Frankreich: Kath. Bischöfe protestieren gegen lebensfeindliches Bioethikgesetz

Gesetz erlaubt Forschung an Mensch-Tier-Embryonen

Erschrocken und bestürzt reagiert die katholische Kirche Frankreichs auf das Bioethik-Gesetz, das das Pariser Parlament beschlossen hat. „Das ist der Triumph einer Ideologie“, reagiert Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort auf das Votum.

„Da wird die Würde jeder menschlichen Person ausradiert“, erklärt der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz weiter. Nach zweijähriger Debatte in der Öffentlichkeit hat die „Assemblée Nationale“ das Gesetzeswerk mit deutlicher Mehrheit – 326 JA-Stimmen, 115 NEIN-Stimmen, 42 Enthaltungen – verabschiedet.

Immer wieder hatten die Bischöfe in den letzten Monaten und Jahren Bedenken gegen die von Präsident Macron vorangetriebene Reform vorgebracht. Sie kritisieren vor allem die Ausweitung der künstlichen Befruchtung. War sie bislang heterosexuellen Paaren vorbehalten, kann sie nun auch von lesbischen Paaren oder von alleinstehenden Frauen durchgeführt werden.

Zu den weiteren Kritikpunkten der Kirche zählt die Tatsache, dass künftig „Chimären-Embryonen“ erlaubt sind, also die Injektion menschlicher Zellen in tierische Zellen zu Forschungszwecken. Auch die Liberalisierung der Embryonenforschung und das Eingreifen in die embryonale Keimbahn per Genschere stoßen auf die Kritik der Bischöfe.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-06/frankreich-bioethik-gesetz-embryo-kirche-bischoefe-lebensschutz.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


US-Bischofskonferenz: Keine Kommunion für Pro-Abtreibungs-Politiker

Die Abstimmungsergebnisse der Frühjahrsvollversammlung der US-Bischofskonferenz liegen vor. Demnach stimmten die Bischöfe mit überwältigender Mehrheit für den Entwurf eines Lehrdokuments über die Eucharistie.

Wegen der Frage, ob katholische Politiker wie US-Präsident Joe Biden, die sich für Abtreibung einsetzen, die heilige Kommunion empfangen dürfen, war es zuvor zu großen Meinungsverschiedenheiten unter den Bischöfen gekommen.

Nach der Debatte erklärten viele Oberhirten laut CNA-Recherchen, sie hätten erwartet, dass der Antrag nur mit einer einfachen Mehrheit angenommen würde. Stattdessen stimmten sogar etwa 75 Prozent der Bischöfe für die Ausarbeitung eines Textes, der bei der nächsten Sitzung geprüft werden soll.

Diejenigen Bischöfe, welche die Abstimmung über den Entwurf eines Eucharistie-Dokuments unterstützten, beriefen sich auf die Notwendigkeit, Klarheit in dieser Angelegenheit zu schaffen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/us-bischoefe-fuer-ausarbeitung-von-dokument-zu-eucharistie-fuer-abtreibungsbefuerworter-8644


Österreichs Bischöfe gegen Matic-Bericht: Abtreibung keine „Gesundheitsdienstleistung“

Österreichs Bischöfe haben sich von der umstrittenen Eingabe des kroatischen Abgeordneten Predrag Matic an das Europäische Parlament distanziert.

Im Matic-Bericht über „Die Situation der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte in der EU im Rahmen der Frauengesundheit“, der am 24. Juni im Europäischen Parlament zur Abstimmung steht, fänden sich neben wichtigen Fragen auch fragwürdige Positionierungen „im hochsensiblen Bereich der Abtreibung“.

Die „sehr einseitige Sichtweise“ des Berichts auf Schwangerschaft, Abtreibung und die Rechte aller dabei involvierten Personen lehnen die Bischöfe „entschieden ab“, wie es in einer gestern im Anschluss an die Vollversammlung der österreichischen Bischöfe in Mariazell veröffentlichten Erklärung heißt.

Das Plädoyer für die Freigabe der Abtreibung als Gesundheitsdienstleistung lehne die Kirche ab, zumal die Kompetenz im Gesundheitsbereich fast ausschließlich bei den Mitgliedsstaaten und nicht bei der EU liege.

Ebenso unhaltbar sei die Behauptung im Bericht, wonach Abtreibung eine „Gesundheitsleistung“ sei, zu der Staaten aufgrund internationaler Menschenrechtsverträge verpflichtet sind. Die Bischofskonferenz hält dem entgegen: Kein internationaler Vertrag oder Menschenrechtsvertrag kenne ein solches „Recht auf Abtreibung“ und sehe eine damit einhergehende Verpflichtung der Mitgliedsstaaten vor.

Weiterhin garantiert bleiben müsse auch das Recht, dass medizinische Einrichtungen und das dortige Personal aus Gewissensgründen die Mitwirkung an einer Abtreibung verweigern können. Dieses Recht habe die EU in ihrer Grundrechte-Charta verankert.

Quelle: ALFA-Newsletter


Besorgte Katholiken fragen den Vatikan: Gibt es in Deutschland ein Schisma?

Nach Angaben der „Tagespost“ haben Katholiken aus Deutschland ein sogenanntes Dubium an den Vatikan gerichtet. In Erinnerung ist noch das Dubium mit der Frage nach der Möglichkeit der Segnung homosexueller Beziehungen.

Diesmal geht es um die Frage, ob in Deutschland ein Schisma vorliegt.

Besorgte kirchentreue Katholiken möchten angesichts der nicht nachlassenden Diskussion um das Priestertum der Frau, verbotener Segnung homosexueller Beziehungen, Interkommunion und Predigten von Laien in der Eucharistiefeier Klarheit, wie es möglich ist, dass eine Ortskirche sich vom Glauben der Kirche entfernt hat, ohne schismatisch zu sein.

„Gefühlt kann das so sein, wenn in der Diskussion und auf dem synodalen Weg das Amt, die Sexualmoral und nicht zuletzt die Sakramente immer weiter dekonstruiert und dem Zeitgeist angepasst werden“, schreibt Peter Winnemöller in dem Beitrag der „Tagespost“, für den die Anfrage schon lange überfällig gewesen ist. 

„Es könnte hilfreich sein, wenn das Beispiel Schule macht, denn Rom zeigt sich erstaunlich geduldig mit Bischöfen, die offen die Frauenweihe fordern, eine Änderung der Sexualmoral anstreben und beinahe unverhohlen mit blumigen Worten eine Segnung für alle und alles befürworten. Im Elfenbeinturm synodaler Prozesse mag das ja nett sein“, so Winnemöller weiter. – „In Rom nachzufragen und die strittigen Punkte aus Sicht der Gläubigen zu benennen“, könne  „dazu beitragen, Klärung herbeizuführen“.

Quelle: https://www.kathnews.de/neues-dubium-im-vatikan-vorgelegt


Papst fordert Bischöfe weltweit dazu auf, kirchliches Strafrecht auch anzuwenden

Von Dr. Gero Weishaupt

Papst Franziskus hat durch den Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte in einer Pressekonferenz das bereits angekündigte neue kirchliche Strafrecht vorgestellt.

Die entsprechende Apostolische Konstitution „Pascite gregem Dei“ vom 23. Mai 2021 mit den neuen Normen zum 6. Buch des Kirchlichen Gesetzbuches (CIC/1983) tritt am 8. Dezember 2021 in Kraft.

Das revidierte Strafrecht ist das Ergebnis eines mehrjährigen Redaktion. Nachdem Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 diese Reform in die Wege geleitet hatte, wurde ein erster Entwurftext (Schema) erstellt und 2011 an die Bischofskonferenzen und Kirchenrechtler zur Formulierung von Bemerkungen zugesandt.

In seinem Vorwort zur Apostolischen Konstitution „Pascite gregem Dei“ schreibt der Papst u.a.:

„Bei der Überarbeitung (des Strafrechtes) wurde auch das Prinzip angewandt, die Fälle zu beschränken, in denen die Möglichkeit zur Verhängung einer Strafe dem Ermessen der zuständigen Autorität überlassen wird. Dadurch soll … die kirchliche Einheit bei der Verhängung von Strafen gefördert werden, besonders wenn es um Straftaten geht, die in der Gemeinschaft größeren Schaden anrichten und größeres Ärgernis verursachen.“

In der Vergangenheit war die Möglichkeit des Ermessens oft eine Bremse für die Strafverfolgung, sie machte das Strafrecht praktisch unbrauchbar (W. Aymans). 

„Die Nachlässigkeit eines Hirten bei der Anwendung des Strafrechts macht deutlich, dass er seine Aufgabe nicht recht und treu ausübt …“, so der Papst in aller Deutlichkeit.

Dr. Gero Weishaupt ist katholischer Priester, Publizist und Kirchenrechtler. – Erstveröffentlichung seines Beitrags hier: https://www.kathnews.de/nichtanwendung-des-strafrechts-ist-vernachlaessigung-des-bischoeflichen-hirtenamtes


Kardinal Müller: Gläubige ecken an, denn Christus ist für sie Eckstein und Fels des Heils

In einem Interview der katholischen „Tagespost“ dieser Woche mit dem ehem. Glaubenspräfekten Gerhard L. Müller geht es um aktuelle und grundsätzliche Themen.

Nächsten Monat erscheint im Herder-Verlag das neueste Buch des Kardinals unter dem programmatischen Titel „Was ist katholisch?“

Der deutsche Würdenträger (siehe Foto) fordert in dem DT-Interview dazu auf, den geraden Weg der Nachfolge Christi zu gehen und nicht der „Gefallsucht“ oder Bequemlichkeit auf den Leim zu gehen – und er fügt hinzu:

„Nicht weil Christen diese oder jene politische Option oder wissenschaftliche Position vertreten, werden sie beargwöhnt, lächerlich gemacht und blutig verfolgt. Sie ecken an, weil Jesus der Eckstein und Fels ist, auf dem man das Haus des Lebens aufbaut, oder an dem man anstößt und zu Fall kommt.“

Zu den vieldiskutierten Segnungen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften erklärt Müller:

„Die Frage Jesu: „Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen männlich und weiblich geschaffen hat?“ können nur Schein-Christen mit einem dummdreisten Nein beantworten. Der Missbrauch des Segens, als eines

Gebetes der Kirche um Gottes Gnade für unser Leben und Wirken, wird deutlich, wenn es in der Genesis am Ursprung der Schöpfung des Menschen als Mann und Frau heißt: „Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch…“. Die Basis der katholischen Kirche übrigens ist das Wort Gottes und nicht die Zahl ihrer Anhänger, die sich zu ihr bekennen oder von ihr abwenden…“

Aus Sicht des ehem. Glaubenspräfekten solle man bei kirchlichen Mißständen – wie etwa der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare – nicht gleich nach dem Vatikan rufen, denn die Oberhirten in Deutschland seien zuständig für die Einhaltung kirchlicher Weisungen, denn letzten Endes sei es „die ihm von Christus gestellte Aufgabe des Ortsbischofs, einer derartigen Provokation der Kirche und des Glaubens durch geweihte Priester klar und klug entgegenzutreten“.

Grundsätzlich hat der Kardinal damit ganz recht. Was geschieht aber dann, wenn Bischöfe dieser Aufgabe nicht nachkommen? – Wohin sollen sich Gläubige dann wenden – wenn nicht an den Vatikan als der einzigen übergeordneten Instanz?!

Fotos: Bistum Regensburg, Felizitas Küble


Zur aktuellen Debatte: Die Segnung gehört zu den Sakramentalien der Kirche

Von Prof. Dr. Johannes Stöhr

Vor allem in lateinamerikanischen Ländern ist das Apostolat der Segnungen sehr verbreitet. Auch außerhalb der Kirchen und Kapellen suchen dort viele Gläubige mit erstaunlichem Eifer den priesterlichen Segen bei besonderen Familienereignissen und Festtagen, für ihre Wohnungen und Arbeitsgeräte.

Bei uns sind allerdings viele der traditionellen Segnungen und Bräuche vergessen, noch mehr als der Besuch der hl. Messe am Sonntag. Dem Niedergang entgegenzuwirken, ist eine wichtige pastorale Aufgabe.

Verschiedene Pressemeldungen berichteten demgegenüber von absonderlichen Segnungen von Homo-Paaren durch kirchliche Amtsträger. Nuntius Nikola Eterović erklärte in diesem Zusammenhang:  Auch Theologieprofessoren „müssen sich danach richten, was die Kirchenlehre sagt, und die ist zum Beispiel nachzulesen im Katechismus“[1].

So gibt es immer wieder aktuellen Anlass, die Lehre der Kirche zu Segnungen und Sakramentalien Erinnerung zu rufen.

Definition

Segnen, benedicere‚ bedeutet schon vom Wort her, von jemandem Gutes reden, loben, preisen. Sinn und Bedeutung von Segnungen oder Sakramentalien sind ausführlich im kirchlichen Rechtsbuch definiert und im Katechismus behandelt.

Christus selbst segnete die Kinder, die Kranken, ja die Aussätzigen; er segnete Brote und Fische, segnete Wasser und wandelte es in Wein. Mit seinem Segenswort hat er Dämonen ausgetrieben, ja selbst Tote erweckt (Mt 10,8; Mk 6,7). Und so wirkten auch die Jünger (Mk 6,13); der Herr ließ sie über jedes gastliche Haus den Frieden herabrufen (Mt 10,12 f.).

BILD: Bischof Rudolf Voderholzer segnet betagte Jubiläums-Ehepaare im Regensburger Dom

Die Kirche sollte nach dem Willen Christi sein Heilswirken auch in den Segnungen fortsetzen und so segnet sie die Menschen in ihren vielfältigen Lebenssituationen, ihre Werkzeuge und Güter und heiligt Personen zum Gottesdienst.

Segnungen gehören zu den Sakramentalien[2]. Schon das Wort verweist auf den Zusammenhang mit den Sakramenten. Der theologische Begriff findet sich sehr deutlich auch systematisch erklärt bei Petrus Lombardus[3], Wilhelm von Auvergne († 1249) und Thomas von Aquin.

Sie stellen eine breite Fülle sehr verschiedener Lebensäußerungen der  Kirche dar und sind Ausdrucksformen des fürbittenden Gebetes der Kirche. Sie umgeben gewissermaßen die Sakramente und verlängern diese in den Alltag der Christen hinein. Manche haben auch einen direkten Bezug auf einzelne Sakramente (z.B. auf die Taufe).

Ausführlich handelt das kirchliche Rechtsbuch von den Sakramentalien[4] und bringt eigens eine klare Definition: „Sakramentalien sind heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden“[5]. Damit wird ein Konzilstext wiederholt[6].

Auch der Katechismus der katholischen Kirche kommt mehrmals auf den Begriff zu sprechen[7]: „Als Sakramentalien bezeichnet man die von der Kirche eingesetzten heiligen Zeichen, die dazu bestimmt sind, die Menschen auf den Empfang der Frucht der Sakramente vorzubereiten und die verschiedenen Lebensumstände zu heiligen“[8].

BILD: Kardinal Leo Burke empfängt in Wisconsin den Primiz-Segen eines Neupriesters

Der Katechismus definiert und stützt sich dabei auf das  Konzil[9]: „Außerdem hat die heilige Mutter Kirche Sakramentalien eingesetzt. Diese sind heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen besonders geistlicher Art bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden.

Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen; zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt“.

Wirksamkeit von Segnungen

Sakramentalien fördern die Frömmigkeit mit den ihnen eigenen Riten und ihr Vollzug bedeutet ein verdienstliches gutes Werk. Doch wirken sie nicht aus sich heraus. Sie sind religiöse Vollzüge, aber nicht schon kraft des äußeren Zeichens direkt gnadenwirksam wie die Sakramente. Ihre Kraft kommt ihnen fürbittweise zu durch das Weihegebet der Kirche, und den damit verbundenen Glauben und das Vertrauen des einzelnen Spenders und Empfängers.

Auch die subjektiven Bemühungen des Spenders oder Empfängers sind wesentlich mitbestimmend für ihre Wirksamkeit.

Sakramentalien verleihen keine heiligmachende Gnade, können jedoch zur Vermehrung der Gnade disponieren. Sie wirken zwar nicht schon aus einer von Christus selbst eingestifteten übernatürlichen Wirkkraft des heiligen Zeichens, ex opere operato, und auch nicht einfach nur in Abhängigkeit von Vollzieher oder Empfänger; sie wirken jedoch grundsätzlich kraft kirchlicher Vollmacht durch die Fürsprache der Kirche, die ja als Braut Christi stets heilig ist (ex opere operantis ecclesiae).

BILD: Auch bei der kirchlichen Hochzeit wird das Brautpaar gesegnet

Eine Verleihung aktueller Gnaden geschieht durch die Sakramentalien nicht unmittelbar; die Kirche kann nicht einem äußeren Zeichen die Kraft geben, Sünden oder Sündenstrafen nachzulassen. Sie können vielmehr nur indirekt, dispositiv, zur Verleihung aktueller Gnaden beitragen[10].

Die Sakramentalien haben ihre Kraft aus ihrem andächtigen Gebrauch, sie regen die Empfänger zu frommer Disposition auf die Gnade an, haben aber vor allem durch das Gebet der Kirche eine besondere Kraft der Fürbitte vor Gott, die grundlegend ist für die eigene Bemühung der Gläubigen. Bei fehlender Disposition sind die frommen Formulierungen ungültig. Es fehlt die wie bei den Sakramenten erforderliche Intention, kirchliches Tun zu vollziehen.

Die Sakramente und die Sakramentalien sind einander äußerlich ähnlich, aber dennoch wesensverschieden. Sakramente haben ihre Kraft unmittelbar vom Christus, ihr eigentlicher und unmittelbarer Spender ist Christus selbst; die heilbringenden Geheimnisse des Lebens und Sterbens Christi haben in den Sakramenten eine neue geheimnisvolle Wirklichkeit, die in jedem Raum und zu jeder Zeit zugänglich ist.

Im Sakramentale ist die Wirklichkeit Jesu Christi nicht in derselben Weise gegenwärtig, sondern die Kirche als fürbittende und weihende. Sakramentale Segnungen nicht direkt vom Allmachtswort des Erlösergottes, sondern von den Gebeten und der Fürsprache der Kirche getragen und deshalb nicht so wirkungsmächtig wie ein Sakrament, aber weit wirkmächtiger als Privatgebete des einzelnen Christen. Aktuelle Gnaden können von ihnen kommen und Böses verhindert werden.

Sie gehen auch auf viele zeitliche und irdische Güter, insofern diese Mittel sind zur Erreichung der ewigen Güter. Zugleich bereiten Sie den Weg für die Sakramente zu deren fruchtbarer Wirksamkeit.

Einige Weihen werden ein für alle Mal gespendet und nie wiederholt, wenn Personen Christus und dem Dienst der Kirche geweiht werden bzw. Orte und Gegenstände für den liturgischen Gebrauch[11]. Was einmal durch Weihe oder Segnung für den Gottesdienst geweiht oder gesegnet worden ist, darf nicht zweckentfremdet werden[12]; es kann seine Weihe wieder verlieren, z.B. auch durch ein Dekret der zuständigen kirchlichen Autorität.

Verschiedene Arten von Sakramentalien

Es gibt sehr verschiedene Arten von Sakramentalien: Weihen und Segnungen, Exorzismen, Prozessionen und Rituale; sie umfassen sowohl Personen als auch Gegenstände. Heiligung im strengen Sinne betrifft natürlich nur Personen.

Man kann Benediktionen, konstitutive und invokative Sakramentalien unterscheiden. Konstitutive Segnungen sind teilweise dem Bischof reserviert. Die invokativen Segnungen rufen allgemein den göttlichen Segen über Personen oder Dinge herab.

Sie sind von der Kirche „in einer gewissen Nachahmung der Sakramente“ eingesetzt. Es sind entweder Dinge (Weihwasser, Ölweihe, konsekrierter Altar) oder Handlungen. Sie werden aber auch außerhalb der Sakramentenspendung angewandt. Eine Person oder Sache wird durch die konstitutive Segnung, die mit einer Salbung verbunden ist,  dauernd dem profanen Gebrauch entzogen und dem Dienste Gottes geweiht bzw. (objektiv) heilig (Segnung von Glocken, Kirchen, Altarweihe, usw.).

Konstitutive Segnungen sind jene, die eine Person zu einer objektiv geheiligten machen. (Ordensprofess, die sog. niederen Weihen vor der Spendung der Priesterweihe, Abtsweihe, Jungfrauenweihe)[13]. Exorzismen können Sachen oder Personen betreffen.

Kirchliche Vollmachten

Das Maß der Wirksamkeit von Segnungen hängt nicht zuletzt auch von der jeweiligen Vollmacht des Spenders ab, die recht verschiedenartig sein kann. Dem Priester sind im offiziellen Rituale[14] die unterschiedlichsten Gebete und Segensformeln anvertraut; er handelt im Namen und mit direktem Auftrag der Kirche; einige Segnungen sind dem Bischof reserviert. Beim Tischgebet kann der Familienvater das Brot segnen.

Einige Sakramentalien gehen auf Christus selbst zurück (z. B. die Fußwaschung). Der Spender eines Sakramentale muss die jeweils nötigen kirchlichen Vollmachten haben[15]. Im Benediktionale ist im Einzelnen festgelegt, wer als Spender in Frage kommt.

 „Neue Sakramentalien einführen oder anerkannte verbindlich auslegen, einzelne von ihnen abschaffen oder verändern, kann allein der Apostolische Stuhl“[16].  „Bei der Vornahme bzw. der Spendung der Sakramentalien sind die von der kirchlichen Autorität gebilligten Riten und Formeln genau einzuhalten“[17].

Abstufung der Spendervollmachten

„Je mehr eine Segnung das kirchliche und sakramentale Leben betrifft, desto mehr ist ihr Vollzug dem geweihten Amt vorbehalten“[18].

Bei der Bischofsweihe werden die Worte gesprochen: „Was immer Du segnest, möge gesegnet sein, was immer du heiligst, möge geheiligt sein, und die Auflegung dieser geweihten Hand gereiche allen zum Heile“.

Spender von Sakramentalien ist nach kirchlichem Recht in der Regel der dazu bevollmächtigte Kleriker[19]. Näherhin: „Weihen und Weihungen können gültig diejenigen vornehmen, welche die Bischofsweihe empfangen haben, sowie Priester, denen es von Rechts wegen oder durch rechtmäßige Ermächtigung gestattet wird“[20].

Die Ordnungs- und Aufsichtspflicht des Bischofs gilt wie für Sakramente so auch für Sakramentalien[21]. „Segnungen kann, mit Ausnahme der dem Papst oder den Bischöfen vorbehaltenen, jeder Priester vornehmen“[22]. „Der Diakon kann nur jene Segnungen vornehmen, die ihm von Rechts wegen ausdrücklich gestattet werden“[23].

Einige Sakramentalien können gemäß den liturgischen Büchern nach dem Ermessen des Ortsordinarius auch von Laien gespendet werden, welche die entsprechenden Eigenschaften haben[24].

Öffentliche Einrichtungen werden durch einen Amtsträger gesegnet, der die Kirche in diesem Bereich vertritt. Daher sind dem Bischof Segnungen vorbehalten, in denen eine besondere Beziehung zur Diözese sichtbar wird; Priester, Diakone oder beauftragte Laien segnen im Leben der Pfarrgemeinde oder im örtlichen öffentlichen Leben; Eltern können in der Familie Kinder und Mahlzeiten segnen.

Benediktionen kann jeder Priester erteilen, sofern sie nicht Papst oder Bischöfen oder anderen reserviert sind[25]. Eine ohne Bevollmächtigung erteilte Benediktion kann ungültig sein[26].

Eine Minimalvoraussetzung für die Gültigkeit bei der Spendung von Sakramentalien ebenso wie bei Sakramenten ist der Wille, so tätig zu sein, wie es die Kirche will (intentio faciendi quod facit ecclesia).

Empfänger

Empfänger der Sakramentalien sind zuerst die gläubigen Katholiken; Segnungen können aber mit Einschränkungen auch Katechumenen oder Nichtkatholiken erteilt werden[27], damit sie das Licht des Glaubens oder auch damit zusammen die leibliche Gesundheit erhalten.

Das kirchliche Strafrecht weiß um Ausschlussbestimmungen nicht nur von Sakramenten, sondern auch von den Sakramentalien in Bezug auf Spender[28] und Empfänger[29].

Die Lebensverbindung mit Christus und rechte Disposition ist Voraussetzung für die Gültigkeit.

Aber gibt es nicht auch bei Sündern viele gute Eigenschaften und Taten, die man segnen könnte? Sicher, nicht alle Taten von Sündern sind Sünde, wie Luther meinte. Auch mörderische Diktatoren haben Tiere gefüttert, Kinder gestreichelt und Straßen gebaut. Aber ihre nur natürlich guten Werke sind nicht im Geringsten verdienstlich für die Ewigkeit, sondern irdisch-vergänglich[30]. „Was nützt es Dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, aber Schaden erleidest an Deiner Seele?“ (Mk 8, 36; vgl. 1 Kor 13, 1-3). Man könnte auch nicht einzelne Werke und Qualitäten losgelöst von der sündigen Person segnen.

Objekte

Gesegnet werden können materielle Objekte oder Orte, die einem guten Zweck geweiht werden sollen (Altarweihe, Konsekration eines Kelches; Kirchenweihe, Kerzenweihe, Palmzweige, Friedhofssegnung).

Es bietet sich eine Fülle von Segenstexten und Bräuchen an[31]. Sakramentalien sind die Segnung der Palmzweige am Palmsonntag, die Spendung des Aschenkreuzes, die Fußwaschung am Gründonnerstag, der Blasiussegen, die Kreuzverehrung am Karfreitag, das Weihwasser, das Taufgedächtnis und die kirchliche Begräbnisfeier. Aber natürlich nichts, was nur zu einem moralisch verwerflichen Zweck gebraucht werden kann, wie etwa Drogen und Tötungsgifte. Widersinnig wäre es natürlich auch, Kindertötungs­kliniken, Streuminen oder Bordelle zu segnen.

Segnung von Tieren, zumal von Nutztieren ist allgemein gesehen keineswegs unerlaubt. Doch wenn jemand auf die Idee kommen sollte, deshalb auch Flöhe, Wanzen, Stechmücken, Mistkäfer, Küchenschaben oder Ähnliches zu segnen, dürfte er sich beim Psychiater vorstellen.

Schwieriger ist es bei Personen: Da kommt es auf die Disposition an. Denn wichtiger noch als die Weihe von Gegenständen ist die Weihe oder Segnung von Personen (Jungfrauenweihe, Ordensprofess, Benediktion eines Abtes oder einer Äbtissin). Bei derartigen Segnungen geht es nicht nur um Urteile des gesunden Menschenverstandes oder etwa Geschmacksfragen, ob jemand sympathisch, eklig oder hässlich erscheint.

Die Segnung von unbußfertigen Homo-Paaren ist schon mit dem Begriff des Segens als einer kirchlichen Handlung unvereinbar und ungültig. Konsequent, aber gar nicht zeitgeistkonform wäre dann auch die Segnung von Ephebophilen oder Pädophilen…

Folgerungen

Sakramentalien sind in den vielfältigsten Lebensbereichen der Kirche, der unverlierbar heiligen Braut Christi, sehr wichtig. Der Versuch einer Spendung von Segnungen an unbußfertige öffentliche Sünder ist nicht nur grob geschmacklos und skandalös, sondern eine unkirchliche und ungültige Handlung, ein Missbrauch priesterlicher Vollmachten.

Bei der Spendung ist auch Rücksicht zu nehmen auf das mögliche scandalum, das schlechte Beispiel, auf den Eindruck, Mangelhaftes, ja Sündhaftes gutheißen zu wollen; und im konkreten Fall scheint es, man zweifele an der Sündhaftigkeit der widernatürlichen homosexuellen Handlungen. Segnung von Homo-Paaren bedeutet dann praktisch auch Verführung zu weiteren Sünden. Auch gerät man heutzutage auch leicht in den Verdacht, selbst zu homosexuellen Seilschaften zu gehören.

Bei den Sakramenten unterscheidet man in Bezug auf die menschlichen Empfänger Sakramente der Lebenden und der Toten; letztere besagen, dass durch Taufe und Buße jemandem die Gnaden Christi zuteilwerden können, dem das Gnadenleben noch fehlt, der aber disponiert ist und bereut. Sakramentalien sind nun aber analog zu den Sakramenten der Lebenden zu verstehen (einmal abgesehen davon, dass unter bestimmten Bedingungen auch ein Exorzismus vorgenommen werden kann).

Fehlende Disposition und verlorenes Gnadenleben lassen demnach keinen Segen zustande kommen; der Gnadenstand – und nicht nur einzelne aktuelle Gnaden – ist die Voraussetzung für die Wirksamkeit.

Wenn heute einige allzu sehr an Publicity Interessierte spektakuläre Segnungen von permanenten Sündern vornehmen, so bedeutet dies nicht nur ein befremdliches Fehlen kirchlicher Grundeinstellung, des sentire cum ecclesia, sondern auch ein Defizit des gesunden Menschenverstandes und guten Geschmacks, ein Unsinn reinster Güteklasse.

Es handelt sich ja bei Segnungen um kirchliche Vollzüge, abhängig von den jeweiligen für das Wirkungsmaß bestimmenden sehr unterschiedlichen Vollmachten der Spender und von der gnadenhaften Christusverbundenheit der Empfänger. Wer nicht versteht, dass es sich dabei um kirchliches Tun handelt, das sündhafte Bedingungen ausschließt, kann folglich auch nicht zu Recht eine missio canonica beanspruchen, d.h. im Namen und Auftrag der Kirche aufzutreten.

Unser Autor Prof. Dr. theol. Johannes Stöhr aus Koln ist katholischer Priester und Schriftleiter der Fachzeitschrift „Theologisches“. – Dieser Beitrag erschien zuerst in „Theologisches“; siehe hier: http://www.theologisches.net/images/2019—Theol—01–02.pdf


[1]    Kath.net 27. 10.2018.
[2]    Vgl. u. a.: Matías Augé, „Sacramentales“, GranEncRialp 20 (1971, 1979)  617-619; F. Diekamp/C. Jüssen, Katholische Dogmatik, III, 12Paderborn 1954, 67-70; A. Michel, Sacramentaux, DThC XIV, 465-482.
[3]    Sent., IV, 6, 7.
[4]    Z.B. im CIC, can. 1166-1172.
[5]    CIC, can. 1166: „Sacramentalia sunt signa sacra, quibus, ad aliquam sacramentorum imitationem, effectus praesertim spirituales significantur et ex Ecclesiae impetratione obtinentur”.

[6]    Vaticanum II, Sacrosanctum Concilium, 60.
[7]    KKK n. 1667-1668, 1670-1672, 1677-1678.
[8]    KKK 1677.
[9]    KKK 1667; SC 60.
[10] Thomas, S.th. III, q. 65 a. 1 ad 6 et ad 8.

[11] Vgl. KKK, Nr. 1672.
[12] CIC, can. 1171.
[13] Vgl. KKK, 1672.

[14] Rituale romanum ex decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II renovatum, auctoritate Pauli PP. VI editum, Ioannis Pauli PP II cura recognitum, 1972ff.; Parsch, Pius (Hrsg.), Bärsch, Jürgen. Lieger, Paulus (Übers.), Römisches Rituale, deutsch: Festgabe für Rudolf Pacik, Pius Parsch (Hrsg.). Würzburg: Echter, 2012.

[15] Vgl. die verschiedenen Vollmachtsberechtigungen im CIC, can. 1169–1170.
[16] CIC, can. 1167, § 1.
[17] CIC, 1167 § 2.
[18] KKK, 1668.
[19] CIC, can. 1168.
[20] CIC, can. 1169 § 1.
[21] CIC, can 392 § 2.
[22] Ib. § 2.
[23] Ib. § 3.
[24] CIC, can. 1168.

[25] CIC, can. 1147 § 2.
[26] CIC, can. 1169 § 2, 3.
[27] CIC, can. 1170: „Benedictiones, imprimis impertiendae catholicis, dari possunt catechumenis quoque, immo, nisi obstet Ecclesiae prohibitio, etiam non catholicis”. Vgl. CIC/1917, can. 1149.

[28] CIC 1331 § 2; can 1335; can. 1352 § 1; CIC/1917: can. 2262, 2275 Nr. 2.
[29] CIC/1917, can. 2275 Nr. 2; can 2291 Nr. 6, 2375.
[30] Vgl. Johannes Stöhr, Würdigung von Lebenswerten bei Kapitalsündern? Zur Vergessenheit der Gnadenlehre, Theologisches 45 (Sept./Okt. 2015) 439-454
[31] Vgl. Bischöfl. Seelsorgeamt Regensburg (Hrsg.), Segnungen und Weihen, 2Regensburg 1974.

Fotos: Bonifatius-TV, Bistum Regensburg, Dr. E. Breburda, Evita Gründler, Archiv


Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zur Segnung homosexueller Paare

Am 9. Mai 2021 fanden Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare in Deutschland statt. „Über 100 katholische Gemeinden im gesamten Bundesgebiet haben ihr Mitwirken angekündigt“. (Vgl. Augsburger Allgemeine Zeitung, 10.5.2021, S. 4)

Die von den Initiatoren angekündigten Segnungsfeiern für homosexuelle Paare stellen den Protest gegen das Schreiben der Glaubenskongregation („Responsum ad dubium“) vom 22. Februar 2021 dar. Der zentrale Inhalt des Dokuments: Die Kirche hat nicht die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts (mit sexueller Konnotation) zu segnen.

Den Initiatoren dieser Segnungsfeiern ist klar, dass es sich hier um einen Akt der Auflehnung gegen das Lehramt der Kirche handelt.

Die Schöpfungstheologie spricht eindeutig davon, dass Gott Mann und Frau erschuf. Nur diese können Gottes Auftrag „Macht euch die Erde untertan“ und „Wachset und mehret euch“ erfüllen. Das können keine homosexuellen Paare, weder männliche noch weibliche.

Somit anerkennen gleichgeschlechtliche Paare weder den Auftrag unseres Schöpfers noch werden sie ihrer Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl gerecht. Die Aussagen in unserem Katechismus (KKK) und in der christlichen Soziallehre dazu sind zweifelsfrei.

Insofern kann man solche Partnerschaften nicht mit der heterogenen Ehe gleichsetzen, die als Sakrament – zurecht – eine herausragende Bedeutung hat. Die kirchliche Segnung eines Homosexuellen in einer persönlichen Angelegenheit ist jederzeit möglich, aber nicht die einer solchen Partnerschaft, die mit einer heterogenen Ehe gleichgesetzt werden will.

Wenn die Bischöfe der deutschen Ortskirche diese Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare tatenlos hinnehmen, wird unter den Gläubigen die Meinung aufkommen, dass Schreiben der Glaubenskongregation nicht zu beachten sind und sich jeder von der Morallehre der Kirche das aneignen kann, was ihm entspricht.

Forum Deutscher Katholiken                                                              
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender


Bischof Bätzing stoppt Homopaar-Segnungen

Mathias von Gersdorff

Es wurde Bischof Georg Bätzing offenbar zu heiß: Immer mehr war von einer Kirchenspaltung, deutschem Schisma und Exkommunikation die Rede. 

Stark zusammengefasst: Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat ein Ende der geplanten Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare angeordnet.

In einer DBK-Pressemeldung heißt es dazu:

„Es gehört zum pastoralen Dienst der Kirche, all diesen Menschen in den jeweils konkreten Situationen auf ihrem Lebensweg gerecht zu werden und sie seelsorglich zu begleiten. In diesem Zusammenhang halte ich aber öffentliche Aktionen, wie die für den 10. Mai geplanten, nicht für ein hilfreiches Zeichen und einen weiterführenden Weg. Segnungsgottesdienste haben ihre eigene theologische Würde und pastorale Bedeutung. Sie sind nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet.“

In den letzten Tagen wuchs in Deutschland, aber vor allem im Ausland das Entsetzen über die vielfach grimmige und garstige Reaktion auf eine Stellungnahme der Glaubenskongregation, die solche „Segnungen“ ausdrücklich verboten hat.

Die Revolte drohte ein Ausmaß zu erreichen, das den Vatikan zum Handeln gezwungen hätte. Ein solches Vorgehen entspricht allerdings nicht der Handlungsweise von Papst Franziskus.

Bischof Bätzing (siehe Foto) hat aber die „Segnungen“ als solche nicht verurteilt. Man solle darüber im sog. „Synodalen Weg“ diskutieren. Das bedeutet: Auch der DBK-Vorsitzende hält nicht viel von der Position der Glaubenskongregation.

Der Konflikt wurde also bestenfalls entschärft, die Revolte des deutschen Progressismus lodert weiter, denn man will ihn nicht in die Schranken des römischen Lehramtes weisen.

Ein wichtiger Teil des deutschen Episkopats spielt weiterhin mit dem Feuer: Es ist nicht garantiert, dass sich die radikal-progressive Basis immer wieder disziplinieren läßt. Eines Tages – möglicherweise schon bald – könnte ein Brand entstehen, der den deutschen Katholizismus weitgehend verzehrt. 

Unsere Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist kath. Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“; zudem betreibt er diesen Blog: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/


Benedikt XVI. besorgt über „Verwirrung“

Benedikt XVI. sorgt sich laut seines Privatsekretärs Georg Gänswein über den Zustand der Kirche in Deutschland. Er nehme einen „Mangel an Einheit in nicht wenigen grundlegenden Aspekten des Glaubens“ wahr.

„Es ist überdeutlich, dass die Situation der katholischen Kirche in Deutschland heute von Spannungen und Verwirrungen geprägt ist“, sagte Erzbischof Gänswein.

Er fügte hinzu, es fehle bei deutschen Bischöfen an einer einheitlichen Haltung. Dies müsse „schnellstmöglich geklärt werden, um schwerwiegende Folgen für den Glauben und die Kirche in Deutschland abzuwenden“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.domradio.de/themen/benedikt-xvi/2021-04-11/von-spannungen-und-verwirrungen-gepraegt-gaenswein-benedikt-xvi-besorgt-ueber-kirche-deutschland