Medienkampagnen und kirchenpolitische Aktionen gegen Bischof Hanke

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 22. Februar 2018 titelt: „Auch für die katholischen Bischöfe endet die Zeit der Alleinherrschaft“.

In diesem Artikel wird aufgrund des „Finanzskandals“ in der Diözese Eichstätt nicht nur die Trennung von Vermögensverwaltung und Aufsicht gefordert, sondern gleichzeitig gefragt, „ob künftig Laien Pfarrgemeinden leiten dürfen oder ob wiederverheiratete Geschiedene grundsätzlich von der Kommunion ausgeschlossen bleiben sollen“.

Der Leser fragt, was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? In diesem Artikel wird durchsichtige Kirchenpolitik betrieben und versucht, das Prinzip „Demokratie in der Kirche“ voranzubringen.

Der Versuch, den „Finanzskandal von Eichstätt“ kirchenpolitisch zu instrumentalisieren, setzt sich fort, obwohl der ursprünglich genannte Vermögensverlust von 50 Mio. Euro inzwischen mit weniger als 1 Mio. Euro beziffert wird und Bischof Hanke (siehe Foto), sogleich nachdem die Sache ruchbar wurde, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Finanzdirektor gestellt hatte.

Am 16. Mai 2018 berichtete die AZ: „Ende März hatten Katholiken Bischof Gregor Maria Hanke bei der Kleruskongregation angezeigt und gefordert, ein Verfahren gegen Hanke ‚wegen besonders schwerwiegender Verletzung der Sorgfaltspflicht mit dem Umgang des Anlagevermögens des Bistums Eichstätt einzuleiten‘“. – Sie wollen eine „eigene unabhängige Untersuchung“ durch die Kurienbehörde.

Die Formulierung „Katholiken“, die den Bischof anzeigten, lässt einen großen Teil des Kirchenvolkes vermuten. Tatsächlich haben Walter Hürter und die Minigruppe der Kirchenvolksbegehrer in der Diözese Eichstätt die Anzeige in Rom gestellt. Die Kleruskongregation in Rom hat inzwischen geantwortet, dass sie die Ergebnisse der staatlichen Ermittlungen abwarte.

Die Wiederholung der Vorwürfe gegen Bischof Hanke durch die AZ ist für Kampagnen typisch. Sie lässt vermuten, dass es darum geht, einen missliebigen Bischof zu verhindern: Bischof Hanke gilt als „konservativ“, mit dem sogenannte „Reformen“ nicht zu machen sind.

Er ist einer der sieben Bischöfe, die sich an die Glaubensbehörde in Rom gewandt haben, um überprüfen zu lassen, ob der Mehrheitsbeschluss der deutschen Bischofskonferenz zur Zulassung protestantischer Partner bei konfessionsverschiedenen Ehen dem Glauben und der Einheit der Kirche entspricht. Und zusätzlich wird Bischof Hanke als möglicher Nachfolger von Bischof Konrad Zdarsa von Augsburg, der 2019 in den Ruhestand geht, genannt. Augsburg zählt zu den großen bayrischen Bistümern.

Unser Autor Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum deutscher Katholiken“, den Kongreß  „Freude am Glauben“ und die Monatszeitschrift DER FELS


Bistum Eichstätt: Auch Bischof Hanke solidarisiert sich mit dem Pfarrer von Heideck

Kath. Priester stand unter falschem Mißbrauchs-Verdacht

Unter dem Titel “Missbrauchsvorwürfe unbegründet  –  Pfarrer kehrt zurück an den Altar” berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) vom heutigen Sonntag (21.12.2014) über Rehabilitation und Rückkehr des Pfarrers von Heideck in seine Kirchengemeinde St. Johannes in der fränkischen Kleinstadt Heideck.
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Der erwähnte Beitrag von Olaf Przybilla ist von einer für die SZ bei diesem Thema erstaunlichen Sachlichkeit und Objektivität geprägt: http://www.sueddeutsche.de/bayern/missbrauchsvorwuerfe-unbegruendet-pfarrer-kehrt-zurueck-an-den-altar-1.2276796
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Der katholische Pastor aus Heideck war im Vorjahr monatelang in Untersuchungshaft festgehalten worden, nachdem ein Mann ihm sexuellen Mißbrauch für den Zeitraum von 1998 bis 2001 vorgeworfen hatte. Im Spätsommer 2013 wurde der Geistliche von seinem Dienst als Pfarrer „freigestellt“. BILD0191
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Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen den 50-Jährigen dauerte weit über ein Jahr, da in der Zwischenzeit ein Expertengutachten erstellt wurde, welches die Glaubwürdigkeit der Anschuldigung zu prüfen hatte.
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BILD: Christus ist unser aller Trost und Beistand, vor allem in Zeiten von Not und Bedrängnis 
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Die Vorwürfe erwiesen sich als unbegründet, das Verfahren wurde daher mangels Tatverdacht eingestellt. Ein darauf folgendes kirchliches Vorermittlungsverfahren kam zu demselben Ergebnis.
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Darüber informierte eine öffentliche Stellungnahme des Bistums Eichstätt Mitte Dezember. (Wir haben hierüber bereits berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/12/16/pfarrer-falschlich-des-misbrauchs-beschuldigt-er-kehrt-in-seine-pfarrei-zuruck/)

Es gab auch eine „Welle der Solidarität“

Die SZ schreibt, der nunmehr in seine Pfarrei zurückgekehrte Priester wünsche sich “keine Rache oder Vergeltung”; er reagiere “besonnen” auf die langwierige Zeit der Ermittlungen und der Untersuchungshaft.
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Der Pfarrer habe während seiner Haftzeit neben “Demütigungen und Vorverurteilungen” zugleich eine “Welle der Solidarität” aus seiner Kirchengemeinde in Heideck erfahren, die er wie einen “Sonnenstrahl aus einer anderen Welt” erlebt habe. Der Priester erhielt für seine offenen Worte viel Zustimmung und Beifall von Meßbesuchern. Es ist sicher auch ein Zeichen persönlichen Mutes, daß er nun in seine frühere Pfarrei zurückkehrt.

Der Eichstätter Bischof Gregor M. Hanke erwähnte bei seiner Predigt in der proppenvollen Heidecker Kirche am gestrigen Samstag, gegen den Pfarrer seien “schwerste Vorwürfe” erhoben worden  –  und er wolle als Oberhirte nun persönlich „alles tun“, um den “guten Ruf des Beschuldigten wiederherzustellen“, wie der „Donaukurier“ berichtet.
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Siehe hierzu außerdem diesen ausführlichen Bericht in der Mainpost: http://www.mainpost.de/regional/franken/Erster-Gottesdienst-nach-der-U-Haft;art1727,8494769
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Gemälde: Evita Gründler