Mißbrauchsopfer enttäuscht von Papstbrief

Theologe Büning zieht Pro-Papst-Unterschrift zurück

Dr. Markus Büning (siehe Foto) ist vielen Lesern des CHRISTLICHEN FORUM seit längerem als Gastautor bekannt, teils schreibt er über das Leben von Heiligen und großen Vorbildern, teils äußert er sich pointiert zu aktuellen kirchlichen Themen. Wir haben hier im CF zudem einige seiner Bücher aus dem Fe-Verlag vorgestellt.
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Der Jurist und katholische Theologe aus dem Münsterland hat jetzt seine Unterschrift für die Initiative „Pro Pope Francis“ zurückgenommen. Diese Aktion war von dem liberal-katholischen Theologieprofessor Dr. Paul Zulehner aus Wien gestartet worden, um Papst Franziskus zu unterstützen.
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Dr. Büning erklärte vorgestern gegenüber dieser Initiative, daß er die kürzlich veröffentlichte Papstbotschaft zu den Klerikerskandalen in den USA als „absolut unzureichend“ und als eine „große Enttäuschung“ ansehe, zumal er selber in seiner Jugend von einem Priester mißbraucht wurde.
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Als Betroffener und Theologe verdeutlicht er sodann seine Kritik am Papstbrief:
„Es erschöpft sich in einem weitgehenden unkonturierten „Pastoralsprech“, der letztlich das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen nicht ernst genug nimmt.
Zudem fehlt hier ein klares HANDLUNGSkonzept: Was ist denn nun mit den Bischöfen, die gefehlt und vertuscht haben? Wird der Papst diese aus ihrem Amt entfernen, auch wenn z.B. in Deutschland solche Fälle bekannt werden würden? Nach diesem vagen Schreiben wohl eher nicht.
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Was ist denn mit der Homolobby im Klerus, die ganz offenkundig seit Jahren hier ihre Umtriebe treibt? Kein, aber auch gar kein Wort zu dieser Problematik! Das alles ist schwach und nicht glaubwürdig.
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Und wenn der Papst hier zurecht den Klerkalismus kritisiert, dann soll er gefälligst selbst mit dieser Haltung aufhören, uns Katholiken in dieser vagen Art von oben herab zu belehren. Er muss jetzt handeln! Er muss ein Konzept gegen die Täter und deren Unterstützer entwickeln. Tut er aber offenkundig nicht.“
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Den Appell von Papst Franziskus an das Kirchenvolk zu Fasten und Gebet als Buße für Kleriker-Sünden findet Dr. Büning als Mißbrauchsopfer „geradezu zynisch“.
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Die Kirche müsse die Täter strafen: „Dafür hat sie ein Strafrecht!“ – Er fügt hinzu: „Tut sie dies nicht, macht sie sich noch mehr zur Komplizin unglaublicher Verbrechen.“
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Das Schreiben an Prof. Zulehner endet mit den Worten: „Spätestens jetzt wird klar, dass Franziskus außer vieler Worte seine Verantwortung nicht wahrnimmt. Einen solchen Papst kann ich nur bedauern.“
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