INDIEN: Hinduistischer Mob greift in Massen christliche Siedlungen an

Gleich zweimal griffen im vergangenen Monat radikale Hindus eine christliche Siedlung in Bhanpuri an, einem entlegenen Dorf im Bundesstaat Chhattisgarh. Nach Angaben eines Augenzeugen verprügelten sie die Christen, zwangen sie zur Teilnahme an hinduistischen Anbetungsritualen und beschädigten mehrere Privathäuser.

Die kleine Gemeinschaft hatte sich gerade zum Gottesdienst im Haus von Daminbai Sahu getroffen, der erst kürzlich zum christlichen Glauben gekommen war. Plötzlich stürmte eine Gruppe von Dorfbewohnern in das Haus und schlug auf mehrere der Anwesenden ein  – unter ihnen befand sich auch der Pastor der Philadelphia Fellowship namens „Dada“. Die Angreifer schleiften ihn aus dem Haus.

Unter den Augen einer rasch anwachsenden Menschenmenge jagten die Extremisten den Pastor davon und drohten ihn zu ermorden, sollte er noch einmal zurückkehren. 

600 radikale Hindus stürmen Häuser christlicher Familien

Am folgenden Abend stürmte ein Mob von etwa 600 Hindu-Extremisten erneut die Häuser von fünf christlichen Familien: sie wurden als “ Ungläubige“ beschimpft und der Zwangsbekehrung von Hindus zum Christentum beschuldigt. Die Angreifer zerstörten Türen und beschädigten die Häuser, wie Augenzeugen berichteten. Reverend Claudius schilderte, wie Christen gezwungen wurden, sich vor Hindu-Götzen zu verneigen und Hindu-Gesänge anzustimmen.

„Wir werden Christus nicht aufgeben, selbst wenn es unser Leben kostet“, erklärte Deherram Sahu, eines der Opfer, gegenüber dem christlichen Hilfswerk Open Doors. Die Extremisten jagten ihn und Angehörige drei weiterer christlicher Familien um ein Uhr morgens hinaus in den Monsunregen. Im zwölf Kilometer entfernten Balod fanden sie schließlich Zuflucht bei anderen Christen.

Zurück blieben unter anderem ältere Christen und Kinder, die ihre Häuser nicht verlassen konnten. Man verbot ihnen, Wasser aus dem Dorfbrunnen zu schöpfen. Als radikale Hindus erfuhren, daß die Christen Regenwasser gesammelt hatten, kamen sie und warfen die Behälter um.

Erst nach einigen Tagen konnte Gemeindeleiter aus der Region die zurückgebliebenen Christen retten. Die verständigten Polizisten weigerten sich zunächst, der Beschwerde der Christen nachzugehen: „Sie haben uns empfohlen, nach Hause zu gehen und die Hindu-Götter anzubeten“, berichtet Philip.

Erst nach fortgesetztem Einsatz mehrerer Kirchenleiter erklärten sich die Beamten bereit, eine offizielle Anzeige der vier vertriebenen Gemeindemitglieder aufzunehmen. Bislang ist es jedoch zu keinen weiteren Ermittlungen gekommen.

In Indien geschehen regelmäßig Übergriffe gegen Pastoren und Gemeindeversammlungen  –  besonders in ländlichen Gebieten. Allein für das Jahr 2011 wurden im Rahmen der Nachforschungen zum Weltverfolgungs-Index durch Open Doors über 100 gewaltsame Angriffe gegen Christen dokumentiert. Indien rangiert auf dem Index auf Negativ-Position 32.

Quelle: Open Doors