Polizei unterstützt CSU-Forderung nach deutschlandweiter Schleierfahndung

Die verdachtsunabhängigen Kontrollen sind umstritten. In Bremen, Berlin und Nordrhein-Westfalen sind Schleierfahndungen nicht erlaubt.

Deshalb fordert der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), die sog. Schleierfahndung in allen Bundesländern zuzulassen. Die Dt. Polizeigewerkschaft schließt sich dieser Forderung an. „Der Nutzen ist immens“, sagte ihr Bundesvorsitzender Rainer Wendt dem Berliner „Tagesspiegel.“

Wendt (siehe Foto) kritisierte, dass die Beamten in drei genannten Bundesländern die Möglichkeit der Schleierfahndung nicht haben. Sie behelfen sich dann mit Fahrzeugkontrollen. Das sei aber eine rechtliche Grauzone.

Quelle: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/dpolg-schleierfahndung-in-allen-laendern-einfuehren/


Unionsfraktion bejaht CSU-Forderung nach deutschlandweiter Schleierfahndung

Am heutigen Montag beginnen in Dresden die Beratungen der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK). Dazu erklärt der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer:

„Die Forderung des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, die sog. Schleierfahndung endlich auch in den Ländern Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen einzuführen, ist voll berechtigt.

Die Schleierfahndung ist angesichts der in Europa grundsätzlich offenen Grenzen ein unverzichtbares Instrument, um die Einreise von Terroristen, Kriminellen und illegalen Einwanderern in unser Land zu verhindern.

Diese Forderung verdeutlicht erneut, wie unterschiedlich das Sicherheitsniveau in Deutschland ausgeprägt ist, sei es aus veraltetem ideologischem Denken oder falscher Rücksichtnahme: Nach wie vor verfügen nicht alle Polizeien der Länder über die erforderlichen Ermittlungsinstrumente.

Dies gilt nicht nur für die Schleierfahndung, sondern auch für die Telekommunikationsüberwachung einschließlich der sog. Quellen-Telekommunikationsüberwachung und Online-Durchsuchung. Die uniongeführten Länder, allen voran Bayern, sind auch im Bereich der Inneren Sicherheit ein Motor und Taktgeber zugleich.

Der Bund und alle Länder gemeinsam tragen eine Verantwortung für die Bürger unseres Landes. Die Schwäche eines einzelnen Landes kann sich dabei, wie der Fall des Anschlages von Berlin tragisch gezeigt hat, auf die Sicherheit Deutschlands insgesamt auswirken.“


Beatrix von Storch: Ramadan-Fastenbrechen ist kein deutscher Brauch

Die stellv. AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch (siehe Foto) hat die Behauptung des Zentralrats der Muslime zurückgewiesen, wonach das islamische Fastenbrechen mittlerweile Teil der deutschen Kultur sei. „Niemand käme auf den Gedanken, Halloween zu einem deutschen Brauch zu erklären, nur weil einige in Deutschland Halloween feiern“, sagte von Storch der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, hatte im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa gesagt, das feierliche abendliche Fastenbrechen während des Ramadans sei schon fast ein Teil des in Deutschland „gelebten Brauchtums“. Mit den Flüchtlingen seien die Moscheegemeinden gewachsen. „Ramadan ist eine Hochsaison, vergleichbar vielleicht mit der Weihnachtszeit.“

Dem widersprach von Storch: „Deutsches Brauchtum stammt aus Deutschland und wird nicht importiert“, betonte die AfD-Politikerin. Mazyek solle lieber einmal klarstellen, daß Frauen und Männer in Deutschland gleichberechtigt seien. Ebenso „daß Kinderehen gegen unsere Werte verstoßen und daß die rechtsrelevanten Teile der Scharia mit unseren Sitten, Bräuchen und Gesetzen unvereinbar sind“.

Mazyek hatte zuvor geklagt, Rechte würden den Ramadan zum Anlaß nehmen, um Stimmung gegen den Islam zu machen. „Rechtsnationale werden erneut selbst so friedliche Anlässe wie den Ramadan als angebliche Islamisierung Deutschlands darstellen. Ihnen geht es um die Spaltung der Gesellschaft.“ Der Zentralrat werde sich dem aber gerade im Ramadan friedlich entgegensetzen.

Erst am Wochenende hatte in Berlin ein internes Schreiben der Polizei für Schlagzeilen gesorgt, in dem den Polizisten geraten wurde, sich während des Ramadans darauf einzustellen, daß Moslems wegen des Fastens möglicherweise etwas gereizter seien.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de


Dr. Alice Weidel (AfD): Kreuz ja, Burka nein!

Von Dr. David Berger

Die Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestagswahlkampf, Alice Weidel (siehe Foto), hat dem Berliner „Tagesspiegel“ ein Interview gegeben, wobei sie auch auf die Islamisierung Deutschlands zu sprechen kommt, mit der gleichzeitig eine aggressive Verdrängung christlicher und jüdischer Symbole einhergeht.

Ein Beispiel dafür ist die Berliner Lehrerin, der verboten wurde, ein Kreuz um den Hals zu tragen und  ein homosexueller Mann, der wegen seiner sexuellen Orientierung und seiner Halskette mit einem Kruzifix in Berlin Neukölln von einem ganzen Familien-Clan auf offener Straße beschimpft und geschlagen wurde.

Dr. Weidel sagt dazu: „Das halte ich für absolut übertrieben. Die Frau soll doch ihr Kreuz tragen.“ – Die Tageseitung hakt nach: „Aber wenn es ein Kopftuch wäre, ist das Verbot für Sie okay?“

Weidels Antwort darauf: „Ein Kopftuch ist eine andere Sache. Kopftücher gehören aus dem öffentlichen Raum und von der Straße verbannt. Das sollte auf jeden Fall gesetzlich festgelegt werden. Ich bin für ein völliges Verbot von Niqab und Burka – überall. Das Tragen sollte unter eine empfindliche Geldstrafe gestellt werden…Männer und Frauen sind im Islam nicht gleichberechtigt und das Kopftuch ist ein absolut sexistisches Symbol dafür…Denn das Kopftuch gehört nicht zu Deutschland.“

Ganz ungläubig fragte der Tagesspiegel noch mal nach: „Also kurz gesagt: Kreuz ja, Kopftuch nein?“  –  Hierauf Alice Weidel: „Richtig.“

Vollständiger Artikel von Dr. Berger: http://philosophia-perennis.com/2017/05/29/alice-weidel-afd-2/

Das ganze Interview mit Dr. Weidel kann man hier nachlesen: AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel: „Das Kopftuch gehört nicht zu Deutschland“

 


Berlin: Liberal-konservativer Themenabend am 30. Mai über Eurorettung, Asyl, Energiewende

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EINLADUNG zum Themenabend unter dem Motto:
Euro-Rettung, Energiewende und Zuwanderung: Zeit für eine Kurskorrektur
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An diesem Abend wird Klartext gesprochen für eine Politik der bürgerlichen Mitte frei von ideologischen Scheuklappen.
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Offen sollen die drei kapitalen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre angesprochen werden: Euro-Schulden-Sozialismus mittels einer inflationären Währungspolitik der EZB durch ESM etc, Abkehr vom bewährten Energiemix durch eine übereilte Energiewende aufgrund tagespolitischer Ereignisse, der „Jahrhundertfehler(Christian von Stetten MdB, Vorsitzender Parlamentskreis Mittelstand) der Politik „Offener Grenzen“ im Herbst 2015 mit bekannten Folgen. 
Diese Politik der „kollektiven Rechtsbrüche“ wird aus liberal-konservativer Sicht kritisiert. Bewußt versteht sich das Forum Mittelstand als Unions- und FDP-nah, transatlantisch und pro-westlich. 
Für völkisch-nationalistische Radikalismen wie für sozialistisch-etatistische Bevormundungspolitik á la SED-Fortsetzungspartei ist beim Forum Mittelstand kein Platz!  Wir fordern eine Kurskorrektur aus der Mitte der bürgerlichen Parteien nach ordnungspolitisch-marktwirtschaftlichen Vorbild im Sinne Ludwig Erhards.
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Hierfür stehen auch unsere Referenten:
Der TU-Professor und Energie-Experte Markus C. Kerber, der die EZB verklagte, die Nachfolgerin Jörg Schönbohms als CDU-Landesvorsitzende und bekannte Querdenkerin Saskia Ludwig (wie Kerber Mitglied der Friedrich-August von Hayek Gesellschaft) und der Berliner FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer, der schon im Abgeordnetenhaus-Wahlkampf 2011 als damaliger Spitzenkandidat die Rettungsschirm-Politik scharf kritisierte.   
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Es erwartet uns folgender Ablauf:
  • Begrüßung und thematische Einführung: Stefan Friedrich M. A., Leiter Forum Mittelstand 
  • Vortrag: Prof. Dr. Markus C. Kerber (TU Berlin), Kläger gegen die Währungspolitik der Europäischen Zentralbank 
  • Impuls: Dr. Saskia Ludwig MdL, CDU-Direktkandidatin WK Potsdam, frühere Brandenburger CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende
  • Impuls: Christoph Meyer, Spitzenkandidat FDP Berlin für die BTW 2017, früherer Berliner FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzender
  • Möglichkeit zu Fragen und zur Diskussion
  • Schlußwort: Steffen Bender, Präsident der Preußischen Gesellschaft
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Termin ist Dienstag, der 30. Mai 2017 um 19.30 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr. 
Ort das Hilton-Hotel am Gendarmenmarkt, Mohrenstr. 30 (Nähe U-Bhf Stadtmitte).
Unser Kooperationspartner ist diesmal die Preußische Gesellschaft.
Da wir nur für 150 Gäste im Salon Corinth Sitzplätze garantieren können, aber mit großen Andrang rechnen, empfiehlt sich frühzeitiges Erscheinen. Eine separate Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Ihr Stefan Friedrich
Leiter Forum Mittelstand

 

 


Kardinal von Galen und die neubelebte Citypastoral der St.-Clemens-Kirche in Berlin

Von Lucia Tentrop

Dieser Artikel entstand auf Wunsch meiner Heimatgemeinde St. Cornelius und Cyprian in Lippetal-Lippborg, einem Stammsitz der Familie von Galen. Die in meinem Bericht beschriebene St.Clemens-Kirche in Berlin wurde von dem Kardinal Clemens August Graf von Galen gegründet. Diese Kirche erstand damals gegen eine gesellschaftliche Unterdrückung unseres Glaubens mit einem besonderen pastoralen Konzept und ist auch heute wieder dank eines besonderen Konzepts ein Zeichen der Hoffnung. 

  1. Gründung und Aufstieg

In Berlin gibt es eine Kirche, dessen Pfarrer immer aus dem Bistum Münster stammt. Das ist ist die St. Matthias-Kirche in Berlin-Schöneberg. Der westfälische Stifter dieser Kirche hat das um 1860 so bestimmt. Seinem Wunsch wird heute noch entsprochen. Einer der Geistlichen, die aufgrund dieser Regel nach Berlin versetzt wurden, war 1906 Clemens August Graf von Galen, der spätere Kardinal und „Löwe von Münster“,  der u.a. wegen seines mutigen Einsatzes gegen den Nationalsozialismus selig gesprochen worden ist.

Seinen Neffen Bernhard von Galen, der in meinem Heimatdorf Lippetal ansässig war, habe ich noch mit über 90 Jahren mit dem Auto durch unser Dorf kurven bzw. an der Lippborger Hauptstraße gefährlich wenden gesehen.

Die Versetzung des jungen Priesters Clemens August nach Berlin fiel in die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in der Gründerzeit. Infolge der Industrialisierung der Städte im 19. Jahrhundert  strömten zahlreiche Wandergesellen und Handwerker nach Berlin, um hier Arbeit und Brot zu finden. Das war ein armseliges Leben.

Es gab nicht den heutigen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Auch waren die aus ländlichen deutschen Gegenden stammenden Fremdarbeiter in überfüllten Elendsquartieren menschenunwürdig untergebracht. Katholiken hatten es besonders schwer. Es gab  kein Recht auf freie Ausübung der Religion. Der sogenannte Kulturkampf und das staatliche Verbot des Jesuiten-Ordens 1872 hatten ihre Lage als unerwünschte Minderheit in Berlin verschärft.

Deshalb gibt es in unserer Hauptstadt so viele katholische Kirchen, die sich wie normale Häuser in die Straßenfassade einfügen oder als Hinterhofkirchen versteckt haben.

In dieser trostlosen Situation dürfte es kein Zufall gewesen sein, dass Clemens August neben seinem Amt als Priester der Leiter des Gesellenvereins für ganz Berlin wurde. Er war nämlich von Haus aus sozial „programmiert“. Seine Familie war für ihre großzügigen Stiftungen bekannt, und sein Großonkel, der Bischof Emanuel von Ketteler, war im 19. Jahrhundert als „Arbeiterbischof“ ein Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung gewesen. 

Auch Clemens August nahm das Anliegen von Adolf Kolping, den Wandergesellen wirtschaftlich zu helfen und sie religiös zu begleiten, als christlichen Lebensauftrag ernst.

Welcher sozial denkende Mensch unserer heutigen Zeit würde sich wohl mit 30 Jahren sein Erbe  auszahlen lassen und sich fortan auf sein regelmäßiges Gehalt beschränken, um in seinem Umfeld die Armut zu bekämpfen?  

Eben das nämlich tat der junge Priester von Galen. Bereits 1 Jahr nach seiner Ankunft in Berlin erwarb er ein Grundstück am Anhalter Bahnhof, von wo täglich Einwanderer in die Hauptstadt strömten. Dort ließ er ein Kolping-Hospiz mit Wohnraum für bis zu 400 Menschen bauen und gründete die nach dem Stadtpatron von Wien benannte St. Clemens-Kirche.   

Schließlich finanzierte er für „seine“ neue Kirche auch noch die Stelle eines 2. Kaplans.  Der von ihm gegründete Gebäudekomplex mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, die sich um die gut versteckte neue Hinterhof-Kirche herum gruppierten, entwickelte sich zu einer  architektonisch und funktional vorbildlichen kleinen Stadt in der Großstadt. Die Sorge um das seelische und soziale Leben der Handwerksgesellen wurde von der Kongregation der Grauen Schwestern unterstützt.

(Ein ähnliches Projekt für Frauen in Berlin, das den sozial kreativen Geist der katholischen Kirche um 1900 repräsentiert, ist das heutige Haus Helene Weber am Lietzensee, in dem ich lebe. Der 1903 gegründete Katholische Deutsche Frauenbund, dessen Hauptziel die damals noch unübliche Bildung der Frauen war,  schuf damit Wohnungen für 168  berufstätige Frauen jeder Konfession. Hier war für das religiöse und soziale Leben sowie für die Aus- und Fortbildung alleinstehender Frauen gesorgt. Schwestern der Caritas Socialis übernahmen die Betreuung. Heute ist es ein Mehrgenerationenhaus für Frauen. Wir haben eine Hauskapelle mit einem ehrenamtlichen  Hausgeistlichen, ein Bildungsprogramm sowie den sozialen Dienst einer inzwischen 90-jährigen Mieterin, einer Psychologin, die auf der Basis ihres christlichen Glaubens seit Jahrzehnten ihr Leben und ihr Vermögen der Hausgemeinschaft zur Verfügung stellt.)

So wurde die neo-romanische St. Clemens-Kirche mit ihrem Kolping-Hospiz das in Stein gehauene Idealbild der katholischen Sozialwegung in den Gründerjahren und nach jahrzehntelanger gesell- schaftlicher Verdrängung der katholischen Kirche in Berlin ein Zeugnis für die dem christlichen Glauben innewohnende Kraft zur Auferstehung. Sie gilt kunsthistorisch als Baudenkmal ersten Ranges. 1911 wurde sie eingeweiht.

Das riesige Altarbild ist ein anrührend lebendiges Mosaik des schlesischen Madonnenmalers Paul Plontke mit Jesus, dem Guten Hirten. Weil die Gegend am  Anhalter Bahnhof nicht nur ein Zentrum großstädtischen Vergnügens mit Tanzbars und Varietés, sondern auch der Regierungsbezirk war, beteten hier neben den Arbeitern und anderen Gläubigen auch Mitglieder des Reichstags  und der Regierungsbehörden miteinander.

Sogar der Apostolische Nuntius Eugenio Pacelli (siehe Briefmarken-Foto), der spätere Papst Pius XII., beichtete  regelmäßig bei dem Pfarrer Clemens August von Galen.

  1. Niedergang und Vernichtung

Nachdem 1917 das Jesuiten-Verbot aufgehoben worden war, übernahmen Jesuiten die St.-Clemens-Kirche. Ab 1941 wurden viele als Gegner des Nationalsozialismus (Kreisauer Kreis) erneut staatlich verfolgt. Sie wurden aus Deutschland ausgewiesen oder umgebracht.

Die Geheime Staatspolizei hatte keinen Sinn für die gemüthafte Bedeutung unserer Religion und nutzte die Kirche als Möbellager. Im letzten Kriegsjahr 1945 brannte die gesamte Umgebung von St. Clemens ab. Die Kirche selbst überstand den Brand, aber ihr Dach und die Orgel wurden bei Kämpfen um die Innenstadt zerstört.

Erst ab 1949 konnte wieder eine Heilige Messe darin gefeiert werden. Bis 1973 wurde sie dann erneut von  Jesuiten betreut und später von der kroatischen Mission übernommen.

Seit ca. 1970 erleben wir in Deutschland einen kulturellen Umbruch. In den letzten Jahrzehnten ging vieles an Kultur verloren, was ehemals sogar volkstümlich gepflegt worden war.

Als Sängerin und spätere Musiklehrerin habe ich den unter wissenschaftlichen und technischen Vorzeichen betriebenen Abbau unserer Kultur sehr bewusst miterlebt: Die von unserer Kultur emanzipierte und wissenschaftlich eigenständig gewordene Pädagogik übernahm die technisch gestützten Maßstäbe der internationalen Unterhaltungsmusik und brachte kaum noch Nachwuchs hervor, der den Ansprüchen unserer europäischen Musikkultur genügt.

Die vitale gesangliche Potenz der menschlichen Natur wurde durch technisch verstärkte Dekadenz übertönt. Unsere volksnahen Sänger und Musiker, ehemals die Brücke zur musikalischen Hochkultur, begannen auszusterben. Der Kirchengesang verlor seine körperlich-seelische Begeisterung, die den Glauben tragende Kraft des Gemüts. Die Kirchen  leerten sich. 

Unter der Herrschaft einer wissenschaftlich aufgewerteten öffentlichen  Meinung begann man, sich seiner Glaubenskräfte zu schämen. „Wenn die Götter sterben, nehmen sie ihre Lieder mit.“ –  Das gilt auch umgekehrt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie wollen wir in unsere selbstvergessene Kultur den Zustrom von Einwanderern fremder Sprachen und Kulturen integrieren, der seit  Jahrzehnten in unser Land drängt? Haben Gesetze, Wohlstand und das verstaatlichte Sozial-Gefühl die Kraft, uns seelisch miteinander zu verbinden? Haben wir einen im Gemüt verankerten höchsten Wert, der die unterschiedlichen Wertvorstellungen der Kulturen übersteigt und uns zusammenhält?

Die gesellschaftliche Problematik unserer Zeit steht also den Problemen der Gründerzeit bzw. des Priesters Clemens August vor 100 Jahren keinesfalls nach. Im Gegenteil.

Damals kam die Unterdrückung des Glaubens nur von außen. Gerade die Zeit der wandernden Handwerker hat einen großen Beitrag zur Erweiterung unseres volkstümlichen Liedguts gebracht! In unserer christlichen Kultur waren Zeiten der äußeren Unterdrückung auch Zeiten gesteigerten Singtriebs (z.B. die Negro-Spirituals), denn Singen richtet auf. 

Angesichts unserer heutigen Religionsfreiheit kommt die Unterdrückung unserer Glaubenskräfte aber von innen. Unsere große Gefahr ist die Resignation. Diese Form der Selbstunterdrückung in einem freien Staat ist viel gefährlicher als ein äußerer Widerstand, denn einen inneren Rückzug der Kräfte erkennt man nicht so leicht. Die Zerstörung unseres kulturellen Potenzials von innen geschieht unbewusst. Das Kuschen vor der öffentlichen Meinung ist nur die äußere Folge unseres verblassenden kulturellen Selbstgefühls.

Die gesanglich gestimmte und erhobene Seele ist seit der griechischen Antike die Basis der abendländischen Geisteswelt.  Wie wäre es, wenn unsere Kirchengemeinden am Symptom des eingeschüchterten Singens ansetzen und in offenen Singgruppen die volksnahen melodischen Lieder unserer eigenen und der weltweiten christlichen  Kultur – z.B. der Zeit des Kardinals von Galen – singen würden?

Singen richtet auf und befreit. Wer singt, gibt sich nicht auf. Räume haben wir ja genug. Jeder kann mitmachen, egal, woher er kommt und wie er singt.  Wo instrumentale Begleitung fehlt, gibt es Musik-Aufnahmen zum allgemeinen Mitsingen.   

Unter der Selbstherrlichkeit von Wissenschaft und Technik leeren sich unsere Kirchen – und werden verkauft. 2007 musste man die St. Clemens-Kirche aufgeben. Sie wurde von einem moslemischen Investor übernommen. Das war für die mit dem Engagement eines großen Einzelnen geschaffene christlich-soziale Insel das endgültige Aus.

  1. Auferstehung zu neuem Leben

Aber im Gegensatz zu anderen sterbenden Kirchen erlebte die St.Clemens-Kirche als Einzige eine Auferstehung! Ganz unerwartet – und sofort nach ihrem Verkauf:

Da hatte sich nämlich ein Förder-Verein gegründet, der die Kirche retten wollte – und es kamen indische Vinzentiner-Patres nach Deutschland, die einen Wirkungskreis suchten. Also mietete man die St. Clemens-Kirche von ihrem Käufer zurück und übergab sie den Vinzentinern. Die legten sofort los.

Im Mai 2007 hatten sich bereits 7 Christen zusammengefunden, ein indischer und ein deutscher Priester, eine Rentnerin und eine Sekretärin, ein Archivar, ein Jurist und ein Lobbyist. Damit wurde St. Clemens vom Berliner Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky wieder eröffnet und erlebt seitdem nochmals einen Aufstieg wie unter ihrem Gründer Clemens-August von Galen:

Diesmal waren es nicht deutsche Handwerker, sondern Polen, Kroaten, Südamerikaner, Afrikaner, Koreaner und andere Einwanderer, die sich in Berlin fremd fühlten und hier zusammen mit uns unseren gemeinsamen Glauben leben wollten.  In dieser bunten Mischung und mit einem neuen Konzept begann im sog. „gottlosen“ Berlin eine Kirche zu boomen! 

Die St. Clemens-Kirche  ist ein „Haus der Ewigen Anbetung“. Sie versteht sich als „Ort der Gnade“ in der Großstadt. Sie ist rund um die Uhr geöffnet. Warum? In einer Stadt, in der sogar Fitness-Center dazu übergehen, ihren Mitgliedern die Räume 24 Stunden lang offen zu halten und man in der Öffentlichkeit ebenfalls 24 Stunden lang seinen körperlichen Hunger und Durst stillen kann, wäre es absurd, das Angebot für die seelische Fitness geringer zu bewerten.

In St. Clemens stehen 3 Priester den Menschen auf Abruf per Glocke in ihren Sorgen und zu Gesprächen zur Verfügung. Man kann ganztägig beichten. An jedem Wochenende sind Exerzitien. Dazu gibt es spezielle Angebote wie Nachtvigil, Jugendprogramme, Familientage, Bibeltagungen, Barmherzigkeits-Sonntage u.a.m. Meine Freundin Margot, die regelmäßig dorthin fährt, kommt meistens erst nachts zurück.

Wer früh aufsteht, kann morgens um 8 Uhr mit der Laudes beginnen. Täglich werden zwei Heilige Messen gefeiert, abends mit Musikprogramm. Nachmittags ist eine Barmherzigkeitsstunde, dann Rosenkranz in mehreren Sprachen, danach sind an Wochenenden regelmäßige Vorträge.

Man betet und singt zusammen. Man kann sich dort bei einem Kaffee kennenlernen. Man begegnet sich. Die Veranstaltungen der 24-Stunden-Kirche sind  immer gut besucht. Sie ist jederzeit für Jeden offen. Die Menschen kommen aus verschiedensten  Milieus. Manche besuchen mehrere religiöse Gemeinschaften und holen sich aus dem Berliner Angebot heraus, was sie brauchen oder was ihnen in ihrer  Kirchengemeinde fehlt. Obwohl die in einem Hinterhof versteckte St. Clemens-Kirche schwer zu finden ist, knieen dort mitten in der Nacht Menschen zur Anbetung. An Werktagen hat sie durchschnittlich 200 Besucher täglich, an Wochenenden wesentlich mehr.

Die St. Clemens-Kirche ist eine Insel der Seligen in Berlin. Sie will Signale aussenden. Sie will Mut machen: Gebt Euch nicht auf! Hier sieht man doch, dass die Menschen kommen und die Heiligen Messen wieder voll sind! Hier wird sogar mitten in der Nacht öffentlich gebetet! Hier erlebt man, wie Menschen eben doch noch spüren, dass es etwas gibt, was uns von unserer Fixierung auf das materielle Dasein und der daraus entstehenden Plünderung unseres Erdballs erlöst.  

In diesem Jahr feiert die neu eröffnete St. Clemens-Kirche ihr 10-jähriges Jubiläum. Obwohl sie einschließlich der Miete und laufenden Kosten von Spenden finanziert wird, hat sie es zu diesem Anlass geschafft, ihre Räumlichkeiten in gut erreichbarer Nähe um ein Exerzitienhauses zu erweitern.

Hier können Veranstaltungen stattfinden und Besucher und Besucherinnen sogar übernachten. Wer hätte vor 10 Jahren an so etwas zu denken gewagt? Das hätte man als Utopie, als „Wunder“, auf das es sich nicht zu warten lohnt, bezeichnet. Aber der Glaube gegen den Niedergang war größer als die Macht des Zusammenbruchs (Mt 22,9-10).

Vielleicht gibt es ja doch so etwas wie den Geist eines Hauses. Ich glaube an so etwas. Ich glaube sogar, dass der kraftvolle Geist, der dieses Haus vor einem Jahrhundert gegründet hat, immer noch derselbe ist.

Hier geht es zur Internetpräsenz unserer Autorin Lucia Tentrop aus Berlin: http://www.Lucia-Tentrop.de


Berlin: CDU-Politiker fordert Verbot eines linksextremen Aufmarsches gegen Israel

Der Berliner CDU-Abgeordnete Kurt Wansner hat das Verbot einer linksextremen 1.-Mai-Demo in Berlin gefordert. Hintergrund sind israelfeindliche Parolen der Demo-Anmelder. „Dieser Demonstrationsaufruf ist ein absolutes Unding. Wer so gegen Israel hetzt, hat kein Recht durch unsere Straßen zu ziehen. Wir Deutschen haben gegenüber Israel eine besondere Verantwortung und dürfen so etwas nicht dulden“, sagte Wansner der konservativen Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Hintergrund ist eine für den 1. Mai geplante Demonstration der linksextremen Gruppierung „Jugendwiderstand Neukölln“. Diese will an dem Tag eine „antiimperialistische, proletarische und rote Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration in Neukölln durchführen“.

Dazu posieren Mitglieder der Gruppierung, der vor allem arabischstämmige und türkische Jugendliche angehören, vor einer Palästinenserflagge mit Hammer und Sichel, auf der steht: „Fick Israel und die USA“.

Für Wansner ist damit eine rote Linie überschritten. „Wenn es den Herrschaften hier nicht paßt, sollen sie in ihre Heimat- und Herkunftsländer zurückgehen, wo Israelhaß zum guten Ton gehört. Aber hier bei uns akzeptieren wir das nicht“, betonte der CDU-Abgeordnete. „Wer hier lebt, hat unsere Regeln und Werte zu respektieren – egal ob Deutscher oder Einwanderer – und Hetze gegen Israel gehört ganz klar nicht dazu.“

Quelle: http://www.jungefreiheit.de