Große Freude über die Ernennung von Bischof Gerhard L. Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation

Presse-Erklärung des Dachverbands FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN vom 9.7.2012:

Das Forum Deutscher Katholiken begrüßt die Ernennung von Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation mit großer Freude und dankt dem Heiligen Vater für diese Berufung.

In einer für die Kirche schwierigen Zeit werden wir in Rom an der Spitze des wichtigsten Dikasteriums einen Leiter haben, der in der ganzen Welt als Theologe höchstes Ansehen genießt und der als Bischof in eindeutiger Weise zu Glaubensfragen und zu Fragen der Beziehung Kirche und Welt Stellung bezogen hat.

Seine Beziehung zu den armen Kirchen Lateinamerikas, diesem wichtigen Teilkontinent der Weltkirche, und zu den Armen dieser Welt machen ihn zu einem hoffnungsvollen Gesprächspartner für ihre Vertreter.

Erzbischof Müller hat auf unseren Kongressen „Freude am Glauben“ gesprochen und gehört dem Kuratorium seit Jahren an. Zweimal hat der Kongress bei ihm in Regensburg getagt. Wir fühlen uns ihm deshalb besonders verbunden und werden seine schwere Aufgabe mit unserem Gebet begleiten.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Forum Deutscher Katholiken
hubert.gindert@forum-deutscher-katholiken.de


Kritik von links am „umstrittenen“ neuen Chef der Glaubenskongregation

Hans Küng: „katastrophale Fehlbesetzung“

Wie nicht anders zu erwarten, hat sich das linke Medienlager mit deutlicher Schelte und handelsüblichen Schlag-Worten zur Ernennung Bischof Müllers als Präfekt der Glaubenskongregation geäußert.

Die Online-Ausgabe der Illustrierten  „Stern“ weiß über den Regensburger Oberhirten zu vermelden:

„In Deutschland ist der ehemalige Dogmatikprofessor umstritten. In seinem Bistum war er immer wieder mit Laienvertretern aneinandergeraten. Als Müller 2005 die Mitwirkungsrechte der Laien in den Kirchengemeinden drastisch einschränkte, brachte ihm dies auch innerhalb der deutschen Bischofskonferenz viel Widerspruch. Der Vatikan stellte sich allerdings hinter den Theologen.“

In Wirklichkeit hatte Bischof Gerhard L. Müller den überhandnehmen „Gremien-Katholizismus“ mit Tendenz zur Räte-Diktatur im Sinne des universalen Kirchenrechts zurückgedrängt, so daß sich der Papst selbstverständlich hinter ihn stellte.

Typisch ist auch das Echo der kirchenfeindlichen Illustrierten „News“ aus Österreich, die in Inhalt und Aufmachung dem „Stern“ verwandt ist.

Unter dem Titel „Der neue Großinquisitor“ werden bekannte Kirchenkritiker herbeizitiert, um die päpstliche Entscheidung für Bischof Müller massiv mieszureden  –  und wer eignet sich für diese Hau-drauf-Tätigkeit besser als der Theologe Hans Küng?!

Bischof Müller ist aus seiner Sicht nichts weniger als eine „katastrophale Fehlbesetzung“:

„Als Präfekt der Glaubenskongregation ist dieser bornierte Scharfmacher fehl am Platz“, sagte der Tübinger Theologe heute der Nachrichtenagentur dpa.

Küng läßt kein gutes Haar an der Neubesetzung:

„Offenbar hat Papst Benedikt nichts gelernt aus der auch in der Kurie kritisierten Fehlbesetzung des Staatssekretariats und anderer Schlüsselpositionen mit restaurativen Gesinnungsgenossen. Konflikte in der von Skandalen geschüttelten Kurie und römischen Kirche sind mit Müllers Ernennung vorprogrammiert.“

Bischof Müller besitze keinerlei Qualifikation für die wichtige Aufgabe im Vatikan. Er sei als Bischof unbeliebt, als Theologe ohne Relevanz und als Ökumene-Verantwortlicher eine Belastung – so die Rundumschläge des in Medien gern zitierten „Reformtheologen“.

Also mit anderen Worten und aus konservativer Sicht:

Der neue Chef der Glaubenskongregation läßt hoffen, daß einiges, was auch innerkirchlich längst aus dem Ruder läuft, allmählich wieder in klarere Bahnen geführt wird.


Bischof Gerhard L. Müller wird Erzbischof und Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation

Pressemitteilung des Bischöflichen Ordinariats Regensburg zur Ernennung Bischof Müllers:

Wie am Montag, dem 2. Juli bekannt wurde, hat Papst Benedikt XVI. den bisherigen Bischof von Regensburg, Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller, zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt.

Mit der Entscheidung des Papstes ist der Bischofsstuhl von Regensburg mit sofortiger Wirkung vakant. Ein Diözesanadministrator, der die Diözese bis zur Ernennung eines neuen Bischofs leitet, wird in den nächsten acht Tagen gewählt.

Der bisherige Generalvikar, Prälat Michael Fuchs, betonte in der Pressekonferenz am Montag:

„Die Diözese gratuliert ihrem Bischof von Herzen zu dieser hohen Berufung. Bei aller Freude müssen wir dennoch feststellen, dass das Bistum einen großen Hirten und leidenschaftlichen Seelsorger verliert.“

Das FOTO zeigt Bischof Müller mit den fünf Geistlichen, die er gestern im Dom von Regensburg zu Priester geweiht hat.

Pressemitteilung von Prälat Michael Fuchs während der heutigen Pressekonferenz am 2. Juli 2012:

Meine Damen und Herren,
der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. hat seine Entscheidung getroffen: Die Glaubenskongregation erhält einen neuen Präfekten. Dies ist mit dem heutigen Tag der bisherige Bischof von Regensburg, Professor Doktor Gerhard Ludwig Müller.

Die Diözese gratuliert ihrem Bischof von Herzen zu dieser hohen Berufung, mit der auch die Verleihung eines Titels des Erzbischofs verbunden ist.

Da es sich bei dieser Aufgabe um einen zentralen und herausragenen Dienst für die Weltkirche handelt, ist das Bistum stolz, dass der Heilige Vater unseren Bischof mit diesem Amt an der Römischen Kurie betraut hat. Schon in den letzten Jahren hatte der Heilige Vater ihn zunehmend in weltkirchliche Verantwortung eingebunden. Bei aller Freude müssen wir dennoch feststellen, dass das Bistum einen großen Hirten und leidenschaftlichen Seelsorger verliert.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller leitet ab heute die Glaubenskongregation, der er bereits seit 2007 als Mitglied angehörte und der nach Kardinal Joseph Ratzinger zuletzt Kardinal William Levada vorstand. Diese Kongregation hat die Aufgabe, die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche zu fördern und zu schützen.

Mit diesem Amt des Präfekten verbunden ist unter anderem auch die Leitung der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologischen Kommission.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller befindet sich heute in Rom. Die nächsten Tage nimmt er erste Termine als Präfekt der Glaubenskongregation wahr.

Sicher wird er im Bistum am 26. Juli in Mindelstetten beim großen Gebetstag von Anna Schäffer teilnehmen, die am 21. Oktober in Rom heiliggesprochen wird. Ein Zeitpunkt für die Feier seiner Verabschiedung im Bistum wird baldmöglichst bekanntgegeben.

Mit dem heutigen Amtsbeginn des neuen Präfekten der Glaubenskongregation ist der bischöfliche Stuhl in Regensburg vakant. Nach dem Kirchenrecht geht die Leitung bis zur Wahl eines Diözesanadministrators auf Weihbischof Reinhard Pappenberger über, der die Wahl des Diözesanadministrators innerhalb der nächsten acht Tage zu veranlassen hat.

Diese Wahl kommt dem Domkapitel als Konsultorenkollegium zu. Der Diözesanadministrator leitet dann die Diözese, bis ein neuer Bischof „von der Diözese Besitz ergriffen“ hat, wie das Kirchenrecht formuliert.
In der Zeit der Sedisvakanz darf nach dem Kirchenrecht in der Diözese nichts Wesentliches geändert werden.

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Regensburg: Bischof Müller weihte fünf Diakone zu Priestern

Als Höhepunkt der „Wolfgangswoche“ spendete Bischof Gerhard L. Müller am heutigen Samstag im Regensburger Dom St. Peter fünf Männern das heilige Sakrament der Priesterweihe. Zwei weitere Priesteramtskandidaten der Diözese Regensburg werden noch in diesem Jahr ebenfalls zu Priestern geweiht.

Rund 1200 Gläubige aus dem gesamten Bistum waren in die Kathedrale gekommen, um die Priesterweihe mitzufeiern, darunter zahlreiche Familienangehörige und Freunde, die diesen großartigen Ehrentag mit den Priesteramtskandidaten gemeinsam feiern wollten.

FOTOs: Liegend vor der Priesterweihe, segnend nach der Weihe

Die Diakone traten einzeln vor den Regensburger Oberhirten und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof.

Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärte gegenüber dem Bischof, daß das Volk und die Verantwortlichen befragt und die Kandidaten für würdig befunden worden seien, die Weihe zu empfangen.

Auf die Priesterweihe durch die Handauflegung des Bischofs folgten Riten, die das Geschehen und den Auftrag der Priester ausdeuten. Die jungen Männer wurden mit Stola und Messgewand bekleidet und die Hände wurden ihnen gesalbt. Aus der Hand des Bischofs erhielten sie Hostienschale und Kelch zur Feier der heiligen Messe.

Mit dem Friedensgruß, der Umarmung durch den Bischof und die anwesenden Priester, endete die Weihehandlung.

Beim Auszug aus dem Regensburger Dom begrüßten Hunderte von Gläubigen die neuen Priester mit Glückwunschrufen und lang anhaltendem Applaus.

Die Regensburger Domspatzen gestalteten die Weihefeier musikalisch.

Die neuen Priester für die Diözese Regensburg sind:
Franz Becher aus der Pfarrei St. Nikolaus in Penting,
Paul Gebendorfer aus St. Erhard in  Rainertshausen,
Wilhelm J. Karsten von St. Konrad in  Regensburg,
Thomas Kohlhepp von St. Laurentius in  Riedenheim (siehe Foto bei der Priesterweihe durch Handauflegung)
und Maximilian Roeb, St. Pius, Landshut.

Pater Johannes Rothärmel CP von der Klosterkirche der Passionisten (Patrozinium „Heiligste Dreifaltigkeit“) wird am 13. Oktober 2012 in der Klosterkirche Schwarzenfeld zum Priester geweiht.

Bernard Johannes Mallmann aus der Pfarrei St. Laurentius in Neustadt empfängt das Sakrament der Priesterweihe in Rom am 10. Oktober 2012.

Gleich zu Beginn seiner Predigt machte Bischof Müller deutlich, daß die am heutigen Tag geweihten Neupriester nicht von Menschen zu Aposteln erwählt und gesendet werden. Jesus Christus selbst habe diese Männer zum Priestertum berufen:

Durch den Heiligen Geist werden Bischöfe und Priester geweiht, damit sie als Hirten für die Kirche Gottes sorgen. In der Gemeinschaft mit dem Bischof und dem ganzen Presbyterium werden die Priester kraft des Weihesakraments nach dem Bilde Christi, des höchsten Priesters geformt. Somit sind sie zur Verkündigung der Frohbotschaft, zum Hirtendienst an den Gläubigen und zur Feier der Liturgie befähigt und gesendet. Sie sind wirkliche Priester des Neuen Bundes. Denn Christus, der Hohepriester, spricht und wirkt durch sie als seine Zeugen und Boten“.

Zum Abschluß seiner Predigt stellte der Bischof das Wesen des Priesters heraus:

„Es besteht nicht in Selbstdarstellung. Es geht vielmehr darum, sich zum Zeichen und Mittler machen zu lassen für die Selbsthingabe Christi. Priesterliches Leben ist ein Leben der freudigen Hingabe und des Daseins für andere.“

Quelle und Fotos:
Bischöfliches Presseamt Regensburg

 


Regensburg: Bischof Müller feierte Festmesse mit Weihe-Jubilaren in St. Emmeram

„Die Kirche ist keine Ansammlung einzelner Gläubiger, sondern der Leib Christi“

Hauptpatron der Diözese Regensburg ist der heilige Wolfgang, der in der Wolfgangswoche besonders um Fürsprache für die Anliegen des Bistums gebeten wird.

Im Rahmen der Wolfgangswoche feierte Bischof Gerhard L. Müller gestern ein Pontifikalamt, es konzelebrierten Vertreter der Weihejubilare. Sehr viele Gläubige waren zur Eucharistiefeier am zweiten Tag der Wolfgangswoche in die Basilika St. Emmeram gekommen.

In seiner Predigt warf der Bischof einen Blick auf die Priesterweihe 2012. Insgesamt sieben Männer aus dem Bistum Regensburg werden in diesem Jahr zu Priestern geweiht. Fünf davon erhalten am kommenden Samstag im Hohen Dom zu St. Peter das Sakrament der Priesterweihe.

„Wir alle sind Werkzeuge in der Hand Gottes. Wir verkünden nicht unsere eigene Ideologie und Weltanschauung, sondern das Wort Gottes. Die Kirche ist nicht eine Ansammlung einzelner Gläubiger, sondern sie stellt den Leib Christi dar“, erklärte der Bischof.

Den heutigen Gottesdienst und die bevorstehende Priesterweihe solle man als Impulse betrachten, um sich die Vollmacht der Gnade Gottes zu vergegenwärtigen. Denn ER selbst sei es, der uns trotz aller Fehler erwählt hat, ihm und seinem Reich zu dienen, führte der Regensburger Oberhirte aus.

Auch auf das Stichwort der Reformen in der Kirche ging der Bischof  ein:

„Die Frucht der Erneuerung in Christus muss sein, dass die Berufenen ihren Dienst vollkommen annehmen. Sie dürfen nicht müde und nachlässig bei ihren Aufgaben werden. Sie müssen sich daran erinnern, dass sie frohe und begeisterte Zeugen des Reichs Gottes sind.“

Er bat die Gläubigen, mit und für die Weihekandidaten zu beten und sie willkommen zu heißen, so daß keiner von ihnen den Eindruck bekäme, er sei isoliert.

Abschließend erinnerte er daran, daß jeder Mensch dazu berufen sei, die Herrlichkeit Gottes zu verkünden.

Konzelebranten waren
Prälat Josef Grabmeier (Vertreter des Weihekurses 1952)
Pfarrer i.R. Johann Six (Vertreter des Weihekurses 1962)
Prälat Peter Hubbauer (Vertreter des Weihekurses 1972)
Pfarrer Dr. Werner Konrad (Vertreter des Weihekurses 1987)
Kaplan Konrad Ackermann (Vertreter des Weihekurses 2011)
Direktor Rainer Schinko (Vorsitzender des Klerusvereins im Bistum Regensburg)

Chrisam-Messe: 1500 Gläubige kamen in den Regensburger Dom

Beide Seitenschiffe der Regensburger Kathedrale St. Peter mußten zusätzlich bestuhlt werden, um den mehr als 1500 Gläubigen Platz zu bieten: sie waren am Montagabend der Karwoche in den Dom gekommen, um mit Bischof Gerhard L. Müller die „Missa chrismatis“ zu feiern.

Darunter befanden sich  1000 Jugendliche, die bereits tagsüber an der Aktion U14 (unter 14-Jährige) des Bischöflichen Jugendamts teilgenommen hatten. Gleichzeitig waren zahlreiche Priester zur Feier der Heiligen Öle gekommen, um ihr priesterliches Gelöbnis gegenüber dem Oberhirten zu erneuern. 

In seiner Predigtwandte sich der Bischof an die vielen Jungen und Mädchen. Dabei blickte er auf eine Begegnung mit einem jungen querschnittsgelähmten Mädchen zurück, die er bei einer seiner Pastoralreisen in die Pfarreien kennengelernt hatte. Trotz ihrer Behinderung, die von einem schweren Autounfall herrührte, zeigte sich die junge Christin fröhlich und ausgelassen. Von der großen Gemeinschaft in Pfarrei und Familie wurde sie angenommen wie jeder andere auch, so daß man kaum bemerkte, daß sie eine Behinderung habe:

„Das muss auch unser Ansporn sein. Auch wenn uns manchmal alles zu viel wird, dürfen wir uns nicht unterkriegen lassen. Unsere Motivation muss lauten: Was kann ich für die große Gemeinschaft beisteuern?“, so Bischof Müller.

Die Bekanntschaft mit dem jungen Mädchen erinnerte den Regensburger Oberhirten auch an die selige Anna Schäffer, die am 21. Oktober 2012 heilig gesprochen wird: „Auch sie hat sich  mit ihrer Behinderung auseinandergesetzt. Aus Liebe zu Christus ertrug sie ihr Leid in dem Wissen, dass dieses Leid sie zu Christus führen wird. Trotz der großen körperlichen Schmerzen wurde sie zur Trösterin und Ratgeberin für zahllose Menschen. Stets müssen wir uns vor Augen halten: Niemand ist nutzlos. Jeder Mensch ist wichtig für die Anderen!“, ermutigte der Bischof die Gläubigen.

Danach weihte der Regensburger Oberhirte die drei heiligen Öle: Der Chrisam, das Katechumenen-Öl und das Öl für die Krankensalbung. Grundstoff aller Öle ist das Olivenöl, das bereits in der Antike eine wichtige Rolle gespielt hat. Dem Chrisam werden darüber hinaus unmittelbar vor der Weihe wohlriechende Duftstoffe dazugegeben.

Mit diesem Öl werden die Neugetauften und die Firmlinge gesalbt; ebenso wird es bei der Priester- sowie der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt.

Die Salbung mit Öl ist seit jeher ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament wird beschrieben, wie Könige und Propheten zu ihrem Dienst gesalbt wurden als Ausdruck ihrer Anerkennung durch Gott und ihrer besonderen Sendung für den Menschen.

Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben: „Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Presbyter der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er gesündigt hat, wird ihm vergeben werden.“ (Jak 5,14ff.).

Auch die hebräische Bezeichnung Messias und die griechische Übersetzung Christus bedeutet „Gesalbter“.

Deswegen salbt der Priester jeden Neugetauften zum Zeichen seiner Berufung und Würde als Christ nach der Taufe mit Chrisam, denn als Christ ist er ein „Gesalbter“.

Als besonderes Zeichen der Verbundenheit innerhalb des Bistums Regensburg feiern Priester aus allen Dekanaten zusammen mit dem Bischof diesen Gottesdienst. Danach werden die heiligen Öle im Dom auf die einzelnen Dekanate und Pfarreien verteilt.
 

Quelle und Kontaktdaten:
Bischöfliche Presse- und Medienabteilung
Niedermünstergasse 2 – 93047 Regensburg

Fon: 0941/597-1061         Fax: 0941/597-1063
Email: jschoetz.medien@bistum-regensburg.de


Konservative Ökumene führt glaubenstreue Christen zusammen

Gernot Facius, der bekannte WELT-Redakteur, der sich vor allem zu Fragen von Religion und Kirche äußert, befaßt sich in seinem Leitartikel vom 24. Februar 2012  in WELT-online mit dem weltweit erkennbaren Schulterschluß zwischen gläubigen Katholiken und bibelorientierten Protestanten.

Der katholische Brückenschlag zu den Evangelikalen und umgekehrt zeigt sich besonders klar in den USA: dort wurde unlängst der Protest katholischer Bischöfe gegen die Abtreibungspolitik von Präsident Obama von theologisch konservativen Evangelischen unmißverständlich unterstützt.

Auch die von Papst Benedikt geübte Kritik an der „Diktatur des Relativismus“  wird von evangelikaler Seite seit langem geteilt, so etwa von Prof. Dr. Peter Beyerhaus, der Kardinal Joseph Ratzinger hierin schon beipflichtete, als dieser noch nicht zum Papst gewählt war.

Auch bei den Themen Abtreibung, Homo-Ehe, Euthanasie, Sexualmoral oder Gentechnik besteht eine fast vollständige Übereinstimmung zwischen romtreuen Katholiken und bibelgeprägten Protestanten.

„Ethik-Verständnis trennt Katholiken und Protestanten“, so der Titel des Facius-Artikels  – freilich findet sich dies Hindernis nur auf der Ebene amtlicher ökumenischer Bemühungen, nicht jedoch im Rahmen der eben dargestellten „konservativen Ökumene“. Dort führen die moraltheologischen Fragen enger zusammen im gemeinsamen Einsatz für die göttliche Schöpfungsordnung und die Zehn Gebote.

Facius stellt sodann fest: „Liberalisierung der Sexualmoral, Feminismus, Frauen in kirchlichen Ämtern, Zugeständnisse in der Bioethik. Für den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wäre das ein „ökumenischer Holzweg“, der in Selbstsäkularisierung endet.“

Genau diesen ökumenischen Holzweg lehnen freilich auch Evangelikale ab, beileibe nicht allein katholische Kirchenmänner wie Bischof Müller.

Gernot Facius, der frühere stellv. WELT-Chefredakteur, schreibt außerdem:

„Das harsche Urteil spiegelt das Unbehagen katholischer Hierarchen über die Verhältnisse beim evangelischen Partner, der alles hat, was katholische Reformer sich wünschen, aber dennoch an Auszehrung leidet.(…)

Ökumene sei für die Katholiken nur interessant mit evangelischen Christen, die „mit uns die Grundüberzeugung teilen, dass die Offenbarung Gottes in Christus nicht ein Mythos ist“. –  Sowohl mit einem liberalen Katholizismus, der den Glauben auf eine Kulturerscheinung reduziere, als auch mit liberalen Evangelischen, für die sich der Protestantismus auf „gegen den Papst und Rom“ und überhaupt „gegen Autoritäten sein“ beschränke, werde Ökumene überflüssig.

Genau das trifft den Punkt: Die Fronten gehen schon längst quer durch die Konfessionen hindurch. Ein glaubenstreuer Katholik fühlt sich einem Evangelkalen weitaus stärker verbunden als einem modernistischen Katholiken, der wesentliche biblische Wahrheiten leugnet, etwa die Gottheit Christi, die Jungfrauengeburt oder die leibliche Auferstehung des HERRN  – was einem Evangelikalen nie in den Sinn käme.

Felizitas Küble