Saudischer Blogger von Arabern attackiert

​Ein saudi‐arabischer Medienaktivist, der im Rahmen der arabischen Journalisten-Delegation zu Besuch in Israel war, wurde in der Jerusalemer Altstadt von Palästinensern attackiert und bedroht.

Videomaterial zeigt, wie der Blogger auf dem Tempelberg angespuckt und in der Altstadt mit Plastikstühlen beworfen wird. Er wurde beschimpft mit folgenden Worten:

QDu Zionist! Lass die Juden dich beschützen, du Tier, verschwinde von hier! Geh mit deinen Saudis ’normalisieren‘, du Stück Dreck! Du Verräter! Geh und bete mit den Juden, geh in eine Synagoge!“

Der Besuch der arabischen Journalisten wurde zuvor in einer Stellungnahme von palästinensischen Journalisten kritisiert  –  und zwar als Verletzung des Grundsatzes des arabischen und nahöstlichen Journalistenverbandes, alle Arten von „Normalisierung mit dem zionistischen Feind Israel abzulehnen“.

Nizar Amer, Sprecher des israelischen Außenministerium, kritisierte die Attacken am Dienstag scharf und schrieb auf Twitter:

„Wir verurteilen das gewalttätige und unmoralische Verhalten einiger Palästinenser an der Al‐Aksa‐Moschee gegenüber dem saudischen Medienaktivisten, der nach Jerusalem gekommen ist, um eine Brücke für den Frieden und die Verständigung zwischen den Völkern zu sein. Diese (Menschen) nutzen auf abscheuliche Weise die heiligen Orte als politisches Instrument.“

Quelle: Israelische Botschaft

 


Reporter ohne Grenzen zu Merkels Usbekistan-Besuch: Mehr Pressefreiheit fordern!

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, bei ihren Gesprächen mit dem Präsidenten Usbekistans mehr Respekt für die Freiheit der Medien anzumahnen. Zwar hat Schawkat Mirsijojew seit seinem Amtsantritt 2016 prominente Journalisten entlassen, die zum Teil seit Jahrzehnten im Gefängnis saßen.

Die zuvor stark zensierten Medien berichten ein wenig freier, doch das Internet bleibt streng kontrolliert und fast alle unabhängigen Nachrichtenseiten sind gesperrt. Kritischen Reportern wird der Zugang zum Land noch immer verwehrt.

„Wenn die vorsichtigen Schritte der Öffnung in Usbekistan nicht nur reine Kosmetik bleiben sollen, muss Präsident Mirsijojew ein Klima schaffen, in dem unabhängige Journalistinnen und Journalisten zurückkehren und aus erster Hand über die Entwicklungen im Land berichten können“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.

„Es ist absurd, wenn Usbekistan die Visapflicht für deutsche Touristen abschafft, sich gegenüber kritischen Journalisten aber weiter abschottet. Deutschland muss hier seinen beträchtlichen politischen Einfluss nutzen und darf sich nicht ausschließlich auf wirtschaftliche Zusammenarbeit konzentrieren.“

Nach dem Tod von Islam Karimow, der das Land 26 Jahre lang diktatorisch regiert hatte, trat sein Nachfolger Schawkat Mirsijojew im September 2016 an, Usbekistan nach innen und außen zu öffnen.

Die politischen Signale sind seither allerdings widersprüchlich: Einerseits wurden mehrere prominente Häftlinge entlassen; einige zuvor streng kontrollierte Medien berichten inzwischen ein wenig offener. Ein Vertreter von Reporter ohne Grenzen durfte im Oktober 2017 zum ersten Mal seit Jahren wieder nach Usbekistan einreisen.

Andererseits kommen auch unter Mirsijojew unbequeme Journalisten und Blogger ins Gefängnis. Mehrere regimekritische Internetseiten sind nach wie vor gesperrt, in- wie ausländischen Journalisten wird die Einreise verweigert.


Kardinal Reinhard Marx und die von ihm beschworene Gefahr der „Verblödung“

Von Dr. Michael Schneider-Flagmeyer

In der ersten Klasse des Gymnasiums, die damals noch “Sexta” hieß, habe ich von einem guten Lehrer gelernt, dass man niemals ein Buch besprechen soll, das man nicht gelesen hat. Vielleicht hatte der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx (siehe Foto), keinen solch guten Lehrer –  oder er hat diesen klugen Ratschlag vergessen. IMG_20140601_122952

Denn genau das hat er jetzt getan: Er hat über etwas geredet und geurteilt bzw. verurteilt, was er –  wie er selbst sagt  –  gar nicht kennt.

Er war bei einer Pressekonferenz auf die ignorante Frage eines Journalisten nach den katholischen Bloggern, die dieser mit einem bestimmten Internetportal verwechselte, hereingefallen, der den islamischen Fundamentalismus mit dem sog. christlichen Fundamentalismus verglich, wobei der Journalist offensichtlich nicht weiß, was das Wort Fundamentalismus eigentlich bedeutet.

Kardinal Marx: „Verbloggung führt manchmal zur Verblödung“

Der Kardinal, der das sehr gut weiß, rückte diese Fragestellung nicht zurecht, sondern fiel über die katholischen Blogger her, die er nicht kennt und gipfelte seine Aussage mit den Worten: “Diese Verbloggung führt manchmal auch zur Verbödung.”

(Siehe hierzu den Artikel bei kath.net, wo man diesen Abschnitt des Interviews im Video anhören kann: http://www.kath.net/news/52190)

Nun kann man Kardinal Marx zugute halten, dass er sich selbst noch eben gerettet hat, indem er das Wort “manchmal” in seine  Bemerkung einfügte  –  und sich so nicht dem Vorwurf ausgesetzt hat, alle katholischen Blogger in einen Topf zu werfen. Natürlich gibt es unter den Bloggern und Facebookseiten-Unterhalter auch einige schwarze Schafe, auf welche die Charakterisierung des Kardinals zutreffen könnte. 100_1391

Zwei Sätze aus den Bemerkungen von Kardinal Marx verdienen noch besondere Beachtung. Er sagt, er nehme wahr, “dass sich Szenen untereinander treffen und sich gegenseitig bestätigen und hochjubeln, aber nicht in einen Diskurs eintreten mit Andersdenkenden argumentativ.”

BILD: Beim Kongreß „Freude am Glauben“ herrschte reges Treiben unter katholischen Bloggern

Dieser “Feststellung” könnte man noch etwas abgewinnen, wenn er damit auch ausdrücklich amtskirchliche Szenen und das linke Spektrum in der Kirche gemeint hätte. Das aber hat er eben nicht getan! Und damit entsteht sehr der Eindruck, dass hier wieder Schmieröl auf die Schienen des Zeitgeistes vor allem in den Medien und auch des innerkirchlichen Mainstreams gegossen wurde.

Kritik an einer „Erniedrigung“ anderer (die er selbst betreibt)

Der Kardinal fuhr fort: “Wer kann sich auf Jesus von Nazareth berufen und andere erniedrigen?”   – Eine richtige Bemerkung, wenn sie nicht in diesem Zusammenhang gefallen wäre. So aber wird sie auf die katholische Bloggerszene insgesamt gedeutet, was mit allem Respekt vor dem Erzbischof als wenig lauter bezeichnet werden kann.

Dann zeigte sich der Kardinal zufrieden damit, dass er diese ganze Internetszene gar nicht wahrnehme. Das sei vielleicht ein Fehler und möglicherweise falsch, aber es sei nun einmal so. Ihn interessiere das nicht so sehr.  – Es folgte dann auch noch eine indirekte, aber doch deutlich erkannbare Abwertung dieser Seite des Internets, die so etwas (wie die katholischen Blogger?) ermögliche. jesus in der synagoge von nazareth

Der neben ihm sitzende Sekretär der Bischofskonferenz strahlte vor Zufriedenheit. Wird hier nicht wieder einmal deutlich, dass sich eine Reihe katholische Amtsträger wie die meisten Politiker Lichtjahre von den Gläubigen entfernt haben und deren “Lebenswirklichkeit” in der Kirche, die sie nun Schrift und Traditon zu Seite stellen wollen, gar nicht mehr wahrnehmen?

Internet-Blogs tragen zur Neu-Evangelisierung bei

Bei dieser Haltung bleibt dem Vorsitzenden der Dt. Bischofskonfernz völlig verborgen, dass die überwiegende Mehrheit der katholischen Blogger das tut, was die Bischofskonferenz mit ihrem großen, reichen und einflußreichen Apparat über Jahrzehnte versäumt hat; nämlich einen bedeutenden Beitrag zur Neuevangelisation zu leisten.

Leider bleibt von dieser Pressekonferenz ein schaler Geschmack. Große Teile der Bischofskonferenz und ihr gesamter Apparat hat immer noch nicht realisiert, warum der Kirche die Mitglieder in Massen davonlaufen, selbst alte Menschen.

Eine Amtskirche, die in großem materiellen Reichtum selbstzufrieden in schöne Ansprachen, die nicht gelebt werden, und vor allem in Strukturen und Bürokratien flüchtet, ist für die Menschen, die das Brot des Lebens suchen, das in der Kirche reichlich vorhanden ist, aber immer weniger die Hungernden erreicht, nicht mehr interessant.

Sie suchen ihre Nahrung an trüberen Quellen oder verfallen in absolute Gleichgültigkeit und Resignation. Und so muss Kardinal Marx auf der Bischofsynode in Rom eine Teilkirche repräsentieren, die sich  in rasantem Niedergang befindet  –  und viele von denen, die ihre Kraft  in die Verbreitung des Evangeliums und die Lehre der Kirche einbringen, müssen sich von der Mehrheit der Amtsträger noch abwerten lassen…

Ein Trost bleibt den katholischen Bloggern: In Rom und weiten Kreisen der Weltkirche interessiert man sich für ihre Arbeit und schätzt sie hoch ein.

Quelle: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=5697#more-5697

Fotos: Laura Mohr, Felizitas Küble


Kommunistisches Vietnam: Kritischer Blogger und Bürgerrechtler mehrfach in Zwangspsychiatrie verhaftet

IGFM: Solidaritätsaktion erreicht Freilassung

Der vietnamesische Übersetzer und Blogger Lê Anh Hung ist frei. Am 5. Februar 2013 wurde er aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen, nachdem seine Verhaftung weltweite Proteste ausgelöst hat. Er war am 24. Januar festgenommen und  –  obwohl geistig völlig gesund  – willkürlich in die Psychiatrie zwangseingewiesen worden.

Hungs „Vergehen“ bestand darin, ranghohe kommunistische Kader und Regierungs-mitglieder wegen Rauschgifthandels, Mord und Geheimnisverrat angezeigt zu haben. Insgesamt verfaßte der Blogger siebzig Beschwerden an vietnamesische Behörden, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Der in Frankfurt am Main ansässige Menschenrechtsverband fordert Vietnam auf, Inhaftierungen nur mit Gerichtsbeschluß und nach rechtsstaatlichen Maßstäben durchzuführen.  IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Der 40-jährige Ökonom Le Anh Hung hat zwei Sachbücher aus dem Englischen übersetzt und schrieb in seiner Internetseite zu wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen. Er nahm regelmäßig an Demonstrationen in Hanoi gegen die chinesische Aggression im Südchinesischen Meer und für die Freigabe der von Rot-China okkupierten vietnamesischen Inseln teil.

Nachdem die städtischen Behörden weitere Demonstrationen verboten hatten, spielte er in dem Fußballclub FC No-U.  –  Das „U“ ist die Anspielung auf den chinesischen territorialen Anspruch auf alle Inselgruppen in Form eines U im südchinesischen Meer.

Unter dem Vorwand, seine Aufenthaltsgenehmigung überprüfen zu wollen, führte die Polizei ihn am 24. Januar 2013 von der Arbeit aus ab. Freunde und Bekannte fanden noch am gleichen Tag heraus, daß er im „Zentrum für Soziale Betreuung“ (Psychiatrische Anstalt) interniert worden war. Besuche wurden untersagt.

Laut Behauptung des Direktors dieser Einrichtung der Stadt Hanoi wäre Hung auf Wunsch seiner Mutter und des Büros für Invaliden und Soziales aufgenommen worden. Doch vietnamesische Blogger fanden heraus, daß seine Mutter von der Polizei unter Druck gesetzt worden war, das Einweisungsgesuch für ihren Sohn zu unterschreiben. Am 30. Januar zog sie das von ihr erpreßte Gesuch zurück und bat das „Zentrum für Soziale Betreuung“, ihren Sohn freizulassen.

Seit 2008 beschuldigt Le Anh Hung den ehem. Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, Nong Duc Manh, Premierminister Nguyen Tan Dung und Vizepremier Hoang Trung Hai wiederholt des Rauschgifthandels, Mordes und Geheimnisverrats.

Hung behauptete, daß mehrere Mitglieder des Politbüros der KP Vietnams sowie der Polizeiminister und ein Parlamentarier sich mit seiner Anzeige beschäftigt haben. Daraufhin wurde er 2009 schon einmal verhaftet und war drei Monate lang in eine psychiatrische Anstalt gesperrt worden.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Vietnam:
http://www.igfm.de/Vietnam.543.0.html