BUCH-Tip: Jüdische Spuren im Sudetenland

Rund 120.000 Juden lebten in den 1920er Jahren in Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien, also im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Die weitaus meisten waren deutschsprachig und etwa 25.000 von ihnen lebten im deutsch besiedelten Grenzland, das seit etwa dem Jahr 1900 immer öfter „Sudetenland“ genannt wurde.

Genau wie anderswo in der Habsburger-Monarchie und in anderen Ländern Europas haben diese Menschen mit Intelligenz und Kreativität, Geschick und Fleiß enorm viel zu den kulturellen und wirtschaftlichen Erfolgen ihrer Heimat beigetragen.

Seit der rechtlichen Gleichstellung des 19. Jahrhunderts waren sie ein allgemein respektierter und gleichberechtigter Teil der Bevölkerung Böhmens und Mährens, im deutsch-tschechischen Nationalitätenstreit des 19. Jahrhunderts standen sie mit großer Mehrheit auf der deutschen Seite.

Der Zerfall Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg brachte das erste Zerwürfnis zwischen Deutschen und Juden im Sudetenland, wobei viele Juden sich noch lange nach 1918 als Deutsche verstanden und auch als solche akzeptiert worden sind.

Erst der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte den endgültigen Bruch und dann die Katastrophe für die jüdische Bevölkerung der böhmischen Länder. Fast zwei Drittel wurden im Holocaust ermordet.

Die Überlebenden stießen 1945 auf eine Tschechoslowakei, deren Regierung sich verbal pro-jüdisch gab und 1948 den neugegründeten Staat Israel sogar militärisch unterstützte.

Im eigenen Land sah es anders aus. Die tschechoslowakischen Behörden verschleppten die Rückgabe des vor 1945 „arisierten“ Eigentums und verweigerten sie ab 1948 ganz.

Den Überlebenden wurde bedeutet, dass sie in ihrer Heimat keine Zukunft hätten, die meisten zogen die Konsequenz und emigrierten. Nur noch etwa 3.000 Juden wurden 1980 im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gezählt, ihr materielles und immaterielles Erbe war in der sozialistischen Tschechoslowakei dem Verfall und dem Vergessen preisgegeben.

Dieses Buch geht den jüdischen Spuren im ehemaligen Sudetenland nach, den Friedhöfen und Synagogen, einstigen Privathäusern, aber auch den nichtmateriellen Hinterlassenschaften.

Die acht tschechischen, deutschen und jüdischen Autoren beschreiben für ausgewählte Städte und Bezirke, was nach der Barbarei der Nazizeit und der anschließenden jahrzehntelangen Vernachlässigung übrig geblieben ist von einer Gemeinschaft, die zu den Erfolgen ihrer Heimat einen Beitrag geleistet hat, der ihre zahlenmäßige Größe bei weitem überstieg.

Das Beispiel einzelner Persönlichkeiten und Familien macht eine dramatische Geschichte anschaulich und greifbar.

BUCH-Daten: Wilfried Heller (Hrsg.): „Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland“ – Mit Beiträgen von Stanislav Děd, Eva Doležalová, Wolf-Dieter Hamperl, Wilfried Heller, Tomáš Kraus, Werner Pöllmann, Sebastian Schott und Blanka Soukupová.

Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 165 Seiten, mit 46 Abbildungen, davon sieben Landkarten und Stadtpläne, ISBN 978-3-945127-261.

Weitere Infos hier.

Quelle und Bestellungen hier: http://verlag-inspiration.de/home.html


Bischof Voderholzer für dunkelhäutigen König in Krippen und bei Sternsingern

Einen der Hl. Drei Könige als Schwarzen darzustellen sei keine Verunglimpfung von Menschen mit dunkler Hautfarbe, sagte der Regensburger Oberhirte Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) in einer Predigt am Dreikönigstag in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild.

Seiner Erfahrung nach sei der dunkelhäutige König meist sogar die schönste Figur in einer Krippe. Da die Botschaft der Geburt Christi die Menschen in aller Welt betreffe, würden die Darstellungen der Sterndeuter die drei damals bekannten Kontinente repräsentieren.

Sollte es misslungene Darstellungen von dunkelhäutigen Menschen in Krippen geben, wie etwa in Ulm, könne man das korrigieren, sagte der Bischof weiter. Die Universalität der Krippe dürfe jedoch nicht angetastet werden.

Voderholzer gilt als Krippenliebhaber, was er selbst auf seine familiären Wurzeln in Böhmen zurückführt, „wo die Krippe gleichsam zuhause sei“.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-01/voderholzer-krippe-bischof-dunkel-schwarz-koenig-blackfacing.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Foto: Bistum Regensburg


Katholikentagsleitung tagte in der Heilig-Blut-Wallfahrtsstätte Neukirchen

Knapp zwei Monate vor dem Katholikentag war es die letzte Sitzung zur Vorbereitung des Großereignisses Ende Mai. Dafür haben die Mitglieder der Leitung einen besonderen Ort gewählt: KT-Leitung in Neukirchen

Sie tagten gestern in Neukirchen beim Heiligen Blut, einem Wallfahrtsort direkt an der tschechisch-deutschen Grenze im Bayerischen Wald.

Dorthin wird am Katholikentags-Samstag als Teil des Programms eine Wallfahrt mit mehreren tausend Teilnehmern stattfinden. Regensburgs Bischof Voderholzer wird sie leiten.

FOTO: Die Personen von links nach rechts: Generalvikar Prälat Michael Fuchs, Bischof Rudolf Voderholzer, ZdK-Präsident Alois Glück und die Landesvorsitzende des KDFB in Bayern, Dr. Elfriede Schießleder.

Die im süddeutschen Raum verbreitete Wallfahrts- und Pilgertradition wird beim Katholikentag ein Schwerpunkt sein. Höhepunkt ist die Wallfahrt am Samstag in den seit dem 15. Jahrhundert lebendigen Wallfahrtsort unter der Leitung des gastgebenden Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer.

„Das Treffen in Neukirchen steht symbolisch für die wichtige Rolle, die die Wallfahrt im Programm des Katholikentags einnimmt. Diese in Bayern stark ausgeprägte Tradition soll besondere Wertschätzung erfahren“, erklärte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück.

„Wenn tausende Tschechen und Deutsche gemeinsam diese Wallfahrt begehen, ist sie außerdem Zeichen für die historische Verbundenheit beider Länder, eine Verbundenheit, der gerade zum Katholikentag, 100 Jahre nach den Ereignissen von 1914, besondere Bedeutung zukommt“, meint Glück.

Die Partnerschaft mit Osteuropa und besonders mit den tschechischen Nachbarn schlägt sich bewusst an vielen Stellen im Programm nieder: in Podiumsthemen, im gleichnamigen Zentrum, im Pilgerprogramm oder wenn Veranstaltungen gedolmetscht werden.

Die Katholikentagsleitung trägt die Gesamtverantwortung für die Planung und Durchführung des Katholikentags, insbesondere die thematische Vorbereitung. Während des Katholikentags tagt sie täglich. Aufgabe des Rechtsträgers ist es, die rechtlichen, finanziellen und personellen Voraussetzungen für die Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung des Regensburger Katholikentags zu schaffen. Beide Gremien werden paritätisch besetzt aus Mitgliedern des ZdK und des gastgebenden Bistums Regensburg.

KONTAKT-Daten: 
Silke Jäger, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
99. Deutscher Katholikentag Regensburg 2014 e.V.
Im Gewerbepark C 55 - 93059 Regensburg
Telefon 0941.584 390 152 / Telefax 0941.584 390 155
silke.jaeger@katholikentag.de


Internationale Tagung: „Grulicher Krippen in Böhmen und der Welt“

Eine Internationale Krippentagung „Grulicher Krippen in Böhmen und in der Welt“ gibt es in Brannenburg vom 14. bis 16. März2014_Krippe_Grulich 2014.

Es handelt sich um eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der sudetendeutschen Krippenfreunde und der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen Landmannschaft.

BILD: Schrankkrippe (Olmerkrippe) aus Grulich
von Johanna Umlauf, Bürgstadt

Hier gehts zur Einladung, zum Programm, zur Anreiseinformation und zum Anmeldungsformular 

Die Anmeldung wird bis zum 17.2.2014 an die Heimatpflege der Sudetendeutschen erbeten.

Weitere Infos: Mail: heimatpflege@sudeten.de / Tel: 089/480003-65


München: Adventssingen und weihnachtliche Veranstaltungen

TERMINE im Sudetendeutschen Haus (Hochstraße 8 in 81669 München):

Samstag, 30. November 2013, 16 Uhr bis 20 Uhr: Weihnachtsmarkt mit Adventssingen (18 Uhr)

Hier erleben Sie weihnachtliche Traditionen aus Böhmen, Mähren und Schlesien. Eine Vielfalt handwerklicher, künstlerischer und kulinarische Produkte erwartet Sie. 2011_10_22_Iglauer

Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Haus des Deutschen Ostens.

Mittwoch, 4. Dezember, 18 Uhr: Vortrag von Monika Hanika „Verschiedene Betrachtungsweisen von Zeitzeugen in der deutschen-tschechischen Vergangenheitsbewältigung.“

Die Referentin berichtet aus ihrer praktischen Arbeit mit Seminaren in der alten Heimat.

Folgende Ausstellungen sind derzeit im Sudetendeutschen Haus zu sehen:

„Schönes Olmütz“  –  3. Etage: Impressionen fotografiert von Erich Hemmel
„Brünner deutsche Bürgermeister 1850-1918“-Kleines Foyer vor dem Adalbert-Stifter-Saal
Die Ausstellung zeigt den rasanten Aufstieg der mährischen Landeshauptstadt im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
“Otfried Preußlers Geschöpfe- Vom Buch zur Bühne“-Alfred-Kubin-Galerie
Veranstalter: Adalbert-Stifter-Verein, Museum für Puppentheaterkultur Bad Kreuznach

Das Sudetendeutsche Haus ist geöffnet: Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und während der Veranstaltungen.


Bayerische und tschechische Bischöfe trafen sich in Prag: Signal der Verständigung

Erklärung der Freisinger Bischofskonferenz anläßlich der Herbstversammlung der bayerischen Bischöfe in Prag und Freising vom 5. bis 7. November 2013:

„Erneut tagten die bayerischen Bischöfe im Rahmen ihrer Vollversammlung gemeinsam mit ihren tschechischen Mitbrüdern, dieses Mal im Kloster Brevnov in Prag.

Auf Einladung von Erzbischof Kardinal Duka haben sie ihren freundschaftlichen Dialog vertieft, nachdem die tschechischen Nachbarn bereits an der vorangegangenen Frühjahrsvollversammlung im bayerischen Waldsassen teilgenommen hatten.

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Die Bischöfe sind sich bewusst, wie wichtig die Einigung und die Freundschaft zwischen den europäischen Völkern für eine friedvolle und gedeihliche Zukunft der Europäischen Union sind.

Dies zeigt gerade die gemeinsame Geschichte von Tschechen und Deutschen, die einerseits von großem Leid geprägt ist, die zugleich aber auch den Weg zur Versöhnung weist. Die katholische Kirche hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, Trennendes zu überwinden. Sie will heute und auch zukünftig einen Beitrag dazu leisten, dass ein christlich geprägtes Europa ein Beitrag zu einer besseren Welt sein kann.

Um ihre Zusammenarbeit zu verstetigen, richten die Freisinger und die Tschechische Bischofskonferenz nun eine gemeinsame Kommission ein. Sie besteht aus dem Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, dem Bischof von Pilsen, Frantisek Radkovsky, dem Leiter des Katholischen Büros Bayern, Prälat Lorenz Wolf, sowie dem Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, Tomas Holub.“

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/250-erklaerung-der-freisinger-bischofskonferenz-herbstvollversammlung-der-bayerischen-bischoefe-in-prag-und-freising-vom-5-bis-7-november-2013

Foto: Logo mit Katholikentags-Leitwort 2014

 


München: Vortrag über berühmte Wallfahrtsstätten in Böhmen am 16.9.

Altbunzlau in Böhmen (heute Tschechien) ist eine Stadt mit ca 18.000 Einwohnern und einer vielfach tragischen Geschichte, nicht zuletzt wegen der Zerstörung vieler Kirchen und Bauwerke durch die Hussiten, danach durch schwedische Truppen im 30-jährigen Krieg. 20130916_Altbunzlau

Durch Jesuiten wurden viele Gotteshäuser neu errichtet, die Stadt blühte wieder auf, es bildete sich ein Marienwallfahrtsort (siehe Foto des Madonnenbildes) mit zehntausenden Pilgern.

Am Montag, den 16. September 2013, veranstaltet das Kulturforum im Sudetendeutschen Haus (Hochstraße 8, München) einen um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend mit Prof. Dr. Stefan Samerski.

Er spricht zum dritten Mal über „berühmte Wallfahrtstätten in Böhmen“  – diesmal über Altbunzlau.

Der Eintritt ist frei, vorherige Anmeldung nicht nötig.


München: Vortrag über böhmischen Marienwallfahrtsort Pribram am 24. Juni

Veranstaltung im Sudetendeutschen Haus in München, Hochstraße 8

Montag, 24. Juni 2013, 19 Uhr
Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, München           2013_06_24_Pribram

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Samerski über
berühmte Wallfahrtstätten in Böhmen: Pribram

Die Gründung des Marienwallfahrtsortes geht auf das Mittelalter und eine Marienstatue des Prager Bischofs Ernst von Pardubitz zurück. Erst in der Barockzeit wurde der Hügel mit einer prächtigen Kirchenanlage und dem gedeckten Zugang ausgestattet und zieht bis heute ungebrochen Pilger und Hilfesuchende aus nah und fern an.

Die Anlage und die dortige Wallfahrt ist ein typisches Beispiel der böhmischen Marien-Religiosität, die zwar immer wieder Höhen und Tiefen kennt, nicht aber ihren Charme und ihre Volkstümlichkeit eingebüßt hat.

Veranstalter: Ackermann-Gemeinde und Heimatpflegerin der Sudetendeutschen