Pater Richard Henkes wird seliggesprochen

Der deutsche Pallottinerpater Henkes (1900 – 45) ist bisher nur Eingeweihten als überzeugter Opponent des Hitler-Regimes geläufig. Doch das könnte sich am heutigen Sonntag ändern: Da wird Kurienkardinal Kurt Koch Pater Henkes im Limburger Dom selig sprechen.

„Pater Henkes war ganz davon überzeugt, dass das nationalsozialistische Regime mit menschlichen und christlichen Werten nichts zu tun hat, dass es eine anti-christliche, neu-heidnische Ideologie ist.“

Das sagt Kardinal Koch im Gespräch mit Radio Vatikan. Der Priester habe im Lauf seines Lebensauch innere Krisen erlebt, sei daran aber „gereift“.

Der Kardinal, der im Vatikan für Ökumene zuständig ist, nennt den neuen Seligen „ein Vorbild nicht nur für die Katholiken, sondern für alle Christen, die konsequent in der Nachfolge Christi stehen“.

Derzeit seien 80 Prozent der Menschen weltweit, die wegen ihrer Religion verfolgt werden, Christen; darum sei das Vorbild Henkes auch heute besonders aktuell.

P. Richard Henkes hat in der Nazizeit die Botschaft Christi furchtlos und offen verkündet. Auf der Kanzel und als Exerzitienmeister nahm er auch in der Gegenwart von Nazispitzeln kein Blatt vor den Mund.

Die SS nannte das „Missbrauch der Kanzel“ und isolierte ihn im KZ Dachau. Pater Henkes nannte wiederholt die NS-Verbrechen beim Namen, z. B. bei der Tötung Behinderter, die er auf der Kanzel in Branitz als Mord anklagte.

Er mühte sich außerdem um Ausgleich und Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen und versuchte mit konkreten Aktionen, Verfolgten und Eingekerkerten beizustehen.

Höhepunkt seines Einsatzes für andere war sein freiwilliger Dienst bei den Typhuskranken auf Block 17. Nach achtwöchigem Einsatz infizierte er sich und starb am 22. Februar 1945.

Quelle (Text/1.Foto) und vollständiger Artikel hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-09/kardinal-koch-selig-pallottiner-deutschland-richard-henkes-limbu.html

Gemälde: Evita Gründler


§219a: Es gibt keine Freiheit zum Töten!

Von Peter Helmes

Der neue Bundesgesundheitsminister Spahn pocht darauf, das sog. Werbeverbot für Abtreibungen beizubehalten. Das hat erwartungsgemäß für lautes Aufheulen und Schluchzen der linken Szene  gesorgt. Deren Vorwurf, hier ginge es um den Verlust von Freiheit, ist absurd: Es gibt keine Freiheit zum Töten! Also auch keine Lizenz zum Abschlachten ungeborener Kinder!

Auslöser der aktuellen Debatte war ein Urteil des Amtsgerichts Gießen, das eine Ärztin wegen unerlaubter Werbung für Abtreibung zu einer Geldstrafe verurteilt hatte – entsprechend des Werbeverbots von § 219a StGB.

Klar, daß die Gutmenschen, auch die „christlichen“, dies nicht klaglos hinnehmen wollten. Die politisch korrekte Empörungswelle schwappte über. Die Diskussion um das „Werbeverbot für Abtreibungen“ hat inzwischen jedoch Formen angenommen, die dem Ernst des Themas nicht gerecht werden.

Eben weil es um Leben geht, sollte das Thema, wie manche fordern, nicht etwa tiefer, sondern es müßte entschieden höher gehängt werden.

Der Schutz des Lebens hat Vorrang vor dem Schutz des persönlichen Freiraums! Der Schutz des Lebens ist nicht verhandelbare und keine Ware, die man beliebig kaufen und verkaufen kann. „Werbung“ für Abtreibung ist moralisch mehr als fragwürdig, sie ist ein Vergehen gegen unsere Kultur.

Abtreibung ist Tötung im Mutterleib! Hier werden nicht „mühsam errungene Freiheitsrechte“ in Frage gestellt, wie uns Abtreibungsbefürworter einreden wollen. Nein, und nochmals nein, hier werden einmal mehr ein Werteverlust und eine Geringschätzung des Rechts auf Leben in allen seinen Phasen deutlich.

Dazu darf die Politik nicht schweigen. Ich wünschte mir deshalb ein klares Wort der Bundeskanzlerin dazu – und auch ein deutliches Wort der SPD; die Unionsparteien haben wenigstens in dieser Frage zu ihrem ethischen Fundament zurückgefunden.

Daß ausgerechnet die neue SPD-Fraktionsvorsitzende (und Mutter!), Andrea Nahles als Erstes ihren Namen unter einen Antrag für die Aufhebung des Werbeverbots gesetzt hatte, stimmt bedenklich. Ob öffentlicher Druck oder innere Einsicht dazu geführt haben, daß die SPD inzwischen den Antrag zurückgezogen hat, wird sich in der weiteren Debatte noch zeigen. 

Wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA meldet, hat die FDP der Union angeboten, die von SPD, Grünen und Linken geforderte ersatzlose Streichung des § 219a Strafgesetzbuch noch zu stoppen.

Das hinderte die stellv. Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Eva Högl, jedoch nicht daran, die „Lebensrechtler“ zu verhöhnen. Sie sprach von „widerlichen Lebensschützern“, Kanzlerin Merkel inbegriffen (siehe: https://conservo.wordpress.com/2018/03/16/von-menschen-underdogs-und-widerlichen-lebensschuetzern/). Högl hat damit überdeutlich gezeigt, was sie wirklich von Menschen denkt, die sich für den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzen.

Bitterer Wermutstropfen aus der kath. Kirche

Höchst bedenklich stimmte aber auch die Reklame für „Abtreibungswerbung“ im Bistum Limburg. Das mußte jeden Christen alarmieren. Dementsprechend brandete nach Bekanntwerden der bischöflichen Initiative der Widerspruch auf: Tausende Lebensrechtler hatten sich beim Limburger Bischof Bätzing beschwert – was ein schon fast unerwartetes Ergebnis erbrachte:

Das Bistum Limburg zog seine Unterstützung zurück, die Abtreibungswerbung wurde aus der Bistumswebseite entfernt – ein wichtiger Schritt für den Schutz des (ungeborenen) Lebens und für Ehe und Familie.

Die gesetzlichen Regelungen, ob und unter welchen Umständen eine Abtreibung straffrei ist, fußen auf einem Bundesverfassungsgerichtsurteil. Dieses stellt fest, daß das „sich im Mutterleib entwickelnde Leben als selbständiges Rechtsgut unter dem Schutz der Verfassung“ steht. Das Strafgesetzbuch setzt dieses Bundesverfassungsgerichtsurteil um.

Menschliches Leben zu schützen, ist nicht „widerlich“, sondern muß oberstes Ziel aller Demokraten sein – auch in der SPD!

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist und ehem. Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union); er betreibt die liberal-konservative Seite https://conservo.wordpress.com/


StA Limburg: „Es ergab sich kein Anfangsverdacht gegen den ehem. Bischof“

Die Verlautbarung der Staatsanwaltschaft Limburg im vollen Wortlaut:

Die Staatsanwaltschaft Limburg lehnt die Aufnahme eines förmlichen Ermittlungsverfahrens gegen den ehemaligen Limburger Bischof und die Mitglieder des Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhles zu Limburg ab.

Dem hiesigen Verfahren lagen mehrere Strafanzeigen gegen den emeritierten Bischof von Limburg, Dr. Tebartz- van Elst zu Grunde. Die Strafanzeigen nahmen Bezug auf die umfangreiche Medienberichterstattung zu den Kosten und der Finanzierung des Limburger Bischofssitzes/ Diözesanzentrums St. Nikolaus. paragraph_300x3001

Gemäß § 152 Abs. 2 StPO hat die Staatsanwaltschaft, soweit nicht gesetzlich etwas anderes bestimmt ist, wegen verfolgbarer Straftaten einzuschreiten, sofern zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Anfangsverdachts bestehen.

Im Rahmen der Prüfung eines Anfangsverdachts, den sogenannten Vorermittlungen, bei denen sowohl der Bericht der Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz als auch weitere kirchenrechtliche Unterlagen beigezogen wurden, hat sich ein solcher Anfangsverdacht nicht ergeben.

Zwar konnten etliche Verstöße gegen innerkirchliches Recht, insbesondere gegen Beteiligungsrechte kirchlicher Gremien (im Einzelnen dargelegt im Bericht der Prüfkommission der Deutschen Bischofskonferenz und geregelt im Codex Juris Canonici, kirchenrechtlichen Partikularnormen und dem Statut des Bischöflichen Stuhls zu Limburg), festgestellt werden, diese führen jedoch nicht zu einer möglichen Strafbarkeit von Dr. Tebartz- van Elst.

Foto: PRO

Foto: PRO

Eine Strafbarkeit bei innerkirchlichen Entscheidungen und Verhaltensweisen kommt nur dann in Betracht, wenn außerkirchliche Belange strafrechtlich relevant tangiert wären.

Dies wäre z.B. dann der Fall, wenn Handlungen gegen die körperliche Integrität, das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung oder auch Diebstahlsdelikte vorliegen würden.

Der vorgenannte Grundsatz ergibt sich direkt aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und zwar dem dortigen Artikel 140 in Verbindung mit Artikel 137 Abs. 3 Weimarer Reichsverfassung. Danach ordnet und verwaltet jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes selbständig. Zu dem verfassungsrechtlich geregelten Autonomiebereich der Religionsgesellschaften/Kirchen gehört die innere Organisation, das kirchliche Finanzwesen und die Vermögensverwaltung sowie eine eigene, den staatlichen Rechtsschutz verdrängende Gerichtsbarkeit (vgl. BVerfG, NVWZ 1989, 452).

Dieses kirchliche Selbstbestimmungsrecht hat das Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen bestätigt; vergleiche NJW 1999,350; 2009, 1196; 1976, 2125. Damit handelt es sich bei der internen Vermögensverwaltung des Bischöflichen Stuhls der bei den Baumaßnahmen auf dem Domplatz die Bauherrschaft inne hatte und den Löwenanteil der Baukosten trug, um eine innerkirchliche Angelegenheit, die sich der Beurteilung der Strafjustiz entzieht.

Foto: Bistum Limburg

Foto: Bistum Limburg

Diese Auffassung vertritt im Übrigen auch der Bischöfliche Stuhl als in Betracht kommender Geschädigter.

Der Gesichtspunkt der innerkirchlichen Angelegenheit gilt auch hinsichtlich der Aufhebung des
St. Georgswerks und Verwendung der hierdurch frei gewordenen Mittel. Beim St. Georgswerk handelte es sich um ein zweckbestimmtes Sondervermögen als dessen Träger der Diözesanbischof bzw. der Bischöfliche Stuhl von Limburg bestimmt war. Das St. Georgswerk war keine Körperschaft des öffentlichen oder des Privatrechts.

Bischof Dr.Tebartz-van Elst war kraft seines Amtes befugt das St. Georgswerk aufzulösen. Auch bei der Veräußerung von Forderungen des St. Georgswerks an das Bistum Limburg handelte der Bischof befugt.

Anders ist die Mittelverwendung für die Baumaßnahmen auf dem Domplatz unter kirchenrechtlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Hier wäre der Wille der Geber im Sinne eines pastoralen oder karitativen Zwecks der Mittelverwendung zu beachten gewesen. Da aber wie bereits ausgeführt Verstöße gegen rein innerkirchliche Normen im Rahmen der Vermögensverwaltung keine rechtliche „Außenwirkung“ entfalten, liegt auch insoweit kein strafrechtlich verfolgbares Verhalten des emeritierten Bischofs vor.

Bezüglich der Strafanzeigen gegen die Mitglieder des Vermögensverwaltungsrats wird aus den genannten Gründen ebenfalls die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgelehnt werden. Der Vermögensverwaltungsrat ist ein Organ des Bischöflichen Stuhls. Mithin gelten für dessen Mitglieder dieselben oben dargestellten verfassungsrechtlichen Erwägungen wie für den emeritierten Bischof.

gez. Herrchen
Oberstaatsanwalt

Quelle: https://www.bistumlimburg.de/fileadmin/redaktion/Portal/Meldungen/2014/Causa_TVE/Presseerklärung_der_Staatsanwaltschaft.pdf


Der „Spiegel“: Spekulationen statt seriöser Berichterstattung in puncto Limburg

Pressemitteilung von „Durchblick eV“ zum SPIEGEL-Bericht:

Am vergangenen Sonntag, den 16.2., verlautete der SPIEGEL in einer Vorabmeldung, der Prüfbericht zu den Vorgängen im Bistum Limburg solle am Mittwoch zeitgleich an Papst Franziskus sowie an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gehen. 

Foto: Hans Martin Schmidt

Foto: Hans Martin Schmidt

Bereits am Montag wurde von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) klargestellt, daß es sich um eine Falschmeldung handle.

Der Pressesprecher der DBK, Matthias Kopp, erklärte:

„Der Bericht der Prüfkommission wird bis Ende nächster Woche dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegt. Gemeinsam mit der Bischofskongregation im Vatikan wurde für die kommenden Wochen ein Prozedere zur Einsichtnahme und Diskussion des Berichtes vereinbart, welches allen Interessen fair Rechnung tragen soll.“

Thomas Schührer, Vorsitzender des Durchblick e.V., sagt dazu: „Erneut wird damit eine Meldung des SPIEGEL als Erfindung entlarvt.“

Gleiches gelte für Artikel, die in anderen Medien abgedruckt wurden und die auf einer unkritischen Übernahme der SPIEGEL-Falschmeldung basieren. Auch zahlreiche Rundfunk- und Fernsehnachrichten, Internetportale und Nachrichtenagenturen fielen auf diese „Ente“ herein.

Eigene Recherchen scheint es nicht gegeben zu haben: „Lieber verbreitet man ungeprüft Spekulationen und Gerüchte“, erklärt Schührer weiter.

„Ein (einziger kurzer) Anruf bei der Pressestelle der DBK hätte die SPIEGELmeldung als unwahre Behauptung entlarvt. Es würde dem journalistischen Berufsstand gut tun, wenn man selbst unter Zeitdruck nicht auf solche SPIEGELmeldungen hereinfallen würde und mehr journalistische Sorgfalt walten ließe.“

Diese Art der Berichterstattung über das Bistum Limburg und seinen Bischof bleibt im Konjunktiv und entbehrt häufig der Fakten. „Das ist dann reine Stimmungsmache“, meint Schührer.

Ferner behauptet der SPIEGEL, der Bericht belaste den Bischof schwer und Tebartz-van Elst ließe bereits durch seinen Anwalt „umfangreiche Stellungnahmen“ zu den Vorwürfen ausarbeiten. Schührer fragt: „Wie soll das gehen, wenn der Bischof den Bericht noch nicht gesehen haben kann?“

Der Vereinsvorsitzende appelliert an die Medien:

„Journalisten anderer Medien sollten sich überlegen, ob es überhaupt mit den Grundsätzen eines seriösen Journalismus vereinbar ist, ungeprüft Behauptungen des SPIEGELs zu übernehmen. Der negative Eindruck unsauberer journalistischer Arbeit durch das ‚faule‘ Abschreiben der SPIEGEL-Falschmeldungen fällt letzten Endes immer auch auf die Kopierjournalisten zurück.“

Thomas Schührer, Durchblick e.V.
Weinbergstr. 22, 76684 Östringen-Tiefenbach
Tel. 071251 359181, Fax 07251 359182
Mobil: 0163 7648885
http://www.verein-durchblick.de


Causa Limburg: Die „Süddeutsche Zeitung“ liefert Gerüchte statt Fakten

Dieser OFFENE BRIEF von Thomas Schührer an den SZ-Redakteur Matthias Drobinski bezieht sich auf folgenden Artikel im Portal „sueddeutsche.de“:
Affäre um Tebartz-van Elst – Bischof soll Geld aus Stiftung abgezweigt haben
vom 17.2.2014


Sehr geehrter Herr Drobinski,

ich schreibe Ihnen diesen Offenen Brief, weil ich leider davon ausgehen muss, dass die Pressestelle des Bistums Limburg wieder nicht in der Lage oder willens ist, auf Ihren Unterstellungstext zu reagieren. e5359dc532c2210a4bd1e232bbe4825c

Vorweg will ich Ihnen aber mitteilen, dass ich von Ihnen enttäuscht bin. Bisher haben Sie wenig, aber gut informiert und faktenorientiert über Limburg geschrieben oder kommentiert.

Jetzt begeben Sie sich in den Niveaumorast eines Boulevardblättchens, bedienen sich ominöser Quellen und schreiben im Konjunktiv. Eigentlich sollte das mit Ihrem Berufsethos und Ihrer persönlichen Ehre nicht vereinbar sein.

Schauen wir uns aber Ihren Text an: Sie schreiben etwa 3500 Zeichen oder auch 450 Wörter. Keinen einzigen Satz können Sie mit nachprüfbaren Fakten belegen.

Dennoch formulieren Sie so, dass beim Leser Gefühle hervorgerufen und Eindrücke hinterlassen werden. Nämlich, dass da ein ganz übler Bursche sich Gelder für arme und kinderreiche Familien unter den Nagel gerissen habe…

Aus Ihrem Text geht auch nicht hervor, ob die vermeintliche  Verwendung dieser Stiftungsmittel rechtens war oder nicht. Sie weisen nicht darauf hin, dass da wahrscheinlich noch Klärungsbedarf besteht. Das können Sie und wir Leser nicht beurteilen, weil wir weder die Rechtslage dazu kennen, noch liegt uns der Prüfbericht vor, in dem das eventuell dargestellt ist. Ist das saubere journalistische Arbeit?

Bei der Beurteilung der Gesamtprojektsumme berufen Sie sich auf sogenannte Insider. Ist Ihnen bewusst, wie wenig vertrauenswürdig diese Limburger „Insider“ sind? Ist Ihnen in den vergangenen Monaten nicht aufgegangen, dass im Bistum Limburg bis in die unteren Ränge des Ordinariates hinein ein Esel den anderen „Langohr“ schilt?  (…)

Wie ist also Ihr Text zu werten?

Sie sorgen schon jetzt dafür, dass der Prüfbericht nicht sonderlich ernst genommen werden kann. Die Prüfer waren ausgewählt worden, weil sie als „ehrenwerte und sachkundige Männer“ galten. Sollten die Gerüchte, die Sie für Ihren Text verwenden, tatsächlich auf Informationen aus dem Bericht basieren, so wäre es mit der Ehrenhaftigkeit der Kommissionsmitglieder vorbei.

Denn offensichtlich hat dann mindestens einer sich nicht an die notwendige Verschwiegenheit und Diskretion einer solchen Aufgabe gehalten. (…) Was man von solchen Vertrauensbrechern zu halten hat, darf gerne jeder selbst beurteilen.

Sie tragen nichts zur Aufklärung bei. Gleichzeitig tun Sie so, als verfügten Sie über Fakten und animieren durch Ihre Berichterstattung die Leser zu einem Urteil über den Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst. Würden Sie über einen Terroristen schreiben, der mit einem rauchenden Colt über sein Opfer gebeugt verhaftet wurde, dann würden Sie dennoch permanent vom „mutmaßlichen Täter“ schreiben. Dazu hat dieser ein Recht, bis er verurteilt wurde.

Dem Bischof von Limburg aber gestehen Sie durch Ihre Art der Darstellung dieses Recht nicht zu.

Thomas Schührer, Vorsitzender von Durchblick eV

Thomas Schührer, Durchblick e.V.
Weinbergstr. 22 in 76684 Östringen-Tiefenbach
http://www.verein-durchblick.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Peter Hahne zur Causa Limburg: „Habe selten so viel Haß und Häme erlebt.“

Der evangelische Theologe und bekannte Fernsehjournalist Peter Hahne übt scharfe Kritik am Umgang weiter Teile der Öffentlichkeit und der Medien mit den Vorgängen im katholischen Bistum Limburg.

So viel Hass und Häme wie gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst habe er selten erlebt, schreibt Hahne in seiner Kolumne in der Zeitung „Bild am Sonntag“ vom 20. Oktober.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Im Radio sei der Kirchenmann als „Eichhörnchengesicht“ verspottet worden; im Fernsehen habe ein Komiker ein Twitter-Foto kommentiert, das Tebartz als Außerirdischen oder als Horrorfigur „Gollum“ aus dem Roman „Herr der Ringe“ dargestellt habe.

Der Berliner TV-Moderator hierzu: „Es schreit zum Himmel, wenn erklärte Christen oder Kirchenleute sich daran beteiligen und mit ihrem Spott Talkshow-Honorare kassieren.“

 Jetzt werde auch noch „das brenzlige Thema Kirchensteuer“ diskutiert. Das frühere EKD-Ratsmitglied Hahne: „Das scheuen die Kirchen wie der Teufel das Weihwasser.“

Er habe nie verstanden, warum die beiden großen Kirchen damit so defensiv umgehen. Denn die 9,8 Milliarden Euro, die sie im vorigen Jahr aus Kirchensteuern erhalten haben, flössen in Aufgaben, „die die Kirchen besser wahrnehmen, als der Staat es vermag: Notfall- und Militärseelsorge, Caritas und Diakonie, Jugend- und Seniorenarbeit und die selbst unter Atheisten gefragten Kitas und Schulen“.

Die Kirchen unterhalten, wie Hahne erläutert, mit staatlicher Förderung so prächtige Kulturgüter wie den Kölner Dom oder die Wieskirche: „Nach Limburger Maßstäben müsste man solche Kunstschätze allesamt Prunk- und Protzbauten nennen. Auch für Kathedralen hätte man einst Sozialwohnungen bauen und Armen helfen können!“

Deshalb halte er „das Theater um die 30 Millionen Euro für ein denkmalgeschütztes Ensemble in Limburg für lächerlich, zumal es nicht aus den Kirchensteuern finanziert wurde, sondern vom ‚Bischöflichen Stuhl‘  – und der sei aus den sogenannten „Staatsleistungen“ als Entschädigung für die Enteignung der Kirchen vor mehr als 200 Jahren gespeist.

Quelle: http://www.idea.de


Limburg: Barbara Wieland plädiert für Fairneß im Umgang mit dem Bischof

Die FAZ (Ausgabe: Rhein-Main-Zeitung) veröffentlichte am heutigen Mittwoch ein Interview mit Barbara Wieland; die engagierte Katholikin ist Mitglied im Präsidium der Diözesanversammlung des Bistums Limburg.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ publizierte das Gespräch unter dem Titel „Es sind nicht alle gegen den Bischof“. 

Für die Krise in der Diözese macht sie im Gespräch mit FAZ-Autor Stefan Toepfer keineswegs in erster Linie Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verantwortlich; dieser sei vielmehr „ein aufmerksamer Gesprächspartner“. Zudem werde „ihm vieles unterstellt, was nicht stimmt“. 

Als Ausweg aus der derzeit verfahrenen Situation empfiehlt sie dem (auch von der FAZ mehrfach kritisierten) Limburger Oberhirten: bischof

„Der Bischof muss sich offen an die Gläubigen wenden, eine vollständige Offenlegung der Sachverhalte zusichern und ihnen einen Vertrauensvorschuss gewähren und um Vertrauen bitten. Wir müssen im Bistum wieder zu einem „Wir“ kommen, Parteiungen helfen nicht dabei, den derzeitigen Konflikt zu beenden, und sie schaden der Kirche immens.“

Mit Recht stellt Frau Wieland fest: „Nur Verwaltungsabläufe zu ändern reicht nicht aus. Es ist gleichzeitig ein geistlicher Prozess nötig, um Brücken zu bauen. Wer trägt die Hauptverantwortung für die Vertrauenskrise? Formell ist für alles, was in einer Diözese geschieht, der Bischof verantwortlich.

De facto aber haben im Bistum Limburg viele zur gegenwärtigen Krise beigetragen, etwa dadurch, dass gezielt Informationen aus vertraulichen Sitzungen weitergegeben wurden. Ich bin nicht dafür, Dinge zu vertuschen, aber wenn jemand aus Sitzungen berichten will, soll er dies offen sagen. Eine weitere Frage ist aber auch, ob der Bischof sein Vertrauen im engsten Führungszirkel immer den richtigen Personen geschenkt hat und schenkt.“

Die kompetente Katholikin sieht durchaus eine Zukunft für Tebartz-van Elst als Limburger Oberhirte; hierzu erklärt sie:

„Es sind ja nicht alle gegen ihn, nur die, die für ihn sind, reden nicht darüber. Warum nicht? Weil sie das Gefühl haben, dass ihnen alles, was sie sagen, im Munde herumgedreht wird. Persönliche, gute Erfahrungen mit dem Bischof werden kleingeredet. Ich weiß: Der Bischof ist ein aufmerksamer Gesprächspartner, begegnet anderen wertschätzend und nimmt sich Zeit.

Im Bistum ist nicht alles gelöst, wenn der Bischof ginge. Außerdem ist es keine christliche Haltung, jemanden im Falle eines Streits einfach davonzujagen. Nicht nur in Limburg, auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in dem ich tätig bin, wird dem Bischof vieles unterstellt, was nicht stimmt.“