERRN in den Mittelpunkt rückte und ausdrücklich das Bekenntnis zu Christus „dem Gekreuzigten“ betonte. Dies wirkt durchaus engagiert und couragiert in einer Zeit, die den Opfertod Jesu oft eher an den Rand drängt, in welcher der Sühnegedanke mitunter auch innerhalb der Kirche ein Schattendasein fristet. Eine satte Wohlstandsgesellschaft mag mit Begriffen wie „Sühne“ und „Opfer“ nun einmal ungern konfrontiert werden.

Es ist mithin durchaus sinnvoll, ja notwendig, in unserer Ära eines oftmals flachen „christlichen Humanismus“ wieder glasklar an den Wesenskern unseres Glaubens zu erinnern und gleichsam eine Art „Kreuzestheologie auf katholisch“ zu verkünden. Nicht der Mensch steht nämlich im Mittelpunkt der christlichen Botschaft, wenngleich er ihr Adressat ist, sondern die Ehre Gottes, sein Anspruch an den Menschen, aber auch sein Zuspruch für den Menschen  –  ein Zuspruch allerdings auf dem Fundament des erlösenden Opfers Christi, gebunden an das Kreuz des Herrn.

Kritische Punkte

Neben der Erwähnung dieser positiven Aspekte ist es selbstverständlich durchaus erlaubt, auch kritische Punkte anzumelden, sofern diese nicht auf Gerüchten basieren und zudem sachlich vorgetragen werden. So fragen sich beispielsweise viele Gläubige, ob es wirklich angebracht ist, wenn der Pontifex seine schlichte Lebensweise, die er als Erzbischof vorbildlich praktiziert hat, nun quasi in Form von Symbolhandlungen auch als Papst fortzusetzen versucht.

Kann dies sinnvoll sein, nachdem diese Gesten nun „vor den Augen der Weltöffentlichkeit“ geschehen und damit allzu leicht „inszeniert“ wirken, selbst wenn sie von Franziskus ganz aufrichtig  – ohne Schielen auf Beifall  –  gemeint sind?  Eine Bescheidenheit, die zur Schau gestellt wird, kann allzu leicht als Eitelkeit empfunden und ausgelegt werden.

Dazu kommt, daß Franziskus mit ostentativen „Demuts-Gesten“  – ob er will oder nicht  –   seinen späteren Nachfolger quasi „festlegt“ –  und indirekt auch seinen Vorgänger Benedikt.

Natürlich kann der Papst gerne auf sein Frühstücksei verzichten, persönliche Fastenübungen vornehmen oder unter feierlichen Gewändern ggf. ein härenes Bußgewand tragen. Anders sieht es aber mit seiner Amtsführung aus, zumal im Bereich der Liturgie, denn an Gott selbst darf nicht gespart werden; die Ehre Gottes bedarf auch nach außen hin einer glaubensfrohen Würdigung und Verherrlichung.

Auch das Amt eines Nachfolgers Petri und Statthalters Christi auf Erden ist keine private Spielwiese des jeweiligen Pontifex; dieser höchste kirchliche Dienst ist ihm keineswegs ohne weiteres zur „freien Gestaltung“ überlassen, auch nur begrenzt in der Außendarstellung.  Ein „Sparprogramm“ am öffentlichen Kult bzw. der päpstlichen Liturgie sowie an der angemessenen Repräsentation des obersten Lehr- und Hirtenamtes wäre ein verhängnisvolles Signal in einer Welt, die gerade das Sakrale und „Hierarchische“ ohnehin zu verdrängen versucht.

Sicherlich sollte diese Repräsentation nicht in einem übertriebenen Prunk oder gar in einem sentimentalen Personenkult ausarten. Aus meiner Sicht hat Papst em. Benedikt hier sehr gute und edle Maßstäbe gesetzt, die der Nachfolger natürlich nicht haargenau übernehmen muss, die gleichwohl eine ernste Berücksichtigung verdienen.

Segensverweigerung beim Pressetreffen

Unter vielen Journalisten gab es überdies Irritationen, als der Papst beim römischen Presse-Treffen am 16. März abschließend nicht den hierbei üblichen feierlichen Segen erteilte bzw. lediglich ein Segensgebet im Stillen ankündigte. Franziskus begründete seine „Segensverweigerung“ zum Abschluss seiner Audienz für die Vatikankorrespondenten wie folgt:

„Ich habe gesagt, dass ich Ihnen von Herzen meinen Segen erteilen würde. Da aber viele von Ihnen nicht der katholischen Kirche angehören, andere nicht gläubig sind, erteile ich von Herzen diesen Segen in Stille jedem von Ihnen mit Respekt vor dem Gewissen jedes einzelnen, aber im Wissen, dass jeder von Ihnen ein Kind Gottes ist. Gott segne Sie“.

Der Hinweis auf den Respekt vor dem „Gewissen“ erscheint in diesem Kontext fehl am Platze, zumindest überzogen, zumal jene Medienvertreter ohnehin mit dem päpstlichen Segen gerechnet haben.  Theologisch unrichtig ist  –  genau genommen  –  auch die Ansage, „dass jeder von Ihnen ein Kind Gottes ist“.  

Sicher ist jeder Mensch ein Geschöpf Gottes und ein „Ebenbild“ des Höchsten (das freilich durch den Sündenfall sehr geschwächt ist); doch die KINDSCHAFT vor Gott empfangen wir durch die Taufe; sie ist nicht etwa unsere Leistung (auch nicht unsere „Glaubensleistung“), sondern ein Gnadengeschenk des Ewigen selbst.

Dass wir durch das Sakrament der Taufe zu „Kindern Gottes“ werden, lehrt auch der Katholische Katechismus (KKK 1270), das Kirchenrecht (can. 849 CIC)  – und auch das  2.Vatikanum stellt diesen Punkt klar (Lumen Gentium 11).

Daß sich auch ungläubige Journalisten in der Regel durch einen päpstlichen Segen keineswegs „gestört“ fühlen, liegt auf der Hand, denn sie empfinden dieses Sakramentale einfach als freundliche Geste eines religiösen Oberhauptes. Typisch für diese Haltung erscheint mir folgender Leserkommentar in der österreichischen Zeitung „Der Standard“ vom 19. März:

„Insofern habe ich als Ungläubiger es durchaus als befremdlich empfunden, dass der neue Papst, wie berichtet wird, ‚aus Respekt vor den anwesenden Agnostikern unter den Journalisten den Segen nur im Stillen gespendet habe‘. Ist doch völlig lächerlich! Wenn mich als Ungläubigen irgend ein Religiöser segnet, dann soll er ruhig – ich glaube nicht an die spirituelle  Seite des Segens, aber ich habe kein Problem mit dem Segen an sich – ist halt … seine Art und Weise, mir alles Gute zu wünschen“.

Allerdings sollte man diese Franziskusworte nicht als „hochamtlichen Vorgang“ betrachten, sondern eher als spontane Äußerung am Rande einer Presseaudienz   – und daher nicht überbewerten.

Das Hüten des Glaubens ist entscheidend!

Auch die Amtseinführungsfeier in Rom am 19. März sorgte in konservativen bis traditionellen Kreisen für zahlreiche Debatten  – von den Messgewändern bis zur „fehlenden Kniebeuge“ des Papstes bei der Elevation der hl. Hostie und des Kelches. Doch unser Pontifex ist nicht mehr der Jüngste; er könnte durchaus Beschwerden am Knie haben.

Jedenfalls hat der neue Pontifex erfreulicherweise das 1. Hochgebet bzw. den sog. „römischen Kanon“ verwendet, was zu Zeiten von Johannes Paul II. durchaus nicht selbstverständlich war, sondern erst durch Benedikt XVI. bei Papstmessen geläufig wurde. 

Die Predigt von Papst Franziskus enthielt eine gediegene biblische und katechetische Würdigung des hl. Josef (der 19. März ist der Festtag dieses Heiligen und Patrons der Kirche). Das Leitwort und die Betonung des „Hütens“ in seinen vielfachen Dimensionen ist ebenfalls gut durchdacht. Sicher hätte man sich wünschen können, dass bei der sorgfältigen Betrachtung dessen, was wir „hüten“ sollen, zwei wichtige Aspekte mitberücksichtigt werden, vor allem das Hüten und Behüten des Glaubensgutes (depositum fidei); eine ganz wesentliche Aufgabe von Papst und Kirche.

Naheliegend wäre es zudem gewesen, bei der mehrfachen Erwähnung der Schwachen, Armen, Kinder etc. auch an die bedrohten Babys im Mutterleib zu erinnern. Gewiss muss die erste öffentliche Predigt kein „Donnerwetter“ gegen Abtreibung enthalten, doch ein Hinweis auf die ungeborenen Kinder wäre ein guter Dienst am Lebensrecht gewesen. Sicher gibt es in Zukunft noch passende Gelegenheiten, um die Unantastbarkeit und Heiligkeit des menschlichen Lebens unzweideutig zu verkünden.

 


Israels Staatspräsident Peres gratuliert Papst Franziskus und lädt ihn ins Hl. Land ein: „Möge der HERR den neuen Papst segnen!“

„Die Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk und dem Vatikan sind so gut wie nie!“

Präsident Shimon Peres hat dem neuen Papst bei einem Treffen mit Vertretern der polnischen kath. Kirche in seiner Residenz in Jerusalem gratuliert. Das israelische Staatsoberhaupt erklärte:

„Der neugewählte Papst steht für Hingabe, die Liebe zu Gott, die Liebe zum Frieden, eine heilige Bescheidenheit und einen neuen Kontinent, der gerade erwacht.

Wir brauchen mehr als je zuvor eine spirituelle Führerschaft und nicht nur eine politische. Wo politische Führer trennend wirken, können spirituelle Führer einen. Sie können sich um eine Vision vereinen, um Werte, den Glauben, dass wir die Welt zu einem besseren Ort zum leben machen können. Möge der Herr den neuen Papst segnen. IMG_1093

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den neugewählten Papst einzuladen, so früh wie möglich das Heilige Land zu besuchen. Er wird ein willkommener Gast im Heiligen Land sein, als Mensch der Inspiration, der dabei helfen kann, Frieden in eine stürmische Region zu bringen. Alle Menschen hier werden ohne Unterschied in Religion und Nationalität den neugewählten Papst willkommen heißen.“

An die polnische Kirchen-Delegation gerichtet, sagte Peres: “Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Volk sind so gut wie nie in den vergangenen 2000 Jahren, und ich hoffe, sie werden an Inhalt und Tiefe noch zunehmen.“

„Papst Benedikt war ein lieber Freund unseres Volkes und ein tiefgründiger Denker“

Der israelische Staatspräsident gedachte auch des vorigen Papstes und fügte hinzu:

„Ich empfinde viel Respekt für den zurückgetretenen Papst Benedikt, ich habe in ihm einen lieben Freund unseres Volkes gefunden, einen tiefgründigen Denker   –   und er hat viel dazu beigetragen, historisch und auf anderem Wege die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Volk voranzubringen.

Ich bin sicher, dass der neue Papst Franziskus dies fortsetzen wird. Er wird uns alle als Hirte unserer Zeit daran erinnern, dass der HERR die Armen und nicht die Mächtigen liebt, dass der Herr uns zu Frieden und nicht Hass aufruft, dass der HERR uns dazu aufruft, einander zu dienen, um eine Welt aufzubauen, in der Menschen ohne Hass miteinander leben.“

Quellen: Israelisches Präsidialamt, 14.3.13 / Israelische Botschaft in Berlin

DIESER ARTIKEL wurde auf dem Portal der JOURNALISTENWATCH sofort übernommen:  http://journalistenwatch.com/cms/2013/03/14/super-start-fur-den-neuen-papst/