Bischof Bätzing stoppt Homopaar-Segnungen

Mathias von Gersdorff

Es wurde Bischof Georg Bätzing offenbar zu heiß: Immer mehr war von einer Kirchenspaltung, deutschem Schisma und Exkommunikation die Rede. 

Stark zusammengefasst: Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat ein Ende der geplanten Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare angeordnet.

In einer DBK-Pressemeldung heißt es dazu:

„Es gehört zum pastoralen Dienst der Kirche, all diesen Menschen in den jeweils konkreten Situationen auf ihrem Lebensweg gerecht zu werden und sie seelsorglich zu begleiten. In diesem Zusammenhang halte ich aber öffentliche Aktionen, wie die für den 10. Mai geplanten, nicht für ein hilfreiches Zeichen und einen weiterführenden Weg. Segnungsgottesdienste haben ihre eigene theologische Würde und pastorale Bedeutung. Sie sind nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet.“

In den letzten Tagen wuchs in Deutschland, aber vor allem im Ausland das Entsetzen über die vielfach grimmige und garstige Reaktion auf eine Stellungnahme der Glaubenskongregation, die solche „Segnungen“ ausdrücklich verboten hat.

Die Revolte drohte ein Ausmaß zu erreichen, das den Vatikan zum Handeln gezwungen hätte. Ein solches Vorgehen entspricht allerdings nicht der Handlungsweise von Papst Franziskus.

Bischof Bätzing (siehe Foto) hat aber die „Segnungen“ als solche nicht verurteilt. Man solle darüber im sog. „Synodalen Weg“ diskutieren. Das bedeutet: Auch der DBK-Vorsitzende hält nicht viel von der Position der Glaubenskongregation.

Der Konflikt wurde also bestenfalls entschärft, die Revolte des deutschen Progressismus lodert weiter, denn man will ihn nicht in die Schranken des römischen Lehramtes weisen.

Ein wichtiger Teil des deutschen Episkopats spielt weiterhin mit dem Feuer: Es ist nicht garantiert, dass sich die radikal-progressive Basis immer wieder disziplinieren läßt. Eines Tages – möglicherweise schon bald – könnte ein Brand entstehen, der den deutschen Katholizismus weitgehend verzehrt. 

Unsere Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist kath. Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“; zudem betreibt er diesen Blog: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/


Benedikt XVI. besorgt über „Verwirrung“

Benedikt XVI. sorgt sich laut seines Privatsekretärs Georg Gänswein über den Zustand der Kirche in Deutschland. Er nehme einen „Mangel an Einheit in nicht wenigen grundlegenden Aspekten des Glaubens“ wahr.

„Es ist überdeutlich, dass die Situation der katholischen Kirche in Deutschland heute von Spannungen und Verwirrungen geprägt ist“, sagte Erzbischof Gänswein.

Er fügte hinzu, es fehle bei deutschen Bischöfen an einer einheitlichen Haltung. Dies müsse „schnellstmöglich geklärt werden, um schwerwiegende Folgen für den Glauben und die Kirche in Deutschland abzuwenden“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.domradio.de/themen/benedikt-xvi/2021-04-11/von-spannungen-und-verwirrungen-gepraegt-gaenswein-benedikt-xvi-besorgt-ueber-kirche-deutschland


Andreas Englisch beim Kaffeesatzlesen in Rom

Von Felizitas Küble

Unter dem enthüllungsschwangeren Titel „Wer die wahren Feinde von Papst Franziskus sind“ berichtet NEWS-online über die neuesten Mutmaßungen von Andreas Englisch: https://www.news.at/a/papst-franziskus-feinde-11967823

Das Interview der österreichischen Illustrierten mit dem Vatikanreporter und BILD-Journalisten erschien zwar am 1. April, ist aber ernst gemeint, obwohl manches daraus sich eher als Aprilscherz eignen würde.

Englisch hat schon früher gerne den Eindruck erweckt, als habe er einen besonderen Einblick hinter die Kulissen des Vatikan und einen optimalen Durchblick bei der Einschätzung von Päpsten und ihrer Persönlichkeit.

So ergab es sich, daß er Papst Johannes Paul II. gerne in den Himmel lobte, wogegen er Papst Benedikt vor allem moraltheologisch sehr skeptisch kommentierte und bereits zu dessen Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation als erzkonservativen und lebensfremden Gelehrten ins Eck stellte.

Natürlich fühlt sich der Buchautor jetzt dazu berufen, Papst Franziskus gegen seine vermeintlichen „Feinde“ im Vatikan zu beschützen. So schreibt News im Vorspann zum Englisch-Interview wörtlich: „Die komplette Kurie arbeitet gegen Papst Franziskus.“

Ganz in diesem Sinne bzw. Unsinne hat der fliegende Vatikan-Korrespondent nun ein Buch namens „Der Pakt gegen den Papst“ herausgebracht. Aufregende Titel versprechen Verlag und Autor eine erfolgreiche Auflage und vielleicht wochenlange Mediendiskussionen über diese Neuerscheinung.

NEWS erklärt, Andreas Englisch enthülle in seinem Interview, „was wirklich hinter dem Verbot der Segnung homosexueller Paare steht“, denn der Vatikan sei derzeit nichts weniger als der „Schauplatz eines kalten Krieges“, von Osterfrieden demnach keine Spur.

Gleich eingangs sagt der Rom-Reporter der Zeitung: „In diesen Wochen erleben wir einen sensationellen Kampf zwischen dem Papst und seinen Gegnern.“

Es geht also rund hinter den dicken Mauern des Vatikan.

Stellt sich nur die Frage, warum das Responsum mit dem Verbot der Segnungen von Homo-Partnerschaften mit ausdrücklicher Zustimmung des Pontifex erschienen ist.

Aber Englisch scheint Papst Franziskus für ein ausgekochtes Schlitzohr zu halten, das um zehn Ecken herum denkt. Nicht weit von Verschwörungstheorien entfernt, läßt uns der umtriebige Enthüllungsjournalist nämlich wissen:

„Was ist, wenn die Konservativen zu ihm gekommen waren und sagten: Wir wollen draufhauen. Keine Segnungen mehr gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Was ist, wenn der Papst gedacht hat:

Lass sie doch, ich unterschreibe das nicht, aber ich stoppe sie auch nicht, denn das wird zu der größten Solidaritätsbekundung von Priestern mit Homosexuellen auf der ganzen Welt führen? Die Konservativen werden mit diesem Verbot eine sensationelle Niederlage einfahren, und genau so ist es gekommen.“

Der bekannte Kaffeesatzleser vergißt bei seiner steilen These aber eine „Kleinigkeit“:

Papst Franziskus hat die Glaubenskongregation mit ihrem Responsum nicht etwa nur gewähren lassen, er hat sie keineswegs nur nicht gestoppt, sondern er hat der Veröffentlichung des Segnungs-Verbots ausdrücklich zugestimmt.

Zweitens konnte der Papst wohl nicht im vorhinein wissen, daß es in großen Teilen der katholischen Welt zu einer derartigen Protestwelle gegen das vatikanische Dokument kommen wird, woran sich in Deutschland sogar die Mehrheit der katholischen Oberhirten mehr oder weniger deutlich mitbeteiligt hat, wobei Bischof Bätzing als Vorsitzender der Bischofskonferenz besonders antirömisch und dreist hervortrat.

Im übrigen kam das Responsum aus Rom nicht überraschend, vielmehr wurde lediglich die bisherige Linie bekräftigt. Das gilt auch für „Amoris laetitia“. Darin schrieb Papst Franziskus: „Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“ (AL 251).

Wohlgemerkt: „…auch nicht in einem weiteren Sinne„, was einen Segen für Homo-Partnerschaften ausschließt.

Andreas Englisch ist außerdem selber ein Mensch mit seinen (scheinbaren) Widersprüchen:

Während er in dogmatischer und sexualethischer Hinsicht sehr progressiv unterwegs ist und die Konservativen in und außerhalb des Vatikan gerne als vorgestrige Dunkelmänner kennzeichnet, ist er bei Themen wie „Mystik“ (was er darunter versteht) und Wundern aller Art ausgesprochen leichtgläubig zugange.

So hat er es Papst Benedikt schwer übel genommen, daß dieser in puncto „Privatoffenbarungen“ sehr nüchtern und zurückhaltend dachte und des öfteren betonte, daß die göttliche Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist, was freilich nicht seine Privatmeinung war, sondern amtliche kirchliche Lehre seit jeher. Doch Englisch fühlte sich mit seiner überquellenden Neigung zur Wundergläubigkeit von dieser päpstlichen Besonnenheit nicht sonderlich angesprochen.

Diese kuriose Haltung fiel uns schon vor 9 Jahren auf – siehe hierzu unser Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/17/andreas-englisch-uber-papst-benedikt-und-seinen-vorganger-den-%e2%80%9ejahrtausendpapst/


Kenia: Bischöfe protestieren gegen Gender

Die Gender-Ideologie bedroht aus Sicht der Bischöfe in Kenia die Errungenschaften und Rechte der Frauen. Darauf weisen die katholischen Oberhirten in Berichten für die UNO hin und bekräftigen darin ihren Standpunkt:

Ja zum Schutz der Grundrechte aller Menschen, ohne Unterscheidung der sexuellen Orientierung, nein zur Förderung und Schaffung neuer Rechte auf der Grundlage von Ideologien, die die biologische sexuelle Differenz als veraltetes, kulturelles Vorurteil bestreiten.

Die Bischöfe legten ihre Berichte dem unabhängigen Experten der Vereinten Nationen für den Schutz vor Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität (Sogi) vor. Der Hinweis bezieht sich auf einen aktuellen Sogi-Bericht, der bei der nächsten Sitzung des Menschenrechtsrates (Hrc) vom 21. Juni bis 9. Juli vorgestellt wird.

Die Bischöfe äußern „tiefe Besorgnis“ über den Inhalt des neuen Berichts, der, wie sie sagen, eine klare ideologische Ausrichtung „zugunsten der radikalsten Gender-Theorien und -Politik“ habe. Damit würden „die Grundlagen“ des Schutzes der Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen und Männern untergraben.

Insbesondere ziele Sogi „eindeutig darauf ab, fanatische Gender-Ideologien voranzutreiben, die versuchen, „jeden Unterschied zwischen Männern und Frauen auszulöschen und die hart erarbeiteten Errungenschaften im Bereich der Menschenrechte von Frauen und Mädchen zu untergraben“.

Die Verabschiedung einer Richtlinie zur Geschlechtsidentität, die bis zu 112 verschiedene Identitäten identifiziert hat, würde zu einer Fülle von Streitigkeiten unter den UN-Mitgliedsstaaten führen. Grund sei, dass letztlich jeder Einzelne aufgrund seines geschlechtlichen „Gefühls“ eine Rechtsverletzung beklagen könnte.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-03/kenia-aethiopien-bischoefe-gender-ideologie-bedrohung-uno-rechte.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Nigeria: Kath. Priester von Terroristen entführt

In Nigeria wurde ein weiterer Priester entführt. Es handelt sich um Harrison Egwuenu, Rektor des St. George’s College in Obinomba. Der katholische Geistliche wurde am 15. März in Abraka im Süden Nigerias entführt.
Laut lokalen Quellen feuerten die Entführer zunächst in die Luft, um Passanten zu erschrecken, holten den Priester aus seinem Auto und ließen das Fahrzeug am Straßenrand zurück. Ein Zeuge soll am Ort der Entführung etwa fünfzehn Kalaschnikow-Patronen gefunden haben.

Entführungen zum Zweck der Erpressung entlang von großen Verkehrsverbindungen werden ebenso wie Massenentführungen von Schülern in Nigeria immer häufiger. Unter den Opfern befinden sich auch mehrere Priester und Ordensleute, obwohl die nigerianische Bischofskonferenz kein Lösegeld zahlt.

Vor den Auswirkungen der zunehmenden Unsicherheit durch kriminelle Banden, bewaffnete Überfälle der meist muslimischen Fulani-Hirten und Aktionen der radikal-islamischen Milizen von Boko Haram warnen die Bischöfe des Landes eindringlich in einer gemeinsamen Botschaft.

Quelle: Fidesdienst


Judenchrist begrüßt Vatikan-Entscheidung gegen Segnung von Homo-Partnerschaften

Von Klaus Moshe Pülz

Viele Medien beklagen die Entscheidung des Vatikan, homosexuelle Partnerschaften nicht zu segnen und sie befragen hierzu gerne inkompetente „Experten“ für Kirchenfragen.

Ich habe mich als Leiter von israelischen Judenchristen (Messianische Bekenntnisgemeinschaft) mehrfach zu diesen Themen geäußert, u.a. in „Bote Neues Israel“ und dem „Katholischen Sonntagsblatt“.

Im Jüdischen heißt es wörtlich „Baruch ata Adonai melech ha-olam (…)“ , das heißt: Gesegnet seist du, oh HERR, König der Welt“.

Wie also erdreisten sich sogar einige deutsche Bischöfe, gleichgeschlechtliche Paare segnen zu wollen und damit den Eindruck zu erwecken, praktizierte Homosexualität sei eine zu segnende Handlung. Katholische Geistliche, die  hierbei eine falsche Toleranz walten lassen, verstärken den Eindruck, vielleicht selbst homosexuelle Neigungen aufzuweisen.

Offenbar ist vielen Christen heutzutage nicht mehr klar, daß auch unsere Lebensführung darüber entscheidet, ob wir dereinst das ewige Leben bei Gott erhalten werden oder nicht.

Dies ist keine Schikane von Gott, sondern dient einer gesunden und vernünftigen Lebensweise. Es ist einfach erschütternd, wie sodomitische Zustände von falschen Propheten propagiert und demzufolge salonfähig gemacht werden.

Ich denke dabei an die Vorhersagen Jesu Christi in Lukas 17,26ff., wo er die Tage vor seiner Wiederkunft vergleicht mit den Tagen Noahs und Lots.

Es ist das Elend der heutigen theologischen Ausbildung, daß man grundlegende Aussagen der Bibel hinsichtlich einer gottwohlgefälligen Lebensführung aus dem Auge verloren hat, was schließlich zu jener Eigendynamik führte, wonach man nicht mehr zwischen Gut und Böse zu unterscheiden vermag.

Viele Theologen unserer Tage haben die Wahrheit und Ordnung Gottes gegen die Lüge und den Dienst am Zeitgeist eingetauscht, anstatt sich der Schöpfungsordnung zu unterwerfen – mit dem Ergebnis, daß sie das Ungebührliche lehren und tun.

Als Folge dieser Fehlhaltung zählt der Apostel Paulus einen ganzen Lasterkatalog auf, wie er auch aus 1. Kor. 6,9-10; Gal. 5,19-21; 2.Tim. 3,2-5; Offb. 21,8 und 22,15 ablesbar ist.

Da ist von Mord, Neid, Ehrabschneiden, Verleumden, Ungehorsam gegenüber Eltern, von Lieblosigkeit, fehlendem Respekt und Erbarmungslosigkeit die Rede; sozusagen als Folgeerscheinungen von Sitten- und Werteverfall. Denn der Mensch ohne Gott ist ein Egoist und Egozentriker, was man vor allem bei machtgierigen Politikern beobachten kann.

All jene, die dem hedonistischen Ungeist die Bahn brechen, gleichen jenen Hebräern, die  –   gerade aus ägyptischer Gefangenschaft befreit  – am Fuße des Berges Horeb/Sinai einem Goldenen Kalb huldigten und orgiastische Tänze vollführten; diese führte zur Bestrafung durch den gleichen Gott, der sie zuvor in die Freiheit geführt hatte.

So ist dieser Irrweg auch heute nur eine Konsequenz aus dem Ungehorsam des Menschen gegenüber der Ordnung Gottes. Daß dabei Theologen führend mit dabei sind, verstärkt noch diese Verführung. 

Unser Autor Klaus Moshe Pülz ist deutsch-israelischer Judenchrist (messianischer Jude; er leitet das „Institut für israels universale Berufung“ und die Zeitschrift „Bote Neues Israel“. Weitere Infos dazu auf http://www.zelem.de


Falsche Weichenstellung: Eine „andere Kirche“ ist das Ziel des Synodalen Weges

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Wer in der Geschichte der Menschheit den „roten Faden“ sucht, wird mit einer Fülle unterschiedlichster Ereignisse konfrontiert. Es fehlt ein Navi.

Es gibt eine andere Betrachtungsweise, die allerdings nur religiösen Menschen weiterhilft: Die Geschichte ist die Auseinandersetzung um den Menschen zwischen Gott und seinem Widersacher.

BILD: Prof. Gindert leitet das „Forum Deutscher Katholiken“

In den Dienst des Widersachers stellen sich auch solche, die nicht an seine Existenz glauben. Sie lehnen Gott ab, weil sie die absolute Autonomie für sich beanspruchen.

Wer die Lehre des menschgewordenen Gottes und seiner Kirche annimmt, kann trotz aller Widerstände und Verfolgung beruhigt bleiben. Weil der Kirche vom HERRN zugesagt ist, dass „die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen“ werden. Mit diesem Navi kann man in die Zukunft fahren. Auch heute erfahren wir den Kampf gegen die Kirche.

Der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer hat die Berichterstattung über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche als „Hysterisierung“ bezeichnet. Er spricht von einer „Generalabrechnung“ mit der Kirche. Hier wird das eigentliche Ziel deutlich. Es ist die „Diskreditierung“ der Kirche als „Institution“.

Niemand braucht sie mehr ernst zu nehmen, was sie in ihrer Lehre sagt. Die Kirche wird noch eine Stufe unter die Diktatur des Relativismus, wonach alle Meinungen gleichberechtigt sind, weil es die Wahrheit nicht gibt, herabgedrückt. Sie kann sich dann nur mehr in der Gesellschaft äußern, wenn sie sich das neue Credo diktieren lässt.

Die „sprunghafte Feindseligkeit“ funktioniert nur, wenn herausragende Repräsentanten als „vorgestrig“ (Benedikt XVI.) oder moralisch angeschlagen (Kardinal Woelki) vorgeführt werden – und die Kirche sich nicht mehr wehrt.

Fischer erinnert daran „dass es massenhaften (sexuellen) Missbrauch im Sport, in Schulen oder mit psychotherapeutischen Praxen und vielen anderen Strukturen gab und gibt.“

Wenn es tatsächlich um das Wohl von Kindern und Jugendlichen ginge, müsste die Kirche, im Interesse der gefährdeten Kinder und der unbescholtenen Priester und Mönche – neben der Aufarbeitung in den eigenen Reihen – auf die geschätzten 97% der Missbrauchsfälle, hinweisen.

Gleiches gilt für eine blasphemische Darstellung von Christus, dem Sohne Gottes. Der Chefredakteur von Idea schreibt dazu: „Wenn es um Mohamed ginge, würden wohl inzwischen Schüsse fallen, Häuser in Brand gesetzt werden“… „Von Kirchen war nichts zu hören.“

Der Kabarettist Jürgen Becker bekam am Rosenmontag in der Kölner Kirche St. Agnes, in einer als „Gottesdienst“ bezeichneten Veranstaltung „ganz offiziell“ eine Bühne, auf der er über die katholische Kirche wettern, Kardinal Woelki herabsetzen und Kardinal Meisner als „Hassprediger“ bezeichnen konnte.

Hauptzelebrant der Veranstaltung war der ehemalige Generalvikar des Erzbistums Köln. Diese Veranstaltung hat sicher das Ansehen der Kirche nicht erhöht.

Für den ehemaligen Bundesrichter Thomas Fischer ist die „Zeit-Taktung der Empörung, der Skandalisierung inzwischen dermaßen Eng geworden, dass die Öffentlichkeit und die Medien, die diese Öffentlichkeit beherrschen, mit ihren Nachrichten kaum mehr Zeit haben, länger als zwei Wochen warten bis endlich irgendwas abgeschlossen ist. Alles müsse stets so aussehen, als ob es gerade zwangsläufig auf einen Höhepunkt hinliefe und etwas ganz Spektakuläres passieren müsste“.

Der „Synodale Prozess“ wurde vorgeblich einberufen, um die Glaubwürdigkeit der Kirche bei den Katholiken und der Gesellschaft zurück zu gewinnen.

Der weltweite Skandal der sexuellen Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen hat sich auch in der Kirche eingenistet. Priester, Ordensleute und sogar Bischöfe sind daran beteiligt. Das verschafft den Kirchengegnern die Möglichkeit, der Kirche die Glaubwürdigkeit abzusprechen, um sie zu schwächen.

Der Regensburger Bischof Voderholzer äußert: „Verlorenes Vertrauen wieder zu erlangen, wird nur gelingen, wenn wir darauf hinweisen, dass die katholische Kirche die erste und bislang noch immer einzige Institution der Zivilgesellschaft in Deutschland ist, die sich diesem großen gesellschaftlichen Problem in ihren eigenen Reihen schonungslos stellt“.

Die Agenda, um das „System aufzubrechen“ liegt seit langem vor: Kirchliche Hierarchie, Priesterbild, Abschaffung des Zölibats, Änderung der kirchlichen Sexualmoral, Neubewertung der Homosexualität, Frauenpriestertun etc. Diese Forderungen kommen aus dem Inneren der Kirche, von Theologen, Priestern, aus katholischen Laienverbänden (ZdK, BDKJ, katholische Frauenverbände).

Aber auch in dieser Situation gibt es Hirten, die den Weg in die Zukunft weisen, ohne sich vor der Verantwortung für die sexuellen Missbrauchsfälle vor ihrer Zeit zu drücken, z.B. Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto unten). Er sagt:

„Erneuerung der Kirche ist nicht von einer Anpassung an Zeitgeist diktierte Vorstellung oder durch Verbilligung der biblischen Botschaft zu erwarten. Die Geschichte zeigt, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums… aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Es ist klar, dass Bischöfe von einer solchen Statur für Kirchenveränderer ein Dorn im Auge sind, weil sie den Weg zu einer „anderen Kirche“ blockieren.

Die deutschen Bischöfe haben am 25. September 2019 das Statut des „Synodalen Prozesses“ beschlossen.12 Bischöfe stimmten dagegen. Einer enthielt sich der Stimme.

Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer hatten zuvor dem „Ständigen Rat“ der Diözesanbischöfe einen „Alternativentwurf“ vorgelegt, dessen Ziel die Ausrichtung auf Neuevangelisierung, katechetische Berufung der Laien, oder, um es mit den Worten von Papst Franziskus zu sagen, der „Primat der Evangelisierung“ war.

Die Diözesanbischöfe lehnten jedoch den „Alternativentwurf“ am 19. August 2019 mit der deutlichen Mehrheit von 21 Stimmen, bei drei Enthaltungen und drei Jastimmen ab.

Wie Bischof Voderholzer in seiner „Persönlichen Erklärung“ nach der Abstimmung in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am 25. September 2019 darlegt, geht die inhaltliche Ausrichtung der vier Foren „an der Realität der Glaubenskrise in unserem Land“ vorbei. Es werden die „wahren Probleme nicht angegangen“. Es gebe „kein Forum Evangelisierung“.

Beim Thema „Laien“ geht es „von vornherein nur um Partizipation, statt um eine Theologie einer in Taufe und Firmung gründenden Sendung in alle weltlichen Lebensbereiche hinein“ (Weltcharakter der Laien). Der Verdacht einer „Instrumentalisierung des Missbrauchs“ sei nicht “ausgeräumt“.

Vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 fand die erste Zusammenkunft der Mitglieder des „Synodalen Prozesses“ statt. Dort wurden mit der Geschäftsordnung die Weichen für den Ablauf des zweijährigen „Synodalen Weges“ gelegt. Auf dieser Grundlage werden die vier Foren beraten und abgestimmt werden.

Bei der Weichenstellung wurde deutlich, dass die Mehrheit der Synodenteilnehmer die Synode als Vehikel versteht, um ihre „Reformvorschläge“ durchzusetzen. Bei einem solchen Verständnis geht es dann nur mehr darum, wie in der Politik, Mehrheiten zu organisieren. In der Vorbereitung zum ersten Treffen ist durch die Auswahl der Teilnehmer die Basis für die gewünschten Mehrheiten gelegt worden.

Die Bischöfe von Köln, Regensburg, Passau, Eichstätt und Görlitz, die sich an die Lehre der Kirche halten, mussten eine erste Abstimmungsniederlage hinnehmen. Sie hatten vorgeschlagen, dass Vorlagen die einmütige Zustimmung der anwesenden Mitglieder des Synodalforums erfordern. Bei „Einmütigkeit“ dürfe es höchstens drei Gegenstimmen geben. Dieser Antrag wurde mit 26 gegen 181 Stimmen abgeschmettert. Das waren 87% (!) der stimmberechtigten Mitglieder.

Die Synodalversammlung legte fest, dass die absolute Mehrheit für die Beschlussfassung genüge. Die lehramtstreuen Bischöfe hatten auch vorgeschlagen, dass ein Beschluss nicht gültig werden kann, wenn „Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt“. Auch dies wurde abgelehnt.

Auf dem Weg zum zweiten Synodentreffen

…gibt es coronabedingt neue Dialogformen, z.B. „digital synodal“. Das ist eine Veranstaltungsreihe des Bundes der deutschen Katholischen Jugend (BdKJ). Sie soll einen Einblick in eines der Synodalforen geben.

Dorothea Schmidt schildert in der Tagespost (25.6.20) den Ablauf des ersten „digital synodal“ für das Synodalforum „Leben in gelingenden Beziehungen“. Im Mittelpunkt stand die Veränderung der kirchlichen Morallehre durch „eine neue Deutung der menschlichen Sexualität“. Das angestrebte Ziel ist die „polyvalente Sexualität“.

Um dies zu erreichen sollen die „lehramtlichen Schranken für Sexualität“ gesprengt werden. Dieser Aufgabe stellten sich die familienpolitische Sprecherin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) Birgit Mock und der Aachener Bischof Helmut Dieser als Redner. Dieser konstatierte, dass die „Meinungen“ so kontrovers waren, wie die „verschiedenen Grundüberzeugungen im Forum vorhanden sind, so dass zwischen ihnen eine Vermittlung kaum möglich“ sei.

Ein Dialog zwischen den beiden „Lagern“ kam kaum zustande. Den selbsternannten „Reformern“ ging es um die Anpassung an den Zeitgeist, den lehramtstreuen Bewahrern um ein tieferes Verständnis der menschlichen Sexualität, wie sie beispielsweise in der „Theologie des Leibes“ von Johannes Paul II. vorliegt. Sie wurde als das „traditionell-katholische“ von den „Reformern“ abgelehnt.

Der Kernpunkt des Dissens liegt in der Streitfrage: „Hat Sexualität zwei Sinngehalte, nämlich, Liebe zwischen Mann und Frau und Fruchtbarkeit, oder ist Sexualität polyvalent? Bischof Dieser beklagte, die Kirche „sei in punkto Sexualmoral nicht auf dem heutigen Stand“, was er ändern wolle. Die Kirche müsse in säkulare Milieus aufbrechen.

Bischof Dieser ging es besonders um die Frage, können „Partnerschaften gesegnet werden, die nicht in eine Ehe münden oder außerhalb der Ehe gelebt werden“. Er wäre zufrieden „dass es keine Sünde ist, was da gelebt wird, sondern ein Versuch… Identität zu leben und die Liebe mit anderen Menschen zu teilen“. Eine solche Segnung mit Druck durchzusetzen, schließt Dieser nicht aus.

Frau Maria Palmer berichtet in der gleichen Ausgabe der Tagespost (25.6.2020) über das „digital synodal“, indem der BdKJ über „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ diskutiert. Das Gespräch wurde von Katharina Norpoth, Bundesvorsitzende des BdKJ geleitet. Bischof Bode und Prof. Dorothea Sattler brachten die Statements.

Die Kernfrage war: „Wie gehen wir damit um, dass die Lehre der Kirche nicht mehr mit der Wirklichkeit vieler Menschen übereinstimmt“. Die Verbindlichkeit der Lehrtexte sei sinnvoll, so Bode, aber Lehrtexte müssten auch „zeitgebunden“ sein. Wenn sie die Gesellschaft nicht mehr versteht, sei Modifizierung anzustreben.

Online-Konferenz

Die Mehrheit hatte sich gegen eine Online-Versammlung ausgesprochen. Das Präsidium des „Synodalen Prozesses“ berief sie trotzdem ein. Die beiden Präsidenten zeigten den unbedingten Willen zu Entscheidungen zu kommen. Über Entscheidungen soll ein Druck auf die Weltkirche ausgeübt werden.

„Nach dem zweitägigen unverbindlichen Austausch beim Digitalforum des ‚Digitalen Weges‘, sollen schon bei der nächsten Begegnung im Herbst 2021 klare Aussagen an Rom und Beschlüsse folgen“. Die Foren: „Macht- und Gewaltenteilung“, „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“, „Leben in gelingenden Beziehungen“ haben schon einen Textentwurf vorgelegt. Das Forum „Priesterliche Lebensform“ bereitet einen Text vor. (Tagespost, 11.2.2021)

Was die Synodalen im Herbst 2021 auf dem Weg in eine „andere Kirche“ erwartet, soll anhand der Forderungen von Forum 1 „Macht- und Gewaltenteilung in der Kirche“ am vorliegenden Text „Notwendige Schritte auf dem Weg zur Reform kirchlicher Machtstrukturen“ erläutert werden.

Das Papier untergräbt „jede Bejahung des Kirche seins“ (Tagespost, 25.2.2021) und versucht seine Grundthese einzuhämmern: „Sexualisierte Gewalt von Klerikern (hat) … auch systemische Ursachen“. Die geltende innerkirchliche Machtordnung habe „kriminelle und übergriffige Handlungen begünstigt und deren interne Bekämpfung erschwert“. Deswegen sei die „effektive Reform innerkirchlicher Machtverhältnisse“ der einzige Weg, um die „Sendung der Kirche in der Welt von heute zu verwirklichen“.

Der Text von Forum 1 instrumentalisiert, wie schon Bischof Voderholzer am Anfang des „Synodalen Weges“ vermutet hatte, den sexuellen Missbrauch, um das Ziel „eine andere Kirche zu schaffen“ zu erreichen. Dieses Ziel wird mit der Forderung nach „Inkulturation in eine demokratisch geprägte freiheitlich – rechtsstaatliche Gesellschaft“ deutlich angesprochen.

Ein weiterer Satz taucht ebenfalls immer wieder auf, was nicht mehr verstanden und nachvollzogen werden könne, muss geändert werden. Im Papier des Forum 1 heißt es: Die moderne Gesellschaft könne „kirchliche Ordnung von Macht nicht mehr verstehen und nachvollziehen“. Weil die Kirchenverfassung der demokratischen Umgestaltung im Wege steht, wird sie als „missbrauchsfördernd“ moralisch abqualifiziert und „durchschaut“. Nicht persönliche Schuld wird angeprangert, sondern nur „strukturelle Schuld“.

Der „Synodale Weg“ hat das Kirchenrecht nicht auf seiner Seite. Dieser Umstand wird ausgehebelt mit dem Satz „gegenwärtig sieht das Kirchenrecht vor, dass nur Bischöfe Entscheidungsrecht auf Synoden haben. Diese Engführung gilt es zu überwinden… die Synodalität ist mehr als die Kollegialität der Bischöfe“. Synoden sollen künftig „nicht nur beraten, sondern auch entscheiden“.

Dieses Modell soll auf Pfarreien, Diözesen, Bischofskonferenzen „bis hin zur weltkirchlichen Ebene“ ausgeweitet werden. Künftig sollen demokratisch-legitimierten Räten „auch legislative Aufgaben zukommen, die der Bischof mit ihnen gewährleistet“. Dafür müssen „qualifizierte Mehrheiten festgeschrieben“ werden, mit denen das „Vetorecht des Bischofs überstimmt werden kann“. „Wem ein Leitungsamt in der katholischen Kirche übertragen wird, muss dazu vom Kirchenvolk gewählt werden… Wer ein Amt antritt, wird auf Zeit berufen“. „So wird dem Bischofsamt eine völlig neue Bedeutung gegeben“ (Tagespost, 25.2.2021, S. 11).

Der „Synodale Prozess“ deckt die Krise der katholischen Kirche in Deutschland schonungslos auf. Das Konradsblatt (Nr. 25, 21.6.2020), die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg, zitiert die FAZ. Dort heißt es …

“Der ‚Synodale Weg‘ mit seinen Themen Macht, Frauen und Sexualmoral (wird) nun endgültig zur Arena, in der es für die katholische Kirche… um alles oder nichts geht“. Kurienerzbischof Georg Gänswein spricht von einer „wahrhaft endzeitlichen Krise, in der sich die katholische Kirche inzwischen seit langem befindet“.

Joseph Ratzinger sieht die sich anbahnende Krise seit 1958 („Die neuen Heiden in der Kirche“ Hochland I/59). Jetzt bricht sie mit aller Gewalt im Inneren der Kirche aus. Die sexuellen Missbrauchsfälle verdecken die eigentliche Ursache: Sie heißt fehlende Bereitschaft zum Wort Jesu und zur Lehre der Kirche.

George Weigel, ein kompetenter Beobachter sagt in seinem Beitrag in der Tagespost vom 11.3.21 …“Die Kirche in Deutschland scheint immer weiter vom Glauben abzufallen: ein Leugnen der Wahrheiten des katholischen Glaubens lässt ein dräuendes Schismal befürchten“…

Die Krise trifft die Kirche in einer geistigen Befindlichkeit, die Kardinal Sarah als „eine Art Depression, eine Ermattung, ein geistiger Überdruss, ein gewisses Schwinden der inneren Lebensfreude, eine Entmutigung und eine Erschlaffung der Seele“ diagnostiziert.

Der Kirchenhistoriker Kardinal Brandmüller will die Katholiken aufrichten („Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen). Er zählt ähnliche Fälle aus der Geschichte auf, wo es nach einem tiefen Niedergang zu neuer Blüte kam. Er erinnert an Bischof Bonifatius, den Apostel der Deutschen. Als er im achten Jahrhundert in Deutschland sein Reformwerk begann, fand er in weiten Teilen eine verschlampte und verkommene Kirche vor. Mit trunksüchtigen Bischöfen, die im Konkubinat lebten. Die Unwissenheit vieler Priester war unbeschreiblich.

Als der über 80jährige Bonifatius zu seiner letzten Missionsreise nach Friesland aufbrach, wo er bei Dokkum erschlagen wurde, hinterließ er eine wohlgeordnete und wieder aufblühende Kirche. (vgl. Der Fels, 6/2019, S. 179)

Weil die Homosexualität bei den Missbrauchsfällen eine besondere Rolle spielt, erinnert Brandmüller an eine ähnliche Situation im 11. Jahrhundert… Auch diese Krise wurde überwunden. (vgl. Der Fels, 6/2019, S. 179)

Kardinal Brandmüller erinnert an die Wende zum 19. Jahrhundert. Ausgehend von Frankreich kam es zu einem „vorher kaum zu erwartenden Aufbruch des religiösen Lebens… es entstanden zahlreiche Ordensgemeinschaften – allein unter dem Pontifikat Pius IX. (1846-1878) waren es mehr als hundert (!) – die sich der Glaubensvermittlung, Erziehung, Krankenpflege und der außereuropäischen Mission widmeten. Auch das Mönchtum erlebte einen neuen Frühling.

Eine beeindruckende Entwicklung in einem Europa, dessen führende Schichten von unerhörtem Fortschritt in Wissenschaft und Industrie, aber auch von den materialistischen, atheistischen Strömungen der Philosophie geradezu benommen waren“ (kath.net).

Natürlich geschahen solche Neuaufbrüche nicht von selber. Viele Schritte von Reformern in der Kirche führten dazu. Das ist heute nicht anders!

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Philippinen: Katholische Bischöfe wollen das Land am 1. Mai dem hl. Josef weihen

Am kommenden 1. Mai wollen die philippinischen Bischöfe das Land dem heiligen Josef weihen. Wie Bischof Broderick Pabillo mitteilt, stimmte die Bischofskonferenz einstimmig der Weihe zu und beauftragte die Kommission für die Laien, die Veranstaltung zu organisieren.

Die Kommission plant eine 33-tägige „spirituelle Vorbereitung“ für die Weihe ab, die am 30. März beginnt und an der alle 86 Diözesen des Landes teilnehmen sollen.

Die Weihe der Philippinen an den heiligen Joseph findet im Rahmen des Jahres des heiligen Josef statt, das Papst Franziskus vom 8. Dezember 2020 bis zum 8. Dezember 2021 für die Weltkirche ausgerufen hat.

Zusammen mit dem amerikanischen Priester Donald Calloway erörtert die Laienkommison, wie das Jahr des heiligen Josef für die Gläubigen bedeutsam sein kann“: „Wir können uns an den heiligen Josef wenden, um Hoffnung, Frieden und die Bekehrung zu erfahren, die uns Jesus und Maria näher bringt“, so Pfarrer Calloway. „Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir die Jungfrau Maria als unsere geistige Mutter und den heiligen Josef als unseren geistigen Vater haben“, sagte er weiter.

Die Weihe solla am internationalen Tag der Arbeit stattfonnden: der heilige Josef ist der Schutzpatron der Väter, der Arbeiter und Familien sowie der Kirche insgesamt.

Quelle: Fidesdienst


Maria 2.0: Hiwis für eine „andere Kirche“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Daniel Wirsching von der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) beschwört seit Jahren die Notwendigkeit von „Reformen“ für die katholische Kirche, um sie „menschlicher“ zu machen.

Der Redakteur braucht für sein Werk Hiwis. Lenin hat sie zu seiner Zeit als „nützliche Idioten“ bezeichnet. Wirsching hat solche nun in der „Reformbewegung“ Maria 2.0 entdeckt. Siehe sein Artikel „Maria, hilf der katholischen Kirche! – weitgehend unfähig zu Reformen, braucht sie immer wieder Anstöße. Zum Beispiel von den engagierten Frauen der Initiative Maria 2.0.“ (Untertitel, AZ 20.2.2021)

Die Präsentation von Maria 2.0, die 2019 zu einem Kirchenstreik aufgerufen hatte, macht die Strategie von Wirsching sehr transparent: Nach ihm sind die Maria 2.0-Frauen „engagierte, gläubige Frauen… auch wenn die Bewegung sich u.a. für die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern der Kirche einsetzt… nicht, um der Amtskirche, diesem Männerclub, zu schaden. Sondern sie menschlicher (!) zu machen“.

Sie zählen „zu der treuesten Mitglieder-Gruppe der Kirche“, die „durch ihr Engagement Gemeindeleben vieler Orts überhaupt erst möglich“ macht. „Selbst sie jedoch fragen sich, was sie in der Kirche hält… auszutreten wäre deutlich leichter und ist doch keine Option für diese Frauen.“

Wirsching und seinen Maria 2.0-Frauen ist klar: Eine andere Kirche zu schaffen, hat in der Kirche eine bessere Chance mit dem medialen Rückenwind von außen und durch die Unterstützung von katholischen Frauenverbänden sowie der KNA, Kirchenzeitungen und der Sympathie von Bischöfen wie Kohlgraf etc., wie sich das beim Anschlag der sieben Thesen an Kirchentüren gezeigt hat.

Mit den Thesen fordert Maria 2.0 alles, was wir schon von den Kirchenveränderern des „Synodalen Wegs“ kennen.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Zum neuen „Thesenanschlag“ von Maria 2.0

Von Ursula Zöller

Da steht Luther also wieder an den Kirchentüren und schlägt Thesen an. Luther ante portas! Wir sind wieder zurück im Mittelalter.

Allerdings ist Luther heute weiblich – nicht ungewöhnlich im Zeitalter der Genderideologie – und seine Thesen sind weniger geworden. Aber es geht noch immer gegen Rom und den Kern des christlichen Glaubens.

BILD: Ursula Zöller (links) und Susanne Wenzel gründeten die „Neue kath. Frauenbewegung“

Nach vielen Jahren der Bemühungen um Einheit setzen Frauen der Gruppe Maria 2.0 am Sonntag vor der Frühjahrsversammlung der Bischöfe ein umgekehrtes Zeichen. Denn mit dem Anschlag der Thesen Luthers begann eine schreckliche Zeit der Spaltung, die kirchlich und staatlich zu einer Katastrophe von ungeheurem Ausmaß führte.

Vielleicht wissen diese Frauen tatsächlich nicht, was sie tun. Und wer sich unter dem Namen Maria 2.0 versammelt – als ob die Gottesmutter ein Update durch ein paar heutige Frauen bräuchte – der hat womöglich, vorsichtig formuliert, nicht allzu viel Ahnung von seinem Glauben.

Da ergeben sich dann Parallelen zu Luthers Zeit. Die Gläubigen wussten oft nicht sehr viel von ihrer Religion. Nur das, was ihnen die Überlieferung in der eigenen Familie, der Unterricht in der Schule und die Predigten ihrer Geistlichen sagte, konnten sie wissen.

FOTO: Die Aktion „Maria 2.0“ zeigt als Zeichen des Protestes die Gottesmutter mit zugeklebtem Mund

Der Zustand der Kirche war weitgehend schlecht, die Geistlichen entsprachen oft in keiner Weise dem, was sie als Zeugen ihres Glaubens hätten sein sollen. Luther hatte recht mit der Kritik daran.

Heute sind die entsetzlichen Missbrauchsfälle in der Kirche Brandbeschleuniger für die Verzweiflung an ihr, die Wut auf sie, den Hass. Da nutzt es auch nichts, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Taten im Rest der Gesellschaft offenbar 36 mal größer als bei Geistlichen ist. Der Anspruch an sie als Vertreter ihres Glaubens ist – mit Recht – einfach unendlich viel größer.

Ja, unsere Kirche, die semper reformanda, steckt in einer tiefen Krise und braucht Reformen. Die aber sind nicht durch ständige Anpassung an den gesellschaftlichen Mainstream, an das, was man zustimmungsfähig noch sagen darf, sondern vor allem durch mehr Gebet, größere Frömmigkeit und mehr Glaubenswissen erreichbar.

Warum zum Beispiel überlassen viele Pfarrer den Kommunionunterricht sog. Tischmüttern, die nicht immer gut im Glauben Bescheid wissen. Warum wird im Gottesdienst nicht einmal definiert, was einen katholischen Geistlichen von einem evangelischen Pastor unterscheidet und was das in Bezug auf Wandlung und Eucharistie bedeutet? Warum ist das Wort Keuschheit auf der inneren Liste der unsagbaren Worte gelandet und Reinheit nur noch beim Bier und Ökolebensmitteln von Bedeutung?

Unsere Religion ist kein Wellnessangebot und kein Kuschelglaube. Sie ist Frohe Botschaft im Zeichen des Kreuzes mit all ihren Zumutungen. Sie kann weh tun, bevor sie zur Auferstehung führt.

Es ist unendlich traurig, dass nun so viele Katholiken ihre Kirche verlassen. Den Frauen von Maria 2.0, die bleiben, aber die Kirche von Grund auf verändern wollen, kann man eigentlich nur raten, doch lieber evangelisch zu werden. Dort können die Pastoren heiraten, dort sind in manchen Gemeinden alle, selbst Ungetaufte, zum Abendmahl zugelassen. Dort  werden Frauen ordiniert und können Gottesdienste leiten.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Ursula Zöller hier: https://frauenundkirche.wordpress.com/2021/02/23/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun/