Baden-Württemberg und der Eiertanz des CDU-Landesvorsitzenden Strobl

Mathias von Gersdorff

„Grün-Rot steht vor einem Scherbenhaufen, den sie selbst angerichtet hat“  – so lautet die Überschrift der neuesten Pressemitteilung Thomas Strobls, Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg und Kandidat für die CDU-Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im Frühjahr 2016.

Er wirft Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor, einen Kulturkampf angezettelt zu haben. t_go.php

Diese Stellungnahme geschieht zu einem Zeitpunkt, als alle Augen auf die CDU gerichtet sind und sich jeder fragt, wann die Landes-CDU endlich ein deutliches Wort zum grün-roten Bildungsplan abgeben würde.

Nach der unverfrorenen Ablehnung von Stängles Petition durch den Petitionsausschuss, nach der Demonstration gegen den Bildungsplan in Stuttgart am 19. Oktober 2014 und nach den deutlichen Worten Bernd Sauers zur Frühsexualisierung der Kinder in den Schulen, konnte die CDU nicht länger schweigen, wenn sie nicht völlig planlos erscheinen wollte.

Zuvor hatte es zwar Stellungnahmen gegeben, doch von eher untergeordneten Stellen. Am Gewichtigsten war das Grußwort des Fraktionsvorsitzenden Peter Hauck zur Demonstration gegen den Bildungsplan am 28. April 2014.

Ein zweites Schreiben, auf der Demo am 19. Oktober verlesen, war schon wesentlich schwächer. Hauck kritisierte darin zwar den Bildungsplan als solchen, ging aber kaum auf die Inhalte ein.
Leipzig2014f
Strobl spricht nun von einem „Scherbenhaufen“. Das klingt zwar drastisch, von einer „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ hat er sich aber nicht ausdrücklich distanziert.

Strobl ist einer der CDU-Politiker, die sich mehr Gleichstellung zwischen Ehe und homosexuellen Partnerschaften wünschen.

FOTO: Mathias v. Gersdorff auf der Leipziger Buchmesse

Um seinen Standpunkt zu bekräftigen, zitiert er einen führenden Homo-Aktivisten: „Selbst der Organisator des Christopher Street Days in Stuttgart, Christoph Michl, hatte gemahnt, dass Grün-Rot bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben über das Ziel hinausschieße.“

Damit hält sich Strobl also alle Möglichkeiten offen.

Ganz wollte er die Tür für „Sexuelle Vielfalt“ an den Schulen nicht schließen. Ebenso wenig wollte er Winfried Kretschmann allzu sehr anrempeln. Strobl strebt nämlich eine schwarz-grüne Koalition nach der Landtagswahl an.

Inzwischen müsste es auch Winfried Kretschamnn dämmern, dass der Bildungsplan seines SPD-Bildungsministers Andreas Stoch ein Klotz am Bein ist, vor allem im Hinblick auf den bald beginnenden Wahlkampf. Auch Kretschmann dürfte gegenüber Schwarz-Grün nicht abgeneigt sein.

Zudem ist wohl inzwischen jedem klar, dass Stoch ein kopfloser Radikalinski ist, der sich mit seinem verkorksten Bildungsplan auf ein Himmelsfahrtkommando bis zur nächsten Landtagswahl begeben hat. Mit seiner Hybris befördert er den Niedergang der Regierungskoalition.

Festzuhalten bleibt: Strobls Presseerklärung kann mitnichten als eindeutige Stellungnahme der CDU-BW gegen die kritischen Elemente im Bildungsplan angesehen werden. Elternverbände und sonstige Gegner des Bildungsplanes sollten weiter auf der Hut bleiben.

Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter „Aktion Kinder in Gefahr“ und das Webmagazin „Kultur und Medien online“


Grün-roter „Bildungsplan 2015“: Ministerpräsident Kretschmann hat die Notbremse gezogen

Mathias von Gersdorff

Am 8. April gab Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zusammen mit seinem Kultusminister, Andreas Stoch (SPD), bekannt, er wolle dem Thema „Sexuelle Vielfalt“ im „Bildungsplan 2015“ keine herausragende Rolle mehr einräumen. stuttgart 009a

Das Leitprinzip „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ solle durch die „Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ ersetzt werden.

FOTO: Mathias v. Gersdorff spricht zu den Teilnehmern der Protest-Demonstration in Stuttgart

Obwohl Kretschmann sich bemühte zu erklären, er sei vor den Protesten gegen den Bildungsplan nicht „eingeknickt“, wurde es von vielen so gewertet. Die Stellungnahme Kretschmanns erfolgte überraschend und wenige Tage nach einer dritten Demonstration in Stuttgart gegen den Bildungsplan.

Zuvor hatten etwa 200.000 Bürger die Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ unterstützt.

Eine abschließende Bewertung von Kretschmanns Schritt ist aber noch schwierig. Grundsätzlich kann man feststellen: „Sexuelle Vielfalt“ ist immer noch im Bildungsplan vorgesehen, eben unter der neuen „Leitperspektive“.

Außerdem entstammt „Vielfalt“ als pädagogischer Begriff der „emanzipatorischen Pädagogik“, die im Zuge der 68er-Revolution entworfen wurde. Insofern könnte nach wie vor ein Bildungsplan mit Inhalten eingeführt werden, die entsprechend der Gender-Theorie konzipiert sind.

Unerwartet breiter Protest gegen den Bildungsplan

Daß Kretschmann eine reine Vertuschungsaktion plant, ist aber auch unwahrscheinlich. Denn die Wahrheit ist: Der Bildungsplan ist in der jetzigen Arbeitsfassung grob mangelhaft und nach Ansicht vieler nicht durchsetzbar. Fotolia_51332901_XS-300x198

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte schon Anfang März empfohlen, das Projekt zu verschieben und das Leitprinzip „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ durch „Anerkennung gesellschaftlicher und kultureller Diversität“ zu ersetzen.

Vor kurzem hat sich auch der Deutsche Lehrerverband kritisch geäußert. Die dritte Demonstration am 5. April erhielt wichtige Grußwörter von der CDU und der FDP und wurde von vielen Bürgerinitiativen unterstützt. Die Gegner waren also durchaus in der Lage, eine breite zivilgesellschaftliche Koalition aufzustellen.

Die Befürworter des Bildungsplanes konnten nichts Vergleichbares vorweisen. Zunehmend vermittelte die grün-rote Landesregierung den Eindruck, sie wolle auf Biegen und Brechen ihren Bildungsplan gegen den Willen der Eltern durchdrücken.

So gesehen war der Schwenk Kretschmanns und Stochs vom 8. April so etwas wie eine Notbremse.

Irgendeine Entscheidung  –  ob für oder gegen die vorliegende Arbeitsfassung  –  mußte bis spätestens Mai fallen. Ansonsten wäre die Einführung des Projektes im Schuljahr 2015/2016 unmöglich geworden.

Erneute Elternrechts-Demonstration Anfang Mai

Ein abschließendes Urteil über Kretschmanns Vorgehen kann aber erst getroffen werden, wenn wir schwarz auf weiß wissen, was nun konkret vorgesehen ist. Daß die Bürger Baden-Württembergs nichts Gutes ahnen, zeigt die Tatsache, daß für Anfang Mai wieder eine Demonstration in Stuttgart geplant ist. DSC03232a

Für den weiteren Verlauf sind die parteipolitischen Interessen im Hinblick auf die Landtagswahl 2016 nicht unerheblich. Hierbei ist interessant festzustellen, daß sich Kultusminister Andreas Stoch zweimal für eine Beibehaltung des Bildungsplanes ausgesprochen hat.

Das erste Mal, als einige Grüne den Vorschlag der GEW unterstützten. Stoch zeigte sich über die Kakophonie empört. Das zweite Mal unmittelbar vor Kretschmanns Treffen am 27. März mit Vertretern des Pietismus und der Evangelikalen: In einem Interview schloß er jegliches Zurückrudern aus.

„Hessische Verhältnisse“ befürchtet?

Möglicherweise fürchtet Stoch, daß die Grünen in Baden-Württemberg „hessische Verhältnisse“ herbeiführen wollen. In Wiesbaden kam nämlich eine schwarz-grüne Koalition nur deshalb zustande, weil die Grünen die Schulpolitik mehr oder weniger der CDU überlassen haben.

Der Dogmatismus der hessischen SPD bei den Strukturfragen führte zu einem Scheitern der Koalitionsgespräche mit der CDU. Zwar sind die Grünen von der Gesinnung her linker als die SPD, auch in der Schulpolitik, doch spielt das Thema strategisch für die Partei keine entscheidende Rolle.

Derzeit ist eine Neuauflage der grün-roten Koalition sehr unwahrscheinlich. Möglicherweise sind die Grünen bereit, den Bildungsplan zu verwässern, um die Koalitionsoptionen zu erweitern. frage

Bemerkenswert ist das Wohlwollen der LSBTTIQ-Gruppen in Baden-Württemberg für Kretschmanns Plan. Zwar ist „Sexuelle Vielfalt“ im neuen Konzept nicht definitiv ausgeschlossen, jedoch erheblich verwässert.

Dennoch: Wie das Homosexuellen-Internetportal „Queer“ am 8. April berichtete, sicherte Kretschmann den LSBTTIQ-Gruppen am Abend des 7. Aprils zu, ihre Interessen zu berücksichtigen:

„In einem persönlichen Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks LSBTTIQ sicherte der Ministerpräsident am gestrigen Abend die explizite und verbindliche Verankerung der Vielfalt von Geschlecht sowie der Vielfalt sexueller Orientierung im baden-württembergischen Bildungsplan zu“, so Angelika Jäger, Sprecherin des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, laut „Queer“.

Auch Kultusminister Andreas Stoch hätschelt die LSBTTIQ-Gruppen. Gegenüber der taz erklärte er am 10. April: „Wir haben uns nun in enger Absprache mit den Lesben- und Schwulenverbänden dazu durchgerungen, das Thema in einen größeren Kontext einzubinden.“

Sind also die Ankündigungen vom 8. April also nur ein Täuschungsmanöver?

Man muß noch abwarten. Nur eines ist zum jetzigen Zeitpunkt sicher: Die Gegner des Bildungsplanes müssen weiterhin in Alarmbereitschaft bleiben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Webmagazins „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Eltern-Initiativen gegen den grün-roten „Bildungsplan“ ziehen immer weitere Kreise

Mathias von Gersdorff

Die dritte Demonstration in Stuttgart am 5. April 2014 gegen den „Bildungsplan 2015“ markiert gewissermaßen das Ende der viermonatigen Aufbauphase einer Bürgerbewegung, die durch die Petition Gabriel Stängles „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ am 28. November 2013 ausgelöst wurde.

Das Ideal, das anfangs von Stängle und seinem Team rund um die Protest-Petition verkörpert wurde, wird heute von den beiden Oppositionsparteien CDU und FDP im baden-württembergischen Landestag unterstützt, von vielen Organisationen im gesamten Bundesgebiet getragen und hat an “Manif pour Tous”, die in Frankreich Millionen Menschen mobilisieren konnte und an die Volksinitiative gegen den Sexualunterricht in der Schweiz, Anschluss gefunden. stuttgart 009a

Zu dieser Entwicklung gehört auch die Tatsache, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann inzwischen Gespräche mit kirchlichen Vertretern führt, die Stängles Petition unterstützen.

Unser Autor, Mathias v. Gersdorff, als Redner bei der Protest-Demo in Stuttgart

Für das Entstehen dieser Bewegung kommt an Bedeutung gleich nach Gabriel Stängle das Ehepaar Hans Christian und Natalie Fromm. Sie gründeten die Bürgerinitiative “Schützt unsere Kinder” und riefen zur ersten Demonstration am 1. Februar 2014 in Stuttgart auf. Diese konnte aufgrund der Blockaden linksradikaler Chaoten nicht beendet werden.

Dieser Widerstand spornte sie aber an, zu einer zweiten Demonstration am 1. März aufzurufen. Diese war besser organisiert sowohl hinsichtlich der Technik, der Apparatur und vor allem der Sicherheit. Über 100 Ordner gewährleisteten einen sicheren und reibungslosen Ablauf der Kundgebung. Auch die Polizei war viel besser vorbereitet, so dass der Menschenzug den Zielort erreichen konnte.

Die Demonstration vom 1. März stieß auf großes Medienecho und zeigte sehr deutlich, dass die Gegner des Bildungsplanes erhebliches Mobilisierungspotential besaßen.  frage

An dieser Stelle ist interessant zu bemerken, dass Gabriel Stängle und das Ehepaar Fromm zunächst nichts anderes taten, als ihrem natürlichen und gesunden Elterninstinkt zu folgen. Sie wollten lediglich ihre Kinder beschützen. Deshalb besitzt diese organisch gewachsene Bewegung so viel Authentizität und moralische Autorität. Die Befürworter des Bildungsplanes haben nichts Vergleichbares zu bieten.

Die dritte Demonstration erfuhr eine erneute organisatorische Steigerung hin zu mehr Professionalität. Hedwig von Beverfoerde und ihr Team der Initiative Familienschutz sorgten im Vorfeld für die Werbung, Plakate, Buttons und die nötige technische Ausrüstung während der Veranstaltung.

Ein Aktionsbündnis (bestehend aus Agens, Bündnis Rettet die Familie, DVCK – Aktion Kinder in Gefahr, Evangelischer Arbeitskreis der CDU-Kreisverbände Heilbronn, Rems-Murr und Stuttgart, Familiennetzwerk, Frau2000plus, Forum Familiengerechtigkeit, Gabriele Kuby, Initiative Familienschutz, Initiative Schützt unsere Kinder, Starke Mütter, Stiftung Familienwerte, Verantwortung für Familie, Verband für Familienarbeit) sollte die breite zivilgesellschaftliche Unterstützung der Veranstaltung am 5. April und des Anliegens Stängels Petition beweisen.

Aber auch die Politik kann diese Bewegung nicht mehr ignorieren. In der Rednerliste waren per Grußwort vertreten: die Fraktionsvorsitzenden der CDU und SPD in Stuttgart, der Arbeitskreis der CDU Heilbronn, Anna Schupeck von der AFD und Michael Ragg von der AUF-Partei.

Aus dem Ausland traten als Redner Ulrike Walker (Volksinitiative gegen den Sexualunterricht in der Schweiz) und Pierre-Louis Santos (Manif pour tous, Frankreich) auf.

Außerdem ist diese Bewegung auch thematisch gewachsen. Schon längst geht es nicht nur um den “Bildungsplan 2015″ in Baden-Württemberg, sondern um viel mehr. Die Buchautorin Gabriele Kuby, die den Impulsreferat am Anfang der Kundgebung am 5. April hielt, erklärte mit eindrucksvoller Klarsicht, dass das Vorhaben der grün-roten Landesregierung Teil einer globalen sexuellen Revolution sei. DSC03338a

Wie geht es nun weiter?

Am 9. April wird Stängles Petition im Stuttgarter Landtag behandelt. Diese Petition bzw. ihre Initiatoren können für sich beanspruchen, dass ihr Ansinnen von vielen Bürgern, Organisationen und Parteien getragen wird. Sie vertreten die Interessen der Eltern, die nichts anderes wollen, dass ihre verfassungsrechtlich geschützten Erziehungsrechte respektiert werden.

Was hat das grün-rote Lager in dieser Auseinandersetzung vorzuweisen?

Die Grünen haben in dieser viermonatigen Auseinandersetzung ihre wahre Gesinnung gezeigt. Gerade die Partei, die immer wieder tönt, sie stamme aus einer Bürgerbewegung, sei volksnah und trete für die Stärkung der Grundrechte ein, tat bislang nichts andere,s als die Gegner des Bildungsplanes zu verhetzen und zu verleumden.

Die “Grüne Jugend” ging soweit, die demonstrierenden Eltern als “homophoben Schlossplatz-Mob” zu bezeichnen  –  ein Tiefpunkt demokratischer Diskussionskultur. Nicht viel besser hat sich Kultusminister Andreas Stoch verhalten. Bislang hat er vor allem durch seine abfälligen Bemerkungen über die Elternverbände die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Die grün-rote Landesregierung hat also außer der blanken Staatsmacht nichts auf ihrer Seite. Dank ihrer Mehrheit im Landesparlament könnte sie einen “Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens” durchsetzen.

Aber zu welchem Preis: Der Schulfrieden wäre in Baden-Württemberg für Jahre dahin. Die Erfahrung aus allen Bundesländern zeigt: Man kann keine Schulpolitik gegen die Eltern betreiben, denn Kinder sind das Wertvollste, was wir haben.

Eltern werden niemals bereit sein, ihre Kinder einem staatlichen Gesinnungsprogramm zu überlassen. Ministerpräsident Kretschmann kann versuchen, seinen Bildungsplan mit der Brechstange durchzusetzen. Doch dann muss er sich auf etwas gefasst machen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“


Lehrerverbands-Präsident Josef Kraus kritisiert grün-roten „Bildungsplan 2015“

Kritik am baden-württembergischen Bildungsplan hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, geübt. Der Entwurf sieht vor, dass ab der ersten Klasse Homo-, Bi- und Transsexualität intensiver und fächerübergreifend behandelt werden.

„Ich halte den Entwurf für einseitig und völlig unausgereift“, sagte Kraus in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. IMG_1061

Es sei daher richtig, dass die Landesregierung ihn nun überarbeiten wolle. Vorausgegangen waren Proteste. Fast 200.000 Bürger unterschrieben eine Petition gegen die Akzeptanz sexueller Vielfalt in dem Bildungsplan.

Kraus plädiert zwar dafür, dass sexuelle Orientierungen in der Schule altersgerecht besprochen werden und dafür Toleranz vermittelt wird: „Aber alternative sexuelle Orientierungen dürfen nicht zum Leitprinzip werden.“

Die Sexualerziehung gehöre zum Kernbestand des elterlichen Erziehungsrechts. Er wünsche sich deshalb von den Schulen eine zurückhaltende Herangehensweise. Eltern dürfe nicht das Gefühl vermittelt werden, dass eine einseitige Einflussnahme stattfinde.

Kraus wandte sich ferner gegen Kuschelunterricht und Gefälligkeitspädagogik an den Schulen. Er sei ein überzeugter Vertreter des Leistungsprinzips: „Kinder haben einen natürlichen Leistungsdrang, sie wollen sich beweisen – gegenüber sich selbst, den Eltern, Lehrern und den Mitschülern.“

Es sei einer der größten Schäden der deutschen Schulgeschichte, dass man seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts schulische Leistungen mit Druck und Leistungsterror verbinde. Es sei ein Zerrbild, das die Schule Stress sei und Angst mache. An den meisten Schulen gebe es ein konstruktiv-entspanntes Verhältnis von Lehrern und Schülern.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Konrad Ruprecht


Stuttgarter CDU verlangt grundsätzliche Überarbeitung des „Bildungsplan 2015“

Stellungnahme des CDU-Kreisvorstands Stuttgart:

Die CDU Stuttgart fordert die Landesregierung auf, das Arbeitspapier zum Bildungsplan 2015 insbesondere im Hinblick auf das dort formulierte Thema „Sexuelle Vielfalt“ grundsätzlich zu überarbeiten.

Aus Sicht der CDU Stuttgart ist der Stellenwert, der diesem Themenkreis im Arbeitspapier zugeschrieben wird, überzogen. Auch werden schon heute unterschiedliche sexuelle Identitäten im Rahmen der Familien- und Geschlechtserziehung an den Schulen berücksichtigt. bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

Wir fordern die Landesregierung auf, hierzu mit allen relevanten Gruppen der Gesellschaft in einen Dialog zu treten, um ein möglichst von allen akzeptiertes Erziehungsziel zu formulieren.

Eine Reduzierung des Toleranzbegriffes auf das Thema „Sexuelle Vielfalt“, wie sie durch das bisherige unsensible und wenig hilfreiche Vorgehen der Landesregierung nahegelegt wird, lehnt die CDU Stuttgart ab.

Wir fordern die Landesregierung des Weiteren auf, die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Bildungsplans ernst zu nehmen; sonst wird die angekündigte Politik des „Gehörtwerdens“ nach dem gescheiterten Filderdialog und der Abstimmung zum Nationalpark endgültig ad absurdum geführt.

Werte-Erziehung ist Aufgabe der Eltern

Außerdem erinnert die CDU Stuttgart daran, dass die Werteerziehung in erster Linie nicht Aufgabe des Staates, sondern der Eltern ist.

Deshalb ist im Bereich der Geschlechtserziehung besonders sensibel vorzugehen. Ganz unabhängig von der aktuellen Debatte um den Bildungsplan halten wir fest, dass für uns auch weiterhin die Familie das Leitbild für die Erziehung von Kindern ist. Banner_mi

Die sexuelle Ausrichtung von Menschen darf aus Sicht der CDU Stuttgart keinen Anlass zur Diskriminierung geben und sollte daher auch weiterhin jedenfalls Gegenstand der Familien- und Geschlechtserziehung an den Schulen sein und bleiben.

Jedoch hält es die CDU Stuttgart für überzogen, dieses Thema als Querschnittsaufgabe in den fünf Leitprinzipien „Berufliche Orientierung, Nachhaltige Entwicklung, Medien, Prävention und Gesundheitsförderung, Verbraucherbildung“ über alle Klassenstufen hinweg als einen zentralen Problemkreis darzustellen.

Die Formulierung „Sexuelle Vielfalt“ in dem vorliegenden Arbeitspapier halten wir außerdem für unglücklich gewählt, weil hier der Eindruck entstehen kann, Schülerinnen und Schüler könnten aus einem Angebot sexueller Ausrichtungen frei wählen. Hier wäre von Seiten des Kultusministeriums mehr Sensibilität gegenüber der Persönlichkeit der Kinder nötig.

Quelle: http://www.cdu-stuttgart.de/aktuelles/artikel/cdu-kreisvorstand-nimmt-einstimmig-stellung-zum-bildungsplan.html

 


Werden die „Verhandlungen“ zwischen Kretschmann und den Kirchenvertretern eine Farce?

Mathias von Gersdorff

Winfried Kretschmann versucht seit Wochen, seinen guten Willen damit zu beweisen, dass er zu „Verhandlungen“ mit den Gegnern des „Bildungsplanes 2015“ und der Erziehungseinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ bereit ist.  Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Ein wichtiger Teil der Presse unterstützt Kretschmann in seinem Ansinnen, der baden-württembergischen Öffentlichkeit zu beteuern, er sei ein gütiger Landesvater, der Verständnis für die Sorgen und die Ängste der Bürger hat.  

Entspricht das der Wahrheit? Nimmt er die Sorgen und die Kritik am „Bildungsplan 2015“ wirklich ernst?

Mehrere Fakten sprechen dagegen:

Der Öffentlichkeit wurde immer noch nicht mitgeteilt, wer an den Gesprächen überhaupt teilnehmen soll. Man hört nur, es handle sich um Kirchenvertreter.

Und damit weiß man etwas sehr wichtiges: Die Vertreter der „Besorgten Eltern“ sind nicht eingeladen worden. Weder die Initiatoren der Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ noch die Organisatoren der beiden Protest-Demonstrationen auf dem Stuttgarter Schlossplatz sollen dabei sein.

Brüskierung des Eltern-Protestes

Das ist ein ungeheuerlicher Affront gegenüber den Eltern, die seit Monaten für ihr vorrangiges Erziehungsrecht kämpfen. Kretschmann zeigt eine unglaubliche Überheblichkeit gegenüber jenigen Eltern, die trotz Hetze, Verleumdungen und sogar linksradikaler Gewalt bereit waren, sich für das seelische Wohl ihrer Kinder einzusetzen.  DSC03337a

Die Tatsache, dass sich Kretschmann mit Kirchenvertretern unterhalten will, ist nichtssagend, solange man die Liste der Namen der Gesprächsteilnehmer nicht kennt.

Es ist leicht, Vertreter der EKD zu finden, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in der Schule für zweckmäßig halten. Werden auch Vertreter der Kirchen, die sich eindeutig gegen den Plan positioniert haben, dabei sein? –  Katholiken, Orthodoxe und mehrere evangelische Freikirchen lehnen den grün-roten Bildungsplan kategorisch ab. Man weiß bis heute nicht, ob Vertreter dieser Kirchen am Verhandlungstisch sitzen werden.

Schönfärber am Werk

Kretschmanns Plan scheint so auszusehen: Man wird sich hinter verschlossenen Türen unterhalten und abschließend eine Erklärung abgeben, die etwa so lauten wird:  20f88-demo1-03

„Ministerpräsident Kretschmann hat aufmerksam die diversen Kritikpunkte am „Bildungsplan 2015“ zur Kenntnis genommen. Insbesondere die übertriebene Berücksichtigung der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ soll in weiteren Gesprächen einen angemessenen Rahmen finden. Die Gespräche zwischen Kretschmann und den Kirchenvertretern verliefen in einer ruhigen und vertrauensvollen Atmosphäre. Alle Anwesenden bekräftigten den Willen, eine einvernehmliche Lösung erreichen zu wollen. Auf jeden Fall seien polarisierende und verletzende Stellungnahmen zu vermeiden“.

Die Zeitungen würden am folgenden Tag Schlagzeilen wie etwa „Kretschmann und Kirchenvertreter diskutieren in entspannter Atmosphäre /“Sexuelle Vielfalt“ soll in weiteren Gesprächen angemesseneren Raum erhalten“ abdrucken usw.

Finger weg von unseren Kindern!

Mit etwa einer solchen Politiker-Sprache könnte Kretschmann versuchen, die Gegner einzuschläfern. Dies könnte ihm gelingen, wenn seine Gesprächspartner bereit sind, die Interessen der „Besorgten Eltern“ zu verraten. Man würde buchstäblich einen faulen Kompromiss über die Köpfe der Eltern und auf Kosten der Kinder vereinbaren.

Auf ein solches Manöver dürfen wir uns auf keinen Fall einlassen.

Die Schule und die Erziehung der Kinder sind nicht dazu da, sozialrevolutionäre Experimente entsprechend der Gender-Theorie durchzuführen. Das Motto bei den Verhandlungen mit Ministerpräsident Kretschmann muss klar und deutlich sein: Finger weg von unseren Kinder!

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Webmagazins „Kultur und Medien online“


Grüne Jugend agitiert sexualrevolutionär und beschimpft Gegner des „Bildungsplans“

Mathias von Gersdorff

Die grüne Partei hat von der Kindersex-Debatte vor der Bundestagswahl 2013 offenbar nichts gelernt. Für sie ist menschliche Sexualität nach wie vor ein Instrument zur gesellschaftlichen Umgestaltung nach grün-revolutionären Theorien. DSC03246a

Das Schlimmste ist: Die Kinder sind die Masse, an der sexualrevolutionäre Experimente durchgeführt werden sollen.

FOTO: Mathias von Gersdorff als Redner bei der Elternrechts-Demonstration in Stuttgart

Anders ist nicht zu erklären, dass die „Grüne Jugend“ nach wie vor die Gegner des baden-württembergischen „Bildungsplanes“ in einer wüsten Art und Weise beschimpft: „Es darf in der Frage der Akzeptanz sexueller Vielfalt im Bildungsplan kein Einknicken geben. Wir erwarten von den Grünen, dass sie nicht gegenüber dem homophoben Schlossplatz-Mob zurückziehen.“

In diesen beiden Sätzen wird die Gesinnung der jungen Grünen überdeutlich: Sie halten fanatisch an ihren Maximen fest, weil sie sich im absoluten Besitz der Wahrheit und der moralischen Autorität wähnen. Wer gegen sie ist, darf deshalb verhetzt und verleumdet werden.

Man fragt sich, ob solche Sprüche nicht entsprechend § 120 StGB strafrechtlich relevant sind.(http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html)

Winfried Kretschmann will am 27. März mit Vertretern von Kirchen und anderen Institutionen über den „Bildungsplan 2015“ verhandeln. Wenn er sich nicht bis zu diesem Tag von den Parolen seiner  „Grünen Jugend“ distanziert und diese zurückweist, kann man nicht davon ausgehen, dass er es ernst meint. Schon in seiner Funktion als Ministerpräsident darf er eine derart hassgeladene Sprache bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824nicht dulden.

Dieser Spruch der „Grünen Jugend“ war keineswegs ein Ausrutscher. Sie will nämlich ohnehin die Ehe abschaffen, die Mehr-Eltern-Adoption einführen, das Ehegesetz für homosexuelle Paare öffnen, die Zweigeschlechtlichkeit überwinden, Inzest liberalisieren usw. Etliche dieser Forderungen werden von einzelnen hohen Funktionsträgern oder gar von der Bundespartei geteilt.

Für die Verschiebung und eine inhaltliche Überarbeitung des „Bildungsplanes 2015“, vor allem der Erziehungseinheit „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“, haben sich inzwischen mehrere Parlamentarier der Grünen ausgesprochen.

Keiner aus dieser Partei hat aber bislang eingesehen, dass die Einführung „Sexueller Vielfalt“ in den Schulen ein frontaler Angriff auf das Erziehungsrecht der Eltern und auf die Sittlichkeit der Kinder und deshalb von Grund auf falsch ist. Das können die Grünen auch gar nicht, weil sie eben fanatisch am Prinzip festhalten, die menschliche Sexualität sei ein Instrument sozialrevolutionärer Gesellschaftspolitik.

Die Gegner des „Bildungsplanes 2015“, die sich am 27. März mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann treffen werden, dürfen sich deshalb nicht auf kosmetische Änderungen einlassen. Es geht hier um grundsätzliche Dinge: Das Erziehungsrecht der Eltern und eine einwandfreie Erziehung der Kinder.

Die Schule darf nicht zu einem Ort grüner Indoktrination entsprechend der Gender-Theorie werden. Das muss die Ausgangslage in den Verhandlungen mit der grün-roten Landesregierung sein.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Webmagazins „Kultur und Medien online“