Charismatischer Josua-Dienst bietet „geistliche Vater- und Mutterschaft“ an

Von Felizitas Küble

Heilung und Befreiung, Zeichen und Wunder – das sind die vier Zauberworte der Charismatischen Bewegung. Dabei ist diese Szene in sich sehr vielfältig, nicht nur konfessionsübergreifend, sondern auch sonst recht schillernd und „bunt“.

Fast jede Initiative hat noch eine besondere „Spezialität“ zu bieten, sei es die Heilung von angeblicher „Familienschuld“ (Vorfahrensverstrickungen, Flüche aus vorigen Generationen….) oder das „Wort der Erkenntnis“ (eine vermeintliche prophetische Gabe bzw. Eingabe oder gar Seelenschau), sei es ein euphorisches Zungenreden oder den „Befreiungsdienst“ (ein Quasi-Exorzismus) usw.

Der pfingstlerisch-protestantische Josua-Dienst in Görwihl segelt ebenfalls auf der Welle einer erfahrungs- und gefühlsbetonten Spiritualität, bietet Gebetsseminare für „körperliche Heilung“ an und zudem reichlich kostspielige Tagungen im eigenen Vereinshaus. (So werden z.B. für ein Seminar von Freitagabend bis Sonntagnachmittag ca. 300 Euro verlangt – siehe hier: https://josua-dienst.org/die-geschenke-des-heiligen-geistes/)

Die versprochenen „Gaben des Heiligen Geistes“, die hier „eingeübt“ (!) und „freigesetzt“ werden sollen, sind eben eine anspruchsvolle Sache – zumindest finanziell.

Die Vereinsgründung erfolgte bereits 1989 durch Dr. Christoph und Dr. Utta Häselbarth.

Das Ehepaar hat die Leitung inzwischen zwar in jüngere Hände übergeben, ist aber nach wie vor aktiv im Team dabei – und zwar als Sprecher zu den Themen „innere und körperliche Heilung“, aber auch für die „geistliche Vater- und Mutterschaft“, was immer das heißen mag (siehe hier: https://josua-dienst.org/ueber-uns/)

Benötigt denn das Kirchenvolk „geistliche Väter“ und ebensolche „Mütter“, die sich möglicherweise mit diesem Sonderservice auch noch aufdrängen?

Paulus bezeichnet die Gläubigen als „Knechte Christi“, als Diener des Höchsten. Wer sich freiwillig abhängig macht von GOTT, der wird unabhängig von Menschen. Daher betont der Völkermissionar im Hinblick auf das Heilswerk Christi: „Für einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Werdet nicht Sklaven von Menschen!“ (vgl. 1 Kor 7,23).

Typisch für die Schwärmerbewegung ist sodann ein Unternehmerseminar, das dort angeboten wird – siehe hier: https://josua-dienst.org/unternehmerseminar-mit-beverley-watkins/

Es geht im Sinne des „Wohlstandsevangeliums“ wieder einmal um die „Ökonomie des Himmels“.

Dazu wird eine Frau Beverly Watkins als „anerkannte Seher-Prophetin“ vorgestellt und ins Tagungshaus kommen. Doppelt hält anscheinend besser: wir kennen zwar viele (selbsternannte) „Seher“und auch „Propheten“, aber beides in Personalunion ist schon eine besondere Nummer.

Nun wissen wir es also: „Das Königreich Gottes hat eine Ökonomie, wie jede Nation auf dieser Erde.“

Um in das „Verständnis der himmlischen Ökonomie einzutauchen“, werden Themen wie diese betrachtet:

  • Wie sieht der geistliche „Handel“ aus und inwiefern ist er Teil der himmlischen Ökonomie?
  • Wie handelt man als Priester in der himmlischen Ökonomie?
  • Wie agiert man als König in Gottes Ökonomie auf der Erde?        

Im Büchershop geht es ebenso enthusiastisch zu – ständig ist in den Titeln von Heilung, „Leben im Sieg“, Herrlichkeit, Königtum,  geistlicher Augenöffnung und „erfülltem Leben“ die Rede – ein typisches Halleluja-Christentum eben – siehe hier: https://josua-dienst.org/wp-content/uploads/2019/03/Medienkatalog-Josua-Shop.pdf

Bezeichnend wirkt auch der Titel „Was Gott Dir versprochen  hat“ von David Wilkerson, jahrzehntelang einer der Obergurus im charismatischen Spektrum. Ständig geht es darum, die angeblichen „Verheißungen“ der Bibel zu proklamieren bzw. „in Anspruch zu  nehmen“ (wobei als selbstverständlich vorausgesetzt wird, daß man hierauf einen Anspruch „hat“, den man gar nicht mehr zu erbeten braucht, der vielmehr abholbereit zur Verfügung sateht…).

Typisch auch der Buchtitel: „Biblische Verheißungen für die Salbung des Geistes“. Hier wird mit einem angeblich „höheren“ Christentum der Geisterfüllten geliebäugelt, jenen besonders begnadeten Gläubigen, die von  oben eine „Salbung“ erhalten haben, während das normale Christenvolk sich mit weniger zufriedengibt…

„Guten Morgen, Heiliger Geist“  – das Buch des prominenten Pfingstpredigers Benny Hinn darf da nicht fehlen, zumal ohnehin der Eindruck entsteht, als säßen diese Auserwählten dem Heiligen Geist gleichsam auf dem Schoß, um in eine Geheimnisse eingeweiht zu werden…

Zu Benny Hinn haben wir bereits vor sieben Jahres einen Artikel veröffentlicht https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


„Wohlstandsevangelium“ pur: Pfingstlerischer Starprediger Duplantis will neuen Privatjet

Von Felizitas Küble

Im Protestantismus ist die seit über hundert Jahren aktive Pfingstbewegung weltweit im Wachsen begriffen, besonders in Lateinamerika und Afrika.

Die Charismatische Bewegung auf katholischer Seite entstand deutlich später, nämlich erst 1967, wobei sie erst in den letzten 30 Jahren an Bedeutung gewann, nicht zuletzt durch schwarmgeistige Tendenzen in und um den „Marienerscheinungsort“ Medjugorje (er ist kirchlich nicht anerkannt und vom zuständigen Bischof abgelehnt).

In der evangelischen Charismatik spielen hingegen „Starprediger“ seit jeher eine große Rolle, vor allem in den USA.

Viele von ihnen sind Vertreter des sogenannten „Wohlstandsevangeliums“, welches besagt, daß mit dem Heiligen Geist verbundene Menschen auch in irdischer Hinsicht und zumal im materiellen Bereich mit „Segnungen“ rechnen dürfen, ja diese „in Anspruch nehmen sollen“, weil es dem Willen Gottes entspreche und zudem der „Evangelisierung“ zugute komme.

BILD: Einer der Titel von Duplantis, der über ein Dutzend Bücher verfaßte 

Derzeit ist der US-amerikanische Pfingstprediger Jesse Duplantis in aller Medien-Munde. Auch dieser „Apostel der Freude“ (wie ihn Freunde gerne nennen) gehört zu den schwarmgeistigen Wohlstands-Evangelisten, was freilich in der Presse keine Zeitungszeile wert wäre, wenn er es jetzt nicht  –  selbst für charismatische Verhältnisse  –  ein bißchen zu bunt getrieben hätte:

Vorigen Monat forderte der 68-jährige Fernsehprediger seine Fans in einem Internetfilm zu Spenden auf, damit er sich ein neues Privatflugzeug leisten könne, wobei er Roß und Reiter nannte: Er wünscht einen Dassault Falcon 7X für 54 Millionen Dollar.

Der Star-Pfingstler erklärte, seine Organisation (Jesse Duplantis Ministries) habe bereits drei Privatjets bezahlt, die er für missionarisch motivierte Reise genutzt habe. Er fügte hinzu: „Ich glaube wirklich, wenn Jesus heute auf der Erde wäre, würde er nicht auf einem Esel reiten….Er wäre in einem Flugzeug und würde das Evangelium auf der ganzen Welt predigen.“

Wer besonders geisterleuchtet ist, ständig außergewöhnliche Gotteserfahrung erlebt und dem Allmächtigen gleichsam auf dem Schoß sitzt, kann offenbar andere Ansprüche anmelden als minderbegnadete Christgläubige. Eines der Duplantis-Werke (seine Bücher wurden in dreizehn Sprachen übersetzt) lautet auf deutsch: „Intensive Begegnung mit der Gottheit“.

Aufgrund ihres direkten „Drahts nach oben“ wissen charismatische Enthusiasten mehr als der Rest des Kirchenvolks. So verteidigten Duplantis und sein Mitsteiter Kenneth Copeland – ebenfalls ein bekannter Wortführer des „Wohlstandsevangeliums“  – im Jahre 2016 das Fliegen im Privatjet mit der „Begründung“, die üblichen Flugzeuge seien „voll von Dämonen“.

BILD: Das sogenannte „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance, „Hammersegen“) ist bei Versammlungen von Pfingstpredigern und „Heilungsdienstlern“ an der Tagesordnung

Es gibt zahlreiche weitere Prediger des „Wohlstandsevangeliums“, die untereinander meist eng vernetzt sind. So war Duplantis z.B. im Vorstand der Oral-Roberts-Universität, die ihm die Ehrendoktorwürde verlieh.

Neben Oral Roberts arbeitete er mit dem bereits erwähnten TV-Prediger Kenneth Copeland zusammen, zudem mit Benny Hin, einem weltweit bekannten Charismatiker. Über Hinns buchstäblich „um-werfende“ Aktivitäten (siehe Hammersegen: 2. Foto) hat unser CHRISTLICHES FORUM am 8.7.2011  und damit bereits kurz nach seiner Entstehung informiert: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Markus Spieker kritisiert charismatische Starprediger und oberflächliche Frömmigkeit

Halleluja-Christentum führt am Kreuz vorbei

Mit „frommen Lügen“ räumt der ARD-Hauptstadtkorrespondent Markus Spieker (Berlin) auf. Darunter versteht er die vor allem von einigen US- amerikanischen Starpredigern verbreitete Vorstellung, daß Christen ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Leben beschieden sei, wenn sie nur darum beten und dafür spenden. 

Dagegen spreche zum einen die Bibel und zum anderen die Erfahrungen christlicher „Glaubenshelden“, schreibt Spieker im evangelischen Wochenmagazin IDEA-Spektrum. 

Als Verkündiger eines „Erfolgsevangeliums“ führt der evangelikal orientierte Spieker u.a. die Bestseller-Autoren Joel Osteen, Benny Hinn, Kenneth Copeland und Joyce Meyer an.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Joel Osteen, Hauptpastor der 45.000 Besucher zählenden Lakewood-Gemeinde in Houston (Texas), predige den „totalen Optimismus“, so Spieker. Er verspreche in seinen Büchern „garantiert zuverlässige Rezepte, wie man sieben Tage in der Woche glücklicher sein kann“.

Die extremen Charismatiker Hinn und Copeland beschrieben den Glauben als Transaktion: Wenn Christen mit finanziellen Spenden „säen“, könnten sie dafür Gesundheit, Wohlstand, und Ruhm „ernten“.

Joyce Meyer, die mit ihren Fernsehauftritten auch im deutschsprachigen Europa präsent ist, propagiere eine Art Selbstsuggestion, so Spieker. Negative Stimmungen könne man durch „Power-Gedanken“ bekämpfen, etwa indem man sich einrede: „Ich werde nicht in Angst leben.“

Gegen solche Glücksverheißungen sprechen laut Spieker die realen Erfahrungen:

„Bekennende Christen sind nicht oder nur unwesentlich gesünder, reicher, schöner und klüger als Nicht-Christen. Sie leben nicht länger, sie sterben nicht schmerzfreier, sie sind in den Listen der reichsten Menschen der Welt sogar unterproportional vertreten, ebenso unter den Oscar-Gewinnern und den Nobelpreisträgern.“

Laut Spieker orientieren sich immer mehr kirchliche Angebote besonders in den Vereinigten Staaten an den Bedürfnissen von Teenagern und unreifen Erwachsenen: „Der Lobpreis muss vor allem ‚geil’ sein, die Predigten ‚cool’ oder ‚krass’, die Atmosphäre ‚chillig’.

Ein „jugendlich-naives Christentum“ ist immer mehr auf dem Vormarsch. Viele Leute meinen, daß der Glaube Spaß bereiten und Unterhaltung bieten müsse. In Wirklichkeit ist der christliche Glaube  –  so führt Spieker aus  –  eine „Liebesbeziehung“ und eine „Leidensgemeinschaft“ mit Jesus.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA: http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/glaubenspraxis-journalist-raeumt-mit-frommen-luegen-auf-865.html


Christus warnt in der Heiligen Schrift vor Schwärmerei und Wundersucht

Von Adelgunde Mertensacker

Die Charismatische Erneuerung (CE) ist eine weltweite Bewegung, die auf die Pfingstbewegung zurückgeht. Die Pfingstbewegung wiederum nahm ihren Anfang, als 1901 „auf 12 Studenten der von C.F. Parham gegründeten Bibelschule Topeka ‚der Geist ausgegossen wurde‘, worauf alle ‚in Zungen redeten‘.“[1]

Nachdem  fünf Jahre später „am Osterfest 1906 auf die ‚Kirche des Nazareners‘ in Los Angeles ‚Feuer vom Himmel fiel‘, worauf viele der Versammelten ‚in Zungen redeten‘, weissagten und auf den Rücken geworfen wurden“, entwickelte sich die Pfingstbewegung zu einer weltweiten Bewegung, in der 1936 „der südafrikanische Pfingstprediger David du Plessis (1905 – 1986), bekannt als ‚Mister Pentecost‘, von dem Heilungsprediger Smith Wigglesworth in Johannesburg unter Handauflegung berufen“ wurde, „die charismatische Bewegung zu begründen:   

‚Der Herr hat mich zu dir gesandt, um dir zu sagen, was er mir heute Morgen gezeigt hat: Die traditionellen Kirchen werden von einer Erweckung heimgesucht werden, die alles Dagewesene weit übertrifft. Nie zuvor sind solche Dinge geschehen wie das, was kommen wird… Auch die großen Kirchen werden sich für den gleichen Segen (wie die Pfingstbewegung) öffnen und dieselbe Botschaft und Erfahrung bezeugen und weitertragen, und zwar über das hinaus, was die Pfingstbewegung zu tun vermochte.

Du wirst es erleben und sehen, wie dieses Werk Dimensionen annimmt, daß die Pfingstbewegung nur eine kleine Sache im Vergleich dazu ist, was Gott durch die alten Kirchen tun wird. Große Scharen von Menschen werden zusammenkommen, wie man es nie gesehen hat. Einflußreiche Führer der christlichen Welt werden ihre Einstellungen ändern und nicht nur die Botschaft, sondern auch den Segen[2] annehmen. Dann sagte mir der Herr: Du wirst dabei eine große Rolle spielen!“[3]

Diese Weissagung sollte sich in den folgenden Jahrzehnten erfüllen. Es entstand die weltweite Charismatische Bewegung, in der  Charismen wie „Krankenheilungen“, „Zungenrede“, „Dämonenaustreibung“, das „Erschlagenwerden vom Heiligen Geist“ („Ruhen im Geist“) im Zentrum des Glaubens stehen. Sie sind das A und O dieser Bewegung, die auch – wie von Wigglesworth geweissagt  –  alle großen und traditionellen Kirchen durch Handauflegung und „Geisttaufe“ erfasste. kleines-rituale

Neben den protestantischen Kirchen aller Art und Gattung und der Katholischen und Orthodoxen Kirche bilden die Pfingstbewegung und die weltweite Charismatische Erneuerung, darunter auch die in der Evangelischen und Katholischen Kirche, einen vierten Block, der zahlenmäßig immer stärker wächst. Ihnen sind durch die großen Zeichen und Wunder nicht nur zahlreiche Protestanten der unterschiedlichsten Kirchen und Gruppierungen auf den Leim gegangen, sondern auch viele Orthodoxe und Katholiken, und hier selbst Ordensleute, Priester, Bischöfe und Kardinäle, und das, obwohl die Lehren der Pfingstbewegung und der Charismatischen Erneuerung nicht wirklich christlich sind.

Sie haben sich von jenem Geist, der durch seine Propheten und falschen Messiasse große, aufsehenerregende Zeichen und Wunder wirkt, infizieren und in Besitz nehmen lassen, indem sie sich ihm durch Handauflegung und „Geisttaufe“ geöffnet haben.  

Dieser Geist vermittelt ihnen eine falsche Einheit. Deshalb strebt die weltweite Charismatische Erneuerung  auch eine freie überkonfessionelle „Kirche“ an, in der die unzähligen Glaubensunterschiede keine Rolle spielen – auf Kosten der einen von Christus gestifteten Kirche [4], des „ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben“, für den gekämpft werden soll [5]  und den die Kirche verkündet, und auf Kosten der von Gott eingesetzten Sakramente in der Kirche.

Für den vom Heiligen Geist inspirierten Katholiken, welchen er gemäß der Heiligen Schrift durch Taufe und Firmung bekommen hat[6], ist es anhand dieser Tatsachen leicht zu erkennen, welcher Irrgeist in der Pfingstbewegung und in der weltweiten Charismatischen Erneuerung wirkt.

Dieser will nämlich durch seine charismatisch wirkenden Propheten nicht nur bloß Besitz über die Menschen bekommen und sie in seinem Sinne gegen Gott steuern, sondern auch durch das Streben nach einer überkonfessionellen Kirche das zunichte machen, was heilsnotwendig ist: die Kirche Christi, die christliche Lehre und die Sakramente! Nun aber wundert solches den Gläubigen keinesfalls, hat uns doch unser Herr Jesus Christus vor den charismatischen Propheten und ihrem Wirken gewarnt:header_buch

„Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr! ‘ wird in das Himmelreich hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ‚Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? ‘  – Und dann werde ich ihnen bekennen: ‚Ich habe eich niemals gekannt. Weichet von mir, ihr Übeltäter!“ (Mt. 7,22)

In dieser knappen Darstellung sind für uns viele wichtige Informationen enthalten, die uns genau offenbaren, um welche Personengruppe es sich hierbei handelt. Die Personengruppe besteht aus „vielen“.

Diese vielen Personen bekennen sich mit ihren Lippen zu Jesus Christus, da sie „Herr, Herr!“ zu ihm sagen. Es sind also viele Menschen, die sich selbst für Christen, für treue Anhänger Jesu Christi halten, und sie sind davon überzeugt, dass sie durch den Namen Jesu Christi Zeichen und Wunder wirken. Sie sind davon überzeugt, dass sie von Gott her z.B. weissagen und viele Zeichen und Wunder tun, und dass sie Dämonen austreiben!  

Es sind also die vielen Charismatiker, die vollkommen überzeugt sind, Christen zu sein und durch die Kraft Gottes Zeichen und Wunder zu wirken! Doch nun folgt durch unseren Herrn Jesus Christus deren Offenbarung. Nun zeigt er uns, wer diese scheinchristlichen Schwärmer wirklich sind:

„Ich habe euch niemals gekannt. Weichet von mir, ihr Übeltäter!“

Wieso sind die Charismatiker nun Übeltäter? Weil sie den Willen Gott-Vaters nicht erfüllen! Das heißt: sie leben nicht nach den Geboten und Weisungen Gottes, sondern setzen sich darüber hinweg und verkünden ihre eigenen charismatischen Lehren, die ihnen der Irrgeist eingibt, durch dessen Kraft sie die Zeichen und Wunder tun, womit sie viele Seelen verführen.

Doch wessen Kraft ist das, durch die sie die vielen Zeichen und Wunder tun? Ist es die Kraft des Heiligen Geistes, wie sie meinen, nur weil sie glauben, durch den Namen Jesu Christi zu wirken? Keinesfalls, denn Christus erklärt, dass ER sie niemals, nicht einen Augenblick gekannt habe. Das griechische Wort, das hier mit „kennen“ übersetzt wird, bedeutet „etwas oder jemanden aus Erfahrung und (tiefer) persönlicher Beziehung kennen“ bzw. mit jemanden in engem Kontakt stehen.

Wenn also Christus sagt, dass er die vielen Charismatiker, die viele Zeichen und Wunder tun, nicht einen Augenblick kennt, dann bedeutet das, dass er mit ihnen nie eine Beziehung, nie Kontakt hatte, obwohl sie – deren eigener Meinung nach in seinem Namen, in seiner Kraft – Zeichen und Wunder wirken, dann kann es sich bei der Kraft, die durch sie diese Zeichen und Wunder wirkt, auch nicht um den Heiligen Geist handeln, sondern bestenfalls um innerseelische Vorgänge oder gar um Kräfte „von unten“.

Christus wird sie am Ende von sich weisen, (a) weil sie den Irrgeist, der durch sie wirkt, als „Heiligen Geist“ bezeichnen, (b) weil sie dem Irrgeist folgen, (c) weil sie auf ihn hören und sich über die Gebote und Weisungen Christi und seiner Kirche hinwegsetzen, Irrlehren verbreiten, eine überkonfessionelle „Kirche“ anstreben, womit sie die von Christus gegründete Kirche von sich weisen, (d) weil sie viele Menschenseelen auf diese Weise mit sich ins Verderben ziehen, und (e) weil sie von all diesem Treiben nicht ablassen wollen, sondern freiwillig in ihrem Stolz, Hochmut und Wahn verbleiben wollen!

Zu einem späteren Zeitpunkt warnt uns der Herr nochmals vor diesen Menschen, da er sagt:

„und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen“ (Mt. 24,11)

Sie sind falsche Propheten, die also nicht nur viele Zeichen und Wunder tun, sondern auch, da sie „Propheten“ sind, Falschlehren verkünden und durch den Irrgeist, den sie durch Handauflegen und „Geisttaufe“ empfangen haben, weissagen, und auf diese Weise viele verführen.

An anderer Stelle im Matthäus-Evangelium erfahren weiteres über die pseudo-christlichen Wundertäter und Propheten:

„Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.“ (Mt. 24,24)

Die falschen Propheten sind gleichfalls falsche Heilsbringer (Christusse), weil sie ein irriges Evangelium verkünden. Am deutlichsten wird das bei der falschen Prophetin und falschen Heilsbringerin Joyce Meyer, ebenfalls Charismatikerin, die in ihrer Selbstsicherheit meint, von Gott her im Ehebruch leben zu dürfen! Auf einer ihrer charismatischen Veranstaltungen, die 2009 auf Tele 5 gesendet wurde, sagte sie vermessen:

„Ich reinige die Seelen!“[7]

Mit diesen Worten setzte sich Meyer an die Stelle Christi und machte sich zur Heilsbringerin! Doch wir wissen aus der Heiligen Schrift und aus der Lehre der Kirche, dass niemand anderes uns von unseren Sünden reinigt als allein Christus durch sein Blut, das er für uns vergossen hat:

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes reinigt uns von jeder Sünde.“ (1 Joh. 1,7)

Meyer, deren „Evangelisation“ von Bibel-TV, Super RTL, Star-TV und Tele 5 ausgestrahlt wird, entlarvt sich damit als falsche Prophetin, die durch den Geist, der sie inspiriert und den sie durch die „Geisttaufe“ erhalten hat, Millionen Seelen verführt. Ebenso der falsche Prophet und Charismatiker Benny Hinn, der nach seinem ehemaligen Mitarbeiter René Liebherr sagte:

„Ich bin nicht Teil von ihm [Jesus Christus], sondern ich bin ER!“[8]

Deutlicher geht’s nicht: Hinn ist also demnach Jesus Christus, der Erlöser!

Die charismatischen Wunderwirker,  falschen Propheten und falschen Messiasse verführen nicht „wenige“ mit ihren Zeichen, Wundern und gotteslästerlichen Falschlehren, sondern wie uns Christus nach Mt. 24,11 vorhersagte: „viele“, und es sind viele Millionen:

„Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden Zeichen und Wunder tun, um wenn möglich auch die Auserwählten zu verführen. Ihr aber habt acht! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.“ (Mk. 13,22f.)

Interessant bei dieser Prophezeiung ist, dass die Auserwählten Gottes von Charismatikern nicht verführt werden! Wer aber sind dann die Verführten dieser falschen Propheten und Heilsbringer? Wenn ich nach der Aussage Christi gehe, sind sie nicht seine Auserwählten. Es sei denn, sie kehren um und lassen sich zum Herrn und seiner Kirche zurückführen, auch die innerhalb der Kirche!


[1] Mertensacker, Adelgunde: Irrwege des Glücks. Esoterische Medizin von A bis Z.  S. 29.
[2] Die „Geisttaufe“.
[3] Mertensacker, Adelgunde: Irrwege des Glücks. Esoterische Medizin von A bis Z.  S. 35f..
[4] Mt. 16,18ff.; 1 Tim. 3,15
[5] Jud. 3f.
[6] Apg. 8,12-18.
[7] Mertensacker, Adelgunde: „Wunderheilungen und „Ruhen im Geist“. S. 15.
[8] Mertensacker, Adelgunde: Wunderheilungen und „Ruhen im Geist“. S. 17.