Bischof Voderholzer für dunkelhäutigen König in Krippen und bei Sternsingern

Einen der Hl. Drei Könige als Schwarzen darzustellen sei keine Verunglimpfung von Menschen mit dunkler Hautfarbe, sagte der Regensburger Oberhirte Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) in einer Predigt am Dreikönigstag in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild.

Seiner Erfahrung nach sei der dunkelhäutige König meist sogar die schönste Figur in einer Krippe. Da die Botschaft der Geburt Christi die Menschen in aller Welt betreffe, würden die Darstellungen der Sterndeuter die drei damals bekannten Kontinente repräsentieren.

Sollte es misslungene Darstellungen von dunkelhäutigen Menschen in Krippen geben, wie etwa in Ulm, könne man das korrigieren, sagte der Bischof weiter. Die Universalität der Krippe dürfe jedoch nicht angetastet werden.

Voderholzer gilt als Krippenliebhaber, was er selbst auf seine familiären Wurzeln in Böhmen zurückführt, „wo die Krippe gleichsam zuhause sei“.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-01/voderholzer-krippe-bischof-dunkel-schwarz-koenig-blackfacing.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Foto: Bistum Regensburg


Bischof Voderholzer über das Mannsein Christi und das Weiheamt in der Kirche

Gott ist Fleisch geworden – das ist die zentrale Botschaft von Weihnachten. Das hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt am Weihnachtstag im Regensburger Dom gesagt.

Dass Christus ein Mann war, habe Konsequenzen für das Weiheamt in der Kirche.

„Die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen gehen davon aus, dass zur Repräsentation Christi, des Hauptes der Kirche, von seiner natürlichen Zeichenhaftigkeit her das männliche Geschlecht gehört“, stellt Bischof Dr. Rudolf Voderholzer fest: „Es gibt kein Menschsein jenseits oder unabhängig von geschlechtlicher Bestimmung.“

Die biblischen Zeugnisse und die Liturgie der Kirche lassen keinen Zweifel am konkreten Menschsein Jesu „als männliches Wesen“. So heiße es im Introitus des 25. Dezember: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“

„Es wird versucht, das Glaubensbekenntnis der Kirche gegen die kirchliche Tradition auszuspielen“, beobachtet der Regensburger Oberhirte. Mit Hinweis auf das Credo werde vorgebracht, der Sohn des Vaters sei Mensch geworden, nicht Mann.

Dem setzt der Bischof entgegen: „Nach biblischem Verständnis und auch den Texten altkirchlicher Liturgie gehört die geschlechtliche Bestimmung zum ganzen Menschsein hinzu, eine abstrakte menschliche Natur jenseits davon hat auch das Credo der Kirche nicht im Sinn“.

Gott ist Fleisch geworden. Fleisch, das ist der Mensch auch dadurch, dass er auf vielfältige Weise begrenzt ist, insofern er müde oder krank werden kann, ja sterben kann. Dass Gott Fleisch geworden ist, bedeute Hoffnung: „Von Jesus dürfen wir glauben, dass wir durch seine Wunden geheilt sind.“

Bischof Dr. Voderholzer schließt mit Worten, die Kraft spenden: „Das Wort ist Fleisch geworden, es hat unter uns gewohnt, es hat unter uns sein Zelt aufgeschlagen, es hat alles mit uns geteilt, unsere Krankheiten, selbst den Tod auf sich genommen. Und Christus geht mit, auch diese Wegstrecke.“

Quelle: Bistum Regensburg


Gedenktag des sel. Berthold von Regensburg

Anlässlich des Gedenktags des seligen Berthold von Regensburg hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Montagabend im Dom St. Peter ein Pontifikalamt gefeiert.

In den vergangenen Jahren war der Gottesdienst in der Minoritenkirche gefeiert worden, in der der Selige gewirkt hatte und auch zunächst bestattet worden war. Aufgrund der Situation fand der Gottesdienst in diesem Jahr im Dom statt.

Auch diese Verlegung ist eine Verwirklichung des bereits sprichwörtlichen „Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen“.

Bischof Dr. Gerhard L. Müller hatte als Oberhirte von Regensburg die Tradition begründet, in der seit rund 200 Jahren profanierten Kirche wieder die heilige Messe zu Ehren des Seligen zu feiern.

Berthold von Regensburg war weit über die Mauern der Stadt hinaus als kräftiger Prediger bekannt. Bischof Rudolf nannte ihn „einen der großen Prediger und besonders auch Bußprediger“. Er gratulierte allen, die den Namen des Seligen tragen, so z.B. Diakon Berthold Schwarzer, der an diesem Abend am Altar assistierte.

Die Reliquien des seligen Berthold waren eigens aus der Bischofsgruft empor getragen worden. Der Holzschrein, der die sterblichen Überreste des Seligen enthält, wurde nur vom Schein zahlreicher Kerzen erleuchtet.

In seiner Predigt verwies der Bischof auf die sehr dunkle Zeit, in der der Text des Adventsliedes „O Heiland reiß die Himmel auf“ aus der Feder des Jesuiten Friedrich von Spee (1591 – 1635) entstanden war. Von Spee hatte ihn während des grausamen Dreißigjährigen Krieges getextet. Schwierige Zeiten: Er hatte sich gegen das Phänomen des Hexenwahns gestellt, das in der Neuzeit wiederholt aufgetreten war.

Überhaupt gelte es, die christliche Hoffnung, auch und gerade in schweren Zeiten nicht aufzugeben, sagte der Bischof von Regensburg.

Zur Vita des seligen Berthold: Wohl um 1210 in Regensburg geboren, trat Berthold im Jahre 1226 in die Gemeinschaft der Minderbrüder, der Franziskaner, ein. Hunderte, gar tausende Zuhörer nennen die Chronisten bei den Predigten des seligen Berthold von Regensburg, der sich als wortgewaltiger und weitgereister Prediger einen Namen machte. Von ihm sind rund 400 lateinische und 70 mittelhochdeutsche Mitschriften von Predigten in ganz Europa überliefert. Die Volkspredigt war in Zeiten, in denen nur wenige Menschen des Lesens und Schreibens mächtig waren, ein Massenmedium.

Berthold verstarb wohl am 13. oder 14. Dezember 1272 in Regensburg und wurde zunächst in der Minoritenkirche im südlichen Seitenschiff beigesetzt. Im Zuge der Klosterauflösung vor gut 200 Jahren im Rahmen der Säkularisation wurde seine Grabplatte in einem Privathaus verbaut, 1862 wiederentdeckt und dann im Domkreuzgang platziert. Bertholds Grabplatte hat heute ihren Platz wieder zentral im Chorraum der Minoritenkirche.

Quelle (Text / Fotos): Bistum Regensburg


Bischof Voderholzer weihte im Regensburger Dom sieben Männer zu Diakonen

Sieben Männer empfingen am heutigen Samstag (5.12.) im Regensburger Dom St. Peter durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Weihe zum Diakon.

Die Weihekandidaten versprachen ihrem Bischof Gehorsam und die Bereitschaft zum Dienst in der Kirche. Sie erhielten ihre Gewänder und das Evangeliar.

Im kommenden Jahr, Ende Juni 2021, werden die sieben Männer in der Regensburger Kathedrale zu Priestern geweiht.

In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die Einsetzung des Sieben-Männer-Amtes in der Apostelgeschichte, das seit frühester Zeit mit den Diakonen identifiziert wird. Die Apostel richten es ein und die Hauptaufgabe sollte die Sorge sein um die Bedürftigen, die Armen, die Kranken usw. in der Pfarrei. Die Apostel konnten sich so auf die Verkündigung, den Gottesdienst, die Predigt und den Religionsunterricht konzentrieren.

„Am besten wird es immer sein, wenn die Verkündigung vom Caritas-Dienst gedeckt ist, und wenn umgekehrt das sozial-caritative Tun begleitet wird vom Wort der Verkündigung, von der Erschließung des Glaubens“, erklärte der Bischof.

An die Weihekandidaten gewandt sagte der Regensburger Oberhirte:

„Die Tradition der Kirche hat es aus gutem Grund so eingerichtet, dass vor der Weihe zum Priester die Weihe zum Diakon steht. Das ist nicht ein bloßes Durchgangsstadium, sondern gewissermaßen der Grundton, die Basis, der Bass.

Euer Diakonat fällt in eine Zeit ganz besonderer Herausforderungen. Die Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie sind für viele Menschen eine riesige Belastung.

Ich bitte Euch, zusammen mit den Pfarrern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pfarreien gerade jetzt auch sensibel und kreativ alle Möglichkeiten auszuschöpfen, Kontakte zu halten, zu schauen, dass niemand vergessen wird, zu überlegen, wen könnte ich wenigstens anrufen, eine Karte schreiben, ein Zeichen der Verbundenheit; wo wartet vielleicht jemand schon lange voll Sehnsucht darauf, wahrgenommen zu werden und in verwandelter Form die Hand ausgestreckt zu bekommen. Danke für alle Leidenschaft und Kreativität, die ich in der Seelsorge beobachte!“

Die neuen Diakone:

Neumann, Bastian aus Tirschenreuth, Heimatpfarrei: Pfarrei St. Laurentius in Konnersreuth, Praktikumspfarrei: Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Amberg

Preuß, Henrik Lukas aus Völklingen (Saarland), Heimatpfarrei: Pfarrei Hl. Kreuz im Warndt in Völklingen-Ludweiler, Praktikumspfarrei: Pfarrei St. Georg in Amberg

Rodriguez, Ramon aus Hirschau (geboren in Amberg), Heimatpfarrei: Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Hirschau, Praktikumspfarrei: Pfarrei St. Wolfgang in Regensburg

Skorczyk, Leonard Georg Martin aus Amberg (geboren in Hamburg), Heimatpfarrei: Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit, Praktikumspfarrei: Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Deggendorf

Strätz, Matthias aus Zeil am Main (geboren in Haßfurt, Unterfranken), Heimatpfarrei: Pfarreiengem. Am Weinstock Jesu / Pfarrei St. Michael in Zeil am Main, Praktikumspfarrei: Pfarrei St. Josef in Weiden

Eibl C.R.V., HerrPatrick aus Langquaid (geboren in Hutthurm), Propstei St. Michael der Augustiner Chorherren in Paring/Langquaid, Praktikumspfarrei: Pfarrei St. Pius in Kelheim

Röse C.R.V., HerrAlexander aus Langquaid (geboren in Marburg), Propstei St. Michael der Augustiner Chorherren in Paring/Langquaid, Praktikumspfarrei: Pfarrei St. Ägidius in Lappersdorf

Quelle: Bistum Regensburg – Erste zwei Fotos: © Uwe Moosburger / altrofoto


Regensburg: Bischöfe haben ökumenischen Krippenweg eröffnet

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der evangelische Regionalbischof Klaus Stiegler (siehe Foto) und Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer haben am vergangenen Samstagnachmittag vor dem Alten Rathaus in Regensburg den Ersten ökumenischen Krippenweg eröffnet.

Dies geschah bewusst am Ersten Advent, der bereits mit dem Vorabend beginnt. Regensburg folgt dem Stern – unter diesem Motto steht der Weg, auf dem hauptsächlich in der Regensburger Altstadt, in Schaufenstern wie auch in öffentlich zugänglichen Gebäuden Krippen zu sehen sind.

Tatsächlich haben sich seit der ursprünglichen Konzeption, die von 61 Ausstellungsorten und 80 einzelnen Krippendarstellungen ausgegangen war, viele weitere Aussteller mit ihren Krippenschätzen dazugesellt. Dies wird sehr begrüßt, denn es ist das Anliegen, dass die Darstellung der Geburt Christi im Stall von Bethlehem immer weitere Kreise zieht.

Die Idee zum Ersten ökumenischen Krippenweg geht auf Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sowie auf Regionalbischof Klaus Stiegler zurück, denen die Ökumene der christlichen Gemeinschaften ein besonderes Anliegen ist. Die Stadt Regensburg hat dies gerne aufgegriffen und das Projekt mit Unterstützung der Stadtmarketing Regensburg, der Krippenfreunde und des Kulturreferats der Stadt auf den Weg gebracht.

Die Ausstellung im öffentlichen Raum findet bis zum 6. Januar statt – wenn die Heiligen Drei Könige bei der Geburtsszene angekommen sind, um dem neugeborenen Heiland zu huldigen.

Präsentiert werden in Regensburg Krippen unterschiedlichster Stile. Das Bistum Regensburg, die evangelischen Partner, die Krippenfreunde Regensburg sowie zahlreiche ausstellende Institutionen haben ihre Krippen zur Verfügung gestellt. Kaufleute stellen etwa die Hälfte der Krippen. Krippenvereinsvorsitzender Glas sagte: „Dieser Weg ist ein Ruhepol zur Besinnung und eine gute Vorbereitung auf die Weihnachtszeit.“

Quelle (Text/Foto) und FORTSETZUNG der Meldung hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/die-krippe-gott-schaut-uns-von-unten-an-damit-wir-gross-rauskommen-bischoefe-und-oberbuergermeisterin-eroeffnen-den-ersten-oekumenischen-krippenweg-7794/


1000 Jahre Geschichte: Sudetendeutsches Museum in München eröffnet

Von Susanne Habel

Zur Eröffnungsfeier des neuen Sudetendeutschen Museums in München kamen wegen der Corona-Pandemie nur wenige prominente Gäste, darunter der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (der eine Festansprache hielt und das Museum einweihte) und Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe.

Die ersten Besucher waren begeistert vom Rundgang durch den Prachtbau im Münchener Osten.

BILD: Bischof Voderholzer im Sudetendeutschen Museum, das er eingeweiht hat

Das Museum erstreckt sich auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern direkt im Anschluss an das Sudetendeutsche Haus und zeigt auf fünf Etagen und mit 900 Exponaten die Geschichte dieser Volksgruppe.

Der wuchtige Bau mit Steinplattenverkleidung direkt neben dem Sudetendeutschen Haus steht zur Zeitreise. Der Museumsrundgang beginnt im obersten Geschoß, das man über einen Lift vom Foyer aus erreicht. Von dort geht es über die Ausstellungsetagen immer treppab nach unten.

Vom Treppenhaus öffnen sich dem Besucher aus dem ansonsten aus konservatorischen Gründen fensterlosen Bunker aus auch Ausblicke ins Freie über die Isar auf München. Dann folgt er den Leitlinien am Boden über die Stockwerke nach unten: Chronologisch werden die Epochen abgehandelt, zunächst die Vorgeschichte der Sudetendeutschen, von der ersten Besiedlung bis zur Epoche von Kaiser Joseph II., und die Landschaften vom Egerland im Westen bis nach Sudetenschlesien im Südosten, jede Region mit einem speziellen Schmankerl.

Dazu gibt es eine interaktive Karte mit Touchscreen, auf der jeder Gebiete und Orte aufrufen und weitere Informationen sehen und lesen kann. Ähnliche interaktive Multimediastationen sind auch in den anderen Abteilungen zu finden.

So kann man sich zwischen den Vitrinen mit Kulturschätzen wie einer Madonna Immaculata aus Leitmeritz und einer Kastenkrippe an einem Monitor durch die Religionen und ihre jeweiligen Kultstätten klicken: Vor allem katholisch, aber auch protestantisch und jüdisch waren Land und Leute geprägt. Selbst die christlichen Kirchenfeste sind am Touchscreen zu besuchen.

BILD: Kastenkrippe aus Böhmen

Wirtschaft und Kultur sind die Hauptthemen der nächsten Etage mit Erzeugnissen sudetendeutscher Produzenten: Noch heute kennt man Kunert-Strümpfe, Znaimer Gurken, Pilsner Bier oder Gablonzer Schmuck bekannt, aber es gab viel mehr erfolgreiche Produkte, wie hier zu sehen ist. Auch Vereinswesen, Theater, Musik, das böhmische Bäder- und Kurwesen und und das blühende literarische Leben werden dargestellt.

Die Etage darunter ist der Geschichte der Nationalitäten- und Sprachenkonflikte gewidmet, die in den dreißiger Jahren eskalierten und besonders nach der Gründung der Tschechoslowakei nach Ende des Ersten Weltkriegs zum Aufstieg der Sudetendeutschen Partei bis hin zum „Anschluss“ an den NS-Staat führten.

Schließlich geht es mit erschütternden Exponaten um die Vertreibung und die Nachkriegszeit mit dem harten Neubeginn und der Aufbauleistung der Heimatvertriebenen. Trotz der Fülle des Materials ist der Weg durch die Geschichte nicht anstrengend, sondern immer spannend und mühelos zu bewältigen.

Alle Abteilungen sind barrierefrei und gut lesbar deutsch, tschechisch und englisch beschriftet.

BILD: Statuette des traditionsreichen Prager Jesuleins

Wem all die Exponate, Texte, Filme und Medienstationen nicht genügen, der kann über einen Mediaguide vertiefende Informationen zu den einzelnen Abteilungen, Interviews mit Zeitzeugen oder Details zu Exponaten abrufen. Das Haus bietet Modelle zum Anfassen, Bücher und Zeitungen und Medienstationen.

Die Finanzierung der Baukosten von über 25 Millionen Euro wurde schließlich zu von zwei Dritteln vom Freistaat Bayern und einem Drittel Bundesrepublik Deutschland übernommen.

Die Sudetendeutsche Stiftung als Träger des Museums trug drei Millionen bei. Nachdem das Münchner Architekturbüro pmp architekten den Wettbewerb gewonnen hatte, baute man von 2015 bis Ende 2019 und nahm seither die Einrichtung und Bestückung des Museums vor.

Voraussichtlich wieder ab Dienstag, 1. Dezember geöffnet: Sudetendeutsches Museum, Hochstraße 10 in 81669 München.
Dienstag bis Sonntag und Feiertag 10 – 18 Uhr; nur nach Anmeldung: Telefon (0 89) 48 00 03 37 oder eMail: museum-anmeldung@sudetendeutsche-stiftung.de.
Bis Jahresende Eintritt frei.

Fotos: Susanne Habel



Bistum Regensburg kritisiert Medienberichte über den „Marsch für das Leben“ in Berlin

Pressemeldung des Bistums Regensburg:

Manches am Marsch für das Leben hat bereits quasi-rituellen Charakter. Dazu gehören Anfragen, ob man denn an einer Kundgebung teilnehmen wolle, die rechtsextrem unterwandert sei. Begründet mit obskurem Twittergeraune, Facebook-Gerüchten oder linksextremen Empörungsphantasien.

Neu war in diesem Jahr, dass sich der Bayerische Rundfunk hergab, dieser Gerüchteküche den Mantel des Ernstzunehmenden umzuhängen.

Zum Ritus gehören auch die Aufrufe von Sozialdemokraten, Grünen, Linken und anderen, gegen die Lebensrechtler zu „demonstrieren“, was de facto darauf hinausläuft, Bürgerinnen und Bürger gewaltsam zu hindern, ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit wahrzunehmen.

BILD: Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer nimmt seit Jahren am Berliner Lebensrechtler-Marsch teil (so auch diesmal)

Es ist nur dem massiven Einsatz und der professionellen Strategie der Berliner Polizei zu verdanken, dass der Marsch für das Leben stattfinden kann. Beim diesjährigen Marsch für das Leben gelang der Polizei dies besonders gut.

Im Jahr 2020 war ansonsten so manches anders als in den Jahren zuvor. Coronabedingt hatten sich weniger Menschen auf den Weg nach Berlin gemacht als ansonsten üblich.

Dennoch: 3.500 Lebensschützer trafen vor dem Brandenburger Tor zusammen. Dabei fiel auf: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer würde man eher zu den jungen Menschen zählen. Es waren wohl besonders die Älteren, die in Coronazeiten zu Hause blieben.

FORTSETZUNG hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/jedes-leben-zaehlt-und-ist-kostbar-marsch-fuer-das-leben-2020-7657/

Foto: Pressestelle Bistum Regensburg


Ökumenischer Gottesdienst nach dem Marsch für das Leben in Berlin

Im Anschluss an den Marsch für das Leben am 19.9.2020 fand auch dieses Jahr ein ökumenischer Gottesdienst statt. Gefeiert wurde er von Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin) und Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Bistum Regensburg), der für den kurzfristig verhinderten koptischen Bischof Anba Damian einsprang.

Erzbischof Koch stellte in seiner Predigt die grundlegende Frage: „Was ist der Mensch, was ist eigentlich seine Größe, seine Würde, was ist sein Leben?“ Bei den wohl etwa 107 Milliarden Menschen, die bisher auf der Erde gelebt hätten, stünde fest: „Jeder Mensch ist groß, denn jeder Mensch ist einmalig. (…) Mensch, vergiss Deine Größe und Würde nie, vergiss sie nicht und fördere die Größe eines jeden Menschen in jeder seiner Lebensphasen.“

Bischof Voderholzer (siehe Foto) dankte in seinem Schlusswort insbesondere all denen, die sich nach Berlin aufgemacht haben.

Neben Bischof Voderholzer und Erzbischof Koch nahmen u.a. Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) und Weihbischof Florian Wörner (Bistum Augsburg) am Marsch für das Leben teil.

Papst Franziskus ließ seine Grüße und seinen Dank durch seinen Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, ausrichten.

Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz unterstützte Bischof Georg Bätzing als Vorsitzender den Marsch für das Leben. Ein ökumenisches Grußwort von Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) und Landesbischof Tobias Bilz (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens) unterstützte den Marsch für das Leben aus Dresden.

In der Verabschiedung nach dem Gottesdienst rief Alexandra Linder dazu auf, gestärkt und ermutigt weiter für das Lebensrecht jedes Menschen zu kämpfen. Sie lud außerdem zum Lebensrechtskongress vom 12.-14. März 2021 auf dem Schönblick und zum nächsten Marsch für das Leben in Berlin am 18.09.2021 ein.

Auch die Polizei bekam für ihre Arbeit einen großen Dankapplaus.

www.bundesverband-lebensrecht.de

 


Nachruf von Papst Benedikt zum Tod seines Bruders Georg Ratzinger

Schreiben von Benedikt XVI. an den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer:

Lieber Bischof Rudolf!

In dieser Stunde, in der Du meinem Bruder den letzten brüderlichen Dienst erweist, ihm das Geleit auf dem letzten irdischen Wegstück gibst, bin ich mit dabei. Es drängt mich, ein Wort des Dankes zu sagen für alles, was Du in diesen Wochen des Abschieds getan hast und tust.

Mein Dank gilt auch all denen, die sichtbar oder unsichtbar in diesen Wochen bei ihm waren und ihm ihre Dankbarkeit für das gezeigt haben, was er in seinem Leben für sie getan und erlitten hat.

Das Echo auf sein Leben und Wirken, das ich in diesen Tagen in Form von Briefen, Telegrammen und e-mails erhalten habe, geht weit über das hinaus, was ich mir hatte vorstellen können. Menschen aus vielen Ländern, aus allen Ständen und Berufen haben mir geschrieben in einer Weise, die mein Herz berührte.

Jedem einzelnen müßte eigentlich eine persönliche Antwort zukommen. Dazu fehlen mir leider Zeit und Kraft, und ich kann nur bei dieser Gelegenheit allen danken für das Mitgehen in diesen Stunden und Tagen. Der Satz von Kardinal Newman bewahrheitet sich für mich gerade jetzt: „Cor ad cor loquitur.“ Durch das Papier hindurch und über alles Papierne hinaus spricht Herz zu Herz.

Es waren vor allem drei Eigenschaften meines Bruders, die in vielen Varianten immer wiederkehrten und die auch mein persönliches Gefühl in dieser Stunde des Abschieds wiedergeben. Zuerst und vor allem wird immer wieder gesagt, daß mein Bruder die Berufung zum Priestertum zugleich als musikalische Berufung empfangen und verstanden hat. Schon in Tittmoning in den ersten Jahren seines Schullebens hat er sich über die Kirchenmusik sorgsam nicht nur informiert, sondern erste Schritte getan, um sie selbst zu erlernen.

Er hat sich in Tittmoning oder in Aschau darüber erkundigt, wie der Beruf heiße, den ein Priester am Dom für die Kirchenmusik ausübt. Dabei hat er den Namen Domkapellmeister erfahren, in dem er irgendwie die Richtung seines Lebens angedeutet sah.

Als er tatsächlich zum Domkapellmeister in Regensburg berufen wurde, war es ihm Freude und Schmerz zugleich, denn unsere Mutter war fast gleichzeitig mit Domkapellmeister Schrems aus dieser Welt abgerufen worden. Wenn Mutter weiter gelebt hätte, hätte er den Ruf nicht angenommen, Chef der Regensburger Domspatzen zu sein. Dieser Dienst ist für ihn immer mehr zur Freude geworden, die freilich durch vielerlei Leid erkauft werden mußte.

Feindseligkeit und Ablehnung haben vor allem anfangs nicht gefehlt. Aber zugleich ist er Vater für junge Menschen geworden, die ihm dankbar als seine Domspatzen zur Seite standen und stehen. Ihnen allen gilt auch mein herzlicher Dank in dieser Stunde, in der ich neu erleben und erfahren durfte, wie er als Priester und als Musiker priesterlicher Mensch gewesen und immer neu geworden ist.

Eine andere Eigenschaft meines Bruders möchte ich noch erwähnen. Da ist zum einen seine heitere Geselligkeit, sein Humor, seine Freude an den guten Gaben der Schöpfung. Zugleich aber war er ein Mann des direkten Wortes, indem er seine Überzeugung offen aussprach. Er hat über zwanzig Jahre in weitgehendster Blindheit gelebt und war so von einem guten Teil der Wirklichkeit ausgeschlossen. Dieser große Verzicht war immer schwer für ihn. Aber er hat ihn auch stets von innen her angenommen und bestanden.

Im letzten aber war er doch ein Mensch Gottes. Auch wenn er seine Frömmigkeit nicht zeigte, so war sie doch über alle Nüchternheit und Redlichkeit die eigentliche Mitte seines Lebens.

Am Schluß möchte ich dafür danken, daß ich in den letzten Tagen seines Lebens noch einmal mit ihm zusammen sein durfte. Er hat nicht um einen Besuch von mir gebeten. Aber ich spürte, daß es die Stunde war, um noch einmal zu ihm zu fahren. Für dieses innere Zeichen, das der Herr mir geschenkt hat, bin ich zutiefst dankbar.

Als ich mich am Montag, dem 22. Juni, morgens bei ihm verabschiedete, wußten wir, daß es ein Abschied aus dieser Welt für immer sein würde. Aber wir wußten auch, daß der gütige Gott, der uns auf dieser Welt dieses Zusammensein geschenkt hat, auch in der anderen Welt regiert und uns dort ein neues Miteinander schenken wird.

Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles, was Du getan, erlitten und mir geschenkt hast!

Und Vergelt’s Gott nochmals Dir, lieber Bischof Rudolf, für den ganz außergewöhnlichen Einsatz, den Du in diesen für uns beide nicht leichten Wochen geleistet hast.

Herzlich
Dein Benedikt XVI.

Quelle (Text/Fotos): https://www.bistum-regensburg.de/news/wort-von-papst-em-benedikt-xvi-zum-tod-seines-bruders-georg-7551/


Benedikt XVI. ist derzeit in Regensburg

Pressemitteilung des Bistums Regensburg:

Es ist ein überraschender Besuch am Krankenbett. Papst emeritus Benedikt XVI. flog heute Vormittag von Rom nach Bayern, um an der Seite seines schwer erkrankten 96-jährigen Bruders zu sein. Es ist vielleicht das letzte Mal, dass sich die beiden Brüder, Georg und Josef Ratzinger, in dieser Welt sehen. 

Das Bistum Regensburg bittet die Öffentlichkeit, diese zutiefst persönliche Begegnung in ihrem privaten Rahmen zu belassen. Sie ist ein Herzenswunsch der beiden hoch betagten Brüder und verträgt weder Fotos noch öffentliche Auftritte noch darüber hinausgehende Begegnungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür.

Alle Menschen, die ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen wollen, sind herzlich eingeladen, ein stilles Gebet für die beiden Brüder zu sprechen. Vergelt‘s Gott.

Der 93-jährige Papst emeritus landete am Donnerstag, dem 18. Juni, gegen 11:45 Uhr in München. Dort hieß ihn Bischof Rudolf Voderholzer herzlich willkommen und begleitete ihn auf der Weiterfahrt nach Regensburg. Der Papst emeritus wohnt im Priesterseminar des Bistums Regensburg. Das Datum seiner Rückreise steht noch nicht fest.

Benedikt XVI. reist in Begleitung seines Sekretärs, Erzbischof Georg Gänswein, seines Arztes, seines Pflegers und einer Ordensfrau. Benedikt XVI. traf die Entscheidung für die Reise zu seinem Bruder nach Regensburg kurzfristig, nachdem er sich mit Papst Franziskus beraten hatte.