US-Bischöfe beklagen Bidens Plädoyer für totale Abtreibungsfreiheit

Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Gomez, hat Joe Biden wegen dessen Haltung zum Lebensschutz kritisiert. Das berichtet die katholische „Tagespost“.

Da der Katholik Biden ein „Recht auf Abtreibung“ unterstütze, würde eine „schwierige und komplexe“ Situation entstehen, zitiert das Blatt den Erzbischof von Los Angeles.

Wenn Politiker, die sich zum katholischen Glauben bekennen, für Abtreibungen einträten, ziehe dies mehrere Probleme nach sich, erklärte Gomez im Verlauf der Herbstvollversammlung der US-amerikanischen Bischöfe. Eines davon sei, „dass unter den Gläubigen Verwirrung darüber entsteht, was die Kirche eigentlich lehre“.

Wie die Zeitung weiter schreibt, habe der Vorsitzende der US-Bischöfe zudem eine neue Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die die Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche in den USA und Biden steuern soll. Den Vorsitz soll der Erzbischof von Detroit, Allen Vigneron, übernehmen.

Quelle: ALFA-Newsletter


Die Gegner der Kirche sitzen in ihr selber!

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Christian Weisner, der Sprecher der „Kirchenvolksbegehrer“ mit dem bescheidenen Namen „Wir sind Kirche“, konnte in der Kirchenzeitung der Erzdiözese München (15.11.2020, Nr. 46, S. 29) auf einer ganzen Seite seine „Reformbewegung“ darstellen.

Der Anlass war das sogenannte „Kirchenvolksbegehren“ vor 25 Jahren. Das Interview trägt den Titel „Eine Kirche der Gleichen“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum deutscher Katholiken“

Weisner bedauert darin, dass sie „nicht in den Synodalen Weg einbezogen sind. Es gibt aber gute indirekte Kontakte, vor allem zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken… Die Synode kann auch für die Weltkirche ein Angebot sein, dass hier in Deutschland… neue Wege gefunden werden können“.

Auf die Frage des Interviewers, wie Weiser die „Querschläge… die Instruktion im Sommer und die Äußerungen der Glaubenskongregation zum Abendmahl“ einschätze, meint er: „Ich würde mir von Papst Franziskus ein noch deutlicheres Ja zum Synodalen Weg wünschen… und es wäre sehr ungut, wenn einzelne Bischöfe oder Kardinäle über Rom versuchen würden, den Synodalen Weg zu stören“.

Gefragt nach seinen „Hoffnungen und Wünschen für die nächsten 25 Jahre“ gibt Weisener von sich:

„Es geht uns letztendlich, um das, was der biblischen Botschaft von einer Kirche der gleichen und der verschiedenen Charismen entspricht. Darum, die Ständeunterschiede, die Kluft innerhalb der Kirche zwischen Klerikern, Priestern, Bischöfen, Diakonen und dem allgemeinen Kirchenvolk zu überwinden. Wenn man auf die Kirchengeschichte schaut, sieht man, dass die Tradition der klerikalen, zentralen, absolutistischen Kirche eine sehr junge Tradition ist, die eigentlich erst im 19. Jahrhundert in der Zeit des ersten Vatikanischen Konzils erfunden und installiert worden ist…

Wichtig ist doch: Wie können Gemeinden überleben und gemeinsam Gottesdienst feiern? Und da darf es nicht mehr diese große Rolle spielen, ob Mann, ob Frau, ob verheiratet oder nicht verheiratet – wie es ja auch am Anfang nicht diese große Rolle gespielt hat“.

Ob die Münchner Kirchenzeitung auch einem Kirchenrechtler die Gelegenheit gibt, diese Aussagen von Christian Weisner zurückzuweisen, wäre eine interessante Frage. In jedem Fall ist seit 25 Jahren klar, welche Kirche die Initiative „Wir sind Kirche“ will.

Als das sogenannte „Kirchenvolksbegehren“ 1995 die damals schon existierende religiöse Unwissenheit der Leute ausnützte und die Bischöfe ihre Gläubigen ins Messer laufen ließen, statt in einem gemeinsamen Hirtenbrief vor der Rattenfängerei zu warnen – jeder wusste, dass das „Kirchenvolksbegehren“ kommen würde – da stand „Wir sind Kirche“ auf dem Zenit ihrer Bedeutung.

Daraus erklärt sich auch, dass „Publik Forum“ in einem 40-seitigen Dossier (26. Januar 1996) sehr offenherzig ihre Ziele und ihre Strategie beschrieben hat.

Im Dossier heißt es z.B.: “So wird der Gehorsam gegenüber Rom zum eigentlichen Problem für einen Dialog zwischen einem demokratisch, freiheitlich gesinnten Kirchenvolk und einer hierarchischen, diktatorisch strukturierten Kirchenführung. Der Wert dieses Kadavergehorsams muss vom Kirchenvolk öffentlich infrage gestellt werden.“

Dass die Kirchenzeitung der Erzdiözese München dem Sprecher „Wir sind Kirche“ anlässlich von 25 Jahren „Kirchenvolksbegehren“ eine volle Seite zur Vorstellung einräumt, kann nicht durch naive Unwissenheit erklärt werden. Es ist die fehlende Loyalität, die sich durch ähnliche kirchliche Gazetten und Medien durchzieht. Wir sind wieder einmal bei Joseph Ratzinger mit seiner Feststellung, die Gegner der Kirche sitzen vor allem in der Kirche selbst.


Bischöfe in Frankreich: „Das Krebsgeschwür des Terrorismus stoppen“

Einige Stunden nach dem islamistischen Attentat, bei dem am 29. Oktober in der Basilika Notre-Dame in Nizza drei Menschen ermordet wurden, äußerte die französische Bischofskonferenz in einer Erklärung ihr tiefes Bedauern und bekräftigte, dass „die Katholiken sich trotz des Schmerzes weigern, sich von der Angst überwältigen zu lassen“.

Weiter heißt es: „Unsere Gedanken und Gebete gelten den Opfern, den Verwundeten, ihren Familien und Angehörigen. Diese Menschen wurden angegriffen und getötet, weil sie sich in der Basilika aufhielten. Sie waren Symbol für etwas, das bekämpft werden soll.“

Die katholischen Oberhirten erinnern in diesem Zusammenhang die Ermordung von Pater Hamel, der am 26. Juli 2016 von zwei Islamisten am Altar seiner Kirche in Saint-Étienne du Rouvray ermordet wurde.

Sodann erklären sie weiter:
„Dieser Terrorismus zielt darauf ab, Angst in unserer gesamten Gesellschaft zu erzeugen. Es ist dringend erforderlich, dieses Krebsgeschwür zu stoppen, genauso wie es notwendig ist, sich um die unverzichtbare Geschwisterlichkeit zu bemühen, die uns alle angesichts dieser Bedrohungen vereint“.

Quelle: Fidesdienst


Kath. Kirchen stehen in Chile in Flammen

Das Feuer, das zur völligen Zerstörung der kath. Kirche La Asunciòn führte, wurde am 18. Oktober, dem Jahrestag der Proteste, gelegt. ie Kirche La Asunciòn wurde vollständig zerstört einschließlich des Glockenturms.

Bei Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei und den Streitkräften gab es tausende Verwundete und 30 Tote. Die Demonstrationen lösten eine Krise der Regierung unter Sebastián Piñera aus.

Ein zweiter Brand wurde in der Kirche San Francisco de Borja im Zentrum der Hauptstadt gelegt. Eine Gruppe von Männern brach in das Gotteshaus ein und legte ein Feuer, das die Kirche in Brand setzen sollte. Der Versuch konnte jedoch von den Feuerwehrleuten vereitelt werden. Bei der Aktion kam es zu fünf Festnahmen.

Die Chilenische Bischofskonferenz äußerte sich in einer Erklärung:

„Die Ereignisse in Santiago und anderen Städten in Chile zeigen, dass es für Gewalttäter keine Grenzen gibt. Es kommt dabei leider zu Übergriffen, Plünderungen und Anschläge auf Kirchen, sakrale Gebäude, die Gott gewidmet sind und im Dienst der Solidarität gegenüber den Menschen stehen.

Es tut uns weh zu sehen, wie eine historische Kirche in Santiago zerstört wird und dies sogar gefeiert wird.“

Quelle: Fidesdienst


Der „Synodale Prozess“ in der Kirche schleppt sich mühsam weiter

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Warum ist der „Synodale Prozess“ so mühsam? Weil die Mehrheits- und die Minderheitsfraktion unterschiedliche Vorstellungen von Reform haben. Die Mehrheit ist an Strukturveränderungen interessiert, die Minderheit an Neuevangelisierung, ausgerichtet am Wort Gottes und der Lehre der Kirche.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Pfr. Dr. Guido Rodheudt drückt das so aus: „Dass es sich nämlich bei der konkreten Verfassung und Ausrichtung des ‚Synodalen Weges‘ jenseits aller redlich bekundeten Absichten und Schönfärbungen um ein gigantisches, die katholische Kirche durch ihre Wesensverkennung schwer beschädigendes Unternehmen handelt“ (Vatikan-Magazin 8-9, 2020, S. 36).

Das Problem der sogenannten Reformvorhaben hat auch damit zu tun, dass sich der Relativismus in den Köpfen der Synodenmehrheit breit gemacht hat.

Noch einmal Dr. Rodheudt (siehe Foto):
Er zitiert zur Verdeutlichung kritisch die Pastoraltheologin Christiane Bundschuh-Schramm, Mitarbeiterin des Bischofs von Stuttgart-Rottenburg: „Die Wahrheit ist nicht unveränderlich, weil sie nicht etwas Objektives ist. Sie ist wandelbar, weil sie im Subjekt entsteht und folglich müssen wir Schluss machen mit überholten Gottesbildern und Denkmodellen“.

Mit einer solchen Geisteshaltung ist der demokratischen Mehrheit der Synodalen die Tür geöffnet und sie macht vor Abstimmungen auch über die Lehre der Kirche nicht Halt.

Diese synodale Gesinnung stieß inzwischen auf zwei Staumauern: Das Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonassynode. Es öffnete nicht den erhofften Türspalt zum Frauendiakonat/Priesterweihe und zu den „Viri probati“.

Die Instruktion der Kleruskongregation beugt der Entmachtung des Pfarrers durch Teams vor, in welcher der Pfarrer einer von mehreren ist und jederzeit überstimmt werden kann. Eine Reihe von Bischöfen (Kohlgraf, Schick, Ackermann, Overbeck, Feige, Bode, Marx) übten heftige Kritik an dieser Instruktion. Andere Bischöfe (Woelki, Hanke, Ipolt, Meier, Oster, Voderholzer) halten die Instruktion für richtig, weil sie der Laienarbeit Raum bietet.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sieht durchaus Möglichkeiten, aus der Universalkirche auszuscheren. ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann meinte: Es helfe nicht, „wenn wir nur einen Einheitsbrei auf Weltkirchenebene, der für alle eine Gültigkeit hat, immer im Blick haben… Kirche ist wie alle anderen lebendigen Gemeinschaften von Ort zu Ort, von Land zu Land, von Voraussetzungen und Bedürfnissen her unterschiedlich“ (Passauer Bistumsblatt, Nr. 36, 6.9.2020, S. 3). Einen Weg, der aus der Universalkirche herausführt, werden wir nicht mitgehen!

Die Instruktion aus Rom war auch das Thema auf der Sitzung des „Ständigen Rates“ der 27 Diözesanbischöfe am 24. August 2020 in Würzburg. Die Bischöfe nahmen das Gesprächsangebot vom Präfekten der Kleruskongregation Kardinal Beniamino Stella an.

Allerdings will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Bätzing mit dem gesamten Präsidium des „Synodalen Prozesses“, d.h. mit seinem Stellvertreter, Bischof Bode, dem Präsidenten des ZdK Thomas Sternberg und der ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann in Rom anrücken. Das Gesprächsangebot galt aber nur den Bischöfen.

Die deutschen Bischöfe haben mehrheitlich einen lange praktizierten Anpassungskurs an die Haltung der mitgliederstarken katholischen Laienorganisationen im ZdK (KDFB, kfd, BDKJ), die von den Medien massiv unterstützt werden, toleriert. Sie haben das Heft nicht mehr in der Hand. Der bisherige Verlauf des „Synodalen Prozesses“ bestätigt das.

Das Surfen im Gegenwind von Synodenmehrheit und Medien gegenüber der o.a. römischen Instruktion zeigt Bischof Heiner Wilmer von Hildesheim in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) vom 31.8.2020, S. 6.

Auf die Frage „In einer Vatikaninstruktion wurden Leitungs-Teams für Pfarreien aus Pfarrern und Laien ausgeschlossen. Können Sie die Verärgerung nachvollziehen?“ antwortet Wilmer: „Ich kann sie nachvollziehen, zumal die deutschen Bischöfe von der Instruktion nichts wussten“… Diese Vatikaninstruktion ruft das Kirchenrecht in Erinnerung. Sie bringt nichts Neues. Wilmer strapaziert ein Nichtwissen, das eigentlich nicht sein dürfte.

Der Interviewer: „Auch eine Reihe Ihrer Mitbrüder kritisierte das Papier, eine Art Verwaltungsanweisung, scharf als ‚wirklichkeitsfern‘. Es säe Misstrauen“. Wilmer: „Ich plädiere für eine differenzierte Betrachtung… (Papst Franziskus) geht es darum, dass das Volk Gottes der Hauptakteur der Evangelisierung sei“. Das stellt die Instruktion nicht infrage.

Interviewer: „Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz will den obersten deutschen Laienvertreter dazu (zum Gespräch in Rom) mitnehmen. Ob das Stella wohl passt?“ Zu diesem Affront bzw. Provokation antwortet Wilmer: „Ich gehe davon aus, dass sich auch die römische Behörde freut, wenn Getaufte Verantwortung übernehmen. Auch das wird von der Instruktion in keiner Weise behindert“.

Interviewer: „Was erhoffen Sie sich von dem Treffen im Vatikan?“:

Wilmer: „Ich erhoffe mir eine gute Gesprächskultur. Und ich erhoffe mir, dass wir die Umstände, in denen die Menschen jeweils leben, ernst nehmen. Die Frage ist doch: Wie können wir in Deutschland die Frohe Botschaft so leben und verkünden, dass sie uns trägt?“

Dem steht die Instruktion nicht im Wege und wenn Wilmer im weiteren Interview feststellt: „Wir sind nun einmal Kirche im Wandel“, wäre interessant, was er mit Wandel meint und wie er ihm begegnen will. Es gibt die Möglichkeit der gefügigen Anpassung an den Wandel oder einer Rückkehr zur Botschaft Jesu und zur Lehre der Kirche. Man würde Bischof Wilmer gerne zurufen: Kann es nicht etwas konkreter sein, Herr Bischof!

Nach der Generalversammlung und den Regionalkonferenzen bilanziert Regina Einig (Tagespost, 10.9.2020):
„Auf der Folie der Corona-Krise radikalisiert sich der ‚Synodale Weg‘. Weitgehende Wertungsfreiheit bestimmte den Austausch der Regionalkonferenzen. Wunschdenken, offene Häresie, unrealistische Forderungen, Analyse und dann und wann auch katholische Lehre stehen unsortiert nebeneinander. Von wenigen Ausnahmen abgesehen bleibt auch Abseitiges und Abstruses unbewertet und unkorrigiert stehen.“

Katholiken, die Reformen wollen, werden an der Seite jener Bischöfe stehen, die Maß am Wort Gottes und der Lehre der Kirche nehmen – auch wenn sie in der Minderheit sind.


So erlebte ich den „Marsch für das Leben“

Von Lucia Tentrop

In Berlin war wieder der „Marsch für das Leben“. Meine Freundin Maria hat bei den Vorbereitungen mitgearbeitet. Sie hatten auf 1.500 Mitgänger gehofft, aber es waren ca. 3.000. Auf der einen Seite des Brandenburger Tors waren die eigentlichen Demonstranten – auf der anderen die Gegendemonstranten.

Letztere verweigerten jede Meinungsäußerung an den Reporter. Die kommen nur zum Stören und werden fürs Sitzblockaden und Dabeisein bezahlt, können und dürfen aber keine Auskünfte geben.

Die Störungen waren wegen der Trennung durch das Brandenburger-Tor nicht so schlimm wie früher. Da mussten die Gegendemonstranten aus dem Marsch polizeilich herausgeholt werden

Ich habe das mal selbst direkt hinter mir erlebt und hatte ziemliche Angst. Man durfte sich ja nicht wehren, weil immer die Gefahr besteht, dass die Christen in der Presse als Randalierer dastehen. In Münster war das mal ganz schlimm.

Foto Axel Nickolaus

Der Berliner Erzbischof Koch und ein paar andere Oberhirten wie der Regensburger Bischof waren dabei. Natürlich auch jede Menge Polizisten.

Der zwischendurch eingeschaltete Radio Horeb Sender berichtete, dass in den USA bereits eine Gruppe anstrebt, die Tötungserlaubnis über die Geburt hinaus zu verlängern, sofern das Wohlergehen der Eltern durch das Kind gefährdet ist. – Was dazu treibt, ist wohl der Konflikt zwischen der zunehmenden Bevölkerung und Zerstörung unserer Erde durch den Menschen – und seinem Wunsch, für die bereits Situierten den Wohlstand zu erhalten.

Die Fernsehübertragung erfolgte nur über RTDeutsch (Russland)  und EWTN (USA). In den Berlin-Nachrichten von RBB um 19 Uhr wurde die Demo für einige Sekunden erwähnt, in den ARD-Nachrichten um 20 Uhr – wie üblich – totgeschwiegen. Trotzdem wächst die Gruppe von Jahr zu Jahr weiter.

Ich komme mir in Berlin manchmal vor wie in einer Neuauflage des Nazi-Regimes – nur dass die Diktatur von links zu kommen scheint, weil da auch die Feministinnen sind. Die moderne Selbstabwertung des Menschen, die mir heute wieder bewusst wurde, ist mir unheimlich. Vielleicht profitiert von diesem Versinken unserer eigenen Kultur eine ganz andere Macht.

Es war aber auch etwas sehr Positives dabei: Eine sehr natürliche und weibliche Frau um die 40 berichtete öffentlich von ihrem Schicksal, dass ihr 4. Kind, das sie erwartete, mit einem fehlgebildeten Kopf zur Welt kommen und nicht lange leben würde. Da schien eine Abtreibung nahezuliegen.

Aber die Ärztin und ihr Mann standen zu ihr, damit sie das Kind austrug. Sie nahm die Situation an, obwohl sie wusste, dass das Kind bald nach dere Geburt sterben würde – was dann auch geschah.

Das war so beeindruckend, wie diese durch und durch beseelte und blühende Frau ihr Leiden schilderte und verkraftet hat, dass ich das nie vergessen werde. Gut, dass es auch solche Menschen gibt. Was sind dagegen diese ewig unzufriedenen Emanzen!

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist katholische Theologin, Pädagogin, Malerin und Musikerin; sie lebt in Berlin  –  hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de


Vatikan-Dokument zum Exorzismus und charismatischen „Befreiungsgebeten“

Kongregation für die Glaubenslehre

Schreiben an die Ortsbischöfe
bezüglich der Normen zum Exorzismus

29. September 1985

Eure Exzellenz,

seit einigen Jahren nimmt in gewissen kirchlichen Kreisen die Zahl von Gebetsversammlungen zu, die den Zweck verfolgen, die Befreiung vom Einfluss böser Geister zu erlangen, wobei es sich nicht um Exorzismen im eigentlichen Sinne handelt. Diese Versammlungen finden unter der Leitung von Laien statt, auch wenn ein Priester anwesend ist.

Da nun bei der Kongregation für die Glaubenslehre angefragt wurde, was von dieser Tatsache zu halten sei, erachtet es dieses Dikasterium für notwendig, den Bischöfen Folgendes mitzuteilen:

1. In Kanon 1172 des Codex des Kanonischen Rechtes wird erklärt, dass niemand rechtmäßig Exorzismen über Besessene aussprechen kann, wenn er nicht vom Ortsordinarius eine besondere und ausdrückliche Erlaubnis erhalten hat (§ 1), und dass der Ortsordinarius diese Erlaubnis nur einem Priester geben darf, der sich durch Frömmigkeit, Wissen, Klugheit und untadeligen Lebenswandel auszeichnet (§ 2). Die Bischöfe sind daher dringend aufgefordert, sich streng an diese Vorschriften zu halten.

2. Aus besagten Vorschriften ergibt sich, dass es den Gläubigen nicht erlaubt ist, die Exorzismus-Formel gegen den Satan und die abtrünnigen Engel aus dem Exorzismus zu verwenden, der auf Anordnung von Papst Leo XIII. veröffentlicht wurde; und noch weniger dürfen sie den vollständigen Wortlaut dieses Exorzismus verwenden. Den Bischöfen obliegt es, die Gläubigen im Bedarfsfall darauf hinzuweisen.

3. Aus denselben Gründen werden die Bischöfe schließlich gebeten, auch in Fällen, in denen eine echte teuflische Besessenheit auszuschließen ist, darüber zu wachen, dass niemand ohne die entsprechende Vollmacht Versammlungen leitet, bei denen Befreiungsgebete gesprochen werden, in deren Verlauf die Dämonen direkt befragt werden, um ihre Namen zu erfahren.

Der Verweis auf diese Normen darf die Gläubigen jedoch keineswegs davon abhalten, darum zu beten, von dem Bösen erlöst zu werden, wie es uns Jesus gelehrt hat (vgl. Mt 6,13). Darüber hinaus können die Bischöfe diese Gelegenheit nutzen, um an das zu erinnern, was uns die Tradition der Kirche bezüglich der besonderen Rolle lehrt, die die Sakramente und die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, der Engel und der Heiligen im geistigen Kampf der Christen gegen die bösen Geister spielen.

Hochachtungsvoll,

in Christus Ihr

Joseph Card. Ratzinger, Präfekt

+ Alberto Bovone, Sekretär

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19850924_exorcism_ge.html


Stäbchen, Zange oder Pinzette: Zur Spendung der hl. Kommunion in Coronazeiten

Von Felizitas Küble

Auf einer britischen Presseseite namens Inquierer wurde am 17. August 2020 über einen anglikanischen Gottesdienst in England berichtet, bei dem die aus Singapur stammende Pfarrerin Harrop bei der Abendmahlsausteilung ein 46 cm langes Lo-Hei-Stäbchen benutzte, um den coronabedingten Abstand zu gewährleisten: https://newsinfo.inquirer.net/1322984/priest-serves-communion-with-chopsticks-to-keep-distance-in-mass

Es heißt in dem Artikel weiter, in anderen Kirchen des Landes werde dabei eine Zange verwendet.

Wir haben bereits vor über vier Monaten   – als erster entsprechender Artikel im gesamten Internet  – unsere Idee vorgeschlagen, bei der Spendung der heiligen Kommunion in der katholischen Kirche eine Pinzette oder Zange (ähnlich einer Zuckerwürfel-Zange) zu verwenden:

https://charismatismus.wordpress.com/2020/04/12/einfuehrung-der-hl-kommunion-mit-einer-pinzette-koennte-viele-problemeloesen/

Dies wäre auch und gerade für die Mundkommunion eine ideale Lösung im Sinne von Hygiene und Abstandhalten:

  1.  Weder der Spender noch der Empfänger berührt die hl. Hostie.
  2.  Die Mundkommunion wird in der Regel auf den Knien empfangen, in der „alten Messe“ geschieht dies auf einer Kommunionbank fast immer. Dadurch stehen sich Priester und Kommunikant gerade nicht „auf Augenhöhe“ gegenüber, sondern das Gesicht des Geistlichen befindet sich deutlich höher (siehe Foto) – und eben dies ist positiv sowohl allgemein für Grippephasen wie erst recht in Corona-Zeiten.

Ende April –  über zwei Wochen nach Veröffentlichung unseres Artikels  – verkündete die Deutsche Bischofskonferenz ihre neuen Corona-Richtlinien. Schon zuvor war bischöflicherseits vielfach von der Mundkommunion abgeraten worden.

Dies wurde nun bekräftigt mit dem Satz, eine MUND-Kommunion finde „weiterhin nicht statt“, was gleichsam ein Verbot darstellt. Zugleich wird in dem Dokument aber die Spendung der HAND-Kommunion mit einer Zange empfohlen.

Eine solche Vorgehensweise ist allerdins in sich unlogisch, weil die Mundkommunion mit einer Zange (oder Pinzette – dasselbe in grün) hygienisch  n o c h   sicherer ist als die Handkommunion. Wenn man die hl. Hostie per Zange auf die Hand legt, führt der Empfänger sie trotzdem mit seinen Fingern zum Mund. Es sind also beide Hände beteiligt. Zudem wird die Handkommunion fast immer stehend empfangen, was gerade in puncto Corona-Schutz ungünstig ist.

Genau genommen kann die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) kein Verbot verfügen, weil jedes Bistum für liturgische Bestimmungen selbst verantwortlich ist. Aber die Bischöfe übernehmen in der Regel die Leitlinien bzw. Verfügungen der DBK.

Wie mir aus dem bischöflichen Ordinariat des Erzbistum Köln auf meine Anfrage schriftlich mitgeteilt wurde, ist die Mundkommunion  – zumindest dort – zwar in öffentlichen Messen nicht erlaubt, aber durchaus etwa im Falle einer Krankenkommunion oder ähnlichen Situationen (also außerhalb der Meßfeier).

Ich weiß aus mehreren Bistümern, daß einige Priester dort jene Katholiken, die eine Mundkommuinon erhalten möchten, darum bitten, nach dem Gottesdienst in die Sakristei zu kommen, um dort in der von ihnen gewünschten Weise den Leib Christi zu empfangen.

Grundsätzlich bleibt es dabei, daß die DBK weder logisch noch theologisch angemessen reagiert hat, als sie einerseits die Verwendung einer Zange empfahl, andererseits aber die Mundkommunion nicht erlaubte, obwohl diese mit Zange/Pinzette und auf Knien die sicherste bzw. die am meisten hygienische Form der Kommunionausteilung darstellt.

Jenen  Gläubigen, die sich für Mundkommunion entscheiden, wird häufig entgegengehalten, der Mund sei doch auch nicht „würdiger“ als die Hand, oft werde damit noch mehr gesündigt (durch böse Worte häufiger als durch schlechte Werke etc).

Das mag sein, ist aber nicht der springende Punkt.

Ich habe noch nie einen Mundkommunikanten getroffen, der mir diese Begründung („Mund ist würdiger“) genannt hätte. Vielmehr geht es den meisten von ihnen darum, daß bei einer Handkommunion kleine Teilchen (Partikel) der hl. Hostie auf der Handfläche verbleiben oder bei Unachtsamkeit direkt auf den Boden herunterfallen können.

Das zweite Motiv lautet sodann, die Gefahr einer freventlichen Verunehrung (Hostienraub) sei durch die Einführung der Handkommunion gestiegen, was durchaus nicht bestritten werden kann.

Es ist daher längst an der Zeit, daß die DBK und die deutschen Bischöfe die Mundkommuion wieder gestatten – in den USA und Österreich wurde sie übrigens nie verboten. Die orthodoxe Kirche hat an der ihr eigenen Form der Mundkommunion ohnehin trotz Corona festgehalten.

Abschließend noch ein Hinweis:

Genau genommen handelt es sich bei der heute praktizierten Form der Handkommunion um eine FINGER-Kommunion, weil man die hl. Hostie mit dem Daumen und dem Zeigefinger der rechten Hand zum Mund führt.

Die eigentliche HAND-Kommunion wurde in der frühen Kirche praktiziert: Der Gläubige empfing den Leib Christi, indem er sich mit dem Kopf bis zu seiner Hand hinunterneigte und die hl. Hostie direkt mit dem Mund aufnahm. Diese urchristliche Praxis ist im Vergleich zur heutigen Finger-Kommunion zweifellos besser, zumal diese alte Form die Gefahr eines Sakrilegs (Hostienraub, Zweckentfremdung etc.) verringern würde.

Neben der Mundkommunion-Erlaubnis sollten daher unsere Oberhirten für jene Gläubigen, welche bislang die übliche FINGER-Kommunion praktiziert haben, ein Umsteigen auf die echte HAND-Kommunion empfehlen und dies auch solide begründen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Argentinien: Kath. Bischöfe und Lebensrechtler gegen neue Abtreibungsregelung

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In Argentinien soll ein Protokoll verabschiedet werden, das weitere Abtreibungserleichterungen vorsieht. Das ruft die argentinischen Bischöfe und Lebensrechts-Gruppen auf den Plan.

In ihrer kurzen Erklärung vom vergangenen Montag schließen sich die Bischöfe einer früheren Erklärung des Erzbischofs von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, an und bringen „ihre Sorge über die unbegrenzte Ausdehnung der Erlaubnis von Abtreibungen und das Fehlen des institutionellen Rechts auf Gewissensverweigerung“ zum Ausdruck.

Erst vor einem Jahr waren Zehntausende gegen eine geplante Abtreibungsliberalisierung auf die Straße gegangen.

Am 16. Juli billigte die Stadtlegislative von Buenos Aires ein Protokoll des nationalen Gesundheitsministeriums. Darin werden die Regeln erläutert, die für Abtreibungen unter bestimmten Umständen  gelten, die ein früheres Gerichtsurteil für zulässig erklärt hatte.

Präsident Alberto Fernandez versprach Anfang März, ein Gesetz zur Entkriminalisierung der Abtreibung einzubringen, musste diesen Plan jedoch wegen der Corona-Pandemie verschieben.

Pro-Life-Gruppen sehen auch die vorgesehenen Beschränkungen im Falle einer Gewissensverweigerung kritisch.

So gab Rechtsanwalt Mariano De Vedia zu bedenken, dass das Protokoll zwar eine Verweigerung des Eingriffs aus Gewissensgründen erlaube, „allerdings nur unter der Bedingung, dass die Behandlung der Patientin nicht verzögert wird und diese an einen Fachmann überwiesen wird, der bereit ist, die Abtreibung vorzunehmen“.

Kardinal Poli sieht zudem auch den Zeitpunkt unglücklich gewählt. Wie er am 16. Juli verlauten ließ, sei es „besonders schmerzlich, dass inmitten einer tödlichen Pandemie, bei der so viele Arbeiter im Gesundheitsdienst ihr Leben riskieren, um andere zu retten, die Gesetzgeber die Gelegenheit ergreifen, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das alles andere tut, als menschliches Leben zu respektieren.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-07/kirche-argentinien-abtreibung-lebensschutz.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Gläubige fühlen sich im Stich gelassen

Von Cordula Mohr

DIe in den Medien erwähnten Kirchenaustrittzahlen, die erneut gestiegen sind, beziehen sich zwar auf das Jahr 2019, aber sie zeigen bereits eine wachsende Abwendung von den christlichen Kirchen, die durch das defensive Verhalten von Bischöfen und Priestern in der Coronakrise voraussichtlich noch verstärkt wird.
Gerade in der Diözese Münster gab es einen „Kirchenaustritts-Rekord“, wie sogar das kath. Bistumsblatt KuL vom 5. Juli auf der Titelseite berichtete.
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Was sich im März 2020 und besonders zum Osterfest z.B. in meiner münsterländischen Stadt Rheine abspielte, lässt eine weitere Austrittswelle befürchten. Auch bei mir entstand von Woche zu Woche verstärkt der Eindruck, die Kirche habe sich selbst in die Bedeutungslosigkeit manövriert und ihre Gläubigen im Stich gelassen.
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Dies umso mehr, als der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet ausdrücklich erklärte, keine Gottesdienste verboten zu haben. Vielmehr sei diese Entscheidung von den Bischöfen selber ausgegangen.
Das gilt auch hinsichtlich der fehlenden Osterfeierlichkeiten.
Die Geistlichkeit hatte doch einen wochenlangen Vorlauf, um geeignete Lösungen in der Coronakrise zu überlegen. Die Parks und Kirchenwiesen hätten eine Möglichkeit geboten, um bei gutem Wetter eine Ostermesse zu feiern.
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Teilweise waren die Kirchen im März und April in Rheine nicht einmal zum persönlichen Gebet geöffnet. Ich stand mehrmals tagsüber vor verschlossener Kirchentür.
Dazu kam der späte Start mit den Gottesdiensten, obwohl die Coronazahlen hier in Rheine und auch deutschlandweit schon längst gesunken waren.
Das alles hat mich immer mehr zermürbt und enttäuscht.
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Gerade in Krisenzeiten braucht es doch die Hirten, die sich fürsorglich und einsatzfreudig um ihre Herde kümmern.
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Unsere Autorin Cordula Mohr aus Rheine ist dreifache Familienmutter und leitet den Regionalverband Nordmünsterland der ALfA (Aktion Lebensrecht für alle)