Die deutsche Ortskirche nach der Frühjahrs-vollversammlung der Bischofskonferenz

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Arbeit an den Konsequenzen der sexuellen Missbrauchsfällen wird weitergeführt. Das war zu erwarten.

In der abschließenden Pressekonferenz sprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Kardinal Marx von einer „Zäsur in der Kirche“ und fügte hinzu: „So kann es nicht weitergehen“. In diesem Punkt stimmen die lehramtstreuen Katholiken und diejenigen, die eine „andere Kirche“ wollen, überein.

Wenn die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 15.3.2019 im Haupttitel schreibt: „So kann es nicht weitergehen“ und der Untertitel lautet: „Die katholischen Bischöfe wollen gemeinsam mit den Gläubigen auch neuen Umgang mit Macht, Zölibat und Sexualmoral diskutieren“, werden Katholiken, die zur Lehre der Kirche stehen, hellhörig.

Hier lesen sie erneut die lange bekannten Forderungen aus jener Zeit, als die sexuellen Missbrauchsfälle noch gar kein Thema waren. Die zentrale Bedeutung der Homosexualität  –  80% der Missbrauchsfälle hatten homosexuellen Charakter  –  wurde in den Pressemitteilungen vom 14.3.2019 nicht erwähnt.

Die Regie sorgte offensichtlich angesichts „völlig divergenter Gruppen“ (Thomas Schüller) in der Bischofskonferenz dafür, dass ein „Kompromiss auf Minimalniveau“ erreicht wurde. „Man habe sich darauf geeinigt, Kernfragen nicht nur untereinander, sondern auf breiter kirchlicher Basis mit dem Ziel konkreter Beschlüsse zu beraten“ (AZ, 15.3.2019).

In den Pressemitteilungen der DBK vom 14.3.19 werden drei Fragekreise für die Weiterbehandlung genannt:

  1. Umgang mit Macht in der Kirche
  2. Zukunft der priesterlichen Lebensform
  3. Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral

Sodann heißt es: „Die Themen Zölibat und Zugang von Frauen in kirchlichen Ämtern dürfen in der Diskussion nicht ausgespart werden“ …“eine konstruktive Aneignung human-wissenschaftlicher Einsichten ist noch nicht gelungen … die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten.

Papst Franziskus macht dazu Mut. Und wir fangen nicht am Nullpunkt an. Die Würzburger Synode (1972 bis 1975) und auch der Gesprächsprozess der vergangenen Jahre haben den Boden bereitet, auch für viele Herausforderungen von heute. Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen Weg in Deutschland zu gehen… und zwar gemeinsam mit dem ZdK“.

Das Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ wird von Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) verantwortet. Das Forum „Sexualmoral“ von Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), das Forum „Priesterliche Lebensform“ von Bischof Felix Genn (Münster)“.

Dazu eine Anmerkung: Die Beschlüsse der Würzburger Synode wurden von Rom nicht anerkannt.

Der „Gesprächsprozess der vergangenen Jahre“ war ein Schuss in den Ofen. Für die Reform der Kirche war er unnütz. Die Bischofskonferenz hat Zeit gewonnen.

Die Kirche steht wieder einmal am „Scheideweg“. Die DBK versucht aus Angst vor der Realität in einer faktisch bereits gespaltenen Ortskirche zu verhindern, dass die Wirklichkeit auch formal Gestalt annimmt.

Eine echte Reform wird von der Deutschen Bischofskonferenz nicht ausgehen.

Unser Autor Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und ist Herausgeber der Monatszeitschrift DER FELS.


Gelten CDU-Parteitagsbeschlüsse nur dann, wenn sie der CDU-Führung passen?

Zur derzeitigen Diskussion über die fehlende Umsetzung von Parteitagsbeschlüssen nimmt die Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL), Susanne Wenzel, wie folgt Stellung:

„Nach dem gerade zu Ende gegangenen 29. Parteitag der CDU herrscht derzeit allgemeine Empörung darüber, daß die CDU-Bundesvorsitzende sowie Mitglieder des CDU-Präsidiums den in Essen von einer Mehrheit der Delegierten klar gefaßten Beschluß zum Doppelpaß nicht durchzusetzen gedenken und dies umgehend bereits in Interviews angekündigt haben.
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Wir fragen daher kritisch nach: Gelten Abstimmungsergebnisse etwa nur dann, wenn sie Präsidiumsmitgliedern und der Führung politisch passen? Wie will man Menschen dazu begeistern, sich politisch zu engagieren, wenn Parteitagsbeschlüsse, deren Tinte noch nicht ganz trocken ist, seitens der Parteiführung sofort wieder als völlig irrelevant verworfen werden?

Mit Besorgnis schauen wir als „Christdemokraten für das Leben“ auf diese Entwicklung. Wir haben nach dem 25. CDU-Bundesparteitag in Hannover im November 2012 selbst die Erfahrung machen müssen, daß z.B. programmatische Beschlüsse der CDU, die dem verbesserten Lebensschutz dienen sollen, schon seit langem im Handeln der Parteiführung nicht mehr wiedererkennbar sind.

Ein nach wie vor aktuelles Beispiel: vor vier Jahren faßten die Delegierten des 25. CDU-Bundesparteitags in Hannover im November 2012 den konkreten Beschluß C8, in dem sie ausdrücklich erklärten, daß sich die CDU Deutschlands zum Schutz des menschlichen Lebens in allen Phasen vom Beginn bis zum Ende bekenne. Wörtlich heißt es dort: „Mit den hohen Abtreibungszahlen finden wir uns nicht ab.“kleber der katholischen kirche rettet menschenbaby christoferuswerk

Der Bundesparteitag forderte und beschloss eine konsequente Prüfung der Finanzierung von Abtreibungen durch die Krankenkassen und Länder sowie eine exakte Statistik über die Kosten von Abtreibungen in Deutschland.

Seit diesem unmissverständlichen Parteitagsbeschluss sind dem statistischen Bundesamt inzwischen weitere über 400.000 (!) Abtreibungen offiziell gemeldet worden, die zum überwiegenden Teil durch staatliche Mittel finanziert wurden. Unmittelbare Nachfragen, wie u.a. in 2014 in einem Gespräch der CDL mit dem Generalsekretär der CDU, blieben unbeantwortet. Seitens der CDU wurde der Antrag jedoch in keiner Weise mehr verfolgt, sondern still beerdigt.

Wolfgang Bosbach äußerte gestern in der WELT:  Wenn dann auch noch Anliegen von Parteimitgliedern „an die Bundestagsfraktion überwiesen“ würden, könne er nur noch lachen. „Das heißt in der Mehrheit der Fälle: Ruhe in Frieden.“ – Sicher gibt es noch weitere prägnante Beispiele, die zeigen, wie völlig folgenlos Parteitagsbeschlüsse sind.

Die CDL fragt deshalb anläßlich der aktuellen Debatte: Was ist in den vergangenen vier Jahren zur Verbesserung des Lebensrechtes ungeborener Kinder von der CDU und der Regierung unternommen worden? War auch dieser wichtige Beschluss, der dem Recht auf Leben größere Beachtung verschaffen sollte, nur ein weiterer, formaler und wirkungsloser Beschluss, der Delegierte auf dem Parteitag beruhigen sollte?“

Christdemokraten für das Leben e.V.
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Tel.: 0 25 73 – 97 99 391 / Fax: 0 25 73 – 97 99 392
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Die UNO übt sich weiter in anti-israelischer Agitation und Einseitigkeit

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat eine Sondersitzung zum „Internationalen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ abgehalten. accumulator_default_img

Dabei wurde einmal mehr eine ganze Reihe von anti-israelischen Beschlüssen gefasst. Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, hat die UN für dieses Verhalten scharf kritisiert: „Die anti-israelische Haltung der Vereinten Nationen zieht sich durch ihr ganzes System und spiegelt sich das ganze Jahr über in ihren Entscheidungen wider“, erklärte der Diplomat.

„Allein im Jahr 2012 hat die UN-Generalversammlung 22 Beschlüsse verabschiedet, die Israel in irgendeiner Form degradieren oder aburteilen. Zum Vergleich: Es gab lediglich vier Beschlüsse, die andere Nationen kritisieren.“

Die schlimmsten Menschenrechtsverletzer erhielten nur einen Bruchteil der Verurteilungen, die Israel (dem einzigen demokratischen Rechtsstaat im Nahen Osten) zugedacht werden, so der Botschafter.

Quelle: Webseite „Israel heute“


Ehem. Realo-Grüner Otto Schily kritisierte Kindersex-Beschlüsse bereits 1985

Otto Schily war Mitbegründer der Grünen, in den 80er Jahren zudem ein bekannter Vertreter des sog. „Realo“-Flügels der Partei, gehörte also zum gemäßigteren Teil der Grün-Alternativen (im Unterschied zum „Fundi“-Flügel). Der Jurist wechselte jedoch 1989 zur SPD und amtierte von 1998 bis 2005 als Bundesinnenminister.

Schily gehörte zu den wenigen grünen Prominenten, die sich damals bereits deutlich von jenen skandalösen Beschlüssen distanziert haben, die heute für Diskussionsstoff sorgen: ein halbes Dutzend grüne Landesverbände hatten Mitte der 80er Jahren Straffreiheit für sog. „einvernehmlichen“ Sex von Erwachsenen mit Kindern gefordert, wollten also pädokriminelles Treiben legalisieren.

„Den Beschluß könnten unsere Gegner erfunden haben“

In einem Interview mit der Frauenzeitschrift „Cosmopolitan“ (Nr. 11/85) wurde er auf den  –  so wörtlich  –  „unsäglichen Kindersex-Beschluß“ angesprochen. Schily hierzu:

„Den könnten unsere Gegner erfunden haben. Wenn jemand die Grünen zugrunde richten will, dann muß er so etwas fabrizieren. Das war Toleranz am falschen Platz, die zudem völlig unserem ökologischen Grundverständnis widerspricht.

Denn wenn man einen richtigen Begriff vom Kind hat, dann weiß man, daß freie Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen nicht möglich ist. Kinder sind immer in einem Zustand der Machtlosigkeit, und ein Erwachsener hat sich jeden Zugriffs auf das Kind für seine eigenen Gelüste zu enthalten, nicht?“

Ähnlich äußerte sich der damals noch grüne Politiker gegenüber der Illustrierten „Stern“ (Nr. 14/85). Auf deren Hinweis „In NRW haben die Grünen mit dem Vorstoß zur Freigabe von Sexualität mit Kindern für Turbulenz genug gesorgt“, antwortete Schily:

„Das war wirklich ein abstruser Vorschlag. Wir können uns nicht jede Kapriole leisten. Wir fabrizieren leider immer noch zu viele Pannen…“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster