Ankum: Jüdischer Autor Moisei Boroda erhielt den christlichen August-Benninghaus-Preis

Von Felizitas Küble

Wie bereits im CHRISTLICHEN FORUM berichtet, fand im Ankumer Dom (Bistum Osnabrück) am vergangenen Samstag, dem 20. Juli, eine Gedenkfeier für den Jesuitenpater August Benninghaus statt, der 1942 im KZ Dachau aufgrund von Schikanen und Hunger verstarb.

Nach der Märtyrer-Vesper in der Pfarrkirche St. Nikolaus wurde die Erinnerung an diesen tapferen Priester im Pfarrgemeindehaus fortgeführt, wobei der August-Benninghaus-Kreis eine besondere Ehrung vornahm:

Der jüdische Komponist und Literat Dr. Moisei Boroda erhielt in dieser Feierstunde den August-Benninghaus-Preis überreicht (siehe 1. Foto), weil er sich seit Jahrzehnten für das Andenken christlicher Märtyrer in der NS-Diktatur einsetzt, vor allem für die Würdigung katholischer Priester, die ihr Leben hingaben für Glaube und Gerechtigkeit.

Gründer und Leiter dieses Kreises ist der in Dinklage lebende Künstler und Autor Hermann Rieke-Benninghaus (siehe 2 Foto).

Der katholische Familienvater ist ein Verwandter des Märtyrer-Priesters und engagiert sich gemeinsam mit Angehörigen und Freunden seit langem für die Erinnerung an diesen glaubensstarken Blutzeugen in schwerer Zeit, nicht zuletzt durch seine Buch-Biografien über Pater Benninghaus.

An der Preisverleihung nahmen auch die Frau des Buchautors sowie seine Tochter Theresa und einer der Söhne teil (siehe 3. Foto), zudem die Frau von Dr. Moisei Boroda (siehe außen rechts); außerdem der leitende Pfarrer und ein Pastor des Gemeindeverbunds Ankum sowie weitere Gläubige aus nah und fern.

Familienvater Rieke-Benninghaus begründete seine Preisverleihung nicht zuletzt mit der biblischen Gemeinsamkeit von Juden und Christen durch das Alte Testament.

Zum Zeichen der Solidarität mit Juden – die in letzter Zeit vor allem durch moslemische Migranten vermehrt attackiert werden – setzte er sich die Kippa auf, eine traditionelle jüdische Kopfbedeckung. Dr. Boroda trug eine weiße Kippa und der Preisverleiher eine dunkelblaue (siehe 4. Foto).

Der Redner erinnerte sodann an die befreiende Wahrheit und Wirkung der Zehn Gebote, die mit den Worten beginnen: „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hat.“

BILD: Felizitas Küble notiert wichtige Äußerungen aus den Ansprachen der Redner (Foto: M. Kaiser-Haas)

Gerade die göttlichen Zehn Gebote des Judentums beleuchten sowohl den Zuspruch Gottes für den Menschen wie auch seinen Anspruch an den Menschen.

Diese Zehn Gebote sind das Grundgesetz des Ewigen und letztlich „Gebote der Freiheit“, denn wer GOTT gehorcht, macht sich unabhängig von Menschen; er befreit sich von Menschenfurcht und falschen Gebundenheiten.

„Der unbegreifliche Gott ermöglicht es dem Menschen, über sich selbst hinauszuwachsen“, betonte Rieke-Benninghaus. Danach folgte die Urkundenverleihung und die Übergabe eines großen August-Benninghaus-Bildes. Die Preisverleihung wurde von den anwesenden Gästen mit großem Beifall beantwortet.

BILD: Dr. Boroda und seine Frau Sophie (hinten links) unterzeichnen eine Petition des Christoferuswerks für die Einführung eines „Festes der Zehn Gebote“

In seiner frei gehaltenen Ansprache würdigte Dr. Boroda seine gute Zusammenarbeit mit Monika Kaiser-Haas, der Vizepräsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (siehe Foto: im Gespräch auf dem Kirchplatz) und mit unserem CHRISTLICHEN FORUM.

Er bedankte sich vor allem bei Hermann Rieke-Benninghaus und dessen Familie sowie bei seiner Frau Sophia, die ihn in seinem Einsatz für christliche Märtyrer aktiv unterstützt.

Hinsichtlich seiner Heimat  – der Preisträger stammt aus Georgien  – verwies er auf ein Interview mit ihm, das im Frühjahr dieses Jahres in der Zeitschrift THEOLOGISCHES veröffentlicht wurde.

Das Gespräch zwischen Dr. Boroda und der Verfasserin dieser Zeilen beinhaltet vor allem die Unterdrückung von Christen und Juden in der sowjetisch-kommunistischen Zeit, aber auch das jahrtausendelange gute Verhältnis zwischen Christen und Juden in Georgien, das in Europa geradezu einzigartig positiv dasteht.

Unter den katholischen Priestern, die ihm als Märtyrer der NS-Diktatur besonders am Herzen liegen, nannte Dr. Boroda in erster Linie den seligen Karl Leisner, sodann den Berliner Dompropst Lichtenberg sowie Carl Lambert aus Österreich, aber auch Pater Franz Reinisch, der den Fahneneid auf Hitler verweigerte, was ihm das Leben kostete.

Das größte Augenmerk legte er in seiner Rede aber auf Pater August Benninghaus, der die Menschen durch seine Exerzitien „zum Guten erzogen“ habe. Seine klare Glaubenshaltung sei von der NS-Diktatur nicht geduldet worden, so daß er als Blutzeuge des Glaubens starb.

BILD: Pastor Tietje bedankt sich bei Dr. Boroda für sein Engagement zugunsten christlicher Märtyrer

Aus Sicht des jüdischen Komponisten wäre eine Seligsprechung von P. Benninghaus höchst erfreulich, um sein Andenken und sein Vorbild zu würdigen. So wie dieser Geistliche es vorgelebt habe, müsse unser „Dienst vor dem Allmächtigen“ aussehen, denn das sei die wahre „Heiligung des Namens Gottes“.

Dr. Boroda unterschied klar zwischen christlichen und jüdischen Blutzeugen auf der einen Seite – und jenen irregeleiteten „Märtyrern“ im Islam auf der anderen Seite, die als Selbstmordattentäter andere Menschen und sich selbst ermorden.

Er selber komme aus Georgien, „einem tief christlichen Land“, wie er betonte. Er empfahl eine Urlaubsreise nach dorthin, vor allem zum Besuch der Kirchen in Georgien; dort werde man „im Geist und in der Seele“ gleichsam „nach oben getragen“.

BILD: Dr. Boroda im Altarraum des Ankumer Doms bei der Gestaltung der Lichtbildschau über Pater Benninghaus

Nach seinem Vortrag gab es eine rege Diskussion. Dabei erwähnte Dr. Boroda auf eine entsprechende Frage hin die Gemeinsamkeiten zwischen dem Nationalsozialismus und Kommunismus-Bolschewismus.

Trotz gewisser Unterschiede sind sich diese beiden totalitären System „im Wesen gleich“, da sie gottlos und menschenverachtend seien, erläuterte der jüdische Schriftsteller. Es habe sich in beiden Diktaturen – der roten und der braunen – um einen „Terrorstaat“ gehandelt.

Eine andere Besucherin fragte ihn nach seiner Einschätzung des Vaterunsers, das man vorhin gemeinsam beim Gedenkabend in der Kirche gesprochen habe.

Dr. Boroda würdigte dieses Gebet Christi mit begeisterten Worten, denn es zeige Gott als den liebenden Vater, es sei gehaltvoll und gehe in die Tiefe, zugleich verständlich verfaßt und für alle Menschen einleuchtend. Er halte es für eines der schönsten Gebete überhaupt.

Abschließend erwähnte er die heutige Verfolgung von Christen und Juden durch den militanten Islam im Nahen Osten, Arabien und Nordafrika. Christen sollten sich näherkommen und in gegenseitiger Achtung „Hand in Hand“ für das Gute und die Gerechtigkeit eintreten.

Gottes Liebe sei wie ein Brillant, erläuterte er weiter: In jeder Epoche leuchte eine andere Seite dieses Edelsteins auf und zeige uns die überragenden Eigenschaften des Allmächtigen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Ankum: Kirchlicher Gedenkabend für den Märtyrer und Priester August Benninghaus

Von Felizitas Küble

Die Gemeinde und die Pfarrei Ankum im Bistum Osnabrück ehren seit längerem das Andenken an den Priester und Märtyrer August Benninghaus SJ.

Der Jesuitenpater, der von Irland bis Indien vielfach missionarisch tätig war, wirkte zuletzt in Münster (Westf.) als Exerzitienmeister, bevor ihn die Gestapo (Geheime Staatspolizei) am 27. Juni 1941 wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ festnahm.

BILD: Gedenktafel für Pater Benninghaus im Ankumer Dom, in dem er einst auch gepredigt hat

Nach Verlegung in verschiedene Gefängnisse und ins KZ Sachsenhausen wurde der Jesuit schließlich ins Lager Dachau unweit von München eingeliefert, in dem während der NS-Diktatur ca. 3000 Geistliche inhaftiert waren, davon 95% katholisch. Durch brutale Schikanen, Schwerstarbeit, Hunger und Entkräftung im KZ starb der tapfere Bekenner am 20. Juli 1942 im KZ-Lazarett im Alter von 61 Jahren.

Der August-Benninghaus-Kreis setzt sich sehr engagiert dafür ein, diesen Blutzeugen des Glaubens nicht zu vergessen. Deshalb bringt der Gründer Hermann Rieke-Benninghaus (ein Verwandter des Märtyrers) schon seit vielen Jahren Gedenkzettel und Bücher heraus, die an diesen Bekenner-Priester erinnern und sein Lebenszeugnis schildern. 

Zudem führt der Kreis entsprechende Veranstaltungen durch und verleiht den August-Benninghaus-Preis, so etwa vor zwei Jahren an Prof. Dr. Helmut Moll, den Herausgeber eines angesehenen kirchlichen Werkes mit dem Titel „Martyrologium des 20. Jahrhunderts“.

Der Prälat aus Köln, der unlängst seinen 75. Geburtstag feiern konnte, hat zur diesjährigen Preisverleihung an den jüdischen Komponisten und Autor Dr. Moisei Boroda seine besonderen Grüße und guten Wünsche übermittelt.

BILD: Die Vesper im Ankumer Dom hielt Pastor Tietje

Diesmal beging der Benninghaus-Kreis den 77. Todestag „seines“ Jesuitenpaters – wobei dieser 20. Juli passenderweise zugleich an den Widerstand hoher Generäle und Militärs gegen Hitler durch Stauffenberg und Co. erinnert.

Die Veranstaltung wurde mitgetragen von der Pfarreiengemeinschaft in Ankum (sowie Eggermühlen und Kettenkamp) und begann mit einer abendlichen Vesper im Dom bzw. der eindrucksvollen Nikolaus-Kirche, die im 19. Jahrhundert im neuromanischen Stil erbaut worden war, nachdem die Vorgängerkirche einem Brand zum Opfer fiel.

Das Gotteshaus war mit vielen aufmerksamen Gläubigen aus Ankum sowie mit Gästen von nah und fern gut besucht (siehe Foto).

Die Vesper erinnerte an die Blutzeugen des Glaubens, vor allem an Pater August Benninghaus; aber auch das Gedächtnis des 20. Juli (Widerstandsbewegung) wurde wachgehalten.

Die Andacht war von biblischen Lesungen, Fürbitten, Psalmen, Litaneien und Gesängen geprägt, darunter dem Bonhoeffer-Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ und dem Magnificat (Lobgesang Mariens) in lateinischer Sprache.

Die Vesper – sie ist das amtliche Abendgebet der Kirche  –  schloß mit dem priesterlichen Segen von Pastor Stefan Tietje und dem gemeinsamen Paternoster (Vaterunser-Gebet).

BILD (erste Reihe von links nach rechts): Monika Kaiser-Haas, Dr. Mosei Boroda und seine Frau Sophia, Familienmutter Rieke-Benninghaus, Tochter Theresa und ihr Vater Hermann Rieke-Benninghaus

Nach der Abendandacht begann die eigentliche Gedenkfeier für Pater Benninghaus im Ankumer Dom.

Dabei wurde ein musikalisches Werk uraufgeführt, das der aus Georgien stammende Jude Dr. Moisei Boroda eigens für diesen Gedenktag komponierte. Die meditative Stunde war zugleich informativ, denn dabei wurden unter Regie von Dr. Boroda die wesentlichen Lebens-Stationen des Märtyrers vorgelesen und durch Lichtbilder auf einer Leinwand illustriert.

Hierbei sprachen Theresa Benninghaus, Pastor Stefan Tietje und Monika Kaiser-Haas (Vize-Präsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises). Auch Pfarrer Michael Franke erläuterte in zwei Ansprachen den Sinn des Gedenkabends.

BILD: Monika Kaiser-Haas sprach im Rahmen einer Dia-Schau über die letzten Stationen und den Tod von P. Benninghaus

Danach wurde im Pfarrheim der diesjährige August-Benninghaus-Preis 2019 an den jüdischen Schriftsteller und Komponisten Dr. Boroda aus Georgien verliehen, der seit 1989 in Nordrhein-Westfalen lebt. Er setzt sich bereits seit 2001 für die christlich-jüdische Verständigung ein, zudem für die Erinnerung an christliche Blutzeugen in der NS-Diktatur.

Unser Bericht über diese Preisverleihung siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/07/24/ankum-juedischer-autor-moisei-boroda-erhielt-den-christlichen-august-benninghaus-preis/

Interessant auch folgender Zeitungsartikel: https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-bersenbrueck/artikel/1814982/maertyrer-vesper-fuer-pater-august-benninghaus-in-ankum


Pfarrfest in Münster-Hiltrup zeigte Kelch des Priesters und KZ-Opfers Bernhard Poether

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag (26.8.) wurde in der Gemeinde St. Marien in Münster-Hiltrup das jährliche Pfarrfest gefeiert.

Dabei gab es nicht nur ein fröhliches Treiben, allerlei Spiele, Bücherbasar, Infostände und ein Zirkuszelt mit gekonnten Vorführungen, sondern auch jede Stunde eine Kurzansprache von Pfarrer i.R. Ewald Spieker auf dem Kirchplatz.

Der Priester zeigte den interessierten Besuchern den originalen Primiz-Kelch von Kaplan Bernhard Poeter und erwähnte sein heldenhaftes Leben. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“ (siehe Foto).

Allein im Konzentrationslager Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen von Schikanen, Hunger und Entbehrungen.

Pfarrer Spieker setzt sich seit einigen Jahren für die Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether ein und hat hierfür tausende Unterschriften gesammelt.

Der Märtyrer war in Hiltrup zur Schule gegangen und 1932 in Münster zum Priester geweiht worden.

Dieser tapfere Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Das erste Foto zeigt den nicht „nur“ künstlerisch wertvollen Kelch des Blutzeugen. Er ist vor allem das geistig-geistliche Vermächtnis des Bekenner-Kaplans, denn der Kelch enthält gleichsam sein Lebensprogramm.

Im unteren Teil – der aus Silber gefertigt ist – sehen wir vorne ein eingraviertes Kreuz mit zwei Balken, wie dies in den östlichen Kirchen üblich ist. Bernhard Poether wollte als Missionar nach Rußland gehen, daher erlernte er in Eigenregie die russische Sprache.

In kyrillischer Schrift finden wir auf seinem Kelch die Worte: „In diesem Zeichen wirst Du siegen“.

Zudem heißt es  – ebenfalls auf russisch  –  vielsagend: „Am Altare muss ein Priester stehen, der nicht mit Worten allein, sondern durch die Taten das Volk ermahnt, zu bekennen und Zeugnis abzulegen.“

Daran hat sich dieser junge Geistliche selber gehalten und sein unbeugsames Zeugnis brachte ihm den Märtyrertod.

Zudem finden sich auf dem „Fuß“ des Kelches die Abbildungen der heiligen Kyrillus und Methodius, beide waren frühmittelalterliche Missionare der Slawen. Der vergoldete obere Teil des Meßkelchs und der silberne „Fuß“ wird verbunden durch einen weißen Edelstein als Mittelstück.
Den Primizkelch erhielt die Pfarrgemeinde St. Marien von der  – inzwischen verstorbenen  – Schwester dieses NS-Opfers.

Der Kelch von Kaplan Poether wird bei besonders festlichen Anlässen in der Pfarrkirche St. Marien bei der Zelebration der hl. Messe verwendet.

 

 

 

 


Münster: Gedenkmesse für den seligen Priester und Märtyrer Gerhard Hirschfelder

Von Felizitas Küble

Am heutigen Donnerstag, dem 2. August 2018, wurde in der barocken Clemens-Kirche in Münster eine Gedächtnismesse für Kaplan Gerhard Hirschfelder gefeiert, der am 19.9.2000 im Hohen Dom zu Münster seliggesprochen wurde.

Dieser Geistliche gehört zu den hunderten von katholischen Priestern, die im KZ Dachau als Opfer der NS-Diktatur und als Märtyrer für den Glauben und die christlichen Tugenden verstorben sind. 

BILD: Porträtfoto Hirschfelders bei der Gedenkmesse vor dem Altar

Großdechant Franz Jung widmet sich seit Jahrzehnten der Seelsorge für die Katholiken aus der schlesischen Grafschaft Glatz, seien es nun ob Vertriebene oder Aussiedler bzw. deren Nachkommen. Die Grafschaft Glatz war ein besonders katholisch geprägtes Gebiet innerhalb Schlesiens.

Prälat Jung erinnerte in seiner Predigt an den herausragenden Glaubensmut von Kaplan Hirschfelder, der sich hierbei am Völkerapostel Paulus und den 12 Aposteln orientiert habe. Er würdigte besonders den Einsatz junger Katholiken, die das Gedenken an diesen Märtyrer auch durch moderne Medien wach halten.

In der liturgischen Lesung hieß es eindringlich: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ – Im Evangelium hörten wir die Christus-Worte: „Wer mich vor den Menschen bekennt, den will ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen!“

Beides paßte gut zum Lebensbild des schlesischen Blutzeugen Gerhard Hirschfelder, der seinen Einsatz für Gott, Jugend und Kirche 1942 mit dem Tod bezahlte.

BILD: Prälat Jung feierte die hl. Messe in der Clemens-Kirche

Wir haben bereits 2011 einen ausführlichen Beitrag über den seligen Märtyrer Gerhard veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/06/ein-jugendbewegter-kaplan-als-martyrer-in-dachau/

Während der Gedenkmesse wurde ein gemeinsames Gebet zu Gott gesprochen, in dem es heißt: „Mit Begeisterung hat er die jungen Menschen die Liebe zu Christus und zur Kirche gelehrt und mutig den Glauben gegen seine Feinde verteidigt. Gib uns auf seine Fürbitte die Kraft, ihm in der Treue zu dir und im Ensatz für dein Reich nachzufolgen.“

Außerdem sangen die Gläubigen das Hirschfelder-Lied: „Wir ehrn zu dieser Stunde, dich, Schlesiens großen Sohn. Das Lob aus unserem Munde preist dich vor Gottes Thron….“

Bald haben die Glatzer wieder einen Grund zu feiern und zu beten: Am 24. und 25. August  – Freitag und Samstag – findet ihre traditionelle Jahres-Wallfahrt nach Telgte statt, der bekanntesten Pilgerstätte des Münsterlandes. Am Freitagabend gibt es eine eindrucksvolle Lichterprozession durch die Stadt, das Hauptprogramm läuft am Samstag mit der Festmesse um 10 Uhr.

Bei den Glatzern galt das Sprichwort: „Ein Jahr ohne Wallfahrt ist kein Jahr.“  – Wie man sieht, bleiben die Landsleute diesem Motto ihrer Vorfahren treu.

FOTO: Die Hirschfelder-Biographie, die der Priester und Professor Hugo Goeke schrieb, ist ebenso gehaltvoll wie eindrucksvoll und bewegend. Titel: „Gerhard Hirschfelder – Priester und Märtyrer“. Das fest gebundene Buch  mit 200 Seiten kostet 14,80 €. Interessierte können es beim Dialog-Verlag in Münster oder bei uns bestellen (wir liefern portofrei).