Philippinen: Islamisten entführten Katholiken und brandschatzten eine Kathedrale

Die islamistische Gruppe “Maute”, die nach eigenen Angaben mit dem IS in Verbindung steht, “hat die katholische Kathedrale in Marawi City verwüstet und rund 15 Gläubige, darunter ein Priester, mehrere Schwestern und einige Gläubige, die sich in der Kirche zum Gebet aufhielten, verschleppt”, erklärt Bischof Edwin De la Pena von Marawi City im Süden der Philippinen.

Rund einhundert Maute-Milizionäre belagerten gestern die Stadt, nachdem Präsident Rodrigo Duterte auf der Insel das Kriegsrecht ausrief.

Der katholische Oberhirte sagte weiter: “Die Gläubigen hielten sich zum Gebet in der Kirche auf, als die Terroristen in die Kirche eindrangen und sie als Geiseln an einen unbekannten Ort entführten. Danach kamen sie in die bischöfliche Residenz, wo sie unseren Generalvikar Pfarrer Teresito Soganub entführten. Danach legten sie einen Brand in der Kathedrale und in der Residenz. Es ist alles verwüstet. Wir sind entsetzt“.

Der Bischof selbst blieb unversehrt, weil er sich in einer Pfarrei außerhalb Marawis aufhielt:

“Die Terroristen belagerten die ganze Stadt. Die Menschen sind verängstigt und verlassen ihre Wohnungen nicht. Nun warten wir auf die Reaktion der Armee. Die Stadt soll mit dem so wenig Blutvergießen wie möglich wieder zurückerobert werden. Über die Geiseln spricht niemand. Wir haben unsere Kanäle, die Kirche und islamische Religionsvertreter aktiviert und wir hoffen, dass es bald Verhandlungen geben wird und die Entführten gesund zu uns zurückkehren können”, so der Bischof, der mitteilt, dass die Kirche in den vergangenen Monaten mehrfach Drohungen erhalten hatte.

Der Bischof bat die Gottesmutter um ihre Fürsprache, zudem Papst Franziskus und die Christgläubigen in aller Welt um Gebete für die Rettung der Verschleppten.

Unterdessen unterbrach Präsident Duterte angesichts der Krise seinen Besuch in Moskau und kehrte auf die Philippinen zurück.

In Marawi steckten die islamistischen Belagerer auch das Gefängnis und zwei Schulen in Brand. Die Stadt ist von der Armee umzingelt. Der Bürgermeister von Marawi bat die Armee, die Stadt mit ihren 200.000 vorwiegend muslimischen Einwohnern nicht mit Bomben unter Beschuss zu nehmen.

Quelle: Fidesdienst


Bischof Damian begrüßt die weiteren koptisch-katholischen Annäherungen

Pressemitteilung des Koptischen Bischofs für Deutschland, Anbe Damian:

Bei der ersten Auslandsreise des koptisch-orthodoxen Patriarchen Papst Tawadros II. im Mai 2013, unmittelbar nach seiner Amtsübernahme als Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche und als Nachfolger des Heiligen Evangelisten Markus, besuchte er das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche Papst Franziskus im Vatikan. Diese Begegnung war voller christlicher Liebe, Vertrauen, gegenseitigem Respekt und Anerkennung.

Papst Tawadros II. sprach überzeugend davon, dass Seine Heiligkeit Papst Franziskus von den Gnaden des Heiligen Geistes erfüllt sei. Im Herzen und in Taten fing er an, mit Ernsthaftigkeit die restlichen vorhandenen Barrieren zwischen den Schwesterkirchen abzubauen, in der koptischen Heiligen Synode dies zu thematisieren, zu diskutieren und zu behandeln. Ebenfalls offenbarte er seine ernsthaften Absichten, die großen Christus-Feste, gemeinsam mit der katholischen Kirche am selben Tag zu feiern.

Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. entsprach damit meinem Herzenswunsch, dass möglichst bald die volle Gemeinschaft der beiden Schwesterkirchen realisiert werden kann.

Fortschritte in der gegenseitigen Tauf-Anerkennung

Der Gegenbesuch Seiner Heiligkeit Papst Franziskus in Ägypten am 28./29.04.2017 hat enorme politische, pastorale und ökumenische Auswirkungen zur Folge. Er war für das ganze Land Ägypten im Allgemeinen und für die koptische Kirche in besonderer Weise, ein Segen, eine Ehre und eine Freude. Die Energie und die Herzlichkeit der beiden brüderlichen Päpste haben dazu motiviert, die zügige Unterzeichnung der gegenseitigen Taufanerkennung vorzunehmen.

Seit vielen Jahren, auf Anweisungen Seiner Heiligkeiten Papst Kyrillos VI., Papst Shenouda III. sowie Papst Tawadros II. werden keine katholischen Taufen wiederholt, wenn Katholiken in die koptische Kirche aufgenommen werden wollen, z.B. durch Eheschließungen.

Jedoch ist es erforderlich, die koptische heilige Synode als die höchste Autorität unter der Leitung Seiner Heiligkeit Papst Tawadros II. bei einer bilateralen Vereinbarung miteinzubeziehen, ebenfalls ist es angebracht, die anderen altorientalisch-orthodoxen Schwesterkirchen, d.h. die syrische, armenisch-apostolische, äthiopische, eritreische und die indisch-orthodoxe Kirche in diesem Anliegen zu konsultieren.

Wir begrüßen die Herzlichkeit und die Liebe sowie das Vertrauen und die gegenseitige Anerkennung der beiden Schwesterkirchen von Rom und Alexandria durch die bereits vollzogenen christologischen Vereinbarungen (12.2.1988) und erinnern an die Zeit der vollständigen Einheit bis zum Jahr 451 n.Chr. Dies ist unser gemeinsames Ziel für die Kirche unseres Herrn Jesus Christus.

Dabei darf zu keinem Zeitpunkt die eigene Identität und Tradition aufgegeben werden, die das Blut unserer Märtyrer gekostet hat. Wir wünschen daher eine Gemeinschaft in der gewachsenen Vielfalt.

Wir ermutigen unseren Papst Tawadros II., weiterhin zielstrebig zu sein und seine Energie einzusetzen, für die vollständige Einheit der Schwesterkirchen im Sinne der Heiligen Schrift und der Überlieferung unserer Heiligen Väter, unter Mitwirkung und Zustimmung der ehrwürdigen, heiligen, koptischen Synode unter seiner Leitung.

Ich wende mich daher an meine hochverehrten Metropoliten und Bischöfe, sowie dem koptisch-orthodoxen Klerus sowohl in Ägypten als auch im Ausland, die Einheit unserer koptisch-orthodoxen Kirche zu stärken und unserem Oberhaupt Papst Tawadros II., Vertrauen, Respekt, Loyalität und Anerkennung bei seinem Leitungsdienst zu gewährleisten.

Möge unser Gott, Herr und Erlöser Jesus Christus die Kraft und die Freude seiner glorreichen Auferstehung allen Beteiligten schenken.

 

 

 


Jüngste Medjugorje-Botschaft: Opferseelen retten sich selbst und die Welt?

Von Felizitas Küble

Seit sage und schreibe 36 Jahren erscheint angeblich die himmlische Madonna regelmäßig einer Schar von Seher/innen in Medjugorje, einer katholischen Pfarrei in Bosnien-Herzegowina (siehe Foto). 

Obgleich jene Privatoffenbarungen kirchlich nicht anerkannt und vom zuständigen Bischof sogar entschieden abgelehnt werden, sind bereits Millionen Gläubige, Abergläubige und Neugierige aus aller Welt an diesen Pilgerort gefahren, dessen Phänomene kein Ende nehmen wollen. 

Nun wurde die heutige „Privatbotschaft“ Mariens vom 2. Mai 2017 veröffentlicht, die von der Visionärin Mirjana Dragicevic-Soldo bekanntgegeben wurde: http://89583.eu1.cleverreach.com//m/6811161/596291-6c2efe9256a92e68539331d744d5323b

Darin heißt es (Linien zur Hervorhebung von uns):

„Liebe Kinder! Ich rufe euch auf, zu beten, nicht zu ersuchen, sondern Opfer darzubringen – euch selbst zu opfern… Ich bitte meinen Sohn für euch, für euren Glauben, der zunehmend in euren Herzen kleiner wird…Meine Kinder, ihr müsst besser sein. Nur diejenigen, die rein, demütig und mit Liebe erfüllt sind, erhalten die Welt – sie retten sich selbst und die Welt. Meine Kinder, mein Sohn ist das Herz der Welt.“

Dazu ist aus katholischer Sicht Folgendes anzumerken:

  1. Der Glaube der „Seherkinder“ (die natürlich alle längst erwachsen sind) wird also  – der „Madonna“ zufolge  –  immer kleiner. Aha – und das nach 36 Erscheinungsjahren? Wozu dann der ganze fromme Zirkus, wenn sich der Glaube der „Botschaftsempfänger“ trotzdem nicht verstärkt, sondern sogar verringert?!
  2. Daß jene Menschen, die „rein, demütig und mit Liebe erfüllt“ sind, die Welt „erhalten“ – und zugleich „sich selbst und die Welt retten“ –  das ist nicht nur blühender Unsinn, sondern läuft auf eine gefährliche Selbsterlösungslehre hinaus  – wobei diese tugendsamen Leute sogleich die ganze Welt „retten“. Wozu es dann noch der Erlösung durch Christus bedarf, steht in den Sternen.
  3. Christus ist keineswegs das „Herz“ der Welt (was immer dies auch heißen mag), vielmehr ist Satan der Fürst dieser Welt – und Christus ist gekommen, um der verlorenen Menschheit das Tor des Himmels zu öffnen. Er ist also der ERLÖSER der Welt. Wer an IHN glaubt und IHM nachfolgt, wird gerettet, denn in IHM allein ist das Heil.
  4. Es ist richtig, daß alle Christgläubigen dem höchsten Gott z.B. das „Opfer des Lobes“ darbringen sollen, zudem sonstige Verzichtleistungen für Gott und andere Menschen, Selbstüberwindungen, gute Werke  – all dies gehört zum glaubwürdigen Christsein dazu. Wenn sich dieser Aufruf, „Opfer zu bringen“, aber in einen problematischen Kontext (Zusammenhang) befindet, nämlich daß man sich durch derartige Opfer und Tugenden selbst „retten“ könne (ja: gar die ganze Welt), dann handelt es sich offensichtlich um eine Irreführung, die unter dem täuschenden Mantel frommer Worte einhergeht…

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Stellungnahme von Bischof Voderholzer zum Streitthema „Diakonat der Frau“

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat sich am 28. März 2017 in einer Stellungnahme zum derzeit in der Kirche debattierten Thema „Diakonat der Frau“ geäußert:

Von Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg

Bei der Diskussion um die Einführung eines Diakonats der Frau ist zu unterscheiden: Ein nicht sakramental verstandenes kirchliches Amt, dessen Trägerinnen „Diakonissen“ genannt wurden, hat es in der frühen Kirche gegeben.

Vor allem im syrischen Bereich ist bezeugt, dass es aufgrund einer strikten Trennung der Geschlechter besonders dafür beauftragter Frauen bedurfte, die bei der Seelsorge oder auch Krankenpflege in Frauenhäusern oder bei der Taufe erwachsener Frauen assistierten.

Diese historisch fassbaren Frauenämter entsprechen in heutiger Terminologie etwa der einer „Seelsorgshelferin“ oder Krankenschwester (vgl. die „Diakonissen“ im evangelischen Bereich).

So wurde etwa in den 1920er Jahren bei der Gründung der Kongregation der Schwestern der Katholischen Heimatmission auf das historische Vorbild der Diakonissen Bezug genommen, ohne dass man auf die Idee gekommen wäre, dafür die dritte Weihestufe des sakramentalen Dienstamtes in Anspruch zu nehmen.

Natürlich darf man über alles diskutieren und die Quellen immer und wieder neu sichten. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die vom Papst eingesetzte Kommission zu anderen Erkenntnissen kommt als die Internationale Theologische Kommission, die sich vor wenigen Jahren ebenfalls im Auftrag des Papstes schon ausführlich mit der Frage befasst hat. Aber warten wir doch einmal das Ergebnis der neuerlichen Kommissionsarbeiten ab.

Auf jeden Fall gilt es festzuhalten: Eine Gemeindereferentin, Pastoralreferentin, Theologieprofessorin, Ordinariatsrätin, eine Leiterin des Diözesanmuseums oder des Diözesanarchivs, geschweige eine Äbtissin oder Generaloberin einer Schwesternkongregation haben unvergleichlich größere Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten als eine „Diakonisse“ im historischen Sinn.

Was die Empfänger des dreigestuften sakramentalen Dienstamtes in der Kirche betrifft, so hält sich die katholische Kirche (wie auch die Orthodoxie) in der Treue zu ihrem biblischen und frühkirchlichen Ursprung nicht für berechtigt, von der Praxis Jesu abzuweichen, dafür nur Männer auszuwählen, die in ihrem Dienst Christus den Bräutigam der Kirche sakramental vergegenwärtigen.

Dass die Frage in Bezug auf den Diakonat von der Kirche noch nicht ebenso endgültig geklärt wurde, wie in Bezug auf das Presbyterat (Priestertum), hängt damit zusammen, dass die frühkirchliche Lehre vom einen sakramentalen Amt in den drei Stufen von Bischof, Presbyter (Priester) und Diakon, die schon das Konzil von Trient bekräftigt und das Zweite Vatikanischen Konzil erneuert und vertieft gelehrt hat, noch nicht überall in ihrer ganzen Tragweite erfasst ist.

Für den Katholischen Deutschen Frauenbund gibt es meines Erachtens sehr viel wichtigere und wahrhaft politische Zielsetzungen:

Eine klare Positionierung gegenüber dem Gender-Mainstream, wo längst das ursprüngliche und berechtigte Anliegen der Geschlechtergerechtigkeit verlassen wurde und die schöpfungsgegebene Geschlechterpolarität von Mann und Frau infrage gestellt wird; oder der Kampf um eine größere auch finanzielle Anerkennung der Lebensleistung von Müttern, die einen wahrhaft fundamentalen Dienst für unsere Gesellschaft überhaupt leisten; nicht zuletzt der Einsatz für Frauen, die Opfer von Menschenhandel, Sklaverei und sexueller Ausbeutung werden mitten in unserer Gesellschaft – trotz aller Bemühungen auch der Frauenverbände, die nicht übersehen werden, handelt es sich doch gerade bei dem zuletzt angesprochenen Thema um ein Tabu, das unbedingt gebrochen werden müsste.

Diese Themen sind meines Erachtens die (allerdings nicht zeitgeist-konformen) Zeichen der Zeit, auf die zu reagieren wäre.

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/stellungnahme-von-bischof-rudolf-voderholzer-zur-juengsten-debatte-um-den-diakonat-der-frau-5309/


Ökumenische Pilgerreise mit Bischof Damian zur Koptischen Kirche in Ägypten

Von Christian Hohmann

„Einfachheit und Schönheit gehen gut zusammen“, betont Bischof Anba Thomas, als er uns durch das Anaphora-Zentrum der Koptischen Kirche führt. Es liegt an der Autobahn, die von Kairo nach Alexandrien führt und in unmittelbarer Nähe zum Wadi Natrun mit seinen berühmten Wüstenklöstern liegt.

Anaphora besticht durch seine Einfachheit und Schönheit. Eine blühende Oase und ein Tagungszentrum mitten in der Wüste. Neben einem Bibeldorf und einem Zentrum für traumatisierte Mädchen und junge Frauen  gibt es hier ein berufsbildendes Ausbildungszentrum und Öko-Landwirtschaft. Freiwillige aus der ganzen Welt arbeiten hier mit Menschen zusammen, die aus der ärmsten Region Ägyptens, aus Oberägypten, stammen.

Dort liegt das Bistum von Bischof Thomas. Es sind vor allem junge Frauen und einige Männer, die hier eine Ausbildung absolvieren, um dadurch ihren Familien helfen zu können.

„Hinter jedem Mädchen steht eine Geschichte“, sagt Bischof Thomas leise und fährt fort: „In jedem Menschen sollten wir Gottes Schönheit entdecken und mit diesem Bewusstsein andere Menschen aufrichten. Wir bilden auch Führungskräfte aus, um unsere Gesellschaft zu verändern.“

Ägypten leidet unter Armut, Analphabetismus und unter einer hohen Arbeitslosigkeit, wozu auch der deutliche Einbruch des Tourismus beigetragen hat. Die zahlreichen und großzügig angelegten Ferienanlagen am Golf von Suez, die wir auf dem Weg zum St. Pauluskloster sehen, stehen weithin leer. Trotzdem wird eifrig weitergebaut in der Hoffnung, demnächst Touristen aus China und aus Russland zu gewinnen.

Das St. Paulus-Kloster am Roten Meer gilt als das älteste christliche Kloster überhaupt und geht zurück auf Paulus von Theben, der als erster Wüsten-Eremit im 4. Jahrhundert hier 90 Jahre lang gelebt hat und im Pauluskloster auch begraben ist.

Hier feiern wir – eine ökumenische Pilgergruppe – zusammen mit Bischof Anba Damian einen koptischen Gottesdienst in einer der vier alten Kirchen des Klosters. Sehr herzlich werden wir vom Abt des Klosters, Bischof Anba Daniel, zu einem einfachen Mittagessen in ein Pilgerhaus auf dem Klostergelände eingeladen.

Zur Zeit ist Fastenzeit. Daher ist es eine große Ausnahme, dass wir als Pilgergruppe im Kloster nicht nur begrüßt, sondern auch bewirtet werden. Bischof Daniel beherbergt in diesem Pilgerzentrum vor allem ältere Menschen und Menschen mit wenig Einkommen, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, Erholung und seelische Stärkung zu finden.

„Unsere Klöster sind die Lunge der koptischen Kirche“, betont Bischof Damian. Sie sind geistliche Zentren, die nicht nur von Pilgergruppen regelmäßig aufgesucht werden, sondern in den letzten Jahren einen enormen Zulauf zu verzeichnen haben.

In den vier Klöstern im Wadi Natrun gibt es jeweils mehr als 100 Mönche. In der Regel müssen die Mönche, bevor sie überhaupt ins Kloster eintreten können, einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen haben.

In der Nähe des Paulus-Klosters befindet sich das Antonius-Kloster, das älteste dauerhaft bewohnte christlichen Kloster – ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert. Dort zeigt uns Bischof Anba Youstos, der als Abt dem Antoniuskloster vorsteht, eine große Solaranlage außerhalb der Klostermauern. Damit können sie zwei Drittel des Energiebedarfes im Kloster decken. Eine Wasserquelle innerhalb der Klosteranlage trägt dazu bei, dass die Mönche ihren täglichen Bedarf an Trinkwasser zur Verfügung haben und nur wenig Wasser zusätzlich mit Hilfe von Tankwagen für die Bewässerung im Bereich der klostereigenen Landwirtschaft heranholen müssen.

Ohne Sicherheitsbegleitung ist eine solche Pilgerreise zur Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten zur Zeit noch nicht möglich. Auf dem Weg zurück nach Kairo werden wir von zwei Sicherheitsfahrzeugen begleitet.

Im koptischen Viertel von Kairo (Alt-Kairo) empfangen uns die Schwestern des St. Georgs-Klosters mit Obst und Gebäck. Jede Woche versorgen sie Menschen, die unter Armut leiden, mit Kleidung, Essen und medizinischer Hilfe. Ihr Kloster untersteht direkt der Aufsicht des koptischen Patriarchen, Papst Tawadros II., der seinen Sitz gegenüber der St. Markus-Kathedrale in Kairo hat.

Ein besonderer Moment ist die Audienz bei Papst Tawadros. Das Gruppenbild für die Pressestelle des Patriarchats arrangiert der Papst selber. Unserer Gruppe gegenüber betont er das ökumenische Miteinander der Christen heute. Dass während unseres Aufenthalts koptische Christen, darunter auch ein Priester und Kinder auf der Sinaihalbinsel von IS-Terroristen ermordet worden sind, erwähnt er nicht.

Wie bedroht koptische Christen in Ägypten sind, sehen wir in der Kirche St. Peter und Paul, die sich direkt neben der St. Markus-Kathedrale befindet. Die heftigen Auswirkungen des Anschlags vom 11. Dezember 2016 sind noch zu sehen. Neue Holztüren wurden inzwischen eingesetzt, auch das Dach, das durch die Druckwelle nach oben weg geflogen war, ist erneuert worden. Damals starben 29 Menschen durch die Tat dieses Selbstmordattentäters.

Wir erfahren, dass er sich einen Tag zuvor erkundigt hatte, wann in der St. Georgs-Kirche Gottesdienst gefeiert wird mit dem Hinweis darauf, dass er am Christentum interessiert sei. Gemeinsam beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen und für die große Zahl der verletzten Menschen. Doch die sich derzeit vollziehende Flucht koptischer Christen aus dem Sinai zeigt, dass die Lage für die Christen in Ägypten sehr  besorgniserregend ist und sie immer wieder bedroht werden.

Christian Hohmann ist Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe

Foto: C. Hohmann  –  Gemälde: Evita Gründler


Mostar: Bischof Peric bekräftigt seine Ablehnung der Medjugorje-„Erscheinungen“

Bischof Ratko Peric, der katholische Oberhirte von Mostar, gab am vergangenen Montag eine Erklärung ab, in welcher er erneut bekräftigt, daß die Gottesmutter in Medjugorje nie erschienen sei, daß es sich hierbei vielmehr um manipulative Vorgänge handle, in die auch Priester mitverstrickt seien. medjubuch

Das gelte auch für die ersten sieben Tage der Erscheinungen im Sommer 1981. Schon damals seien zahlreiche Widersprüche in den Aussagen der kindlichen bzw. jugendlichen Seher/innen aufgetaucht. 

Er wies darauf hin, daß es mehrere kirchliche Untersuchungskommissionen gegeben habe und man durchaus nicht von einer Glaubwürdigkeit der Phänomene ausgehen könne.

BILD: Dieses Buch „Der Medjugorje-Betrug“ klärt auf, bringt Fakten und Hintergründe. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/26/buch-empfehlung-der-medjugorje-betrug/

Der für Medjugorje zuständige Bischof merkt zudem an, daß es im Zusammenhang mit den angeblichen Erscheinungen zu etlichen Merkwürdigkeiten gekommen sei, etwa hinsichlich eines seltsamen Lachens der „Madonna“.

Zudem verschwinde sie nach gewissen Fragen und kehre danach wieder zurück; sie erlaube Visonären, auf ihrem Schleier zu stehen, der sich auf dem Boden befände; andere  Personen dürften ihren Körper und ihre Kleidung berühren: „Dies ist nicht die Maria aus dem Evangelium“, erklärte der Oberhirte abschließend.

Quelle für die Zitate (englisch): http://www.total-croatia-news.com/lifestyle/17006-local-bishop-there-were-no-apparitions-of-virgin-mary-in-medugorje


Assyrischer Bischof sammelte Riesensummen, um 226 Geiseln vom IS freizukaufen

Am 23. Februar 2015 hatten die IS-Terroristen 25 christliche Ortschaften angegriffen und hunderte von Menschen entführt. Wer fliehen konnte, informierte seine Verwandten im Westen über die Angriffe. Niemand wußte genau, wie viele entführt wurden, aber alle waren sicher, dass sie ermordet würden.bischof-mit-geiseln

Nach einer Woche gaben die Terroristen bekannt, daß 17 Männer, die aus dem Dorf Tal Goran stammten, freigelassen werden könnten. Vier Frauen sollten bleiben. Die Extremisten sandten einen Mann, der die Nachricht dem christlich-assyrischen Bischof in Hassakeh überbrachte.

BILD: Bischof Athneil inmitten der befreiten Geiseln

Der IS verlangte 50.000 Dollar für jede Person in der Gruppe. Das hätte über 11 Millionen Dollar für alle Entführten bedeutet. Ursprünglich hatten die Militanten nach einem Bericht von Newsweek sogar 100.000 Dollar pro Kopf gefordert.

Einige der Gefangenen wurden freigelassen, nachdem Bischof Mar A. Athneil den Terroristen antwortete. Er initiierte geheime Verhandlungen, um auch die anderen zu befreien. Die Nachricht über das geforderte Lösegeld verbreitete sich über die sozialen Medien, und die Gemeinden der Assyrer begannen, Geld für die Befreiung der verbliebenen Geiseln zu sammeln.

Ab November 2015 liess ISIS alle zwei Wochen Geiseln frei. Am 22. Februar 2016 erhielt der Bischof eine letzte Liste von 43 verbleibenden Geiseln. Aber in Hassakeh kamen nur 42 an. Es brauchte einen weiteren Monat von Verhandlungen, bevor der IS auch die 16-jährige Maryam David Talya freiliess.

Quelle und vollständiger Bericht hier: http://www.livenet.ch/themen/gesellschaft/international/asien/301867-bischof_kauft_226_geiseln_in_syrien_frei.html