„Vater des Glaubens“ in Kamerun: Festliches Gedenken an Bischof Heinrich Vieter

Was für die Deutschen der hl. Bonifatius ist, jener Missionar, der das Christentum nach Germanien brachte, das ist für die Gläubigen in Kamerun der Pallottinerpater Bischof Heinrich Vieter (siehe Foto). 1

1890 brach er in das afrikanische Land auf, um die Gottes Botschaft zu verkünden. Auch 100 Jahre nach seinem Tod (7. November 1914) ist seine Mission aktuell wie eh und je.

In Gedenken und Dank an Bischof Vieter haben am Sonntag, dem 9. November 2014, anläßlich seines 100. Todestags in Limburg einige Feierlichkeiten stattgefunden.

Mit Domdekan Dr. Günther Geis wurde zunächst ein Hochamt im Dom, wo Pater Heinrich Vieter 1905 die Bischofsweihe erhielt, zelebriert, ehe danach im Missionshaus der Pallottiner ein Festakt gefeiert wurde.

Zu Beginn des Gottesdienstes gab der Provinzial der Pallottiner, Pater Helmut Scharler, einen kurzen Abriß über Leben und Wirken Heinrich Vieters.

Dabei zitierte er einen kamerunischen Priester, der zum 100. Bischofsjubiläum Vieters (2005) davon sprach, daß der Pallottinerpater in Kamerun vielerorts als „Vater des Glaubens“ angesehen wird. 1890 verkündete er in der damaligen deutschen Kolonie den katholischen Glauben, wofür die Kameruner weiter sehr dankbar sind.

Der Festakt nach dem Hochamt begann im Missionshaus der Pallottiner mit einer multimedialen Präsentation von Missionssekretär Bert Meyer, der z.T. mit Original-Fotos den Aufbruch Pater Vieters in Afrika skizzierte.

Hier wurde erneut deutlich, wie der glaubensstarke Geistliche an der Jahrhundertwende trotz erheblicher Widrigkeiten seine Mission für Kamerun verwirklichte. 5

Den Bogen zur Gegenwart schlug der kamerunische Pfarrer Dr. Marcelinus Zang (siehe Foto) mit seinem anschließenden Vortrag über das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus. Dieses sei eine „kleine missionarische Bombe“, sagte der im Usinger Land (Hessen) wirkende Priester, denn es lade uns ein, wagemutig bei der Evangelisierung zu sein.

Beim abschließenden Empfang hatten die rund 100 Gäste, unter ihnen zahlreiche Bischof-Vieter-Anhänger aus dessen Heimatort Cappenberg (heute ein Ortsteil der Stadt Selm), Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung.

VITA von Bischof Heinrich Vieter:

Am 13. Februar 1853 im westfälischen Cappenberg geboren, wäre er gerne Priester geworden. Doch die Familie konnte sich ein Studium nicht leisten; so wurde er Schreiner und arbeitete als Geselle in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz. In Köln wurde er Mitglied der Kolpingfamilie, in der er sein ganzes Leben Heimat und Halt fand. 2

FOTO: Die ersten Missionare in Kamerun (Pater Vieter: Fünfter von links)

Über Bern verschlug es ihn nach Rom  –  und nachdem er schon zuvor bei Diözesen und Orden wegen seines Alters abgelehnt worden war, lernte er hier die Pallottiner kennen und wurde in den Orden aufgenommen. Mit 34 Jahren wurde er zum Priester geweiht  –  und wirkte zunächst in Oberitalien, dann in Brasilien.

Hier ereilte ihn 1890 der Ruf nach Kamerun. Trotz widriger Umstände, trotz Krankheit und ständigem Geld- und Personalmangel gründete er mit seinen Mitbrüdern und den Ordensfrauen der Pallottinerinnen immer neue Missionsstationen. Nicht ohne Grund nennt man bis heute die Pallottiner in Kamerun „Väter des Glaubens“.

Am 22. Januar 1905 erhielt Pater Vieter im Dom zu Limburg die Bischofsweihe zum ersten Oberhirten von Kamerun und setzte sich weiter für die Verbreitung des Evangeliums ein. Dabei waren ihm gute Bildung und eine deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse der Einheimischen ein großes Anliegen.

Er verstarb am 7. November 1914 im kamerunischen Jaunde.

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