Japans Forschung mit Mensch-Tier-Wesen

Eine Gesetzesänderung der japanischen Regierung soll Wissenschaftlern die Forschung mit Mensch-Tier-Wesen erleichtern. Das berichtet das Internetportal „Forschung und Wissen“. 

Bislang mussten Wissenschaftler in Japan Tiere, in die sie menschliche Zellen einbrachten, binnen 14 Tagen töten. Inzwischen vertrete das Wissenschaftsministerium jedoch die Ansicht, „dass das Risiko, bei der Forschung ein Mischwesen mit tierischen und menschlichen Elementen zu schaffen, technisch bei null liegt.“ 

Die Gesetzesänderung soll Forschungen voranbringen, bei denen Wissenschaftler menschliche Organe in Tieren züchten wollen. Die Forscher hoffen, die so gezüchteten Organe in der Transplantationsmedizin einsetzen zu können.

Wie das Portal schreibt, wollten japanische Wissenschaftler schon bald einen Schweine-Embryo erschaffen, in dessen Körper sich eine menschliche Bauchspeicheldrüse heranbilden soll.

Quelle: ALfA-Newsletter

HINWEIS: Genau über diese Thematik und Problematik  – Mischwesen-Experimente in der Gentechnik  – spricht Professor Dr. med. Paul Cullen morgen in Rheine. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/04/16/rheine-alfa-und-cdl-veranstalten-am-7-mai-einen-vortragsabend-mit-prof-paul-cullen/


Die Folgen genetischer Veränderungen im Erbgut von Tieren durch CRISPR etc.

Von Dr. med. Edith Breburda

Angefangen hat es damit, unsere Pflanzen genetisch zu verändern. Wir inserierten Gene von anderen Spezies, die erstrebenswerte Eigenschaften hatten, um mithilfe von genetischer Manipulation die Welt auch weiterhin ernähren zu können. Dass es auch anders geht, interessierte dabei nicht.

Doch damit hörten die Innovationen nicht auf. Mittlerweile experimentieren Wissenschaftler mit neuen Gen-Editierungs-Technologien, wie CRISPR/cas9, um das eigene Erbgut eines Organismus neu zu gestalten.

Anhand der neuen Technologien werden z.B. Rinder dahingehend manipuliert, dass sie toleranter gegen warme Temperaturen werden. Wir haben uns daran gewöhnt, riesige Rinderherden im semiariden Klima von Arizona bzw. Kalifornien anzutreffen. Jetzt wäre es möglich, Kühe in den Tropen weiden zu lassen. Ziegen dienen der Erzeugung von Kaschmirwolle; Hasen und Schweine besitzen eine bessere Marmorierung der Muskulatur.

Nebenwirkungen, die unweigerlich bei einem genetischen Editieren auftreten, wie z.B. eine längere Zungenmuskulatur in Hasen, nimmt man dafür in Kauf.

In Schweinen eliminierte man Myostatin, ein Gen, welches das Muskelwachstum limitiert. Ohne Myostatin werden so keine Wachstumsgrenzen mehr gesetzt. Doch zum Erstaunen der Wissenschaftler hatten nun 20 Prozent der so behandelten Tiere plötzlich einen zusätzlichen Wirbelkörper entwickelt.

Aber fragen wir uns ehrlich, würden wir einen Hamburger von einem Rind essen, mit dessen Erbsubstanz im Labor herumexperimentiert wurde? Die Technologien werden bereits angewendet, um das Erbgut der Kartoffel oder des Lachses zu optimieren.

Mithilfe von molekularen Scheren alteriert man auf präzise Weise das Erbgut von Mais oder Sojapflanzen. Man hat es auf ihr Fettsäureprofil abgesehen. Kartoffeln werden nicht mehr so schnell schlecht; die Haltbarkeitsdauer nimmt zu, und wenn man sie braten will, produzieren sie keine krebserzeugenden Stoffe mehr.

Sicher haben wir von genetisch hergestellten Lachsen gehört, die zweimal so schnell wie sonst wachsen. Fünf Tonnen dieses Frankenfisches wurden 2017 allein in Kanada verkauft. Keines der Lebensmittel wurde als genetisch verändert gekennzeichnet.

Abgesehen davon versprach Monsanto 1999, niemals ihre sterilen Terminator GMO Pflanzen zu kommerzialisieren. Das Gegenteil war dann sehr schnell der Fall: Bauern verpflichteten sich, das Saatgut nur für eine Aussaat zu gebrauchen. Noch heute kritisieren viele diese Vorgehensweise.

Der nächste große Schritt ist es nun, im Erbgut des Tieres selber herumzubasteln. Bereits bei genetisch veränderten Lebensmitteln (GMO-Food), bei denen ein nicht zum Erbgut gehörendes Gen mit dem von einer anderen Spezies ausgebessert wurde, ist mit unvorhergesehenen Risiken für die Tiere selber und für diejenigen zu rechnen, denen GMO-Food als Nahrung dient.

BILDER: Zwei der bioethischen Bücher von Dr. Breburda: „Reproduktive Freiheit“ und „Verheißungen der neuesten Biotechnologien“

Wir haben zweifelsohne große Fortschritte bei der Sequenzierung und Kartierung der Genome ganzer Organismen gemacht. Trotzdem wissen wir nicht, inwieweit einzelnen Gene eine Rolle spielen, wenn sie miteinander interagieren. Falls wir also Änderungen an Genen vornehmen, selbst wenn diese auf den Punkt genau limitiert sein sollten, hat dieser Vorgang oft überraschende und unbeabsichtigte Folgen.

Eine davon sind die in Schweinen auftretenden Skelettveränderungen. Derartige Mutationen erweitern zwar unser Verständnis, inwieweit myostatin Gene skeletomuskuläre Modifikationen hervorrufen, und wir könnten damit herausfinden, was wir in Zukunft anders machen sollten, dennoch war es nicht unser Ziel, einen extra WirbelkörpCoverbilder zu erzeugen.[1]

Und genau darin liegt das Problem. Man sollte annehmen, dass wir in puncto Geneditierung aus der Versuchs- und Irrtumsphase heraus sind, wenn wir diese Technologie bereits in Pflanzen, Tieren und auch dem Menschen anwenden.

Es geht doch darum, eine exakte Wissenschaft zu betreiben. Vor allem dann, wenn wir derart in das Genom eines Organismus eingreifen. Dieser Meinung ist zumindest Lisa Moses, Tier-Ethikexpertin der Harvard Medical School. Sie äußerte sich gegenüber dem Wall Stree Journal [2] im Dezember 2018 wie folgt:

„Wir Menschen haben eine sehr lange Geschichte, in die fein aufeinander abgestimmten Abläufe der Natur einzugreifen. Wir machen in unserer Überheblichkeit nicht mal mehr vor dem Erbgut selbst halt. Eigentlich pfuschen wir herum, ohne die mit unserem Handeln verbundenen Konsequenzen zu kennen. Wir behaupten dann noch, wir würden wissen, was wir tun und können unbeabsichtigte Nebeneffekte genauestens abschätzen, obwohl wir schon lange die Kontrolle verloren haben.“

Das wirklich Besorgniserregende ist, dass wir nicht nur den Muskelanteil der Schlachttiere beeinflussen, sondern auch Gene herausschneiden, um bei Schweinen Krankheiten – wie dem Porcine reproductive und respiratorische Syndrome Virus – vorzubeugen. Das PRRS-Virus wird von Wildschweinen übertragen und ist mittlerweile in den USA und Europa verbreitet.

Zum ersten Mal trat es 1985 in Iowa auf. 1986 wurde es in Minnesota entdeckt und war dann von 1988 – 1989 in Ostdeutschland zu finden. In Masttierbetrieben verbreitet sich das potentiell tödliche Virus schnell.

Forscher hoffen, die Krankheit besiegen zu können, indem sie ein Stück des Erbgutes – mithilfe von CRISPR/cas9 – eliminieren. Dass es sich dabei um einen permanenten Eingriff handelt, der weitervererbt wird, nimmt man gerne – um des Profites willen – hin.

Die Australierin Alison Van Eenennaam hat ihr Labor an der Universität von Davis, Kalifornien. Sie arbeitet an einem Projekt, welches vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium gefördert wird. Sie nennt es „Boys Only“. In ihrem Labor will sie einen Zuchtbullen herstellen, der nur männliche Nachkommen erzeugen kann. Und falls es sich doch um Samenzellen mit zwei X- Chromosomen handelt, hat er ein aus Bullenhautzellen hergestelltes SRY Gen in seinem Erbgut, der den weiblichen Embryo veranlasst, männlich zu werden.

Man ist vor allem an einem größeren Muskelwachstum interessiert. Deshalb sollen weibliche Tiere phänotypisch einem Bullen gleichen. All inklusive sozusagen, nur dass die Male-like Tiere keine Samenzellen produzieren können, was sie nicht automatisch zum Ochsen machen, weil diese  – durch eine manuelle Kastration bedingt – keine Samenzellen mehr herstellen können. Die so erzeugten Tiere produzieren ein besseres Fleisch, wachsen schneller und sorgen für einen erhöhten Umsatz – und all das in kürzester Zeit.

Die Genetikerin Allison sieht die unvorstellbaren Vorteile, welche uns CRISPR in der Tierzucht bieten. Durch sie erhalten wir größere und bessere landwirtschaftliche Nutztiere.

Das Geschlecht ihrer Terminator-Tiere umzuändern, ist nur der Anfang. Jeder, der mit der Genetikerin zu tun hat, wird unweigerlich ihre Ansicht über die Sicherheit von Monsantos  Sojabohnen – und all den anderen Errungenschaften moderner Biotechnologien – zu hören bekommen. [3]

Andere Biotechfirmen haben sich auf Gene spezialisiert, die für das Hornwachstum verantwortlich sind. Ohne sie hätten Jungtiere weniger zu leiden, weil wir nicht mehr ihre Hörner entfernen müssen. Dass ein Kalb selten Schmerz empfindet, wenn nicht vaskularisiertes Gewebe – wie Hörner- abgetrennt wird, ist dabei nicht relevant. Oder leiden wir, wenn wir uns unsere Nägel schneiden?

„Wir zeigen die bessere Seite der gentechnischen Manipulationen“, behauptet Tammy Lee, Geschäftsführer von Recombinetics gegenüber der New York Post [4].

Kälber ohne Hörner, um nicht zu sagen – die hornlosen Hornochsen – sind zur Zeit auf dem Gelände der Universität von Kalifornien in Davis zu bewundern. Auch plant man, Gene zu editieren, die verhindern, dass Schweine geschlechtsreif werden. Dann wäre auch die inhumane Kastration von Ebern – die zudem ohne Schmerzmittel stattfindet, damit der Ebergeruch nicht auf das Fleisch übergeht –  hinfällig.

Aber eigentlich kastriert man Mastschweine schon im Ferkelalter. Dass wir einen Eber kastrieren und dann der Tierarzt die Hoden verspeist, gehört eigentlich ins tiefste Mittelalter,  Zumindest liegt es so weit zurück, als dieser Beruf noch eine Männerdomäne war.

Fest steht, Recombinetics (eine US-Firma, die Gentechnik in der Viehzucht vorantriebt) möchte nicht die Akzeptanz ihrer Verfahren schmälern. So pocht sie darauf, ihre Ware nicht kennzeichnen zu müssen, damit niemand ihr Herstellungsverfahren in Frage stellt. „Nur dann kann man Genforschung nutzen, um größere Gewinne zu erzielen“, behauptet sie.

Eine Geneditierung wird momentan nicht vom US-Landwirtschaftsamt (USDA) reguliert. Natürlich kann man so eine Nahrung nicht als ein organisch hergestelltes Lebensmittel bezeichnen. Im März 2018 entschied sich das Amt, gar keine Kennzeichnung anzubringen. Nicht einmal der Aufdruck CRISPR-Edited ist notwendig, weil sonst eine Innovation des Lebensmittels gefährdet sein könnte.

Und man will doch nicht hinter die Forschung anderer Länder zurückfallen. Es handelt sich dabei um ein Argument, welches immer beeindruckt. Die USA benutzte es in allen reproduktiven Techniken, die mit der Verbesserung von Pflanzen, Tieren und Menschen sowie deren Embryonen zu tun hatte.

Viele sehen CRISPR als ein Verfahren an, dass unsere Lebensmittelherstellung revolutionieren wird. Dies liegt vor allem an der lockeren Regulierung, der adäquaten Zugänglichkeit und den schnellen Resultaten, die wir mit der Anwendung von einer Geneditierung haben.

Die Europäische Union möchte dennoch, dass geneditierte Lebensmittel genauso gekennzeichnet werden wie genetisch modifizierte Organismen. Jaydee Hanson, Sprecher des Zentrums für Lebensmittelsicherheit, bemerkt dazu:

„Dies ist die neue Art der Gentechnik, unabhängig davon, ob sie es als transgen [GMO] oder eine Gen-Editierung bezeichnen. Es muss angemessen reguliert werden. Wir sagen nicht, dass die Herstellung gestoppt werden sollte. – Der Verbraucher sollte wissen, wie die Wahre produziert wurde.“

Niemand kennt die gesundheitlichen Auswirkungen des Verzehrs von geneditierten Lebensmitteln. In einem Interview mit GM-Watch erklärte der in London ansässige Molekulargenetiker Michael Antoniou:

„Durch eine genetische Bearbeitung können signifikante Veränderungen, sowohl im landwirtschaftlichen als auch im medizinischen Bereich auftreten. Dies macht langfristige Sicherheits- und Toxizitätsstudien unabdingbar.

Viele der durch Genomeditierung hervorgerufenen Off-Target-Mutationen werden wahrscheinlich hinsichtlich eventueller Auswirkungen auf die Genfunktion gutartig sein. Einige jedoch nicht. Entscheidend ist, dass ihre Wirkung in einem bereits vermarkteten pflanzlichen oder tierischen Endprodukt vorhanden sein kann.

Hinzu kommt, dass Veränderungen aufgrund einer Genom-Editing-Technik vererbt werden. Wir erkennen sie somit nicht sofort. Es ist daher immer noch erforderlich, langfristige Toxizitätsstudien in etablierten Tiermodellsystemen durchzuführen. Solange diese Studien nicht vorliegen, ist die Behauptung, eine Genomeditierung sei sicher, präzise und vorhersehbar, schlichtweg falsch.“

Inzwischen wissen wir von vielen CRISPR-bedingten Off-Target-Mutationen, die wahrscheinlich Krebs verursachen. Daran beteiligt ist mit großer Wahrscheinlichkeit das sogenannte p53 Gen, welches durch die Methode geschädigt werden kann und für die Entstehung von Eierstock-, Darm-, Lungen-, Pankreas-, Magen-, Brust-, und Leberkrebs verantwortlich ist.

Das Argument für den Gebrauch von geneditierten Lebensmitteln lautet, dass sie keine fremden Gene eingebaut haben, sondern es sich nur um eine Anpassung in der bereits vorhandene DNA handelt. Aber ist ein Stück Fleisch von einem so mutierten Schwein – mit zusätzlichen Muskeln und Wirbeln – dasselbe wie Fleisch von einem Wildschwein?

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) schlug vor, Tiere mit editierter oder manipulierter DNA als Arzneimittel zu klassifizieren, was zweifelsohne zu einem Rückschlag des gesamten geneditierenden Verfahrens führen würde. Dennoch befinden wir uns in einer komplett neuen Welt, welche die Nahrungsmittelproduktion vollkommen verwandelt hat.

So schulden wir es dem Verbraucher, darüber informiert zu sein, was er auf seinem Teller hat. Nur dann kann er eine fundierte Entscheidung treffen, ob er genetisch–editierte  Lebensmittel konsumieren möchte. Ohne ein Etikett mischen sich solch hergestellte Lebensmittel, wenn sie denn auf den Markt kommen, direkt in die Lebensmittelkette. So ist es zumindest bei GMO-Produkten der Fall gewesen.

Weil eine genetische Veränderung dauerhaft ist und an neue Generationen weitergegeben wird, ist große Vorsicht geboten.

Während solche technologischen Fortschritte durchaus erforscht werden sollen, sollte dies trotzdem mit einer vollständigen Transparenz gegenüber dem Verbraucher geschehen. Auch muss man wissen, dass, falls alterierte DNA in unser Ökosystem gelangt, die Folgen katastrophal sein werden. [5]

So gesehen kann sich heute jeder ein relativ billiges CRISPR-Kid kaufen und damit z.B. von seinem Garten aus unsere Bienen (Pollinatoren) steril machen, auch wenn man eigentlich vorhatte, Zika-Viren tragende Mücken außer Gefecht zu setzen.

Dies alles ist kein Science-Fiction, sondern Realität. Wir sind vor allem in diese Lage gekommen, weil die Bioethik einer schnell voranschreitenden Biotechnologie hinterherhinkt und so keine Gesetzesvorgaben oder eine moralische Autorität vorhanden sind, die uns Einhalt in unserem Tun gebieten.

Quellenangaben:
[1] Qian L et al.: Targetd mutations in myostatin by zinc-finger nuclease in double-muscled phenotype in Meishan pigs. Scientific Reports, 25. Sept 32015
[2] Rana P. und Craymer L.: Big Tongues and extra vertebrae: The unintended conseauences of anima gene editing. The Wall Street Journal, 14. December 2018
[3] Rosenblum A.: Meet the woman using CRISPR to breed all-male terminator Cattle. Gen editing can change an anima’s sex. MIT Technology Review, 10 Jan. 2018
[4] Assoc. Press. Gene-editing could create bigger, better farm animals. New York Post, 15. November 2018
[5] Mercola J.: Genetic Editing of Animals has horrible side effects. Mercola, 12. März 2019

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Schrifstellerin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.
Ediths Homepage:http://scivias-publisher.blogspot.com/

Körperzellen in Eizellen umwandeln: Eine neue Methode für unfruchtbare Frauen?

Von Dr. med. Edith Breburda

Ist die Biotechnologie soweit, Körperzellen zu Eizellen umzuwandeln, woraus sich letztendlich lebensfähige Babys entwickeln?  – Eine derartige Methode würde die biologische Uhr der Frau hinfällig machen. Sie wäre wie der Mann “zeitlebens“ fruchtbar.  dr-breburda1

Auf einer sehr populären Unfruchtbarkeits-Internetseite konnte man am 11. August 2014 den folgenden anonymen Eintrag finden:

„Ich bin 47 Jahre alt und lese die Webseite der Pharmafirma OvaScience. Dort wird über neue Behandlungsmethoden berichtet, die für In-Vitro-Fertilisationen benutzt werden können. Hat jemand darüber näherer Informationen?”, fragt die Frau.

In den 14 Monaten, die seitdem vergangen sind, kamen 3500 Antworten. Viele von ihnen sind voll des Lobes über die Versprechungen von OvaScience. In einer Zuschrift heißt es, eine Frau habe bereits 300.000 US-Dollars für Fruchtbarkeitsbehandlungen ausgegeben. Trotzdem will sie nochmals Geld aufnehmen, um mit OvaScience schwanger zu werden. Die Institution verspricht, primitive Zellen in Eizellen umwandeln zu können.

“Ich wette bei meinem Leben, dass ich dank dieser Methode bald ein Baby haben werde“, behauptet eine andere Frau, die ihre Renten-Ersparnisse bereits in OvaScience steckte.

Wenn Kunden so viel Vertrauen in ein Biotechnologie-Unternehmen setzen und Spender bereits 2011 und 2012 zweihundertvierzig Millionen US-Dollars für Forschungsvorhaben aufgebracht haben, muss man sich fragen, was diese Firma von anderen In-Vitro-Kliniken unterscheidet? shutterstock_114300748-140x94

OvaScience-Forscher wollten es einfach nicht hinnehmen, dass die Zahl der Eizellen, die einer Frau zur Verfügung stehen, bereits bei der Geburt festgelegt ist. Sie wollten die Biologie der Frau verändern.

„Die Möglichkeit, mehr Eizellen herzustellen, kommt einer Revolution in der Frauengesundheit gleich“, sagte der Reproduktionsbiologe Roger Gosden der New York Times bereits 2004.

Anlass war ein Artikel von Jonathan Tilly, der am 12. März 2004 in der Fachzeitschrift Science erschien. Dr. Tilly gründete OvaScience. Obwohl viele Wissenschaftler überzeugt sind, dass es keine Stammzellen in den Eierstöcken gibt, die noch nach der Geburt Eizellen produzieren, behauptet Tilly, einen Weg gefunden zu haben, genau solche Eizellen entwickeln zu können. Damals, 2004, waren Mäuse die Versuchstiere. Die zuständige US-Behörde verlangte von OvaScience, mehr Daten zu sammeln, bevor eine derartige Therapie für Menschen zugelassen wird.

Jonathan Tilly ist über die vielen Zweifler an seinen Studien frustriert. Seine Kollegen erwähnen, dass er bei Vorträgen oft schon vor der Diskussion den Saal verlässt, um lästigen Fragen aus dem Weg zu gehen.Augment

Am 29. Juli, 2005 berichtete Tilly, der damals noch an der Harvard-Universität praktizierte, im Fachmagazin Science über seine Mäuse-Experimente. Er gewann seine sogenannten Eizellstammzellen aus dem Knochenmark.

„Ich hatte damals Patientinnen, die mir erzählten, sie gehen in Boston in das Mass General Krankenhaus, um sich Knochenmarkszellen entnehmen zu lassen, aus denen dann Eizellen entstehen. Ich sagte zu ihnen, dass derartige Versuche nicht replizierbar sind. Die Frauen antworteten mir jedoch, sie würden alles tun, um ein Kind zu bekommen “, erinnert sich Dr. David Keefe, ein Fruchtbarkeitsspezialist des Langone Medical Centers der New-York- Universität.

Ein Jahr später wurde Tilly’s Studie widerlegt (Science, 16 Juni 2006). Dann fing Tilly an, die angeblichen Eizellvorläuferzellen anstatt aus Knochenmark aus Eierstöcken zu entnehmen.

OvaScience hat seinen Hauptsitz in Waltham, Massachusetts, USA. Seit neuestem bietet die Firma außerhalb der USA Frauen die neuartige AUGMENT- Therapie für 50.000 Dollars per Zyklus an. Wissenschaftler der Firma haben ein Elixier hergestellt, das sie mit den Samenzellen vermischen und bei einer In-Vitro-Fertilisation anwenden. Aus der Außenwand der Eierstöcke gewinnen die Forscher ein Gemisch, aus denen sie angebliche Vorläufer von Eizellen entwickeln. Daraus werden Mitochondrien extrahiert, die mit den Spermienzellen bei der Befruchtung wieder eingebracht werden.

Ob es funktioniert, weiß keiner. Man arbeitet also letztendlich nur mit Substanzen, die man aus den angeblichen Eistammzellen extrahiert. Eine Stammzelle ist eine Zelle, aus der funktionstüchtige Zellen hervorgehen. Eine Eistammzelle müsste demnach selbständige Eizellen bilden.

Und trotzdem behauptet Tilly, dass er Eistammzellen gefunden hat, die er in Eizellen umwandeln kann. Skeptiker betonen hingegen, man könne erst von einer Eizelle reden, wenn die Zelle einen haploiden Chromosomensatz hat und wenn eine Befruchtung Nachkommen hervorbringt. Book

Ji Wu von der Shanghai-Jiao Tong-Universität in China schrieb 2009 in einem Artikel in Nature Cell Biology von Zellen aus Eierstöcken von neugeborenen Mäusen, die er in sterilisierte Mäuse transplantierte, die daraufhin trächtig wurden. Tilly hat die Versuche von Ji Wu nachgemacht; es dauerte jedoch neun Monate, bis er endlich Erfolg hatte. „Diese lange Zeit gibt den Skeptikern Recht, die längst vorher aufgeben“, sagt Tilly.

Evelyn Telfer von der Universität Edinburgh stellte fest: “Ich glaube es gibt doch so etwas wie Eistammzellen.“

Wissenschaftler, die versucht haben, Wu zu kontaktieren, hatten allerdings keinen Erfolg. Er reagiert weder auf Anrufe noch auf E-Mails.

Viele Forscher zweifeln an den Mäuse-Studien, die nicht nachvollziehbar sind. Vier Forschungsteams konnten keine Eistammzellen finden, egal, welche Methode sie anwendeten. „In meinem Labor konnte ich sie nicht isolieren“, sagt Prof. Kui Liu von der Universität von Gothenburg in Schweden.

Weder Dr. Kui Liu noch Lin Liu Nankai von der Universität Tianjin in China haben diese Zellen in Affen, Menschen und Mäusen gefunden. „Vielleicht sehen die Zellen unter dem Mikroskop so ähnlich aus wie Eizellen, und eventuell reagieren sie auf Hormone so wie Eizellen, aber sie teilen sich nicht und sind nicht haploid, so wie alle Eizellen. Es handelt sich um ein Wunschdenken“, sagen John Eppig und David Page, zwei Wissenschaftler von Universitäten in Massachusetts,USA.

Tilly ist zugegebenermaßen erstaunt über seine Kollegen. „Jeder der weiterhin die Existenz dieser Eistammzellen leugnet, obwohl sie so oft in der Literatur beschrieben worden sind, ist entweder naiv oder hat irgendwelche Hintergedanken, die mit Wissenschaft nichts zu tun haben“, behauptet er. picture-45

Sein Kollege Hugh Clarke von der McGill-Universität in Montreal, Kanada, ist fassungslos: „Ich dachte, die Debatte ist endgültig vorbei. Hingegen schenkt man den Eistammzellen immer mehr Aufmerksamkeit. Ich kenne keinen einzigen Wissenschaftler in der Grundlagenforschung, der allen Ernstes an diese Zellen glaubt. Und plötzlich ist da diese dubiose Firma OvaScience.“

Zian Rajani, ist das erste Baby, das im April 2015 in Toronto/Kanada durch die Mithilfe der AUGMENT-Behandlung von OvaScience auf die Welt kam.

Bilder des Babys mit seinen schwarzen Haaren und den geballten Fäustchen gingen um die Welt. (http://ti.me/1cnqF4E). Seine Mutter bekam einen Extrasatz Mitochondrien bei der Befruchtung injiziert. Mitochondrien sind kleine Zellorganellen, die sich in jedem Zellplasma befinden und als Energie-Lieferant der Zelle fungieren. Die Mitochondrien der Eizellen von älteren Frauen sind nicht mehr so funktionstüchtig.

Dr. Tilly sagt, er wurde durch ein Experiment der späten 90iger Jahre inspiriert. Wissenschaftler entnahmen damals Zellplasma von jungen Frauen und spritzten es in Eizellen von 30 unfruchtbaren Frauen. Dreizehn der Probanden wurden daraufhin schwanger.

Jacques Cohen von der Livingston-Universität in New Jersey, der damals die Versuche machte, beschreibt sie als Pilo- Studie, die einigen Frauen verhalf , schwanger zu werden, aber ansonsten keine sicheren Erkenntnisse lieferte.

Tilly war dennoch beeindruckt. „Es hat immerhin bei 43% funktioniert“, erklärt er. euros

Krankenhäuser in Kanada, der Türkei und den Arabischen Emiraten bieten seit 2011 die AUGMENT-Methode an. Panama, Spanien, Japan und Großbritannien werden wohl bald folgen.

Seitdem sind angeblich 17 gesunde Babys mit Hilfe von AUGMENT geboren worden. Sie hatten allerdings jüngere Mütter. „Ärzte haben eine höhere Fruchtbarkeitsrate bei Frauen festgestellt“, sagte der Direktor von OvaScience, Michelle Dipp, im September 2015. Neun von 34 Frauen werden fruchtbar, heißt es in den einschlägigen Fachzeitschriften: Journal of Fertilization, In-Vitro-IVF-Worldwide, Reproductive Medicine, Genetics & Stem Cell Biology.

Prof. Keefe, der New Yorker Spezialist für Unfruchtbarkeit, ist sehr verärgert. Er war Mitglied der US Food and Drug Administration, der Arzneimittelbehörde, die derartige Therapien auswertet

„Das, was OvaScience tut, ist völlig fehlerhaft. Die Patientinnen haben 2 – 3 erfolglose Fruchtbarkeitstherapien hinter sich. Was OvaScience veranlasst, dieses als „Null-Fertilität“ zu bezeichnen. Dann werden sie behandelt und haben eine 20-prozentige Erfolgsquote. Wenn ich eine Münze werfe und wenn sie erst beim dritten Mal auf den Kopf fällt, ist das nicht plötzlich 100 mal besser.

Daten haben gezeigt, dass die Fruchtbarkeitsrate bei 5 Zyklen 30% beträgt. Jeder möchte gerne an den Hl. Nikolaus glauben. Man zahlt immerhin 50.000 US-Dollars pro Zyklus. OvaScience kann ja weiterhin behaupten, Eistammzellen gefunden zu haben, nur glaubt das außer ihnen kein Mensch auf der Welt.“ 

Keefe fordert, dass OvaScience keine Therapien mehr anbietet, solange die Grundlagenforschung nicht stattgefunden hat.

OvaScience hat eine Niederlassung in Kanada. In den USA erwartet die FDA von OvaScience reguläre klinische Studien wie bei allen neuen Therapien. Dementsprechend ist die Konversation zwischen OvaScinece und der FDA minimal. Da jedoch AUGMENT in anderen Ländern angenommen wird, sieht sich OvaScience nicht unbedingt der FDA gegenüber verpflichtet. „Der Endmarkt ist attraktiv“, sagt Zarak Khurshid von der Firma WedBush Securities in San Francisco, der den Werdegang von OvaScience verfolgt. „Da sind sehr motivierte Kunden. Es ist ein barzahlendes Geschäft.“

AUGMENT ist erst der Anfang. Die Pharmaindustrie plant zwei weitere Therapien: OvaPrime und OvaTure benutzen Extrakte aus den sogenannten Vorläuferzellen der Eistammzellen. Die Therapie mit OvaPrime, die zwei chirurgische Eingriffe erfordert, soll Ende 2015 angeboten werden. Im Grunde handelt es sich um die gleiche Therapie wie bei der Methode von AUGMENT.

Hugh Taylor, der Forschungsgelder von OvaScience bekommt, ist der Meinung, es wäre unethisch, eine erfolgsversprechende Behandlung nicht anzuwenden. Er hofft AUGMENT wird bald auch in den USA angeboten. „Ärzte sollen die Wirkung selber herausfinden. Grundlagenforschung ist nicht so wichtig in diesem Fall.“

Die Austragenden dieses Dramas sind die Patientinnen, die jede Behandlung ertragen; jeden Preis zahlen und sonstwohin fahren, nur mit dem Ziel, ein eigenes Baby zu bekommen.

Literatur: Jennifer Couzin-Frankel, Feature: A controversial company offers a new way to make a baby. Science Magazine, Latest News, 5. Nov. 2015BookCoverImage

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda (von ihr stammt auch das Foto) ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin). 

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

 


USA: Kontroverse über die Forschung mit Organen abgetriebener Kinder

Von Dr. med. Edith Breburda

Madison, die Hauptstadt des US-Bundestaates Wisconsin, ist eine Metropole für biotechnologische Forschungen. Dort hat Prof. J. A. Thomson erstmals 1998 humane embryonale Stammzellen isoliert. Die Stadt hat seitdem viele Biotechfirmen angezogen. Immer wieder wird man darauf hingewiesen, so auch am 11. August 2015 in einem Leitartikel des Wisconsin State Journals.  Dr. Breburda

Einen Tag später jedoch sorgen sich Wissenschaftler, dass Biotechfirmen bald abwandern könnten. Der Grund ist einfach zu nennen. Der Abgeordnete Andre Jacque scheint dafür verantwortlich zu sein. Er will, dass Planned-Parenthood-Organe von abgetriebenen Kindern nicht mehr an Forschungseinrichtungen verkauft werden dürfen.

Am Dienstag, dem 11. August 2015, machte Andre Jacque vor dem Parlament auf die Undercover-Skandalvideos aufmerksam. Wenn nun ein Verbot beschlossen werden sollte, könnte Planned-Parenthood strafrechtlich verfolgt werden.

Etwa 100 Labors arbeiten allein an der Universität von Wisconsin in Madison mit fötalem Gewebe. Es wird benutzt, um in Zukunft Krebs, Herzerkrankungen, Parkinson, Erblindung und andere schwere Krankheiten heilen und Impfstoffe verbessern zu können. Bisher wurde die Forschung mit fötalem Gewebe als ethisch einwandfrei angesehen.

Bei einem Verbot könnte FluGen, eine Biotechgesellschaft in Madison, die Impfstoffe gegen Grippe mit Hilfe von Nierenzellen von abgetriebenen Kindern herstellt, ihre Forschungsarbeiten nicht mehr weiter durchführen und müsste den Bundesstaat verlassen.

Jacque räumte am 11.8.2015 in seiner Parlamentsrede ein, er sei dafür, Forschungen mit fötalen Zellen, welche vor 2010 gewonnen wurden, weiterhin zuzulassen.

„Das würde aber immer noch neue Forschungen beeinträchtigen. Die Zellen, mit denen wir eventuell eine Heilung erzielen könnten, würden dann einfach mit dem abgetriebenen Kind entsorgt werden“, erklärte Bob Golden, der Dekan des Medizinischen Fachbereichs der Universität Madison.

„Sensationsgierige Videos, die keinen Beweis liefern, dass die medizinische Forschung etwas Falsches tut, wenn sie fötales Gewebe benutzt, sollten erst gar nicht beachtet werden. Das Parlament solle Jacques Forderung ignorieren, solange noch kein Schaden entstanden ist. Wisconsin sei stolz auf seine Forschung und sollte seine Biomedizinische Expertise auch wertschätzen“, schreibt das Editorial des Wisconsin State Journals in einem Artikel mit dem Titel „Don’t mess with lifesaving UW research“ vom 12. August 2015.

„Die Universität Wisconsin könnte 76 Millionen Dollars und tausende Stellen verlieren, wenn das Verbot, fötales Gewebe von abgetriebenen Kindern für Forschungszwecke zu benutzten, durchkommt. Die Stammzellenforschung wäre von einem solchen Verbot nicht betroffen. Hierzu liefert nicht Planned-Parenthood das „Material“, sondern  Fertilisationskliniken (1)“.  BookCoverImage

Inzwischen gibt es ein neues Video über Planned Parenthood (2). Eine ehemalige Mitarbeiterin von StemExpress LLC, Holly O’Donnell, erklärt darin, dass Planned-Parenthood mit biotechnologischen Firmen zusammenarbeitet, die Organe von abgetriebenen Kindern an Forschungslabors weiter verkaufen.

FOTO: Neuerscheinung unserer Autorin Dr. Edith Breburda zu Bioethik und Gentechnik

Die Laboratorien geben ihre Bestellungen an, und Planned-Parenthood koordiniert die Wünsche. Oft wissen die Mütter nicht, was mit ihren abgetriebenen Kindern passiert. Sie haben keine Ahnung. Das Gesetz verlangt zwar, dass die Mütter damit einverstanden sind, dass das Gewebe und die Organe ihrer Kinder freiwillig gespendet werden.

Planned-Parenthood gibt StemExpress Mitarbeitern Einblick in die Krankenakten, damit sie planen können, wann und in welchem Gestationsalter Abtreibungen zu erwarten sind. „Wir wussten über alle Prozeduren Bescheid: Ultraschalluntersuchungen, Abtreibungen, Spätabtreibungen, ja sogar über die Patientinnen, die einen Schwangerschaftstest machten, wurden wir aufgeklärt. Für Planned-Parenthood bedeutet ein Schwangerschaftstest eine mögliche Schwangerschaft und damit evtl. ein verwertbares fötales Gewebe. Man muss einfach die Gelegenheit nutzen.“

„Die Atmosphäre in der Abtreibungsklinik war makaber“

Obwohl Planned-Parenthood das offiziell bestreitet, werden Organe von abgetriebenen Kindern, ohne zu fragen, luitgard5entwendet.

„In einem Fall gab eine Mutter kein Eiverständnis. O’Donnell sah kurz danach einen Mitarbeiter mit einem toten Fötus. Er sagte, er wäre einfach reingegangen, hätte Blut abgenommen und dann den Fötus beim Rausgehen mitgenommen. Die Frauen, die dort arbeiteten, waren sehr kalt. Sie hatten kein Mitgefühl, sie wollten nur Geld.

Die Atmosphäre in der Abtreibungsklinik war furchterregend und makaber. Du kannst da Schreien und Weinen hören. Es ist entsetzlich. Das Abtreibungs- und Organhandel-Geschäft von Planned-Parenthood ist kein sicherer Platz für verwundbare Frauen (2).“

“Es klingt ironisch, dass Wissenschaftler sich damit rechtfertigen, dass sie mit ihren Forschungsarbeiten mit abgetriebenen Föten Leben retten. Sie nehmen die Tötung gesunder unschuldiger Ungeborener dafür in Kauf. Die ethischen Grenzen werden damit vollkommen beiseite geschoben. Forschungsgelder werden benutzt, um fötales Gewebe von Planned-Parenthood-Abtreibungskliniken zu bezahlen”, sagt Frank Piraino in einem Leserbrief vom 11. August 2015 (3).

Auch von der humanen embryonalen Stammzellenforschung wurden und werden die gleichen Argumente benutzt.

Bereits 2001 sagte der britische Vizegesundheitsministers Lord Hunt, es sei längst selbstverständlich geworden, Embryonen zu zerstören und ihnen das Recht auf Leben zu nehmen. Dies sei ein notwendiges Opfer, das man für lebenswichtige Forschung bringen müsse.

Die Stammzellenforschung, die längst Erfolge erzielen wollte, ist offensichtlich immer noch nicht soweit, Organe aus humanen embryonalen Stammzellen zu entwickeln. Sie muss deshalb auf die Organe von abgetriebenen Kindern zurückgreifen (4).

Es ist sowieso nicht einfach, embryonale Stammzellen zum Wachsen zu bringen. Um dies zu lernen, brauchen wir Zeit, ist ein üblicher Satz der Forscher (5).

Dr. David Prentice ist der Überzeugung, dass man nicht auf die obsolete Forschung mit Organen von abgetriebenen Kindern zurückgreifen muss, um z.B. Impfstoffe herzustellen. Adulten Stammzellen oder Forschungen mit Nabelschnurblut haben sich bereits bestens bewährt (6).

HINWEISE auf jüngste Beweis-Videos zu Abtreibungs-Grausamkeiten (z.B. Gehirn des ungeborenen Babys entnommen, als das Herz noch schlug): http://www.hli.org/2015/07/national-protest-of-planned-parenthood-august-22/

Zudem auch HIER

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Buch-Neuerscheinung vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Fotos: Dr. E. Breburda (1. und 2. Bild), Archiv

 

 


Ethische Grenzen der Biotechnologie: Gibt es ein „Recht auf Kinder“?

Von Dr. med. Edith Breburda

Viele meinen, sie hätten ein Recht auf Kinder und wenn dieses auf natürlichem Weg nicht möglich ist, hat die moderne Biotechnologie Alternativen gefunden. Dr. Breburda

Das Wall Street Journal berichtete am 27. Juli 2015 von einen Gerichtprozess über den angemessenen Preis, den eine junge Frau für den Erlös ihrer Eizellen erhalten sollte. Der Preis variierte zwischen 5.000 und 15.000 US-Dollars und war hauptsächlich abhängig von der Qualität der gewonnen Eizellen, dem Aussehen, der Intelligenz und anderen Eigenschaften der Spenderin.

„Die Idee, dass Eizellen zu verschiedenen Preisen vermarktet werden können, erinnert an eine moderne Form des Sklavenmarktes. Sollte menschliches Leben nicht in einer liebenden Atmosphäre weitergegeben werden? Eizellen mit einem Preisschild zu versehen, macht deutlich, dass an der ganzen Sache etwas falsch ist“, erläutert der Jesuitenpater James Schall S.J.

Wie neues Leben entsteht, ist keine menschliche Erfindung. Wir verdanken es auch nicht den Wissenschaften, Nachkommen haben zu können. Neues Leben entstand bereits, bevor wir überhaupt darüber nachdachten.

Neues Leben ist an Mann und Frau gekoppelt

Die Frage, wie sich die Menschheit „erneuert“, existiert seit jeher und ist unabdinglich an einen Mann und eine Frau gekoppelt, die sich gegenseitig ergänzen. Ihre Unterschiede machen es möglich, eine Einheit zu bilden, aus der neues Leben hervorgeht. Edith-Breburda

Das Geschäft, menschliche Eizellen und die dazugehörigen Samenzellen käuflich zu erwerben, ist erst seit der In-Vitro-Fertilisation (künstlichen Befruchtung) möglich. Am 25. Juli 1978 wurde das erste Retortenbaby, Louie Joy Brown geboren. Das war auf den Tag genau 10 Jahre nach der päpstlichen Enzyklika Humanae Vitae, die sich mit der Weitergabe des menschlichen Lebens befasst.

BILD: Allein die Liebe zwischen Mann und Frau kann fruchtbar sein (Foto: Dr. E. Breburda)

“Heute ist Sex steril geworden, er hat nichts mehr mit der Zeugung eines Kindes zu tun. Ehe definiert man neuerdings als Freundschaft oder Liebe, die keinen Bezug zu Nachkommen hat“, schreibt der kanadische Journalist David Warren.

Kinder bringt uns nicht der Storch. Der Mensch kann sich nicht selber erschaffen. Der Tod gehört zum Leben und so wird alle hundert Jahre  –  oder auch kürzer  –  die gesamte Menschheit auf dem Planeten durch Nachkommen ersetzt.

Mann und Frau ersetzen sich durch die Geburt ihrer Kinder. Milliarden Menschen haben bisher auf unserer Erde gelebt. Momentan leben 7 Milliarden Menschen auf dem blauen Planeten.

Die Wissenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität zu verbessern. Bereits Plato (427 – 347 v. Chr.) hatte dieses Ziel. Damals durften Eltern nicht wissen, wer ihre Kinder sind und Kinder sollten ihre Eltern nicht kennen. Die Familie wurde als Institution angesehen, die Ungerechtigkeit hervorbringt.

Die Anonymität der modernen Reproduktionstechniken weist diesbezüglich eine Ähnlichkeit auf. Trotzdem ist es sinnvoll, dass Kinder wissen sollten, wer ihre Eltern sind. Durch eine DNA-Analyse kann man heute sowieso herausfinden, wer die Eltern sind.

Und oft hat das immense rechtliche Folgen. Diese Möglichkeit erlaubt es, Eizellenspender oder Samenzellenspender unterhaltspflichtig zu machen. Vielleicht denkt man jetzt erst darüber nach, ob Eizellen verkauft werden sollen, oder ob auch andere Dienste –  wie die einer Leihmutter  – angeboten werden sollten.

Trend zum biologischen Kolonialismus

Wir sprechen von einem biologischen Kolonialismus, wenn wir von unfruchtbaren Paaren reden, die sich ihre Kinder in Asien oder Indien bestellen. Ob die Inanspruchnahme einer Leihmutter letztendlich frauenfeindlich ist, interessiert nicht. Die Gesellschaft ist desensibilisiert. Dass bei einer künstlichen Befruchtung viele Embryos sterben oder im Gefrierschrank landen, scheint nicht weiter verwerflich zu sein. Book

Ob es sich bei einem Embryo um menschliches Leben handelt, ist für viele keine biologische Tatsache, sondern religiöse Anschauungssache[1] (mehr dazu im dem Buch: Reproduktive Freiheit, free for what? vom Juni 2015)[2].

Ein Leserbrief von Colleen Sonderberg im Wisconsin State Journal vom 8. August 2015 ist der Überzeugung, dass soziale Gerechtigkeit unparteiisch sein sollte:

„Die Medien halten sich jedoch zurück, über das Skandalvideo von Planned Parenthood zu berichten. Die Leute diskutieren lieber darüber, zu welchem Zeitpunkt menschliches Leben beginnt, damit sie keine Verantwortung übernehmen müssen.

Es scheint leichter, über Ungerechtigkeiten zu schweigen. Sonst hätte es vielleicht gar keinen Sklavenhandel in Amerika gegeben. Diese Praktiken waren damals legal, womit sie allerdings nicht gerechtfertigt oder moralisch entschuldigt werden können.

So gesehen bleibt eine Abtreibung Mord. Sie stoppt ein menschliches Herz und nimmt ein einmaliges Leben. Wir sind wertvoll, weil wir Menschen sind. Ob wir im Mutterleib sind oder schon geboren wurden, spielt dabei keine Rolle. Wir sind kein Zellhaufen, der auf magische Weise zum Menschen wird, wenn er durch den Geburtskanal rutscht. imagesCAHIF86C

Die Organe, die Planned Parenthood verkauft, sind menschliche Organe. Warum protestieren die Medien nicht und sind darüber empört, dass das grundlegende Menschenrecht, das Recht auf Leben, den Mitmenschen verweigert wird und ihre Organe respektlos verkauft werden.

Das verwundert, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass die Medien mehr als empört waren, als ein amerikanischer Zahnarzt den Löwen Cecil in Zimbabwe abgeschossen hat. Der Schütze wurde dafür vehement zur Verantwortung gezogen.“

Austin Ruse berichtete am 28. Juli 2015 über ein Video, das vom Center for Medical Progress veröffentlicht wurde, von einer Angestellten der Firma Stem-Express, deren Aufgabe es war, Frauen zu finden, die bereit waren, das fötale Gewebe ihrer abgetriebenen Kinder zu spenden. Richter verklagen jetzt die Abtreibungsgegner, die das Video ins Netz stellten[3].

New York Times attackiert Lebenrechtler

Die New York Times hatte am 21. Juli 2015 den Artikel With Planned Parenthood Videos, Activist Ignites Abortion Issue[4] auf ihrer ersten Seite abgedruckt.

Dieser wie auch andere Beiträge, die als Reaktion auf die Skandal-Videos über den Planned Parenthood-Verkauf von Organen geschrieben wurden, attackieren den 26-jährigen Video-Produzenten des Center for Medical Progress, David Daleiden. marsch_2013_photo_dv_447_m

Die New York Times schreibt, dass Daleiden dem Planned Parenthood-Abtreibungszentrum einen profitbringenden Verkauf von Körperteilen von Kindern unterstellt, was angeblich überhaupt nicht der Fall sei.

In dem Artikel wird die Frage gestellt, wie glaubwürdig und integer der Produzent der Videos sei und welche Verbindungen er zu „zwielichtigen“ Abtreibungsgegnern habe. Die Videos erscheinen in einer Zeit, in der die Republikaner ihren Präsidentschafts-Kandidaten ermitteln und man wolle mit den Videos vor allem Lebensrechtler als Wähler gewinnen.

Es geht also am Ende gar nicht mehr um die Tatsache, dass Planned Parenthood Organe von abgetriebenen Kindern verkauft. Stattdessen wird behauptet, das Daleiden nicht einsieht, dass die Forschung mit fötalem Gewebe wichtig ist, um Krankheiten behandeln und heilen zu können. Damit verteidigt die Zeitung die Abtreibungsmentalität, schreibt Sheila Liaugminas am 6. August 2015 in dem Blog Aleteia[5].

Die Behauptung, lebensrettende Forschung zu behindern, ist nicht neu. Auch humane embryonale Stammzellforscher haben so argumentiert. Wenn man den Ungeborenen allerdings die Personenwürde zukommen lassen würde, wie das der Präsidentschaftskandidat und Gouverneur des US-Bundestaates Wisconsin, Scott Walker, schon lange fordert, hätte das Auswirkungen.

Im Juli 2015 tagte ein New Yorker Gericht darüber, ob man zwei Versuchstier-Schimpansen (Hercules und Leo) von der Stony-Brook-Universität das Recht auf Personenwürde zukommen lassen solle. Steven Wise von der Nonhuman Rights Project Gruppe in Florida, der den Fall vor Gericht brachte, sagte:

„Wenn man Schimpansen legal zu Personen erklärt, bekommen sie eine gewisse Integrität und man kann sie nicht mehr als Versuchstiere einsetzten. Auch wenn das allerdings bedeutet, dass man sie nicht mehr einsperren darf[6].“

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Buch-Neuerscheinung vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/


Namhafter US-amerikanischer Moraltheologe Prof. William E. May verstorben

Dr. William E. May (siehe Foto), der bekannteste US-amerikanische Moraltheologe, ist am Samstag, dem 13. Dezember 2014 im Alter von 87 Jahren in Kensington, MD, verstorben. Er war Professor im John-Paul-II-Institut in Washington/DC/USA.   william_may

Von 1971 bis 2008 lehrte Prof. May Moraltheologie an der Katholischen Universität in Washington. Er verfasste zahlreiche Bücher, u.a. über Bioethik, Sexualethik, Theologie des Leibes, Menschliche Existenz, Medizin und Ethik, Sexualität und die Heiligkeit des menschlichen Lebens. 

Dazu gehört sein Werk „Catholic Bioethics and the Gift of Human Life“ (Katholische Bioethik und das Geschenk des menschlichen Lebens“).

Nachfolgend veröffentlichen wir das 2011 verfaßte Vorwort von Prof. William E. May zu dem fundierten und aktuellen Buch „Promises of New Biotechnologies“ (in deutscher Übersetzung unter dem Titel: „Verheißungen der Neuesten Biotechnologien“) von Dr. med. Edith Breburda; sie ist seit vielen Jahren Autorin unseres CHRISTLICHEN FORUMS:

Ich setze das Wort „Bioethik“ in Anführungszeichen, weil Dr. Breburda’s ausgezeichnete Studie sich nicht den Arbeiten zeitgenössischer „Bioethiker“ angleicht; dazu gehören Philosophen, Theologen, Juristen und andere Nichtwissenschaftler.

Von diesen sind die einflussreichsten jene, die die Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies keine moralische Bedeuindextung beimessen – und die die „Natur“ nur als menschliches Konstrukt und die „neuen Biotechnologien“ als Job zur „Erschaffung“ besserer Pflanzen, Tiere und Menschen betrachten. Es besteht aus deren Sicht keine Notwendigkeit, auf irgendeinen „Gott“ als Schöpfer hinzuweisen.

Breburda’s Buch unterscheidet sich, weil sie als Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der neuen Biotechnologien eine Autorität ist. Das Buch bietet tiefe Einblicke und begründet gewichtige Vorbehalte über die utopischen Versprechungen der Biotechnologien.

Im Vorwort zu ihrer deutschsprachigen Buchausgabe schreibt Bischof Klaus Küng:

„Wir hören von Hybriden, Stammzellenforschung , Klonen und andere Technologien. Viele bewundern diese neuen Techniken. Nur wenige hinterfragen. Darüber hinaus ist die Welt stolz auf das Ergebnis der modernen Biotechnologie. Sie werden als ein Zeichen des Fortschritts geschätzt… „

Er fährt dann fort:

„Dennoch ist die entscheidende Frage, was Menschen tun dürfen. Die Antwort hängt von der Frage ab, was ein Mensch ist. Unsere Beziehung zu Gott zeigt unsere Abhängigkeit von Ihm als seiner Schöpfung“.Coverbild

Diese Worte drücken in gewisser Weise die Hauptbotschaft dieses bemerkenswerten Buches aus. Edith Breburda’s „These“ beinhaltet, dass Pflanzen, Tieren, Menschen und alle Lebewesen keine künstlichen Konstrukte sind, sondern von Gott geschaffen wurden.

In den Kapiteln ihres Buches nimmt uns Breburda mit auf eine Tour durch die „Leistungen“ und „Versprechungen“ dieser Biotechnologien.

Dabei zeigt sie, dass Manipulationen bei der Tierernährung zum Rinderwahnsinn führten. Sie zeigt auf, wie die künstliche Befruchtung von Pferden im 18. Jahrhundert zur Entwicklung der neuen Reproduktionstechnologien, von In-Vitro-Fertilisation, Klonen, künstlicher Befruchtung bei Menschen, Eizellenproduktion, Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik geführt hat.

Sie zeigt auf, wie genetisch manipulierte Pflanzen und Tieren bei Menschen Antibiotika-Resistenzen und neue Arten von gastrointestinalen, respiratorischen und hämatologischen Erkrankungen verursachen können, zusammen mit Fehlgeburten und der Zunahme von genetischen Anomalien bei Säugetieren und Menschen.

Ich könnte diese Liste viel weiter fortsetzen, aber von dem, was bereits gesagt wurde, sehen wir, was die Autorin in den verschiedenen Kapiteln ihrer Arbeit behandelt.

Breburda’s faszinierende Studie soll dazu beitragen, dass einfache Menschen die Komplexität und Gefahren der neuen Biotechnologien verstehen und dass wir alle unsere Verantwortung wahrnehmen für das Wohlergehen unserer menschlichen Nachkommen und der Umwelt, in der wir leben. Man kann nur wünschen, dass das Buch eine breite Leserschaft findet.“

  • Paperback: 292 Seiten, englischsprachig
  • Verlag: Scivias (29. September 2011)
  • ISBN-10: 0615548288
  • ISBN-13: 978-061554828

Daten des E-Book: 1054 KB / ISBN: 0615548288  / Autorin: Edith Breburda; 1 edition (March 25, 2011) / Beziehbar bei: Amazon Digital Services, Inc.  / Sprache: English / ASIN: B004TM9CZO

DEUTSCHSPRACHIGE AUSGABE: http://www.amazon.de/Verhei%C3%9Fungen-neuesten-Biotechnologien-Edith-Breburda/dp/3717111728/ref=asap_B00455RG6M?ie=UTF8

 

Foto: Institut Joh. Paul II.