Pakistan: Atommacht im Griff des Islamismus

Der 23. März wird in Pakistan als „Tag der Republik“ begangen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zieht anlässlich des pakistanischen Nationalfeiertages eine sehr negative Bilanz.

Menschenrechtsfeindliche Ansichten von islamischen Extremisten hätten weite Teile der Gesellschaft durchdrungen und breiteten sich auch im Staatsapparat aus. Vor allem Frauen und religiöse Minderheiten seien Opfer offener und tödlicher Gewalt. Sie würden gesellschaftlich und politisch systematisch ihrer Rechte beraubt, kritisiert die IGFM.

Die Aussichten für Besserung der Situation sind nach Überzeugung der IGFM düster. Der Grund dafür sei vor allem der immer mächtiger werdende islamische Fundamentalismus auf der einen Seite und ein korrupter Staatsapparat auf der anderen.

Die mächtigen Akteure in der Politik, Militär, Polizei und Geheimdienst zeigten weder das Interesse noch den Mut, grundsätzliche Probleme des Landes anzugehen. Dazu gehören nach Auffassung der IGFM die „für Minderheiten oft lebensgefährlich Hetze durch Islamisten“ und ihr Einfluss auf die Gesetzgebung und die Arbeit der Behörden. Außerdem ignorierten Politik und Behörden oft sklavenartige Ausbeutungsverhältnisse, in denen besonders oft Frauen und Angehörige von Minderheiten lebten.

Pakistan ist eine „Islamische Republik“ und zugleich eine Atommacht. Das islamische Rechtssystem, die Scharia, bestimmt vom Familienrecht bis zum Strafrecht weite Teile des pakistanischen Rechts. Dazu gehören menschenrechtsfeindliche Gesetze, die im Widerspruch zum Völkerrecht und zu bindenden internationalen Verträgen stehen, die Pakistan unterschrieben hat, betont die IGFM.

Den Islamisten des Landes geht das nicht weit genug. Für sie steht vermeintliches „Gottesrecht“ immer über dem verachteten „Menschenwerk“.

Lynchmorde wegen „Beleidigung des Islam“ 

Beim Vorgehen gegen Christen, Ahmadiyya-Muslime und andere religiöse Minderheiten wird das Blasphemie-Gesetz immer wieder als Waffe benutzt, kritisiert Martin Lessenthin (siehe Foto), Vorstandssprecher der IGFM. Lessenthin erinnert an den Fall der pakistanischen Christin Asia Bibi, die zum Tode verurteilt wurde, und seit Jahren vergeblich auf die Wiederaufnahme ihres Verfahrens wartet.

In der pakistanischen Gesellschaft ist nach Beobachtung der IGFM islamischer Extremismus so verbreitet, dass ein bloßes Gerücht ausreiche, um Menschen in aller Öffentlichkeit zu ermorden. Lynchmorde wegen angeblicher Beleidigung des Islam seien in Pakistan häufig, fänden aber in der Regel überregional wenig oder keine Beachtung, so die IGFM.

Bei abwertenden Äußerungen über den Islam oder den Propheten Mohammed drohen durch die Artikel 295-B und 295-C des pakistanischen Strafgesetzbuches lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Der Vorwurf der Blasphemie dient vor allem in privaten Konflikten als Waffe und wird von Islamisten genutzt, um Andersdenkende und Minderheiten einzuschüchtern und zu tyrannisieren.

IGFM appelliert an Staatspräsident Hussain

Die IGFM appelliert an Staatspräsident Mamnoon Hussain, die von Pakistan freiwillig eingegangenen Menschenrechtsverträge auch in der Praxis zu gewährleisten. Nutznießer davon seien nicht nur Frauen und Minderheiten, sondern die gesamte Gesellschaft.

Die IGFM fordert Hussain zudem dazu auf, die pakistanische Blasphemie-Gesetzgebung aufzuheben. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsgesellschaft befürwortet generell die Abschaffung aller Blasphemie-Gesetze weltweit. Es habe sich gezeigt, dass Gesetze dieser Art weder die Religionsfreiheit noch Religionsgemeinschaften schützen könnten. Im Gegenteil würden Blasphemie-Gesetze oft sehr einseitig und völlig unangemessen eingesetzt.

Weitere Infos:
www.igfm.de/pakistan/
www.igfm.de/blasphemie-und-beleidigung-des-islam/

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Blasphemische Werbung: Fotomodell Thomalla am Kreuz führt zu Protesten

Proteste hat eine gotteslästerliche Werbung eines Lottoanbieters ausgelöst. Sie zeigt das Fotomodell Sophia Thomalla am Kreuz – gefesselt an Armen und Beinen und sehr knapp bekleidet. (Foto davon hier: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/gotteslaesterliche-werbung-eines-lottoanbieters-stoesst-auf-proteste-103601.html)

Die Aktion des Unternehmens Lottohelden mit Sitz in Gibraltar steht unter dem Motto „Weihnachten wird jetzt noch schöner“. Scharfe Kritik an der Werbekampagne übt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Dr. Thomas Sternberg. Er nannte die Aktion „geschmacklos und dumm“. Es sei „erbärmlich“, dass ein Unternehmen glaube, nur durch Verletzung religiöser Gefühle werben zu können, sagte Sternberg gegenüber „Bild“.

Die EKD wolle sich nicht zu der Werbung äußern, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Dennoch nahm der Kulturbeauftragte des Rates der EKD, Johann Hinrich Claussen, Stellung. Er nannte das Motiv der Reklame laut einer epd-Meldung „erbarmungswürdig” und empfahl, sie zu ignorieren. Christen seien es inzwischen gewohnt, sich „von so einem Blödsinn” in ihren Gefühlen nicht verletzt zu sehen.

Der Deutsche Werberat wird ein Beschwerdeverfahren einleiten wegen einer möglichen Verletzung religiöser Gefühle, teilte Sprecherin Anne Grote auf IDEA-Anfrage mit. „Wir setzen ein Fragezeichen hinter diese Werbung.“ Der Werberat werde jetzt den Lottoanbieter zu einer Stellungnahme auffordern.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/gotteslaesterliche-werbung-eines-lottoanbieters-stoesst-auf-proteste-103601.html


Pakistan: Radikal-islamische Prediger rufen zur Gewalt gegen Christen auf

Die wegen Islamkritik (sog. Blasphemie bzw. „Gotteslästerung“)  zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi (siehe Foto) wartet in Pakistan auf den Berufungsprozess vor dem Obersten Gerichtshof; ihre Hinrichtung forderten die radikal-islamischen Gruppen „Tehreek-e-Labbaik Ya Rasool Allah Pakistan“ und „Sunnitischer Tehreek“ bei einer Kundgebung gegen die pakistanische Regierung auf den Straßen von Islamabad. 

Zudem verlangten sie den Rücktritt von Justizminister Zahid Hamid und die Freilassung der inhaftierten islamistischen Anführer.

Bereits am vergangenen Freitag sollen muslimische Prediger dreitausend Demonstranten zu gewalttätigen Anschlägen aufgefordert haben – und zwar auch gegen Familienangehörige des Justizministers oder gegen Angeklagte, die der „Blasphemie“ beschuldigt werden.

Bereits im vergangenen Jahr, so der christliche Menschenrechtsanwalt Sardar Mushtaq Gill, der selbst persönlich bedroht wurde, „hatten rund etwa 150 radikal-islamische Religionsführer vor der Verhandlung des Falles von Asia Bibi die Regierung aufgefordert, das Todesurteil zu vollstrecken.“ – Gill stellt fest: „Islamismus ist in der Öffentlichkeit zunehmend präsent.“

Quelle: Fidesdienst


Israel: Christlicher Friedhof mit Beleidigungen in arabischer Sprache geschändet

Das Lateinische Patriarchat Jerusalem und alle christlichen Kirchen im Heiligen Land verurteilen die Schändung des christlichen Friedhofs in Kfar Yassif in Galiläa rund 11 Kilometer nordöstlich von Acri, wo am 1. Dezember auf der Umgebungsmauer des Friedhofs und auf mehreren Grabsteinen blasphemische und obszöne Schriftzüge in arabischer Sprache und Graffitis zu sehen waren. israeltag2

In einer offiziellen Verlautbarung bekundet das Patriarchat die Verbundenheit mit den Familien der Verstorbenen, die auf dem geschändeten Friedhof begraben sind und fordert, Ermittlungen im Zusammenhang mit den vandalischen Aktionen.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Kenia: Lynchmord an einer Christin – Freispruch für fünf Verdächtige

Fünf Verdächtige, die im Zusammenhang mit dem Lynchmord an einer Christin unter dem Vorwand der Blasphemie in Kano in Kenia festgenommen worden waren, wurden freigesprochen. 027_24

Am 2. Juni 2016 wurde die 74-jährige Straßenhändlerin Bridget P. Agbahime aus dem nigerianischen Bundestaat Imo von einer aufgebrachten Menschenmenge zu Tode geprügelt, nachdem ein Jugendlicher nach einem Streit mit der Frau behauptet hatte, sie habe den Propheten Mohammed beleidigt.

Diese Anschuldigung dementierten Augenzeugen und Bekannte des Opfers.

Fünf Personen wurden von der Polizei im Zusammenhang mit dem Mord an der Christin festgenommen und am gestrigen 3. November von einem Gericht in Kano freigesprochen.

Bereits am 29. Mai wurde in Pandogari, im nigerianischen Bundesstaat Niger, unter ähnlichen Umständen der 24-jährige Straßenhändler Methodus C. Emmanuel ermordet, ebenfalls im Zusammenhang mit dem Vorwurf der „Blasphemie“ (Islamkritik).

Beide Morde wurden allerdings von einem großen muslimischen Verband in Nigeria, der Jama’atu Nasril Islam, verurteilt. Der Vorsitzende ist Sultan von Sokoto, Muhammadu Sa’ad Abubakar; er erklärte: “Diese schrecklichen Zwischenfälle müssen unbedingt verurteilt werden; denn es handelt sich um Kriminelle, nicht um Muslime“.

Quelle: Fidesdienst


Nigeria: Moslem rettete bedrohten Christ – Islamisten zündeten Haus des Helfers an

Acht Todesopfer durch Brandanschlag

Insgesamt acht Menschen starben bei einem Übergriff auf die Wohnung eines Mannes, der einem Studenten geholfen hatte, der in Zamfara im Norden Nigerias der „Blasphemie“ (Gotteslästerung, Abfall vom Islam) beschuldigt worden war. P1020947 - Kopie

Der muslimische Student war zum Christentum konvertiert und wurde beschuldigt, die islamische Religion beleidigt zu haben, weshalb er von einigen Kommilitonen mit Prügeln bestraft wurde, die ihn bewegungslos am Boden liegen ließen in der Annahme, dass er tot sei.

Ein muslimischer Bekannter half ihm und brachte ihn ins Krankenhaus. Nachdem die Angreifer davon erfahren hatten, machten sie sich auf den Weg zum Krankenhaus, wo sie ihn ein weiteres Mal misshandeln wollten. Doch eine andere Person hatte ihn rechtzeitig an einen sicheren Ort gebracht.

Die Angreifer fanden ihr Opfer nicht mehr im Krankenhaus vor und begaben sich deshalb zur Wohnung des ersten Helfers und steckten sie in Brand: dabei kamen acht Menschen ums Leben, die sich zu diesem Zeitpunkt dort aufhielten. Nach Angaben der Polizei sollen sich unter den Opfern jedoch weder der Helfer noch seine Frau befinden.

Quelle: Fidesdienst


Lebensgefährliches Mandat: So lernte ich die Menschenrechtsanwältin A. Akhtar kennen

Von Michaela KollerKoller-Michaela_kwi_author_list

Bis auf die Haut war ich vom Regen nass geworden, als ich aus der Mittagspause ins Büro zurückkehrte. Das Telefon klingelte. Ich muss das in der Mittagspause nicht beantworten.

Neugierig hob ich trotzdem ab und vergaß bald, dass ich eigentlich tropfnass war: Der Name der der Englisch sprechenden Anruferin war nicht zu verstehen. Ihre Stimme klang gedämpft, offenbar rief sie aus dem Ausland an. Sie lachte schließlich, als ich ihre Frage nach meinem Namen beantwortete: Der Anruf kam aus Lahore in der Provinz Punjab in Pakistan.

Es war Aneeqa Maria Akhtar, Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin. Wir hatten uns seit Anfang 2009 nicht mehr gesprochen. Welche Freude, nun ihre Stimme zu hören!

Ich erinnere mich an eine ganz besondere Kaffeetafel zum Neujahr damals. Eine gute Freundin, die mir sogar für meine Hochzeit Schmuck ausgeliehen hatte, hatte sich mal wieder gemeldet und ich lud sie ein: „Darf ich noch einen Gast mitbringen, eine junge Frau aus Pakistan?“ fragte sie. Meine Freundin hatte sich lange für verfolgte Christen weltweit haupt- und nebenamtlich eingesetzt und so war nicht zu erwarten, dass es bei einem oberflächlichen Mädelsnachmittag blieb.

Mit Herz und Verstand: Anwältin Aneeqa Anthony bei ihren Ermittlungen. Copyright: The Voice SocietyBILD: Anwältin Aneeqa Anthony bei ihren Ermittlungen (Foto:The Voice Society)

Ganz kalt waren ihre Hände, als sie bei uns eintrafen. Bei Kaffee und Mandelzimtkuchen bekamen meine beiden Gäste allmählich rote Wangen. Das lag nicht nur am gut geheizten kleinen Esszimmer, in dem sie mit meiner Familie und mir gemütlich zusammen saßen.

Aneeqa berichtete Beunruhigendes aus ihrer Heimat und gespannt hörten wir zu: Die nationalen Sicherheitskräfte hätten einige Gebiete nicht mehr unter Kontrolle, um die Lager, wo Taliban ihre Rekruten trainieren. Gewalt, resultierend aus einer gefährlichen Mischung aus Fanatismus und Gier, nehme insgesamt zu: Zielscheiben seien selbst junge christliche Mädchen, die zu Ehen mit Muslimen, zum Glaubenswechsel und zur Prostitution gezwungen würden.

Angesichts ihrer Jugend waren die Themen, die mein pakistanischer Gast anschnitt, überraschend politisch. Die damals 27-jährige Pakistanerin hatte bereits eine Blitzkarriere hinter sich:

Schon im Alter von drei Jahren hatten ihre Eltern die Hochbegabte zur Schule geschickt, mit 14 Jahren begann sie ihr Studium an der Universität von Punjab, zunächst in den Fächern Soziologie, Journalismus und Englische Literatur  –  und daraufhin in Jura. Mit 27 Jahren ist sie bereits Dekanin am Trinity Law College geworden. Ihre Laufbahn nahm aber ein jähes Ende.

Nach einer knappen Aufforderung meiner Freundin verriet die junge Frau mehr darüber, welches Schicksal sie nach Deutschland verschlagen hatte:

Fanatiker hatten sie wegen „Gotteslästerung“ (Islamkritik) falsch beschuldigt und bedroht; sie musste daher im Ausland um Asyl ersuchen. Sie hatten zudem versucht, die Tochter einer katholischen Familie zum Glaubenswechsel zu drängen: „Diese Bigotten glauben, dadurch, dass sie Zwang auf Christen ausüben, zum Islam zu konvertieren, dass sie auf diese Weise Zugang zum Paradies gewinnen“, kommentiert sie.

Am 21. August 2008 kam es zu einer schicksalhaften Auseinandersetzung im Gericht: Muslimische Kollegen hatten die junge Rechtsanwältin in ein Gespräch über den Propheten Mohammed verwickelt. So als würde sie es nun bereuen, bekannte sie beim Kaffee, sie habe sich leichtfertig auf die Diskussion eingelassen. Sie war in eine Falle getappt: Die Kollegen warfen ihr Blasphemie, Gotteslästerung, vor.

Zwei Tage später gelang ihr die Flucht außer Landes. Seit langem wissen Menschenrechtsorganisationen weltweit, dass das entsprechende Gesetz in Pakistan missbräuchlich angewendet wird. Anzeigen wegen dieses Vorwurfs dienen regelmäßig dazu, Rache zu üben.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://www.vaticanista.info/2015/10/06/lebensgefaehrliches-mandat/