Türkei: Regierung verstaatlicht Kirchen

Im Rahmen der Militäroperationen in der Südtürkei gegen Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) ordnete die Regierung in Ankara auch die Beschlagnahme von weiten Teilen der Altstadt von Diyarbakir an, wovon auch die Kirchen der einstigen Metropole am Fluß Tigris betroffen sind.

Dies berichten Beobachter gegenüber der zweisprachigen Tageszeitung „Agos“ in Istanbul. Camberg-Peter-Paul-DSC_0342

Die Anordnung der Regierung wurde auch im offiziellen Amtsblatt des Ministerrates veröffentlicht und betrifft die armenische St. Giragos-Kirche, die syrische Marienkirche und die chaldäische „Mar Sarkis“-Kirche, die armenisch-katholische Kirche und eine protestantische Kirche sowie 6000 Wohnungen in der Altstadt.

Zur Zeit finden in keiner der verstaatlichten Kirchen in Diyarbakir Gottesdienste und liturgische Feiern statt.

Der türkische Beamte Adnan Ertem von der Direktion der religiösen Stiftungen bezeichnete die Beschlagnahme als vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Altstadt von Diyarbakir vor Verwüstung. Während der Leiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung, Nevin Solukaya, den Stiftungen zu gerichtlichen Schritten gegen eine Beschlagnahme rät.

Am vergangenen Montag, den 28. März, hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass seit vergangenen Juli, als die Ausschreitungen mit den Rebellen in den von kurdischen Minderheiten bewohnten Gebieten wieder ausgebrochen waren, bereits 5000 Kämpfer der PKK von türkischen Soldaten getötet wurden, während die Sicherheitskräfte der Regierung in den eigenen Reihen 355 Opfer verzeichnen.

Quelle: Fidesdienst / Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Ergänzende Meldung über die Verstaatlichung der Kirchen: http://www.kath.net/news/54620

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