Aktionskünstler Martin Zet will Sarrazin-Buch einstampfen – Proteste sogar von links

„Wesentlich besorgniserregender als die Betriebsblindheit eines einzelnen Künstlers aber ist die institutionelle Förderung von Zets Projekt.“

Da muß sich ein Multikulti-„Künstler“ schon sehr weit ins Abseits begeben haben, wenn er  – wie jetzt geschehen – selbst von Genossen aus dem linken Rand mit herber Kritik eingedeckt wird.

So geschieht es derzeit dem Tschechen Martin Zet, der das Buch „Deutschland schafft sich ab“ des sozialdemokratischen Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin erst in „Sammelstellen“ (!) einkassieren und dann öffentlich vernichten will – wobei er sich gern ökodeutsch gebärdet und dieses geplante Vorgehen als „Recycling“ schönredet.

Bei soviel unverhohlener Anlehnung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung wird es selbst der ultralinken Tageszeitung „Neues Deutschland“ unseligen Angedenkens (Untertitel „Sozialistische Zeitung“)  politisch ganz mulmig zumute, so daß die Genossen  – genauer: deren Feuilleton-Redakteur Martin Hatzius  – dem „Künstler“ am 14.1.2012 unter dem Titel „Kultur schafft sich ab“ ein deutliches „Halt ein!“ zugerufen haben.

Der Artkel beginnt bereits mit den sarkastischen Worten:

„Geredet wurde genug, jetzt wird vernichtet.“

Sodann heißt es:

„60 000 Exemplare des Buches möchte Zet einsammeln, um ihnen am Ende den Garaus zu machen. Die Bühne dafür stellt ihm ein u.a. durch die Kulturstiftung des Bundes gefördertes Festival zur Verfügung, die Berlin Biennale.

Auf deren Homepage lässt sich erfahren: »Die Bücher werden in einer Installation in der 7. Berlin Biennale (27.4.-1.7.) gezeigt; nach Ende der Ausstellung werden sie für einen guten Zweck recycelt.«

Da kommen selbst dem ultalinken Blatt  unliebsame Vergleiche in den Sinn:

„Wenn aber, stellvertretend für unliebsame Inhalte und deren Urheber, Schriften eingestampft werden, erinnert das fatal an die Bücherverbrennung anno 1933 auf dem Berliner Bebelplatz.“

Dabei ist der Redakteur nicht grundsätzlich gegen Provokationen:

„Kunst muss provozieren dürfen. Aber nicht jede Provokation ist Kunst.(…) Wo Kultur meint, gefährliche Thesen einfach auslöschen zu können, wird sie selber zur Gefahr. Indem sie das Missliebige abschaffen will, schafft sie sich selber ab.“

Außerdem stellt der Autor zu Recht fest:

„Wesentlich besorgniserregender als die Betriebsblindheit eines einzelnen Künstlers aber ist die institutionelle Förderung von Zets Projekt.

Die Homepage der staatlich gestützten Berlin Biennale appelliert: »Bitte geben Sie Ihr Exemplar in einer der teilnehmenden Sammelstellen ab oder schicken Sie es uns per Post und lassen Sie es Teil der Installation werden!«

Als »Sammelstellen« – warum denkt man bei diesem Wort an Viehwaggons Richtung Auschwitz? – haben sich unter anderem das Berliner Haus der Kulturen der Welt, die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und die Stiftung Bauhaus Dessau eingetragen.“