Starkes Signal: Tausende Teilnehmer beim Marsch für das Leben in Berlin

…….Foto: Axel Nickolaus

Jugendgruppen, Familien, Senioren, Gemeinden, Busgemeinschaften, Gäste aus dem In- und Ausland:

Vor dem Brandenburger Tor, umrahmt von Ständen der Mitgliedsvereine im Bundesverband Lebensrecht, nahmen 4.500 Menschen aller Altersgruppen am Marsch für das Leben teil.

Seit Jahren sind Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft dabei, darunter die Bischöfe Voderholzer aus Regensburg (siehe Foto) und Ipolt aus Görlitz, der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, Vertreter der orthodoxen Kirchen oder Johannes Singhammer (CSU), ehem. Bundestagsvizepräsident.

Viele weitere Persönlichkeiten unterstützen den Marsch durch Grußworte, u.a. Christine Lieberknecht (CDU), frühere Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen.

„Kinder wurden am Weiterleben gehindert.“ – So bezeichnete man in der DDR-Diktatur die Abtreibung. Über die Folgen sprach Helmut Matthies, Journalist und Vorsitzender von IDEA als Auftakt zum einstündigen Podium vor dem Demonstrationszug durch die Stadt.

Wie wichtig eine zugewandte Palliativversorgung ist und wie unmenschlich das Angebot von assistiertem Suizid, verdeutlichte Dr. Eissing von der Hospizbewegung Papenburg.

Die Lebensrechtsbewegung ist jung und kreativ. Sabina Scherer berichtete über ihre Motivation, den Podcast „Zellhaufen“ ins Leben zu rufen, die Jugend für das Leben wächst stetig, u.a. mit Pro-Life-Touren und -Kongressen.

Eine junge Studentin trug einen selbstverfassten, tiefgehenden Poetry Slam aus Sicht eines Kindes vor der Geburt vor.

Und die Lebensrechtsbewegung ist international: So wurde eine Fahne vorgestellt, die mit der pink-blauen Abbildung von kleinen Füßen, schon lange ein Symbol der Lebensrechtsbewegung, Verbreitung findet.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Band Gnadensohn und der blinden Sängerin Bernarda Brunovic begleitet. Im Anschluss an das Podium folgte ein zweistündiger, friedlicher Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt.

Die Botschaft an die Politik: Bei allem, was Sie entscheiden, prüfen Sie, ob diese Entscheidung mit der Menschenwürde jedes Menschen von der Zeugung bis zum Tod vereinbar ist. Mit einem Aufruf, dies auch den eigenen Bundestagskandidaten in Erinnerung zu rufen, und der Einladung zum nächsten Marsch für das Leben am 17.09.2022 endete eine große, mutmachende Veranstaltung.

Ein Mitschnitt kann auf der Facebook-Seite „Bundesverband Lebensrecht e.V.“, bei EWTN und auf YouTube abgerufen werden.

Quelle: Pressemeldung des Bundesverband Lebensrecht e.V.
www.bundesverband-lebensrecht.de


Debatte zum Synodalen Weg: Zustimmung zur Initiative von Bischof Rudolf Voderholzer

Erklärung des Forums Deutscher Katholiken:

Jeder nachdenkliche katholische Christ weiß, dass nicht allein wegen der Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs durch Priester eine Umkehr und Erneuerung unserer Kirche dringend erforderlich ist.

Dieser Aufgabe wollte sich der Synodale Weg annehmen, aber an seinen Methoden, Zielen und Inhalten gibt es zunehmend Kritik.

Vor Beginn der 2. Vollversammlung vom 30. September bis 2. Oktober hat Bischof Dr. Voderholzer eine eigene Homepage eingerichtet, um zu den Foren und Themen des Synodalen Weges alternative Textvorschläge einzubringen. Sie stammen von Mitgliedern der jeweiligen Foren sowie von verschiedenen Instanzen des päpstlichen Lehramtes.

Er hat bekanntlich mit wenigen anderen Bischöfen als Mitglied des Synodalen Weges von Anfang an versucht,
sowohl Bestimmungen der Satzung und Geschäftsordnung als auch die thematischen Inhalte der einzelnen Foren zu verändern – ohne Erfolg!
Sein zentrales Thema war die Neuevangelisierung, die auch im Mittelpunkt des Briefes von Papst Franziskus “an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland” stand.


Besonders ärgerlich ist die erste Reaktion auf solche Alternativ-Texte, die von Mitgliedern des Synodalen Weges pauschal ohne Befassung mit den Inhalten zurückgewiesen werden. Das ist kein Zeichen einer guten Dialogkultur!

Als Forum deutscher Katholiken fordern wir:
Liebe synodale Schwestern und Brüder, bewahrt die Macht in der Kirche als sakrale Macht, damit sie sich nicht zu einer ideologisch verabsolutierten Macht verselbständigt, sondern ihren ultimativen Bezugspunkt immer im erlösenden Geschehen von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi behält.

Der Erzbischof von Paris, Mgr. Michel Aupetit, hat in seiner Predigt bei einer Hl. Messe an einer Gedenkstätte in Frankreich Ende August angemahnt: “Wir müssen die Brüderlichkeit wieder neu aufbauen”.

Deshalb sollte sich kein Verfasser von alternativen Stellungnahmen, auch wenn er angegriffen und marginalisiert wird, entmutigen lassen und seine Bemühungen einstellen.

Das “Forum Deutscher Katholiken” versteht die begrüßenswerte Initiative von Bischof Voderholzer nicht als „zugleich eine Hoffnung und eine Illusion” (Peter Winnemöller).

Wir stimmen der Auffassung von Bischof Voderholzer zu, dass ein synodaler Weg “gut und zielführend” nur dann sein kann, wenn er “mit und in der ganzen Kirche gegangen wird.”

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzener des Forums Deutscher Katholiken     
Prof. Dr. Werner Münch, Schirmherr der Kongresse „Freude am Glauben“

Foto: Bistum Regensburg


Regensburger Bischof eröffnet Portal mit Alternativ-Texten zum „Synodalen Weg“

Der Oberhirte von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer, hat am heutigen 3. September 2021 (dem Festtag von Papst Gregor dem Großen) eine neue Internetseite eröffnet, in der zukünftig kirchliche Dokumente sowie Artikel von Synodenmitgliedern veröffentlicht werden, die sich theologisch kompetent auf der Grundlage der katholischen Lehre zu Wort melden.

In dem Begrüßungsschreiben des Bischofs auf der Startseite heißt es eingangs:

„Wie kann es gelingen, in der Kirche neu die Freude am Glauben und an der Beziehung zu Jesus Christus zu vermitteln? Was muss geschehen, damit Kirche-Sein, Katholisch-Sein, nicht als ein Makel erscheint, für den man sich schämen muss?

Was können wir dazu beitragen, dass kirchliches Christsein wieder Grund zu aufrechtem Gang wird im Bewusstsein, in der weltweiten Verbundenheit der Schwestern und Brüder Jesu nicht nur Gott die Ehre zu geben, sondern auch wichtige Beiträge zu leisten für den Aufbau und den Zusammenhalt der Gesellschaft?“

Sodann wird erklärt, der Synodale Weg könne in den „bisher gefahrenen Gleisen nicht ans Ziel“ führen:

„Die ganze Kirche ist nicht nur die weltweite Kirche, sondern auch die Kirche des Ursprungs und die Kirche der Heiligen, die schon am Ziel angekommen sind. Ihr Quellgrund ist der Gottmensch Jesus Christus, der in der Eucharistie leibhaftig gegenwärtig ist und von ihr her die Kirche aufbaut.“

Abschließend schreibt der Bischof, man setze mit diesem Internetportal auf Argumente und auf die „gesunde Lehre“:

„So gut es ging, wurden die hier vorgelegten Argumente in den Prozess des Synodalen Weges eingebracht. Aufgrund der dort herrschenden Mehrheitsverhältnisse wurden und werden sie aber bislang nicht berücksichtigt.“

Quelle für die Zitate: https://www.synodale-beitraege.de/de/


Priesterweihe in Regensburg: Statt Machtworte verleiht Christus Worte in Vollmacht

Am Samstagvormittag (25. Juni) hat Bischof Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter acht Diakone zu Priestern geweiht. Diese Feier war der Höhepunkt der Wolfgangswoche 2021. Der Bischof sagte: „Der HERR hat seiner Kirche acht Neupriester geschenkt, wir danken ihm für diese Berufungen.“

Er verwies auf die vielen stillen Gläubigen, die Gott um Berufungen baten und dies auch weiter tun. Der HERR selbst mache die Männer in der Priesterweihe zu vollmächtigen Kündern des Wortes und Spendern der Sakramente. 5 Kandidaten wurden für die Diözese geweiht, 2 Kandidaten gehören zu den Augustiner-Chorherren von Windesheim in Paring und 1 Kandidat zum Oratorium in Aufhausen.

Zu Beginn hatte Regens Msgr. Martin Priller die acht Kandidaten bei ihrem Namen aufgerufen und den Bischof um die Erteilung der Weihe gebeten, nachdem er die Würdigkeit der Kandidaten bezeugt hatte. Auch die Gemeinde bekundete ihre Zustimmung.

Die Weihe erfolgte nach der Anrufung des Heiligen Geistes durch die Handauflegung des Bischofs und das Weihegebet. Die anwesenden Priester breiteten wegen der Corona-Einschränkungen die Hände über den Kandidaten aus (statt sie – wie sonst üblich – ihrerseits aufzulegen). Durch diesen Ritus wird die Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester verdeutlicht.

Dann kam es zum Anlegen der priesterlichen Gewänder und zur Salbung der Hände sowie zur Überreichung von Brot und Wein durch den Bischof.

Mit den Neupriestern feierte Bischof Voderholzer die Eucharistie. Als Danksagung wurde das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ angestimmt. Im Segen der Neupriester sprachen sie den Gläubigen Gottes Nähe zu. Der Gottesdienst endete mit dem Gruß an die Gottesmutter Maria: „Segne du, Maria“.

„Synodaler Weg“ spricht viel von Macht

In seiner Predigt zuvor ging Bischof Voderholzer auf den „Synodalen Weg“ ein: „Es ist viel die Rede von Macht.“ Dies erscheine ihm jedoch oft als eine irrationale Debatte.

An die Kandidaten gewandt, erklärte Dr. Voderholzer vielmehr, sie hätten dies vermutlich längst erlebt: „Eure Ohnmacht bei der Weitergabe des Glaubens.

Sie sei nicht durch ein Machtwort zu erzielen, sondern durch Worte des Bekennens und der Glaubenserfahrung. Nämlich seien dies gar nicht „Eure Worte, sondern Worte, die ihr in Vollmacht sprechen dürft“. Es gehe nicht um menschliche Machworte, sondern „um Euch anvertraute Worte“.

Von Herzen froh stellte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Ende des Pontifikalamtes fest: „Es ist schon fast wieder wie früher.“ Erfreut gratulierte er gleich zweien der Neupriester, die an diesem 26. Juni ihren Geburtstag begingen.

Text: Bistum Regensburg – Fotos: altrofoto


Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting

„Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen“ – das gilt auch für die Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting.

In deren Rahmen feiert der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer am Samstag vor Pfingsten ein Pontifikalamt in der Päpstlichen Basilika St. Anna.

Beginn des Gottesdienstes in Altötting ist um 10.30 Uhr.

Alle Gläubigen sind eingeladen, dort die hl. Messe mit ihm zu feiern. Rund 300 Menschen finden bei Einhaltung der Abstandsregelungen im Gotteshaus Platz. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

BILD: Bischof Voderholzer vor dem Altöttinger Madonnenbild

Pilgerführer Bernhard Meiler wird das große Pilgerkreuz, das ansonsten an der Spitze des Pilgerzuges geführt wird, in die Basilika tragen. Voraussichtlich wird es auch eine Audioübertragung der Feier auf den Kapellplatz geben, teilt Meiler mit.

Alle Pilger werden darum gebeten, sich an diesem Tage selbst zu versorgen, da Gaststätten nach wie vor auch in Altötting nicht geöffnet haben.

Dank und Anliegen nach Altötting tragen

Noch bis Mittwoch, 19. Mai, können die Gläubigen Ihre Anliegen an die Gottesmutter in einer Anliegenbox beim Marienaltar im südlichen Seitenschiff des Regensburger Doms hinterlegen.

BILD: Bischof Voderholzer (links) bei einer früheren Fußwallfahrt nach Altötting

Der Bischof wird persönlich die Anliegen in einem Rucksack zur Gottesmutter nach Altötting bringen.

„Egal, ob es sich um ein Anliegen oder um Dankesworte an die Gottesmutter handelt: Jeder Zettel ist das persönliche Anliegen eines Pilgers, so als wäre er persönlich nach Altötting gegangen“, betont Pilgerführer Bernhard Meiler. Auch er nimmt Anliegen via Mail entgegen. Sie können ihm schreiben unter pilgerfuehrer(at)regensburger-fusswallfahrt.de.

In folgenden Pfarreien können Anliegen ebenfalls abgegeben werden:

Seelsorgeeinheit Luhe/Neudorf/Oberwildenau, Pfarrei St. Josef und Herz Jesu Weiden, Pfarrei St. Georg Neustadt, Pfarrei Eschenbach, Pfarrei Fichtelberg, Pfarrei Mengkofen, Pfarrei Donaustauf, Pfarrei Freudenberg/Wutschdorf, Pfarrei Wernberg, Pfarrei Waldthurn, Pfarrei Nabburg, Pfarrei Pfreimd, Pfarrei Kemnath Stadt und Pfarrkirche St. Nikolaus Etzenricht.

„Wallfahrt dahoam“

Seit 1830 machen sich jedes Jahr am Donnerstag vor Pfingsten Pilger zu Fuß auf den Weg, um singend und betend von Regensburg zum Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Altötting“ zu ziehen. Die Regensburger Fußwallfahrt findet heuer zum 192. Mal statt. Sie steht unter dem Leitwort „Unter Deinem Schutz und Schirm“.

Vor Beginn der Pandemie pilgerten jährlich rund 8.000 Gläubige von Regensburg nach Altötting. Die dreitägige Strecke umfasst 111 Kilometer. Die Pilger werden während der Wallfahrt von privaten Herbergsfamilien kostenlos über Nacht aufgenommen und versorgt. Diesmal sind aufgrund der Coronakrise keine Gruppenwallfahrten möglich. Jeder Pilger, der sich dennoch auf den Weg macht, geht auf eigene Verantwortung.

Gläubige können auch die Idee der „Wallfahrt dahoam“ aufgreifen.

Auf der Seite der Regensburger Fußwallfahrt finden sich Gebete und Lieder, die Sie auch zuhause beten und singen können: „Suchen Sie sich einen schönen Weg in Ihrer Umgebung mit einem richtigen Ziel: einer Kirche, Kapelle, Bildstock oder Kreuz. Machen Sie sich auf den Weg und gehen Sie ihn betend“, schlägt Pilgerpfarrer Johannes Lorenz vor.

Quelle (Text / Fotos): Bistum Regensburg


Plädoyer eines mutigen Bischofs für eine glaubensstarke Erneuerung der Kirche

Rezension von Hans-Michael Müller

Seit Monaten gibt es in Deutschland einen Aufstand gegen die Einheit der römisch-katholischen Kirche:

Selbst deutsche Bischöfe vertreten öffentlich sich diametral widersprechende Positionen, einige von ihnen revoltieren – wie z. B. der Essener Bischof Overbeck zuletzt bei der Segnung homosexueller Partnerschaften – offen gegen den Vatikan, die Glaubenskongregation, Papst Franziskus.
(Gültige Segens-Feiern kann es nur in Übereinstimmung mit dem Vatikan geben! Trotzdem wurde öffentlichkeitswirksam „gesegnet“.)

Eindeutig werden damit Autorität und Hierarchie der Kirche abgelehnt.

Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), die kfd (Katholische Frauen Deutschlands mit ihrem Logo: „die macht. für dich. für alle.“ ), Maria 2.0 und andere Gruppen mischen in diesem Aufstand gegen Struktur und Lehramt der Kirche kräftig mit.

Was die Weltkirche denkt, ist ihnen anscheinend egal. So winzig klein wir Deutschen in dieser Weltkirche sind: man macht sich selbst zu einer Autorität, suggeriert z. B., dass Schreiben der Glaubenskongregation nicht zu beachten seien und sich jeder aus der Morallehre der Kirche das heraus suchen kann, was ihm passt.

Diese Aktionen sind für die öffentlich-rechtlichen Medien ein „gefundenes Fressen“; sie berichten ausführlich, z. T. sehr einseitig über diese innerkirchlichen Auseinandersetzungen

Aber auch das gibt es: Ein Journalist schrieb dieser Tage: „Der grundsätzliche Denkfehler, der den linken Reformern nicht auszutreiben ist, besteht in der Vorstellung, Kirche und Staat hätten denselben Souverän: das Volk. Der Souverän der Kirche ist aber nicht das Volk, sondern: GOTT.“

In der derzeitigen Bewegung solle „Gott aber gleichsam gezwungen werden, seine Meinung darüber zu ändern, was richtig und was verfehlt ist, weil die Menschen es so wollen.“

Staunend und z. T. hilflos stehen viele Gläubige diesem unseligen Treiben der sog. „Reformer“ – unter ihnen Priester und Bischöfe – gegenüber.

Da ist es gut, auf ein Buch hinweisen zu können, in dem der Bischof von Regensburg, Prof. Dr. Rudolf Voderholzer, mit fundiertem Wissen und in verständlichen Ausführungen geistige Impulse zum Nachdenken in einem argumentativen und spirituellen Dialog anbietet.

Darin veröffentlicht der Regensburger Oberhirte in pastoralem Anliegen eine Sammlung von Stellungnahmen, Predigten / Ansprachen und fachwissenschaftlichen Aufsätzen.

Im ersten Teil geht es um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Außerkirchliche Experten hatten in einer Untersuchung (MGH-Studie) von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen strukturelle Änderungen in der Kirche vorgeschlagen. Das wurde im „Synodalen Weg“ zur Grundlage der Reformdiskussion gemacht.

Bischof Voderholzer sieht darin eine inakzeptable Verengung und versucht, den Blick auf die tieferen Ursachen der Kirchenkrise zu lenken. Mit den Themen „Ehelosigkeit“, „Machtmissbrauch“, „Frauen in der Kirche“ und „Sexualmoral“ habe man beim „Synodalen Weg“ eine „Instrumentalisierung des Missbrauches betrieben“, gehe damit an der „Realität der Glaubenskrise“ vorbei.

Viele Katholiken folgen dem Bischof in dieser Einschätzung, sie kommen aber in der veröffentlichten Meinung kaum vor.

Im zweiten Teil seines Buches geht es dem Autor um den apostolischen Dienst des geistlichen Amtes, nämlich darum, dass es im kirchlichen Amt nicht um Macht, sondern um das Zeugnis für den auferstandenen Christus gehen muss. (Stichworte: „Geschlechterdifferenz und Weihevorbehalt“, „Kollegialität der Bischöfe“, „Mann und Frau – symphonische Komplementarität“, „Vom Mehrwert der Sakramentalität“).

Keine abgesonderten Einzelgruppen, sondern nur die Kirche als Ganzes sei lehramtlich dazu berufen, in der Welt auf den Schöpfer zu verweisen.

Der umfangreiche dritte Teil gilt der Welt und der Kultur, in der sich der christliche Glaube heute zu bewähren habe.

Die Stichworte reichen von „Die Seele Europas ist der christliche Glaube“ über „Fritz Gerlich – ein katholischer Märtyrer im Kampf gegen Hitler“ … „Glaubensverkündigung in kirchenkritischer Zeit / Herausforderung durch Medien und Naturwissenschaften“ bis zum „Synodalen Weg“.

Den Hintergrund seiner Ausführungen sieht Voderholzer in der derzeitigen Problematik unseres kirchlichen Lebens und dem, was wir „Glaubenskrise“ nennen. Diese sei zu einem großen Teil begründet in einem modernen Lebensgefühl, „das Glauben und Wissenschaft, moderne Naturwissenschaft und eine gläubige Hinwendung zu Welt und Geschichte nicht in Einklang zu bringen vermag.“ (S. 225)

Fazit: Wer eine Hilfe sucht, um die täglich in den Medien genüsslich und oft einseitig servierten „Neuigkeiten“ aus unserer katholischen Kirche besser einordnen zu können, ist mit diesem sehr informativen Buch bestens ausgerüstet.

Buch-Daten: Rudolf Voderholzer: Zur Erneuerung der Kirche (Geistliche Impulse zu aktuellen Herausforderungen), Verlag Friedrich Pustet, 2020, 256 S., ISBN 978-3-7917-3138-4, Preis 24,95 €

Kurz-Rezensionen des Buches hier: https://www.amazon.de/Zur-Erneuerung-Kirche-Geistliche-Herausforderungen/dp/3791731386

2. Foto: Bistum Regensburg


Pflegetarifstreit: Regensburger Bischof Voderholzer verteidigt Caritasverband

Bischof Voderholzer hat sich in seiner Predigt am Gründonnerstag im Pflegetarifstreit hinterdie Caritas gestellt:

„Wenn die Arbeitnehmervertreter wirklich etwas Gutes für die Frauen und Männer in den nichtkirchlichen Einrichtungen tun wollen, dann sollen sie sich dafür einsetzen, dass überall so gut bezahlt wird wie bei der Caritas, und nicht der Kirche, die in Gestalt der Ordenskrankenhäuser und anderer Einrichtungen in diesem Bereich
Pionierarbeit geleistet und Maßstäbe gesetzt hat, ihren Dritten Weg bestreiten.“

Es geht um den Vorwurf, die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes habe verhindert, dass den Pflegekräften eine bessere Bezahlung zuteil werde, weil sie sich geweigert hat, der Ausdehnung eines von den Gewerkschaften ausgehandelten Flächentarifvertrags in der Altenpflege auf die gesamte Pflegebranche zuzustimmen.

Mittlerweile hätten sogar die Kritiker selbst einräumen müssen, dass die Caritas wesentlich besser bezahle als andere Träger sozial‐caritativer Einrichtungen, so der Bischof. Für ihn dränge sich vielmehr der Verdacht auf, dass es in der Kritik an der Caritas gar nicht um gerechtere Bezahlung der Pflegekräfte gehe. Vielmehr solle dem sogenannten „Dritten Weg“ der Garaus gemacht werden.

Der „Dritte Weg“ ist eine besondere Form der Tarifeinigung, die die Katholische Kirche in Deutschland für sich und ihre Einrichtungen geschaffen hat, um Arbeitsvertragsbedingungen auszuhandeln. Die Arbeitsbedingungen werden nicht durch weltliche Instrumentarien wie Tarifverträge, Streiks und Aussperrung, sondern durch paritätisch besetzte arbeitsrechtliche Kommissionen festgelegt.

Bischof Voderholzer belegte die Tarifpolitik konkret mit Zahlen: Der Mindestlohn, etwa für einen Pflegehelfer, eine Pflegehelferin sieht nach dem allgemeinverbindlichen Tarif 11,80 € vor. Der Caritas‐Tarif sieht über 4 Euro mehr die Stunde vor, nämlich 15,90 €. Dasselbe gilt für den Mindestlohn einer examinierten Pflegekraft. Nach allgemeinverbindlichem Tarif werden hier 15,00 € bezahlt. Nach dem Caritas‐Tarif 19,20 €.

Zudem fehlen beim allgemeinverbindlichen Tarif die betriebliche Altersversorgung und Regelungen zu Arbeitszeitmodellen.

Quelle: Bistum Regensburg


Bischof Voderholzer segnete das Krankenöl, das Katechumenenöl und Chrisam

Am Montag dieser Karwoche hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter die Missa chrismatis gefeiert, in der die Weihe der heiligen Öle vorgenommen wird.

Zudem haben die anwesenden Priester aus der ganzen Diözese die Erneuerung ihres Weiheversprechens abgelegt.

Intensiv wurde das Prinzip der Stellvertretung gelebt: Die anwesenden Regionaldekane und Dekane standen für die vielen Priester im Bistum. Auch Gläubige, darunter vier junge Menschen waren gekommen. Es war bereits die zweite Missa chrismatis während der Pandemie, diesmal waren allerdings wesentlich mehr Personen anwesend als ein Jahr zuvor.

Vor der Pandemie waren zu diesem Termin traditionell die künftigen Firmlinge in den Dom gekommen. „Diesmal müssen wir wieder auf das sprudelnde Leben verzichten, das die jungen Leute sonst mitgebracht haben“, sagte Bischof Voderholzer.

Der Tag wird herbeigesehnt, an dem es wieder möglich sein wird, in der großen Gemeinschaft den Gottesdienst zu feiern: „Aber wir wollen nicht das Virus, sondern die Glaubensfreude verbreiten.“

Die Öle wurden für den Gebrauch im Bistum gesegnet. Sie sind das besondere Zeichen für die Einheit in der Diözese Regensburg. Im Anschluss an die Feier erhielten die Dekane bzw. von ihnen beauftragter Priester aus dem ganzen Bistum, teilweise von Laien unterstützt, die Öle, die sie in Gefäße füllten und in die Dekanate brachten.

Mit den Krankenölen wird bei der Krankensalbung die Hand eingerieben, wobei Sündenvergebung zugesprochen sowie um Heilung, Genesung und das Bestehen einer schwierigen Situationen wie einer Operation gebetet wird.

Das Katechumenenöl wird für Erwachsene eingesetzt, die sich auf den Empfang der Taufe vorbereiten.

Das geht auf den antiken Brauch zurück, Kämpfer für den Ringkampf zu salben. Entsprechend steht das Öl dafür, dass die Katechumenen den Glauben erringen können.

BILD: Erwachsenen-Taufe im Dom von Regensburg

Am häufigsten aber wird das Chrisamöl gebraucht: bei der Taufe als Erweiterung und Vertiefung des Übergießens mit Wasser. Es handelt sich um ein duftendes und stärkendes Oliven- sowie auch Rosenöl. In Israel wurden einst die Propheten, Priester und Könige gesalbt.

Bischof Dr. Voderholzer: „Jesus Christus ist der schlechthin Gesalbte: der Christus.“

Eingesetzt wird der Chrisam ebenfalls bei der Firmung, bei Priester- und Bischofsweihen, zudem ei der Weihe von Kirchen, konkret der Altarweihe sowie bei der Segnung der Apostelleuchter und der Apostelsteine: „Die Kirche ruht auf dem Zeugnis der zwölf Apostel auf, deshalb wird auch bei diesen Gelegenheiten gesalbt.“

Schließlich werden die Kirchenglocken ebenfalls gesalbt.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Regensburger Oberhirte begrüßt vatikanisches Segensverbot für homosexelle Partnerschaften

Stellungnahme von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Responsum der Glaubenskongregation vom 15. März 2021:

Ich begrüße das Responsum der Glaubenskongregation und danke für die darin enthaltene Klarstellung. Die Glaubenskongregation hat deutlich gemacht, dass die Kirche nicht die Vollmacht hat, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen.

Papst Franziskus hat die Veröffentlichung des Dokumentes und der begleitenden Erläuterungen gutgeheißen.

Mit dem Papst und den Mitgliedern der Familiensynode von 2015 unterstreiche ich zugleich, „dass jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll und sorgsam zu vermeiden ist, ihn ‚in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen‘“ (Amoris laetitia 250).

Mit diesem Responsum bekräftigt die Glaubenskongregation die Lehre des nachsynodalen Schreibens „Amoris laetitia“, worin der Bischof von Rom als universaler Hirte der Kirche ausgeführt hatte:

„Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“ (AL 251).

Mit der Weisung, Analogien und Ähnlichkeiten mit dem Ehebund auch in einem weiteren Sinne zu vermeiden, ist die Segnung von Verbindungen zwischen homosexuellen Personen ausgeschlossen.

Über den Ehebund zwischen Mann und Frau lehrt das Zweite Vatikanische Konzil in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche:

„Durch ihre natürliche Eigenart sind die Institution der Ehe und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung. Darum gewähren sich Mann und Frau, die im Ehebund nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch (Mt 19,6), in inniger Verbundenheit der Personen und ihres Tuns gegenseitige Hilfe und gegenseitigen Dienst und erfahren und vollziehen dadurch immer mehr und voller das eigentliche Wesen ihrer Einheit“ (Gaudium et spes 48).

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-voderholzer-begruesst-responsum-aus-rom-7955/


Bischof Voderholzer für dunkelhäutigen König in Krippen und bei Sternsingern

Einen der Hl. Drei Könige als Schwarzen darzustellen sei keine Verunglimpfung von Menschen mit dunkler Hautfarbe, sagte der Regensburger Oberhirte Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) in einer Predigt am Dreikönigstag in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild.

Seiner Erfahrung nach sei der dunkelhäutige König meist sogar die schönste Figur in einer Krippe. Da die Botschaft der Geburt Christi die Menschen in aller Welt betreffe, würden die Darstellungen der Sterndeuter die drei damals bekannten Kontinente repräsentieren.

Sollte es misslungene Darstellungen von dunkelhäutigen Menschen in Krippen geben, wie etwa in Ulm, könne man das korrigieren, sagte der Bischof weiter. Die Universalität der Krippe dürfe jedoch nicht angetastet werden.

Voderholzer gilt als Krippenliebhaber, was er selbst auf seine familiären Wurzeln in Böhmen zurückführt, „wo die Krippe gleichsam zuhause sei“.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-01/voderholzer-krippe-bischof-dunkel-schwarz-koenig-blackfacing.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Foto: Bistum Regensburg