Christustag in Bayern mit prominenten Evangelikalen und 1800 Besuchern

Das Bekenntnis zu Jesus Christus muss immer wieder im Zentrum kirchlichen Handelns stehen. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des fünften bayerischen Christustags, der vom evangelikalen Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) organisiert wurde und von insgesamt 1800 Gläubigen besucht wurde.

In einer Erklärung zum Motto des Tages „Bekennen und leben: Gott allein die Ehre“ heißt es: „Am Bekenntnis zu Jesus Christus entscheidet sich das ewige Geschick des Menschen: Entweder wir bekennen Jesus als Herrn und sind durch ihn gerettet oder wir verleugnen ihn und gehen verloren.“ 

Dabei betonten mehrere Sprecher die Beziehung zwischen Bekenntnis und konkretem Handeln. So sagte der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth bei seiner Predigt beim Christustag in Regensburg: „Gott zu ehren kann nicht getrennt werden von der Ethik, davon, wie wir unser Leben führen.“

Hier zeige sich eine tiefe Übereinstimmung zwischen Altem und Neuem Testament: Gottes- und Nächstenliebe hingen immer zusammen. Überall dort, wo Kirche diakonisch tätig werde, müsse sie auch deutlich machen, dass dies im Gottesverständnis wurzele.

In Berg riefen der frühere bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein sowie der Hofer Landrat Oliver Bär zur Dankbarkeit für die deutsche Einheit auf. Die Wiedervereinigung und die Erlangung der Freiheit sei von den Kirchen ausgegangen, so Bär.

Allerdings müsse man erkennen, dass sich manche Hoffnungen der Jahre 1989/1990 nicht erfüllt hätten, sagte der evangelische CSU-Politiker Beckstein: Heute könne man von einer Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West in dem Sinn sprechen, dass auch die Kirchen im Westen auf Rückgang gepolt seien.

BILD: 10-Gebote-Gedenktafeln auf einem Kirchplatz in Bayern

Beckstein beklagte, dass das Wort Mission in der Kirche eine Art Unwort sei, während man im Geschäftsleben oder im Sport wie selbständig von „Mission“ rede. In diesem Zusammenhang hob Beckstein die Bedeutung der Zehn Gebote hervor. Unter Verweis auf das 5. Gebot mahnte er einen stärkeren Einsatz der evangelischen Kirche gegen Abtreibungen an.

Auch der bekannte Evangelist Ulrich Parzany, der Vorsitzende des Netzwerks Bibel und Bekenntnis, stellte die Zehn Gebote in den Mittelpunkt seiner Beiträge in Lauf sowie in Lichtenfels.

Es sei bemerkenswert, dass dieser Text zunächst mit der Liebeserklärung Gottes an den Menschen beginne. Daher sei es entscheidend, die Gebote immer im Zusammenhang mit dem Bekenntnis zu Gott zu lesen. Ein „atheistischer Humanismus“, der heute weit verbreitet sei, habe kein tragfähiges Fundament: „Aus der Beziehung zu Gott kommt die Orientierung und die Kraft zum Leben“, so Pfarrer Parzany. Gebote oder Werte ohne die Beziehung zu Gott hätten keine Wirkung: „Ihnen fehlt die Antriebskraft.“

Bei seinen Vorträgen in München und Regensburg erinnerte der indische Philosoph Vishal Mangalwadi daran, dass die freiheitliche Kultur des Westens auf der Grundlage von Bibel und Reformation entstanden sei. Dies dürfe der Westen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wo Gott vergessen werde, stünden Gesellschaften in der Gefahr, in eine „Tyrannei des Menschen“ abzugleiten.

Der frühere Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Professor Dr. Rolf Hille, mahnte in seiner Predigt in München, die Kirche müsse immer wieder die wesentlichen Themen des Glaubens weitergeben. Christi Gemeinde müsse auch bereit sein, mit ihm den Weg des Leidens zu gehen: „Nicht nach irdischem Triumph sollen Christen verlangen, sondern den Weg des Kreuzes bejahen, bis Christus sein Reich selbst aufrichtet“, so Hille.

Der Christustag Bayern fand zum fünften Mal nach 2012, 2014, 2015 und 2017 statt. Zu den Veranstaltungen an den sieben Orten kamen rund 1.800 Besucher/innen. In Lichtenfels trat mit Dr. Nikolai Krasnikov ein Vertreter der „Messianischen Juden“ auf, die Christus als Messias bekennen.


Evangelikale erfreut über Synoden-NEIN zur Homo-Segnung in Württemberg

Führende Repräsentanten der theologisch konservativen Protestanten haben die Entscheidung der württembergischen evangelischen Landessynode begrüßt, keine öffentlichen Segnungen homosexueller Partner zu erlauben.

Evangelische Kirche in Augsburg

Ein Gesetzesvorschlag des Oberkirchenrates, eine solche Handlung unter bestimmten Bedingungen zu ermöglichen, erhielt am 29. November nicht die in der zweiten Lesung erforderliche Zweidrittelmehrheit. Von 96 Synodalen stimmten 62 dem Vorschlag zu, 33 lehnten ihn ab, einer enthielt sich. Für eine Zweidrittelmehrheit wären 64 JA-Stimmen nötig gewesen.

Zuvor hatte die Synode mit deutlicher Mehrheit einen Gesetzesvorschlag der linksliberalen „Offenen Kirche“ abgelehnt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu trauen.

Der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, schrieb auf Facebook:

„Ich bin dankbar für die gute Entscheidung und damit hilfreiche Klarheit der Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.“

Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte Steeb weiter, dass sich die theologische und kirchenrechtliche Unterscheidung zwischen einer Segnung und einer Trauung homosexueller Partner in der Öffentlichkeit ohnehin nicht vermitteln ließe. Aber noch wichtiger sei, „dass wir nicht nach unserem Gutdünken entscheiden können und dürfen, was wir gerne segnen wollen“. 

Mit dem früheren württembergischen Landesbischof Theo Sorg (1929 – 2017) halte er vielmehr daran fest: „Kirche kann nicht segnen, was Gott nicht segnet.“ Und das gelte eben auch dann, „wenn wir damit gegen die öffentliche und vor allem veröffentlichte Meinung stehen“. 

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands äußerte sich ebenfalls lobend:

„Dieser Beschluss ist ein ermutigendes Zeichen für an Bibel und Bekenntnis gebundene Christen weit über Württemberg hinaus“, äußerte der Vorsitzende des Zusammenschlusses, Pastor Ulrich Rüß: „Was die Bibel Sünde nennt, darf die Kirche nicht öffentlich segnen.“

Er würdigte zugleich, dass Gemeindemitglieder in Württemberg die Synode direkt wählen können. Dieses Wahlrecht legitimiere und repräsentiere „eindeutiger und klarer die gottesdienstliche Gemeinde und glaubenskonservative Christen“. Es sei damit ein Vorbild für andere Landeskirchen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.idea.de/nachrichten/detail/evangelikale-begruessen-nein-zur-homo-segnung-in-wuerttemberg-103454.html

Fotos: Felizitas Küble, Dr. Bernd F. Pelz


Causa „Homo-Ehe“: Bekenntnisbewegte KSBB widerspricht dem EKD-Chef

Die evangelische „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern“ (KSBB) wendet sich in einer Pressemeldung gegen Äußerungen des EKD-Vorsitzenden, Landesbischof Bedford-Strohm, der sich für eine Öffnung der „Ehe für alle“ aussprach und sich hierbei auf die „Goldene Regel“ (Was Du willst, das die anderen dir tun, das tue auch ihnen) berief.

Dem widerspricht der theologisch konservative, evangelikale KSBB-Verband folgendermaßen: b (8) - Kopie

Vier Thesen der KSBB zur Behauptung des EKD-Ratsvorsitzenden, das zentrale biblische Gebot der Goldenen Regel gebiete eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

1.) Die Nutzung der Goldenen Regel als Aufruf zum Bruch der Gebote ist ein Missbrauch.

1.1) Jesus fasst das Gesetz und die Propheten nicht in der Goldenen Regel, sondern im Doppelgebot der Liebe zusammen (Mt 22,37-39).
1.2) Dieses, abgeleitet aus dem Glaubensbekenntnis Israels, stellt über alles die Liebe zu Gott (5 Mo 6,4-7).
1.3) Danach folgt die Liebe zum Nächsten, die der Selbstliebe gleichgestellt ist.
1.4.) Die Liebe zu Gott drückt sich in der Nachfolge Christi aus und diese im Halten der Gebote (Mt 10,38; Joh 14,21).
1.5.) Die Theologie kennt diese Folgerung als usus tertius, den dritten Gebrauch des Gesetzes. Er ist Teil des lutherischen Bekenntnisses, auf das alle Pfarrer und damit Bischöfe, die gemäß der Kirchenverfassung Pfarrer sind, ordiniert sind.
1.6) Wer der opponenten Argumentation folgt, verliert die Nachfolge aus dem Blick.

2.) Die Behauptung, die Ehe verlöre nichts durch eine Öffnung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, irrt in mehrfacher Hinsicht:

2.1) Die Exklusivität der Ehe als Institut zwischen Mann und Frau wird erweitert. Dadurch verliert sie ganz klar an Exklusivität.P1020947
2.2) Zudem kommt es zu einem Verlust der Präzision in der Sprache. Wer Begriffe erweitert, macht sie unbrauchbar. Konsequent angewendet, führt diese rückwärtsgewandte, entdifferenzierende Art des Sprachgebrauchs zum Sprach- und damit zum Kulturverlust.
2.3) Wenn der Begriff „Ehe“ sowohl die Verbindung zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann umfasst, wären neue Begriffe nötig, um diese Verbindungen zu diskriminieren (unterscheiden!), denn jede dieser Verbindungen ist offensichtlich ungleich zu den anderen.
2.4) Wer das Argument, die Ehe verlöre nichts, als zentral betrachtet, vergisst, dass es für Christen in erster Linie um die Nachfolge Christi und nicht um den Ehe-Begriff geht. Die Nachfolge und wahrhaftiges Jünger sein jedoch hängen am Wort Gottes (Joh 8,31).

3.) Wer sich auf die opponente Argumentation einlässt, kann, gleich einem Lotto-Spiel, in dem es nur Nieten gibt, nur verlieren.

3.1) Er verliert das Wort Gottes aus dem Auge und damit den, der es gesprochen hat.
3.2) Er verliert eine präzise Sprache. DSC06228
3.3) Er verliert das Institut der Ehe.
3.4) Er verliert die rechte Nachfolge, die Christus über alles eigene Begehren stellen soll (Mt 16,24).
3.5) Er verliert seine Geschwister in Christus, denn er diskriminiert sozial diejenigen, die von Homosexualität betroffen sind, aber enthaltsam Jesus und seinem Wort nachfolgen wollen. Das geschieht auf dem ev. Kirchentag, der diese Christen ausschließt, während Nicht-Christen herzlich willkommen sind.
3.5.1) Er trägt damit zur Spaltung der Gemeinde Christi sichtbar bei. Auch ökumenisch ist die Belastung überdeutlich.
3.5.2) Er redet Sündern ein, ihr Verhalten sei keine Sünde, und gefährdet damit ihre Beziehung zu Jesus und letztlich ihr Heil. Denn Vergebung folgt aus der Sündenerkenntnis, dem Sündenbekenntnis und der Reue des Herzens.

4) Von der Teilnahme an einer solchen Lotterie, die keine Gewinne, aber einen Totalverlust bietet, kann nur abgeraten werden.

Infos über die KSBB: www.ksbb-bayern.de


Pastor Rüß beklagt: Was gilt in der evangelischen Kirche noch als heilig?

Die evangelische Kirche trägt selbst erheblich dazu bei, dass die Protestanten in Europa im weltweiten Vergleich den schwächsten Glauben haben, so das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der „Nordkirche“, Pastor Ulrich Rüß, macht dafür eine jahrzehntelange Verweltlichung der Glaubenslehre, Ethik und Glaubenspraxis in der evangelischen Kirche verantwortlich. Sie gebe sich häufig „wie eine abgespeckte, quasi ‚Lightversion’ des christlichen Glaubens“ nach dem Motto „Glauben leicht gemacht“. kleines-rituale

Es gebe   –  so der evangelische Pfarrer aus Hamburg  – so gut wie keine Verbindlichkeiten in Lehre und Ethik mehr, schreibt er in der Zeitschrift der theologisch konservativen Vereinigung. Die ev. Kirche passe sich der Zeit an: „So gut wie nichts gilt mehr als heilig, weder die Bibel als Gottes Wort, noch die Sakramente, noch die Ehe.“

Synodenbeschlüsse der letzten Jahrzehnte und die jüngste Orientierungshilfe der EKD zu Ehe und Familie seien „traurige Zeichen dieser Entwicklung“, beklagt der evangelikale Pastor. Das umstrittene EKD-Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild einschließlich gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und sogenannter „Flickenteppich-Familien“.

Laut Rüß bewegt sich die Kirche weit weg von den Grundlagen der Reformation: „Luther wäre entsetzt angesichts dieser evangelischen Kirchenverhältnisse.“

An die Stelle der Rechtfertigung vor Gott sei die Rechtfertigung vor der Akzeptanz der Menschen getreten: „Der Kniefall vor der Vernunft fällt deutlich tiefer aus als die Ehrfurcht vor Gott und seinem Geheimnis.“ –  Als Folge davon „verdunste“ der Glaube.

Quelle: http://www.idea.de


Führender Evangelikaler übt scharfe Kritik am Zustand des deutschen Protestantismus

Die folgende Stellungnahme des evangelischen Pastors Ulrich Rüß veröffentlichte jetzt die Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Der Hamburger Pfarrer i.R. ist Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften und Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis:

Kirche von heute sollte nicht verstaubt, sondern zeitgemäß und offen sein. Das meinen alle. Die Frage ist nur, wie soll man das verstehen? Jeder haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter wird auf Schrift und Bekenntnis verpflichtet. Sie sind Norm und Maßstab kirchlichen Handelns. Hier wird jeder selbstbestimmten Frömmigkeit und Beliebigkeit in Glaubenswahrheiten eine Grenze gesetzt.

Das heißt: Kirche soll die alten elementaren Glaubensinhalte, wie sie uns in der Bibel bezeugt und durch die Altkirchlichen Bekenntnisse wiedergegeben werden, den Menschen von heute erschließen und nahebringen. Demnach mögen sich Formen christlicher Verkündigung ändern, nicht jedoch deren Inhalt. So sollte es sein.

Selektiver Umgang mit der Bibel

Die geistlich-theologische Wirklichkeit in den evangelischen Landeskirchen wird jedoch diesem Anspruch längst nicht immer gerecht, steht bisweilen sogar in offenem Widerspruch zu ihm. media-358103-2

Ein selektiver Umgang mit der Bibel und mancher Bibelkritik stellen die Verbindlichkeit und Autorität der Bibel in Frage. Maßstab der Bibelauslegung und Interpretation ist dann neben der historisch-kritischen Betrachtungsweise der gesellschaftspolitische Kontext.

So wurde beispielsweise jenes Pfarrerdienstrecht beschlossen, das gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in den Pfarrhäusern ermöglicht, wohl wissend, daß die Bibel sich eindeutig gegen praktizierte Homosexualität ausspricht. Mit Bezug auf die Liebe zu den Menschen und beeinflußt durch den gegenwärtigen Meinungsstrom wird diese eindeutige Aussage übergangen oder „neu“ interpretiert.

Stand früher die evangelische Kirche klar für die Stärkung und Favorisierung von Ehe und Familie, so gilt das heute nicht mehr. Ehe und Familie werden gemäß Feminismus und Gender Mainstreaming neu definiert, anderen Lebensformen, auch der sogenannten Homoehe, gleichgestellt.  Der Genderideologie wurden alle Türen geöffnet.

In biblisch-ethischen Glaubensfragen, die den Schutz des Lebens betreffen, hat die evangelische Kirche keine Gemeinsamkeit mit der katholischen Kirche. Das gilt für die Abtreibungspraxis ebenso wie für die Präimplantationsdiagnostik, die Genforschung und die Frage nach dem Recht auf Selbsttötung.

Wesentliche Kernaussagen umgedeutet

Aber auch in Lehr- und Bekenntnisfragen werden elementare Glaubenssätze weggelassen oder bekenntniswidrig umgedeutet mit dem Hinweis, man könne diese dem Menschen von heute nicht mehr zumuten oder verständlich machen. Dazu gehört etwa der Glaube an den Sühnetod Jesu. Daß Jesus für die Sünde der Menschen am Kreuz gestorben ist, sei heute nicht mehr vermittelbar. Auch hier wird unter Berufung auf die Liebe Gottes diese Kernaussage fallengelassen.

Die Liebe Gottes und das biblische Zeugnis werden gegeneinander ausgespielt. Dann kann man nicht mehr das „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser“ singen, obwohl es Bestandteil jedes Abendmahlsgottesdienstes ist. Aber dies ist nur ein Beispiel von vielen.

Alle wesentlichen Bekenntnisse und Glaubensaussagen müssen heute durch das Schüttelsieb der intellektuellen Redlichkeit, durch die Schleuse einer liberalen, zeitgeistorientierten Theologie.

Hauptgefahr: die Verweltlichung der Kirche

Dies alles sind deutliche Merkmale der Säkularisierung, Verweltlichung der Kirche. Die Hauptgefahr für die Kirche kommt nicht durch ihre Gegner von außen, sondern durch die Selbstsäkularisierung im Inneren. Und diese geht zu Lasten des eigenen Profils.

Es gibt zwar eine Fülle von Aktivitäten, Aktionen bis hin zum Aktionismus, aber das „Kerngeschäft“ der Kirche, die Weitergabe und Vertiefung des Glaubens, die Evangelisierung und nachgehende Seelsorge kommen zu kurz.

Das Engagement für gesellschaftlich relevante Themen wie Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung ist deutlich stärker als die leidenschaftliche Bezeugung und Weitergabe des Evangeliums auch bei denen, die nicht Christen oder nicht mehr Christen sind.

Auch die evangelische Kirche ist von der „Diktatur des Relativismus“ (Benedikt XVI.) erfaßt. Wie anders läßt es sich sonst erklären, daß Imame sogar im christlichen Abendmahlsgottesdienst durch Kanzelrede und Gebet unter Auslassung christuszentrierter Texte mitwirken. Es wird der Eindruck vermittelt, als glaubten Moslems und Christen an denselben Gott; und das zu Lasten des Wahrheitsanspruchs Jesu, der sagt: „Ich bin die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Keine Gruppe tritt so vehement für den islamischen Religionsunterricht ein wie die Kirche. So wird der christliche Glaube relativiert. Kein Wunder, wenn dann das missionarische Engagement ausbleibt. Im evangelischen Magazin Chrismon wird in der Osterausgabe die Botschaft von der Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung nicht erwähnt.

Trotz dieser Fehlentwicklung der Säkularisierung, Relativierung und Anpassung an den Zeitgeist gibt es in der evangelischen Kirche lebendige, wachsende bibel-und bekenntnistreue Gemeinden. Unsere Gesellschaft braucht jedoch verstärkt eine bibeltreue, bekenntnisfreudige, unangepaßte Kirche mit christuszentriertem, missionarischem Profil als Brückenbauer zu Gott. So bleibt und wird sie ein Segen und nur so hat sie Zukunft.