Berlin-Kreuzberg: „Infarm“ baut Bio-Gemüse und Salat in der Großstadt an

Wenn es um kreative Ansätze in puncto Bewässerungstechnik und Landwirtschaft geht, hat Israel viel zu bieten.

Drei israelische Jungunternehmer von INFARM haben sich gefragt, wie sich heute in urbanen Gegenden regional und biologisch Gemüse anbauen lässt. Als Standort dafür haben sie sich Berlin-Kreuzberg ausgesucht.

Kürzlich berichtete darüber der Berliner „Tagesspiegel“:  Wein-001-2

„In einer ehemaligen Fabrik in Kreuzberg wachsen Pflanzen unter LED-Leuchten. Die Firma Infarm betreibt erfolgreich Indoor Farming. Auch die Gastronomie entdeckt die Großstadtgärtner.

In einem Kreuzberger Innenhof gedeiht die Zukunft der urbanen Lebensmittelversorgung. Davon jedenfalls sind drei junge Unternehmer überzeugt, die hier auf unkonventionelle Weise Gemüse anbauen: ohne Erde und Sonnenlicht.

Das Vorhaben mag zunächst seltsam anmuten: Gemüse anbauen in der Großstadt. „Wir wollten unser eigenes Essen anbauen“, sagt Guy Galonska. „Aber wir wollten nicht aufs Land ziehen, sondern in der Stadt leben.“

Gemeinsam mit seinem Bruder Erez Galonska und dessen Frau Osnat Michaeli gründete er deshalb das Unternehmen Infarm, kurz für: Indoor Farming.

Bei diesem System wachsen Pflanzen ohne Erde und Sonnenlicht; sie keimen in einem saugstarken Substrat aus Hanffasern, die Wurzeln hängen in Wasserbecken, die zu einem geschlossenen Kreislauf verbunden sind. So lassen sich im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft 90 Prozent Wasser einsparen.“

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Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Französische Bauern übernehmen israelische Bewässerungstechnik

Die Maisbauern im trockenen Südwesten Frankreichs haben auf das zunehmende Schwinden von Wasserressourcen in der Region reagiert, indem sie auf die geld- und wassersparende Tröpfchen-Bewässerung zurückgreifen, die in den 1960er Jahren in Israel entwickelt wurde.

Seitdem in diesem Teil Frankreichs der bewässerungsintensive Mais angebaut wird, war es wiederholt zu Spannungen gekommen, nachdem das vorhandene Wasser stärker rationiert wurde.

Bei der Tröpfen-Bewässerung werden Schläuche etwa 20 – 30 cm tief im Boden in unmittelbarer Nähe zur Wurzel der Pflanze eingegraben. Durch kleine Löcher im Abstand von einigen Zentimetern kann die Pflanze nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Dünger versorgt werden.

FOTO von „Mashav“: Tröpfchen-Bewässerung im Senegal

Bei dieser Methode können bis zu 30% Wasser eingespart werden, weil das Wasser weniger verdunstet und nicht vom Wind weggetragen wird, so Netafim, die Pioniere der Methode in Israel.

Auch die Menge der Düngemittel reduziert sich, wobei zugleich Pilzbefall an der Erdoberfläche vermieden wird, weil der Grund trocken bleibt. Auf der anderen Seite erfordert die Tröpfen-Bewässerung eine hohe Anfangsinvestition und sorgfältige Instandhaltung.

Quelle: Times of Israel, 15.4.2014