Medien und angepaßte Bischöfe begünstigen einen zeitgeistigen „Umbau“ der kath. Kirche

Von Hans-Michael Müller                                      

Auf Seite 1 des Hanauer Anzeigers vom 26.2. wird Bischof Georg Bätzing wie folgt zitiert: „Nein, eine Medienschelte werden sie von mir nicht hören.“ – Wie feige!

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (siehe Foto) will also „keinen Zusammenhang zwischen den hohen Kirchenaustrittszahlen und der kritischen Berichterstattung durch die Medien“ sehen? – Wie falsch!

Es passt aber gut zum negativen Eindruck, den die auch heute noch weitaus größte Zahl der deutschen Katholiken von erschreckend vielen ihrer Bischöfe hat. – Keine Vorbilder!

Die Mehrzahl der deutschen Bischöfe verweigert derzeit beim sogenannten „Synodalen Weg“, dem erklärten Willen von Papst Franziskus zu folgen und geht eigene Wege. Kardinal Walter Brandmüller fragte daher vor kurzem öffentlich, wie Bätzing sein ignorantes Verhalten mit dem vor seiner Bischofsweihe abgegebenen Eid zur Treue gegenüber Lehre und Ordnung der katholischen Kirche vereinbaren könne. „Ohne diesen Eid wären Sie niemals geweiht worden„, erklärte er ihm.

Auch der gegen den Mainstream stehende Kölner Kardinal Woelki ist Kritiker des radikalen Kurses des „Synodalen Weges“,  der den Durchmarsch in eine ganz andere Kirche will. Daher soll Woelki weg!

Das ist doch der eigentliche Grund für die Treibjagd auf ihn; da ist jeder Anlass willkommen!

Dass im Vatikan mittlerweile untersucht und festgestellt wurde, dass sich Kardinal Woelki in der umstrittenen Missbrauchsgeschichte um den inzwischen verstorbenen Geistlichen O. keineswegs fehlerhaft verhalten habe, konnte man schon im Bericht der Welt am Sonntag vom 7.2. nachlesen. Das wird einfach ignoriert! Die Hatz geht weiter!

Darum hat jetzt auch der ehem. Bundesrichter Thomas Fischer die Berichterstattung in den Medien in diesem Zusammenhang als „Hysterisierung“ und „Generalabrechnung“ mit der Kirche bezeichnet. Besonders fiel auch ihm die „Zeit-Taktung“ der Empörung und Skandalisierung auf.

So hat beispielsweise die Augsburger Allgemeine Zeitung vom 30.1. bis 25.2.2021 neunmal (!) negativ über Kardinal Woelki berichtet (30.1., 2.2., 4.2., 5.2., 9.2., 22.2., 23.2., 24.2., und 25.2.). Überschriften: „Krise im Erzbistum Köln spitzt sich weiter zu“, „Woelki sollte seinen Stuhl räumen“, „Am Ende“.

Durch die Medien geisterte dazu die Sensationsmeldung, in Köln seien „wegen Woelki“ tausende Gläubige aus der Kirche ausgetreten. Eine in der „Tagespost“ veröffentlichte Nachfrage bei den dafür zuständigen Amtsgerichten ergab aber, dass es zu coronabedingten Verzögerungen bei der Abwicklung kam, die Austritte z. B. im Amtsgerichtsbezirk Köln im Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken sind.

Auch im ZDF ist man munter gegen Woelki, aber sehr stark für die „Reformbewegung“ Maria 2.0 unterwegs, gerade so, als ob die Gottesmutter ein Update durch ein paar heutige Frauen bräuchte, die – vorsichtig formuliert – nicht mal allzu viel Ahnung von ihrem Glauben haben, aber heftig gegen Rom und den Kern des katholischen Glaubens agieren.

Mit öffentlichem Druck soll die durch die Missbrauchskrise verunsicherte katholische Kirche umgebaut werden.

Während im Vatikan an Hand des Archivs belegt – und auch in Deutschland schon vor einiger Zeit publiziert – wurde, dass Kardinal Ratzinger / Papst Benedikt XVI.  nachweislich sogar gegen Widerstände seit Mitte der 80er Jahre bei der innerkirchlichen Verfolgung sexuellen Missbrauchs die entscheidenden Vorarbeiten für Prävention und Aufarbeitung dieses Missbrauchs in der katholischen Weltkirche geleistet und als Schlüsselfigur dafür gesorgt hat, dass Missbräuche aufgedeckt und bestraft wurden, kirchliche Straftäter auch ohne Prozess aus dem Klerikerstand entfernt werden können, erschien am 1.3. im Hanauer Anzeiger von einem deutschen Filmemacher und einer ehem. Nonne ein polemischer Artikel, der dies alles leugnet, an Kardinal Ratzinger / Papst Benedikt kein gutes Haar ließ und gar andeutete, der Papst sei in seinem Amt wohl überfordert gewesen.

Der wohl intelligenteste Papst seit 700 Jahren in seinem Amt überfordert?

Indem man herausragende Repräsentanten der katholischen Kirche moralisch abqualifiziert und instrumentalisiert, will man eine andere Kirche schaffen. 

Unser Autor Hans-Michael Müller lebt in Hanau


Kath. Dachverband fordert Rücktritt Bätzings

Erklärung des Zusammenschlusses petrustreuer Vereinigungen:

Die Deutsche Bischofskonferenz sollte sich bei ihrem nächsten Treffen gut überlegen, ob sie den amtierenden Vorsitzenden im Amt lassen will.

Wenn die Bischöfe an ihrem Vorsitzenden Georg Bätzing festhalten, entscheiden sie sich gegen den Gebetsspruch zu Beginn ihrer Webseite:

„Nichts zeichnet so sehr den wahren Christen aus, nichts bezeichnet so sehr das Wesen des Christentums, als die auf den Glauben gegründete Hoffnung, das unerschütterliche Vertrauen.“ (sel. Paul Josef Nardini).

Geht es den Bischöfen überhaupt noch um den „wahren Christen“ und das „Wesen des Christentums“, wenn sie die antikatholische Haltung ihres Vorsitzenden stillschweigend zur Kenntnis nehmen, statt auf die Grundlage des Glaubens zu verweisen?

„Segnung“ von wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuellen Paaren, Diakonen- und Priesterweihe für Frauen? Zu diesem Zweck fordert der Vorsitzende sogar Katechismusänderungen!

Welcher Kirche gehört Bischof Bätzing an?

Mit diesen und weiteren Forderungen, die er sogar an Rom vorbei durchsetzen will, ist er nicht mehr römisch-katholisch.

Die petrus-treuen Vereinigungen wehren sich entschieden dagegen, Glaube und Disziplin der Kirche zu Markte zu tragen, sprich: die römisch-katholische Kirche dem modernistischen, also „synodalen“ Konzept zu opfern.

Wenn Bischof Bätzing seine Vorstellungen realisieren will, dann bleibt ihm nur der Weg, sein Amt niederzulegen, aus der Kirche auszutreten und eine neue Kirche zu gründen. Modernistische Mitläufer warten sicher schon auf den Anfangsimpuls!

Es muss wieder gelten, was das Lied „Ein Haus voll Glorie schauet“ in seiner dritten Strophe zum Ausdruck bringt: „…das Haus wird‘s überdauern, auf festem Grund es ruht“.

Nach den Plänen von Bischof Bätzing sind die Grundlagen des Glaubens aufzugeben und dem modernen Denken anzupassen – auch auf die Gefahr hin, den katholischen Glauben zu marginalisieren.

Wird die Kirche nach dem Wort Jesu so zur kleinen Herde, die sich nicht fürchten solle, weil der himmlische Vater ihr (der Herde) das Reich geben werde?

Wir leben in einer Situation wie zur Zeit Jesu, als er die Apostel fragte: „Wollt auch ihr gehen?“

Dann wird es Zeit, dass der Staat den kirchlichen Amtsträgern das Gehalt sperrt, weil sie nicht (mehr) zu der Kirche gehören, zu der zu gehören sie vorgeben.

Reinhard Dörner, Vorsitzender


DBK unterstützt Marsch für das Leben in Berlin – Kath. Bischöfe persönlich dabei

Zur heutigen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erklärt Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht, in Berlin:

Mit einem Grußwort unterstützt Bischof Georg Bätzing im Namen der DBK den Marsch für das Leben, der am Samstag, dem 19. September, zum sechzehnten Mal in Berlin stattfinden wird.

Darin thematisiert der Bischof insbesondere das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Februar 2020 zum assistierten Suizid, die Definition der Selbsttötung als „autonomes Sterben“ und die menschenwürdige Antwort von Christen darauf, die in Beistand, Linderung von Schmerzen und Trost bestehe: „Das Leben behält in jeder Situation – auch in scheinbarer Ausweglosigkeit – seinen Sinn durch die Gewissheit, dass Gott es in seiner Hand hält und es von der Dunkelheit zum Licht führen will.“

Thema der nächsten Woche für das Leben sei entsprechend die wertvolle Arbeit der Palliativversorgung. Der Bundesverband Lebensrecht wird die Woche für das Leben wie in den vergangenen Jahren mit einer Fachtagung vor Ort unterstützen.

Ausdrücklich dankt Bischof Bätzing den Organisatoren und Teilnehmern des Marsches für das Leben: „Ich danke Ihnen sehr für Ihr ungebrochenes Engagement. (…) Für Ihr Engagement wünsche ich Ihnen Gottes Segen.“

Ihre persönliche Teilnahme an der Veranstaltung, die um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor beginnt, haben u.a. der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) und Erzbischof Heiner Koch (Berlin) zugesagt.

www.bundesverband-lebensrecht.de


Kevelaer: Bischof Bätzing kritisiert Selbstmord-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

„Für die Heiligkeit des Lebens eintreten“

Die Pilgerzeit in Kevelaer am Niederrhein ist am Freitag mit einem Pontifkalamt durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, eröffnet worden.

Angesichts der Corona-Pandemie und ersten Lockerungen für Gottesdienste war die Eröffnung der Wallfahrt in Kevelaer eine der ersten öffentlichen, größeren Eucharistiefeiern in Deutschland. 150 Gläubige nahmen in der Basilika daran teil.

In seiner Predigt kritisierte Bätzing das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020, mit dem die geschäftsmäßige Beihilfe zum Selbstmord für rechtens erklärt wurde. Das erschüttere ihn und stelle einen „tiefen Einschnitt in die Rechtskultur und die ethischen Grundwerte unseres Landes“ dar.

BILD: Zwi Pilgerinnen bei der Gnadenkapelle im Marienwallfahrtsort Kevelaer

„Galt bislang das Recht des Lebens als oberstes Prinzip und der Schutz des Lebens als vornehmste Pflicht des Staates, so wird nun die autonome Selbstbestimmung des Menschen darüber gestellt und die Selbsttötung sozusagen zum Inbegriff der Autonomie des Menschen, die von Staat und Gesellschaft zu respektieren sei“.

Das Urteil fordere Gläubige heraus, „ganz entschieden für die Heiligkeit und Unverfügbarkeit des Lebens einzutreten, für das Lebensrecht der Schwachen, Kranken, Leidenden und Sterbenden. Sie haben Lebensanspruch und Lebensrecht bis zum letzten Atemzug“.

Bischof Bätzing betonte, dass auch das Recht auf Selbstbestimmung des Einzelnen ein hohes Gut sei. Dem Respekt vor dem menschlichen Leiden und vor freien Entscheidungen werde dadurch viel eher entsprochen, wenn menschenwürdiges Leben bis zum Ende und damit menschenwürdiges Sterben möglich blieben. „Darum werden wir unseren Einsatz für die Palliativmedizin und die Hospizarbeit verstärken und gegen allen ökonomischen Kostendruck dafür öffentlich eintreten“, betonte Bischof Bätzing.

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2020-05/kevelaer-wallfahrt-corona-virus-baetzing-suizidbeihilfe-kritik.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz