Augsburg: Bischof Zdarsa kritisiert Maria 2.0

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hat die Aktion „Maria 1.0“  – eine Gegenbewegung zur Kirchenstreik-Bewegung „Maria 2.0“  –  gelobt. Er sei allen Frauen dankbar, die sich „treu und zuverlässig“ für die Belange der Kirche vor Ort einsetzten.

Johanna Stöhr, die Initiatorin von „Maria 1.0“, will mit ihrer Aktion Frauen hinter sich versammeln, die an der traditionellen Lehre der Kirche festhalten wollen. Dieser Einsatz könne nicht hoch genug geschätzt werden, meint Bischof Zdarsa.

Gleichzeitig distanzierte sich Bischof Zdarsa ausdrücklich von der Aktion „Maria 2.0“: Deren Anliegen seien nicht im Sinne des katholischen Glaubens: „Wer andere dazu aufruft und ermuntert, dem eucharistischen Herrenmahl am Sonntag fernzubleiben, schließt sich de facto selbst von der eucharistischen Gemeinschaft aus und reißt noch weitere mit sich.“

Hierfür könne es kein noch so gut gemeintes Verständnis seitens der Bischöfe geben, erklärte der Oberhirte weiter. Zudem gibt Zdarsa zu bedenken, dass es jedem freistehe, „das Schiff der römisch-katholischen Kirche zu verlassen“, wie es Papst Franziskus kürzlich gegenüber einer Ordensfrau formuliert habe.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Augsburger-Bischof-lobt-Maria-1-0;art4691,198317


Initiative „Maria 2.0“ ist zum Fremdschämen

Von Gertrud Dörner

Hut ab, meine Damen! Soviel Einsicht hätte ich bei Ihnen nicht erwartet!

Da nehmen Sie ganz ungeniert die gute urkirchliche Praxis für sich in Anspruch, die besagt: „Öffentliche Sünder haben während des eucharistischen Gottesdienstes nichts in der Kirche verloren, sie müssen vor der Kirchentür stehen“.

Allerdings ist ein gewaltiger Unterschied zwischen diesen Sündern und Ihnen nicht zu leugnen: Denn erst bei  –  ebenfalls öffentlich bekundeter –  Reue und Bekehrungsbereitschaft wurde damals den öffentlichen Sündern das Stehen vor der Kirchentür erlaubt. Beides kann ich bei Ihnen nicht feststellen!

Satire aus!

Ihr Verhalten ist für mich als katholische Frau nur noch zum „Fremdschämen“!

Sie  –  die Frauenverbände – werden nicht nur geduldet, sondern hofiert und alimentiert von den angeblich so „machtgeilen“ Hierarchen, deren „Macht“ Sie öffentlich für sich selbst reklamieren und ertrotzen wollen.

Und Sie sind sich keineswegs zu schade, mit Hilfe des  – noch dazu erzwungenen – Geldes von Kirchensteuerzahlern gegen die Lehre und die sakramentale Struktur der Kirche mit allen Mitteln anzukämpfen  –  und das seit Jahrzehnten!

Dass ausgerechnet  „Münster“ dieses Monstrum einer unberechtigten Bewegung hervorgebracht hat, wundert niemand, der seit Jahrzehnten das zunehmende Abdriften dieser Diözese in eine extrem modernistische Richtung beobachten und ertragen muss!

Unsere Gast-Autorin Gertrud Dörner aus Stadtlohn ist Religionspädagogin und Vorsitzende der „Marianischen Liga“

Foto: Doris de Boer


Das Skandal-Transparent in der Freiburger Universitätskirche wurde abgehängt

In Freiburg hing im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ an der katholischen Universitätskirche ein riesiges Textil-Banner das die Darstellung einer betenden Gottesmutter mit einer Vulva kombinierte, wobei sich das Mariengewand in Form einer entblößten Vagina öffnet.

Das Skandalbild war ebenso geschmacklos wie sittenwidrig war und beinhaltete eine üble Herabsetzung und Verspottung der Jungfrau Maria.  (Es ist wohl klar, daß wir dieses würdelose Bild hier nicht „dokumentieren“.)

In der Aufschrift des Transparents, das die „Fachschaft Theologie“ aufgehängt hatte, war zu lesen: „Maria 2.0 gegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Kirche.“ 

Als ob ausgerechnet eine solch sexistische Darstellung sich als Symbol gegen „Missbrauch“ eignet – und ein Zeichen im Sinne der Frauenwürde ist es noch weniger.

Zuständiger Präfekt dieser Uni-Kirche ist kein Geringerer als der Priester und Theologe Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, der noch vor zehn Jahren als eher konservativ galt.

Es gab zahlreiche Proteste gegen das Skandal-Banner im Internet – darunter eine Petition – und Beschwerden aus dem empörten Kirchenvolk. Dies führte dazu, daß das Transparent am vergangenen Samstag entfernt wurde. Offenbar war dem bischöflichen Ordinariat der Druck aus der Basis zu stark geworden, so daß es die Notbremse zog.

Auch unsere Leserin Marion F. aus dem Bistum Freiburg hatte sich per Mailbrief an Diözesanbischof Burger gewandt und ihm folgendes geschrieben: 

Sehr geehrter Herr Bischof Burger,

bitte unternehmen Sie etwas gegen solche Aktionen: Diese Abscheulichkeit hängt an der Kirche der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg! Aufgehängt hat es die Fachschaft der Theologischen Fakultät der ALU Freiburg. Dies ist eine abgrundtiefe Beleidigung der Heiligen Jungfrau Maria! 
Ich hoffe sehr, Sie reagieren angemessen!!!
Mit freundlichen Grüßen,
Marion F…

BILD: Eine würdige, ikonenartige Darstellung Mariens mit ihrem göttlichen Sohn

Am 17. Mai  – also einen Tag vor dem Entfernen des Transparents  – erhielt die katholische Familienmutter folgende Antwort des bischöflichen Pressesprechers Dr. Michael Hertl, wobei er die Betreiber der Verunehrung Mariens als „engagierte Christinnen“ würdigt:

Sehr geehrte Frau F….,

Ihre Zuschrift bezüglich des Unterstützungs-Plakates der Aktion „Maria 2.0“ an der Fassade der Freiburger Universitätskirche haben wir erhalten.

Erzbischof Stephan Burger ist darüber im Gespräch mit dem zuständigen Kirchenrektor, der das Aufhängen des Transparents für eine begrenzte Zeit genehmigt hat. Diese zeitliche Begrenzung der Erlaubnis stellt einen Kompromiss zwischen dem Anliegen engagierter Christinnen innerhalb der Hochschulgemeinde und der Ablehnung der Aktion durch andere dar.

Wir bitten Sie um Verständnis und Toleranz, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung möglich und keine weitere Eskalation heraufbeschworen wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Michael Hertl

Daraufhin antwortete unsere Leserin dem Freiburger Pressesprecher mit einigen Klartext-Zeilen, die einmal mehr aufzeigen, daß manche Christen heutzutage glaubensstärker und mutiger sind als etliche höhere Kirchenvertreter: 

Sehr geehrter Herr Dr. Hertl,

danke für Ihre schnelle Antwort. Ich muß mich doch allerdings wirklich wundern, wie ein Kirchenrektor zu solch einem Transparent seine Zustimmung geben konnte.

Die Abbildung stellt ohne Frage eine absolute Verunglimpfung der Heiligen Jungfrau Maria dar. Ihre Formulierung läßt mich auch aufhorchen: ein „Kompromiss“ zwischen „engagierten“ Christinnen? Es sind wohl eher ungläubige oder verwirrte Christinnen.

Die Bibel, also Gott höchstpersönlich, spricht klar über die Rolle der Frau. Dies stellt keine Diskriminierung dar, sondern die ORDNUNG GOTTES! Soweit ich weiß, ist dies auch die Lehre der katholischen Kirche.

Die „Ablehnung der Aktion durch andere“ sehe ich als UNBEDINGTE und RICHTIGE Reaktion eines jedem Christen, der noch die nüchterne und in unserer heutigen Zeit unbedingt erforderliche Gabe der Unterscheidung der Geister besitzt. Ich stelle mich selbst auf die Seites eines jeden solchen Christen!

Ich habe für solche blasphemischen Aktionen weder Verständnis noch Toleranz und hoffe, dass der Bischof – seines Amtes nach „Aufseher“ über seiner ihm anvertrauten Kirche – angemessen reagiert.

Eine Eskalation wird allein mit dem Aufhängen solcher unchristlichen Aktionen „heraufbeschworen“!

Mit freundlichen Grüßen
Marion F.


Das „Forum Deutscher Katholiken“ kritisiert den Kirchenstreik des KDFB

Die Vor­sit­zende des „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des“ (KDFB) der Di­ö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart, Ka­rin Wal­ter, ruft die Ka­tho­li­kin­nen vom 11. bis 18. Mai zum „Kir­chen­streik“ auf. Die Frau­en sol­len ge­gen se­xu­el­len Miss­brauch durch Geist­li­che und ge­gen den Aus­schluss von Frau­en zum Pries­ter­amt pro­tes­tie­ren, in­dem sie sich statt zu den Got­tes­diens­ten vor den Kir­chen­tü­ren ver­sam­meln (vgl. Ka­tho­li­sches Sonn­tags­blatt, 31.3.2019). 

Hier wird in durch­sich­ti­ger Wei­se der se­xu­el­le Miss­brauch in­stru­men­ta­li­siert, um das Frau­en­pries­ter­tum durch­zu­set­zen. Ein Auf­ruf zum Boy­kott von Got­tes­diens­ten be­deu­tet ei­ne neue Qua­li­tät in der Aus­ein­an­der­set­zung in­ner­kirch­li­cher Kräf­te ge­gen die Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che.

BILD: Prof. Gindert leitet das Forum Deutscher Katholiken

Da nicht be­kannt ist, dass die Bun­des­lei­tung des KDFB ge­gen die Ini­tia­ti­ve des Di­ö­ze­san­ver­ban­des von Rot­ten­burg-Stutt­gart kor­ri­gie­rend ein­ge­grif­fen hat, ru­fen wir die Mit­glie­der des KDFB, die sich der Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che ver­bun­den füh­len, auf, aus dem „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund“ aus­zu­tre­ten und ei­ne neue glau­bens­treue Or­ga­ni­sa­tion für Frauen zu grün­den.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Spre­cher des Forums Deut­scher Ka­tho­li­ken


Bischof Genn bezeichnet die Kirche amtlich als „Laden“ – Erneut kein Wort von der Beichte

Von Felizitas Küble

Am 1. Fastensonntag wird stets  –  statt der üblichen Predigt  –  in den hl. Messen das Bischofswort an die Diözesanen verlesen. Am heutigen 10. März 2019 wurde im Bistum Münster der neue Fastenhirtenbrief von Bischof Dr. Felix Genn (siehe Foto) verkündet: https://www.youtube.com/watch?v=FSmopoUR9Mk

Dabei entwertete der Oberhirte die katholische Kirche erneut respektlos als „Laden“ – wie bereits vor einigen Wochen geschehen.

Allerdings äußerte er dies damals „nur“ gegenüber dem WDR, als er in einem Interview erklärte, er könne verstehen, wenn Leute sagen: „Jetzt ist Schluss mit diesem Laden!“

Diese unangebrachte Flapsigkeit habe ich Anfang Februar bereits kritisiert und die Frage gestellt, ob sich der Bischof wohl konsequenterweise als „Ladenhüter“ ansieht, wenn er seine Kirche als „Laden“ bezeichnet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/06/muenster-ist-bischof-genn-ein-ladenhueter/

Vor einigen Jahren traf ich in Münsters Innenstadt einen  – inzwischen verstorbenen  –  Weihbischof, den ich persönlich kannte, als er zu Fuß und ich mit dem Rad unterwegs war.

Ich stieg herunter und begrüßte ihn  – und er mich, worauf er fragte: „Na, wie gehts denn Ihrem Laden?“ – Gemeint war mein KOMM-MIT-Verlag und ich war etwas perplex über diese Redeweise, doch da es sich nur um eine beiläufige Unterhaltung handelte, dachte ich mir, der Weihbischof wollte sich etwas kumpelhaft geben und verübelte ihm den burschikosen Ausdruck nicht.

Nun ging es damals aber erstens „nur“ um meinen Verlag, zweitens war es ein Gespräch am Rande, drittens war ich trotzdem etwas erstaunt über die Wortwahl. 

Um wieviel mehr darf man sich wundern, wenn ein Bischof die Kirche Christi öffentlich als „Laden“ tituliert und damit deutlich abwertet.

Noch viel sprachloser fühlt man sich, wenn der hohe Amtsträger diesen Ausdruck offiziell in seinem Fastenhirtenbrief verwendet und alle heutigen Meßbesucher in seinem Bistum damit behelligt. Auf dem Kirchplatz erlebte ich selber, wie etliche Gläubige kritisch darüber diskutierten.

Ebenso wurde von Kirchgängern beanstandet, daß Bischof Genn kein einziges Wort pro Bußsakrament verlautbaren ließ – und das in einem Hirtenwort zur „österlichen Bußzeit“.

Im Vorjahr erwähnte er die Beichte wenigstens noch beiläufig. Aber ansonsten ist diesbezüglich Totschweigen angesagt, wie dieser Artikel von 2013 aufzeigt, in dem ich mich damals auch darüber beschwerte: https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/17/munster-bischof-genns-fastenhirtenbrief-enthalt-keinen-hinweis-auf-die-beichte/

Statt also die Chance zu nutzen und seinem Kirchenvolk den Sinn der Beichte zu erklären, lobt und preist der Bischof in drei Absätzen ausführlich den Katholikentag, der vorigen Mai in Münster stattfand – nicht gerade ein sonderlich aktuelles Thema.

Aber dieses  – so Dr. Genn –  „schöne und ergreifende Ereignis in unserer Bischofsstadt“, das „wahrhaftig ein großes Fest des Glaubens“ gewesen sei, dient optimal der bischöflichen Eigenwerbung und Selbstdarstellung.

Danach befaßt sich der Oberhirte in fast epischer Breite, aber eher kryptischer Art mit der Frage der Interkommunion (Eucharistie für Protestanten), ohne daß der Gläubige erfährt, ob der Herr Bischof nun eindeutig dafür oder dagegen ist. Den zahlreichen Andeutungen zufolge (z.B. „nicht auf das Trennende zu schauen“) positioniert er sich wohl eher dafür, aber festlegen will sich Dr. Genn offenbar lieber nicht.

Sodann geht weiter um das Katholikentags-Motto „Suche Frieden“, das in dem Hirtenbrief seitenlang ausgebreitet wird. Dabei spricht der Bischof von jenen Gläubigen, „die durch große Verwundungen nicht in der Lage sind, zu verzeihen“; diese könnten durch die Eucharistie „einen Weg finden, der ihnen weiterhilft“, denn dabei könnten wir erfahren, „dass Gott selbst in seinem Sohn Jesus Christus mit uns Menschen Beziehung stiftet und Gemeinschaft aufbaut – und Er tut es trotz unserer Spaltung und unserer Zerrissenheit.“

Spätestens hier hätte der Bischof darauf hinweisen können, daß Christus die Gemeinschaft mit uns Sündern – gerade auch in einer Situation des Nicht-verzeihen-könnens – durch das Bußsakrament stiftet, daß ER hier „unsere Zerrissenheit“ heilt, indem ER Vergebung und neues Heil schenkt.

(Erzbischof Becker von Paderborn hat in seinem jetzigen Fastenhirtenbrief das Thema Beichte sogar in den Mittelpunkt gerückt: http://document.kathtube.com/47580.pdf)

Schließlich kommt der Münsteraner Ordinarius auf die Missbrauchs-Skandale zu sprechen und äußert seine Betroffenheit hierzu  –  teils auch darüber, „in Mithaftung gezogen zu werden für Taten, die ich nicht verursacht habe“. Gewiß, aber die positive „Mithaftung“ – etwa durch den angeblich so erfolgreichen Katholikentag – läßt sich der Bischof  gerne gefallen.

Der Hirtenbrief kommt auch auf „den Ärger und die Wut vieler“ zu sprechen, die wegen der Missbrauchsvorfälle „die Kirche verlassen“ hätten. Er könne es „sehr gut verstehen“, wenn Menschen sich „zu diesem Schritt entscheiden“.

Wieso kann ein führender Amtsträger einen derartigen Kirchenaustritt „sehr gut“ verstehen?

Sind wir nun in unserer Kirche um Christi willen – oder um uns an einer (sicherlich grundsätzlich wünschenswerten) moralischen Großartigkeit von Klerikern zu ergötzen – und falls das nicht klappt, entsetzt das Weite zu suchen?!

In diesem Missbrauchs-Zusammenhang äußert Dr. Genn sich dann über die Kirche als „Laden“:

„Natürlich tröstet mich dabei auch immer der Gedanke, dass derjenige, der am ehesten Grund hätte, aus dem „Laden der Kirche“ auszusteigen, der Herr selber ist….Aber Er bleibt treu und Er trägt auch dieses Versagen mit.“

Sodann kommt der Bischof erneut darauf zu sprechen, daß wir in einer Kirche, die sich als „zerrissen und gespalten“ darstelle, „von innen her geheilt werden“ könnten, wenn wir am Leiden Christi teilnähmen, der uns durch das Kreuz den Frieden schenke.

Auch hier wäre ein Hinweis auf die Beichte und ihre „heilende“ sakramentale Kraft höchst naheliegend gewesen.

Die eucharistischen Anmerkungen des Münsteraner Oberhirten wirken ebenfalls etwas einseitig, so wenn er z. B. schreibt: „Jesus begegnet uns in der Eucharistie als verwundeter Erlöser… Er begegnet uns in unserer Trauer, in unseren Wunden, weil Er der Verwundete ist.“

Die Kirche lehrt aber, daß Jesus in den Gestalten von Brot und Wein so real zugegen ist, wie ER im Himmel lebt und für immer als Gottmensch existiert – und somit als der Gekreuzigte und verklärte AUFERSTANDENE, als der siegreiche Christkönig und Pantokrator (Allherrscher, Weltenrichter).

Eine eindimensionale Hervorhebung des HERRN als „Verwundeter“ erscheint hier theologisch wenig sinnvoll.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

 


Bischof Hanke stellt Kirchensteuer infrage

Der Eichstätter katholische Oberhirte Gregor Maria Hanke kann sich vorstellen, „eine ärmere Kirche zu wagen“ und „über die Zukunft der Kirchensteuer nachzudenken“.

Bischof Hanke (siehe Foto) erklärte auf dem Neujahrsempfang des Diözesanrats der Katholiken zudem, „echte Reform“ wachse aus „mehr Nachfolge Jesu“ und „mehr Zeugenschaft – und vielleicht weniger Institution und Verfasstheit“.

Man müsse darüber nachdenken, „auf die institutionalisierten gesellschaftlichen Möglichkeiten der Einflussnahme der Kirche in der heutigen Breite zu verzichten“, erklärte der Würdenträger.

Dies gelte, obwohl die Kirche vielfältige Pflichten und Verantwortung gegenüber Mitarbeitern habe und nicht von heute auf morgen aus dem gewachsenen System aussteigen könne.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2019-01/hanke-bischof-eichstaett-deutschland-abschaffung-kirchensteuer.html


Adventsfeier im Jahre 1000 mit streitbaren Nonnen und einem weinenden Bischof

Wie der hl. Bernward sich mit dem Kloster versöhnte

Am Fest des hl. Apostels Thomas, den 21. Dezember des Jahres 1000, kam Bischof Bernward von Hildesheim in das Kloster Gandersheim. Die berühmteste Ordensfrau dieser Benediktinerinnenabtei, Schwester Hroswitha, eine begnadete Dichterin, war wenige Monate zuvor gestorben.

Die Leitung des Klosters lag in den Händen einer ebenso klugen wie selbstbewußten Frau: der Äbtissin Gerberg, einer Schwester der Herzogin von Schwaben.

Der hl. Bischof Bernward, der Erzieher Kaiser Ottos III., stammte aus dem sächsischen Hochadel. 993 wurde er Bischof von Hildesheim. Er förderte und gründete Klöster. Die schulische Bildung lag ihm ebenso am Herzen wie die Unterstützung der Armen.

Um sein Bistum vor den Einfällen der Normannen und Slawen zu schützen, baute er Burgen und Stadtmauern. Bischof Bernward war jedoch vor allem ein Seelsorger, daneben aber auch ein sehr kunstsinniger Oberhirte.

Eigentlich hätten sich Äbtissin Gerberg und die Schwestern von Gandersheim freuen müssen, dass der Bischof sie besuchte. Ihre Freude hielt sich freilich in Grenzen.

Zwischen dem Bischof von Hildesheim und dem Kloster bestand ein Konflikt:

Während Bernward davon ausging, dass die Abtei zu seinem Bistum gehöre und damit auch seiner geistlichen Aufsicht unterstehe, waren Äbtissin und Konvent der Überzeugung, als kaiserliches Kloster habe nicht der Ortsbischof die Zuständigkeit, sondern der Metropolit und damit der Erzbischof von Mainz als Reichskanzler und Kurfürst.

Mainz war fern, und Hildesheim lag nah. Die sehr selbstbewußten Damen aus dem Adel machten Bischof Bernward deutlich, dass der Erzbischof von Mainz und nicht er hier das Sagen habe. Nun konnten sie ihn, nachdem er an ihre Klosterpforte kam, nicht abweisen. Damit hätten sie sich gegen die Gastfreundschaft versündigt, die der hl. Benedikt in seiner Regel sehr stark betont.

Bischof Bernward wurde mit der gebotenen Ehrfurcht empfangen, und da er den Gottesdienst feiern wollte, zog man zur Kirche.

Die Schwestern sangen altüberlieferte Weisen und Lieder, die Schwester Hroswitha gedichtet und vertont hatte. Man hätte meinen können, es sei nun aller Streit begraben, aber beim Gabengang kam es zu einem Eklat.

Die Schwestern, die dem Bischof die Gaben überreichen sollten, legten sie ihm nicht in die Hände, sondern vor die Füße. Manche behaupten sogar, sie hätten sie ihm vor die Füße geworfen.

Der mächtige Bischof Bernward war über diesen Affront bei der heiligen Messe so erschüttert, dass er zu weinen begann, sich niederkniete und für die Schwestern betete. Er war außerstande die Feier der heiligen Messe in dieser Atmosphäre des Streites fortzusetzen.

Äbtissin Gerberg und ihre Mitschwestern begriffen, dass man zu weit gegangen war. Es gab andere Wege, um eine von den Schwestern behauptete Rechtsunsicherheit zu klären. Es hätte sie gegeben, aber nach diesem Vorfall war man in der Schuld Bernwards.

Die Tränen Bernwards bewirkten, was sonst keine Macht der Welt fertiggebracht hätte, die Schwestern von Gandersheim unterstellten sich ohne Vorbehalt und unwiderruflich dem Bischof von Hildesheim und seinen Nachfolgern.

Bischof Bernward hat mit seinem Verhalten sehr viel anders reagiert, als es andere Bischöfe in seinem Fall getan hätten. Man war zur damaligen Zeit sehr schnell bereit, die Exkommunikation auszusprechen und den Bann zu verhängen.

Damit wäre das Kloster ohne die heilige Messe und ohne die Sakramente gewesen. Keine Glocke hätte mehr zum Gebet gerufen, und die Toten wären ohne ein christliches Begräbnis geblieben.

Das alles wurde den streitbaren Nonnen von Gandersheim erspart, weil sie sich von den Tränen des Bischofs Bernward rühren ließen.

Diese Episode der Geschichte zeigt, dass die Frauen des Mittelalters keine so untergeordnete Rolle in der Kirche spielten, wie häufig behauptet wird.

Die Geschichte stammt aus dem inhaltsreichen, sehr empfehlenswerten Weihnachts-Buch „Christ, der Retter ist da“ (siehe Foto) von Ludwig Gschwind – bestellbar hier für nur 5 Euro: https://www.fe-medien.de/Christ-der-Retter-ist-da

3. Foto: https://bistum-augsburg.de/Heilige-des-Tages/Heilige/BERNWARD-VON-HILDESHEIM