Predigt von Bischof Genn (Münster): JA zum §219a, NEIN zur Asylpolitik der EU

Von Felizitas Küble

Die amtliche Webpräsenz des Bistums Münster berichtet über die jährliche „Große Prozession“ am vergangenen Sonntag (1. Juli) und über die Predigt von Bischof Felix Genn (siehe Foto) im Dom.
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Der Oberhirte von Münster äußerte sich sehr kritisch „zur europäischen Flüchtlingspolitik“, denn man dürfe Menschen nicht dem Tod überlassen:  Wir sind, wie Gott es ist, Freunde des Lebens und nicht Hüter von tödlichen Grenzen.“
Hätte der katholische Würdenträger zu Zeiten von „DDR“-Diktatur und innerdeutscher Grenze samt Schießanlagen von einer „tödlichen Grenze“ gesprochen, wäre das richtig. Aber welche „tödlichen Grenzen“ mag er in Zeiten sperrangal-weit-offener Grenzen wohl meinen?

Bischof Genn erklärte weiter: „So lange Menschen aus ihren Heimatländern fliehen, weil sie dort keine Sicherheit und Zukunft finden, können wir nicht von Frieden sprechen.“

Er vergaß freilich, zu erwähnen: „So lange wir es in Deutschland mit einem importierten Antisemitismus zu tun haben, können wir nicht von Frieden sprechen.“  – Oder: „Solange Terroranschläge – wie in den letzten Jahren  – nicht zurückgehen, können wir nicht von Frieden sprechen.“ – Oder: „Solange Frauen wie in der Kölner Silvesternacht sexuell belästigt werden, können wir nicht von Frieden sprechen.“

Sodann betonte er, daß sich „Gott selbst mit Migranten und Flüchtlingen identifiziere.“ –  Und mit den Opfern islamischer Gewalttäter etwa nicht? Mit vergewaltigten Frauen in Deutschland? Mit bedrohten Juden?

Grundsätzlich ist es gewiß erfreulich, daß Dr. Genn sich für eine Beibehaltung des §219a aussprach, also zugunsten eines Verbots der Abtreibungswerbung bei Ärzten. 

Auch hier gehe es um den Frieden, allerdings sei ihm völlig klar, dass es ganz schwierige Situationen der Not geben kann. Hier ist Abtreibung in bestimmten Situationen als straffrei erklärt worden, aber sie bleibt rechtswidrig.“

In Wirklichkeit ist Abtreibung keineswegs nur in „ganz schwierigen Situationen der Not“ oder lediglich in „bestimmten Situationen“ straffrei, sondern völlig ohne jede Einschränkung innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate, wenn die Frau einen Beratungsschein vorlegt.

Der Bischof hat somit den tödlich (!) wirkenden §218 unzutreffend dargestellt und im Ergebnis verharmlost.

Zudem betonte er in seiner Predigt: „Ja, auch wenn eine Frau zu der Entscheidung gefunden hat, ihr Kind abzutreiben, helfen wir weiterhin, mit dieser Entscheidung leben zu können.“

Diese Äußerung ist zweifellos zum Teil richtig, doch sie wirkt insgesamt mißverständlich bis irreführend, denn mit mit einer Abtreibung kann zwar die Frau „leben“, nicht jedoch das ungeborene Kind, das aufgrund dieser „Entscheidung“ der Schwangeren vernichtet wurde.

Eine Entscheidungsfreiheit  – als könne man gleichsam beliebig zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen – gibt es aus Sicht der Zehn Gebote nicht.

Im Dekalog heißt es nicht etwa unverbindlich: „Entscheide Dich für das Bessere…“, sondern eindeutig „Du sollst nicht morden!“.  – Übrigens wird dem Kind im Mutterleib durch eine Abtreibung auch die Chance einer Taufe verweigert – ein Problem, das in der kirchlichen Verkündigung allgemein komplett unter den Tisch fällt.

Quelle für die Predigt-Zitate: https://www.bistum-muenster.de/startseite_aktuelles/newsuebersicht/news_detail/katholikentag_fluechtlingsfrage_und_219_sind_themen_bei_grosser_prozession/


ZpV stimmt Bischof Osters Kritik am BDKJ zu

Pressemeldung des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen):

Der BDKJ als Dachverband behauptet, in ihm seien 17 Jugendverbände organisiert, auf seiner Leitseite werden allerdings nur 16 vorgestellt. In einem unter „katholischer“ Flagge segelnden Schiff sind aber wohl kaum alle wirklich katholisch ausgerichtet. Es ist z.B. anzuzweifeln, dass eine „Aktion West-Ost – Arbeitsgemeinschaft für europäische Friedensfragen“ ein katholisches Statut zur Grundlage hat.  

Der Passauer Bischof Stefan Oster (siehe Foto) kritisiert mit Recht das BDKJ-Positionspapier ‚Theologie der Verbände‘, in dem Jesus zu einer Karikatur verkommen sei. Die Verbände gäben sich teilweise „mit einer ‚Lightversion des Evangeliums‘ zufrieden“. Jesus sei eben „nicht ‚so ein Netter‘, der die unterschiedlichen Wege, mit ihm zu leben, einfach nur bestätige“. Der BDKJ solle sich „gegen Abtreibungen engagieren und mehr mit dem Islam auseinandersetzen“.

Mit dieser Kritik trifft der Bischof den Nerv des mit Kirchensteuermitteln subventionierten „eingetragenen Vereins“. Wer die Arbeit der Jugendverbände verfolgt, musste in den Jahren des Bestehens des BDKJ zunehmend feststellen, dass sich dieser Dachverband zum Verfechter mainstreamorientierter Positionen in der immer mehr atheistisch ausgerichteten Gesamtgesellschaft machte.

So verhallte der Ruf des hl. Johannes Paul II. zur Neuevangelisierung nicht nur ungehört, sondern wurde geradezu als Beispiel von Lebensfremdheit in der modernen Welt von heute abgelehnt. Der BDKJ charakterisiert seine Tätigkeit als „katholisch, politisch, aktiv“; es ist jedoch nur zu verständlich, wenn  überzeugte Katholiken den Eindruck gewinnen, dass das politische Element des BDKJ bei weitem als wichtigstes gilt.

In der Kritik an den Äußerungen des Jugendbischofs hat sich besonders die Diözesangruppe Münster hervorgetan. Deren Vorsitzende Stegemann betonte, die Jugendverbände „schafften eine wichtige Kontaktfläche, weil sie die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholten und nicht gleich mit übersteigerten Ansprüchen an sie heranträten“.

Dass sie hier mit Allgemeinplätzen und Plattitüden argumentierte, wurde ihr offensichtlich nicht bewusst. Eine solche Haltung für das Urchristentum vorausgesetzt, hätte sich die Botschaft Jesu niemals ausbreiten können.

Bedenklich aber ist, wenn Stegemann Bischof Oster gegen Bischof Genn ausspielt: In der Zusammenarbeit mit ihm – Genn – kenne sie „sehr viel Wohlwollen und Unterstützung“.

Dies bedeutet, dass Genn Positionen des BDKJ toleriere, die Bischof Oster kritisiert. Der Oberhirte von Münster hat dieser Behauptung nicht wiedersprochen.


Bistum Essen: Was die Propsteigemeinde in Bochum sich unter „Pastoralplan plus“ vorstellt

Von Felizitas Küble

Seit dem Jahr 2010 steigen die Kirchensteuereinnahmen beider Konfessionen regelmäßig und ununterbrochen. (Die FAZ hat hierüber bereits am 5.10.2014 berichtet: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/rekord-einnahmen-bei-den-kirchen-13189915.html

In den letzten beiden Jahren gab es erneut Rekord-Einnahmen für die katholischen und evangelischen Kassen  –  und dies trotz sinkender Kirchenmitglieder. Der Grund: Die günstige Situation auf dem Arbeitsmarkt bzw. bei den Löhnen und Gehältern.

Die anhaltende finanzielle Sprudelquelle hindert aber viele Bischöfe keineswegs daran, eine Kirche nach der anderen zu schließen bzw. das Gotteshaus für andere Zwecke umzugestalten.

Dies zeigt sich besonders deutlich im Bistum Münster (dort verwenden regionale Tageszeitungen seit Jahren den Ausdruck „Kirchensterben“ in ihren Überschriften) sowie im Ruhrbistum Essen. (Hier eine Auflistung profanierter Kirchen in Essen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_profanierter_Kirchen_im_Bistum_Essen)

Drastische Mittelkürzung durch die Bistumsleitung

Zur Diözese Essen gehört auch die Stadt Bochum mit ihrer Propstei-Großpfarrei, einer Fusion von früher acht verschiedenen Gemeinden.

Im neuesten „Info-Brief Nr. 5“ dieser Mega-Pfarrgemeinde wird der „Pastoralplan plus“ erwähnt, über den kürzlich eine Gemeindeversammlung diskutiert habe. Sodann heißt es wörtlich:

„Aufgefordert zu diesen Aktivitäten wurden alle Pfarreien unseres Bistums durch eine neuerliche Ankündigung der Beschränkung finanzieller Mittel im Zeitraum 2017 bis 2030 um mindestens 30%, später 50%. Diese Mittelkürzung betrifft vor allem den Etat zur Unterhaltung und Instandhaltung unserer Kirchen und kirchlichen Gebäude.“

Das muß man sich doppelt auf der Zunge zergehen lassen:

Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen hat trotz steigender Kirchensteuereinnahmen eine drastische Mittelkürzung für die Pfarrreien seiner Diözese verfügt – und damit nicht genug, dieser Einschritt betrifft vor allem die Gotteshäuser und kirchl. Gebäude.

Obwohl im Bistum Essen schon unter der vorherigen Amtsführung von Bischof Felix Genn (heute Oberhirte von Münster) über 70 Kirchen abgerissen, geschlossen, umgewidmet, zweckentfremdet oder sonstwie profaniert wurden, soll das Kirchensterben in diesem kleinen Bistum offenbar munter fortgesetzt werden  –  als ob die seelenlose Zusammenlegung früher selbständiger Pfarrgemeinden zu unübersichtlichen Mega-Pfarreien nicht schon schlimm genug wäre.

Kirchen auch für „Karneval und Kaffeeklatsch“

Passenderweise heißt es in dem erwähnten „Info-Brief“ der Bochumer Propstei-Gemeinde, geplant sei für die Zukunft der „regelmäßige Wechsel aller Priester in allen Kirchen (und Krankenhäusern)“.

Das bedeutet: Die Gläubigen haben in ihrem jeweiligen Kirchort keinen regelmäßigen Geistlichen als Ansprechpartner. Der Pfarrer ist nicht mehr der „Vater seiner Pfarrei“, zuständig und vertraut für seine „Schäflein“, sondern es erfolgt ein ständiges Kommen und Gehen der Priester, was seelsorglich das Allerletzte ist  –  und so etwas nennt sich dann „Pastoralplan plus“, obwohl es „minus“ heißen müßte!

Das „Pastoralteam“ dieser Großpfarrei entwickelt unter dem Druck der Sparmaßnahmen von oben weitere merkwürdige Vorschläge.

So heißt es zunächst an sich zutreffend, man wolle „möglichst viele unserer Kirchen für das Pfarreileben erhalten und eher Gemeinderäume schließen als Kirchen“. – Tatsächlich wäre dies das kleinere Übel.

Aber was dann folgt, macht diese Überlegung zum Eigentor: „Auch müssten Kirchen dann ggf. umgestaltet oder aufgeteilt werden, so dass ie auch Raum böten für Begegnungen und Sitzungen, für Karnevel und Kaffeeklatsch.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Zeitgeistig-politische Plakatwerbung für den Katholikentag 2018 in Münster

Von Felizitas Küble

Im nächsten Jahr findet der 101. Katholikentag in Münster statt. Bischof Dr. Felix Genn (siehe Foto) und ZdK-Generalsekretär Dr. Thomas Sternberg haben bereits die Werbeplakate für dieses Großereignis öffentlich vorgestellt. Die Poster sollen an alle 11.000 katholischen Pfarreien geschickt werden.

Wie man sich denken kann, wenn das reformkatholische ZdK mit der geistesverwandten Bistumsleitung Münster zugange ist, war es offenbar das erstrangige Anliegen, diese Reklame möglichst dem heutigen Mainstream anzugleichen und politisch ganz und gar „korrekt“ – also angepaßt – zu sein.

Und so kam es, wie es kommen „mußte“: Die in Münster vom Oberhirten präsentierten Plakate surfen samt und sonders auf der Zeitgeistwelle.

Hier kann man sie besichtigen: https://www.katholikentag.de/service/nachrichten/2017/hoffnungsvoll_und_widerspenstig_fuer_den_frieden.html

Schon die am meisten in der Öffentlichkeit kommentierte Werbung zeigt, wo es langgeht: Die amerikanische Polizei wird als Buhmann, als bedrohliche Macht dargestellt – und ihr „widersteht“ ein junge schwarze Frau. So ist die medientaugliche Schwarz-Weiß-Welt wieder voll im Lot.

Da schlägt das Herz höher, wenn die in Deutschland ohnehin weitverbreiteten Urteile und Vorurteile gegenüber den USA und speziell deren Polizei auf diese Weise bestätigt werden.

Bischof Genn: „Die Kirche ist nicht aus der Zeit gefallen“…

Auf der Katholikentags-Seite heißt es passenderweise:

„Die Werbelinie sei ein „Hingucker“,  findet denn auch der Bischof des gastgebenden Bistums Münster, Felix Genn“. Er fährt fort, die Plakatserie zeige: „Die Kirche sei nicht weltfremd und „aus der Zeit gefallen“, sondern sie steht mitten in dieser Welt. Gerade auch Menschen, die mit Kirche und Katholikentag wenig zu tun haben, sollten von diesem Erscheinungsbild angesprochen werden.“

Dies dürfte nicht schwerfallen, vor allem linke Medien dürften ihre helle Freude daran haben. Das gilt auch für die weiteren „Hingucker“, zB. das Poster mit zwei umweltbewegten Leuten, die sich innig umarmen etc.

Natürlich gibt es kein einziges Plakat, das sich etwa kritisch mit dem politischen Islam oder der kommunistischen Unterdrückung von Christen (zB. in Nordkorea, Rot-China, Kuba, Laos) befaßt oder diese auch nur andeutungsweise thematisiert, von der millionenfachen Abtreibung ganz zu schweigen  – stattdessen rollt die Zeitgeistwelle, US-Polizisten sind am Pranger, das linke Weltbild in Ordnung, alles paletti mit der rotgrünen „Friedensbotschaft“.

Ausführlicher Artikel zu diesem Thema HIER: https://charismatismus.wordpress.com/2017/03/23/katholikentagswerbung-geht-es-um-den-frieden-christi-oder-den-kampf-des-adlers/

Fotos: Cordula Mohr, Dr. Bernd F. Pelz