Betroffene gesucht: Forschungsprojekt untersucht Gewalt gegen die Polizei usw.

Durch eine deutschlandweite, wissenschaftliche Befragung wird derzeit ein überregionales Lagebild zum Thema Gewalt gegen Mitarbeitende von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben erstellt. Die Polizei steht dabei im besonderen Fokus. Als assoziierter Projektpartner beteiligt sich die Deutsche Polizeigewerkschaft am Forschungsprojekt und ruft zur Teilnahme auf.

In der Befragung gibt es zwei Schwerpunkte, heißt es auf der Internetseite von AMBOSafe:

1) Wir möchten herausfinden, wie Sie bedrohliche und gefährliche Situationen bislang erlebt haben und deeskalieren konnten, sodass ein körperlicher Angriff verhindert werden konnte. Darauf können wir aufbauen und Maßnahmen zu Ihrem Schutz und dem Ihrer Kolleg/innen entwickeln.
2) Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen in Gefahrensituationen
(z.B. Absprachen oder die Weitergabe von Informationen). Dadurch, dass wir 7 verschiedene Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben einheitlich befragen, können wir herausfinden, was bei der Zusammenarbeit gut funktioniert und welche Bereiche optimiert werden könnten.

Im Gegensatz zum Ereignisprotokoll ist diese Befragung einmalig und dauert ca. 10 – 20 min.
Die Befragung findet noch bis zum 30. September 2021 statt.

Sie können hier teilnehmen.

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/betroffene-gesucht-forschungsprojekt-untersucht-gewalt-gegen-polizei/


Geschlechtseintrag „divers“ bei 0,00043 %

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Nach einem Rundschreiben des Bundesinnenministeriums an die Länder haben sich bei den Standesämtern bis Ende 2020 knapp 300 Personen auf den Geschlechtseintrag „divers“ umschreiben lassen. Das entspricht 0,00043% (!) der volljährigen Bevölkerung. Der Trend ist rückläufig.

Nach den Angaben der Standesämter in den zehn größten deutschen Städten änderten im Jahr 2019 insgesamt 42 Personen ihren Geschlechtseintragung auf „divers“, 2020 waren es bundesweit 31.

Von den Eltern gaben bei bundesweit 780.000 Geburten 2019 in 11 Fällen den Geschlechtseintrag „divers“ an, 2018 waren es 15, 2017 waren es 17 Kinder.

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2017 der Klage eines „intersexuellen“ Menschen Recht gegeben und einen dritten Geschlechtseintrag im Behördenregister verlangt.

Die Richter argumentierten im Urteil von 160.000 potentiellen Betroffenen. Das Urteil wirkt sich u.a. bei Bewerbungen oder in neuen Sprachformen wie dem Gendersternchen („Kolleg*innen“) oder der Forderung nach drei Toiletten aus.

Was soll man bei diesen Zahlen sagen?

Vielleicht dies: Die Menschen sind viel natürlicher gepolt, als es uns einige Leute und Medien weismachen wollen, die Sorgen des Bundesverfassungsgerichts möchten wir haben, wieviel Steuergelder werden durch Behörden, Formulare, neue Forderungen von 0,00043% der Bevölkerung verbraten? (Quelle PUR-Magazin, 5/221, S. 10)

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Sexueller Missbrauch: Betroffene kritisieren mangelnde Aufarbeitung in der EKD

Medienberichten zufolge beschweren sich Betroffenen-Initiativen in der evangelischen Kirche zunehmend darüber, daß die öffentliche Debatte und Presseschlagzeilen sich fast ausschließlich mit der Missbrauchsthematik in der katholischen Kirche beschäftigen.

Dadurch würden Opfer, die sexuellen Missbrauch innerhalb des Protestantismus erlebten, nicht ausreichend ernst genommen, denn die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) fahre immer noch „im Windschatten“ der katholischen.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde sei man in der katholischen Kirche stärker mit der Aufarbeitung vorangekommen.

Am 1. Mai 2021 hatte eine Angehörige des Betroffenenbeirats der EKD, Katharina Kracht, ihre Kritik an der mangelnden Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in evangelischen Landeskirchen erneuert. Die EKD müsse „aufhören, immer nur mit dem Finger auf die Katholiken zu zeigen“, sagte sie auf einer Online-Pressekonferenz.

Die katholische Kirche stehe zwar zu Recht in der Kritik, aber „die evangelische Kirche steht zu Unrecht nicht in der Kritik.“ – Bei der Aufarbeitung liege sie zudem weit zurück.

Von „schweren Vorwürfen“ des Betroffenenbeirats berichtet auch das offiziöse Portal „Evangelisch.de“:

„Rund ein halbes Jahr nach dem Start haben Mitglieder des Betroffenenbeirats der evangelischen Kirche eine mangelnde Beteiligung von Opfern in die Aufarbeitung von Missbrauch vorgeworfen. Betroffene würden nur unzureichend in Beratungen eingebunden, es fehle an Information und Partizipation, sagte Gremiumsmitglied Katharina Kracht.

Die EKD habe ihr Versprechen einer Aufarbeitung „auf Augenhöhe“ nicht eingehalten, beklagte sie.

Bild: Evita Gründler


Linksblatt will Abtreibung „entmoralisieren“

Von Felizitas Küble

Am 21. Januar 2021 erschien in der ultralinken Wochenzeitung „Jungle World“ online ein fanatischer Artikel pro Abtreibung, wie er selbst in rotgrünen Kreisen seinesgleichen sucht.

Unter dem Titel „Mehr als nur Pro-Choice“ wird nach einem historischen Abriß des Themas deutlich bemängelt, daß das eigene Lager in seiner Argumentation meist nicht radikal genug sei.

Die feministischen Gruppen pro Choice (= Für freie Wahl) wollten zwar gerne Abtreibungen „entstigmatisieren“, indem sie „Schwangerschaftsabbrüche öffentlich machen“ und Betroffene darüber schreiben, aber die Berichte über „Abbrucherfahrungen“ seien im Grunde wie „Rechtfertigungen“ verfaßt:

„Ihre schwierigen Lebensumstände erlaubten kein Kind; sie hätten bereits viele Kinder; sie seien schwanger geworden, obwohl sie verantwortungsbewusst verhütet hätten; außerdem sei ihnen die Entscheidung nicht leichtgefallen.“

Das ist allerdings aufschlußreich: Das radikalfeministische Spektrum hat nämlich glasklar erkannt: Wer sich entschuldigt, klagt sich an! – Und wenn das gar im eigenen Lager gang und gäbe ist, läßt es tief blicken über das innerseelische Gefüge betroffener Frauen.

Daher heißt es weiter: „Die Geschichten zeigen, dass das Abtreibungsstigma auch dort wirkt, wo man es eigentlich bekämpfen will….Eine solche Pro-Choice-Rhetorik läuft Gefahr, die Idealfigur der schwer mit sich ringenden Schwangeren zu konstruieren.“

Doch es gibt einen Ausweg aus dem Dilemma:

„Entstigmatisierung bedeutet Entmora­lisierung. Hierfür wäre eine klare feministische Position wichtig, dass Schwangerschaftsabbrüche denselben mora­lischen Status haben wie die ­Extraktion eines Weisheitszahns – nämlich gar keinen.“

Noch Fragen?

Quelle für die Zitate: https://jungle.world/artikel/2021/03/mehr-als-nur-pro-choice


Evangelikales Aufklärungsbuch über Machtmenschen und geistlichen Missbrauch

Besprechung von Felizitas Küble

Seit gut zwei Jahren ist in amtlichen katholischen Kreisen das Wort vom „Geistlichen“ oder „Spirituellen“ Missbrauch in aller Munde. Entsprechende Veröffentlichungen der ehem. Ordensfrau Doris Wagner-Reisinger und des Jesuiten Klaus Mertes sorgten dafür.

Dabei entstand vielfach der Eindruck, als hätten diese beiden Autoren aus dem reformkatholischen Spektrum ein besonderes, vorher verborgenes oder totgeschwiegenes Thema ganz neu „entdeckt“ und endlich zur Sprache und in die Öffentlichkeit gebracht.

Das ist insofern richtig, als katholische Kirchenobere das Problem lange kaum zur Kenntnis nahmen, geschweige wirksam dagegen vorgegangen sind.

Allerdings kümmert sich nicht nur unser CHRISTLICHES FORUM inzwischen seit fast 10 Jahren um diese Problematikund dies z.B. mit dutzenden von Sach-Analysen sowie Erlebnisberichten von Betroffenen oftmals aus der charismatischen Szene.

Auch auf dem evangelikalen Buchmarkt gibt es seit Jahrzehnten ein breites Feld der Aufklärung vor seelsorglichem bzw. pastoralem Missbrauch. (Siehe unsere Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/07/evangelikale-buecher-warnten-schon-vor-lange-vor-dem-geistlichem-missbrauch/ und hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/06/12/warnung-vor-geistlichem-seelsorglichem-missbrauch-durch-scheinheilige/)

Diese theologisch konservativen evangelischen Autoren haben sich dabei häufig vor allem charismatische und neo-pfingstlerische Gruppen vorgeknöpft – und dies deshalb, weil dort die Anfälligkeit für „Machtmenschen“ besonders stark ist, wenngleich nicht hierauf begrenzt. Freilich hat der Protestantismus mit dieser Schwarmgeisterei auch schon viel länger ein Problem – nämlich seit Anfang des 20. Jahunderts, die kath. Kirche erst seit 1968 – von daher auch die schnelleren Abwehr-Reaktionen.

Der pietistische Prediger und in Skandinavien vielgelesene Schriftsteller Edin Lovas aus Norwegen veröffentlichte bereits 1996 – also vor einem Vierteljahrhundert – im pietistischen Brendow-Verlag seine warnende Schrift über „Wölfe in Schafspelzen“.

Dabei ging es ihm nicht etwa um die „böse Welt“, sondern – so der Untertitel – um „Machtmenschen in der Gemeinde“, also innerhalb der Christenheit.

Seine Aufklärungsschrift entstand nach vierzig Jahren Seelsorgsarbeit, wobei er „entsetzt“ darüber sei, „welches Ausmaß von Leiden durch Machtmenschen“ einzelnen Gläubigen, aber auch ganzen Gemeinden und Gemeinschaften zugefügt worden sei, schreibt er im Vorwort und fügt hinzu:

„Ich bin zugleich bestürzt darüber, daß in christlichen Kreisen und selbst unter sachkundigen Fachleuten über diese Dinge nicht offen und ehrlich geredet wird.“

Der Verfasser, der im norwegischen Sandom eine Jesus-Meditations-Bewegung gründete, die den Ignatianischen Exerzitien der katholischen Jesuiten ähnelt, stellt besorgt fest: „Soweit ich Einblick habe, scheinen die Opfer von Machtmenschen selten ernst genommen zu werden.“

Diesen Befund kann ich aus meiner eigenen jahrzehntelangen Erfahrung mit Aussteigern nur bestätigen. Vielfach zeigt sich dies auch hier bei uns in Leserkommentaren von charismatischen Eiferern:

Wenn ein Geschädigter über seine negativen Erfahrungen in schwarmgeistigen Zirkeln berichtet, kommt sofort die Selber-schuld-Keule von dieser Seite: Die Betroffenen seien psychisch angeknackst, wollten sich jetzt nur „rächen“, hätten die „Sünde gegen den Heiligen Geist“ begangen, die Strafe des Himmels folge auf dem Fuße – und dergleichen Unfug mehr. Natürlich werde auch ich ständig mit solchen „Keulen“ konfrontiert so z.B. seit vielen Jahren auf erscheinungsbewegten Seiten von Gloria-TV und früher auch auf „Kathnet“, was mich aber nicht aus dem kritischen Konzept bringt, sondern vielmehr darin bestätigt.

Der deutsche Buch-Herausgeber Andreas Ebert bezeichnet derlei Verirrungen in seinem Vorwort mit Recht als einen „wunden Punkt“, auf den man den Finger legen müsse (S. 11), denn „schlimme Formen des Machtmißbrauchs“ gäbe es eben nicht nur in der Politik, sondern auch in christlichen Kreisen und Gemeinden.

Er erwähnt auf derselben Seite „neopfingstlerische Strömungen“aus den USA sowie die charismatische „Glaubensbewegung“, die sich auch als „Herrlichkeitstheologie“ bezeichnet – gemeint ist das sog. „Wohlstandsevangelium“. Dort werde gelehrt, „daß Kinder Gottes das Anrecht auf irdischen Wohlstand und diesseitiges Wohlergehen“ hätten.

Weiter heißt es, daß auf „diesem Boden“ Gruppen und Gemeinden ohne Kontrolle und Ordnung entstehen: „Sie sammeln sich um starke, angeblich direkt von Gott berufene Führergestalten“.

Und genau dies ist der springende Punkt!

Eine FORTSETZUNG unserer Buchbesprechung folgt demnächst.


Regensburger charismatische CE würdigt Ames

Pfarrvikar Markus Hochheimer ist einer der drei Diözesan-Sprecher der „Charismatischen Erneuerung“ (CE) im bayerischen Bistum Regensburg.

Diese CE ist sozusagen der offiziösere Teil der pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung in der kath. Kirche.

Daneben gibt es eher „wilde“ Triebe und neben den Blüten nicht wenige Sumpfblüten, wobei eine strikte Trennung der beiden „Flügel“ ohnehin nicht möglich ist, denn zwischen der gemäßigt erscheinenden CE-Richtung und den völlig schwärmerischen Gruppen gibt es fließende Übergänge – sowohl personell wie spirituell.

Ein typisches Beispiel hierfür bietet der diesjährige Weihnachtsrundbrief des bereits erwähnten Priesters Hochheimer. Der CE-Sprecher schreibt allerlei Richtiges und Bedenkenswertes zu den Herausforderungen der Corona-Zeit.

Aber er wäre wohl kein Charismatiker, wenn er es dabei belassen hätte. Vielmehr würdigt er mittendrin das ihn „faszinierende“ Zeugnis von Carper Alan Ames, den er als „bekannten katholischer Autor und Sprecher aus Australienvorstellt.

Ames gebe – so Hochheimer – „Antworten auf die Zeit der Prüfung“. Er berichtet:

„Ich durfte Alan und seine Dolmetscherin, Frau Beatrix Zureich, im Jahr 2009 in meiner Geburtsstadt Cham/Opf. persönlich kennenlernen, der 1993 eine starke Begegnung mit Gott hatte, und damit ein neues Leben begann. Er reiste mit dem Segen seines Heimatbischofs durch die ganze Welt, um die Menschen durch sein Glaubenszeugnis und seine Gabe der Heilung zu beschenken.“

Kürzlich habe Ames dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ ein Interview über „besondere Begegnungen mit Gott“ gegeben: „Während des Interviews tauchte bei ihm plötzlich ein blutrotes Kreuz! auf seiner Handinnenfläche auf.“

Wenn das kein Omen ist freilich ein schwer deutbares?

Der seit Jahrzehnten durch deutsche Lande reisende „Heilungsprediger“ bekam in mehreren Bistümern Auftrittsverbot in kirchlichen Häusern, darunter seit Jahrzehnten in Münster und seit 2013 auch in der Erzdiözese Freiburg (siehe hier letzte Seite: https://www.yumpu.com/de/document/read/25034503/amtsblatt-nr-35-erzbischofliches-ordinariat-freiburg)

Der charismatische Ames ist zwar kein Priester, aber dafür (eigenen Angaben zufolge) ein Seher und Empfänger von göttlichen Einsprachen und Visionen. Wenn der „begnadete“ Redner die Gläubigen einzeln mit Handauflegung segnet, fallen oft mehr als die Hälfte in Trance nach hinten, darunter auch baumstarke Männer.

„Menschen kippen nach Berührung reihenweise um“ – so heißt es bezeichnenderweise auch im Titel eines Zeitungsberichts (siehe hier: https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/kultur-de-welt/josefskirche-weiden-umstrittener-alan-ames-spricht-vor-800-glaeubigen-menschen-kippen-nach-beruehrung-reihenweise-um-d46117.html)

Diese Quasi-Ohnmachtsanfälle werden von charismatischer Seite als „Ruhen im Geist“ bezeichnet; in den USA spricht man von „Slain in the Spirit“ (Erschlagenwerden vom Geist), was diesen befremdlich wirkenden Vorgang treffender darstelltman könnte auch schlicht vom „Hammersegen“ reden.

BILD: Diese Publikation von Ames würdigt das umstrittene „Ruhen im Geist“

Seit zehn Jahren melden sich bei uns immer mehr Katholiken, die sich durch den angeblich geistgewirkten „Hammersegen“ von Ames geschädigt fühlen. Mehrere dieser Ex-Charismatiker sind seelisch und spirituell dauerhaft schwer belastet, teils auch psychosomatisch, seitdem sie von Alan Ames „gesegnet“ wurden und dabei bewußtlos nach hinten kippten.

Eine dieser Betroffenen sagte uns, sie habe sich nach diesem Geschehnis „wie beschwipst“ gefühlt und sei nicht etwa mit „wunderbaren Geistesgaben“ erfüllt worden, sondern immer depressiver und ängstlicher geworden. Sie vermißt eine kirchliche Warnung vor diesem „Segensmann“, denn immerhin fand sein Auftritt in der diözesanen Gebetsstätte in Heroldsbach im Bistum Bamberg statt. Mit Recht fragt sie: „Woher sollte ich wissen, daß dieser Wanderheiler in anderen Bistümern ein Auftrittsverbot bekam?“

Auch der Lippstädter katholische Priester, Journalist und Autor Winfried Pietrek kennt das seelsorgliche Problem des „Hammersegens“ durch Aussteiger-Kontakte. Er schreibt dazu u.a.:
„Viele, die bei den „Segnungen“ von Ames – oder bei der Handauflegung anderer charismatischer Wunderheiler – auf den Rücken gefallen sind, bleiben oft lange körperlich oder seelisch belastet und erleben nach anfänglichen Hochgefühlen später Depressionen oder andere psychische Störungen, so dass sie Hilfe beim Psychiater oder Exorzisten suchen müssen.

Quelle für die CE-Zitate: https://www.erneuerung.de/regensburg/2020/12/22/unser-ce-weihnachtsrundbrief-2020/
Quelle für das am Schluß erwähnte Pietrek-Zitat: https://gloria.tv/post/jXNr9G2BB9Qz4MHUK6jaomhCr

WEITERE ARTIKEL zu Alan Ames hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/alan-ames-die-charismatische-bewegung/

Bericht über Ames Auftritt in REGENSBURG im Jahr 2005: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/alan-ames-in-regensburg/


P. Bernhard Vosicky und die Charismatik: Warum das Heil wichtiger als die Heilung ist

Von Felizitas Küble

Im ersten Teil unserer Berichterstattung über das seelsorgliche Wirken des Zisterzienserpaters Bernhard Vosicky haben wir uns mit seiner Nähe zur erscheinungsbewegten (vgl. Medjugorje) und zur charismatischen Szene befaßt, z.B. seiner Zusammenarbeit mit der schwarmgeistigen, deutsch-indischen Nonne Sr. Margaritha Valappila.

Der österreichische Mönch, der von seinem Orden selbst „vor allem als Heiler“ angesehen wird, äußert sich in der 2015 erschienenen Biographie „Nur die Liebe heilt“ auch zum Exorzismus und dem sog. „Befreiungsdienst“.

Diesen Punkt wollen wir im 2. Teil weiter vertiefen.

Dabei erwähnte ich bereits die Problematik des charismatischen „Befreiungsgebets“, das zwar formal nicht identisch mit einem Exorzismus ist, jedoch ebenso wie dieser von der Voraussetzung ausgeht, der betreffende Person sei besessen  –  oder zumindest dämonisch „belastet“, so daß unreine Geister ausgetrieben bzw. „okkulte Bindungen“ durch Formelsprüche („Befreiungsgebete“) weggetrennt werden müßten.

Für die auf diese Weise „therapierten“ Gläubigen führt dies nicht selten zu großer Verunsicherung, Verängstigung und innerer Zerrissenheit, bisweilen auch zu psychosomatischen Störungen. Statt „Befreiung“ erfolgt somit das genaue Gegenteil.

Wovon sollen die Betroffenen denn „befreit“ werden, wenn sie (so der Regelfall) gar nicht besessen waren?!

Eine solche wird ihnen in charismatischen und pfingstlerischen Kreisen vielmehr eingeredet, wie ich aus zahlreichen Kontakten mit Aussteigern weiß. Auch „esoterische“ Sünden und Irrtümer  – so traurig sie sind –  führen keineswegs automatisch zu okkulter „Belastung“, wie dies leider ständig in fanatischen Schwärmerkreisen behauptet wird.

In seinem Buch „Nur die Liebe heilt“ schreibt Pater Vosicky, es sei wohl der Beruf seines Vaters (der erfolgreicher Arzt war) gewesen, „der in mir die Liebe zum Heilen wachsen ließ“ (S. 29).

Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Für den Dienst des Priesters steht nämlich nicht die „Heilung“ im Vordergrund (weder die körperliche noch die psychische), sondern das Heil in Christus durch Wort und Sakrament. Dies kann bisweilen zu dieser oder jener Heilung führen, muß aber nicht, denn es gibt hier keinen gleichsam magischen Automatismus.

Daß Pater Bernhard viel zu schnell und leichtgläubig von einer dämonischen Umsessenheit (circumsessio) ausgeht, wenn er bei Menschen bestimmte Phänomene vorfindet, zeigt der Abschnitt „Das hässliche Wesen des Fluches“ (S. 85 ff):

Folgende „seltsame Symptome“ benennt der Mönch: „Sie erleiden unerklärliche seelische, geistige oder körperliche Schmerzen, manchmal mit Versuchungen zum Selbstmord, manche erleben nächtliche Albträume, diffuse Störungen wie Schattensehen, Fratzen, Kältegefühle oder mentale Blockaden“.

Hierbei handle es sich um eine „dämonische Störung“, so der Pater, wobei er sich auf den Pallotiner Jörg Müller (Psychologe und ebenfalls Medjugorje-Anhänger) beruft – genau gesagt auf dessen Buch „Verwünscht, verhext….“, das wir bereits vor vielen Jahren kritisch beleuchtet haben:

Warum sollen nun die genannten Symptome  – mögen sie auch wirklich mehr oder weniger „seltsam“ sein –  eine „dämonische“ Belastung darstellen? Mit dieser „Logik“ könnte man wohl ein Viertel des Volkes – zumindest zeitweise  – als Fall für den Exorzisten zusammenspinnen.

Doch Pater Bernhard, der diese Phänomene als häufige Folge von „Verfluchungen“ ansieht, weiß Abhilfe dagegen im sog. „Kampf gegen die Dämonen“:

„Der Erfolg des Befreiungsdienstes bei dämonischen Störungen hängt allerdings ganz wesentlich vom Charisma des jeweiligen Priesters, von seiner seelischen Verfassung, Glaubenskraft und Demut ab“ (S. 89).

Sicherlich wird der zuständige Bischof für den eher seltenen Fall eines Exorzismus einen bewährten, erfahrenen und soliden Geistlichen beauftragen, nicht etwa einen Junggeweihten oder Alkoholkranken etc. – Dennoch ist das Wort Christi und das kirchliche Ritual mindestens genauso wichtig wie die persönliche Verfassung des Exorzisten.

Aber der Autor stiftet allein schon damit Verwirrung beim ungeübten Leser, indem er mal vom kirchlichen Exorzismus und dann wieder vom charismatischen „Befreiungsdienst“ schreibt, womit diese unkirchliche Schwärmerpraxis aufgewertet wird, zumal keine klare Abgrenzung stattfindet.

Aufschlußreich erscheint auch das Kapitel „Was tun bei okkulten Phänomenen?“ (S. 164 ff):

Er beschreibt den „Fall eines jungen Mannes“, der im Beisein einer Gruppe „von uns Priestern“ regelrecht tobte:

„Der Dämon sprach in einer dem Besessenen nicht vertrauten Sprache mit uns Priestern….Plötzlich fing der Dämon an, der durch den Mund des jungen Mannes sprach, die Sünden der anwesenden Priester detailliert aufzuzählen. Schockierte Blässe oder tiefe Schamesröte breiteten sich auf den Gesichtern der Geistlichen aus.

Daher suchte ich mir ein stilles Eck und stellte mich sofort für Beichtmöglichkeit zur Verfügung.“

Zunächst ist ausdrücklich von „uns“ Priestern die Rede, doch beim Sündenaufzählen fehlt dieses solidarische Wort plötzlich, jetzt sind es die Sünden „der“ anwesenden Priester, auf deren Gesichtern sich Schamesröte ausbreitet etc.

War also demzufolge Pater Bernhards Sündenregister nicht von dem (angeblichen oder tatsächlichen) unreinen Geist ausgeplaudert worden? Oder hatte er schlicht keines aufzuweisen? Immerhin hat der Mönch sich für die anderen (!) Geistlichen gleich als Beichtvater „zur Verfügung gestellt“.

Abschließend  heißt es, dieses Beispiel zeige, wie ernst man die Dämonen nehmen müsse und daß Gott in diesem Dienst Priester benötigt, „die reinen Herzens sind und nach dem Willen Gottes leben“.

Also solche begnadeten Geistlichen wie Pater Bernhard?

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Seelsorge auf Abwegen: Pfr. Albert Franck und das charismatische „Binden und Lösen“

Von Felizitas Küble

Der Priester Albert Franck leitet in Luxemburg die „Charismatische Erneuerung“ (CE). Dieser halbamtliche Teil der katholischen Pfingstbewegten umgibt sich nach außen mit einem relativ gemäßigten Mäntelchen, ist aber in ihrer Substanz schwarmgeistig geprägt  –  einschließlich der in dieser Szene üblichen Phänomene (Fixierung auf Prophetie, Zeichen und Wunder, Rückwärtsfallen in Trance, „Heilung und Befreiung“ etc).

Pfarrer Franck betreibt seit längerem im  katholischen Privatrundfunk „Radio Horeb“ seine Seelsorgsstunden – meist an einem Samstagnachmittag.

Auf der Homepage seiner CE-Luxemburg wird der nächste Termin „Gebete um Heilung mit Pfarrer A. Franck“ für morgen angekündigt: Samstag, 25. Juli von 15 bis 16 Uhr: https://www.aubergededieu.lu/de/radio_horeb.html

Dabei scheint der Geistliche in diesen „Sprechstunden“ zwischen den Anrufen von gläubigen Ratsuchenden plötzlich höhere Einsprechungen bzw. besondere Ahnungen  zu erhalten oder bezieht sich auf kürzlich erlebte visionäre Eindrücke. Wenn Anrufer/innen von ihren Ängsten oder Depressionen erzählen, erklärt Pfr. Franck mitunter an Ort und Stelle, sie seien jetzt davon „gelöst“ und „freigesetzt“.

In diesem typisch charismatischen Sinne und Unsinne sind auch einige seiner schriftlichen Stellungnahmen abgehalten.

BILD: Buchtitel „Briefe an Dich“ von Pfr. Albert Franck

Der zweitletzte Absatz dieses Schreibens ist aufschlußreich: https://www.horeb.org/fileadmin/eigene_dateien/Neue_Seite/Downloads/Inhalte__Hab_keine_Angst_/Brief_von_Albert_Franck.pdf

Darin berichtet der Geistliche z.B. von einer Eingebung (oder Vision?), die er von oben erhalten haben will:
„Wo sind die Menschen“, sagt der Herr, ,,die stehenbleiben, erste Hilfe tun, eine Unterkunft besorgen, die Tür öffnen zu einem neuen Anfang?… Wo sind die Menschen, die an die vordere Schiffseite gehen, und Stürmen und Wellen Stille gebieten; die selbst dem Teufel und den Dämonen gebieten ,Verschwinde! Genug ist genug‘? Wo sind die Menschen, die den Kranken und Behinderten sagen ,Steh auf und geh‘?

Solche euphorischen Verstiegenheiten kennt man aus diesem Spektrum zur Genüge  – aber hier geht Pfr. Franck sogar soweit, reihenweise nach Christen zu rufen, die mit Exorzieren und Heilungswundern loslegen.

Dabei wendet er sich allgemein an Gläubige – und nicht etwa speziell an Priester (aber auch diese könnten Kranken nicht einfach sagen: Steh auf! – und ohne bischöfliche Erlaubnis dürfen sie zudem keinen einzigen Exorzismus vornehmen).

Hier werden also vermessentliche und irrgeistige Erwartungen im Kirchenvolk geweckt, was zu fatalen Enttäuschungen führen kann.

Gerade das unbiblische und unkirchliche „Binden und Lösen“ oder auch „Freisetzen“, das in der protestantischen Pfingstbewegung seit langem stark verbreitet ist, aber von katholischen Charismatikern zunehmend „kopiert“ wird, ist seelsorglich und theologisch höchst bedenklich.

Seit Jahrzehnten melden sich bei mir immer mehr Geschädigte (heute auch wieder zwei Betroffene!), die durch derartige Praktiken geistlich und seelisch (manchmal auch psychosomatisch und physisch) beeinträchtigt und in Verwirrung gestürzt worden sind.

Dies ist nichts anderes als geistlicher Missbrauch und seelsorgliche Manipulation!

Bisweilen ging es den Betreffenden zwar nach solchen Pseudo-Exorzismen („Befreiungsgebeten“) kurzfristig scheinbar besser, doch danach folgt der Fall ins Bodenlose, in Depressionen, Angstzustände und tiefgreifende Verunsicherungen. 

Wenn sich Aussteiger bei charismatischen Leitern darüber beschweren, bekommen sie nicht selten zu hören, das läge an ihrem mangelndem „Glauben“, sie sollten nicht soviel „grübeln“  – oder es wird ihnen gleich ein weiteres Befreiungsgebet aufgedrängt und ihrer Angst „befohlen“, zu  „weichen“ usw.

Zurück zu Pfarrer Franck und seinen charismatischen Anwandlungen, erkennbar z.B. auch in diesem Rundbrief: http://begeistert.info/erneuerung/wp-content/uploads/2017/05/K-ANDACHT-A-brief-April-2019.pdf

Darin heißt es (Hervorhebungen von mir):

„So haben wir auch Deiner gedacht im März bei der Wallfahrt nach Medjugorje…. Gott lässt Deine Situation nicht, wie sie ist, er verwandelt Deine Umstände, Dein Leben, Deine Familie, Deine Arbeit, Deine Gesundheit. Er ist stärker als die Finsternis, stärker als Krankheit und Behinderung, als Teufel und Dämonen, als Stein, Grab und Tod. Bei Gott ist nichts unmöglich!“

Auch das paßt  – neben der Anfälligkeit für Medjugorje-„Erscheinungen“  –  in die bekannte schwarmgeistige Mentalität: Nach „Krankheit/Behinderung“ werden gleich „Teufel und Dämonen“ erwähnt – und somit ein äußerst problematischer Zusammenhang hergestellt.

Sodann schreibt Pfr. Franck weiter an seine Leser:
„Wir erwarten einen Strom von Freude und Liebe, von Barmherzigkeit und Bekehrung, von Heilung und Befreiung in der Gegenwart unseres Heilandes… Es werden Tage der Rettung, der Erlösung, Tage der Heilung und Befreiung, Tage des neuen Anfangs in Glauben, Gebet und Eucharistie sein.“

Hier werden erneut sehr hohe Erwartungen geweckt – und was geschieht, wenn diese enttäuscht werden? Wer kümmert sich dann um die Desillusionierten?

Danach folgt erneut eine enthusiastische Ansage von angeblichen Verheißungen Gottes, auf die man sich proklamatorisch berufen solle: 

„Glaube wie Abraham: „Was Gott versprochen hat, das kann er tun“.
Glaube wie Maria: „Was Gott versprochen hat, das kann er tun“.
Glaube wie Petrus und Paulus: „Was Gott versprochen hat, das kann er tun“.“

Was hat Gott denn diesen heiligen Persönlichkeiten konkret „versprochen“?! Das teilt uns Pfarrer Franck keineswegs mit.

Zum Schluß wird dieses Gebet empfohlen:
„….Komm und führe mich, heile und befreie mich, reinige mich durch dein heiliges Blut von jeder Sünde und Schuld; heile mich durch deine Kraft von jeder Krankheit und Behinderung.

Geschädigte Menschen, deren Hoffnungen nach derartigen Zusagen enttäuscht wurden, melden sich seit Jahrzehnten bei mir; mit einigen von ihnen stehe ich seit vielen Jahren im Kontakt. Oft dauert es sehr lange, bis die Betroffenen die (un)geistlichen Folgen solch verstiegener Praktiken überwinden können, wenn es ihnen denn überhaupt gelingt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM ehrenamtlich betreibt


Gegen Abtreibungserleichterung wg. Corona

Aufgrund der Corona-Pandemie und der mit ihr einhergehenden Ausgangsbeschränkungen fordern Vertreter der Abtreibungslobby eine Senkung der Hürden für die Tötung ungeborener Kinder.

Hierzu erklärt Mariana Harder-Kühnel, stellv. familienpolitische Sprecherin und familienpolitische Obfrau der AfD-Fraktion im Bundestag:

,,Die Corona-Pandemie als Momentum auszunutzen, um eine Abtreibungs-Agenda zu forcieren, ist perfide und schamlos. Weniger Respekt kann man ungeborenem Leben kaum entgegenbringen.

Die Abtreibungslobby bagatellisiert Abtreibungen zu einem bloßen Akt der Selbstverständlichkeit, ja rückt diese in ihrem lebensfeindlichen Bestreben sogar in ein positives Licht. Doch es gibt kein Recht auf Abtreibung, und es ständig einzufordern, fördert eine Moral der Verantwortungslosigkeit.

Frauen, die abtreiben, leiden häufig unter langanhaltenden Schuldgefühlen, psychosomatischen Beschwerden oder Depressionen – die Abtreibungslobby kümmert das nicht. Die AfD steht für eine Kultur des Lebens. Bei der Schwangerenkonfliktberatung ist entsprechend der Schutz des ungeborenen Lebens vorrangiges Ziel.

Eine Senkung der Hürden für Abtreibungen lehnen wir unabhängig von der Corona-Pandemie ab.’’


Kinderehen von Ausländern werden staatlich nur ignoriert und nicht bekämpft

Wie der FOCUS berichtet, lag die Zahl der verheirateten ausländischen Minderjährigen 2016 bei rund 1400. Ende Oktober diesen Jahres waren nach Angaben der Bundesregierung 162 ausländische minderjährige Personen als „verheiratet“ im Ausländerzentralregister erfasst – der Großteil davon stammt aus dem EU-Ausland (vgl. https://bit.ly/2P8sMiP).

Auf Grundlage des Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen aus dem Jahr 2017, welches ursprünglich dem Schutz der betroffenen Opfer dienen sollte, ist eine Registrierung als „verheiratet“ von Menschen, die 15 Jahre alt oder noch jünger sind allerdings nicht möglich.

Dazu teilt der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer mit:

„Der gesetzliche Auftrag lautet, Kinderehen in Deutschland zu bekämpfen. In der Realität werden sie aber einfach für unwirksam erklärt und statistisch nicht erfasst. Damit werden tatsächlich vollzogene Kinderehen nicht bekämpft, sondern zum Schaden der betroffenen Kinder schlichtweg ignoriert. Das ist der eigentliche Skandal.“