Münster: Europa-Kandidat Guido Reil sprach auf dem AfD-Jahresempfang

Von Felizitas Küble

Während draußen auf den Vorplätzen tausende von Gegendemonstranten mit massivem Polizeischutz davon abgehalten wurden, den AfD-Neujahrsempfang am 22.2.2019 zu stören, fand im historischen Rathaus diese Versammlung des AfD-Kreisverbands Münster statt. Der Festsaal war mit ca. dreihundert Gästen voll besetzt, das Publikum hinsichtlich männlich-weiblich und jung-alt bunt gemischt.

Es gab zahlreiche Ansprachen von AfD-Vertretern, auch von den vier aufgestellten Kandidaten (drei Männer, eine Frau) für die kommende Europawahl, die an der Veranstaltung teilnahmen.

Am ausführlichsten sprach der Bergmann Guido Reil (Platz 2 der AfD-Europa-Liste), der 26 Jahre lang Mitglied der SPD in Essen war und zudem ehrenamtlich in der AWO (Arbeiterwohlfahrt) wirkte.

Der Bergbau-Gewerkschafter (siehe Foto), der mit einer Russin verheiratet ist, erlebte viele Anfeindungen, nachdem er vor allem wegen der Islam- und Asylpolitik im Juli 2016 zur AfD überwechselte.

Er beklagte in seiner Rede einen unsachlichen Fanatismus gegen die AfD, der sich zeitgleich auf den Straßen Münsters austobte.

Die dort aus Protest aufgehängten Europa-Fahnen würden verkennen, daß  – so Reil – gerade seine Partei es sei, die sich für ein freies Europa der Vaterländer einsetze – und eine „bürokratische Krake“ in Brüssel kritisiere, die zu immer mehr Bevormundungen der EU-Staaten führe.

„Wir lieben Europa und wir lieben die christlich-abendländische Kultur – wir sind die wahren Europäer“, betonte der ehemalige Sozialdemokrat, der den „Mangel an Argumenten“ bei den etablierten Parteien bedauerte. Nicht einmal demokratische Toleranz sei offenbar gegenüber der AfD möglich, die eine „Politik des gesunden Menschenverstands“ durchsetzen wolle.

Das Gewerkschafts- und Betriebsratsmitglied Reil veröffentlichte im Jahre 2017 sein Buch mit dem Titel „Wahrheit statt Ideologie: Was mir auf der Seele brennt“ in Berns Photographie-Verlag.

 

 


AfD will Erpressungen durch Sparten-gewerkschaften per Gesetz verhindern

Angesichts der Unfähigkeit der Bundesregierung, gesetzgeberisch gegen die Erpressungen durch Spartengewerkschaften vorzugehen, erinnert der Europa-Abgeordnete und stellv. Sprecher der AfD (Alternative für Deutschland), Hans-Olaf Henkel, an einen Gesetzesvorschlag aus der Zeit seiner Präsidentschaft beim BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie): 0003

Damals haben sich die FDP und Teile der CDU mit unserer Idee angefreundet, dass der Gesamtbetriebsrat eines Unternehmens ermächtigt werden kann, Verhandlungen über Löhne und Arbeitszeiten zu führen, wenn in geheimer Abstimmung 75 Prozent der Belegschaft dafür votieren.

Der Vorschlag rief massiven Einspruch von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsfunktionären hervor und wurde schließlich unter fadenscheinigen Argumenten abgelehnt.

Dabei ließe sich damit die destruktive Macht von Spartengewerkschaften brechen. Es bedürfe dafür lediglich einer Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes, erklärt Henkel. Ein solches Vorhaben bewege sich voll innerhalb der Verfassung.

„Die in der Verfassung verankerte Tarifautonomie bedeutet, dass der Staat sich aus den Verhandlungen heraushält. Sie heißt nicht, dass die Verantwortung hierfür ausschließlich den Funktionären von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden allein zusteht. Betriebsräte kennen sich im Unternehmen besser aus und können die Ansprüche unterschiedlicher  Berufsgruppen fairer austarieren als Spartengewerkschaften“, so Henkel.

Hingegen sehe man gerade jetzt sehr deutlich, was Spartengewerkschaften anrichten können: „Die Vernunft der Betriebsräte in Deutschland sollte man nicht unterschätzen.“